Ziemanns Gold News - 2008

Neu 2008-12-30:

Gold-Bericht für den 29. Dezember 2008:

Der heutige Gold-Handelstag war sehr konstruktiv. Nicht weil Gold im frühen asiatischen Handel auf bis zu $890 gestiegen ist. Sondern weil die Gold-Preisentwicklung der letzten Tage nun eindrucksvoll im Londoner Edelmetall-Handel bestätigt wurde - sowohl zum A.M. Fix als auch zum P.M. Fix. Wiederholt wurde in diesen Kommentaren darauf hingewiesen, dass man das Gold-Kartell nicht an den Derivate-Märkten in Asien (TOCOM) und in Amerika (COMEX) besiegen kann. Alle solche "Siege" würden sich kurz oder lang als ein Phyrrus-Sieg herausstellen, weil das Gold-Kartell endlos Papier-Resourcen in die Schlacht werfen kann. Jeder auch noch so kräftige Anstieg an den Papier-Märkten wird mit endlosen neuen Short-Positionen gekontert. Egal, wie hoch nun die offensichtlichen Verluste der Shorts auch sein mögen. Am Ende provoziert das Gold-Kartell immer ein plötzliche Verkaufswelle und drängt die hirntoten Spekulanten durch Aufgabe, Stop Loss oder Margin Calls aus dem Markt. Die Entwicklung des Gold-Preises an der COMEX der letzten Tage schien auf eine solche Entwicklung zumindestens vorsichtig hinzudeuten.

Nur wer im physischen Handel in London einen Preis-Anstieg beim Gold provozieren kann, weiss, dass dieser Anstieg nachhaltig ist. Die All-Chemisten der Finanzindustrie wissen zwar, wie sie mit der Gelddruck-Maschine beliebig neues Papier-Geld aus dem Nichts erzeugen können. Ein Rezept, um neue 400oz-Goldbarren zu synthetisieren, haben sie jedoch nicht. Das Ende des Gold-Kartells kommt mit der Erschöpfung der Zentralbank-Reserven an 400oz-Barren. Und mit dem Ende des Gold-Kartells kommt zwangsläufig das Ende der Zentralbanken mit ihrem Falschgeld. Diesen Tag der Abrechnung fürchten natürlich auch die Politiker und ihre Zentralbanker: Deshalb werden sie das Gold-Kartell bis zum letzten Gold-Barren mit dem Zentralbank-Gold der jeweiligen Nationen beliefern.

Zurück zum heutigen Geschehen an den Märkten: Gold tendierte im frühen asiatischen Handel sehr stark (bis $890), konnte dieses Niveau aber nicht halten und ging mit $885 in den Londoner Handel. Dort wurde es schliesslich zum A.M. Fix auf $881 (EUR 616,30) gedrückt. Aber selbst dieses Niveau ist um $44 höher als der letzte Kurs im Londoner Handel am 24. Dezember zum A.M. Fix. Zum P.M. Fix konnte dieses Preis-Niveau bestätigt werden: $880,25 (EUR 616,55). In Britischen Pfund hat Gold erstmals die Grenze von GBP 600,00 überschritten und stand zum A.M. Fix bei GBP 601,80. In Britischen Pfund gerechnet hat Gold im Jahresverlauf 50 % an Wert gewonnen. Warum ? Die britische Regierung hat zur Jahrtausendwende in einer beispiellosen Aktionen einen Grossteil ihrer Gold-Reserven zum Niedrigstkurs versteigert. Wer war der Initiator in der immer noch regierenden Labor-Partei: Der heutige Premier-Minister und damalige Schatz-Kanzler Gordon Brown. Schon vor über einem Jahr tauchten aus Beständen der BoE (Bank of England) Gold-Barren mit Rissen auf, die nicht den Standards der Londoner Edel-Metallbörse (LBMA) entsprachen. Das hatte die LBMA mit Presse-Mitteilung vom 3. Oktober dazu veranlasst, den Good Delivery Status dieser "Deep Storage" Gold-Barren klarzustellen. Ein gutes Jahr später muss die BoE nun kapitulieren, weil sie trotz dieser Erleichterung kein Gold mehr zur Stützung des Britischen Pfunds in die Waagschale werfen kann. Alle Argumente, die auf eine Pfund-Abwertung wegen der Verbesserung der Aussenhandels-Position von Grossbritannien verweisen, sind als reiner "Bullshit" zu bewerten: Da GB deindustrialisiert wurde, gibt es (ausser dem allerdings sehr guten und von mir nicht verschmähten Malt-Whisky - aber der kommt ja aus Schottland) keine Produkte, die international vermarktbar sind. Grossbritannien ist eine guter Vorbote, was den USA und den anderen Ländern Europas bevorsteht, falls die Goldvorräte deren Zentralbanken ebenfalls zur Neige gehen. Schmelz-Gold aus West Point, N.Y. wurde zum ersten Mal im September 2008 gesichtet. Rechnet man die Berichte über minderwertiges Gold der BoE vom September 2007 mit den Nachrichten über zuletzt aufgetauchtes Schmelz-Gold zusammen, dann ist spätestens Ende 2009 alles Zentralbank-Gold verkauft. Wahrscheinlich jedoch 6 Monate früher.

An der COMEX konnte das Preis-Niveau von $880 nicht verteidigt werden und so ging Gold auf einem Niveau von $775 aus dem New Yorker Handel. Der Dezember 2008 Kontrakt hat sich um 128 Positionen auf 84 verringert. Davon wurden 52 Kontrakte zur Lieferung gestellt. Im Februar 2009 Kontrakt wurden neue 4.437 Positionen auf nunmehr 187.583 eingegangen. Hierbei handelt es sich wohl um neue Short-Kontrakte, mit denen das Gold-Kartell die Preis-Entwicklung von Gold bremsen will.


Neu 2008-12-26:

Gold-Bericht für die Weihnachts-Zeit:

Die Weihnachts-Zeit war aus Sicht der Gold-Freunde durchaus konstruktiv, obwohl es über die Feiertage zum Teil gar nicht so aussah: Im asiatischen Derivate-Handel wurde über die Weihnachts-Tage stets Druck auf den Gold-Preis ausgeübt: Da an allen drei Tagen dort gehandelt wurde, kam es zu recht erratischen Preis-Ausschlägen: So wurde vom 24. Dezember auf dem 25. Dezember Gold im asiatischen Markt um bis zu $10 gedrückt, konnte aber zum Ende des Handels am 25. Dezember $5 zurückerobern, so dass der Tagesverlust nur bei wenigen Dollar lag. Auch während des Londoner Handels wurde am 24. Dezember zum Vormittag zusätzlich Druck auf den Gold-Preis ausgeübt: Bei einer verkürzten Handelsdauer ging Gold mit einem Preis von $836,75 (EUR 598,11) zum A.M. Fix um $7 niedriger als am 23. Dezember aus dem Markt. Am 25. und 26. Dezember fand kein Handel in London statt.

Die COMEX hat sich nur am 25. Dezember einen Feiertag gegönnt. Am 24. Dezember eröffnete Gold die COMEX-Session auf dem Niveau des Londoner A.M. Fixes. Während des Handelsverlaufs kam zu einer kontinuierlichen Erholung, so dass Gold sich um $10 verbessern konnte. Am 26. Dezember ging Gold auf dem Schluss-Stand vom 24. Dezember in den Markt. Während des Handels-Verlaufs pendelte Gold um diesen Eröffnungs-Kurs. Dann kam es aber 45 Minuten vor Schluss der COMEX zu einer weiteren Aufwärtsbewegung beim Gold: Innerhalb weniger Minuten stieg Gold steil um $20 an und ging mit $869 auf dem Tages-Höchstand aus dem Markt. Innerhalb von zwei Handels-Tagen an der COMEX hat Gold damit $32 zugelegt und liegt nur wenige Dollar von dem Dezember-Höchstand von $872,50 (A.M. Fix am 18. Dezember). Das Überwinden dieser Marke würde den Weg in Richtung der nächsten starken Verteidigungs-Linie des Gold-Kartells bei $930 freimachen.

Die Zahl der offenen COMEX-Kontrakte hat sich wie folgt verändert: Am 24. Dezember waren noch 369 Kontrakte für den Dezember ausstehend, ein Rückgang um 44 Positionen. Rechnet man allerdings die 128 zur Lieferung gestellten Kontrakte heraus, so wurden 84 neue Kontrakte eingegangen. Für den Februar 2009 Kontrakt wurden 1.942 Positionen aufgelöst und es stehen am 24. Dezember noch 180.207 Kontrakte aus. Für den 26. Dezember waren noch 212 Dezember-Kontrakte ausstehend, ein Rückgang um 157 Positionen. Rechnet man wieder die 110 zur Lieferung gestellten Kontrakte heraus, so wurden lediglich 55 Positionen liquidiert. Für den Februar 2009 Kontrakt wurden 2.939 neue Positionen eingegangen, so dass im Februar 2009 noch 183.146 Kontrakte ausstehend sind.

Für den Liefermonat Dezember wurden nun insgesamt 13.563 Kontrakte (a' 100 Unzen Gold) zur Lieferung gestellt. Im COMEX-Lagerhaus befindet sich Gold i.H.v. 28.329 Kontrakten der Kategorie REGISTERED und 57.071 Kontrakten der Kategorie ELIGIBLE. Wir werden die nächsten Tage sehen, welche Verschiebungen es innerhalb des Lagerhauses kommt, falls die zur Lieferung gestellten Kontrakte nun wirklich geliefert werden.

Gold bildet neben den Staatsanleihen zur Zeit die einzigen monetäre Anlageformen, die unter der Asset Price Deflation - Anmerkung: Bei den Gütern des täglichen Lebens gibt es nach wie vor eine Inflation und keine Deflation - am wenigsten zu leiden haben. Ein Vergleich zu Öl und dem halb-monetären Metall Silber zeigt die relative Stärke von Gold sehr anschaulich: Bei einem Spot-Preis von $37 bei Öl beträgt das Verhältnis Öl-zu-Gold bei derzeitig 1 : 23,5. Bei einem historischen Mittelwert von 1 : 15,1 zeigt Gold zur Zeit eine relative Stärke zu Öl (von anderen Rohstoffen ganz zu schweigen). Bei Silber sieht es ähnlich aus: Bei einem Silber-Preis von $10,50 liegt das Verhältnis Silber-zu-Gold bei derzeitig 1 : 82,8. Über die letzten Jahre lag hier der Durchschnitt bei 1 : 60. Die Silber-Freunde erwarten dagegen die Rückkehr zu dem alten Verhältnis von 1 : 15 während der Zeiten des Bimettalismus im neunzehnten Jahrhunderts.


Neu 2008-12-24:

Gold-Bericht für den 23. Dezember 2008:

Das Gold-Kartell ist weder bereits im Weihnachts-Urlaub, noch überlässt es das Geschehen am Gold-Markt den Markt-Kräften. Im Gegenteil: Heute wurde sogar die $830er-Marke nach unten getestet - was allerdings fehlgeschlagen ist. Gold startete heute im asiatischen Handel um wenige Dollar gedrückt. Mit Beginn des Londoner Handels kamen (diesmal) keine neuen Markt-Impulse. Zum A.M. Fix wurde der GoldPreis bei $844,00 (EUR 603,72) um $2 niedriger als vor 24 Stunden festgestellt. Zum Nachmittag tat sich bis zum Schluss des Handels an der Londoner Edelmetall-Börse nichts mehr, so dass Gold zum P.M. Fix mit $843,50 (EUR 603,62) aus den Markt ging. Danach folgte im reinen Derivate-Handel (seit langem mal wieder) eine kontrollierte Dollar-Hebungs und Gold-Drückungs Aktion. Gold wurde dabei innerhalb kürzester Zeit auf $830 gedrückt, konnte aber die wichtige "technische" Marke verteidigen. Zum Schluss an der COMEX konnte sich Gold wieder um $7 erholen und ging mit $837 aus dem Handel.

Die Weihnachts-Rallye an den Aktien-Märkten ist dieses Jahr ausgefallen: Trotz der anstehenden Abgeltungs-Steuer haben die Investoren nicht die rechte Lust, in den Aktien-Märkten noch mehr Geld zu versenken. Auch aus den USA kommen die schlechten bis katastrophalen Meldungen im Tages-Rhythmus, so dass selbst das sonst mit viel Geld ausgerüstete Plunge Protection Team (PPT) zur Zeit keine Trend-Wende provozieren kann.

An der COMEX haben sich trotz der heutigen Drückungs-Aktion die Anzahl der offenen Kontrakte wenig verändert: Im Dezember 2008 Kontrakt sind mit 413 Positionen immerhin weitere 87 Kontrakte heute hinzugekommen. Dagegen wurden im Februar 2009 Kontrakt 618 Positionen abgebaut. Es stehen dort noch 182.149 Kontrakte aus.


Neu 2008-12-19:

Gold-Bericht für den 18. Dezember 2008:

Associated Press: US President George W. Bush said in an interview Tuesday he was forced to sacrifice free market principles to save the economy from "collapse". "I've abandoned free-market principles to save the freemarket system", Bush told CNN television, saying he had made the decision "to make sure the economy doesn't collapse".

Danke Mr. President für diese klare Bestätigung, dass unsere Märkte mit nicht-marktwirtschaftlichen Instrumenten manipuliert werden, um die Marktwirtschaft zu retten.

Damit können wir direkt zu einer dieser nicht-marktwirtschaftlichen Institutionen überleiten, die angeblich im Interesse unseres Systems die Märkte manipuliert: Dem Gold-Kartell. Während des heutigen Handels-Verlaufes spiegelt sich das ganze Dilemma wider, in dem das Gold-Kartell zur Zeit steckt:

A) Alle Drückungs-Aktionen, die von den verschiedenen Future-Märkten in Asien (z.B. Tokio, Hong Kong) ausgehen, werden mit Eröffnung der Londoner Edelmetall-Börse wieder kassiert.

B) Die spekulativen Longs wurden von der COMEX vertrieben - somit kann man das Herdenverhalten dieser Gruppe auch nicht mehr für die Drückungsmassnahmen instrumentalisieren.

C) Der US-Dollar ist durch die Null-Zinspolitik der FED im freien Fall. Auch wenn man nur den Gold-Preis anderer Währungen auf dem derzeitigen Niveau halten möchte, müsste Gold in US-Dollar gerechnet stark steigen.

D) Der einzige noch wirksame Angriffs-Punkt, um "free market principles" ausser Kraft zu setzen, ist die tägliche Bereitstellung von Zentralbank-Gold in zweistelligen Tonnen-Mengen im Londoner Handel.

Während des heutigen Tagesverlaufs musste wohl eine besonders hohe Dosis von D) eingesetzt werden. Der Gold-Preis wurde, wie gewohnt, um wenige Dollar gedrückt, konnte aber innerhalb kürzester Zeit nach Eröffnung des Handels in London seine Verluste wettmachen. Im Laufe des vormittags stieg Gold zeitweise auf bis zu $887 an, konnte dieses hohe Niveau aber zum A.M. Fix nicht halten. So wurde Gold schliesslich mit $872,50 (EUR 599,86) um $37 höher als vor 24 Stunden fixiert. Dass dabei der Euro-Preis um EUR 5 niedriger war, zeigt die ganze Dramatik des US-Dollarverfalls. Im Laufe des nachmittags ging das Gold-Kartell zum Gegenangriff - Entschuldigung, ich meine natürlich zu Massnahmen, um unser marktwirtschaftliches System zu retten - über: Nach Eröffnung der New Yorker COMEX verlor Gold schnell $10. In einer zweiten Welle wurde Gold dann auf $855 gedrückt und ging zum P.M. Fix mit $855,25 (EUR 593,47) aus dem Londoner Handel.

Für diese Drückungs-Aktion um $17 zwischen A.M. und P.M. Fix im Londoner Handel musste das Gold-Kartell wohl tief in die Zentralbank-Goldschatulle greifen: War es nun ein hoher zweistelliger oder sogar ein dreistelliger Tonnen-Betrag, der hier in die Waagschale geworfen wurde ? Zum Hintergrund: Der Gold-Fix in London beruht einzig und allein auf dem Geschäft aller Verkäufer und Käufer von physischem Metall. Der Preis-Punkt wird solange verschoben, bis die grösste Menge an Geschäften zustande kommt. Somit ist der A.M. Fix und der P.M. Fix kein "Spot-Preis", der sich auf Basis derzeitiger Angebots- und Nachfrage-Preise bildet. Sondern ein Mittel-Preis über einen längeren Zeitraum. Deshalb gehen Manipulationen am Papier-Markt, jedenfalls nicht direkt, auch nicht in die Preis-Findung in London ein.

Je panischer die Aktionen des Gold-Kartells auch werden, um sich der unausweichlichen Markttendenz des Goldes entgegenzustellen, desto mehr werden die Bürger derjenigen Länder in der Zukunft bluten müssen, deren Volksvermögen (Gold-Reserven) zur Zeit verramscht wird. Man entzieht durch diese Aktionen den Politikern und Notenbankern die monetären Mittel für einen Neuanfang, falls das derzeitige Papier-Geldsystem wie eine umgedrehte Pyramide kollabieren sollte. Ich bin gespannt was passiert, wenn in wenigen Monaten unser Bundesbank-Präsident oder unsere Bundeskanzlerin vor die Presse treten müssen um zu verkünden, dass das Bundesbank-Gold nicht mehr existiert. Vielleicht sind die Deutschen so besonnen wie üblich - vielleicht finden wir die Verantwortlichen dann aber auch hängend an den Laternen-Pfählen wieder.

Was tat sich heute an der COMEX ?
Gold wurde im Laufe der Handels an der COMEX auf bis $850 gedrückt, konnte sich aber zum Schluss wieder auf knapp $860 stabilieren. Die offenen Kontrakte haben sich wie folgt entwickelt: Der Dezember 2008 Kontrakt nimmt um weitere 59 Positionen auf nunmehr 441 zu. Davon wurden allerdings weitere 127 Kontrakte zur Lieferung gestellt, so dass heute effektiv die Anzahl der Positionen um 68 zugenommen hat. Der Februar 2009 Kontrakt nimmt um 8.435 Positionen auf 182.905 zu. Hier war wohl frisches Short-Selling des Gold-Kartells der Auslöser dieser Entwicklung bei den offenen Future-Kontrakten.


Neu 2008-12-18:

Gold-Bericht für den 17. Dezember 2008:

Der gestrige Anstieg des Gold-Preises im Access Market nach der Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der FED wurde im heutigen asiatischen Markt bekämpft: Gold verlor $10 und wurde unter die Marke von $850 gedrückt. Die bremsenden Kräfte konnten sich auch nach Öffnung des Londoner Handels durchsetzen, so dass Gold zum A.M. Fix mit $835,75 (EUR 604,90) zum Vormittag fixiert wurde. Das sind zwar $20 mehr als vor 24 Stunden, aber auch EUR 6 weniger. Zum Nachmittag konnte dieser Widerstand überwunden werden und Gold erreichte zum Schluss des Londoner Handels die Marke von $870 (EUR 606,44). Der physischen Nachfrage im Londoner Handel musste sich schliesslich das Gold-Kartell geschlagen geben. Diese im Londoner Handel gefochtenen Schlachten sind enorm wichtig für eine nachhaltige Entwicklung des Gold-Preises. Innerhalb von zwei Tagen nach Überwindung der $830er-Marke konnte Gold also um $40 zulegen. Im reinen Derivate-Handel an der COMEX wurde ein Ausbruch über die Marke von $880 versucht: Gold überschritt kurzzeitig diese Marke, wurde aber wieder auf das Ausgangs-Niveau von $870 gedrückt. Zum Schluss der COMEX kam es zu einem weiteren Drückungs-Versuch und so ging Gold mit $867 aus dem Handel der New Yorker COMEX. Im Access Markt konnte sich Gold wieder leicht erholen und pendelte leicht unter der Marke von $870.

Spekulanten haben die Entwicklung des US-Dollars und die Überwindung der technischen Widerstands-Marke von $830 zum Anlass genommen, den Gold-Preis im COMEX-Handel weiter zu heben. Dieser Versuch ist an der $880er-Marke gescheitert, und so wurde Gold auf das Ausgangs-Niveau des Londoner Handels zurückgeworfen. Obwohl dies offensichtlich negativ für den weiteren Gold-Verlauf aussieht, ist dies meines Erachtens eine positive Entwicklung. Was wir zur Zeit nicht brauchen können ist ein plötzlich durch spekulative Kräfte verursachter Gold-Preisanstieg, der dann zu einer Entscheidung an der nächsten technischen Widerstands-Linie von $930 führt. Das Gold-Kartell wird nämlich diese $930er-Marke hart verteidigen und im Anschluss einen Ausverkauf bei Gold lancieren. Die technisch orientierten Longs sehen dann die Entwicklung des Gold-Preises als einen Fehl-Ausbruch und verkaufen ihre Positionen, was dann in einer plötzlichen Massen-Panik endet. Die heutigen Zahlen über offene Kontrakte an der COMEX geben keinen Grund zu dieser Befürchtung: Der Dezember 2008 Kontrakt umfasst nun 331 Positionen weniger. Es sind lediglich noch 500 offene Kontrakte vorhanden. Der Februar 2009 Kontrakt nahm nur leicht um 1.814 Positionen auf 174.470 Kontrakte zu. Bei dem gestrigen Geschehen nach Schluss der COMEX ist dieser niedrige Zuwachs der Kontrakte an der COMEX eher verwunderlich.


Neu 2008-12-17:

Gold-Bericht für den 16. Dezember 2008:

Der Offenmarktausschuss der FED hat heute um 14:15 EST (20:15 Uhr MEZ) seine Zins-Entscheidung verkündet: Der Leitzins wird von 100 Basis-Punkten auf eine Spanne von 0 bis 25 Basis-Punkten gesenkt. Vom Markt erwartet war eine Senkung auf 50 Basis-Punkte. In der Folge stieg Gold im Access-Markt von $838 innerhalb von wenigen Minuten um $10 auf $848. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich Gold auf bis zu $860 befestigen.

Was interessiert da noch der Handelsverlauf davor: In Asien wurde am frühen Morgen der Gold-Preis um $5 gedrückt und ging auf dem Niveau von $830 in den Londoner Handel. Dort konnte sich Gold wieder merklich über der Marke von $830 etablieren und wurde zum Vormittag mit $833,50 (EUR 610,53) um $6 höher als gestern zur gleichen Zeit fixiert. Am Nachmittag konnte Gold sein Schluss-Niveau von gestern in Amerika zurückgewinnen und ging mit $838,25 (EUR 609,81) aus dem Londoner Handel. Der weiterhin fallende Dollar trieb den Gold-Preis im verbleibenden Derivate-Handel an der COMEX zum Schluss auf ein Niveau von $842.

Die Stärke des Gold-Kartells trotz des rückläufigen Dollar-Kurses zum Londoner Handel gefällt mir gar nicht: Auf Basis des Euro kommt Gold die letzten Tage nicht vom Fleck und muss sogar trotz des positiven Umfeldes Federn lassen. Alle spekulativen Lesern dieses Reports sei deshalb geraten, hier auf der Hut zu sein.

Der Professor aus Princeton hat mit der derzeit wütenden Finanz- und Wirtschaftskrise ein Versuchs-Kaninchen für seine theoretischen Studien der Zeiten der grossen Depression gefunden. Neue "Instrumente" werden nun ausprobiert. Ob dies nun der ausser Kontrolle gerate Besen des Zauberlehrlings wird oder das Monster von Frankenstein - wir werden sehen. Allerdings: Eine Deflation wie in der 30er-Jahren wird es heute nicht mehr geben. Der US-Dollar ist heutzutage keine goldgedeckte Währung mehr. Vielmehr wird die monetäre Basis seit Jahren und Jahrzehnten erheblich schneller ausgeweitet, als die zugrunde liegende Wirtschafts-Leistung. Die Menge des vorhandenen Geldes steht in keinem realistischen Verhältnis mehr zu der Menge der erzeugten Waren und Dienstleistungen. Das war zu Zeiten einer goldgedeckten Währung nicht so: Gold kann man nicht beliebig inflationieren - man muss danach mit grossem Aufwand schürfen und kann trotzdem die Gold-Menge nur um ein oder vielleicht zwei Prozent pro Jahr ausweiten. Wer glaubt denn heute noch an eine wirkliche Deflation: Sinken die Kosten im Gesundheitswesen ? Werden Lebensmittel billiger (ausser den BILD-Wettstreit über den Milch-Preis bei Lidl und Aldi) ? Wie sieht es mit den Transport-Kosten aus: Sinken die Kosten für Bus und Bahn ? Nein, nein und nochmals nein. Hier will man uns einen Bären aufbinden. In den USA kommt das "Wahrheitministerium" (BLS) schon mit offiziell negativen Inflations-Raten (= Deflation). Wer glaubt ernsthaft an diesen Unsinn ? Das einzige, was in grossem Umfang deflationiert, sind die Assets wie Fonds, Aktien, Immobilien, Pensions-Ansprüche usw. Aber während der mehrjährigen Phase der Asset Inflation gingen die Preis-Steigerungen dieser Werte auch nicht in die offizielle Inflations-Statistik ein. Warum sollen sie jetzt, da diese Assets in grossem Umfang deflationieren, eine Auswirkung auf die Preissteigerungs-Rate haben. Meines Erachtens sucht man hier nach einem Grund, ungehindert in die Phase der Hyper-Inflation einzutreten. Das Pyramiden-Spiel System "FIAT-Money" erfordert einen weiterhin grossen Nachschub an weiterem Kredit. Bleibt dieser aus, dann kollabiert das System wie alle ähnlich gestrickten Schneeball-Systeme. Man hat dem letzten mexikanischen Erdbeerpflücker bereits ein $700.000 teures Eigenheim finanziert. Und nachdem dieser Erdbeerplücker seine Kredit-Raten nicht bezahlen kann, erzeugt man einfach genug neues Geld, damit der Erdbeerpflücker doch noch in seinem Haus weiter leben kann. Löst das irgendeins unserer Probleme ? Natürlich nicht. Deshalb wird diese Inflationierungs-Politik auch scheitern und den Rest des Systems mit in den Abgrund reissen.

Was konnten wir an der COMEX beobachten ?
Die Zahlen sind alle vor der Zins-Entscheidung der FED fixiert worden: Der Dezember 2008 Kontrakt hat um weitere 16 Positionen auf nunmehr 831 zugenommen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass 233 Positionen zur Lieferung gestellt wurden. Auch heute haben sich also neue Longs mit Positionen im ablaufenden Dezember Kontrakt von 249 Kontrakten eingedeckt. Das ist meine Erachtens schon bemerkenswert. Die Liefermenge für den Dezember Kontrakt steht nun bei 13.018 Positionen (a' 100 Unzen Gold). Anscheinend noch keine Gefahr für die COMEX, aber wer weiss. Der Februar 2009 Kontrakt nahm um signifikante 6.711 Positionen auf nunmehr 172.656 Kontrakte zu. Wir müssen nun beobachten, ob hier neue Longs mit spekulativen Hintergrund eingestiegen sind, oder ob es sich hierbei um eine Verteidigungs-Aktion des Gold-Kartells gehandelt hat. Dies werden die COT-Zahlen am Freitag zeigen.


Neu 2008-12-12:

Gold-Bericht für den 11. Dezember 2008:

Die freundliche Stimmung am Gold-Markt setzte sich heute fort. Dabei haben der um $4 gestiegene Ölpreis und der um 3 Cents gegenüber dem Euro gefallene Dollar sicherlich die heutige Entwicklung des Gold-Preises verstärkt. Nun zu dem Marktgeschehen: Gold pendelte im asiatischen Handel um den Schlusskurs des gestrigen amerikanischen Handels. Nachdem der physische Goldmarkt in London eröffnete, stieg der Gold-Preis langsam aber stetig an. Zum Vormittag konnte sich Gold zum A.M. Fix um $35 verbessern und wurde mit $821,00 (EUR 624,62) fixiert. Der Gold-Preis verbesserte sich im Tagesverlauf weiter, so dass er zum Beginn des Handels an der New Yorker COMEX Gold schon bei $830 stand. Im weiteren Verlauf bröckelte der Gold-Preis wieder etwas ab und ging aus dem Londoner Handel mit $827,75 (EUR 624,01) $25 höher als gestern. Auf diesem Niveau verharrte Gold und verliess den COMEX-Handel bei einem Preis um die $827.

Nachdem das Gold-Kartell anscheinend der starken physischen Nachfrage nichts entgegenzusetzen hatte, wurde der Gold-Preis im schwachen Access-Markt nach Schliessung des COMEX-Handels auf $820 gedrückt.

Die Daten an der COMEX sehen folgendermassen aus: Der Dezember 2008 Kontrakt verliert weitere 114 Positionen, wovon lediglich 48 geliefert wurden, auf 847 Kontrakte. Dafür nahm der Februar 2009 Kontrakt um signifikante 6.067 Positionen auf nunmehr 161.612 Kontrakte zu. Das Gold-Kartell hat wohl mit neuen Short-Positionen den weiteren Anstieg des Gold-Preises abgefedert.


Neu 2008-12-11:

Gold-Bericht für den 10. Dezember 2008:

Die heutige Goldpreis-Entwicklung war ganz im Interesse der Gold-Freunde: Gold begann den Handel in Asien mit leichten Gewinnen (um die $4). Aber nachdem der Handel in London einsetzte, ging es nach einer anfänglich verhaltenen Bewegung von Gold stetig nordwärts. Der A.M. Fix wurde $15 höher als gestern mit $785,75 (EUR 608,92) festgestellt. Bis zum Beginn des Handels an der New Yorker COMEX konnte sich der Gold-Preis um weitere $5 auf $790 befestigen. Dann ging es aber steil nach oben und die Marke von $800 konnte ohne Gegenwehr durchstossen werden. Starke physische Nachfrage unterstützte dieses Preis-Niveau und so ging Gold mit einem Preis von $802,25 (EUR 617,16) um $35 höher als vor 24 Stunden aus dem Londoner Handel. Im folgenden Derivate-Handel wurde Gold kurzfristig wieder unter die Marke von $800 gedrückt. Aber wie gestern wurde diese Gegenbewegung durch die Dynamik des Gold-Preises überlaufen. Gold bildete schliesslich bei $813 einen Tageshöchst-Stand aus. Dieses Niveau konnte bis zum Ende des COMEX-Handels nicht verteidigt werden und so ging Gold mit $808 aus den New Yorker Handel. Wieder konnte man die Dominanz der Preis-Entwicklung im Londoner Handel beobachten: Egal ob der Preis steigt oder fällt, die wesentlichen Impulse kommen innerhalb der Handelszeiten der LBMA zwischen 9:50 und 16:00 MEZ. Im Access-Handel gab es keine wesentlichen Verschiebungen beim Gold-Preis.

 

In der Presse wurden kürzlich Forderungen der Partei DIE LINKE und des DGB laut, den Finanzbedarf des Staates durch Zwangs-Anleihen von Vermögenden zu decken. Dabei sollten diese Vermögenden gezwungen werden, einen bestimmten Prozentsatz ihres Geldes in Staats-Anleihen mit reduziertem Zinssatz umzuschichten. Ganz abgesehen davon, dass wir bei Versicherungs-Verträgen, Riester-Renten und Rentenspar-Plänen indirekt schon eine Zwangs-Anleihe in Staatspapieren zeichnen, sollte jedem bewusst werden, dass der Staat nun ungehinderten Zugriff auf die Ersparnisse seiner Bürger erlangen will. Heute sind es noch Forderungen der Linken - morgen ist es dann umgesetzte Politik der Regierenden: Der Damm-Bruch wird kommen ! Ich kann mir hier ohne viel Phantasie noch beliebige andere Horror-Modelle vorstellen, die unsere Politiker sicherlich der Masse mit dem "Solidaritäts-" und "Gerechtigkeits-" Totschlagsargument verkaufen werden: Z.B. "Anrechnung" (ein beliebtes Politiker-Verniedlichungswort für "Enteignung") der Betriebs-Rentenzahlungen auf die gesetzliche Rente. Was nichts anderes heissen will, als dass die Betriebsrenten staatlich enteignet würden. Wir stehen also vor einem Wendepunkt, wo sich jeder, der z.Zt. noch Ersparnisse sein eigen nennen darf, ernsthaft fragen muss, wie er diese Ersparnisse vor den Zugriffen des Staates in Sicherheit bringen kann. Meines Erachtens stellt physischer Gold-Besitz die einzige verbliebene Alternative in unserer inzwischen vollüberwachten Papier-Welt dar: Gold-Besitz ist anonym, d.h. der Staat kann auch über ein noch so ausgeklügeltes Verfahren von Konten-Abfragen und Daten-Sammlung keinerlei Kenntnis und keine Zugangs-Kontrolle über diese Form der Ersparnisse erlangen. Und vor allem: Gold lässt sich nicht wie die anderen Vermögenswerte weginflationieren. Wer Papier-Geld unter die Matratze legt und glaubt darauf sicher schlafen zu können, unter dem werden die Ersparnisse förmlich zerrinnen.

Gerüchte über einen plötzlichen 3.000 Tonnen-Verkauf des IWF-Goldes und von weiteren 2.000 Tonnen Gold der italienischen Zentralbank machen zur Zeit die Runde. Meines Erachtens handelt es sich hierbei um gezielt gestreute Gerüchte, um die Bevölkerung von der Verschiebung ihrer Vermögens-Werte weg vom Papiergeld und hin zum Gold abzuhalten. Wer würde heute Gold kaufen, wenn er wüsste, dass es durch massive Verkäufe plötzlich um $100 und mehr pro Feinunze sinken würde ? Die Taktik ist klar: Man will Zeit kaufen, um den Komplettzusammen-Bruch des Papier-Geldsystems heute zu verhindern. Die 3.000 Tonnen des IWF sind meines Erachtens in den Gold-Kellern der Staaten gelagert, die den grössten finanziellen Beitrag zum IWF erbringen. D.h. es gibt kein eigenes IWF-Gold, sondern ein Teil des Zentralbank-Goldes der USA, Deutschland, Frankreich, Italien etc wird als IWF-Gold ausgewiesen. Gerade bei den USA ist zu erwarten, dass ein Grossteil dieses Goldes bereits über nicht-veröffentlichte (und damit geheime) Leasing-Operationen im Markt zu Investment-Barren/Münzen und indischen Gold-Schmuck verarbeitet worden ist. Und bezüglich des italienischen Goldes halten sich hardnäckig Gerüchte, dass ein Grossteil des Goldes durch den Hedge-Fond LTCM in den Neunziger Jahren geleased und vorwärtsverkauft worden ist. Nach der Pleite der LTCM im Jahre 1998 hätte dieses Gold eigentlich als uneinbringlich abgeschrieben werden müssen. Aber das hätte wohl zu einer Explosion des Gold-Preises und einer weiteren Verschärfung der Krise geführt. Im Übrigen haben die Gold-Drückungsoperationen des Gold-Kartells der letzten 9 Monate, die die letzten Wochen durch die Verkäufe im Londoner Handel sehr materialintensiv gewesen sein müssen, wohl die Zentralbank-Bestände um mehrere 1.000 Tonnen erleichtert. Da die letzte Zeit vermehrt Barren minderer Qualität oder aus Schmelzgold auftauchten, deutet dies auf eine Erschöpfung der Zentralbank-Goldbestände hin. Sollte auch die italienische Zentralbank an diesen Verkäufen nicht beteiligt gewesen sein, dann hätten die verkaufenden Zentralbanken sicherlich mit den Italienern ihr minderwertiges Gold gegen deren marktgängiges Gold getauscht, das den LMBA Good Delivery Standards entspräche.


Neu 2008-12-10:

Gold-Bericht für den 9. Dezember 2008:

Die heutige Market-Session bei Gold verlief zwiespältig. Eine klare Richtung lässt sich aufgrund der heutigen Ereignisse nicht erkennen: Gold startete im frühen asiatischen Handel auf dem Niveau des Schlusskurses in Nordamerika. Lustlos pendelte der Gold-Kurs im Londoner Handel um die Marke von $770. Der Handel zum Vormittag schloss mit dem A.M. Fix von $771 (EUR 599,07) um $1 niedriger als gestern zur gleichen Zeit. Auf diesem Niveau ist Gold in den Handel der COMEX gegangen. Danach wurde der Gold-Preis auf bis zu $763 gedrückt, konnte sich aber, je näher der Londoner P.M. Fix kam, erholen. So ging Gold mit $767,75 (EUR 597,52) unverändert gegenüber dem P.M. Fix von gestern aus dem Londoner Markt. Wer nun erwartet hatte, dass nun wieder Druck auf den Gold-Preis entsteht, der wurde enttäuscht. Statt dessen hat Gold im COMEX Future-Handel die Marke von $780 getestet. Dieser Test mislang allerdings, so dass zum Ende des COMEX-Parketthandels der Gold-Preis auf $773 zurückfiel.

Neben dem Commitment of Traders Report, über den ich im gestrigen Kommentar berichtet habe, wurde auch der "Bank Participation Report" veröffentlicht, der monatlich die Positionierung der Banken an der COMEX offenlegt. Dabei haben drei U.S.-Banken insgesamt eine netto Short-Position von 63.818 Kontrakten. Gegenüber dem Vormonat haben diese Banken ihre netto Short-Position um 24.869 Kontrakte ausgeweitet. Aus dem wöchentlichen Commitment of Traders Report kann man entnehmen, dass die 4 grössten Commercials eine netto Short-Position von 110.950 Kontrakten halten. Auf Basis des "Bank Participation Reports" muss angenommen werden, dass von diesen 4 Commercials 2 von den 3 berichteten U.S. Banken sind (vermutlich JP Morgan und HSBC). Da die Investment-Banken in der Vergangenheit nicht als Banken im weitesten Sinne betrachtet wurden ist anzunehmen, dass es sich bei den verbleibenden 2 Commercials um die übriggebliebenen Investment-Banken der Wall Street handelt. Es kann sich aber auch um eine grosse nicht-U.S. Bank wie die Deutsche Bank handeln. Wenn die Deutsche Bank wirklich ein grosser Short-Player im Gold-Markt sein sollte, dann ist anzunehmen, dass Bundesbank-Zentralbankgold in den letzten Monaten aktiviert wurde, um die Short-Position der Deutschen Bank abzusichern. Dies würde auch dafür eine Erklärung sein, dass Schmelz-Gold aus dem Lager in "West Point" letztlich auf dem Markt aufgetaucht ist. Vor einigen Jahren wurde vermutet, dass die Bundesbank ein Gold-Swap Geschäft mit der FED getätigt hat, wobei in Europa gelagertes Zentralbank-Gold der Bundesbank (in London bei der BoE) gegen das FED-Gold in West Point geswapped wurde, damit die FED direkt am Londoner Markt Gold-Geschäfte durchführen konnte. Das würde bedeutet, dass die Gold-Reserven in West Point den Bundesbank-Gold-Reserven zugerechnet werden müssen.


Neu 2008-12-09:

Gold-Bericht für den 8. Dezember 2008:

Trotz starker Vorgaben aus Asien und einem Ausbruchs-Versuch im frühen Handel an der New Yorker COMEX, der den Gold-Preis bis auf die Marke von $780 beförderte, wurde der Tages-Verlauf (wieder einmal) durch die Aktivitäten des Gold-Kartells an der Londoner Edelmetall-Börse bestimmt. Die beiden Preis-Punkte um 11:30 Uhr (A.M. Fix mit $772,25 / EUR 599,62) und 16:00 Uhr MEZ (P.M. Fix mit $767,25 / EUR 595,14) stellten die Minimum-Punkte des Gold-Preises am heutigen Tag dar. Der dritte Tiefpunkt des Handelstages war schliesslich der Schluss-Kurs des COMEX-Handels mit $768. Im Access Handel konnte sich Gold wieder über der Marke von $770 stabilisieren, wurde aber von dem Höchstand um $776 zuletzt wieder gedrückt und ging mit $771,40 aus dem amerikanischen Handel.

Berichte über eine "Backwardation" bei Gold gingen durch die Internet-Foren. Ein Rohstoff oder Metall wie Gold befindet sich dann in "Backwardation", wenn der Preis für spätere Future-Kontrakte niedriger ist, als für die früheren Kontrakte. Man konnte jedoch nur eine "kleine" Backwardation bei Gold am letzten Freitag beobachten: Der (letzte) Cash-Preis für Gold lag bei $754,30, während der Dezember 2008 Future-Kontrakt zuletzt um knapp $4 niedriger bei $750,50 gehandelt wurde. Der Februar 2009 Kontrakt wurde mit $754,10 nur noch $0,30 niedriger als der Cash-Preis gehandelt. Alle späteren Future-Kontrakte wurden wesentlich über dem Cash-Preis gehandelt. Wir haben es also bezüglich der Future-Kontrakte nicht mit einer Backwardation zu tun: Lediglich der Cash-Preis für Gold war höher als der Preis für die beiden frühesten Future-Kontrakte. Diese Situation ist meines Erachtens aber nicht überzubewerten, solange am Cash-Markt in London der Gold-Preis immer noch unter Kontrolle gehalten werden kann. Man könnte die Preis-Differenz zwischen Cash-Preis und den frühen Future-Preisen auch dahingehend interpretieren, dass die Marktteilnehmer bereit sind, einen kleinen Aufschlag für die sofortige Lieferung von physischem Gold zu bezahlen.

Interessanter sind da schon die Berichte über den sich ausweitenden "Contango" (also das Gegenteil der "Backwardation") bei Öl. Der Cash-Preis erreichte ein Niveau von unter $41 pro Barrel, wohingegen der Dezember 2009 Future-Kontrakt für Öl mit knapp $55 pro Barrel an der New Yorker NYMEX gehandelt wurde. Daraus ergibt sich zur Zeit ein interessantes Geschäftsmodell: Man kauft Öl zum derzeitigen Cash-Preis und verkauft es gleichzeitig am Future-Markt. Hierzu muss man dann natürlich Lagerkapazität für 12 Monate bereitstellen (und bezahlen) und das gekaufte Öl für 12 Monate vorfinanzieren. Der Profit liegt nach Angaben eines Marktteilnehmers bei über 10 Prozentpunkte pro Jahr. Dafür, dass dieses Geschäft quasi risikolos ist, keine schlechte Rendite.

Zur Zeit ist Öl bezüglich des langfristigen Verhältnisses von 1 : 15,1 gegenüber Gold unterbewertet. Auf Basis von $41 für Öl und $755 für Gold am letzten Freitag liegt dieses Verhältnis zur Zeit bei 1 : 18,4. Unter Berücksichtigung der Zahlen für den Dezember 2009 Kontrakt ergibt sich aber wieder ein ausgeglicheneres Verhältnis von 1 : 13,4 (Gold-Future Preis bei $779, Öl-Future Preis bei $58). Das spricht nicht dafür, dass Gold überbewertet ist, sondern dass der Cash-Preis für Öl derzeitig unterbewertet ist.

Der Dezember 2008 Kontrakt für Gold an der COMEX hat sich um weitere 400 Positionen auf nunmehr 1.157 reduziert. Von diesen 400 Positionen kamen 255 zur Auslieferung. Bis zum heutigen Tag sind insgesamt 12.419 Kontrakte für den Monat Dezember zur Lieferung gestellt worden. Der Februar 2009 Kontrakt verliert weitere 1.222 Positionen auf jetzt 157.728.


Neu 2008-12-03:

Gold-Bericht für den 2. Dezember 2008:

 

Zur Thema COMEX-Lagerhaus habe ich folgende interessante Ausführung gefunden, die den Unterschied zwischen "registered" und "eligible" Positionen erklärt. Ich gebe den Inhalt in Englisch weiter:

The registered category of COMEX warehouse bullion stocks generally refers to gold and silver bars against which COMEX warehouse receipts are outstanding. The registered category is the total pool of gold and silver available at any time to meet delivery requirements under expiring futures contracts or to establish initial futures contract positions through a transaction called exchange-for-physicals. It is important to realize, however, that many parties holding COMEX gold and silver in registered form have no intention of making their holdings available for delivery. By this I mean that such parties are neither (1) holding a short futures position against the warehouse receipt nor (2) willing to sell their registered metal (warehouse receipts) to a party with a short futures position. Indeed, a substantial portion of those holding registered metal would have acquired the COMEX warehouse receipts by holding long futures positions for delivery. In other words, these registered stocks are held for investment and not for commercial purposes. In comparison, the eligible category of COMEX warehouse bullion stocks generally refers to bullion held in the warehouses that meets the specifications of an acceptable COMEX bar (proper weight, size, purity and refiner) but does not have a COMEX warehouse receipt issued against it. For example, an investor might purchase several 1,000 oz. bars of silver from a dealer and then deliver the bars for allocated storage at a COMEX warehouse. This is a private arrangement and has nothing to do with the COMEX. Unless these bars are officially registered (the easiest way to do this is through the aforementioned exchange-for-physicals), they will remain in the eligible category until withdrawn from the warehouse by the investor. Thus, the appropriate way to treat eligible COMEX warehouse bullion stocks is that they represent metal that could potentially be registered at some point in the future but cannot presently be used to make delivery under a short futures contract.


Neu 2008-12-02:

Gold-Bericht für den 1. Dezember 2008:

Das Gold-Kartell scheint das verlängerte Thanksgiving-Wochenende genossen zu haben. Mit vollem Elan und gut gefüllten Beständen an 400oz-Goldbarren nahm die Entwicklung am Montag seinen Lauf ...

Die heutige Entwicklung bestätigt eindrucksvoll meine Vermutung, dass die Preis-Impulse bei Gold nicht mehr von den Future-Märkten, sondern vom physischen Handel in London ausgehen. Im asiatischen Handel pendelte Gold um $5 niedriger als am Freitag Abend. Während des Vormittag konnte sich Gold stets über der Marke von $805 halten, bis wenige Minuten vor dem Londoner A.M. Fix der Preis plötzlich um $10 einbrach. Der A.M. Fix wurde mit $795,50 (EUR 629,40) um $18 niedriger als am Freitag zur gleichen Zeit festgestellt. Kurz vor dem A.M. Fix muss wohl also ein Marktteilnehmer eine grosse Menge Gold auf dem Markt geworfen haben: Mit dem Ziel, den A.M. Fix stark zu drücken. Nach dem A.M. Fix konnte sich Gold leicht erholen und startete so mit $790 in den New Yorker Handel an der COMEX. Es erfolgte dann ein weiterer plötzlicher Preis-Rutsch um $10 auf $780. Kurz vor dem Londoner P.M. Fix konnten wir dieselbe Aktion beobachten wie am Vormittag: Gold wurde kurz vor dem P.M. Fix von $782 auf $775 gedrückt und ging mit $778,00 (EUR 615,80) aus dem Londoner Handel. Diese beiden Aktionen haben technisch orientierte Short Seller animiert, die auf weiter sinkende Kurse spekulieren. Dadurch wurde Gold weiter auf bis zu $770 gedrückt. Im Vergleich zu dem Verlust von über $35 im Londoner Handel sind die weiteren Kurs-Verluste im Derivate-Handel jedoch nicht signifikant. Zum Ende der COMEX konnte sich Gold wieder auf $775 erholen.

Die heutigen Nachrichten zeigen das ganze Ausmass der ausufernden Wirtschaft-Katastrophe: Nachdem bis zuletzt geleugnet wurde, dass sich die USA in der Rezession befinden, wurde heute mitgeteilt, dass sich die USA bereits seit Dezember 2007 in der Rezession befinden. In üblicher Politiker-Manier, dass solange gelogen wird, bis die Tatsachen nicht mehr verheimlicht werden können, müssen wir annehmen, dass sich die USA seit November 2008 nun in einer Depressions-Phase befinden. Die Zahlen des ISM Factory Index mit 36,2 Punkten, den niedrigsten Stand seit dem Jahr 1982, zeigen das ganze Elend der US-Industrieproduktion.

Die Real-Zinsen der 10-jährigen US-Staatsanleihen ("Treasury Bonds") fielen weiter auf rekordverdächtige 2,84 %. Es gibt im Markt Gerüchte, dass das U.S. Schatzamt Staatsanleihen am Markt zurückkauft, um die Real-Zinsen zu drücken. Die 10-jährigen Treasuries sind in der Finanz-Industrie ein Benchmark für längerfristige Schulden. Wenn die Real-Zinsen fallen, dann werden auch die Zinsen für langfristige Hypotheken und andere Finanz-Verpflichtungen fallen. Woher hat das Schatzamt nun das Geld für den Rückkauf der Treasuries, wenn es sich selbst immer stärker verschulden muss ? Die Erklärung ist eigentlich offensichtlich: Die Ausweitung der FED-Bilanz um mehr als $1.500 Mrd innerhalb der letzten Monate erfolgte durch Aufkaufen von Staatsanleihen in gleicher Höhe durch die FED. D.h. diese Treasuries mussten nicht am Markt platziert werden, sondern wurden direkt von der FED monetarisiert. Ein Teil dieses Geldes wurde vom U.S. Schatzamt für die vielen Ausgaben-Programme des Staates verwendet. Das restliche Guthaben-Konto bei der FED wird wohl z.Zt. zum Rückkauf von Staatsanleihen verwendet. Es ist einfach unerträglich, mit welchen Mitteln hier in die Märkte eingegriffen wird.

Es ist vor diesem Hintergrund mehr als verständlich, dass Gold als Anti Papier-Währung zerstört werden muss.
Die 10-jährigen Bundesanleihen tendierten bei 3,17 %, der Zins-Abstand zu den italienischen Staatsanleihen erhöhte sich auf 124 Basispunkte (d.h. 1,24 Prozent-Punkte). Droht hier nun eine Währungs-Krise im EU-Raum ?

Die Aktien-Märkte zeigten die ganze Misere: Der DAX sank um 6 %, während der Dow um fast 8 % einbrach und sich der S&P500 fast 2-stellig (9 %) in den Boden rammte. Dies schien eine weitere Motivation für das Gold-Kartell zu sein, den Preis weiter zu drücken. Wenn schon das PPT versagt, dann muss doch das Gold-Kartell erfolgreich sein. Im Access-Handel wurde Gold um weiter $5 auf $770 gedrückt.

An der COMEX wurden heute weitere 2.566 Kontrakte zur Lieferung gestellt. Die Anzahl der offenen Dezember 2008 Kontrakte nahmen um weitere 8.729 Kontrakte auf nun 7.324 ab. Der Februar 2009 Kontrakt erhöhte sich gleichzeitig um 4.096 Kontrakte auf 162.971. Die verlorenen gut 7.000 Kontrakte wurden zum Teil geliefert und der Rest wurde auf den Februar 2009 übergerollt. Für das Gold-Kartell ist die COMEX gerettet - weder ein Lieferausfall noch ein Konkurs wird heute stattfinden.

Wie geht es nun weiter: Die neue US-Administration Obama hat durch Auswahl des N.Y. Fed Präsidenten Tim Geithner und des ehemaligen U.S. Finanzminister Lawrence Summers als Wirtschaft-Berater bewiesen, dass die Manipulations-Politik der Bush-Administration weiter fortgesetzt wird. Soviel zum Thema "Change" und "Yes we can". Robert Rubin (der Vorgänger von Summers), auch wie Hank Paulson ein Goldman Sachs Alumni, hat zur Zeiten der Clinton Administration durch seine "strong Dollar Policy" bereits vor mehr als 10 Jahren unter Beweis gestellt, wie man die Märkte durch gezielte Drückung des Gold-Preises manipulieren kann, um so die Zinsen niedrig zu halten. Für die heutige Inflations-Politik von Paulson/Bernanke sind letztendlich Entscheidungen des Duos Rubin/Greespan verantwortlich.


Neu 2008-11-28:

Gold-Bericht für den 27. November 2008:

Gold konnte sich heute früh im asiatischen Handel um $4 festigen. Der Londoner Handel verlief ruhig und der A.M. Fix wurde mit 813.50 (EUR 628.57) und der P.M. Fix mit 814.00 (EUR 631.45) festgestellt. Danach pendelte der Goldpreis in einer engen Spanne von $812 bis $815. Mehr gibt es vom heutigen Tag nicht zu berichten.

Die COMEX ist heute wegen Thanksgiving geschlossen.

Fällt die COMEX nun in die Bedeutungslosigkeit ?

Die stetig schrumpfende Anzahl der Kontrakte an der COMEX geben Grund zu der Hoffnung, dass sich die Preisfindung bei Gold stärker an den physischen Märkten orientieren wird, als an den Derivate-Märkten. Während der Gold-Preis im Zeitraum vom 19. November bis gestern um $82,50 (11,2 %) steigen konnte, hat sich die Gesamtzahl aller offenen Future-Kontrakte um 13.983 Positionen (4,4 %) reduziert. Das zeigt, dass die spekulativen Marktteilnehmer von der COMEX trotz steigender Preise - bei denen sie in der Vergangeheit immer wieder in den Markt eingestiegen sind - wegen der permanenten Manipulationen durch das Gold-Kartell flüchten. Dadurch kommen quasi keine signifikanten Geschäfte an der COMEX mehr zustande ausser einer Reihe von Day Trading Transaktionen. Wir haben die letzten Wochen und Monate gesehen, dass ein wesentlich grösserer Anteil der täglichen Preisbewegungen von den Preismarken (A.M. Fix und P.M. Fix) am Londoner Markt ausgeht. Bis auf wenige Ausnahmen, wo das Gold-Kartell kurz vor dem P.M. Fix eine Position von 35 Tonnen (physischen) Gold auf den Markt geworfen hat und dabei einen Preisrutsch von $20 ausgelöst hat, sind die täglichen Ausschläge moderat geworden. Das liegt insbesondere daran, dass es keine grösseren spekulativen Positionen mehr gibt, die bei steigenden Preisen eingestiegen sind und bei fallenden Preis aus ihren Positonen geworfen wurden. Die durch das Gold-Kartell herbeigeführten plötzlichen Preis-Rutsche bei Gold haben immer und immer wieder die Spekulanten geschlachtet und damit regelrechte Verkaufswellen provoziert. Ich habe vor einigen Tagen hier geschrieben, dass das Gold-Kartell mit den permanenten und für jeden Marktteilnehmer nun sichtbaren Drückungsmassnahmen an der COMEX sein eigenes Spielzeug zur Kontrolle des Gold-Preises zerstören wird. Ich hatte erhofft, dass sich die COMEX durch einen Lieferausfall selbst in den Bankrott führen wird. Obwohl sich dies aufgrund der Lagerdaten und der offenen Kontrakte für den Dezember-Liefermonat nicht zu bewahrheiten scheint, verkommt die COMEX aber langsam zur Bedeutungslosigkeit, weil hier keiner mehr handeln möchte. Die COMEX ist sprichwörtlich zu einer Spielbank verkommen, bei der die Roulette-Tische manipuliert und die Karten gezinkt sind, um die Kunden abzocken zu können: Man hat die Kunden in letzter Zeit nun so offensichtlich betrogen, dass sie jetzt der Spielbank fernbleiben. Was passiert nun mit einer solchen Spielbank: Richtig, die muss kurz oder lang schliessen.

Bisher konnte das Gold-Kartell diese Situation gut parieren, weil die Zentralbanken wegen der Finanz-Krise ausreichend Gold aus ihren Beständen zur Verfügung gestellt haben. Zuletzt kamen nun 400oz Gold-Barren mit einem Feingold-Gehalt auf den Markt, die nicht den Good Delivery Bars Standards der LMBA entsprachen. Experten haben diese Barren als Münz-Schmelz-Gold der Roosevelt-Zeit identifizieren können. Diese Massnahmen sind darüber hinaus noch sehr materialintensiv. Früher oder später wird das Gold-Kartell kapitulieren müssen, weil es einfach nicht mehr genug Gold auf den Markt finden wird.


Neu 2008-11-27:

Gold-Bericht für den 26. November 2008:

Wie die letzten beiden Tage wurde Gold wieder im asiatischen Markt gedrückt. Auf diesem um $7 niedrigeren Niveau nahm der Londoner Handel seine Geschäfte auf. Im Vormittag konnten $4 dieser Preis-Drückung wieder rückgängig gemacht werden. Der A.M. Fix wurde mit $817,50 (EUR 629,38) um $15 höher als gestern festgestellt. Im weiteren Verlauf hat wachsender Verkaufs-Druck im physischen Markt Gold dann auf das Niveau von $812,50 (EUR 627,35) zum Londoner P.M. Fix gedrückt. In den verbleibenden Stunden der COMEX nahm der Druck auf den Gold-Preis weiter zu und Gold ging mit seinem Tages-Tiefstand von $807 aus dem COMEX-Handel.


Neu 2008-11-26:

Gold-Bericht für den 25. November 2008:

Die FED hat heute ein neues Programm verkündet, durch Aufkauf praktisch wertloser Assets dem Markt zusätzliche $800 Mrd zur Verfügung zu stellen. Die in der Diskussion befindliche Gesamtsumme aller geplanten und durchgeführten Massnahmen der FED und des U.S. Schatzamtes ("Treasury") werden sich voraussichtlich auf $7.700 Mrd addieren. Zu diesen Summe gesellen sich noch weitere mehrere $1.000 Mrd an Rettungs-Massnahmen der EU-Staaten, Japan, Schweiz usw. Man muss diese Geldmengen einmal in Relation zu Gold stellen: Eine Fein-Unze (31,1 g) kostet zur Zeit ca. $815. Das macht bei 32,15 Oz pro Kg und 1.000 Kg pro (metrischer) Tonne einen Gold-Preis von $26,2 Mio pro Tonne Gold. Das heutige Massnahmen-Paket der FED erzeugt quasi zusätzlich $800 Mrd - dadurch dass die aufgekauften Assets quasi wertlos sind, kann man von wirklich zusätzlich erzeugtem Geld sprechen - und damit ein Äquivalent von 30.500 Tonnen Gold. Zur Erinnerung: Die offiziell ausgewiesenen Reserven der Zentralbanken der Welt umfassen weniger als 30.000 Tonnen Gold. Addiert man die Massnahmen-Bündel aller Staaten, so werden mehr als $10.000 Mrd an neuem Geld für die Welt-Märkte gedruckt. Diese Summe entspricht einer Gold-Menge von mehr als 380.000 Tonnen Gold. Bisher wurden in der Menschheits-Geschichte jedoch gerade einmal 150.000 Tonnen Gold gefördert.

Allein dieser Vergleich anhand des zusätzlich geschaffenen Geldes zeigt, wie missausgewogen der derzeitige Gold-Preis zu der Menge des zusätzlich generierten Papier-Geldes ist. Würde man die $10.000 Mrd neu geschaffenen Mittel auf die - für monetare Zwecke nicht ansatzweise zur Verfügung stehende - bisher geförderte Gold-Menge von 150.000 Tonnen verteilen, so hätte der Gold-Preis innerhalb der letzten Monate um gut $2.000 pro Unze auf dann ca. $3.000 steigen müssen. Legen wir dagegen die Zentralbank-Goldmenge von 30.000 Tonnen zugrunde, dann wäre ein Goldpreis-Anstieg um mehr als $10.000 pro Unze nötig gewesen.

Nun, dass unsere Wirtschafts-Führer, Politiker und Banker diese Dreisatz-Rechnung nicht beherrschen liegt sicherlich nicht an ihren mangelhaften PISA-Werten. Vielmehr nutzen sie ihr neu geschaffenes Geld dazu, nach der Devise "viel schlechtes Geld verdrängt wenig gutes Geld" den Gold-Preis trotz der offensichtlichen hyperinflationären Vermehrung des Papier-Geldes zu deckeln.

Dazu bedienen sie sich zwei (oder vielleicht sogar inzwischen dreier) Elemente:

(1) Es werden Gold-Derivate (in Form von Futures, Swaps, Optionen) auf dem Markt zu möglichst niedrigen Preisen leer verkauft. Wobei dieses "leer verkauft" sich auf Positionen bezieht, die entweder gar nicht oder nur zu einem kleinen Teil mit physischem Gold hinterlegt sind (sogenannte "Naked Short" Positionen). Die Summe der täglich gehandelten Gold-Derivate übersteigt die Menge des physisch gehandelten Golds bei Weitem, so dass dieser Markt die Preis-Führerschaft für den Gold-Preis innehat. Diese Methode funktioniert nur solange, wie die Markt-Teilnehmer den Derivate-Märkten und insbesondere den Future-Märkten trauen und die Lieferverpflichtungen erfüllt werden. Die Short-Teilnehmer refinanzieren sich aus den oben angeführten Liquiditäts-Pools der FED und anderer Zentralbanken, so dass sie trotz riessiger Buch-Verluste niemals in die Situation kommen, ihre Short-Positionen aufzulösen ("Short-Squeeze").

(2) Der Bedarf an physischen Gold wird durch Gold-Verleihungen der Zentralbanken befriedigt. Die letzten Wochen und Monate haben wir gesehen, dass Gold-Barren aus Münz-Schmelz-Gold und rissige Barren aufgetaucht sind. Dies lässt vermuten, dass nun wirklich die letzten Bestände der Zentralbanken geräumt werden. Trotzdem sehen wir auch heute wieder einen starken Druck auf den Gold-Preis durch starkes physisches Angebot.

(3) Ich vermute deshalb, dass ein Teil des o.g. Geldes - wissend, dass die Zentralbank-Bestände an Gold zur Neige gehen und die Future-Märkte in Kürze lieferunfähig werden - über Schatten-Märkte (OTC - over the counter Geschäfte) am Markt vorbei Gold zu wesentlich höheren Preisen von Marktteilnehmern heimlich aufkaufen, um es dann in London für die üblichen Drückungs-Massnahmen niedrig zu verkaufen. Damit kann der offizielle Gold-Preis unter Kontrolle gehalten werden.

Nun zum heutigen Marktgeschehen. Die Tokioter Future-Börse war zwar heute wieder geöffnet, aber im asiatischen Markt wurde der Preis wie gestern wieder um $10 gedrückt. Meine gestrige Vermutung, dass die negativen GOFO (Gold Forward Offered Rates) für kurzfristige Gold-Leihgeschäfte zusätzlichen Verkaufs-Druck im Londoner Handel erzeugen würden, wurde leider bestätigt. Gold war zum frühen Londoner Handel stetig unter Druck und der A.M. Fix wurde mit $802,50 (EUR 625,29) um $24 niedriger als vor 24 Stunden festgestellt. Zum Start des New Yorker Future-Handels wurde der Gold-Preis innerhalb einer Stunde bis auf $830 hochgetrieben. Starker Verkaufs-Druck im späten Londoner Handel drückte den Gold-Preis zum P.M. Fix auf das Niveau von $820,50 (EUR 628,93).  Nach Schluss des Londoner Handels ging es wieder auf bis zu $810 runter, aber die COMEX beendete den Handel quasi unverändert gegenüber gestern bei $820.


Neu 2008-11-25:

Gold-Bericht für den 24. November 2008:

Am letzten Freitag konnte Gold im Access Market doch noch die Marke von $800 zurückerobern und schloss mit $801,60.

Nachdem heute im asiatischen Markt die Tokioter Futures-Börse (TOCOM) geschlossen war, schien ein Angriff des Gold-Kartells auf die $800er Marke als sehr wahrscheinlich. Und so kam es auch. Gold wurde im asiatischen Handel um $10 gedrückt und der Londoner Handel begann bei einem Einstiegs-Preis um die $790. Dann ging es aber wieder stetig nach oben, so dass in etwa einer Stunde nach Öffnung des Londoner Handels die $800er Marke wieder erreicht werden konnte. Ab dort ging es fast ungebremst nach oben und Gold wurde mit $816,75 (EUR 645,00) um $58 höher taxiert als der Freitag A.M. Fix. Zum Beginn des Handels an der New Yorker COMEX kam es zu keinen wesentlichen Ausschlägen und Gold konnte stetig sein Niveau bis zum Ende des Londoner Handels ausbauen. Der P.M. Fix wurde mit $822,50 (EUR 642,88) festgestellt. Dieses Niveau ermunterte die Marktteilnehmer an der COMEX, die Marke von $830 zu testen. Dieser Test scheiterte zwei Mal und zum Schluss des Parkett-Handels an der COMEX fiel Gold wieder auf die Marke von $820 zurück.

Seit dem 20. November sind die GOFO (Gold Forward Offered Rates) für kurzfristige (1 Monat) Gold-Leihgeschäfte auf US-Dollarbasis negativ. D.h. man kann temporär Gold gegen Dollar eintauschen und erhält für seine gelieferten US-Dollar eine Leihrate, ohne für das geliehene Gold eine Leihrate zu entrichten. Dies kann folgende Ursachen haben: (1) Die Zentralbanken wollen über diese Geschäfte physisches Gold in den Markt zu attraktiven Raten für die Marktteilnehmer einbringen mit dem Ziel, dass dieses Gold verkauft wird und die Marktteilnehmer die erhaltenen US-Dollar im Interbank-Markt investieren. Bei einem LIBOR von 1,395 % und einem GOFO von minus 0,117 % kann man durch diese Gold Carry-Trades in etwa 1,5 % Zinsgewinne erwirtschaften. (2) Markt-Teilnehmer, die physisches Gold besitzen, aber einen kurzfristigen Bedarf an US-Dollar haben, verleihen mit einer negativen GOFO Rate ihr Gold, um so in den Besitz von temporär benötigten US-Dollar zu kommen. Die Flutung des Marktes der letzten Wochen mit 400oz-Barren deutet aber eher auf die Zentralbanken hin. Die GOFO Raten sind Mitte Januar 2008 von damals über 4 % auf 3 % zum Ende Januar 2008 gefallen. Im Zeitraum Februar 2008 - 17. Oktober 2008 konnten sich die GOFO Raten noch über 2 % halten. Am 20. und 21. Oktober stand dann eine 1 vor dem Komma, vom 22.Oktober 2008 bis 4. November 2008 waren die Raten unter 1 % aber noch über 0,5 %, um dann zum 12. November 2008 auf 0,125 % abzusinken. Interessanterweise waren Tage, bei denen es zu einem starken Verfall der GOFO Raten kam auch Tage, bei denen der Goldpreis im Londoner Handel stark gedrückt wurde. Wir müssen also davon ausgehen, dass die Zentralbanken durch agressive Leihraten weiterhin in grossem Umfang Gold in den Markt einbringen wollen.


Neu 2008-11-22:

Gold-Bericht für den 21. November 2008:

Die letzten Tage und Wochen konnte man beobachten: Die Marke von $750 ist für Gold eine nicht zu überwindende Hürde. Startete Gold in Asien und im frühen Handel durch, dann wurde es im späten Londoner Handel wieder gedrückt. Gelang ein Ausbrauch beim P.M. Fix, dann wurde der Preis im Papier-Handel wieder unter die Marke von $750 geworfen. Auch wenn Gold im COMEX Future-Handel gut lief, wurde es rechtzeitig zum Schluss des Parketthandels um 19:30 Uhr MEZ wieder gedrückt. Von den Machenschaften im dünnen Access Handel von 19:30 bis 22:30 MEZ gar nicht zu sprechen. Man konnte es aber fühlen: Gold möchte ausbrechen, und wenn Gold ausbricht, dann wird der Ausbruch heftig sein !

Heute war es nun soweit: Gold legte bereits im asiatischen Handel $10 zu und ging mit $755 in den physischen Handel in London. Gold zeigte sich im frühen Londoner Handel stark und konnte die kritische Marke von $750 über den kompletten Zeitraum halten. Der A.M. Fix wurde mit starken $758,50 (EUR 602,22) um $14 höher als vor 24 Stunden festgestellt. Bis zur Eröffnung der New Yorker COMEX stagnierte der Gold-Preis auf diesem Niveau. Dann ging es aber umso explosiver weiter: Kurz nach Eröffnung der COMEX konnte Gold die Marke $770 nehmen und schwankte dann bis zum Schluss des Londoner Handels um dieses Niveau. Mit einem Preis von $774,50 (EUR 616,54) ging Gold aus den Londoner Markt. Wer dann aber den bekannten Drückungs-Versuch im reinen Future-Handel erwartet hatte, wurde schwer enttäuscht. Vielmehr setzten nun zwei weitere Kaufwellen ein, die Gold erst einmal auf das Niveau von $790 hochtrieben. Im zweiten Anlauf konnte die Marke von $800 geknackt werden. Das ist ein Zuwachs von über $55 gegenüber dem gestrigen Tag. Zum Schluss der COMEX wurde Gold wieder unter die Marke von $800 gedrückt. Im Access-Handel konnte sich Gold die Marke um $800 aber wieder zurückerobern. Dieses Preis-Signal ist umso bedeutsamer, als dass nicht nur die Marke von $750 nachhaltig durchbrochen wurde, sondern gleichzeitig die wichtige psychologische Marke von $800 erreicht wurde und der Gold-Preis praktisch auf diesem Niveau in das Wochenende ging.

In der nächsten Woche steht die Entscheidungs-Schlacht an der COMEX auf dem Programm: Alle Inhaber von Dezember Future-Kontrakten, die keine physische Lieferung anstreben, müssen ihre Positionen entweder auflösen oder auf den nächsten grossen Future-Kontrakt (Februar 2009) überrollen. Wobei ein Überrollen einer Position aus zwei Schritten besteht: Die bestehende Position für den aktuellen Kontrakt aufzulösen und eine neue Position auf den Nachfolge-Kontrakt einzugehen. Wer das nicht innerhalb der nächsten 5 Börsen-Tage schafft, wird wohl Lieferant oder Abnehmer für Gold werden: Ob er es will oder nicht. Die heutigen Zahlen zeigen nackte Panik der Teilnehmer an: Die Positionen des Dezember 2008 Kontraktes nahmen um 11.141 Positionen auf nunmehr 98.080 Kontrakte ab. Das Volumen der gehandelten Dezember-Kontrakte von 165.000 zeigt an, dass heute die Luft brannte. Das Überrollen der Dezember 2008 Kontrakte auf die Februar 2009 Kontrakte kann man am stark ansteigenden Level der Februar Kontrakte erkennen: War vor wenigen Tagen der Februar 2009 Kontrakt von der Grösse noch zu vernachlässigen, so hat er heute mit 89.568 fast das Niveau des Dezember 2008 Kontrakts erreicht.


Neu 2008-11-21:

Gold-Bericht für den 20. November 2008:

Heute kommt der Bericht aus Zürich. Obwohl die Restaurants in der Altstadt noch immer gut gefüllt sind und von einer Wirtschaftskrise in der Schweiz anscheinend nichts zu spüren ist, hat die Zentralbank (SNB) überraschend den Zinssatz um einen ganzen Prozent-Punkt auf 0,5 Prozent-Punkte gesenkt. Selbst in der Schweiz scheint Panik zu herrschen. Sind die UBS und eventuell die CS einfach "too big to bail" für die kleine Schweiz ?

Ich habe mir vorgenommen, über den asiatischen Handel nicht mehr zu berichten, da sich hier sowieso nichts mehr tut. Heute konnte jedoch der Gold-Preis um $5 im asiatischen Handel zulegen und das Gold hat sich bei Preisen um die $740 stabilisiert. Der frühe Londoner Handel hat diese Aufwärtsbewegung bestätigt, und deshalb wurde der A.M. Fix mit $745,25 (EUR 595,49) um $8 höher festgestellt als vor 24 Stunden. Interessanterweise hat der Euro das Niveau des P.M. Fixes von gestern eingeholt, so dass Gold in Euro zum A.M. Fix auf dem Höchststand von gestern taxiert wurde. Dies war dem Gold-Kartell allerdings zu viel Optimismus und zu nahe der selbstgesetzten Marke von $750. Kurz nach Eröffnung der COMEX wurde Gold von dem erklommenen Preis-Niveau von $750 auf den Boden der Tatsache zurückgeholt. Es ging bis $737 abwärts und der P.M. Fix wurde nahe dieses Tiefstandes bei $738,00 (EUR 590,64) festgestellt. Wieder eine Lehrstunde, wer hier den Markt kontrolliert. Keine Anzeichen (wie gestern vermutet), dass unseren Freunden die 400oz-Barren langsam ausgehen würden (diese sind zwar anscheinend niedriger Qualität, aber "who cares"). Nach Schliessung des Londoner Handels um 16:00 Uhr ging es plötzlich wider Erwartens nicht weiter abwärts, sondern aufwärts. Die Marke von $750 wurde trotzdem zweimal erfolglos getestet und deshalb konnte sich Gold zumindestens um über $10 befestigt aus dem COMEX-Parketthandel verabschieden. Das Gold-Kartell ist nicht nur schlau, sondern auch teuflisch: Indem es Trend-Folgern keine Gelegenheit gibt, hier ein schnelles Schnäppchen durch kurzfristige Short-Positionen zu machen. Warum ? Zu grosse spekulative Short-Positionen bergen das Risiko eines plötzlich explodierenden Goldpreises, wenn die Shorts in Panik ihre Positionen "covern" müssen. Der Fall "short squeeze" bei VW-Aktien ist wohl vielen noch in Erinnerung geblieben ("gute Preise - gute Besserung") ...

 

Der DOW hat ein neues langjähriges Tief erreicht: Bei unter 7.600 Punkten wurden über 5 % verloren, beim S&P500 wurde ein Stand um 750 Punkte um fast 7 % niedriger als gestern erreicht. Öl fiel wesentlich unter $50 (auf den Stand von $48,75, als ich das letzte Mal geschaut habe), so dass bei einem Gold-Preis von $745 sich ein Verhältnis von 15,3 ergibt. Dies entspricht dem langjährigen Durchschnitt von 15.2.

Wer Gold-Minenaktien besitzt, der hat wohl die letzten Monate zwischen 70 und 90% seines Geldes verloren. Man sieht, dass das Gold-Kartell hier ganze Arbeit geleistet hat. Indem man den Supply in den Bankrott treibt, verschlimmert man das Angebotsdefizit bei Gold und Silber jedoch immer weiter. Die Preise der Edelmetalle werden plötzlich und unerwartet explodieren und keiner aus der System-Presse wird verstehen, warum.


Neu 2008-11-20:

Gold-Bericht für den 19. November 2008:

Der Gold-Preis hat sich wie die letzten Tage im asiatischen Handel gegenüber dem Schlusskurs in Amerika praktisch nicht verändert. Der frühe Londoner Handel war auch wie gestern ohne grössere Ausschläge. Der A.M. Fix wurde mit $737,50 (EUR 584,59) praktisch unverändert zum Vortag ermittelt. Die ersten 45 Minuten des Handels an der COMEX verliefen ebenfalls noch gesittet. Dann explodierte der Gold-Preis aber innerhalb einer Stunde um $30 und erreichte seinen Höhepunkt um 16:00 Uhr MEZ mit $764. Der Londoner P.M. Fix wurde mit $762,00 (EUR 596,29) festgestellt, also nur knapp unterhalb des Tageshochs.

Sind dem Gold-Kartell zum Nachmittag die 400oz-Barren ausgegangen ?

Es sieht so aus, als dass die Nachfrage nach physischen Gold durch die Kartell-Banken in London plötzlich nicht mehr gedeckt werden konnte. Dass der Tages-Höchstkurs beim Gold fast auf der Höhe des P.M. Fix in London zustande kam, deutet darauf hin, dass wohl eine erhebliche und nicht nachlassen wollende physische Nachfrage nach Gold besteht. Die Teilnehmer in diesem Markt wollen unbedingt das Metall und lassen sich von negativen technischen Daten oder Analysten-Kommentare nicht verunsichern. Das ist das Verhalten, was dem Gold-Kartell das Genick brechen wird: Wenn die Drückungs-Tricks der Vergangenheit nicht mehr greifen und die Käufer nicht mehr verunsichern können, dann kann nur noch eine ausreichend grosse Menge Goldbarren den Preis unter Kontrolle halten.

Ab 16:00 Uhr MEZ hängt der Gold-Preis nur noch von den Derivate-Geschäften an der New Yorker COMEX ab. Und was passiert in solchen Fällen ? Richtig, das Gold-Kartell drückt den Gold-Preis wieder auf das ursprüngliche Niveau zurück. Innerhalb von 2 Stunden wurde das Gold wieder im Future-Handel um die $30 gedrückt, die es sich vorher im physischen Handel erarbeitet hatte.

Im Access Markt wird der Gold-Preis auf unter $735 bei den die letzte Handelstunde verfallenden Aktien-Kursindizes der Wall Street gedrückt. Der Dow Jones verliert 5 % im Tagesverlauf und schliesst bei knapp unter 8.000 Punkten, der S&P500 konnte knapp die 800 Punkte-Marke verteidigen. Diese Tiefstände wurden letztmal zum Ende der New Technology - Blase in Jahr 2002/2003 gesehen. Ansonsten muss man bis in das Jahr 1998 zurückblicken, um ähnlich niedrige Kurse zu finden. Wie oft haben wir dieses Muster die letzten Wochen und Monate gesehen: Bei einem katastrophalen Schluss-Spurt der Wall Street wird auch versucht, den Gold-Kurs noch spät zu schlachten.

 

Das Verhältnis des Goldbestandes in den COMEX-Lagerhäusern der Kategorie "Eligible" zu den noch ausstehenden Dezember 2008 Kontrakten hat sich weiter auf 1 : 2,1 verringert.


Neu 2008-11-19:

Gold-Bericht für den 18. November 2008:

Der Gold-Preis hat sich wie gestern im asiatischen Handel gegenüber dem Schlusskurs in Amerika praktisch nicht verändert. Im frühen Londoner Handel kam weder verstärkte Verkauf- noch Kauf-Stimmung auf. Der A.M. Fix wurde mit $736,50 (EUR 583,74) um $8,50 niedriger als vor 24 Stunden ermittelt. Anders als gestern war die Eröffnung der New Yorker COMEX heute wenig spektakulär. Je näher der Londoner P.M. Fix Zeitpunkt kam, desto stärker tendierte jedoch der Preis in Richtung $740. Der Londoner Handel wurde mit dem P.M. Fix von $738,00 (EUR 583,82) um $4 höher als vor 24 Stunden beendet. Danach stieg der Preis auf bis zu $743 an, wurde im Laufe des Handels aber wieder um $10 gedrückt.

Die ausstehenden Kontrakte an der New Yorker COMEX für den Dezember 2008 Kontrakt haben sich weiter verringert. Es stehen noch 122.902 Kontrakte aus, ein Minus von 5.732. Es werden in verstärktem Umfang wohl spekulative Short-Positionen abgebaut, da diese Markt-Teilnehmer im Allgemeinen kein physisches Gold an der COMEX hinterlegt haben. Um der Gefahr einer Lieferverpflichtung ab Anfang Dezember zu entgehen, werden diese Positionen zur Zeit wohl glattgestellt. Das begründet auch die heute und gestern gesehenen plötzlichen Ausschläge des Gold-Preis nach oben während der COMEX-Öffnungszeiten.

Eine andere interessante Entwicklung konnte man heute an der COMEX beobachten: Für den (kleinen) Liefermonat November waren vor einigen Tagen nur noch wenige Future-Kontrakte ausstehend. Dann ging dieser Wert plötzlich auf über 800 Kontrakte (jeweils 100 Unzen) hoch. Heute ist der Wert auf ganze 8 Kontrakte gesunken. Ich vermute, dass eine Partei eine schnelle Lieferung aus dem COMEX-Lagerhaus angestrebt hat. Ob die Position wirklich physisch gesettled wurde, werden wir anhand der Delivery Reports innerhalb der nächsten Tage feststellen können. Hier ist insbesondere interessant, wer der Halter der Short-Position war (JP Morgan ?).


Neu 2008-11-18:

Gold-Bericht für den 17. November 2008:

Der Gold-Preis hat sich im asiatischen Handel gegenüber dem Schlusskurs am Freitag wenig verändert. Im frühen Londoner Handel konnte Gold kurzzeitig die Marke von $747 erreichen, konnte aber dieses Niveau zum A.M. Fix mit $745,00 (EUR 587,26) nicht halten. Kurz nach Eröffnung der New Yorker COMEX wurde der Preis auf bis zu $730 gedrückt. Dieser Druck wurde im physischen Markt unterstützt, so dass sich der Goldpreis nur leicht erholen konnte und mit einem Preis von $734,00 (EUR 579,78) zum P.M. Fix aus dem Londoner Handel ging. Danach stieg der Gold-Preis wieder so stark an, wie er gefallen ist. In der Spitze wurden bis zu $748 erreicht. Danach setzte wieder Druck auf den Gold-Preis ein und der Schlusskurs an der COMEX wurde mit $741,50 um $0,90 niedriger als am Freitag Nachmittag festgestellt.

Novosti berichtete, dass Russland 10 % seiner Gold-Reserven verkauft hat. Bei dem derzeitigen Preis-Niveau entspricht dies 60 Tonnen Gold. Es wird am Markt spekuliert, dass auch andere Länder, die besonders stark von der Finanz-Krise betroffen sind, ihre Devisen-Reserven auflösten, um ihre heimischen Währungen zu retten. Gold scheint dabei zur Zeit das liquideste Investment zu sein.

"Groundhog Day" oder deutsch: "Wöchentlich grüsst das (FED-)Murmeltier"

Der wöchentliche Bericht der FED über die Bilanz des Zentralbank-Systems (H.4.1) hat erneut bestätigt, dass weiter ungehindert neues Zentralbank-Geld gedruckt wird. Die Bilanzsumme der FED wuchs die letzte Woche um $139 Mrd (6,7 %) auf nunmehr $2.215 Mrd. Innerhalb von nun 9 Wochen nach der Lehman Brothers Pleite wurde die Bilanz der FED um 140 % ausgeweitet (annualisiert 800 %). Gleichzeitig nahmen die Ausleihungen an das Banken- und Finanzsystem um $139,22 Mrd (7,9 %) auf nunmehr $1.706,87 Mrd zu (annualisiert 2.000 %).


Neu 2008-11-13:

Gold-Bericht für den 12. November 2008:

Die Verhaltens-Muster am Gold-Markt lassen zur Zeit Langeweile aufkommen:

Muster A: Der Gold-Preis zeigt sich im asiatischen Handel und Londoner Handel stabil. Kurz nach Schluss des Londoner Handels um 16:00 Uhr MEZ fällt der Gold-Preis plötzlich im New Yorker Future-Handel um $10 oder mehr.

Muster B: Der Gold-Preis zieht im asiatischen Handel, im Londoner Handel und an der COMEX an und hat einen Tages-Gewinn von $20 und mehr zu verbuchen. Kurz nach Schluss des COMEX-Parketthandels um 19:30 MEZ fällt der Gold-Preis im Access-Handel um $10 oder mehr.

Muster C: Der Gold-Preis zeigt sich im asiatischen Handel stabil oder steigend. Der Anstieg setzt sich im frühen Londoner Handel fort. Zum späten Londoner Handel fällt der Gold-Preis wieder auf das Niveau des Vortages zurück.

Muster D: Der Gold-Preis sinkt im asiatischen Handel. Der Rückgang setzt sich dann im frühen und späten Londoner Handel fort. Der Preis sinkt während dieser Zeit um $10 und mehr. Ab 16:00 Uhr MEZ kommt es zu einem weiteren Verfall des Gold-Preises.

Muster E: Der Gold-Preis sinkt im asiatischen Handel. Der Rückgang setzt sich dann im frühen und späten Londoner Handel fort. Der Preis sinkt während dieser Zeit um $20 und mehr. Ab 16:00 Uhr MEZ stabilisiert sich der Gold-Preis und kann sich zum Schluss der COMEX leicht erholen.

Es ist erstaunlich, dass eine Vielzahl der Gold-Markt Kommentatoren immer noch keine Manipulation erkennen wollen (oder dürfen ?). Ich verstehe ja, dass ein Investor mit einer Long-Position am Future-Markt beim Durchbrechen des Gold-Preises aufgrund von Stop Loss Marken oder eines Margin-Calls seine Position liquidieren muss. Und dass infolge verstärkter Verkäufe der Preis plötzlich und auch stark nach unten durchbrechen kann. Aber dass diese Situation permanent kurz nach Schliessung des Londoner Handels um 16:00 Uhr MEZ passiert, ist mit normalen Marktgegebenheiten nicht zu erklären. Wenn ein Investor seine Gold-Position liquidieren muss, dann wartet er nicht den schwächsten Zeitpunkt im Markt ab, um möglichst wenig Geld zu erzielen. Vielmehr würde er gleich zu Beginn des New Yorker Future-Handels um 14:20 Uhr MEZ seine Position verkaufen wollen, um noch einen möglichst hohen Preis erzielen zu können. Dieses immer wieder und wieder auftretende kontra-intuitive Marktverhalten kann nur durch eine Kraft am Markt ausgelöst werden, die zum Ziel hat, bei ihren Verkäufen einen möglichst niedrigen Preis zu erzielen. Dasselbe Muster im Londoner Handel: Obwohl am Retail-Markt eine hohe Nachfrage nach Gold-Produkten herrscht und die Industrie-Unternehmen mit 100 %iger Auslastung arbeiten und die Gold-Minen bei dem derzeitigen Gold-Preis entweder aufgrund ihrer Kosten-Situation die Förderung einschränken müssen oder ihr Gold erst ab einen Niveau ab $1.000 auf dem Markt verkaufen wollen, gibt es trotzdem einen Verkäufer, der durch sein Angebot an Gold den Preis im Londoner Handel sinken lässt. Dieser Verkäufer ist ebenso wie der o.g. Verkäufer an der New Yorker COMEX darauf ausgerichtet, einen möglichst niedrigen Preis für seine zum Verkauf stehende Ware zu erzielen. Solange keiner der vielen "Gold-Experten" dieses Verhaltens-Muster anders erklären kann als eine gezielte Manipulation des Gold-Preises, gilt die Richtigkeits-Vermutung einer These wie in der Physik.

Wie handeln nun die manipulativen Kräfte in den unterschiedlichen Märkten bei den o.g. fünf Mustern:

Zu Muster A: Im Londoner Handel wird ausreichend Zentralbank-Gold bereitgestellt, damit der Preis im Londoner Handel nicht steigt oder nur unwesentlich steigt. Um 16:00 Uhr MEZ werden dann neue Short-Positionen in grösserem Umfang an der New Yorker COMEX eingegangen.

Zu Muster B: Grössere Short-Positionen werden zur handelsschwachen Zeit im Access-Handel eingegangen.

Zu Muster C: Kurz vor dem P.M. Fix im Londoner Handel wird eine grössere Menge Zentralbank-Gold auf den Markt geworfen.

Zu Muster D: Neue Short-Positionen werden im asiatischen Future-Handel (Tokioter TOCOM) eingegangen - da die Marktteilnehmer und ihre Positions-Veränderungen täglich veröffentlicht werden, werden noch andere asiatische Future-Börsen penetriert. Eine mittlere Menge Zentralbank-Gold wird in London auf den Markt geworfen. Der Gold-Preis sinkt um $10. Um 16:00 Uhr MEZ werden dann neue Short-Positionen in grösserem Umfang an der New Yorker COMEX eingegangen.

Zu Muster E: Neue Short-Positionen werden im asiatischen Future-Handel (Tokioter TOCOM) eingegangen - da die Marktteilnehmer und ihre Positions-Veränderungen täglich veröffentlicht werden, werden noch andere asiatische Future-Börsen penetriert. Eine grössere Menge Zentralbank-Gold wird in London auf den Markt geworfen. Der Gold-Preis sinkt insgesamt um $15 oder mehr. Es werden gerne Feiertage des grössten Abnehmers Indien für solche Aktionen ausgewählt, damit nicht zu viel Zentralbank-Gold verbraucht wird. Die Future-Trader versuchen bei den gedrückten Preisen ihre Short-Positionen (Muster A+B) zurückzukaufen.

Gestern und heute: Muster D

Der Gold-Preis startete im asiatischen Handel auf dem Niveau des COMEX-Schlusskurses. Während des frühen Londoner Handels kam Gold wieder leicht unter Druck und der A.M. Fix wurde mit $731,50 (EUR 583,57) etwa $10 niedriger (EUR 1,30 höher) gegenüber gestern taxiert. Mit einem Kurs von $724,75 (EUR 579,61) ging Gold zum P.M. Fix aus den Londoner Handel. Danach das übliche Muster an der COMEX: Der Gold-Preis ging mit $720 aus dem Markt. Im Access Handel wurde der Gold-Preis um weitere $10 gedrückt. Der Aktien-Markt scheint der "Working Group of Financial Markets" (kurz: PPT = Plunge Protection Team) völlig ausser Kontrolle geraten zu sein. Dow Jones Industrial Average und S&P500 haben erneut 5 % ihres Wertes verloren und befinden sich fast auf dem Tiefstand vor wenigen Wochen. Wenn man die Entwicklung der Aktien-Kurse mit der Gold-Preisdrückung vergleicht, dann fällt immer dasselbe Verhaltens-Muster aus: Wenn der Aktien-Markt dem PPT wegbricht, dann räumt das Gold-Kartell um so stärker beim Gold-Kurs auf.

Verhaltens-Muster der letzten Tage:

Montag: kein o.g. Muster - der Goldpreis ist wegen "Short Covering" etwas ausser Kontrolle geraten.
Letzte Woche - Freitag: kein o.g. Muster
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Muster A
Montag: kein o.g. Muster


Neu 2008-11-12:

Gold-Bericht für den 11. November 2008:

Die Gold Lease Rates für kurzfristige Ausleihungen (1 Monat) sind heute auf unter 1 % gefallen. Ende Oktober war dieser Wert noch bei 2 %. Dies deutet darauf hin, dass die Zentralbanken in grösserem Umfang wieder bereit sind, Gold zu verleihen. Dieses verliehene Gold wird dann üblicherweise auf dem Londoner Markt verkauft, um den Preis zu drücken. Andere Kommentatoren verdächtigen den grössten Gold-ETF (SPDR GOLD SHARES "GLD"), der ca. 750 Tonnen Gold in seinem Lager hält, Gold zu verleasen. Das halte ich jedoch aus folgenden Gründen für nicht stichhaltig: 1) GLD veröffentlicht seine Gold-Reserven unter Auflistung der Serien-Nummern, des Herstellers und des Feingold-Gehalts aller seiner 400oz-Barren. Wäre ein Teil dieser Barren verleased, dann würde sich das Management dieses ETFs des Betrugs schuldig machen 2) Jeder einzelne 400oz-Barren hat seine eigene "DNA": Anders als bei den Investment-Barren schwankt das Gewicht und der Feingold-Gehalt der Barren innerhalb der von der LBMA vorgegebenen Kennzahlen für "Good Delivery Bars". Würden wirklich solche Barren auf den Markt gebracht werden, dann würde das erst einmal dem Käufer auffallen. Da diese Barren dann im Allgemeinen industriell weiterverwertet werden, würden am Ende der Leasing-Zeit nun andere 400oz-Barren zurückgegeben. Dies würde aber bei der nächsten Inventur des GLD-Bestandes auffallen, weil plötzlich registrierte Goldbarren fehlen würden und andere nichtregistrierte Goldbarren im Bestand sind.

Nun, die niedrigen Gold Lease Rates scheinen ihre Wirkung auf den heutigen Gold-Preis zu entfalten: Im asiatischen Handel hat sich der Gold-Preis gegenüber dem Schlusskurs in Amerika nicht verändert und pendelte leicht um den Wert von $745. Im frühen Londoner Handel wurde nun zunehmens Druck auf den Gold-Preis sichtbar. Ein von $1,2900 auf $1,2740 gesunkener Euro diente als "Begründung" für den Preis-Verfall. Der A.M. Fix wurde mit $741,75 (EUR 582,22) um $10 niedriger als zum gestrigen A.M. Fix festgestellt. Nach Eröffnung der New Yorker COMEX wurde der Preis von $740 auf $733 gedrückt. Ein weiter starker Dollar, nun $1,2620 pro Euro, erhöhte den Preis-Druck und der P.M. Fix wurde mit $733,75 (EUR 580,96) um $20 (EUR 7) niedriger als vor 24 Stunden festgestellt. Nachdem der Londoner Handel um 16:00 Uhr MEZ schloss, ging es in altgewohnter Form verschärft nach unten. Der Gold-Preis rutschte auf bis zu $727 ab. Zum Schluss der COMEX konnte sich Gold wieder um $5 erholen und ging mit einem Preis von $732,40 aus dem New Yorker Handel.


Neu 2008-11-11:

Gold-Bericht für den 10. November 2008:

Der Gold-Preis hat sich im asiatischen Handel um $15 gegenüber dem Schlussstand am Freitag befestigt. Im frühen Londoner Handel setzte sich diese Entwicklung fort. Der A.M. Fix wurde mit $751,75 (EUR 583,88) festgestellt. Nach Eröffnung der New Yorker COMEX stieg der Preis innerhalb einer halben Stunde auf bis zu $767. Dieser Anstieg war jedoch für das Gold-Kartell mit zu viel Euphorie belastet. Innerhalb weniger Minuten wurde der Preis auf das Niveau von $753 gedrückt. Bei diesem Preis bildete sich durch die weiterhin starke physische Nachfrage erst einmal ein Boden. Aber wie die letzten Tage üblich, immer wieder der gleiche Drill: Nachdem der P.M. Fix mit $753,00 (EUR 588,14) festgestellt wurde und dann die Preisfindung nur noch im Derivate-Handel weiterging, wurde der Gold-Preis weiter auf $742 gedrückt. Zum Schluss der COMEX konnte sich Gold wieder um $4 erholen und ging mit einem Preis von $746,10 aus dem New Yorker Handel.

Ein Anstieg um über $15 im physischen Handel deutet darauf hin, dass das bestehende Demand / Supply - Verhältnis bei Gold in keinem ausgewogenen Verhältnis steht. Das Gold-Kartell kann entweder nicht genug 400oz-Barren bereitstellen oder will sich den Bestand für spätere Schlachten aufheben. Wie an dieser Stelle schon erwähnt, kann das Kartell im Future-Handel mit frisch gedrucktem Zentralbank-Geld beliebig die Future-Preise manipulieren. Seit Tagen wird die Marke von $750 verteidigt, obwohl die Fundamental-Daten auf einen wesentlich höheren Preis hindeuten. Durch diese Aktionen haben sich die spekulativen Longs schon längst aus dem Markt verabschiedet. Zur Zeit beträgt die "Initial Margin" für einen Future-Kontrakt $7.425 und tägliche Schwankungen um die $100 im Handel konnten wir die letzten Wochen auch beobachten. Bei einem derzeitigen Cash-Preis von $74.500 für den Kontrakt sind demnach mindestens $17.425 (d.h. fast 25 % des Cash-Preises von Gold) auf dem Konto des Long-Traders zu hinterlegen, nur um einen Tag an der COMEX überleben zu können. Bei den offensichtlichen Manipulations-Mustern des Gold-Kartells und dem niedrigen Leverage von 1 : 4 sollte es keinen wundern, wenn auch bei wieder steigenden Gold-Preisen die Long-Trader nicht wieder in den Future-Markt zurückkehren.

Für den amerikanischen Aktien-Markt verlief der heutige Tag nicht zufriedenstellend: Nachdem in Asien die Börsen wegen des chinesischen Stimulus-Plan noch um 5 % gestiegen sind, war die Erholung in Europa mit etwa 1 % etwas verhaltener. In den U.S.A. ging der Aktien-Markt schliesslich mit einem Minus von 1 % aus dem Markt.


Neu 2008-11-08:

Gold-Bericht für den 6. November 2008:

Der Gold-Preis hat sich im asiatischen Handel wenig verändert. Im frühen Londoner Handel setzte sich diese Entwicklung fort. Der A.M. Fix wurde mit $739,00 (EUR 573,45) festgestellt. Nach Eröffnung der New Yorker COMEX stieg der Preis auf bis zu $755. Durch die hohe physische Nachfrage konnte sich der Goldpreis bei diesem Niveau halten und ging mit einem Preis von $754,50 (EUR 588,90) zum P.M. Fix aus dem Londoner Handel. Danach ging es wie gestern steil bergab. Innerhalb einer Stunde sank der Goldpreis um $25 auf $730 ab. Der Goldpreis ging mit diesem Niveau auch aus dem New Yorker Handel.

Das Gold-Kartell scheint nun mit der altgewohnten Taktik vorzugehen, im Londoner Handel möglichst Gold-sparend zu agieren und dann im reinen Papier-Handel nach 16:00 Uhr MEZ den Preis mit Futures zu drücken.

Im Access Market konnte sich Gold von seinem Tief an der COMEX nur unwesentlich erholen und ging mit $731 aus dem amerikanischen Markt..

Der Börsen-Aufschwung der letzten Tage vor der Wahl des amerikanischen Präsidenten hat sich wohl als eine reine Bären-Ralley herausgestellt. Ebenso wie sein Vorgänger George W. Busch wird Barack Obama mit einem "Kursfeuerwerk" in Richtung Süden begrüsst. Der Dow Jones (DJIA) verlor innerhalb der letzten beiden Tage fast 11% seines Wertes und ist nur noch 500 Punkte von seinem Tiefpunkt am 27. Oktober entfernt. War vor wenigen Wochen das R-Wort (Recession) noch tabu, so fällt zur Zeit das D-Wort (Depression) immer öfter. Wenn man den hohen zehn-prozentigen Verfall der Auftragseingänge bei bestimmten Investitions-Gütern und Autos beobachtet, dann muss man wohl zu der nächsten Steigerung, dem M-Wort (Meltdown) übergehen.

Der wöchentliche Bericht der FED über die Bilanz des Zentralbank-Systems (H.4.1) hat erneut bestätigt, dass fast ungehindert neues Zentralbank-Geld gedruckt wird. Die Bilanzsumme der FED wuchs die letzte Woche um $104,96 Mrd (5,33 %) auf nunmehr $2.076 Mrd. Annualisiert sind dies 277 %. Gleichzeitig nahmen die Ausleihungen an das Banken- und Finanzsystem um $105,2 Mrd (7,19 %) auf nunmehr $1.567,65 Mrd zu. Annualisiert sind dies 374 %. Die Ausweitung der Bilanzsumme bzw. der Ausleihungen liegt im Wesentlichen an der Ausweitung das Ankaufs von "commercial papers" im Umfang von fast $100 Mrd begründet. Seit der Verschärfung der Krise mit der Lehman Brothers Pleite und der Rettung der AIG Mitte September hat nunmehr die FED innerhalb von 2 Monaten ihre Bilanzsumme um 125 % ausgeweitet und die Ausleihungen um 268 % erhöht. Wenn man zugrunde legt, dass es sich hierbei um Zentralbank-Geld handelt und durch das System des "fractional reserve bankings" ein Vielfaches dieser Geldmenge durch das kommerzielle Banken-System erzeugt wird, kann man erahnen, welche massive Menge neu geschaffenen Geldes auf die Märkte zurollt. Es ist erstaunlich, wie bestimmte Kreise hier noch ernsthaft von Deflation reden können.

 

Das Verhältnis hat sich weiter auf 1 : 3,1 verringert.


Neu 2008-11-06:

Gold-Bericht für den 5. November 2008:

Die heutige Entwicklung des Gold-Preises verlief fast diametral zu dem gestrigen Tag.

Der Gold-Preis verfiel im asiatischen Handel um $10 auf $752 bezogen auf dem Schlusskurs in Amerika (gestern +$8). Im frühen Londoner Handel hat sich der Preis kaum verändert, aber gegenüber dem gestrigen A.M. Fix um $10 verbessert. Der A.M. Fix wurde mit $753,25 (EUR 586,55) festgestellt. Kurz vor Eröffnung der New Yorker COMEX stieg der Preis auf $760 an, wurde dann nach Eröffnung an der COMEX auf $750 gedrückt. Durch die physische Nachfrage konnte sich der Goldpreis aber über dem Niveau von $750 halten und ging mit einem Preis von $753,75 (EUR 581,69) zum P.M. Fix aus dem Londoner Handel. Danach ging es trotz eines weiterhin schwachen Dollars steil bergab (gestern: steil bergauf). Innerhalb einer Stunde sank der Goldpreis um $20 auf $740 ab (gestern +$20). Dieses Niveau konnte gehalten werden und der Goldpreis ging mit $740,40 aus dem New Yorker Handel.

Gestern habe ich noch gewarnt, dabei jedoch nicht erwartet, dass diese Situation schon ein Tag später eintritt.

Zitat: Dieser Anstieg im New Yorker Handel ist aber immer noch keine Trendwende. Bei einem um 10% gestiegenen Ölpreis und einem knapp 3% gestiegenen Euro ist weiterhin Vorsicht angesagt. Erst wenn im Londoner Handel ein Durchbruch erzielt werden kann, ist die Goldpreis-Drückung zusammengebrochen. Die Archilles-Ferse des Gold-Kartells ist einzig und allein das ihnen zur Verfügung stehende Zentralbank-Gold. Im Papier-Goldhandel haben die Gold-Kartell Banken durch Deckung der FED und anderer Zentralbanken quasi unbegrenzte Geld-Mengen, um beliebig hohe Short-Positionen quasi ohne Risiko aufzubauen. Zitat-Ende

Wer erwartet hatte, dass mit der Wahl des U.S. Präsidenten die manipulativen Kräfte am Gold-Markt ihre Aktivitäten einstellen würden, wurde schnell auf den Boden der Realität zurückgeworfen. In einem sind sich Politiker aller Parteien einig: Die Ideologie des Etatismus herrscht über eine liberale Wirtschafts-Politik. Auf dem amerikanischen Wirtschaftssender CNBC wird über den Nachfolger des U.S.-Finanzministers Hank Paulson spekuliert. Von den sechs genannten Namen haben zwei eine Historie bei der FED (Paul Volker, Tim Geithner) und zwei bei Goldman Sachs (Robert Rubin, Jon Gorzine). Insbesondere der Name Robert Rubin steht für Kontinuität der wirtschaftssozialistischen Politiks von Hank Paulson. Robert Rubin war wie Hank Paulson vor seiner Tätigkeit zu Zeiten der Clinton Administration CEO bei Goldman Sachs. Auch Robert Rubin hat das Amt des U.S.-Finanzministers übernommen und war wohl die treibende Kraft mit der Idee, die Zinsen der Staatsanleihen durch gezielte Drückung des Goldpreises auf ein niedriges Niveau zu bringen. Zusammen mit dem damaligen Schatz-Kanzler Gordon Brown wurde zur Jahrtausend-Wende die Hälfte der englischen Goldreserven in einer Versteigerung mit dem Ziel, den schlechtesten möglichen Preis zu erzielen, verkauft.

Im Access Market wird Gold um weitere $3 gedrückt und geht mit $736,90 aus dem amerikanischen Handel.
Die Archilles-Ferse des Gold-Kartells bleibt, ein Ungleichgewicht zwischen demand und supply im Londoner Goldhandel zu verhindern. In den letzten Tage und Wochen wurden in verstärktem Umfang Zentralbank-Reserven aus "deep storage" Beständen auf dem Markt geworfen. Dabei sind Barren mit einem Feingold-Gehalt von unter 900 Promille aufgetaucht, die nicht den LBMA Good Delivery Bars (LDB) Kriterien entsprachen (mindestens 995 Promille Feingold-Gehalt sind dafür nötig) und wohl aus eingeschmolzenen Münzgold der Zeit während der Roosevelt Gold-Konfiszierung stammen müssen. Aber auch diese Bestände scheinen schneller zur Neige zu gehen, als erwartet, so dass man nun versucht, die demand-Seite zu beschneiden. Dazu der folgende Bericht aus der ECONOMIC TIMES aus Indien:

5 Nov, 2008, 0326 hrs IST, Ram Narsinghdev Sahgal, ET Bureau
MUMBAI: With the credit crisis having a direct impact on funding costs and drying up of interbank credit lines, a few foreign banks have altogether s topped supplies of gold to Indian banks in a bid to reduce their exposure to Asian markets. This comes at a time when global liquidity pressures have eased considerably and local demand for the yellow metal has picked up as prices have come off the highs witnessed in the early part of October. Dealers from many banks told ET that supplies have been squeezed with banks, such as Standard Bank of South Africa, one of the main suppliers, Commerzbank and UBS, stopping supplies altogether or reducing them on a consignment basis. "Both Commerzbank and Standard Bank have stopped supplies on a consignment basis to Indian banks since October, while UBS has reduced its exposure," said a bullion dealer from a public sector bank.

 

Das Verhältnis hat sich auf 1 : 3,2 verringert.


Neu 2008-11-05:

Gold-Bericht für den 4. November 2008:

Der Gold-Preis konnte sich im asiatischen Handel um $8 gegenüber dem Schlusskurs in Amerika erholen. Im frühen Londoner Handel hat sich der Preis kaum verändert, so dass der A.M. Fix mit $734 (EUR 574,70) auf dem Niveau des Vortags festgestellt wurde. Zur Eröffnung der New Yorker COMEX stieg der Preis auf $740 an und pendelte bis zum Ende des Londoner Handels um dieses Niveau. Der P.M. Fix wurde mit $741,25 (EUR 577,21) festgestelt. Danach ging es bei einem schwachen Dollar und einem starken Ölpreis steil bergauf. Innerhalb einer Stunde stieg der Goldpreis um mehr als $20 auf $763 an. Dieses Niveau konnte nicht gehalten werden und der Goldpreis geht mit $756 aus dem New Yorker Handel. Das ist ein Anstieg um ca. 4% ($30) gegenüber gestern.

Dieser Anstieg im New Yorker Handel ist aber immer noch keine Trendwende. Bei einem um 10% gestiegenen Ölpreis und einem knapp 3% gestiegenen Euro ist weiterhin Vorsicht angesagt. Erst wenn im Londoner Handel ein Durchbruch erzielt werden kann, ist die Goldpreis-Drückung zusammengebrochen. Die Archilles-Ferse des Gold-Kartells ist einzig und allein das ihnen zur Verfügung stehende Zentralbank-Gold. Im Papier-Goldhandel haben die Gold-Kartell Banken durch Deckung der FED und anderer Zentralbanken quasi unbegrenzte Geld-Mengen, um beliebig hohe Short-Positionen quasi ohne Risiko aufzubauen.

Im Access Market steigt der Goldpreis wieder auf $762 an.

Möglicher COMEX-Default im Dezember 2008 ?

Für den Gold Dezember 2008 Kontrakt sind z.Zt. 186.878 Kontrakte (jeweils 100 Unzen) offen. Die Zahl der Kontrakte verringerte sich um 3.261. Der Gold-Bestand im COMEX-Warenhaus hat sich nicht verändert und liegt bei 57.131 Kontrakten. Anscheinend haben die spekulativen Shorts, die auf einen weiteren Verfall des Goldpreises gesetzt haben, ihre Positionen abgebaut. Trotz des heutigen steilen Anstiegs wurden keine spekulativen Long-Positionen mehr eingegangen. Das Gold-Kartell hat mit der Drückung der letzten Tage und Wochen die letzten Spekulanten aus dem Papier-Goldmarkt gedrängt. Das macht mögliche Goldpreis-Anstiege unempfindlich gegen plötzliche Zwangs-Liquidierungen von Positionen durch das Durchbrechen "technischer Marken" oder "margin calls". Mit diesen Methoden hat das Gold-Kartell in der Vergangenheit immer wieder die spekulativen Long-Positionen aus dem Markt geworfen: "Hoch gekauft und niedrig verkauft" war einmal eine sprudelnde Geldquelle für die Gold-Kartell Banken gewesen.

Das Verhältnis liegt weiterhin bei 1 : 3,3.


Neu 2008-11-04:

Gold-Bericht für den 3. November 2008:

Der Gold-Preis konnte sich im asiatischen Handel um $11 gegenüber dem Schlusskurs am Freitag erholen. Die physische Nachfrage blieb stark, so dass der A.M. Fix im frühen Londoner Handel mit $734 (EUR 571,79) festgestellt wurde. Eine Stunde vor Eröffnung der New Yorker COMEX wurde der Preis kontinuierlich wieder auf $724 gedrückt. Danach setzte durch die physische Nachfrage eine Gegenbewegung bis $730 ein. Zum P.M. Fix wurde der Goldpreis mit $729,50 (EUR 571,93) festgestellt. Im weiteren Verlauf schwankte der Gold-Preis zwischen $730 und $725 und ging mit $725,30 aus dem New Yorker Handel.

Im Access Market wurde der Preis dann weiter gedrückt und ging mit $722,60 aus den amerikanischen Handel.

Die Manipulations-Muster der letzten Tage und Wochen sind auch heute wieder erkennbar: Sobald sich der Gold-Preis im asiatischen Markt oder im frühen Londoner Handel erholt, wird zusätzliches physisches Gold auf den Markt geworfen, um den Preis von Gold wieder zu drücken. Es gibt anscheinend eine starke Kraft, die mit aller Gewalt verhindern will, dass der Gold-Preis seinen "technischen Abwärtstrend" unterbricht.

Deflationäre Entwicklung ?

Die Gold-Preisdrückung hat zum Ziel, den Investoren eine deflationäre Entwicklung der Vermögens-Anlagen vorzuspielen. Wenn die Geld-Menge nämlich abnehmen würde, dass müsste Geld bei gleichbleibender Gold-Menge mehr wert sein und der Gold-Preis gegenüber dem Geld folglich fallen. Diese deflationäre Entwicklung ist augenscheinlich bei Immobilien, bei Aktien und bei Rohstoffen zu beobachten. Auf der anderen Seite werden durch die Regierungen und Zentralbanken erhebliche Geldmengen in den Markt gepumpt, um die deflationäre Abwärtsspirale zu unterbrechen. Daten über das Wachstum der Geld-Menge M3 bestätigen nicht, dass die Geld-Menge zurückgeht, d.h. deflationiert. Vielmehr liegt das Wachstum der Geld-Menge M3 immer noch in einen Bereich von annualisiert 10%. Wo liegt hier der Widerspruch: Die U.S. FED inflationiert zur Zeit die Zentralbank-Geldmenge mit einer schwindelerregenden Geschwindigkeit von über 100% in sieben Wochen. Die Staaten müssen für ihre Ausgaben-Programme in erheblichem Umfang neue Schulden machen. Entweder sie verkaufen die Staatsanleihen direkt an die Zentralbank und erhalten dafür frisch gedrucktes Zentralbank-Geld, so wie in den USA die FED innerhalb von sieben Wochen Staatsanleihen im Wert von über $1.000 Mrd. monetarisiert hat. Oder die Staatsanleihen werden am Kapital-Markt versteigert. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass die Versteigerungen der Staatsanleihen keine Käufer mehr finden, so wie das in Ungarn der Fall gewesen ist. Man muss also mit einem tendentiell sinkenden Gold-Preis verhindern, dass die Investoren mit ihrem Geld in ein alternatives Investment zu den Staatsanleihen gehen. Mit der ersten gescheiterten Versteigerung würde nämlich eine Flucht aus den Staatsanleihen und den damit verbundenen Währungen einsetzen. Wenn es dabei den Dollar oder den Euro erwischen sollte, dann bliebe nur noch Gold als letzte verbleibende Fluchtwährung übrig. Dann hiesse es "Game Over" für das bisherige Papier-Geldsystem. Das macht verständlich, warum die Regierungen und Zentralbanken bis zum letzten Gold-Barren einen Ausbruch des Goldpreises verhindern müssen.


Neu 2008-12-03:

Gold-Bericht für den 31. Oktober 2008:

Der Gold-Preis stand am Freitag verstärkt unter Druck. Die physische Nachfrage wurde dadurch begrenzt, dass in Indien die wichtigsten Gold-Märkte geschlossen blieben. Deshalb stand der Goldpreis im frühen Londoner Handel unter verstärktem Druck. Der A.M. Fix wurde bei $728,50 (EUR 572,23) festgestellt. Bis zur Eröffnung der COMEX um 13:20 Uhr gab es keine signifikante Bewegung. Verstärkter physischer Kaufdruck hat dann den Gold-Preis auf $730,75 (EUR 574,40) zum P.M. Fix hochgetrieben.

Nach Ende des Londoner Handels wurde der Gold-Preis schließlich auf $717 gedrückt und ging auf diesem Niveau aus dem Handel an der New Yorker COMEX. Im Access Market kam zu einer leichten Erholung und Gold ging schliesslich mit $723,70 in das Wochenende.

Möglicher COMEX-Default im Dezember 2008 ?

Für den Gold Dezember 2008 Kontrakt sind z.Zt. 191.101 Kontrakte (jeweils 100 Unzen) offen. Die Zahl der Kontrakte erhöhte sich um 3.458. Der Gold-Bestand im COMEX-Warenhaus hat sich nicht verändert und liegt bei 57.131 Kontrakten.

Das Verhältnis liegt weiterhin bei 1 : 3,3.


Warum fällt der Goldpreis, obwohl es trotz hoher Nachfrage kein Gold mehr zu kaufen gibt ?

Der physische Goldmarkt für Investoren ist zur Zeit praktisch ausgetrocknet. Vereinzelt sind noch 1kg-Goldbarren mit langer Lieferzeit (3-6 Wochen) zu bekommen. Auf dem Wholesale-Markt (LBMA London) stehen aber noch ausreichend 400oz-Barren zur Verfügung, so dass der Preis dort nicht hochschiesst. Gerüchte der letzten Tage und Wochen, dass der Internationale Währungsfond (IMF) in größerem Umfang Gold auf dem Markt geworfen hat, wurden vom IMF widersprochen. Der IMF behauptet, dass weder Gold verkauft, verleased noch verliehen wurde. Nun muss man diese Behauptung unter zwei Gesichtspunkten kritisch hinterfragen: Erstens sind in größerem Umfang 400oz-Barren aus "deep storage" Beständen aufgetaucht, die nur aus dem U.S.-Goldschatz oder den Beständen des IMF stammen können. Diese Barren kommen zum Teil noch aus eingeschmolzenen Münz-Gold, das zu Franklin D. Roosevelt's Zeiten konfisziert wurde. Risse und andere Auffälligkeiten, sowie eine Reinheit von nur 995 zeigen, dass die Politiker und Zentralbanker wohl zur Zeit die letzten Reserven auf dem Markt werfen müssen, um den Gold-Preis noch einigermassen unter Kontrolle halten zu können. Auf der anderen Seite muss bezweifelt werden, dass sich das IMF-Gold wirklich im physischen Besitz des IMF befindet. Eventuell ist das IMF-Gold nur ein Anteil des Zentralbank-Goldbestandes der IMF-Mitgliedsstaaten und diese Mitgliedsstaaten haben nun damit begonnen, diese Reserven durch Goldverleih-Geschäfte auf den Markt zu bringen. Dann hätte der IMF mit o.g. Behauptung nicht gelogen, aber das Gold wäre trotzdem weg. Das Problem mit den 400oz-Barren ist jedoch, dass dieses minderwertige Gold aufwendig von dem Reinheitsgrad 995 auf 999 (oder sogar 999,9) raffiniert werden muss, um kleinere Barren oder Goldmünzen daraus herstellen zu können. Dazu muss die entsprechende Kapazität bereitstehen, was zur Zeit das Problem darstellt. Zum anderen ist nicht auszuschliessen, dass die Regierungen Druck auf die entsprechenden Industrie-Betriebe ausüben, um die Nachfrage nach Gold durch Ausdünnung des Angebots zu deckeln. Letztendlich werden sie damit keinen Erfolg haben, sondern nur kurzfristig Zeit gewinnen. Es werden sich Teilnehmer am Markt finden, die die Preis-Unterschiede zwischen dem Wholesale-Markt (400oz-Barren) und dem Retail-Markt (kleinere Barren und Münzen) ausnutzen werden, um die Angebots-Lücke zu schließen.

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