In der Depression, nach dem Crash - 2009

Diese Seite beschäftigt sich mit "Veränderungen" in der Depression im deutschsprachigen Raum.

Neu 2009-12-16:

[11:30] YouTube: Hyperinflation Germany 1923


Neu 2009-11-14:

[14:00] Das Schicksal der Obrigkeitsgläubigen: Staatsbankrott & Währungsreform

Die Söhne Franz, Max, Otto und Karl des Münchner Bäcker- und Konditormeisters Franz Xaver Hieber mussten für Kaiser Wilhelm II in den Krieg ziehen. Um sie und das Vaterland so gut es ging zu unterstützen, zeichnete Hieber in großem Umfang Kriegsanleihen: 70.000 Goldmark (ca. 25 Kilo Gold, entspricht aktuell gut einer halben Mio. Euro), ein erheblicher Teil der Familienersparnisse, gingen so an den Staat.

Genützt hat es nichts. Drei Tage vor der bedingungslosen Kapitulation fiel Karl in Frankreich. Von den in Kriegsanleihen angelegten Ersparnissen sah die Familie keinen Heller wieder. Fünf Jahre später folgte ein weiterer Schicksalsschlag: Vor dem Krieg hatte Hieber einem befreundeten Bäckermeister 14.000 Goldmark (ca. 5 Kilo Gold) als langfristiges Darlehen für Investitionen geliehen. Jetzt, mitten in der Hyperinflation zahlte der "Freund" alles zurück - nominal. Aufgrund der grassierenden Schwindsucht der Mark konnte er da mit den wenigen Papierzettelchen gerade noch zwei Semmeln erwerben.

Als die nächste Generation 1934 größere Investitionen und Umbaumaßnahmen angehen musste, gab es keine nennenswerten Ersparnisse mehr, auf die die Familie hätte zurückgreifen können. Um die Kosten zu schultern, nahm man eine Hypothek über 25.000 Reichsmark zu Lasten der eigenen Lebensversicherung auf. Nach einem britischen Bomberangriff im März 1944 war alles zerstört. Als im Zuge der Währungsreform 1948 der Wert der Lebensversicherung implodierte, stand auch die nächste Generation der Familie Hieber wieder bei Null.

Und so weiter...Manche Leute lernen nie, dass sie vom Staat betrogen werden.


Neu 2009-09-23:

[6:00] Leserzuschrift - Übergang Deflation/Inflation in Argentinien 2002:

hier eine hochinteressante Graphik zum Thema "schneller Übergang von der Deflation zur Inflation am Beispiel Argentinien", die ich auf der Seite http://fofoa.blogspot.com/ gefunden habe:

Das war der Effekt der Abwertung des Peso gegenüber dem Dollar. Je nach Warenart waren die Preissteigerungen zwischen 40 und 120%. Bei Lebensmitteln etwa 80%. Das gibt es in allen Ländern mit Währungskrise.

PS: die Differenz in der Preissteigerung zwischen PPI und CPI musste in diesem Fall der Einzelhandel "fressen".


Neu 2009-09-04:

[17:30] Exchange, Prices and Production in Hyper-Inflation: Germany, 1920 – 1923:

Mises: My Summer Reading: Hyper-Inflation in Weimar Germany

Das Buch als PDF: http://mises.org/books/hyperinflation.pdf


Neu 2009-08-19:

[13:00] Quantiative Easing unter John Law: A 300-year-old example of quantitative easing


Neu 2009-08-12:

[15:00] Rückblick auf die 1930er Jahre:

Spiegel: Das Fanal von 1929

Werte im freien Fall: Mit dem Crash der New Yorker Börse begann vor 80 Jahren die schlimmste Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts. Millionen Menschen verloren ihr Vermögen, ihren Arbeitsplatz, ihre Rente - und den Glauben an die Marktwirtschaft. Wiederholt sich die Geschichte jetzt?

Jetzt wieder. Damals hat man den tiefen Sturz nicht geglaubt, jetzt auch wieder nicht.

Kostprobe aus nur einem Bereich: Flughäfen verzeichnen Rekord-Passagierrückgang


Neu 2009-08-02:

[11:00] Guter Artikel zur deutschen Hyperinflation:

Spiegel: Hyperinflation 1923

Zwei Kaffee für 14.000 Mark, eine Theaterkarte für eine Milliarde: Während der Hyperinflation 1923 trugen die Leute die Millionenscheine in Waschkübeln zum Lebensmitteleinkauf. Der Wert des Geldes fiel schneller, als nachgedruckt werden konnte. Bis heute prägt das Ereignis die deutsche Geldpolitik

Die Entwertung des deutschen Geldes war in ihrer Wirkung eine zweite Revolution, nach der ersten des Krieges und Nachkrieges", lautete seine Analyse. Es wurde "uraltes Vertrauen zerstört und ersetzt durch Furcht und Zynismus", diagnostizierte er und fragte: "Auf was war noch Verlass, auf wen konnte man bauen, wenn dergleichen möglich war?"

Der Nachkriegsboom ist umso bemerkenswerter, da zur gleichen Zeit der Rest der Weltwirtschaft in tiefer Rezession versank. Die USA und Großbritannien achteten auf die Stabilität ihrer Währung und nahmen hohe Arbeitslosenraten von bis zu 20 Prozent in Kauf. Die Weimarer Regierungen verhielten sich umgekehrt: Sie erkauften sich Aufschwung und Vollbeschäftigung um den Preis einer schwindsüchtigen Mark.

Hier sieht man es: eine schwache Regierung hat sich "herausgedruckt", während andere Länder nach dem Krieg ihre Währungen schützten. Zuerst der Boom, dann die Depression.

Und die Masse hat bis kurz vor dem Ende nicht verstanden, was los ist. Dann wollte sie das Geld so schnell wie möglich weg haben und die Preise sind explodiert.
 

[8:15] Die holländische Tulpenmanie:

Spiegel: Wie die große Gartenhure Investoren verrückt machte

Nicht Gold oder Diamanten weckten im Jahr 1637 die Gier holländischer Investoren - sondern Blumen. Ein regelrechter Tulpen-Wahn bescherte der Finanzwelt die erste Spekulationsblase der Geschichte. Sie gilt heute als Prototyp für viele spätere Krisen.

In ihrem Ablauf war der Tulpen-Wahn typisch für viele weitere Krisen: Auf die Phase der Insider, der Kenner und Liebhaber folgte der systematische Ausbau des gewinnträchtigen Sektors, dann das massenhafte Auftreten von Spekulanten mit undurchsichtigen Finanzprodukten und schließlich die Intervention der Ordnungshüter nach dem Crash.

Immer das Gleiche.


Neu 2009-07-12:

[16:30] Die "Subprime-Krise" von 1873:

Presse: Finanzkrise: Genau wie damals beim Gründerkrach

Aus welcher Krise von einst können wir Lehren ziehen? Nicht aus der Großen, sondern aus der Langen Depression. Die erste globale Rezession begann 1873 in Wien, dauerte sechs Jahre und erinnert gespenstisch an heute.

Ach so, diese vielen Palais in Wien entlang der Ringstrasse wurden auch mit Subprime-Krediten gebaut. Allerdings für die Oberschicht und daher in besserer Qualität als die Tacker-Häuser in den USA. Daher stehen die Palais noch heute.
 

[15:15] Die Krise von 1825:

Zeitenwende: Die britisch-südamerikanische Krise der Jahre 1825/1826

Die britisch-südamerikanische Krise der Jahre 1825/1826: Unglaublich, schon damals war über Kredite finanziertes Wachstum in Südamerika mitverantwortlich für den Zusammenbruch der Finanzmärkte. Ein weiteres Problem war, dass die Banken viele Wertpapiere auf Kredit verkauften!
Alle schienen an ewige Kurssteigerungen zu glauben. Nachdem aber die Aktienkurse unter die Kaufkurse fielen, konnten viele Schuldner die Kredite nicht mehr zurückzahlen. Auch damals haben die Banken ohne große Überprüfung Kredite vergeben. Viele Kredite wurden uneinbringlich, wie heute! Die Talfahrt der Börse, so wird vermutet, soll aber erst durch einen Versuch der Bank of England, die Geldmenge wieder zu verkleinern, ausgelöst worden sein.

Wie immer: zu viel Kredit. Auch Wertpapiere wurden damals wie heute auf Kredit gekauft.


Neu 2009-07-06:

[9:45] Artikel zur Weimarer Hyperinflation:

FTD: Wertlose Inflationsmilliarden

Die Weimarer Republik kämpfte im Jahr 1923 mit der größten Inflation der Geschichte. Die Lebenshaltungskosten stiegen steil nach oben. Die Bürger brachten ihr Geld mit Schubkarren in die Geschäften.

Der Staat hat sich entschuldet, die Staatsgläubigen haben draufgezahlt.


Neu 2009-06-01:

[11:30] Hamburg 1945:

HamburgerAbendblatt: Hamburg 1945: Kohlenklau und 1200 Kalorien am Tag

Auf dem schwarzen Markt war buchstäblich alles zu haben, und nicht selten handelte es sich um Diebesgut: Butter (das Pfund für 250 Reichsmark), Eier, Speck, Fleisch, Kaffee (das Pfund für 1500 Reichsmark) und sogar komplette Lebensmittelkarten, für 1000 Reichsmark pro Stück. Wichtiger als die Reichsmark war indessen die "Zigarettenwährung". Zentren des Schwarzhandels waren auf St. Pauli die Ecke Reeperbahn/Talstraße und in St. Georg der Hansaplatz. Immer wieder riegelten britische Militärpolizei und deutsche Schutzpolizei bei Razzien ganze Straßenzüge ab, doch eingedämmt wurde der schwarze Markt nicht, auch wenn Militärgerichte gefaßte Schwarzhändler zu empfindlichen Gefängnisstrafen verurteilten. Die allgemeine Devise war: Not kennt kein Gebot. Wer kein Geld hatte, um die horrenden Schwarzmarkt-Preise zu bezahlen, keine Zigaretten, keine Wertsachen zum Tauschen, wer also auf die Lebensmittelkarte angewiesen war, existierte von den amtlichen Rationen. Das waren im Sommer und Herbst 1945 knapp 1200 Kalorien pro Tag, über die damals ein bitteres und zugleich wahres Bonmot im Umlauf war: zum Leben zuwenig, zum Sterben zuviel.

Wieder einmal: am Schwarzmarkt gab es alles, sogar Lebensmittelkarten und echter Kaffee.


Neu 2009-05-31:

[8:00] Hunger in Deutschland nach 1945:

LeMO: Der Hunger in der Nachkriegszeit

In der Nachkriegszeit war der Hunger das größte Problem. Kurz nach Kriegsende wurde die Ernährungslage immer kritischer. In den Wochen nach der Kapitulation brach die staatliche Lebensmittelversorgung komplett zusammen. Jeder war nun auf seine Vorräte angewiesen. Wer welche hatte, konnte davon aber lange nicht profitieren. Denn die Vorräte wurden in den Ballungsgebieten schnell verbraucht.

Für Dollars oder Franken bekam man wohl genug zu essen. Aber die hatte niemand.

[11:00] Leserzuschrift-CH dazu:

Was die Leute dazumal erlebt haben muss grauslig gewesen sein.
Ich denke auch, dass Assets in Gold am Tiefpunkt der Kriese interessant umzusetzen sind, aber dass ein "Schwarzmarkt oder ein EM-Markt" für Lebensmittel vorhanden war (oder wird) kann ich mir nur schwer vorstellen.

Ich denke das wäre ein ganz interessanter Punkt, wenn Sie einmal darüber Ihre detallierten Vorstellung abgeben könnten. Ich weiss z.B. von meinem Vater der in der CH noch Aktivdienst geleistet hat, das es nur Rationierung (Lebensmittelmarken) gab. Von einem Lebensmittelmarkt für Leute mit EM wusste er nichts.
Auch seine Geschwister wussten davon nichts. Goldvreneli gab es aber da schon. Meine Mutter hatte noch immer 7 Stück aus der Nachkriegszeit bis heute...

Die Schweiz hatte es natürlich besser, sie hat keinen dummen Krieg begonnen und verloren. Aus Österreich hat man 1945/46 etwa Kinder in die Schweiz zum "Auffuttern" geschickt.

PS: in Deutschland und Österreich bekam man damals am Schwarzmarkt für Dollars fast alles, teilweise auch für US-Zigaretten.

[16:30] Leserzuschrift-AT - Gold wurde schon genommen:

zum Thema lebensmittelschwarzmarkt: Ich weiss von meinem Grosseltern, Jahrgang 1925 und 1927, dass die Bauern gegen Goldschmuck, so ziemlich alle Lebensmittel hatten. Meine Grosseltern sind von Wien aufs Land gereist (sehr schwermütig) um Lebensmittel zu ergattern. Die Bäurin hatte dann eine große Lade, wo die Schmuckstücke "hineinfielen). Alles hatte wohl denselben Wert, wie z.b. Ein Schmalztopf - ein Ring, ein großer Laib Brot - ein kleiner Ring, etc.

Also doch.

[17:30] Leserzuschrift-NL - andere Tauschobjekte:

Meine Eltern und ihre Geschwister haben die Kriegszeit und sogar den Great Depression noch erlebt. Mein Onkel bastelte im Krieg kleine Öfen zusammen aus gestohlene eiserne Platten. Er konnte die Platten zusammen schweissen. Die Öfen verkaufte er dann an die Leute für eine 10 Gulden Goldmünze. Mit die erworbene Goldmünzen fuhr er dann auf dem Lande und kaufte sich Lebensmittel bei die Bauern. Andere Menschen tauschten da ihr Gold und Silberschmuck für Lebensmittel.
Mein Vater war im Krieg Zwangsarbeiter in Deutschland. Er hatte überlebt weil er ein Koffer voll mit Seifenbarren ("Sunlight') mitgenommen hatte, und ab und zu ne Barre tauschte gegen Konsumgüter und Lebensmittel.


Neu 2009-05-20:

[18:45] Noch etwas zur Weimarer Hyperinflation:

Ellen Brown: ANOTHER LOOK AT THE WEIMAR HYPERINFLATION, Erinnerungen an die Hyperinflation in Weimar-Deutschland: Brauchen wir jetzt wieder Schubkarren?

“It was horrible. Horrible! Like lightning it struck. No one was prepared. The shelves in the grocery stores were empty.You could buy nothing with your paper money.

Das nächste Mal sind in den Schubkarren Dollars, Euros oder deren Nachfolgewährungen.


Neu 2009-04-28:

[13:15] Die Depression in Bosnien während/nach den Kriegen:

DasGelbeForum: Leben in/mit der Krise

Fangen wir mit der Immobilie an. Die Häuser waren zerstört. Du konntest eine Ruine mit Grundstück für etwa 2.000 DM kaufen. Der Neubau/Wiederherstellung kostete 5.000 DM. Somit konntest du ein Haus mit Grundstück für 3.500 Euro kaufen. Als International hast du etwa 12.000 DM verdient im Monat. Du hast also 10 Unzen AU verdient und konntest für einen halben Monatsverdienst ein Haus kaufen.

Anders war die Situation der Natives. Monatsverdienst eines Technikers war 150 DM. Hinweis: Ich rede immer von DM weil die Marka dort das Zahlungsmittel war. Das Arbeitsamt hies dort "Arbeitsamt" und Rentner und Heimkehrer bekamen etwa 80 Marka monatlich von diesem "Arbeitsamt" nach teutonischem Vorbild. Der leitende Ingenieur verdiente 300 Marka.

Nun muss man wissen, dass ein Bosnier pflegt seiner Türkischen Kaffe täglich im Caffe einzunehmen. Kosten 1 DM. Minsestens 30 Mark monatlich also allein für den Kaffe. Lebensmittelpreise für Tomaten/Gurken 1 kg eine Marka, Tabak 1 Kilo 10 Marka. Importierte Sachen waren unbezahlbar für die Natives.

Wie konnten sie nun davon leben? In erster Linie davon, dass der symbolische Verdienst im Beruf durch das aufgestockt wurde, was unter dem Tisch den Besitzer wechselte.

Ungeachtet der offiziell freien Heilfürsorge hat dich kein Arzt behandelt, dem du nicht Naturalien auf den Untersuchungstisch gelegt hast. Ich habe von meinem Hausarzt Medikamentenmuster mitbekommen. Der damit beglückte Arzt im Krankenhaus Mostar hat sie schlichtweg verkauft und sich bereichert an der Spende. Da musstest du dann die Augen zumachen und dir denken, Hauptsache die Medikamente sind im Umlauf.

Der öffentlich Bedienstete hat seinen Job dazu benutzt sich seinen Lebensunterhalt durch Schmiergeld zu finanzieren. Bauunternehmer, die eine Bauleistung erbracht hatten bekamen das Geld gebracht und bar ausgezahlt. Mein erstes Erlebnis war mit einem neu angestellten Maurer. Am Monatsende, wir haben weit überproportional gezahlt, bekam er seine 256 DM ausnahmsweise von mir überbracht.

Er hatte 6 Kinder und war Alleinverdiener. Die 200 DM steckte er ein und die 56 Mark waren Trinkgeld für mich, den Überbringer. Meinen Wutausbruch hörte man wohl noch im 10 Kilometer entfernten Mostar. Er war fassungslos, dass ich das selbstverständliche Bakschisch ablehnte.

Machst du nun drei Nullen an die Zahl, weisst du wovon die Überbringer öffentlicher Gelder lebten.

So hat es also dort ausgesehen. Wehe dem, der "Native" war.


Neu 2009-04-20:

[11:00] Der Argentinien-Kollaps 2001:

SchallUndRauch: So sieht ein Zusammenbruch aus

Der Bericht zeigt die Proteste der Bevölkerung und wie die Menschen auf sich selber gestellt versuchen zu überleben. Die Mittelklasse wurde vernichtet und die Armen machten einen Anteil von 57.5 Prozent der Bevölkerung aus. Und letztes Jahr hat die argentinische Regierung die privaten Pensionskassen einfach verstaatlicht und das Guthaben der Sparer eingesackt, selbstverständlich mit der Ausrede, die Gelder müssen gesichert werden.

Lügende Politiker und die gierige Finanzmafia, eine massive Verschuldung mit gleichzeitigem Niedergang der Wirtschaft und stark steigender Arbeitslosigkeit ist genau was wir auch zurzeit erleben.

Genauso wie dort kurz vor dem Kollaps wird auch bei uns gelogen. Auch bei uns wird die Mittelschicht untergehen, weil sie die Lügen glaubt.


Neu 2009-04-17:

[12:00] Interview mit dem Historiker Martin Geyer über die deutsche Hyperinflation in den 1920er Jahren:

Telepolis: Flucht in die Sachwerte

In seinem Buch "Verkehrte Welt" beschäftigte er sich mit dem Phänomen der Hyperinflation in den 1920er Jahren, das unter anderem durch die Politik der US-Regierung, die den Leitzins auf 0,00 bis 0,25 Prozent gesenkt hat und mit gedrucktem Geld eigene Staatsanleihen ankauft, wieder in die öffentliche Debatte kam.

Konnte man in der Inflationszeit überhaupt Arbeit finden?

Martin Geyer: Das ist ein anderes Phänomen der Inflationszeit, das man vielfach übersieht. Die Inflation der Nachkriegszeit schaffte Beschäftigung. Zum einen, weil die Menschen aus schierer Not gezwungen waren, zu arbeiten. Zum anderen, weil Arbeitskräfte natürlich sehr billig waren und deswegen sehr stark nachgefragt wurden. Das änderte sich mit der Währungsstabilisierung im Winter 1923/24. Zuerst explodierte nach der Währungsstabilisierung die Arbeitslosigkeit, weil viele Firmen pleite gingen und auch der Staat viele Beschäftigte entlassen musste.

Aha, Arbeitskräfte waren sehr billig, da alle arbeiten mussten. Wer Marktmacht über essentielle Produkte hatte, konnte bei den Preisen zulangen.

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