Ziemanns Gold News - 2009

Neu 2009-08-21:

Gold-Bericht für den 20. August 2009:

Das fundamentale Umfeld für Gold hat sich durch das neue Abkommen zum Goldverkauf und die letztlich beobachteten Aktionen der Notenbanken innerhalb des EZB-System weiter verbessert. Nach dem neuen Abkommen können nun maximal 400 Tonnen Gold pro Jahr von den Zentralbanken verkauft werden. Das alte Abkommen erlaubte noch 500 Tonnen pro Jahr. Wenn das IWF-Gold von 400 Tonnen wirklich existieren sollte und sich der IWF zu einem Verkauf durchringern könnte, dann wird dieses Gold wohl im Rahmen dieses Abkommens auf zwei Jahre gestaffelt verkauft werden.

Ein grosser Problem-Punkt bei dem neuen Abkommen wird sein, eine Zentralbank zu finden, die überhaupt bereit sein wird, Gold zu verkaufen. Deutschland verkauft kein Gold, Italien auch nicht. Und die Schweiz hat mitgeteilt, dass ihre Gold-Verkäufe ebenfalls abgeschlossen seien. Bleibt eigentlich nur noch Frankreich als letzter grosser Goldbesitzer übrig. Aber die Franzosen haben in den vergangenen Wochen auch nicht mehr in grösserem Umfang Gold verkauft. Dass die Franzosen sich von dem angloamerikanischen Banken-Kartell zum Verkauf ihrer Goldreserven drängen lassen werden, halte ich für ausgeschlossen: Dort knickt man nicht bei jedem Wunsch der USA ein, so wie wir es bei der wirbellosen Schweiz letztlich mehrmals beobachten durften.

Bill Murphy (Chairman der GATA) sieht dies als positive Entwicklung für den Gold-Preis: " A HUGE positive out there is the gradual dissemination of the fact the European central banks have stopped selling gold. Think about that. They were selling 400 and 500 tonnes per year over the past decade, until this year when they cut their sales back to about 140 tonnes. Now they are down to ZIP. The yearly supply/demand deficit is around 1200 tonnes per year. The Gold Cartel desperately needed that gold supply to foster their price suppression scheme. "

Das Gold-Kartell braucht den Nachschub von den Zentralbanken, um das Ungleichgewicht zwischen Gold-Förderung und Gold-Nachfrage auszugleichen. Dieses Defizit betrug in den Jahren vor der Finanzkrise schon ca 500 Tonnen pro Jahr. Aber die Finanz-Krise hat den Investment-Bedarf nach Gold explodieren lassen, so dass auch der Rückgang der Nachfrage von Schmuck-Gold mehr als ausgeglichen werden konnte. Bill Murphy's Schätzung von 1.200 Tonnen pro Jahr erscheint mir vor diesem Hintergrund durchaus plausibel. Wo kann dieses zusätzliche Gold herkommen: Durch heimlichen Verkauf von Gold der EZB-Mitgliedsnotenbanken, das zu einem grossen Teil wohl in den Kellern der New Yorker FED lagert ? Oder durch heimlichen Verkauf der Schätze der diversen Gold-ETFs ? Leider können wir hier nicht hinter die Kulissen schauen, aber das Gold-Kartell muss wohl zukünftig schwer in die Trickkiste greifen, um das fehlende Angebot ausgleichen zu können.

Einen Vorgeschmack, was passiert, wenn nicht ausreichend physisches Gold in London bereitgestellt wird, konnten wir ja gestern schon beobachten: Zum P.M. Fix sprang Gold um $10 gegenüber dem vorher gehandelten Papiergold-Preis an. Der Papiergold-Markt kann sich nicht völlig vom physischen Markt abkoppeln. Wird das trotzdem versucht, dann wird das früher oder später zu einem Zusammenbruch der Papiergold-Märkte führen, weil diese ihre Lieferverpflichtungen in Gold nicht mehr erfüllen könnten.

Wer sich schon auf seine üppige Pension aus seiner privaten Rentenversicherung freut, den muss diese Nachricht von Bloomberg beunruhigen: " Pensions' Private-Equity Cash Reduced 59% as Profits Shrink : Major U.S. pension funds have recouped less than half of the $53.8 billion in cash they've invested in private-equity funds started since 2000. All told, they haven't seen a paper profit in seven years. That means less money for the plans' retirees. " Die ganzen Pensions-Rechenmodelle mit hohen Renditen entwickeln sich immer mehr zum Verlustgeschäft. Urspünglich versprach Investment in "private equity" Renditen von 10 Prozent oder mehr pro Jahr. Jetzt stellt sich heraus, dass es in sieben Jahren überhaupt keine Rendite gibt. Noch nicht einmal die Inflations-Rate wird ausgeglichen. Aus einer Verdoppelung des Vermögens ist also nichts geworden. Insgesamt haben Pension-Fonds in den U.S.A. über $1.200 Mrd in "private equity" gesteckt. Das Modell ist mit dem nun folgenden Rückzug der Pensions-Fonds nun wohl endgültig tot. Daneben lassen die "private equity" Firmen eine Reihe von überschuldeten Firmen zurück, die wegen Geld-Mangel nun um ihre Existenz kämpfen müssen.

Das Gold-Kartell war heute unter Druck, seine Scharte vom gestrigen Tag wieder auszuwetzen. Während gestern der Papier-Goldpreis lange unterhalb der Marke von $935 tendierte, wurde in London zum P.M. Fix ein Preis von knapp $944 ermittelt. Innerhalb kürzester Zeit näherte sich der Papier-Goldpreis dem physischem Preis in London an. Im asiatischen Markt heute früh schwankte Gold in einem Korridor von $942 bis $945. Auch im Vormittags-Handel in London passierte nicht viel. Der A.M. Fix kam nicht überraschend mit $943,50 (EUR 662,99) zustande. Der Anstieg um $9 bestätigte die gestrige Entwicklung zum P.M. Fix.

Gold beendete den Handel an der COMEX mit $940,30 knapp über der Marke von $940.
Der Nachmittags-Handel verlief bis zum Beginn des Handels an der COMEX weiterhin ruhig. Dann wurde Gold aber bis auf $939 gedrückt - die Revance für gestern ? Diesmal hat das Gold-Kartell besser aufgepasst und konnte diese Papier-Goldpreis Marke zum Londoner P.M. Fix verteidigen: $940,50 (EUR 661,25). Der Rückgang des P.M. Fix auf 24-Stundenbasis ist mit gut $2 aber trotzdem nicht besonders gross ausgefallen. Insbesondere konnte Gold die Marke von $940 knapp behaupten.


Neu 2009-08-20:

Gold-Bericht für den 19. August 2009:

Berichte darüber, dass sich von den knapp 3.500 Tonnen Bundesbank-Gold nur 80 Tonnen in Deutschland befinden sollen, machen erneut die Runde. Dass ein Grossteil des Goldes in den Kellern der New Yorker FED in Lower Manhattan liegt, ist seit langem bekannt. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die U.S.A. einen grossen Teil des Zentralbank-Gold auf der Welt besessen. Entweder im Tausch für die Lieferung von Waffen an Grossbritannien oder andere Staaten während des Zweiten Weltkrieges. Oder durch Beschlagnahme des Reichsbank-Goldes, das im Salzbergwerk Merkers gelagert wurde. Dieses Gold wurde in die Vereinigten Staaten verschifft und war Grundlage des Bretton Woods Abkommen, mit dem der US-Dollar die Weltleitwährung wurde. Der Dollar wiederum konnte zwischen den Notenbanken für einen festen Umtauschkurs in Gold eingelöst werden. Viele Staaten mit Handels-Bilanzüberschüssen haben in dieser Zeit ihre angehäuften Dollar-Reserven in Gold umgetauscht. Von Deutschland weiss man, dass das Gold im Wesentlichen in den Vereinigten Staaten verblieben ist. Frankreich hat dagegen ein Kriegsschiff geschickt, um das Gold in New York in Empfang zu nehmen. Bereits im Jahr 2001 hat GATA die begründete Vermutung geäussert, dass 1.700 Tonnen Bundesbank-Gold in London (d.h. nahe dem Handelsplatz für physisches Gold) mit US-Gold in West Point, New York geswappt wurde (http://www.gata.org/node/4223). Damit würde sich nun fast das komplette Bundesbank-Gold in den U.S.A. befinden. Inwieweit das Gold heimlich über Geschäfte mit Gold-Kartell seinen Weg in den Londoner Markt findet, darüber kann nur spekuliert werden. Ich vermute, dass ein Grossteil des Bundesbank-Goldes physisch nicht mehr existiert.

Von den ca 2.500 Tonnen des italienischen Goldes wird berichtet, dass der weltweit erste grosse Hedge-Fond LTCM massive Short-Positionen mit verleastem italienischen Gold eingegangen ist. Nachdem LTCM im Jahr 1998 Konkurs ging und fast das gesamte Welt-Finanzsystem mit sich nach unten gerissen hätte, haben die Beteiligten vereinbart, über den Verlust des italienischen Goldes Stillschweigen zu bewahren. Damit sollte eine Panik am Markt verhindert werden. Allein Frankreich wird wohl das ihm zugesprochene Gold im eigenen Besitz verwahren. Wobei nicht ganz klar ist, welcher Anteil an Banken wie Societe Generale, die stark im Gold-Markt aktiv sind, verleased wurde.

Gold startete den heutigen Tag in Asien mit positivem Vorzeichen überhalb der Marke von $940. Im Laufe des frühen Vormittags wurde Gold dann aber wieder gedrückt und hat mit $932 kurz vor Beginn des Handels in London wieder in den negativen Bereich gedreht. Auch während des Vormittags-Handels in London blieb Gold weiterhin unter Druck. Der A.M. Fix kam mit $934,25 (EUR 662,64) zustande. Auf 24-Stundenbasis ein Verlust von $4.

Zum Nachmittag konnte sich Gold dann aber wieder leicht stabilisieren und stand kurz vor Eröffnung der COMEX bei $936. Nach Beginn des Handels in New York wurde Gold wieder einmal in der bekannten Anfangsdrückung auf $932 gedrückt. Die nächste Stunde blieb es vergleichsweise ruhig. Um 16:00 Uhr MEZ sprang der Gold-Preis dann plötzlich um $10 nach oben. Der Grund war der überraschend starke P.M. Fix mit $943,00 (EUR 666,01). Ein Plus von $8 im Vergleich zum gestrigen P.M. Fix. Hier ist dem Gold-Kartell wohl im Londoner Handel das Zentralbank-Gold ausgegangen. Normalerweise passieren dem Gold-Kartell solche Ausrutscher nicht. Eventuell hat sich ein starker physischer Käufer auf dem derzeitigen Niveau mit Gold-Barren eingedeckt.

Bis zum Ende des Handels an der COMEX verharrte Gold auf diesem Niveau: COMEX-Schlusskurs $943.
Der USDX ist heute mit 78,4 wieder unter die Marke von 79 gefallen. Die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes veränderten sich heute kaum und verblieben bei 3,5 Prozent. Der Quotient aus dem USDX und den Renditen fiel leicht auf 22,4 (Dienstag: 22,6).


Neu 2009-08-19:

Gold-Bericht für den 18. August 2009:

Die Medien-Propaganda erstreckt sich nicht nur auf Deutschland. Bloomberg meldete am 17. August: " China Buys Treasuries, Proving Dollar Demise Overdone - For the first time since the start of the global financial crisis, the U.S. government is breaking its reliance on short-term debt as foreign buyers pile into longer-term securities. " Und dann wird ein Fond Manager aus Glasgow zitiert: " “Long-dated Treasuries are fantastic assets to have,” said Stuart Thomson, a fixed-income fund manager at Ignis Asset Management, which oversees the equivalent of $100 billion from Glasgow. “I have every reason to believe long bonds will rally. Inflation is subdued, and the Fed made it very clear they expect it to remain low.”

Die Statistik der FED über die internationalen Käufer der längerfristigen Treasuries (Treasury International Capital "TIC" Flow Report) zeigt für den Monat Juni 2009, dass Ausländer Treasuries im Umfang von netto $100,529 Mrd gekauft haben sollen. Die Schwergewichte sind die U.K. mit $45,719 Mrd, Japan mit $32,750 Mrd und China mit $26,632 Mrd. Addiert man sie Zahlen dieser drei Länder zusammen ($105,001 Mrd), dann hat sich der Rest der Welt aber von knapp $4,6 Mrd an Treasuries getrennt. Sind denn nur die Investoren in diesen drei Ländern so bullish in Treasuries ?

Im Vormonat haben die Ausländer noch Treasuries im Umfang von $22,550 Mrd netto VERKAUFT. Auch hier waren die U.K. mit $14,240 Mrd der grösste Netto-Käufer.

Gerade die Zahlen aus den U.K. und Japan mahnen zur Vorsicht. Bei den Investments aus Grossbritannien kann es sich sicherlich nicht um recycelte Handelsbilanz-Überschüsse wie im Fall Chinas handeln. Auch für Japan sehe ich wegen des eingebrochenen Aussenhandels nicht, woher diese Gelder kommen sollen. Der Handels-Bilanzüberschuss von Deutschland hat sich in den ersten 5 Monaten des Jahres 2008 von EUR 86,6 auf EUR 45,8 in 2009 fast halbiert. Meiner Meinung nach sind es die jeweiligen Notenbanken dieser Länder (BoE und BoJ), die die Treasuries aufkaufen und damit monetarisieren. Offiziell weist der TIC Flow Report direkte Käufe von "Foreign Official Institutions" i.H.v. lediglich $22,6 Mrd aus. Aber wir wissen ja bereits, dass es die Banken sind, die Staatspapiere aufkaufen, um sie dann im nächsten Schritt an die Notenbanken im Rahmen derer POMO (permanent open market operations) weiterzugeben. Seit langer Zeit schon agieren die BoE und die BoJ im Gleichklang mit der FED oder zumindestens im Interesse der Politik der FED.

Eine zweite Welle der Bankenkrise rollt nun auf die Sparkassen und Volksbanken zu. Diese während des Ausbruchs der Finanz-Krise als "konservativ" und "stocksolide" bezeichneten Geldinstitute für Privathaushalte und dem Mittelstand leiden darunter, dass sie eben nicht die Gift-Papiere in ihren Bilanzen hatten, für die es die hunderte und tausende von Milliarden Staats-Hilfen, Garantien und Notenbank-Überbrückungen gab. Während die hart am Limit spekulierenden Banken die Gift-Papiere an die Notenbanken verschoben haben, Verluste durch ein Aufweichen der Bilanzierungs-Regeln verdunkeln können, riesige Cash-Spritzen vom Staat erhalten haben (auch über Umwege wie z.B. AIG und HRE) und nun mit staatlichem Segen die Aktien-Märkte beliebig manipulieren können (und daraus Trading-Gewinne erzielen können, die wiederum in hohen Bonus-Zahlungen enden), werden die Sparkassen und Volksbanken mit den Problemen ihrer "stocksoliden" Kunden konfrontiert. "Die Krise der Mittelständler, die sich bei Banken Kredite geliehen haben, schlägt jetzt vor allem auf die Sparkassen und Volksbanken durch", sagte Professor Rudolf Hickel vom Bremer Institut Arbeit und Wirtschaft laut "Bild"-Zeitung.

Der Bedarf an weiteren staatlichen Rettungs-Aktionen scheint mittelfristig also nicht abebben zu wollen. Und die dafür benötigten Gelder muss sich der Staat durch immer stärkere Monetarisierungs-Massnahmen (sprich "Gelddrucken") der Notenbanken beschaffen. Das Papier-Geldsystem bleibt also weiterhin unter Druck, was für eine weitere positive Entwicklung des Gold-Preises spricht. Nun fliessen diese neue Geldmassen nicht in die Hände der Privathaushalte, seien sie nun Arbeitnehmer oder Unternehmer. Aber die Herren von Goldman Sachs, Deutsche Bank, JP Morgan, HSBC, UBS usw schütten sich zweistellige Milliarden-Beträge an Boni aus. Obwohl die offizielle Bank-Politik ist, den Gold-Preis zu drücken, kann man als Mitarbeiter mit dem zusätzlich verdienten Geld auch Gold kaufen. Man erfährt es ja täglich am eigenen Leibe, wie frangil das ganze System ist. Eine Milliarde Dollar kauft über 30 Tonnen Gold. Boni-Sklaven: Tut es bevor es zu spät ist --- den Porsche 997 und Hermitage "La Chapelle" kriegt ihr nach Zusammenbruch des Systems leichter und vor allem preisgünstiger.

Gold starte heute früh im asiatischen Markt überhalb der Marke von $935 und konnte im frühen Londoner Handel fast die Marke von $940 nehmen. Der A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ kam mit $938,25 (EUR 664,15) nur leicht unter diesem Niveau zustande. Auf 24-Stundenbasis ist das ein Gewinn von einem mageren Dollar. Danach bröckelte Gold aber wieder leicht ab.

Zu Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde Gold jedoch wieder unter die Marke von $935 gedrückt. Ob dies die typische Anfangs-Drückung war oder die um 14:30 Uhr MEZ veröffentlichten Zahlen zum Baubeginn von Eigenheimen der Grund waren, wird erst ein Blick auf den P.M. Fix verraten. Jedenfalls waren die Zahlen schlechter als erwartet: Man hatte mit einem Anstieg gegenüber dem Vormonat gerechnet, gekommen ist aber ein Rückgang. Zum P.M. Fix stand Gold bei $935,00 (EUR 663,92) --- immerhin ein Zuwachs von $2 gegenüber dem gestrigen P.M. Fix.

Gold beendete den Handel an der COMEX mit $937,70. Im späten Access Market kam es zu keiner wesentlichen Veränderung: $938,10 um 23:15 Uhr MEZ.

Der USDX gab heute leicht auf 79,0 nach, während die Real-Zinsen der 10-jährigen Treasury Notes bei 3,5 Prozent verharrten. Der Quotient aus USDX und den Renditen der Staatsanleihen stieg nur marginal auf 22,6 (Montag: 22,7).

Die Daten zum US-Häusermarkt wurden bei Bloomberg heute abend noch "umgedeutet": Aus einem Rückgang für alle Neubauten (Einfamilien-Häuser und Mehrfamilien-Häuser) wurde plötzlich ein kontinuierlicher Anstieg der Neubauten für Einfamilien-Häuser seit fünf Monaten. Wie krank ist die System-Presse eigentlich, dass sie aus einer objektiv negativen nun doch noch eine positive Nachricht am gleichen Tag umdeuten muss ? Ich kann mir gut einen Redakteur bei Bloomberg vorstellen, der von seinem Chef zur möglichsten Schöndarstellung der Nachricht gezwungen wurde. Ich kann mir aber genauso Bürger vorstellen, die anhand solcher Manipulationen den Glauben an unsere Demokratie verlieren. Auch ich operiere stark an dieser Grenze, je länger ich versuche, diese Nachrichten zu hinterfragen. Auch Eichelburg sieht reales Revolutions-Potential in Deutschland. Die Frage ist nur, wer den Mut und die Fähigkeiten hat die Regierung festzusetzen, die Medien zu kontrollieren, die möglichen Gegner ausser Verkehr zu ziehen und die Telekommunikations-Wege einer Contra-Bewegung zu unterbrechen.


Neu 2009-08-18:

Gold-Bericht für den 17. August 2009:

Die gestrige WELT AM SONNTAG hat eine Propaganda-Breitseite mit Kanonen auf drei Decks gegen die Verfechter der These losgelassen, dass die Krise entweder noch nicht vorbei sei oder sich sogar noch verschärfen würde. Es fing schon im Hauptteil auf der Titelseite mit dem Thema "Prima Klima in deutschen Betrieben - Neun von zehn Erwerbstätigen sind mit der Atmosphäre am Arbeitsplatz zufrieden. Die Krise ist nur gemeinsam zu lösen" an. Ich weiss ja nicht, welchen Betrieb die Lohn-Schreiberlinge der WELT AM SONNTAG besucht haben, aber auch in Boom-Zeiten herrscht in deutschen Betrieben sicherlich alles andere als "Prima Klima". Vielleicht meint der Redakteur auch gar nicht einen Betrieb, sondern die gleichnamige Neue Deutsche Welle Band.

Aber im Wirtschaftsteil wird es noch besser. Titel: "Da geht was !". Und dann kommt eine Auflistung, die wohl für ihren (Ironie-an) investigativen Journalismus für den Publizer Preis nominiert werden wird (Ironie-aus). Ich frage mich, ob der Springer-Verlag sein Hochhaus an der Kochstrasse im damaligen freien Teil Berlins nun freiwillig mit der Verlagszentrale des "Neuen Deutschland" in Ostberlin getauscht hat. Die angeführten Punkte lesen sich wie eine Geisterbahn-Fahrt: "1. Die guten Zahlen sind kein statistischer Ausrutscher, 2. Die Konjunkturwende liegt schon hinter uns, 3. Die Dynamik ist grösser, als es den Anschein hat, 7. Deutschland kommt schneller aus der Krise, 8. Es warten weitere positive Überraschungen auf uns". Das ist Schreibstil im Sinne des Orwellschen Wahrheitsministerium par excellence. Mich schaudert es: Wäre Karl-Eduard von Schnitzler vom "DDR-Fernsehen" nicht schon tot, dann wäre er wohl zu der WELT AM SONNTAG erneut konvertiert (PS: Er kam ursprünglich vom NWDR in Köln und zog 1947 das Leben in der sowjetisch besetzten Zone, die später auch "DDR" genannt wurde, vor).

Das dritte Kanonendeck war dann der Finanzteil. Unter der Überschrift "Die Börse wird zur Gute-Laune-Maschine" wird folgendes behauptet: "Der Kursaufschwung der vergangenen Monate ist kein Fantasiegebilde. Vielmehr funktioniert der Kapitalmarkt als Stimmungsmacher mit realen Folgen in der Wirtschaft". Die WELT AM SONNTAG hat hier sicherlich recht: Ein Fantasiegebilde ist der Börsenaufschwung, der durch eine massive Einschleusung von frisch gedrucktem Notenbankgeld über Goldman "Government" Sachs und andere systemrelevante Banken angefeuert wurde, sicherlich nicht. Aber auch Larry Summers und Tim Geithner kommen mit ihrer Stimmungs-Kanone Börse auch an die Grenzen eines wichtigen Mitspielers: Des Verbrauchers, der zunehmens arbeitslos wird, überschuldet ist und dessen Haus nun weniger Wert ist als die Hypothek darauf. Von den sich pulverisierenden Pensions-Ansprüchen einmal ganz abgesehen.

Oh misericordia, oh sancta samplicitas: Eichelburg, Ziemann und andere mühen sich ernstlich, aus den staatlich konfektionierten Zahlen insbesondere durch Rückgriff auf viel englischsprachiges Material (Anmerkung: In Deutschland ist nur sehr wenig Hintergrund-Material verfügbar --- deshalb ist ein Grossteil der deutschen Web-Seiten zur Finanz-Krise schlechter Qualität) die Realität der Situation des Wirtschafts- und Finanzsystems herauszuarbeiten. Und dann feuert die WELT AM SONNTAG in einem beispielslosen Amok-Lauf auf alles und jeden, der den Aufschwung nicht sehen will. Und das schlimmte daran ist, dass die Redakteure vielleicht nur der CDU/CSU nebst FDP zum Wahlsieg im September verhelfen wollen, dabei aber viele (Investoren-)Schafe zur Scherung oder sogar Schlachtung führen werden.

John Mc Cain hat die Wahl gegen Obama im Wesentlichen deshalb verloren, weil die Manipulation der Wirtschaftsdaten durch die Bush-Administration bis zum Wahltag nicht durchgehalten werden konnte. Zur Zeit sieht es so aus, dass sich Merkel mit ihrem "low profile" Wahlkampf und der "Alles wird gut" Propaganda über den Wahltag hinwegretten kann. Es kracht aber merklich im Gebälk: Merkel geht hier ein hohes Risiko ein.

Nach Deutschland hat heute auch Japan ein Wachstum des Bruttoinlands-Produktes für das zweite Quartal gemeldet. Dort stehen auch in Kürze Wahlen an. Den Investoren schienen diese Zahlen aber dennoch nicht gefallen zu haben: Der Aktien-Markt in Tokio brach um über 3 Prozent-Punkte ein.

Auch in der heutigen Ausgabe des SPIEGELs wurden positive Berichte über den weiteren Verlauf der Konjunktur verbreitet. Allerdings lässt man sich dennoch mit Verweis auf einen möglichen W-Verlauf der Wirtschaft und einem Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre ein Hintertürchen offen: Dort haben nämlich auch Zeitungen, Fachleute und Regierungsstellen mehrfach ein Ende der Krise verkündet --- Ergebnis bekannt.

Gold stand heute früh im asiatischen Markt unter Dauerbeschuss, nachdem der Rückgang des NIKKEI-Aktienindex um knapp 320 Punkte eine schlechte Woche für die Aktienmärkte einzuläuten drohte. Im asiatischen Handel fiel Gold um bis zu $7 gegenüber dem Freitags-Schlusskurs in New York. Solche starken Preis-Ausschläge sind unüblich und zeigen, dass die Akteure sehr nervös sein müssen. Mit Beginn des Londoner Handels stieg der Druck weiter an. Der A.M. Fix kam mit $937,50 (EUR 664,66) um $20 niedriger als am letzten Freitag zustande. Hier muss das Gold-Kartell wohl wieder mit einer mächtigen Menge Zentralbank-Gold operiert haben.

Zum Nachmittag verstärkte sich der Druck auf das Gold noch. Eine Reihe von Tradern hat wohl Stop Loss Marken um die Marke von $940 gesetzt. Mit dem Unterschreiten dieser Marke müssen die Trader ihre Future-Positionen auflösen und verstärken damit den Druck auf den Gold-Preis. Dass aber trotzdem massiv mit Zentralbank-Gold nachgeholfen wurde, lässt sich am P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ ablesen: $932,75 (EUR 663,41) --- minus $21 gegenüber dem P.M. Fix vom Freitag.

Noch schlimmer hat es Silber erwischt, das knapp 5 Prozent verlor und nun um die Marke von $14 kämpfen muss. Die Platin-Metalle (Pt, Pd) gaben mehr als 2 Prozent ab. Nach dem Schluss des Handels in London hat das Gold-Kartell die Marke von $930 ins Visier genommen. Diese Marke konnte allerdings verteidigt werden. Solche massiven Angriffe des Gold-Kartells sind bei den Markt-Teilnehmern inzwischen bekannt. Deshalb positionieren sich einige Trader dann auf der Short-Seite, um vom Abschwung des Gold-Preises profitieren zu können. Meistens steigen diese Trader aber erst dann ein, wenn ein Grossteil der Abwärtsentwicklung bereits gelaufen ist. Die Gold-Kartell Banken beginnen dann schon, ihre Positionen zurückzukaufen. So profitieren JP Morgan & HSBC von den Aktionen der Long- und Short-Trader gleichermassen.

Gold beendete den Handel an der COMEX mit $934.
Der USDX konnte heute kräftig auf 79,4 zulegen. Immer wieder erleben wir die eigenartige Situation, dass wenn die Aktien-Märkte einbrechen, der Dollar künstlich gestützt wird. Auch die 10-jährigen Treasuries tendierten heute stärker. Die Real-Zinsen fielen auf 3,5 Prozent. Der von mir ermittelte Quotien aus beiden Werten ist heute stark auf 22,7 (Freitag: 21,9) gestiegen.


Neu 2009-08-15:

Gold-Bericht für den 14. August 2009:

In der gestrigen ARD-Sendung MONITOR wurde aufgedeckt, dass die Banken und Versicherungen die Haupt-Nutzniesser der staatlichen Rettung der HRE-Bank sind. In dem Beitrag wurde eine Tabelle präsentiert, in der verschiedene Banken und Versicherungen als die Haupt-Gläubiger der HRE identifiziert wurden. Im Falle eines Konkurses der HRE hätten die Organisationen wohl einen Grossteil ihrer Assets abschreiben müssen.

Die Haupt-Gläubiger waren die Allianz mit EUR 5,3 Mrd, die Münchener Rück mit EUR 4,4 Mrd, die Bayern LB mit EUR 3,0 Mrd, die Unicredit (Hypo-Vereinsbank) mit EUR 3,0 Mrd, die DZ Bank mit EUR 3,0 Mrd, die Debeka mit EUR 2,8 Mrd, der HDI mit EUR 2,1 Mrd, die HUK mit EUR 2,1 Mrd, die AXA mit EUR 2,0 Mrd, die Zürich Financial Services mit EUR 1,7 Mrd, die LBBW mit EUR 1,7 Mrd, die KfW mit EUR 1,4 Mrd, die Commerzbank mit EUR 1,4 Mrd, die HSH Nordbank mit EUR 1,3 Mrd, die Deutsche Post mit EUR 1,2 Mrd, die NRW Bank mit EUR 1,2 Mrd, die Norddeutsche Landesbank mit EUR 1,1 Mrd, die WestLB mit EUR 1,1 Mrd und zuletzt darf auch die Deutsche Bank mit EUR 1,0 Mrd nicht fehlen. Insgesamt waren Positionen von EUR 50,7 Mrd der Versicherungen und Banken in Gefahr.

Bei US Versicherungs-Gesellschaft AIG hat der Druck der Öffentlichkeit dazu geführt, dass die Nutzniesser der staatlichen Rettung bekannt gemacht wurden. Bei der HRE wurden diese Zahlen nun durch ein dem Magazin MONITOR als "geheim" zugespieltes Dokument bekannt gemacht. Ich hege schon seit geraumer Zeit die Vermutung, dass die massiven staatlichen Geldmittel, die in die HRE Bank gepumpt wurden (und immer noch werden) dazu dienen, das deutsche Banken-System durch die Hintertür zur rekapitalisieren. Anscheinend stand in Deutschland letzten Oktober nicht nur das Bankensystem vor dem Aus, sondern in gleichem Umfang musste das komplette Versicherungssystem gerettet werden. Mit der Allianz, der Münchener Rück, der Debeka, HDI und AXA wären die high Profiles der deutschen Versicherungs-Branche im Umfang von EUR 20,4 Mrd betroffen gewesen.

Dass mit einem Kollaps des Versicherungs-Systems der Staat selbst in Schwierigkeiten gekommen wäre, liegt nahe. Die Versicherungs-Gesellschaften gehören zu den grössten Anlegern in deutsche Staatsanleihen ("Bunds"). Ein durch die HRE-Pleite ausgelöster Run der Kunden auf die Versicherungen hätte dazu geführt, dass sich die Versicherungen zuerst von den liquidesten Anlageformen hätten trennen müssen, um ihre Kunden auszuzahlen. Und das sind nun einmal die deutschen Staatsanleihen. Ein massiver Verkauf hätte des Realzins-Niveau nach oben getrieben und vor allen Dingen die Finanzierbarkeit des Staates in Frage gestellt. Das starke Interesse von Merkel, Steinbrück & Co lag also primär nicht in dem Bankensystem, sondern in der Eigenrettung ihrer Staatsanleihen begründet.

Der Staat muss sich sowieso einen neuen "Ankerpunkt" für seine Staatsanleihen suchen, will er nicht selbst das Opfer des fast unausweichlich erscheinenden Endes des Papiergeld-Systems werden. Mehr dazu in meinem nächsten Gold-Bericht.

Gold entwickelte sich heute anfangs erneut positiv. Allerdings hat das Gold-Kartell zu jedem Zeitpunkt darauf geachtet, dass die Marke von $960 nicht nach oben durchbrochen wird. Die Marktteilnehmer haben diese Nachricht verstanden und gar nicht versucht, diese Marke zu testen. Im asiatischen Markt tendierte Gold erneut wieder einige Dollar fester. Diese Entwicklung setzte sich im Londoner Vormittags-Handel fort. Der A.M. Fix kam mit $957,50 (EUR 670,52) zustande und bestätigte diese Entwicklung. Gegenüber der gestrigen Notierung ein Zuwachs von $2.

Der Nachmittags-Handel verlief erst einmal ruhig. Und auch die Veröffentlichung der Zahlen zum Consumer Price Index (CPI) um 14:30 Uhr MEZ hatten keine Auswirkungen auf den Gold-Preis. Je näher der P.M. jedoch rückte, desto stärker verfiel der Gold-Preis. Wir kennen dieses Muster: Mit physischem Gold sollte zum Freitag Nachmittag eine Preis-Marke weit unter $960 erreicht werden. Der P.M. Fix kam unverändert gegenüber gestern mit $953,50 (EUR 669,73) zustande.

Das Gold-Kartell muss eigentlich mit der sehr begrenzten Resource Zentralbank-Gold gut haushalten. Deshalb lag ein weiterer Angriff auf den Gold-Preis entweder während der verbleibenden Handelsstunden an der COMEX ("Plan B") oder im späten Access Handel ("Plan C") in der Luft. Man hat sich anscheinend für "Plan B" entschieden: Um 16:45 Uhr MEZ wurde Gold in zwei Wellen von $955 auf $945 gedrückt. Möglicherweise waren die wieder nach unten gerichteten Zahlen des Verbrauchervertrauens in den USA Auslöser der heutigen Drückung. Diese Zahlen haben auch die Stimmung an den Aktien-Märkten wieder verdunkelt.

Mit $947 konnte sich der Gold-Preis zum Ende des Handels an der COMEX nur wieder leicht stabilisieren.
Sowohl US-Dollar als auch die Staatsanleihen haben heute zulegen können. Der USDX stieg auf 78,8, während die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes zwar anfänglich auf 3,5 Prozent gesunken sind, dann sich aber zum Handelsende mit 3,6 Prozent unverändert gezeigt haben. Der Quotient aus beiden Werten ist heute weiter auf 21,9 gestiegen (Donnerstag: 21,8).


Neu 2009-08-14:

Gold-Bericht für den 13. August 2009:

Das FED-Meeting ist vorbei, man hat keine wesentlichen Beschlüsse gefasst, selbst die Wirtschafts-Presse widmet dem Ergebnis nur noch eine kleine Nachricht und die Geldmetalle Gold und Silber dürfen wieder steigen. Insbesondere Silber entwickelte sich die letzten Tage besonders gut: Heute ein Zuwachs von 3 Prozent und die Marke von $15 wurde nur hauchdünn verfehlt.

Im asiatischen Markt konnte Gold heute früh $3 zulegen. Diese positive Preisentwicklung befeuerte den Vormittags-Handel in London. Dass die Nachfrage von physischem Gold hoch war, kann man an dem heutigen A.M. Fix von $956,00 (EUR 669,84) ablesen. Ein Zuwachs von $12 auf 24-Stundenbasis.

Im Nachmittags-Handel wurde eine Stunde vor Beginn des Handels an der COMEX die Marke von $960 zum ersten Mal erfolglos getestet. Der zweite Versuch erfolgte kurz nach Öffnung der New Yorker COMEX: Wieder erfolglos. Kurz vor 16:00 Uhr MEZ fiel Gold dann plötzlich wieder unter die Marke von $955 zurück. Der Grund ist der mit $953,50 (EUR 667,72) zustande gekommene P.M. Fix. Das Gold-Kartell möchte unter allen Umständen einen schnellen Anstieg über die Marke von $960 verhindern. Wie erbittert wurde um diese Marke wochenlang gekämpft. Trotzdem konnte physisches Gold im Tagesvergleich $6 zulegen.

Was beim Gold nicht zugelassen wird, ein Anstieg um über 2 Prozent im Tagesverlauf, konnte Silber heute demonstrieren: Ein Anstieg um 3 Prozent. Hier wird jedoch um die Marke von $15 hart gekämpft. Was bei Gold die $960er-Marke ist, war heute beim Silber die Marke von $15.

Gold beendete den Handel an der COMEX auf einem Niveau von $955.

Der Aufwärts-Trend vom US-Dollar war wohl auch nur eine Eintags-Fliege. Der USDX notierte mit 78,3 um 0,5 Punkte niedriger als gestern. Dafür sind die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes heute auf 3,6 Prozent gefallen.

Angeblich waren die heute versteigerten 30-jährigen Treasuries so stark nachgefragt, dass das Zins-Niveau gedrückt wurde. Wieder will man uns das Märchen von den ausländischen Zentralbanken auftischen, die sich um die Papiere förmlich reissen würden. Tun sie auch - aber nicht weil die Papiere so attraktiv sind. Sondern weil eine gescheiterte Versteigerung den US-Dollar und damit auch die anderen Währungen mit in den Abgrund reissen würde. Und so dient man brav als Steigbügel-Halter der Obama-Administration.

Nun ist es ja nicht so, dass das für die USA bereitgestellte Geld den Investoren aus der Welt im Geldbeutel fehlen würde. Die Staaten in Europa, Japan etc müssen auch riesige Staatsdefizite schultern. Nein dieses Geld kommt frisch aus der Notenpresse. Während der eine klettert, sichert der andere ab.

Der Quotient aus dem USDX und den Renditen ist heute auf 21,8 gestiegen (Mittwoch: 21,3).

Das deutsche Wahlvolk liegt vor der Bundestagswahl im September unter Dauerbeschuss der ein Ende der Rezession ankündigenden Wahrheitsministerien. Heute war es die Nachricht über die leichte Zunahme des Brutto-Inlandsproduktes im zweiten Quartal, die die Daueroptimisten wieder fröhlich stimmte. Die Bevölkerung scheint sowieso zum grossen Teil nach dem Motto zu handeln: Bei mir ist weder der Aufschwung der letzten Jahre noch der heutige Abschwung angekommen. Also agiere ich so weiter wie bisher.

Vielleicht kommen bald wieder die Stimmen, die die Goldilocks-Economy wiederaufstehen sehen. Das ist keine auf Gold basierende Wirtschaft, sondern ein Modell, bei dem es stetig aufwärts ohne nennenswerte Inflation geht. Eigentlich ein englisches Märchen. Vielleichts ist alles aber doch nicht so gut. Bloomberg berichtete heute: " Sales at U.S. retailers unexpectedly fell in July, raising the risk that a lack of consumer spending will temper a recovery from the worst recession since the 1930s. " Der U.S. Consumer braucht doch einen Job, um mehr ausgeben zu können. Wirklich keine Überraschung. Und weiter: " The Labor Department said today that 558,000 people filed first-time claims for jobless benefits last week, up from 554,000 the week before. " Wollte man uns nicht letzte Woche weiss machen, dass der Arbeitsmarkt seine Talsohle bereits erreicht habe. Was ist los mit den Wahrheitsministerien ?


Neu 2009-08-13:

Gold-Bericht für den 12. August 2009:

Die heutige FED-Sitzung hat einige zum Teil überraschende Nachrichten gebracht. Aber erst einmal zur Reaktion der verschiedenen Märkte: Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar im Vorfeld der Entscheidung des FOMC befestigt. Kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung ist der Euro stark eingebrochen, konnte diesen Verlust aber wieder wettmachen. Ähnlich erging es Gold: Vor der Entscheidung hat sich Gold wieder an das Niveau von $950 herangearbeitet, ist dann aber auf $945 eingebrochen. Im Gegensatz zum Euro konnte sich Gold zwar auch wieder stabilisieren, wurde dann aber wieder bis auf $946/947 gedrückt.

Die Renditen der 10-jährigen Treasuries gaben sich unbeeindruckt und verharrten bei 3,7 Prozent.
FED: will slow the pace of its $300 billion program to buy U.S. Treasuries
FED: full amount will be purchased by the end of October
FED: left the benchmark interest rate between zero and 0.25 percent
FED: economic conditions mean the rate will stay “exceptionally low” for an “extended period.”
FED: economic activity is leveling out
FED: businesses are still cutting back on fixed investment and staffing
Die Quantitative Easing Initiative zum Ankauf von Treasuries im Umfang bis $300 Mrd wird bis Ende Oktober gestreckt und wird dann nicht weiter aufgeweitet. Die FED geht zur Zeit jedenfalls nicht den Weg der Bank of England, die vor kurzem ihr QE-Volumen massiv ausgeweitet hat. Die Leitzinsen werden wohl für längere Zeit nicht gesenkt werden und auch die wirtschaftliche Erholung geht wohl nicht so schnell, wie man uns in der Öffentlichkeit weiss machen will.

In Wirklichkeit hat QE die letzten Wochen und Monate auch nicht zu einer nachhaltigen Senkung des Zins-Niveaus geführt. Nachdem die FED zusammen mit den Primary Dealer Banken über die Permanent Open Market Operations (POMO) eine Methode gefunden hat, die für Obama's Staatshaushalt notwendigen Beträge mit der Notenpresse bereitzustellen, schadet das Auslaufen des QE auch nicht weiter.

Zurück zum Gold-Markt: Gold wurde im frühen asiatischen Markt bis $940 gedrückt, konnte sich dann aber im Vormittags-Handel wieder stabilisieren. Der A.M. Fix kam mit $943,50 (EUR 667,78) zustande. Ein weiterer Rückgang um gute $2 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix.

Zum Nachmittag konnte sich Gold weiter stabilisieren. Zum nahenden P.M. Fix überschritt Gold die Marke von $945 nachhaltig. Der P.M. Fix kam mit $947,25 (EUR 667,50) zustande. Gegenüber gestern konnte sich Gold wieder um $4 befestigen.

Danach setzte Gold zur einer Rallye über die Marke von $950 an. Dieses Niveau konnte bis zum Schluss des Handels an der COMEX verteidigt werden: $950. 45 Minuten später wurde die Entscheidung des Offenmarktausschusses der FED verkündet.

Der USDX ist heute auf 78,8 gesunken. Die Renditen der 10-jährigen Treasuries verharrten heute bei 3,7 Prozent. Der Quotient aus beiden Werten ist leicht auf 21,3 (Dienstag: 21,4) gesunken.


Neu 2009-08-12:

Gold-Bericht für den 11. August 2009:

Die Kreditvergabe in China ist im Juli 2009 auf ein Viertel des Niveaus vom Vormonat gefallen, ein Rückgang um bemerkenswerte 77 Prozent. Mit ihrer bisher stark expansiven Geld-Politik, begleitet von einem riesigen staatlichem Investitions-Programm wollte man den starken Einbruch der Exportwirtschaft mit einer Ankurbelung der Wirtschaft kompensieren. Das Geld sollte also nicht mehr in die stark exportabhängige Wirtschaft umgelenkt werden, sondern den Aufbau der Binnen-Wirtschaft stärken. Dass die Export-Wirtschaft für China weiterhin ein Problem ist, zeigen die Zahlen vom Juli: Minus 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf der anderen Seite hat diese Geldpolitik einen Teil des frischen Geldes in die Aktien- und Immobilien-Märkte umgelenkt und dort die Preis-Entwicklung befeuert. Die Spieler-Mentalität der Chinesen hat den Shanghai Composite Index seit November 2008 (knapp 1.700 Punkte) bis heute wieder verdoppeln lassen. Wir erinnern uns: Ende 2007 stand dieser Index bereits bei über 6.000 Punkte und hat innerhalb eines Jahres 70 Prozent des Wertes verloren.

Die altbekannten Greespanschen Blasen kehren also wieder zurück. Übrigens nicht nur in China, sondern auch an den anderen Welt-Börsen.

Da Kredit nun durch die Regierung wieder künstlich verknappt wird, steht nun die nächste Runde der Scherung der Investoren-Schafe an. Und da Viele auf Kredit spekulieren, werden wohl einige auf der Schlachtbank landen.

Aus den Bürgern, bisher wohl eher Azubis ("Auszubildende") in Sachen Finanz-Investments, werden erneut Azubus ("Auszublutende"). Selbst den durch die Krise zu Gold-Investoren Geläuterten geht es mit dem Goldpreis-Anstieg nicht schnell genug. Deshalb orientiert man sich wieder an den hohe Gewinne versprechenden Aktien-Märkten. Gier frisst ja bekanntlich Hirn. Goldman "Government" Sachs, die mit ihrem selbst als manipulationsgefährlich bezeichnetem Trading-Programm diese Aktien-Rallye im Auftrag der Regierung künstlich ausgelöst hat, stellt schon die Plastik-Wannen bereit. Das Blut der Azubus wird verwurstet und an der nächsten Currywurst-Bude den Goldman Sachs Tradern als Boni angeboten. So geht im Naturkreislauf des Finanz-Systems jedenfalls nichts verloren.

Nach dem gestrigen Angriff auf den Gold-Preis, flankiert mit einer Dollar-Hebung und einer Stabilisierung der Staatsanleihen, ist eine kurzfristige Erholung des Gold-Preises nicht in Sicht. Der Grund: Eine mögliche Entscheidung des Offenmarktausschusses (FOMC) der FED wird erst am kommenden Mittwoch um 20:15 Uhr MEZ verkündet. Um diese Zeit wird die COMEX bereits seit 45 Minuten geschlossen sein.

Auf der anderen Seite ist der derzeitige Gold-Preis von knapp $950 nahe an der Grenze von $1.000 --- zumindestens wenn die FED weitere stark expansive Massnahmen morgen beschliessen will. Wir blicken zurück: Der Beschluss des FOMC zur QE-Initiative vom 18. März hat den Gold-Preis noch im späten Access Handel von $890 auf $940 hochgetrieben. Im Handel am 19. März stieg Gold dann auf $960 an --- ein Gewinn von $70. Aber die zwei Tage zuvor wurde Gold "vorsorglich" um knapp $40 gedrückt.

Was nun wirklich beschlossen wird, wissen lediglich die Trader des Gold-Kartells. Wer mit der Regierung Geschäfte macht (insbesondere Goldman Sachs) oder der FED (insbesondere JP Morgan), der wird durch Anwendung seines Insider-Wissens eben gute Geschäfte machen.

Gold schwankte den heutigen Tag fast leblos um die beiden gestern vom Gold-Kartell eingemeisselten Marken von $945 (Niveau der Anfangs-Drückung und Schlusskurs an der COMEX) und $945 (Londoner P.M. Fix). Zu gross ist die Unsicherheit der Marktteilnehmer, was die FED nun beschliessen wird. Die eine Fraktion, befeuert von den System-Medien wie CNBC und Bloomberg, erwartet ein Signal für eine restriktivere Geld-Politik, um der Inflationsgefahr zu begegnen. Begründen tut sie dies mit dem die letzten Tage Stärke gewinnenden US-Dollar und den angeblich positiven Wirtschaftsnachrichten. Andere erwarten eine Verlängerung oder sogar eine Aufstockung der Ende September auslaufenden Massnahmen zum Ankauf von Treasuries durch die FED. Der A.M. Fix kam mit $946,00 (EUR 668,22) zustande.

Am Nachmittag dümpelte Gold auf diesem Niveau weiter in den Handel an der New Yorker COMEX. Erst kurz vor dem P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ musste Gold einige Dollar abgeben. Der P.M. Fix kam mit $942,75 (EUR 667,72) um $2 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Am physischen Markt in London hält der Druck auf den Gold-Preis also an. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf $945 befestigen.

Was schreiben die auf der Payroll des Gold-Kartells stehenden Kommentatoren und Experten zur derzeitigen Preisentwicklung. Jon Nadler (KITCO) weist insbesondere daraufhin, dass der Gold ETF 66 Tonnen Gold gegenüber seinem Höhepunkt von Anfang Juni 2009 verkauft hat und interpretiert dies als ein Signal, dass Gold seinen Höhepunkt überschritten habe. Leser meiner Berichte wissen, warum das Interesse an einem Investment in die Gold ETFs abnimmt: Weil sie in Verdacht stehen, das ausgewiesene Gold gar nicht zu haben bzw es an die Gold-Kartell Banken (illegalerweise) verliehen zu haben. Eine Reihe von grösseren Investoren hat wohl deshalb ihre Bestände in Gold ETFs verkauft und sich dafür selbst mit physischem Gold eingedeckt. Der zweite Kommentar kommt von Philip Klapwijk, Chairman des Londoner Gold Research & Consultancy Unternehmens GFMS. Er weist auf die bedingt durch die angeblich hohen Preise zurückfliessende Menge an Scrap Gold hin. Ausserdem interpretiert er das kürzlich von den europäischen Zentralbanken abgeschlossene Abkommen über Goldverkäufe (max 400 Tonnen pro Jahr anstelle von 500 Tonnen aus dem ablaufenden Abkommen) dahingehend, dass die Zentralbanken nun wieder verstärkt Gold-Leasing Geschäfte vornehmen könnten (was natürlich Gold-negativ wäre). Nach meiner Ansicht ist ein Grossteil des europäischen Goldes bereits unsichtbar für die Öffentlichkeit verleased. Und die grosse Menge Scrap Gold, die von GFMS in der Demand / Supply - Rechnung ausgewiesen wird, ist grösstenteils dieses unsichtbar verliehene Gold.

Solange diese Kommentatoren den Gold-Preis schlechtreden müssen, besteht mittelfristig keine Gefahr auf ein Ende der Hausse.

In dieser Woche müssen $75 Mrd an Treasury Notes abgesetzt werden ($37 Mrd an 3-jährigen Treasuries heute, $23 Mrd an 10-jährigen Treasuries am Mittwoch und $15 Mrd an 30-jährigen Treasuries am Donnerstag). Unter Bloomberg heisst es zur heutigen Versteigerung der 3-jährigen Treasury Notes: " Treasuries rose after the sale of a record $37 billion of three-year notes attracted the most demand ever from a group of investors that includes central banks, easing concern foreign buyers will shy away from U.S. auctions as the economy shows signs of recovering from recession. "

Meine geäusserte Vermutung scheint sich zu bestätigen: Die EZB bzw die EZB-Mitgliedsbanken kaufen der Treasury ihre Staatsanleihen ab. Dabei schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe --- der US-Dollar wird durch den Tausch neu geschaffener Euros gegen Dollar am Devisen-Markt gestärkt und gleichzeitig bleiben die Renditen der Treasuries unter Druck wegen der "starken Nachfrage". Die Renditen der als Referenzwert dienenden 10-jährigen Treasuries fielen heute auf 3,7 Prozent. Der USDX gab heute 0,1 Punkte auf 79,1 ab. Der von mir ermittelte Quotient aus den USDX und den Renditen ist heute auf 21,4 (Montag: 20,8) gestiegen. Innerhalb kürzester Zeit haben wir die Bestätigung für drei Monetarisierungs-Massnahmen der US-Staatsanleihen erhalten:
1. Direkter Aufkauf der Staatsanleihen durch die FED im Rahmen von Quantitative Easing
2. Indirekter Aufkauf der Staatsanleihen durch die FED durch (P)OMO Geschäfte mit den Primary Dealer Banken (die die Staatsanleihen ersteigern mussten)
3. Direkter Aufkauf der Staatsanleihen durch die EZB und anderer Notenbanken im Rahmen der Ausweitung ihrer Devisen-Reserven

Irgendwann werden die Investoren-Schafe feststellen, dass man sie (wieder einmal) geschoren hat. Vielleicht werden sie dann kapieren, dass nur Gold die verbliebenen Reste ihres Vermögens schützen kann. Dann werden auch noch so trickreiche Massnahmen des Gelddruckens nicht mehr weiterhelfen.

Bitte, bitte diesen Ochsen Jon Nadler nicht auch noch hier erwähnen.


Neu 2009-08-11:

Gold-Bericht für den 10. August 2009:

Im Laufe des letzten Freitag konnte der US-Dollar gegenüber dem Warenkorb aller anderen wichtigen Währungen um einen ganzen Punkt auf 78,9 zulegen. Gleichzeitig wurde dieser massive Dollar-Anstieg mit der Goldpreis-Drückung im Anschluss an die monatlichen Arbeitsmarkt-Daten des "Wahrheitsministeriums" BLS begleitet. Schaut man sich den Anstieg des USDX am letzten Freitag genauer an, dann fällt auf, dass insbesondere der Euro gegenüber dem US-Dollar kräftig Federn lassen musste. Die System-Reparatur war also wohl eine koordinierte Aktion der EZB und der FED, bei der zusätzliche Euro-Liquidität gegen US-Dollar in die Devisen-Märkte geflossen ist.

Man erkennt, dass der Euro auch keine Hartwährung mehr sein will, geschweige denn eine Fluchtwährung. Gleichzeitig wurden trotz der Gold-Drückung in US-Dollar berechnet keine weiteren Anreize für die stark Gold nachfragenden Nationen des Euro-Raum geschaffen. Gold in Euro gerechnet ist eben nicht gesunken.

In der ersten Hälfte dieser Woche dürfen sich die Gold-Freunde auch keine Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung des Gold-Preises machen. Am Dienstag und Mittwoch tagt der Offenmarktausschuss (FOMC) der FED in Washington. Wesentliche geldpolitische Entscheidungen werden zwar nicht erwartet, aber letzte Woche hat uns ja auch die Bank of England mit einer weiteren massiven Ausweitung ihrer "Quantitativing Easing" Initiative zum Ankauf von Gilts (U.K. Staatsanleihen) überrascht. Und am letzten Donnerstag wurde berichtet, dass die FED im Rahmen ihrer permanent Open Market Operations (Anmerkung: Das ist nicht das Programm zum Ankauf von Treasuries über QE) die letzte Woche frisch von der U.S. Treasury an die Primary Dealer verkauften 7-jährigen Treasury Notes zur Hälfte von den Primary Dealer Banken zurückgekauft hat. Einem Beobachter ist aufgefallen, dass die CUSIP-Nummer, die die Wertpapiere eindeutig identifiziert, bei beiden Transaktionen die gleiche war.

Für die Nicht-Gläubigen: Am 30. Juli wurden $9,8 Mrd an 7-jährigen Staatsanleihen durch die Treasury versteigert. CUSIP Number: 912828LD0. Das Versteigerungs-Ergebnis kann man anhand der CUSIP Number selbst googlen. Die New York FED veröffentlicht unter ihrer Web-Seite http://www.newyorkfed.org/markets/pomo/display/index.cfm?showmore=1&opertype=orig die Aktivitäten ihrer OMO (Open Market Operations) Treasury. Unter "Operation 2 - Results" vom 6. August ist folgendes gelistet: 912828LD0 (CUSIP) T 03.250 07/31/16 (Security Description) 4,753,000,000 (Par Amt Accepted $). D.h. die New York FED hat von den kürzlich emitierten $9,8 Mrd Staatsanleihen im Rahmen ihrer OMO wieder $4,753 Mrd aufgekauft.

Auch die am 29. Juli versteigerten 5-jährigen Treasuries (CUSIP 912828LC2) im Umfang von $13,65 Mrd wurden durch die FED aufgekauft. "Operation 3 - Results" vom 5. August listet folgendes auf: 912828LC2 (CUSIP) T 02.625 07/31/14 (Security Description) 206,000,000 (Par Amt Accepted $). Hier hat die NY FED lediglich $206 Mio aufgekauft.

Die Monetarisierung mit (P)OMO funktioniert folgendermassen: Die Primary Dealer Banken kaufen die bei der Versteigerung nicht absetzbaren Treasuries auf. Im nächsten Schritt monetarisiert die New York FED diese Treasuries durch Ankauf von den Banken.

Letzte Woche habe ich berichtet, dass die Obama-Administration nun dazu übergegangen ist, Wirtschaftsdaten nicht nur zu manipulieren, sondern offensichtlich zu fälschen. Auch bei der QE-Initiative ist diese Administration (bzw die FED) dazu übergegangen, die neu herausgegebenen Staatsanleihen über den Umweg der Primary Dealer direkt zu monetarisieren. Vorgesehen war "Quantitative Easing" lediglich, um die Real-Zinsen für längerfristige Anleihen zu drücken. Das heisst die Obama-Administration hat für ihre Staatsschulden am Markt keinen Kredit mehr (das Rating AAA ist sowieso nur noch eine Makulatur).

Uns sollte deshalb nicht überraschen, wenn das $300 Mrd starke QE-Programm in der Sitzung des FOMC am Dienstag oder Mittwoch noch massiv ausgeweitet werden muss. Die Politiker sprechen schon von der Notwendigkeit weiterer Konjunktur-Programme, um die notdürftig am Leben erhaltene U.S.-Wirtschaft nicht in eine zweite Depressions-Welle zu entlassen.

Je intensiver die Gold-Drückung die nächsten Tage durchgeführt wird, desto gravierendere Entscheidungen sind von dem FOMC-Meeting zu erwarten.

Über das "Deutsche Volksgold", das die Bundesbank in unserem Auftrag verwahrt, berichtete der internationale Journalist Max Kaiser, dass ihm bei seinem Besuch am 17 März 2008 in der Zentrale in Frankfurt a.M. bestätigt wurde, dass die deutschen Gold-Reserven in New York verwahrt werden (wahrscheinlich in den Kellern der New Yorker FED). Das legt die Vermutung nahe, dass sich die U.S.-Administration Teilen dieses Gold-Schatzes bemächtigt hat, und den Gold-Markt mit 400 Unzen-Barren manipuliert hat. Bei der Summe der verbrechensähnlichen Delikte, die zur Zeit an den Märkten ergriffen werden, liegt diese Massnahme nicht fern.

Es kursieren schon seit einigen Monaten Gerüchte, dass die Bundesregierung mit Antritt der Obama-Administration auf eine Repatriation des deutschen Goldes drängt. Anscheinend ist dieser Wunsch ungehört verhallt. Wahrscheinlich existiert schon ein Grossteil dieses Goldes nicht mehr. Da können die grossen Vereinigten Staaten sich nicht gegenüber Deutschland die Blösse geben, dass deren Gold bereits "weg" sei.

Der Gold-Handel startete heute früh im asiatischen Markt mit leichten Preis-Abschlägen. Im Londoner Vormittags-Handel konnte Gold diese Verluste wieder wettmachen, musste aber dann zum A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ doch wenige Dollar auf $953,50 (EUR 671,72) abgeben. Im Vergleich zum A.M. Fix vom letzten Freitag betrug der Rückgang $7, wobei zu diesem Zeitpunkt die Arbeitsmarkt-Daten noch nicht veröffentlicht waren.

Dieses Preis-Niveau hielt bis zum Beginn des Handels an der New Yorker COMEX. Um 14:25 Uhr MEZ, also 5 Minuten nach Eröffnung des Handels wurde Gold innerhalb einer Minute von $952 auf $945 gedrückt. Die Drückung kam 1 Minute später erst auf einem Niveau von $942 zum Stillstand. Einen solch massiven Preis-Einbruch ohne vorliegende Nachrichten ist eine in letzter Zeit öfters beobachtete massive Attacke des Gold-Kartells. Inzwischen bemüht man sich bei seinen Aktionen gar nicht mehr, bestimmte Nachrichten und Ereignisse vorzuschieben, damit die Kartell-bezahlten Gold-Schreiberlinge einen Grund für den Preis-Verfall publizieren können.

Die Angst vor der Reaktion des Marktes auf die Entscheidung der FED FOMC-Sitzung muss wohl gross sein.
Wie erwartet wurde diese im Future-Markt eingeleitete Gold-Preisdrückung zum Londoner P.M. Fix mit einem massiven Verkauf von Zentralbank-Gold abgesichert. Der P.M. Fix kam mit $945,00 (EUR 667,23) um $11 niedriger als noch letzten Freitag zustande.

Auf diesem Niveau verharrte Gold bis zum Schluss des Handels an der COMEX - $945.
Der wöchentliche CFTC Commitment of Traders Report und der monatlich veröffentlichte Bank Participation Report für den 4. August (Dienstag letzter Woche) wartet mit einigen interessanten Neuigkeiten auf. Bisher waren im Bank Participation Report immer drei Banken mit einem Volumen von über 100.000 Gold-Futures netto Short. Seit diesem Monat sind es jedoch nur noch zwei. JP Morgan und HSBC halten jetzt zu Zweit fast genausoviel netto Short-Kontrakte, wie vorher noch mit BoA oder Citi Group. 105.936 Kontrakte, d.h. knapp 330 Tonnen Gold wollen diese beiden Akteure vorwärtsverkauft haben. Aus dem COT-Report geht hervor, dass die acht grössten Commercials mit insgesamt 214.487 Positionen netto short sind. Knapp die Hälfte davon haben JP Morgan und HSBC gezeichnet. Im Wochenvergleich haben diese Parteien ihre Short-Position um 16.455 Kontrakte auf insgesamt 310.449 Kontrakte ausgeweitet. Dem gegenüber stehen 217.009 Long Kontrakte der als spekulativ eingruppierten Inhaber von Long-Positionen. Diese haben ihre Long-Position in der Woche um 17.557 Kontrakte ausgeweitet. Gleichzeitig sind diese Parteien nur noch mit 23.495 Positionen Short, ein Rückgang um 3.186.

Der Sprung des Gold-Preises über die Marke von $960 hat wohl eine Reihe von neuen Spekulanten angezogen, die mit den heutigen Aktionen des Gold-Kartells wohl weiter um ihre Position zittern müssen. Oder diese nach der heutigen Anfangsdrückung unter die Marke von $945 bereits wieder aufgelöst haben. Immer und immer wieder machen es diese Parteien dem Gold-Kartell einfach, ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen. Von einem Trade und nächsten verlieren sie ihr eigenes Geld oder das Geld ihrer Investoren an JP Morgan, HSBC, Goldman Sachs und andere. The Gartman Letter (TGL) ist ein solcher Trader, der trotz guter technischer Marktkenntnis nach dem Motto handelt: "Ob Long oder Short, das Geld ist fort". Wer auf gehebelte Gold-Investments wie Futures setzt, wird stets durch das Gold-Kartell ausgehebelt.

Die Zaubermeister haben den USDX um weitere 0,3 Punkte (Freitag: + 1,0 Punkte) auf 79,2 ansteigen lassen. Und es kommt noch besser: Die Renditen der 10-jährigen Treasuries sind heute auf 3,8 Prozent gefallen. Der Quotient aus beiden Werten beträgt 20,8 (Freitag: 20,2).

Sie monetisieren und drucken Geld wie die Irren.


Neu 2009-08-08:

Gold-Bericht für den 7. August 2009:

Die derzeit reporteten Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung sind einfach nicht mehr stimmig. Auf der einen Seite wird behauptet, dass die Verbraucher mehr sparen und das gesparte Geld in die durch die ausufernde Verschuldung des Staates neu herausgegebenen Staatsanleihen stecken würden. Und das in einem Umfang, der innerhalb eines Jahres um den Faktor 10 gewachsen sein soll. Fast im gleichen Atemzug will man uns weissmachen, dass die heillos überschuldeten Verbraucher plötzlich mehr auf Kredit konsumieren und damit die Nachfrage anfeuern. Obwohl die Arbeitslosigkeit weiter steigt oder ein Teil der noch Beschäftigten durch Kurzarbeit zum Teil hohe Lohneinbussen in Kraft nehmen muss.

Reuters berichtete am letzten Mittwoch: " The percentage of U.S. homeowners who owe more than their house is worth will nearly double to 48 percent in 2011 from 26 percent at the end of March, portending another blow to the housing market, Deutsche Bank said on Wednesday. … Of prime conforming loans, 41 percent will be "underwater" by the first quarter of 2011, up from 16 percent at the end of the first quarter 2009, it said. Forty-six percent of prime jumbo loans will be larger than their properties' value, up from 29 percent, it said. … For many, the home has morphed from piggy bank to albatross, the analysts said. "

Wie soll der mit einer Hypothek auf sein Haus belastete Konsument denn von der Bank noch Kredit bekommen, wenn heute 26 Prozent und bis 2011 sogar fast die Hälfte der Konsumenten nicht mehr solvent sind.

Wir sind nun in die Phase eingetreten, wo Wirtschaftsdaten nicht nur manipuliert (z.B. durch "saisonale" Faktoren angepasst; unter Ausblendung nichtgewünschter Daten "angepasst") oder durch das Weglassen bestimmter Fakten in der Presse positiv dargestellt werden, sondern wo die Zahlen offensichtlich gefälscht werden. Und mit Fälschung meine ich einen vorsätzlich durchgeführten Betrug durch die Veröffentlichung von objektiv falschen Zahlen.

Heute durften wir ein weiteres Parade-Beispiel mit der Veröffentlichung der Arbeitslosen-Zahlen für den Monat Juli 2009 miterleben. Auf Monatsbasis sind lediglich 247.000 Jobs verlorengegangen und die Arbeitslosen-Quote ist interessanterweise von 9,5 Prozent auf 9,4 Prozent gesunken. Zu tief hat sich die Obama-Administration mit Versprechungen an sein "gläubiges" Volk aus dem Fenster gelehnt. Wenn schon die besseren Zahlen von allein nicht kommen wollen, dann müssen die Zahlen eben selbst "verbessert" werden.

Der Gold-Preis hat sich trotz dieser Zahlen noch relativ gut gehalten. Bill Murphy hat die Gold-Preisentwicklung der letzten fünf Jahre zu den Zeiten der Veröffentlichung der Arbeitsmarkt-Zahlen verfolgt: In 59 von 60 Fällen wurde Gold gedrückt. Den heutigen Tag konnte man deshalb aus Sicht des Gold-Investors abschreiben. Zum A.M. Fix konnte Gold die Marke von $960 noch mit $960,50 (EUR 668,59) halten. Aber bereits zum P.M. Fix musste Gold auf 24-Stundenbasis $8 abgeben. Der P.M. Fix kam mit $956,00 (EUR 670,41) zustande. Der USDX legte heute kräftig auf 78,8 zu --- der Anstieg begann kurz nach Verkündung der Zahlen durch das BLS um 14:30 Uhr MEZ. Der Gold-Preis brach zu dieser Zeit von $963 auf $954 schnell ein, konnte sich aber genauso schnell wieder erholen. Der Eingriff im physischen Markt zum nahenden P.M. Fix liess Gold dann wieder bis auf $955 einbrechen.

Die Renditen der 10-jährigen Treasuries stiegen auf 3,9 Prozent an. Der Quotient aus USDX und den Renditen gab auf 20,2 nach (Donnerstag: 20,6). Damit ist der Tiefstand vom 10. Juni nur noch 0,1 Punkte entfernt. Gold beendete den Handel an der COMEX mit $957. Im folgenden Access Handel wurde weiter gedrückt --- aber das kennen wir ja bereits.


Neu 2009-08-07:

Gold-Bericht für den 6. August 2009:

Wie stark die Art der Darstellung einer Nachricht in der Öffentlichkeit doch einen falschen Eindruck vermitteln kann. Das Bundeswirtschafts-Ministerium verlautbarte, dass die Auftragseingänge der deutschen Industrie auf Monats-Basis um 4,5 Prozent gestiegen seien.

Stutzig wird man, wenn man den zweiten Teil des Kommentars von Roland Döhrn, Konjunkturchef des RWI (Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung) liesst: " Wir liegen voll im Plan einer allmählichen Erholung der deutschen Wirtschaft. Das ändert nichts an dem erwarteten Rückgang der Wirtschaftsleistung von mehr als sechs Prozent in diesem Jahr. "

Gerade in der Investitions-Güterindustrie besteht ein zum Teil erheblicher Zeitversatz zwischen Auftragseingang (also Eingang der Bestellung) und dem Umsatz (also der Komplettierung des Projektes oder des Produktes). Bei Gross-Vorhaben wie den Kraftwerksbau kann dieser Zeitversatz mehrere Jahre betragen. Als Ende letzten Jahres die Auftragseingänge stark eingebrochen sind, hat das auf die reale Produktion noch nicht einen so grossen Einfluss gehabt. Man hat eben noch das bestehende Auftrags-Polster abbauen können.

Was allerdings in der Nachricht verschwiegen wird ist, dass auf Jahresbasis der Auftragseingang um 25,4 Prozent eingebrochen ist. Hier kann man weder von einer Stabilisierung und schon gar nicht von einem Ende der Rezession sprechen. Vielmehr bestätigt sich der sehr schwache Auftragseingang der vergangenen 9 Monate. Wenn wir dann im Herbst auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres angekommen sind, werden die Zahlen auf Jahresbasis natürlich wieder besser werden. Hier wird uns dann wohl die nächste grosse Heilsbotschaft mit jährlichen Zuwachszahlen von 10 Prozent aufgetischt werden.

Dass die Rezession lange noch nicht überwunden ist, kann man an der heutigen Entscheidung der Bank of England (BoE) erkennen: Die BoE war ein Vorreiter beim Ankauf von Staatsanleihen, auch Quantitative Easing (QE) genannt. Beim QE kauft die Notenbank Staatsanleihen an den Bond-Märkten auf, um deren Kurs zu stützen. Bzw da sich Kurs und Real-Zinsen invers zueinander verhalten, die Real-Zinsen zu drücken. Die Regierung braucht frisches Geld, um mit ihrer keynesianistischen Politik mit Hilfe hoher Staatsausgaben die Wirtschaft am Leben zu erhalten. Die Ausgaben werden auf Pump, d.h. durch Verkauf von neuen Staatsanleihen "finanziert". Die Staatsanleihen finden schon längst keine Investoren mehr an den Märkten (Anmerkung: Alle Pressmeldungen, die dies trotzdem implizieren, sind reine "Wunschvorstellungen", da es diese Masse freier Investoren-Gelder gar nicht gibt) - d.h. sie müssen über die BoE indirekt monetorisiert werden. Das geschieht unter Ausweitung der Bilanz der BoE. Die BoE schafft frisches Geld (durch die Notenpresse) und gibt den Verkäufern dieses frische Geld im Austausch für die Staatsanleihen. Die BoE bucht die Staatsanleihen auf der Aktiva-Seite ("assets") ein, während das frisch gedruckte Geld auf der Passiva-Seite ("liabilities") gebucht wird. So einfach ist es, neues Geld zu "erzeugen".

Bisher hat die BoE ein (selbstdefiniertes) Budget von GBP 125 Mrd für diese Initiative gehabt. Aber das reicht trotz anderer Erwartung vieler "Experten" nicht aus. So wurde das Programm um weitere GBP 50 Mrd aufgestockt. Im Vergleich zu den U.S.A. ist die U.K. ein Winzling, aber sie leistet sich ein QE-Programm in der gleichen monetären Höhe wie die FED ($300 Mrd).

In Wirklichkeit werden mit dieser Initiative die Staatsausgaben über die Notenpresse finanziert. Erwartungsgemäss hat dies dem Kurs des englischen Pfunds nicht gut getan - aber die Notenbanken sprechen sich untereinander ab, so dass der Schaden begrenzt werden kann. Wenn das Pfund schwach wird, dann kaufen die anderen Notenbanken eben Pfund gegen ihrer eigene Währung auf. Damit machen sie zwar ihre eigene Währung auch schwach, aber das würde höchstens beim Gold-Kurs auffallen. Deshalb wird bei solchen Aktionen Gold immer im Vorfeld kräftig gedrückt, damit der Investor denkt, dass alles OK sei.

Im Prinzip kann sich über diese Methode jeder Staat im beliebigen Umfang mit Hilfe der Notenpresse seiner Zentralbank in der eigenen Währung finanzieren. Das sehen wir ja auch zur Zeit in den U.S.A., wo nur noch jeder zweite Dollar aus Steuereinnahmen stammt. Die Staatsanleihen sind in einem solchen Papier-Währungssystem immer die Anlage-Komponente mit Null Risiko. Man beobachtet, dass man sich von einer falsch an der Schule gelernten Vorstellung endgültig verabschieden muss: Dass die Notenbanken die Hüterinnen der Währung sprich Geldwertstabilität sind. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Notenbanken sind die Komplizen der Regierungen bei der hemmungslosen Ausgaben-Politik auf Pump. Und findet sich kein Dummer mehr, der die Papiere dem Staat abkauft, dann monetarisiert sie die Notenbank selbst. Allerdings eine Gefahr besteht: Der Abverkauf der Währung - entweder gegen reale Werte wie Aktien, Rohstoffe, Immobilien, Lebensmittel usw. Oder der Abverkauf gegen andere Währungen inklusiv Gold.

Um 13:00 Uhr MEZ kam die Nachricht der BoE und der Pfund-Kurs sank gegenüber dem Euro innerhalb von wenigen Minuten von 0,846 EUR/GBP auf 0,853 EUR/GBP ab. Der Gold-Kurs zündete mit einen halben Stunde Verzögerung von $962 auf $970. Innerhalb dieser 30 Minuten sind die anderen Notenbanken wohl der BoE zur Hilfe gekommen. Wenn die U.K. ihre Währung verwässert ist das primär für den Dollar gegen Gold neutral. Wenn aber nun zur Stützung des Pfundes auch der Dollar verwässert wird, dann steigt Gold an. Es ist wirklich erstaunlich, wie einfach bestimmte Kursverläufe nachzuvollziehen sind.

Und eine weitere Beobachtung konnte man heute machen: Immer wenn die Währung eines Staates in Bedrängnis kommt, dann wird Druck auf den Gold-Preis an den beiden Londoner Marken des physischen Handels ausgeübt. Die Notenbanken öffnen ihre Gold-Lager und verkaufen auf verstecktem Wege Gold in den Londoner Markt. Die nun frühzeitig beobachteten Nachfrager aus Indien freuen sich.

Der gestrige und sich heute Vormittag fortsetzende Druck auf den Gold-Preis diente also einzig und allein zur Absicherung der erweiterten QE-Initiative der BoE. Schön zu beobachten ist heute, dass die jeweiligen Tiefpunkte im Marktgeschehen um die beiden Londoner Fixe (A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ und P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ) lagen. Zum A.M. Fix war fast die schon als sicher geglaubte Marke von $960 in Gefahr: $960,75 (EUR 667,23) und damit $4 weniger als gestern lautete der A.M. Fix. Und auch der P.M. Fix kam, als Gold schon um die Marke von $970 tendierte, relativ schwach mit $964,00 (EUR 671,54) zustande. Das sind zwar $3 mehr als gestern zur gleichen Zeit. Aber dort wurde noch versucht, die Marke von $960 nach unten zu durchbrechen.

Viele Leser werden sich fragen, wie Zentralbankgold verkauft werden kann, obwohl sich die Gold-Bestände der grossen Notenbanken (U.S.A. über 8.000 Tonnen, Deutschland ca 3.500 Tonnen) quasi nicht verändern. Ein Veröffentlichung der realen Verkäufe würde sofort die mit hunderten von Milliarden Dollar ausgestattete Hedge-Fonds veranlassen, gegen die Notenbanken Gold zu kaufen. Würden die Vorräte erschöpft sein, dann müsste der Gold-Preis förmlich explodieren und die Hedge-Fonds könnten riessengrosse Gewinne einfahren. Weisen die Notenbanken jedoch grosse und unveränderte Gold-Bestände aus, dann wissen die Hedge-Fonds nicht mehr, wie stark ihr Gegner in Wirklichkeit noch ist. Alle westlichen Zentralbanken verleihen deshalb ihr Gold über die Kartell-Banken, weisen aber ihre Bestände als Gold (d.h. real existierende Barren) und Goldforderungen (d.h. verliehenes und real nicht mehr existentes Gold) in einer Summe aus. Ausnahme: Die Schweizer Nationalbank (SNB). Mit diesen Gold-Leihe Operationen wurden bereits viele tausende von Tonnen Zentralbank-Gold "unsichtbar" in den Londoner Markt gekippt. Das Risiko eines steigenden Gold-Preises haben de facto die Kartell-Banken, aber die Leih-Operationen werden kontinuierbar verlängert. Erst wenn das System endgültig kippt, werden diese Aktionen der Öffentlichkeit bekannt werden. Dann ist aber alles "Volksgold" bereits in Besitz der "starken Hände".

Morgen um 14:30 Uhr MEZ werden die Arbeitslosen-Zahlen durch das "Wahrheitsministerium" BLS für den Juli 2009 verkündet. Hier gilt: Je schlechter die Zahlen, desto agressiver wird die Goldpreis-Drückung ausfallen.

Der US-Dollar wird bereits im Vorgriff der morgigen Nachrichten gehoben - USDX: 78,10. Auch Gold wurde zum Schluss des Handels an der COMEX auf bis zu $960 zurückgestutzt. Die Schock-Nachricht der BoE, die Gold auf über $970 hat klettern lassen, wurde wieder von dem Gold-Kartell pariert. Die Renditen der 10-jährigen Treasuries verharrten bei 3,8 Prozent. Der Quotient aus dem USDX und den Renditen stieg heute wieder leicht auf 20,6 (Mittwoch: 20,4) an. Sehen wir morgen eine Zahl von über 10 % (U-3) bei der offiziell gemeldeten Arbeitslosen-Zahlen ?

Wahrscheinlich: Im späten Access Handel wurde Gold weiter gedrückt - $956.


Neu 2009-08-06:

Gold-Bericht für den 5. August 2009:

Jürgen Trittin von den Grünen hat die Diskussion über eine Vermögensbesteuerung neu belebt. In meinem Bericht vom 22. Juli hatte ich schon vermutet, dass die sogenannten Experten nur "vorgeschickt" wurden, um für die Politiker den Boden zu bereiten. Zitat vom 22. Juli: " Die ganzen Meldungen der letzten Tage, Wochen und Monate zur Erhöhung von Mehrwertsteuer, einer neuen Vermögens-Steuer, einer Reichensteuer getragen von Experten, Wirtschafts-Instituten und anderen staatbezahlten Schreiberlingen dienen nur einem Zweck: Den Boden für eine erneute massive Ausplünderung des Mittelstandes zu bereiten. Nur da ist für den Staats-Kraken noch ausreichend Geld zu holen. Wie wäre es mit einer Zwangs-Hypothek auf das hart ersparte Eigenheim. "

Trettin wird in der FTD folgendermassen zitiert: " "Es gibt rund 800.000 Menschen, die jeweils über eine Million Euro und ungefähr 23 Prozent des Realvermögens in Deutschland besitzen", sagte Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin im FTD-Interview. "Diese sollten wir zweckgebunden für die Risiken aus der Bankenrettung und dem Deutschlandfonds heranziehen." Trittin spezifizierte damit erstmals die Grünen-Ankündigung einer Vermögensabgabe. "Sie wird einmal zweckgebunden erhoben, die Zahlung aber sollte über zehn Jahre gestreckt sein, damit sie nicht zu Schwierigkeiten für die Betroffenen führt", so der Ex-Umweltminister. Als Berechnungsgrundlage für den Wert des Privatvermögens solle es einen Stichtag geben. "

800.000 Menschen in Deutschland erhalten also den Stempel "Superreiche". Es handelt sich hier nicht um die 10.000 Einkommen-Millionäre in Deutschland, sondern Bürger mit einem Eigenheim, das vielleicht aufgrund der Lage 500.000 Euro wert ist. Und dann haben diese angeblichen "Superreichen" auch noch kurz vor dem Erreichen des Rentenalters mehrere hundertausend Euro (kapitalisiert) in privaten Rentenversicherungen liegen. Da wird man schneller zum Millionär als vermutet.

Nun will Trettin zu dem Instrument greifen, dem diese Gruppe am wenigsten ausweichen kann - die Vermögensabgabe. Es sei denn, sie verstecken ihr Vermögen z.B. durch Anlage in Gold. Aber das sollten die Leser dieser Seite langsam verinnerlicht haben, oder ? Am 23. Juli habe ich das als die gefährlichste Methode der Vermögensbesteuerung identifiziert: " Viel gefährlicher ist eine Vermögensabgabe. Mit dieser können in einer Einmal-Aktion grosse Geld-Beträge abgeschöpft werden. Bei der Vermögensabgabe wird das Vermögen mit einem Satz von beispielsweise 50 Prozent zwangsbelastet und der Steuerschuldige muss über einen Zeitraum von mehreren Jahren diese Schulden durch Zahlungen an den Staat abtragen. Diese gestaffelte Zahlung verhindert, dass der Belastete an seiner Schuld bankrott geht. Auf der anderen Seite sichert sie dem Staat ohne viel Aufwand gleichbleibende Einkünfte für viele Jahre. Eine Flucht ins Ausland ist nicht möglich, da das Vermögen zu einem Stichzeit-Punkt bereits besteuert ist. Will der Steuer-Pflichtige flüchten, dann verbleiben 50 Prozent des Wertes beim Staat. "

Nun scheint Trettin nicht von 50 Prozent zu sprechen, wie ich damals geschrieben habe. Aber die Beträge könnten stark steigen, wenn die Verpflichtungen des Staates gegenüber den Banken doch stärker zum Tragen kämen, als vermutet. Aus der FTD wird Trettin zitiert: " Über das Ausmaß der Ausfälle im 100-Mrd.-Euro schweren Deutschlandfonds für notleidende Unternehmen und beim 480-Mrd.-Euro-Bankenrettungsfonds Soffin gibt es derzeit keinerlei Prognosen. Selbst bei einem extrem konservativ geschätzten Netto-Ausfall von drei Prozent der Darlehen und Bürgschaften kämen auf die öffentliche Hand Kosten von 17,4 Mrd. Euro zu. Auf 800.000 Vermögende umgelegt, ergäbe dies eine Belastung von je 21.750 Euro. Bei einem Ausfall von fünf Prozent müsste jeder Superreiche 36.250 Euro tragen. "

Zur Zeit hat ein Grossteil dieser "Vermögenswerte", die mit den Garantien abgesichert werden sollen, wohl einen Wert im niedrigen einstelligen Prozentsatz. Da kommen die 50 Prozent schneller zusammen als viele vermuten. Interessanterweise bezeichnet der Redakteur der FTD die Vermögens-Millionäre selbst als "Superreiche". Wahrscheinlich gehört er auch zu der Gruppe, deren Einkommen ein "durchlaufender Posten" ist, d.h. die ihr verdientes Geld sofort wieder ausgeben und nicht verstehen können, wie man sich in seinem Arbeitsleben 1 Millionen zusammensparen kann. Es ist schon bedenklich, dass damit der besserverdienende Mittelstand in den Rang der Superreichen selbst durch die Wirtschafts-Presse erhoben wird.

Die Zeit, sein Vermögen intelligent gegen den Zugriff des Staates "sicher" zu machen, läuft merklich ab. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass Trittin mit seiner Partei im Herbst an die Regierung kommt, nicht besonders gross ist.

Gold als Helfer gegen eine staatliche Vermögensabgabe konnte sich im gestrigen Access Handel trotz des Drückungsversuchs des Gold-Kartells nach Ende des Handels an der COMEX zum Handelsschluss wieder auf $968 befestigen. Im heutigen asiatischen Handel stand Gold jedoch wieder leicht unter Druck. Die Marke von $965 wurde aber nicht nachhaltig nach unten durchbrochen. Auch im frühen Londoner Handel setzte sich die Tendenz fort und der A.M. Fix mit $964,50 (EUR 670,07) bestätigte, dass auch die physischen Nachfrager von Gold bereit sind, über $960 für die Feinunze zu bezahlen. Auf 24 Stunden-Basis ist dies ein Zuwachs von $11.

Im Nachmittags-Handel tat sich auch nicht viel und die ersten 90 Minuten an der COMEX verliefen ruhig. Dann stürzte Gold aber plötzlich bis auf $960 ab. Wir kennen dieses Muster: Die Zentral-Banken sind mit frischem Gold dem Kartell im Londoner Handel kurz vor dem P.M. Fix zur Hilfe geeilt. Aber auch diese Hilfe konnte den Gold-Preis nicht unter die Marke von $960 drücken. Der P.M. Fix kam mit $960,50 (EUR 668,55) unverändert gegenüber dem gestrigen Wert zustande.

Zum Ende des Handel an der COMEX konnte sich Gold wieder knapp an die Marke von $965 heranarbeiten und verlor auf 24-Stundenbasis nur wenige Dollar. Die "Marginot-Linie" Gold $960 ist also nun nachhaltig durchbrochen worden. Die nächste kritische Marke wird der Bereich $980 bis $1.000 werden.

Sowohl die heutige Entwicklung des US-Dollars und der Renditen der 10-jährigen Treasuries kommen dem Gold-Kartell nicht gelegen. Der USDX tendierte mit 77,5 um 0,2 Punkte niedriger als gestern, während die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes auf 3,8 % anstiegen. Der Quotient aus beiden Parametern nähert sich mit 20, 4 (Dienstag: 21,0) bedrohlich der Marke von 20.

Die koordinierten Massnahmen der FED und der Treasury (unter Zugriff auf die Reserven des ESF) scheinen nicht mehr auszureichen, um Gold unter Kontrolle zu halten. Das Gold-Kartell wird deshalb die koordinierte internationale Hilfe der anderen Notenbanken nachfragen, um den Dollar durch Flutung der Devisen-Märkte mit Euros, Yen, Schweizer Franken zu stützen. Die letzte solche Aktion wurde am 12. Juni gestartet und hat den USDX von 79,7 auf bis zu 80,8 stabilisiert. In der Folge wurde Gold um bis zu $30 gedrückt.

Aber während noch vor wenigen Monaten der Gold-Preis mehrere Wochen benötigt hatte, um sich nach einer koordinierten Gold-Drückung wieder aufzurichten, scheinen die Erholungs-Zyklen jetzt immer kürzer zu werden. Zuletzt im Bereich von wenigen Tagen. Die Manipulations-Arzneimittel scheinen immer weniger und immer kürzer zu wirken. Und in wenigen Wochen beginnt die Goldnachfrage-Saison in Indien. Wann bekommt der Patient seine Überdosis ?


Neu 2009-08-05:

Gold-Bericht für den 4. August 2009:

Gegen den etatistischen Kurs der Obama-Administration regt sich verstärkt Widerstand aus der FED und anderen staatlichen Organisationen wie der Börsenaufsicht SEC und des Einlagensicherungs-Fonds FDIC. Die FTD berichtete heute in ihrer Online-Ausgabe: " "Es reicht" --- Geithner beschimpft Fed und SEC. Die US-Regierung will die Finanzaufsicht reformieren. Doch aus allen Behörden hagelt es Kritik. Finanzminister Geithner rief die Chefs der Notenbank, Börsenaufsicht und Einlagensicherung zur Ordnung auf - in einer heftigen Schimpftirade. "

Und weiter heisst es in dem FTD-Bericht: " Bei einem Treffen mit dem Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, der Chefin der Börsenaufsicht SEC, Mary Schapiro, und der Vorsitzenden des Einlagensicherungsfonds FDIC, Sheila Bair, verbat sich Geithner destruktive Kritik am Obama-Plan. Er forderte sie auf, Ärger über ihren möglichen Machtverlust nicht mehr öffentlich zu äußern, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag. Er habe den Aufsehern gesagt, dass "es reicht", berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. "

Das hat dem bereits sehr schwachen Dollar zwar nicht weiter geschadet. Aber die 10-jährigen Treasuries gaben heute weiter nach. Der USDX steht bei 77,7 und die Renditen der Treasuries stiegen auf 3,7 Prozent. Der von mir ermittelte Quotient aus dem USDX und den Renditen ist heute auf 21,0 gefallen (Montag: 21,5). Das ist der tiefste Stand seit Anfang Juni 2009, wo dieser Wert bei 20,1 lag. Gold konnte den Angriff am Vormittag parieren und der wichtige Londoner P.M. Fix konnte die psychologisch wichtige Marke von $960 mit $960,50 (EUR 666,23) leicht nach oben durchbrechen. Das ist auf 24-Stundenbasis zwar nur ein Anstieg um $1. Aber die Vormittags-Drückung konnte mehr als wettgemacht werden.

Der A.M. Fix kam mit $953,50 (EUR 662,94) um $1 niedriger als noch zum gestrigen A.M. Fix zustande.
Insgesamt ist die heute Entwicklung des Gold-Preises eine Überraschung, nachdem gestern das Kartell kurz vor Schluss des Handels an der COMEX den Preis noch unter die Marke von $960 drücken konnte. Im Access Markt setzte sich dieser Druck fort und so ging Gold mit $956,50 aus dem gestrigen New Yorker Handel. Mit dem kurzzeitigen Überschreiten der Marke von $960 wurden wohl eine Reihe von "Buy Stop" Aufträgen ausgelöst, die Spekulanten in den Gold-Markt getrieben haben. Die Taktik des Kartells ist klar: Nachdem diese Gruppe nun "long" ist, kann man den Gold-Preis wieder unter $960 drücken und die Händler fangen an zu zittern. Dann fehlt nur noch eine der üblichen Attacken auf den Gold-Preis und schon verlassen diese Händler den Markt wieder mit fliehenden Fahnen.

Diese Strategie des Gold-Kartells ist heute gründlich schief gegangen. Waren es die Streitigkeiten mit Geithner, die die Kartell-Banken dazu ausgenutzt haben, ihre Macht gegen eine stärkere Regulierung der Obama-Administration zu zeigen ? Wenn ja, dann müssen Geithner und Summers jetzt wohl zittern: Gold ist ihre Archilles-Ferse. Allerdings würde es dann auch den Wall Street Banken an den Kragen gehen. Ein Schuss vor den Bug - aber kein richtiges Gefecht. Zu eng ist man miteinander im Dollar und in den Staatsanleihen verbunden. Nachdem die Marke von $965 durchbrochen wurde, trauten sich nun auch die anderen Händler wieder in den Markt. Gold konnte in der Folge schnell bis auf $970 ansteigen.

Das ist ein gefährliches Spiel, das Geithner & Co mit den Mächtigen der Wall Street spielt. Sicherlich ist nach den Rekord-Gewinnen und Rekord-Boni der Wall-Street Schwergewichte Goldman Sachs und JP Morgan in Stimmung in Land schlecht, so dass die Obama-Administration diese dazu nützen könnte, die Macht der Banken zu beschneiden. FED, SEC und FDIC sind ja auch mit zumindestens Wall Street affinen Personen besetzt.

Während die Wall Street Banken wieder grosse Gewinne einfahren, brechen im Hinterland der U.S.A. immer mehr regionale Banken zusammen. Im Gegensatz zu GS und JPM können diese Institute nicht durch Insider-Trades riessige Spekulations-Gewinne einfahren. Vielmehr werden sie durch das laxe Kredit-Geschäft der vergangenen Jahre in den Ruin getrieben. Da JPM, BoA, Citi und Wells Fargo dann mit Hilfe der FDIC die Assets dieser Banken zu Schnäppchen-Preisen übernehmen können, bildet sich ein Oligopol weniger Wall Street Banken. Da fehlt dann nur noch eine faktische Verstaatlichung durch die U.S.-Regierung mit Hilfe der Gleichschaltung der verschiedenen Aufsichts-Organisationen, und schon ist das Finanz- und Bankensystem voll unter staatlicher Kontrolle - "Etatismus" nennt man so eine Wirtschafts-Politik, bei der es nach aussen noch einen freien Wettbewerb gibt, aber in Wirklichkeit der Staat die komplette Kontrolle innehat. Wir kennen dieses Modell aus stark staatsgelenkten Wirtschaftssystemen wie in Frankreich.

Die Marke von $970 konnte sich nicht bis zum Ende des Handels an der COMEX halten. Der Handel schloss mit $967,20.
Und noch eine Nachricht passt in diesen Kontext. Wieder in der heutigen FTD: " Trotz sinkender Einkommen --- Amerikaner leben weiter auf Pump: Die US-Wirtschaft lahmt, die Gehälter schrumpfen so stark wie seit Jahren nicht mehr. Dennoch geben die US-Bürger unbeirrt Geld aus. Im Juni lagen die Konsumausgaben sogar über denen des Vormonats. "

Gestern wollte uns die FTD noch weissmachen, dass die Bürger jetzt soviel sparen würden. Und dass die Ersparnisse i.H.v. mehreren hundert Milliarden Dollar in die Finanzierung des Staatsdefizits gesteckt würden. Heute geben die Bürger noch mehr Geld aus als in der Vergangenheit (wo die Spar-Quote negativ war). Trotz Rekord-Arbeitslosigkeit und Rückgang der Arbeits-Einkommen durch Teil-Beschäftigung. Und dann sollen sie sich auch noch höher verschulden, obwohl das Haus als ihre Haupt-Sicherheit bereits "below the water" ist. Das Problem ist, dass die Banken nur an solvente Firmen- und Privat-Kunden Kredite vergeben können. Und der U.S.-Bürger ist sicherlich alles andere als "solvent" in dieser Phase.

Das sind jetzt keine Falsch-Meldungen der FTD, sondern verschiedene Wahrheits-Ministerien liefern uns Zahlen, die in sich widersprüchlich sind. Der Bürger, der seine Arbeit verliert und dessen Haus-Hypothek höher als der Verkaufs-Wert des Hauses ist, kann weder sparen (und damit Staats-Anleihen kaufen) noch weiter aufschulden (und damit den Konsum befeuern). Dumm, dass die Wahrheitsministerien keine "sanity checks" ihrer verschiedenen Zahlen und deren Interpretationen vorgenommen haben. Noch dümmer, dass die FTD diese Zusammenhänge nicht selbst kritisch unter die Lupe nimmt. Aber für die Trading-Computer scheinen diese Nachrichten immer noch geeignet zu sein. Und der Computer "denkt" nur das, was man in ihn herein-programmiert hat. Leider scheinen sich die Menschen eher den Computer anzunähern als umgekehrt: Der Tod des investigativen Journalismus.

Bei soviel Lug und Trug muss man inzwischen vermuten, dass alle Zahlen mehr oder minder gefälscht sind. Das ist keine Paranoia, sondern nur das Ergebnis der beispielslosen Fälschung von allen wesentlichen wirtschaftlichen Indikatoren in den U.S.A. Ich frage mich, wann die Parteitage mit Verabschiedung eines 5-Jahresplans wieder kommen werden, wo sich die staatlichen Funktionäre gegenseitig zu ihren Leistungen gratulieren. In Wirklichkeit bricht die Real-Wirtschaft in sich zusammen.

Gold bleibt weiterhin das beste Investment für Alle, die sich nicht wie ein Trading-Computer an der Nase herumführen lassen wollen.


Neu 2009-08-04:

Gold-Bericht für den 3. August 2009:

Letzte Woche haben U.S. Treasury und FED den Verkauf der Treasuries im Umfang von über $200 Mrd durch ein entsprechendes Bündel an Massnahmen abgesichert. Besonderes Augenmerk wurde dem Erzfeind der Staatsanleihen, dem Gold gewidmet: Der Tiefstpreis war am Mittwoch mit $925 erreicht.

Das hat (wieder einmal) ausgereicht, um "The Gartman Letter" (TGL) als schlechtesten Gold-Investor aus dem Markt zu drängen. Im Bericht für den 20.Juli schrieb ich noch: "Auch die heutige Entwicklung der Rendite der 10-jährigen Treasury Bonds deutet in diese Richtung: Zu Handelsbeginn ist die Rendite noch auf über 3,7 Prozent gestiegen, dann aber im Laufe des Handels auf unter 3,6 Prozent gefallen. Mit dieser Aktion soll wohl für den morgigen Tag eine Dollar-Hebung eingeleitet werden, der die Renditen der Treasuries wieder in die Höhe treiben würde. Der Quotient auf USDX und der Rendite ist heute auf 21,9 (Freitag: 21,5) gestiegen. Aber es gibt noch eine kurzfristig weitere schlechte Nachricht für Gold: The Gartman Letter (TGL), der Inbegriff des immer falsch liegenden technischen Gold-Traders, ist heute in Gold eingestiegen. Lassen wir uns überraschen."

Dieser Kontra-Indikator ist inzwischen schon so zuverlässig, dass man selbst Geld in diese Trades setzen könnte. Und damit wohl auch Gewinne erzielen würde. Denn wie bei jedem Future- oder CFD-Trade gilt: Dasjenige Geld, das die eine Partei verliert, gewinnt die andere. Nun die "andere Partei" sind sicherlich nicht die technisch orientierten Trader, die immer wieder vom Gold-Kartell ausgestoppt werden. Da helfen auch die besten technischen Analysten nicht, komplizierte technische Tools zur Ermittlung des besten Einstiegs- und Ausstiegs-Zeitpunktes und neue komplexere Absicherungs-Strategien. Nein das Trading-Desk der Gold-Kartell Banken ist immer überlegen, da ein Grossteil der Trader ihre Investment-Konten bei diesen Banken führt. Und weil es sich um ein "Kartell" handelt, das abgesprochen mit den Zentralbanken gemeinsam gegen Gold vorgeht. Die Gewinne sackt dieses Kartell selbst ein und sorgt damit für eine Stabilisierung des Banken-Systems. Es ist schon unglaublich, dass sich die Trader, die in einem nun schon 9 Jahre anhaltenden Bullen-Markt für Gold mit ihrer Trading-Strategie permanent Geld verlieren, während das Gold-Kartell mit seiner Strategie gegen den langfristigen Trend trotzdem noch Milliarden-Gewinne macht, trotzdem noch weiter ausnehmen lassen. Aber wer aus lauter Überheblichkeit über die Perfektheit seiner eigenen Methoden das Offensichtlichste ausser Augen lässt, der muss wohl auch weiterhin bluten.

Zum erfolgreichen Traden in Gold gehört es erst einmal einzusehen, dass der Gold-Markt manipuliert ist. Dann muss man die besten Angriffs-Zeitpunkte des Kartells vorhersehen und sich entsprechend positionieren. Das ist sicherlich schwierig und bietet keine Garantie für den Erfolg bei jedem Trade - aber schlechter als TGL und andere technische Trader kann man schon fast nicht mehr agieren. Für alle anderen Investoren, die sich diese nervliche Belastung nicht zumuten wollen, gilt beim Gold weiterhin die Strategie "buy and forget".

Zurück zu den Auktionen der letzten Woche. In meinem Gold-Bericht vom 27. Juli habe ich ein Abschätzung veröffentlicht, wie die U.S. Treasury die $1.752 Mrd neue Anleihen für dieses Jahr gegenfinanziert:
1. Kauf von Ausländern: $260 Mrd
2. Inlands-Verkauf (Pensions-Fonds etc): $150 Mrd
3. Quantitative Easing: $200 Mrd
4. Umschichten aus Commercial Paper Markt: $200 Mrd
- davon mehr als $100 Mrd von FED refinanziert
5. Ausweitung der Bilanz der FED: $600 Mrd
6. Aufkauf durch Primary Dealer: $300 Mrd
Es kann nach meiner Auffassung nicht sein, dass die Inländer (also U.S. Bürger) im letzten Jahr lediglich $150 Mrd Treasuries gekauft haben, während in diesem Jahr $1.500 Mrd im Inland zu platzieren sind. Die FTD macht es sich in ihrem heutigen Bericht "Amerikaner leihen Obama Geld" jedoch besonders einfach, indem sie behauptet, dass ein Grossteil dieses Geldes der höheren Sparquote in den U.S.A. zu verdanken sei. Dieses wirklich nur als dümmlich zu bezeichnende lineare Denken der FTD blendet völlig die Manipulations-Schemata der FED und der Banken aus, mit denen in Wirklichkeit die Treasuries monetarisiert wurden. D.h. neues Geld wurde für die Staatsausgaben gedruckt. Die FTD verdient für diesen Artikel die Auszeichnung "hirntoter Affe" des Volksverblödungs-Ministeriums. In ihrer Laudatio wird Volksverblödungs-Ministerin Zensursula auf die geistige Überlegenheit der "freien Presse" über die bloggende Internet-Gemeinde hinweisen.

Die manipulierten Zahlen des Wahrheitsministeriums sind wohl für eine umfassende "Volksaufklärung" nicht mehr hinreichend - nun muss selbst die Qualitäts-Wirtschaftspresse ungeprüft blanken Unsinn publizieren.

Gold startete den heutigen Tag in Asien auf dem Schluss-Stand des New Yorker Handels um die Marke von $954. In der Übergangs-Phase vom asiatischen Markt zum Londoner Handel (7:30 bis 9:50 Uhr MEZ) musste Gold zwar einige Dollar nachgeben, konnte sich aber im Londoner Handel wieder erholen. Der A.M. Fix kam mit $954,25 (EUR 667,64) zustande und bestätigte damit auch im physischen Handel den späten Anstieg an der COMEX vom letzten Freitag. Gold konnte $18 gegenüber dem A.M. Fix am Freitag zulegen.

Im Nachmittags-Handel konnte dann Gold weiter zulegen und touchierte kurz vor Eröffnung der COMEX die Marke von $960. Diese Marke hat das Gold-Kartell die letzten Wochen erbittert verteidigt. Es ist wohl die letzte grosse Verteidigungs-Stellung ("Maginot-Linie") vor Gold $1.000. Ein Überschreiten der Maginot-Linie wird daher Gold einen schnellen Anstieg bis $980 ermöglichen, bis dann der Häuserkampf um $1.000 Gold ausbricht. Ein Stunde nach Beginn des Handels an der COMEX wurde ein Durchbruchsversuch unternommen, der Gold bis auf $962 anstiegen liess. Der nahende P.M. Fix beendete diesen Ausbruch jedoch wieder: Mit $959,75 (EUR 667,05) konnte zumindestens symbolisch die $960er-Stellung gehalten werden. Aber gegenüber dem P.M. Fix am letzten Freitag ist Gold um $20 gestiegen. Gleichzeitig kam der U.S.-Dollar jedoch unter verstärktem Druck und näherte sich der Marke von $1,44 pro Euro und durchbrach dabei die Marke von 78 (USDX) nach unten. Muss hier Trichet der FED durch zusätzliche Euro/Dollar Swap-Geschäfte wieder aushelfen, oder hat der U.S. ESF (Exchange Stabilization Fund) noch ausreichend Euro, um den Dollar-Kurs zu stabilisieren.

In der Folge konnte sich Gold oberhalb der Marke von $960 festsetzen. Und zu allem Unglück (für die Manipulatoren) stiegen die Renditen der 10-jährigen Treasuries innerhalb der ersten Handelsstunde um mehr als 0,1 Prozent-Punkte auf über 3,6 Prozent an. Aber das Gold-Kartell kämpft wie ein Bär: In der letzten halben Stunde des Handels an der COMEX wurde Gold wieder unter die Marke von $960 gedrückt und beendete mit $957 den Handel. Diese Taktik ist ein Aushänge-Schild des Gold-Kartells: Trotz schwachen Dollars wird der Gold-Preis "unter Kontrolle" gehalten.

Der USDX ist heute stark auf 77,6 gefallen. Seit meiner täglichen Beobachtung dieses Index am 7. Mai (damals stand der USDX bei 84) wurde heute ein neuer Tiefstand erreicht. Auch die Treasuries sind heute gefallen, d.h. die Real-Renditen auf gut 3,6 Prozent gestiegen. Der Quotient aus USDX und den Renditen ist heute auf 21,5 (Freitag: 22,4) gesunken.

Das Gold-Kartell muss sich beeilen, solange die physische Gold-Nachfrage saisonal eher schwach ist. In einem Monat sieht die Situation wieder anders aus. Dafür beendete der S&P500 heute den Handel auf einem Niveau von über 1.000 Punkten. Eine Aktien-Blase wie zu Anfang des Jahrtausends wird wieder künstlich aufgeblasen. Wenn "alte Aktien" so beliebt bei den Investoren sind, warum gibt es dann nicht eine massenweise Emission von "neuen Aktien" zwecks Reduzierung der Schulden ? Das ist einfach zu erklären: Die Preise werden lediglich durch den Kauf von Aktien-Futures angefeuert. Keiner gibt z.Zt. Geld für frisches Risiko-Kapital. Die Aktien-Rallye ist eine reine Kreditgeld-gefeuerte Illusion. Aber so etwas wird uns von den Trägern des Titels "hirntoter Affe" nicht berichtet.


Neu 2009-07-28:

Gold-Bericht für den 27. Juli 2009:

Wer kauft eigentlich die $1.752 Mrd neuen Treasuries, die die U.S.-Bundesregierung dieses Haushaltsjahr nach ihren Planungen zur Finanzierung des Defizits emittieren muss ? Während es für Pöbel Peer zunehmens schwieriger wird, seine Bundesanleihen am Markt zu platzieren und andere Staaten drakonische Sparmassnahmen und Zwischen-Finanzierungen durch den Internationalen Währungsfond (IMF) ergreifen müssen, läuft die Platzierung der U.S.-Schulden praktisch problemlos. Obwohl nach offiziellen Zahlen die Schulden-Quote für dieses Jahr 12,3 Prozent des Bruttoinlands-Produktes (GDP) beträgt --- übrigens nach 3,2 Prozent im vorherigen Haushaltsjahr.

Die Ausländer können es nicht sein. Nach Zahlen der U.S. Notenbank wurden seit Beginn des Haushaltsjahres 2009 (1.Oktober 2008) bis April 2009 Treasury Bond and Notes im Umfang von netto $151,494 Mrd abgesetzt. Rechnet man diese Zahl auf das komplette Haushaltsjahr um, dann werden die Ausländer knapp $260 Mrd neue Treasuries aufkaufen. Spitzenreiter werden Japan mit einem Anteil von 41,5 %, gefolgt von China mit 19,2 %, die karibischen Inseln mit 17,5 % und Grossbritannien mit 13,6 % sein. Man kann darüber diskutieren, ob ausländische Zentralbanken den U.S.A. durch Aufkauf von Treasuries zu Hilfe eilen, indem sie quasi deren Schulden als "Währungs-Reserven" monetarisieren. Aber das wirkliche Problem liegt in einer Lücke von $1.500 Mrd, die im Inland zu finanzieren ist.

Schaut man sich die Zahlen des Haushaltsjahres 2008 an, dann betrug der Beitrag der Ausländer $316,012 Mrd bei einem Haushaltsdefizit von $459 Mrd. Dort mussten im Inland lediglich $150 Mrd neue Treasuries platziert werden.

Schaut man nun auf die Zahlen des Inlands, dann wäre der erste Kandidat die FED, die einen Teil dieser Treasuries "monetarisieren" könnte. Das hätte man aber an einer weiteren massiven Ausweitung der Bilanz erkennen können. Aber seit 9 Monaten hat sich die Bilanzsumme der FED mit ca $2.000 Mrd quasi nicht verändert. Und wenn man sich die grossen Posten dieser Bilanz ansieht, dann kann man monetarisierte Treasuries nur in einem Umfang von wenigen hundert Milliarden Dollar finden. Die zweite Quelle könnten Geldmarkt-Fonds sein, die Gelder aus dem Markt für kurzfristige Ausleihungen ("Commercial Papers") in Treasuries umschichten. Dass dieser ehemals $2.000 Mrd schwere Markt für Commercial Papers sich fast halbiert hat, darüber habe ich vor kurzem berichtet. Die FED stellt z.Zt. ca $110 Mrd an die Firmen als Ersatz für den austrocknenden Commercial Paper Market bereit.

Verbleiben immer noch mindestens $1.000 Mrd, die irgendwo herkommen müssen.
Im Zeitraum Ende September bis Anfang November 2008 hat die FED jedoch begonnen, ihre Bilanz massiv auszuweiten. Das ist durch den ausserplanmässigen Verkauf von Treasuries bewerkstelligt worden. In dem Zeitraum wurden ca $600 Mrd neue Treasuries in die Bilanz aufgenommen, und das Guthaben-Konto "U.S. Treasury, supplementary financial account" ist am 6. November auf $558,851 Mrd gestiegen. Am 22. Juli 2009 betrug dieses Guthaben-Konto nur noch $199,936 Mrd. D.h. der Differenz-Betrag von ca $359 Mrd ist in die Finanzierung des Bundeshaushaltes geflossen --- aber das Haushaltsjahr läuft ja noch für gute zwei Monate. Ich kann mich nicht erinnern, dass darüber in der Öffentlichkeit berichtet wurde.

Den Restbetrag von über $300 Mrd wird wohl das U.S.-Bankensystem ("primary dealer") monetarisiert haben. Die Banken haben mit $781,389 Mrd ausreichend Liquidität auf dem FED-Konto, um Treasuries im grossen Umfang selbst kaufen zu können. Im Papier-Geldsystem sind die in der eigenen Währung herausgegebenen Staatsanleihen das Investment "ohne Risiko". Deshalb können die Banken mit den Zinsen für die gekauften Treasuries wegen der faktisch nicht vorhandenen Refinanzierungs-Kosten auch einen guten Ertrag erzielen. Da das Geschäft "risikolos" ist, fliesst die Liquidität der Banken in den Ankauf an Treasuries anstatt den Markt mit neuen Krediten zu bedienen.

Fassen wir zusammen, wie die Treasuries abgesetzt werden:
1. Kauf von Ausländern: $260 Mrd
2. Inlands-Verkauf (Pensions-Fonds etc): $150 Mrd
3. Quantitative Easing: $200 Mrd
4. Umschichten aus Commercial Paper Markt: $200 Mrd
- davon mehr als $100 Mrd von FED refinanziert
5. Ausweitung der Bilanz der FED: $600 Mrd
6. Aufkauf durch Primary Dealer: $300 Mrd
Punkte 1+2 und die Hälfte von 4, d.h. $510 Mrd sind "ordentlich" finanziert. Die Punkte 3+5+6 und die Hälfte von 4, d.h. $1.200 Mrd sind durch mehr oder weniger offenes "Monetarisieren" finanziert. Man sieht, dass die Zaubermeister des Papier-Geldsystems schon stark in die Trickkiste greifen müssen, um das System am Leben zu erhalten. Trotz andersweitiger Beteuerungen der Politiker und Zentralbanker handelt es sich hier jedoch um massives Gelddrucken, ohne dass irgendwelche zusätzlichen Waren- und Dienstleistungs-Ströme diese Geldmenge "rechtfertigen".

Gold hat bei jedem dieser Aktionen in der Vergangenheit profitieren können. Allerdings hat man die Massnahmen zeitlich so gestreckt bzw die Bedeutung erst einmal verschleiert, so dass man ausreichend Zeit hatte, um den Gold-Preis wieder kontrolliert zu drücken. So wurde Gold als der Grad-Messer der Gesundheit des Papiergeld-Systems verbogen. Wären die wahren Hintergründe bekannt geworden und in der Folge Gold stark angestiegen, dann hätte wohl eine Flucht aus dem Papier-Geldsystem eingesetzt.

Die positive Entwicklung beim Gold-Preis setzt sich auch in der neuen Woche fort. Nach einem kurzen Einbruch nach Eröffnung der Märkte heute früh in Asien entwickelte sich Gold im Vormittagsverlauf positiv. Diese Tendenz führte zum A.M. Fix zu einem Stand von $956,00 (EUR 670,60), der $6 höher lag als zum A.M. Fix am letzten Freitag.

Eine Stunde vor Eröffnung der COMEX wurde dann die Marke von $960 getestet. Der Versuch scheiterte jedoch bei einem Kurs von $959. Danach verfiel der Gold-Preis jedoch wieder. Der P.M. Fix wurde mit $955,00 (EUR 669,71) festgestellt. Im Vergleich zum letzten Freitag ein weiterer Anstieg um $3. Nach Ende des Handels in London wurde Gold unter die Marke von $952 gedrückt.

Der massive Verkauf neuer Treasuries diese Woche darf wohl nicht mit einem ansteigenden Gold-Preis begleitet werden. Die FED behauptet, die massiv bereitgestellte Liquidität wieder schnell einsammeln zu können. Nun ja - das Geld an den U.S.-Bundeshaushalt ist bereits ausgegeben und an eine Rückführung der Schulden glaubt wohl keiner mehr. Und da haben wir die über $537 Mrd "face value" an MBS-Papieren, die die FED von den bankrotten staatlichen Finanzierern Fannie Mae und Freddie Mac hält. Ob diese Papiere jemals wieder ihr "Gesicht" zurückerhalten werden, ist mehr als fraglich. Und dann haben wir noch knapp $80 Mrd, mit denen die FED den Zusammenbruch von AIG verhindert hat. Dieses Geld ist schon längst an Goldman Sachs, Deutsche Bank und andere Banken ausgezahlt worden. Da kommt auch nichts mehr zurück.

Eigentlich sprechen diese Indikatoren für einen Zusammenbruch des Systems. Aber es fehlt noch der zündende Funke, der die Investoren aus den Papier-Werten treibt. Zur Zeit regieren noch die halb- oder vollautomatischen Trading-Programme, die auf Basis der Markt-Entwicklungen der letzten Jahre programmiert wurden. Diese Programme können nur in Papier-Welten "denken" und handeln auch dementsprechend. Einen Flucht-Gedanken aus dem Papiergeld-System werden sie nicht selbständig entwickeln. Das können nur die Investoren selber leisten, wenn sie mit Menschen-Verstand diese Maschinen abschalten auf auf Handbetrieb übergehen.

Der Gold-Preis beendete den Handel an der COMEX mit $954.
Der USDX ist heute leicht auf 78,7 gefallen, während die Renditen der 10-jährigen Treasuries bei 3,7 Prozent verharrten. Der Quotient auf beiden Werten liegt weiterhin bei 21,3 (Freitag: 21,3).

Die nächsten Tage muss der Gold-Bericht wegen einer Dienstreise ausfallen oder zumindestens stark reduziert werden.


Neu 2009-07-25:

Gold-Bericht für den 23. Juli 2009:

Im gestrigen Access Handel konnte Gold zum Schluss des New Yorker Handelstages mit $948 noch unter die $950er-Marke gedrückt werden. Das ist markant, da Gold zum Handelsschluss an der COMEX bei $955 schloss. Eine Drückung um $7 im dünnen Access Handel zeigt die Verbissenheit, mit der das Gold-Kartell zur Zeit um diese Marke kämpft. Wenn man es schon nicht im Londoner Handel zu den A.M. und P.M. Marken bewerkstelligen kann, den Goldpreis unter $950 zu halten, und wenn auch der Future-Handel an der COMEX überhalb dieser Marke handelt, dann muss das Gold-Kartell eben auf Neben-Märkte ausweichen. Allerdings blieb heute ein weiterer Angriff im asiatischen Handel und zu Beginn des Londoner Handels aus. Gold konnte sich in Asien leicht unterhalb der Marke von $950 stabilisieren. Im Vormittags-Handel in London wurde die Marke von $950 zwar berührt, konnte aber nicht signifikant nach oben durchbrochen werden. Der A.M. Fix kam mit $949,75 (EUR 668,60) knapp unterhalb dieser anscheinend wichtigen Linie zustande. Gestern hatte Gold zum A.M. Fix noch $10 zugelegt, heute mussten davon wieder $5 abgegeben werden.

Das grösste Problem der Manipulatoren ist derzeit, insgesamt $235 Mrd an U.S.-Staatsanleihen heute und die nächsten 5 Tage zu platzieren. Das Platzierungs-Volumen umfasst kurzfristige Anleihen i.H.v. $120 Mrd mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr --- sogenannte "Treasury Bills" --- als auch Langläufer ("Treasury Notes") i.H.v. $115 Mrd. Da die Handelsbilanz-Überschüsse von China und den OPEC-Staaten zusammenbrechen, können diese Länder wohl nur einen kleinen Teil des Platzierungs-Volumens aufnehmen. Wenn überhaupt, denn die Zahlen deuten tendentiell eher auf Dollar Geld-Abflüsse hin, als auf weitere Netto-Investitionen in U.S.-Staatspapiere.

Wer ist nun in der Lage, Papiere in diesem Umfang aufzunehmen. Die FED kann über ihre "Quantitative Easing" (QE) Initiative nur Treasuries von den Bond-Märkten aufkaufen, die bereits platziert wurden. Damit sollen die Real-Renditen der Treasuries unten gehalten werden. Es spricht aber nichts dagegen, dass die FED den "Primary Dealer" Banken bereits ersteigerte Treasuries im Rahmen von QE abkauft, um den Banken die finanziellen Möglichkeiten zu eröffnen, die neu zu platzierenden Treasuries nächste Woche aufkaufen zu können.

Diese "Primary Dealer" Banken bunkern z.Zt. Guthaben bei der FED i.H.v. $781 Milliarden. Zusammen mit den umlaufenden Dollar-Noten i.H.v. $869 Mrd bilden sie die monetäre Basis von $1.650 Mrd. Wenn wir uns die Bank-Reserven vor einem Jahr i.H.v. $11 Mrd ansehen, dann haben wir es hier mit einer Vervielfachung um den Faktor 71 zu tun. Diese Reserven können über Kredit-Gewährung zu einer plötzlichen Explosion der Geldmenge führen, wenn sie in das Wirtschafts-System eingeschleust würden. Durch das Fractional Reserve Banking System kann aus diesen Guthaben eine Geldmenge von mehr als $10.000 Mrd entstehen. Insoweit ist festzustellen, dass die Banken die zusätzliche Liquidität bereits jetzt schon bei der FED "parken". Die Aussage von Ben Bernanke, dass die FED die Liquidität mit bestimmten Massnahmen einfach abschöpfen könnte, ist falsch: Die Liquidität ist schon bei der FED geparkt.

Die hohe Liquidität der Banken bei der FED hat einen anderen Grund: Mit diesem Geld können die "Primary Dealer" Banken die massive Menge an neuen Staatsanleihen aufkaufen. Das Geld dafür wandert in der FED-Bilanz dann nur vom Konto "Deposits - Depository institutions" zu "Deposits - U.S. Treasury". Im nächsten Schritt hinterlegen die Banken dann ihre Staatsanleihen bei der FED für quasi null Prozent Zinsen, kassieren aber die Zinsen auf die hinterlegten Staatsanleihen. Ein gutes Geschäft ohne Risiko für die Banken.

Eigentlich müsste bei diesen Aktionen die Bilanz der FED weiter wachsen. Das ist jedoch nicht der Fall. Die Manipulatoren müssen Wege gefunden haben, die Treasuries zu monetarisieren, ohne dass dies in der Bilanz der FED ablesbar ist. Aber diese Tricks werden wir früher oder später auch herausfinden.

Zum Nachmittag konnte sich der Gold-Preis wieder überhalb der Marke von $950 etablieren. Der P.M. Fix kam mit $951,50 (EUR 669,22) auch überhalb dieser Marke zustande. Im Vergleich zum gestrigen P.M. Fix konnte Gold wieder $2 gutmachen. In den letzten Stunden des Handels an der COMEX konnte sich Gold bei $953 stabilisieren und ging auf diesem Niveau aus dem Markt.

Sowohl der USDX als auch die Renditen der 10-jährigen Treasuries verharrten auf ihrem gestrigen Niveau. Der Quotient beträgt weiterhin 21,3.

Der gerade veröffentlichte CFTC Commitment of Traders Report für den letzten Dienstag (21. Juli) bestätigt, dass die Gold-Kartell ihre Short-Positionen massiv ausweiten mussten, um einen Preis-Anstieg bei Gold zu verhindern. Die hinter den Commercial-Short steckenden Gold-Kartell Banken haben in Wochenvergleich ihre Positionen um 18.056 Kontrakte a' 100 Unzen auf 294.453 Kontrakte ausgeweitet. Aus Sicht der offenen Future Kontrakte (Open Interest) wurde mit diesen 18.056 Kontrakten fast der komplette Zuwachs um 20.430 Kontrakte "finanziert". Im Wesentlichen haben die Non-Commercial Longs diese neuen Kontrakte gekauft: plus 15.565 Kontrakte.


Neu 2009-07-24:

Gold-Bericht für den 23. Juli 2009:

Die im gestrigen Kommentar angedeuteten Gefahren für Vermögensbesitzer möchte ich heute konkretisieren und durch ein Fallbeispiel für jeden nachvollziehbar gestalten. Wichtig ist auch zu verstehen, dass Vermögensbesitzer nicht die "Reichen" sind, sondern der deutsche Mittelstand. Nur dort können sich durch die Masse die erforderlichen Einnahmen für den Staat erzielen lassen. Alle anderen Aktionen, wie eine Vermögenssteuer mit Freibeträgen von 500.000 EUR wären nur kosmetische Aktionen, die zwar in der Öffentlichkeit gut verkauft werden könnten, die aber kaum Geld in die Kasse spülen würden.

Heute gilt: Der Staat braucht das Geld für sein Überleben. Noch gestern hatte er ausreichende Mittel, und die Politiker hatten nur nach einem Schuldigen gesucht, warum der Aufschwung der letzten Jahre nicht beim Normal-Bürger angekommen ist (in Wirklichkeit hat der Staat die Einnahmen des Aufschwungs zum Grossteil konsumiert). Da konnte die Partei DIE LINKE noch punkten - heute fürchten alle Parteien um ihre Pfründe. Alle sitzen jetzt in dem gleichen Boot - deshalb schreien auch alle gleichzeitig nach Steuer-Erhöhungen.

Der die letzten Tage zitierte Bericht des DIW zum Thema Vermögensbesteuerung zeigt die Richtung an, auf die wir uns vorbereiten müssen. Der Versuchs-Ballon Mehrwertsteuer-Erhöhung scheint wohl endgültig abgestürzt zu sein. Zu gross war das Sperrfeuer.

Erstens die Grundsteuer: Die Besteuerung des Wohneigentums stellt eine einfache Möglichkeit dar, das Vermögen zu besteuern. Der als Grundlage für die Berechnung dienende Einheitswert ist auf Basis Werte des Jahres 1964 berechnet und dürfte heute bei dem fünf- bis zehnfachen Wert liegen. Eine Änderung der Bemessungs-Grundlage könnte den Gemeinden erhebliche Geldmittel zuführen, die durch den Einbruch der Gewerbesteuer fehlen bzw zukünftig fehlen werden. Aber wie das DIW schon richtig bemerkt - die Grundsteuer würde eins-zu-eins über die Mietneben-Kosten besonders niedrige Einkommens-Gruppen treffen. Da Deutschland ein Land von Mietern ist, wird eine Erhöhung politisch nicht durchsetzbar sein. "Reiche" Eigentümer besteuern kann man, aber "arme" und "abhängige" Mieter nicht.

Zweitens: Die Vermögenssteuer. Diese hatten wir in Deutschland bereits schon einmal. Allerdings war die individuelle Erfassung mit so hohem Verwaltungs-Aufwand verbunden, dass die realen Einnahmen aus dieser Steuer nur im einstelligen Milliarden-Bereich lagen. Ein Vermögens-Steuer würde ausserdem zu einer Flucht des Geldes ins Ausland führen. Futsch wäre das Vermögen und damit auch die Steuer-Einnahmen.

Viel gefährlicher ist eine Vermögensabgabe. Mit dieser können in einer Einmal-Aktion grosse Geld-Beträge abgeschöpft werden. Bei der Vermögensabgabe wird das Vermögen mit einem Satz von beispielsweise 50 Prozent zwangsbelastet und der Steuerschuldige muss über einen Zeitraum von mehreren Jahren diese Schulden durch Zahlungen an den Staat abtragen. Diese gestaffelte Zahlung verhindert, dass der Belastete an seiner Schuld bankrott geht. Auf der anderen Seite sichert sie dem Staat ohne viel Aufwand gleichbleibende Einkünfte für viele Jahre. Eine Flucht ins Ausland ist nicht möglich, da das Vermögen zu einem Stichzeit-Punkt bereits besteuert ist. Will der Steuer-Pflichtige flüchten, dann verbleiben 50 Prozent des Wertes beim Staat.

Die Vermögensabgabe könnte zusammen mit einer Währungs-Reform und einer Hypotheken/Schulden-Ausgleichsabgabe kombiniert werden. Bei einer Währungs-Reform könnten Schulden beispielsweise 2 : 1 abgewertet werden, während Preise und Einkommen 1 : 1 umgestellt werden. Damit werden Schulden um 50 Prozent entwertet, aber auch die Gläubiger verlieren 50 Prozent ihres Geldvermögens. Damit sich die Hypotheken-Schuldsklaven nicht günstig entschulden, wird eine Hypotheken-Ausgleichsabgabe zu Gunsten des Staates erhoben. So werden aus 100.000 Schulden in der alten Währung zwar nur 50.000 Schulden in der neuen Währung. Aber der Staat belastet das Eigentum mit zusätzlichen 50.000 Schulden in der neuen Währung, die über mehrere Jahre als Zahlungen abzutragen sind. Nur der Staat entschuldet sich - alle anderen bleiben auf ihren Schulden sitzen.

Sie glauben nicht, dass der Staat so etwas machen kann: Dann googeln Sie einmal nach dem "Lastenausgleichs-Gesetz", das in Verbindung mit der Währungsreform erlassen wurde. Und unsere Politiker sind sicherlich sehr kreativ beim Finden von Gründen, warum man einen "Lastenausgleich" auch heute benötigt.

Der Staat verdient hier dreifach: Seine Schulden werden um 50 Prozent entwertet. Die Vermögensabgabe sichert ihm langjährige Einnahmen. Und auch die Hypotheken-Vergleichsabgabe sichert ihm langjährige Einnahmen. Das grosse Rad, das der Staat zur Zeit dreht, kann so für mehrere Jahrzehnte weitergehen. Ein Perpetuum Mobile für unsere Politiker. Alle Vermögens-Besitzer werden hier mit 50 Prozent besteuert - sei es nun durch die Währungs-Reform auf das Geld oder geldähnliche Werte (Lebensversicherungen, Rentenansprüche), auf Immobilien- und Firmenvermögen (ggf. auch Aktienvermögen) und auch die Schulden gehen nicht verloren.

Preisfrage: Welche Vermögensgegenstände verlieren in dieser Übergangs-Phase nicht ihren Wert ?
Das Gold-Kartell kriegt zur Zeit den Gold-Preis einfach nicht unter Kontrolle. Gestern konnte sich Gold auch im späten Access Handel über der Marke von $950 halten. Diese positive Entwicklung setzte sich heute früh in Asien fort. Dort konnte Gold immerhin $2 zulegen. Diese positive Entwicklung setzte sich im Londoner Handel fort, und der A.M. Fix kam stark mit $955,25 (EUR 671,34) zustande. Der Anstieg um $10 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix zeigt, dass der Preis nicht nur durch Derivate-Geschäfte getrieben wird, sondern durch echte physische Nachfrage. Und das zu einer Saison, wo die Gold-Nachfrage tendentiell eher schwächer ist.

Während der ersten Handelsstunde der New Yorker COMEX wurde Gold dann jedoch von $955 auf unter $950 gedrückt. Der P.M. Fix kam mit $950,00 (EUR 668,07) zustande und zeigt, dass zusätzliches physisches Gold notwendig war, um den Preis-Anstieg unter Kontrolle zu halten. Die Gold-Spritze der Notenbanken half aber nur kurz und Gold sprang wieder auf $955 hoch. In der Folge wurde die Marke von $958 getestet. Das war dann aber zuviel des Guten, so dass Gold zum Ende des Handels an der COMEX auf $955 zurückfiel.

Gleich nach Ende des Handels an der COMEX setzte das Gold-Kartell "Plan C" um - Gold wurde im Access Handel wieder auf die Marke von $950 gedrückt. "Houston we have a problem" muss wohl die Nachricht aus dem Kartell-Hauptquartier gewesen sein.

Auch an anderer Stelle gab es ausreichend Probleme (nicht ablenken lassen durch die Kursfeuerwerke an den Aktien-Märkten): Der USDX konnte sich zwar nach anfänglicher Schwäche mit 78,8 wieder leicht in den positiven Bereich retten. Aber die Renditen der 10-jährigen Treasuries sind heute um 16 Basispunkte auf 3,7 Prozent gestiegen. Der Quotient aus beiden Werten erreichte heute mit 21,3 (Mittwoch: 22,5) einen Tiefpunkt der letzten 5 Wochen.

Der "Plan C" Angriff im Access Handel ist ein Hinweis auf eine bevorstehende Drückung am Freitag.


Neu 2009-07-23:

Gold-Bericht für den 22. Juli 2009:

Wie undemokratisch der Besitz von Gold nur ist: Da kann die Regierung nebst Bundestag und Bundesrat mit Unterschrift des Bundespräsidenten legitimiert durch das Bundesverfassungs-Gericht ein Gesetz zur Besteuerung von Vermögenswerten beschliessen, die Initiative wird von alle Parteien als ein Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit in Deutschland gefeiert, und kein Gold-Besitzer meldet sich. Oder jeder Finanzbeamte, Bearbeiter auf dem Sozialamt kann durch Überwachungsgesetze legitimiert die Konten seiner Bürger durchschnüffeln - allerdings bei der Abfrage des Gold-Kontostandes streikt auch dieses System. Und da kann die Europäische Zentralbank auch noch so viel Geld drucken wie sie will, um ihre Bürger mit Hilfe der Inflation kalt zu enteignen --- bzw den Staat warm zu entschulden. Alles natürlich gesetzlich legitimiert. Aber auch hier macht Gold einfach nicht mit. Gold ist ein richtiger Spielverderber, ein undemokratischer Aussenseiter eben.

Und will man den Leuten letztendlich an die Wäsche, durch Notstandsgesetze wieder völlig demokratisch legitimiert, dann füllt man seinen Rucksack mit seinen Münzen und Barren und haut einfach ab. Das geht leider nicht, wenn man sein Vermögen in einem Haus am Tegernsee geparkt hat --- dumm gelaufen. Wie einfach es doch ist, sich vor dem Staats-Kraken in Sicherheit zu bringen.

Und dann gibt es noch die einmalige Chance, quasi wie bei einem Lotto-Gewinn plötzlich reich zu werden. Und das ohne Glück - man muss nur warten, bis sich Regierung nebst Zentralbanken ihrer undemokratischen Reserven endgültig entledigt haben.

Dann kann man plötzlich auch mit diesen Münzen Waren erwerben - ohne den Umweg über das staatlich verordnete Geld. Ob das dem Steinbrück schmecken wird ? Gehen dann nicht plötzlich neben der Mehrwertsteuer auch die Steuereinnahmen auf Arbeit verloren ? Vielleicht muss dann ein Klempner nicht mehr einen Tag arbeiten, um sich eine Stunde von seinem Maler-Kollegen leisten zu können.

Eigentlich ist es kinderleicht, sein Vermögen in Sicherheit zu bringen: Man hebt Geld von seinem Konto ab, fährt zu seinem Händler und kauft sich Münzen oder Barren. Viel zu einfach für Viele. Wo ist der Haken ? Deshalb kommen auch nur Wenige auf diese Idee. Wären es Viele, dann stünde das staatlich verordnete Geld vor dem Aus - ein Bank Run auf die EZB würde beginnen: "Hier sind meine Euros, gib' mir dein Gold".

Ist ein weiterer Raubzug des Staates nun Utopie oder werden Viele sagen "mich wird es schon nicht treffen". Zuerst werden es immer Wenige sein, die betroffen sein werden. Das ist in der Politik immer so: Als erste Massnahme baut man einen Popanz gegen eine kleine Gruppe auf und buhlt um die Stimmen der Mehrheit mit Schlagzeilen wie "soziale Gerechtigkeit" oder der Versicherung, dass der "Otto Normalverbraucher" nicht betroffen sei. "Starke Schultern" können mehr tragen ist auch ein beliebter Spruch. Wer möchte da mit seinen schwachen Schultern widersprechen ? Doch dann sind plötzlich mehr betroffen, als man vermutet hatte. "Principiis obsta! - Wehret den Anfängen!" merkte schon der römische Dichter Ovid an.

Die ganzen Meldungen der letzten Tage, Wochen und Monate zur Erhöhung von Mehrwertsteuer, einer neuen Vermögens-Steuer, einer Reichensteuer getragen von Experten, Wirtschafts-Instituten und anderen staatbezahlten Schreiberlingen dienen nur einem Zweck: Den Boden für eine erneute massive Ausplünderung des Mittelstandes zu bereiten. Nur da ist für den Staats-Kraken noch ausreichend Geld zu holen. Wie wäre es mit einer Zwangs-Hypothek auf das hart ersparte Eigenheim. Andere haben ihr Geld ja auch verloren - da müssen die Eigenheim-Besitzer doch auch ihren Solidar-Beitrag leisten. Oder eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 42 % auf 45 % - früher waren es schliesslich einmal 56 %. Nur dumm, dass bereits jetzt schon der ledige Facharbeiter oder einfache Ingenieur jeden zusätzlich verdienten Euro in dieser Einkommensgruppe versteuern muss. Und in Wirklichkeit sind die 42 % ja auch 48 %, wenn man Soli und Kirchensteuer berücksichtigt. Das sind die neuen Reichen, die man bestrafen möchte. Vielleicht ist Hartz IV das neue Durchschnitts-Niveau --- alle Einkünfte darüber müssen abgeschöpft werden. Natürlich immer im Namen der sozialen Gerechtigkeit.

Das Gold-Kartell kämpft seit dem Überschreiten der Marke von $950 erbittert. Gestern konnte zwar der Gold-Preis gedrückt werden, allerdings nicht signifikant unter die Marke von $950. Im asiatischen Markt heute früh und im Londoner Vormittags-Handel hat man es erneut probiert: Gold wurde im asiatischen Markt bis auf $947 gedrückt. Im Londoner Vormittags-Handel musste das Metall dann weitere $2 abgeben. Auf diesem Niveau kam auch der A.M. Fix mit $945,50 (EUR 666,41) zustande. Im Tagesvergleich verlor Gold damit weitere $2.

Zum Nachmittag konnte sich Gold wieder etwas stabilisieren und pendelte in den ersten Handelsstunden der New Yorker COMEX um die Marke von $947. Der P.M. Fix kam etwas stärker mit $948,25 (EUR 668,06) zustande --- quasi unverändert gegenüber dem gestrigen P.M. Fix. Im weiteren Handelsverlauf überschritt Gold nun nachhaltig die Marke von $950. Das Kartell hat im gestrigen COMEX-Handel knapp 13.000 neue Kontrakte eingehen müssen, um den Preis unter Kontrolle halten zu können. Was ist los im Headquarter: Sind die physischen Reserven erschöpft ? Es gibt so viele Indikatoren, die für einen massiven Angriff des Gold-Kartells sprechen. Wurde das Pulver gestern und heute verschossen ?

Anscheinend - Gold beschloss den heutigen Handel an der COMEX auf einem Niveau von $953.
Der USDX hat heute auf 78,7 leicht nachgegeben. Die Renditen der 10-jährigen Treasury Bonds sind zwar wieder angestiegen - durch die Rundung auf eine Komma-Stelle verharrten sie jedoch bei 3,5 Prozent. Der Quotient aus dem USDX und den Renditen fiel heute leicht auf 22,5 (Dienstag: 22,6).

Ein absoluter Meister-Kommentar!


Neu 2009-07-22:

Gold-Bericht für den 21. Juli 2009:

REUTERS: "Morgan Stanley will pay $4.4 million to settle a class-action lawsuit with brokerage clients who bought precious metals and paid storage fees, according to a court filing. … The suit, filed in August 2005, alleged that Morgan Stanley told clients it was selling them precious metals that they would own in full and that the company would store. But Morgan Stanley either made no investment specifically on behalf of those clients, or it made entirely different investments of lesser value and security, according to the complaint."

Das passiert, wenn man bei einer Bank in gutem Glauben Gold oder Silber kauft --- die Bank investiert das Geld gar nicht in physisches Gold und Silber. Und dann berechnet sie noch unverschämterweise Lager-Gebühren für das nichtvorhandene Metall. Morgan Stanley hat diese Praxis vor Gericht so gerechtfertigt, dass andere Banken genauso mit ihren Kunden umgehen.

Auch für Peter Brimelow sind in seinem täglichen Gold-Kommentar die Institutionen, die angeblich physisches Gold für ihre Kunden lagern, nicht mehr geheuer. In seinem Gold-Bericht für den letzten Freitag schreibt er: "In a curious development, the GLD ETF reversed the 0.31 tonne gain it reported yesterday and reverted to alleged gold holdings of 1094.54 tonnes precisely – a level it has now reported on three separate days. There can be no doubt that the reported gold holdings of the ETF is a managed number."

Nachdem unsere Politiker in "Alles wird gut" Stimmung sind und die im letzten Jahr mit hunderten von Milliarden Dollar geretteten Bank nun wieder genau dasselbe "grosse Rad drehen", welches die Finanzkrise so stark verschärft hat, sollten die eigenen "Rettungsboote" in Form von Gold und Silber auch wirklich existieren.

Wer immer noch nicht die kritische Situation im letzten Herbst erfasst hat, für den habe ich einige Passagen aus dem GEHEIMEN Protokoll der HRE-Rettungssitzungen vom 26.09 bis 28.09.2008 parat:

Bänziger (Deutsche Bank) führt aus, dass ein schlimmeres Szenario als bei Lehmann Brothers drohe; danach habe die FED eine Absicherung über 87 Mrd. $ gegeben. An dieser fehle es in Europa, so dass es am Montag in Europa keine Refinanzierung für Kreditinstitute mehr geben werde.

Weber (Bundesbank) führt aus, dass er die Gesamtlage auch mit Herrn Trichet besprochen habe. Notwendig sei eine konzertierte europäische Aktion. Im Euroraum könne Liquidität nur an solvente Banken gegeben werden. Zunächst müsse die Solvenz der HRE sichergestellt werden, dann könne die Zentralbank Notfallliquidität zur Verfügung stellen. … Wichtig sei zudem, dass sofort mit den korrekten Zahlen operiert werde, man habe nur einen Versuch und der müsse funktionieren.

Bei der Diskussion der zur Verfügung stehenden Optionen wird unter anderem auch die Möglichkeit einer Insolvenz der deutschen Einheiten erörtert. Diese Alternative wurde von allen Beteiligten wegen der dann zu erwartenden Erschütterungen auf den Finanzmärkten (u.a. Chaos auf den internationalen Märkten, Kollaps des deutschen Bankensystems, Konkurs der Einlagensicherung) umgehend verworfen.

Sprissler (HVB): Eine Insolvenz einer der drei deutschen Einheiten würde den Zusammenbruch des Pfandbriefmarktes nach sich ziehen [wegen des damit verbundenen Vertrauensverlustes].

Blessing (Commerzbank) drängt erneut auf eine Beteiligung der Politik .. Ansonsten stehe am Montag keine deutsche Bank mehr.

Ackermann (Deutsche Bank) gibt zu bedenken, dass die durch den Einlagensicherungsfonds (ESF) geschützte Summe von der Holding mit 24 Mrd. EUR (statt 17 Mrd. EUR) beziffert werde. … Weber (Bundesbank) verwirft dies: Bei einem Rückfall auf den ESF setzte bereits am Montag der Run auf die Banken ein.

Lindlar (Prüfungsverband deutscher Banken) betont, dass ESF nach Lehman nicht mehr als 2 Mrd. EUR aufbringen könne.
Asmussen (BMF) führt aus, dass der Bund nach Haushaltsrecht Garantien nur übernehmen dürfe, wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit für einen Verlust unter 50 % liege.

Ackermann (Deutsche Bank) weist darauf hin, dass das BMF seit Donnerstag Bescheid wisse. Er werde jetzt gehen und sein Institut darauf vorbereiten, dass morgen früh der Interbankenhandel zusammenbrechen werde.

Ackermann (Deutsche Bank) führt aus, dass dies der Tod des deutschen Bankensystems sei. … Ackermann macht nochmals deutlich, dass es um das Überleben des Finanzsystems gehe.

Die Verhandlungen sind gescheitert.
Ackermann (Deutsche Bank) betritt den Raum und erklärt, dass die Bankenvertreter weiterverhandeln möchten. Er habe mit Herrn Steinbrück telefoniert. Dieser habe erklärt, dass der Bund nur 50 % nehmen könne. … Ackermann telefoniert mit einem Vertreter der Bundesregierung und erklärt daraufhin, dass man sich telefonisch geeinigt habe.

Gemeinsame Presseerklärung von BaFin und Bundesbank.
Der Goldpreis hat sich trotz der gestrigen Schwäche des US-Dollars und dem Auftritt von Ben Bernanke vor dem Kongress besser gehalten, als ich gestern vermutet hatte. Mit dem USDX unter der Marke von 79, dem Auftritt eines Repräsentanten des anglo-amerikanischen Banken-Kartells vor der Öffentlichkeit und der Tatsache, dass "The Gartman Letter" spekulativ long in Gold gegangen ist, wäre eigentlich ein koordinierter Angriff auf den Gold-Preis angesagt gewesen.

Dafür wurden die Renditen der 10-jährigen Treasury Bonds stark nach unten manipuliert: Der Bond-Markt begann den heutigen Handel um 9:30 EST (15:30 Uhr MEZ) auf einem Niveau von 3,65 Prozent. Innerhalb von 2 Stunden wurden die Renditen auf unter 3,48 Prozent gedrückt. Welche massiven Eingriffe der FED über ihr Quantitative Easing (QE) Programm zusammen mit Banken-Unterstützung waren notwendig, um diesen massiven Absturz der Bond-Renditen zu bewerkstelligen ?

Gold stand zu Beginn des Handels in Asien leicht unter Druck. Allerdings waren die Verluste mit $1 bis $2 sehr moderat. Auch im Londoner Markt setzte sich dieser Druck fort. Auch hier bewegte sich der Verlust zwischen lediglich $2 und $3. Der A.M. Fix kam mit $947,75 (EUR 666,44) zustande und stand damit $4 niedriger als vor 24 Stunden.

Am Nachmittag verbesserte sich Gold wieder und stand kurz vor Beginn des Handels an der COMEX bei $950. Eine Rallye innerhalb der ersten Stunde beförderte Gold auf bis zu $953. Hier war dann aber wieder Schluss und der nahende P.M. Fix setzte seinen Impuls in Richtung des Preises zum A.M. Fix. Der P.M. Fix kam auf exakt demselben Niveau bei $947,75 (EUR 666,40) zustande wie der A.M. Fix. Gegenüber dem Vortag hat Gold $5 abgeben müssen.

Kurz nach Schluss des Handels in London begann der Auftritt von Ben Bernanke vor dem Kongress. Grosse Ausschläge in die eine oder andere Richtung waren jedoch in der mehrstündigen Anhörung nicht zu beobachten. Nach Ende der Anhörung konnte zwar Gold bis auf $945 gedrückt werden, beendete aber den Handel an der COMEX mit $947.

Der USDX stieg heute leicht auf 79,0 an, während die Renditen der 10-jährigen Treasuries auf 3,5 Prozent fielen. Der Quotient aus beiden Werten stieg heute auf 22,6 (Montag: 21,9) an.

Die starke Manipulation der Renditen der 10-jährigen Treasuries bestärken mich in der Befürchtung, dass eine konzertierte Dollar-Hebung nebst Gold-Drückung für die nächsten Tage erwartet werden kann. Die letzte grössere Aktion am 3. Juni hat bis zum 8. Juni den USDX von 78,5 auf 80,8 gehoben, wobei die Renditen der 10-jährigen Treasuries um 0,3 Prozent-Punkte angestiegen sind. Gold wurde innerhalb dieses Zeitraums von $985 auf $955 gedrückt.


Neu 2009-07-21:

Gold-Bericht für den 20. Juli 2009:

Der SPIEGEL schreibt in seiner heutigen Print-Ausgabe über Angela Merkel: "Es ist Mittwoch vergangener Woche, Merkel absolviert die zweite Station ihrer Sommerreise durch den deutschen Mittelstand. Sie will ihre zentrale Wahlkampfbotschaft für die nächsten Wochen testen: "Alles wird gut.""

Und weiter heisst es in dem Bericht: "Die Regierung stellt sich nun auf die nächste Etappe der Wirtschaftskrise ein. Während manche Experten schon das nahe Ende der Rezession ausrufen, fürchtet die Grosse Koalition, dass sich die Finanzkrise im Herbst erst so richtig zuspitzt.".

Diese Experten prognostizieren schon wieder einen V-förmigen Verlauf der Wirtschaft: Einem starken Absturz folgt ein starker Anstieg. In den U.S.A. wurde das auch prognostiziert, allerdings dauert die Rezession dort bereits solange, dass man sich auf die U-Form geeinigt hat. In Wirklichkeit sehen wir jedoch meines Erachtens einen L-förmigen Verlauf der Konjunktur: Einem starken Absturz folgt eine Phase der Konsolidierung auf niedrigem Niveau.

Zu dieser Konsolidierungs-Phase haben sicherlich die massiven Hilfs-Programme von "Big Government" beigetragen. Aber "Big Government" scheint sich nun selbst übernommen zu haben, was man an den offiziellen und nicht-offiziellen Zahlen zur Staatsverschuldung erkennen kann. Die aktuellen Daten der Verschuldung des U.S.-Bundeshaushaltes sind z.Zt. $11.431 Mrd, d.h. $37.400 pro Bürger. Im laufenden Jahr wurden im Bundeshaushalt bereits $2.191 Mrd ausgegeben, davon wurden $1.011 Mrd durch die Aufnahme neuer Schulden finanziert. Noch schlimmer sehen die Zahlen der durch Sozialversprechen angehäuften nicht offiziell ausgewiesen Schulden aus. Jedes Unternehmen und jede Versicherung, die Leistungsversprechen für die Zukunft gibt, muss einen entsprechenden Kapital-Stock aufbauen, um diese zukünftigen Forderungen bezahlen zu können. Für die U.S.A. betragen diese nicht durch einen Kapital-Stock gedeckten Verbindlichkeiten $57.931 Mrd, d.h. $189.337 pro Bürger. Mit $39.562 Mrd trägt das Medicare / Medicaid Programm die grössten Verbindlichkeiten bei, gefolgt von $10.612 Mrd für Sozial-Leistungen.

Ein System, dass pro Bürger mehr als $230.000 Schulden anhäuft, kann nicht überlebensfähig sein --- Tendenz: Stark steigend.

Nun braucht man nicht zu glauben, dass es in Deutschland solche Schatten-Haushalte nicht auch gäbe. Die Pensions-Verpflichtungen sind auch nicht gedeckt. Die Abwicklung der "DDR"-Staatsbetriebe durch die Treuhand wurde auch in Schatten-Haushalten versteckt. Und die hunderte von Milliarden Euro für Staatshilfen, Garantien, Bürgschaften usw drohen auch irgendwann einmal schlagend zu werden: Dann werden aus blossen Bürgschaften reale Zahlungen des Staates.

Nun hat sich die Politik in Deutschland anscheinend mit dem L-förmigen Verlauf der Wirtschaft zurechtgefunden. Ein Grossteil der Bevölkerung spürt den Abschwung nicht. Eben genauso, wie bei einem Grossteil der Bürger der Aufschwung der letzten Jahre nicht angekommen ist. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da über 40 Prozent der Haushalte von Transfer-Leistungen leben, die entweder direkt vom Staat oder über die verschiedenen Organisationen des Sozialstaates abgewickelt werden. Der Rest wird mit Zahlen aus Wahrheitsministerien und Durchhalteparolen der Propaganda-Stäbe ruhig gehalten.

Die "Yes we can" und "Alles wird gut" Politiker müssen nach den massiven Ausgabe-Programmen nun die ersten Erfolge ihren Wählern vorstellen können.

Während die Politiker auf Besserung hoffen, hat sich heute wirklich etwas verbessert: Der Gold-Preis. Bereits im asiatischen Markt heute früh konnte Gold die Marke von $940 überschreiten. Um diese Marke hat das Gold-Kartell die letzte Zeit erbittert gekämpft. Die positive Entwicklung beschleunigte sich im Vormittags-Handel in London noch. Kurz vor dem A.M. Fix wurde dann die Marke von $950 überschritten. Der A.M. Fix kam mit $952,25 (EUR 669,00) zustande. Das ist ein Zuwachs von $18 gegenüber dem A.M. Fix vom letzten Freitag.

Bei dieser kräftigen Preis-Entwicklung muss man einen Blick auf die Black Box Trading Programme des Gold-Kartells werfen: Diese Programme lassen maximal einen täglichen Gold-Preisanstieg um 2 Prozent zu. Der Schluss-Kurs in New York letzten Freitag war $937,70 --- also darf Gold nicht die Marke von $956,45 überschreiten.

Am Nachmittag ging Gold auf einem Niveau von knapp über $950 in den New Yorker Handel. Die nächste halbe Stunde konnte Gold die Marke von $955 überschreiten und wurde --- was für ein Zufall --- bei der Marke von $956 gestoppt. In der nächsten Handels-Stunde wurde Gold auf bis zu $947 gedrückt. Der P.M. Fix kam innerhalb dieses Zeitraumes mit $952,75 (EUR 670,01) um $15 höher als am Freitag zustande.

Gold konnte sich im folgenden Handel wieder oberhalb der Marke von $950 stabilisieren und ging auf diesem Niveau aus dem Handel an der COMEX.

Der Dollar musste heute etwas Federn lassen und deshalb sank der USDX auf 78,9. Das ist eine kritische Marke, wo üblicherweise eine konzertierte Dollar-Stützung am nächsten Tag droht. Seit dem 7. Mai beobachte ich nun den Verlauf des USDX. Lediglich am 2. Juni hat der USDX die Marke von 79 unterschritten. In den darauffolgenden Tagen wurde der Dollar bis auf fast 81 gehoben. Auch die heutige Entwicklung der Rendite der 10-jährigen Treasury Bonds deutet in diese Richtung: Zu Handelsbeginn ist die Rendite noch auf über 3,7 Prozent gestiegen, dann aber im Laufe des Handels auf unter 3,6 Prozent gefallen. Mit dieser Aktion soll wohl für den morgigen Tag eine Dollar-Hebung eingeleitet werden, der die Renditen der Treasuries wieder in die Höhe treiben würde. Der Quotient auf USDX und der Rendite ist heute auf 21,9 (Freitag: 21,5) gestiegen. Aber es gibt noch eine kurzfristig weitere schlechte Nachricht für Gold: The Gartman Letter (TGL), der Inbegriff des immer falsch liegenden technischen Gold-Traders, ist heute in Gold eingestiegen. Lassen wir uns überraschen.


Neu 2009-07-18:

Gold-Bericht für den 17. Juli 2009:

Die Diskussion über die mit Gold hinterlegten Exchange Traded Funds (ETF) geht weiter. Insbesondere der "SPDR Gold Trust" (Aktien-Ticker "GLD") kommt dabei immer stärker unter Verdacht, Betrug an seinen Investoren zu begehen, indem versteckt Bestände des gehorteten Golds (400 oz London Good Delivery Bars) über das Gold-Kartell in den Londoner Markt eingeschleust werden. Dieser ETF besitzt offiziell knapp 1.100 Tonnen Gold und könnte so als Ersatz-Quelle für die versiegenden Gold-Reserven der Zentralbanken dienen.

Der Investor Greenlight Capital, der 4,2 Millionen Aktien des "SPDR Gold Trust" hielt, das entspricht über 400.000 Unzen Feingold oder 12,5 Tonnen, hat seine kompletten Bestand dieser Aktien verkauft und in physisches Gold getauscht. Nach aussen hin wird argumentiert, dass die Kosten des GLD ETF zu hoch seien und es günstiger wäre, das physische Gold selbst einzulagern und zu versichern. Nun ist diese Argumentation nicht von der Hand zu weisen, denn der GLD ETF verlangt jährliche Gebühren von 0,3 Prozent. Eine Lagerung inklusiv Versicherung kostet in etwa 0,1 Prozent pro Jahr. Der Aufschlag für den Ankauf von 400 oz-Barren dürfte bei diesen Mengen für den ETF auch nicht niedriger sein, als für die Greenlight Capital. Aber ich denke nicht, dass dies der primäre Grund für die Entscheidung war. Vielmehr möchte der Investor im richtigen Augenblick nicht auf wertlosem Papier-Gold sitzen.

Problematisch ist, dass der ETF sein Gold bei der HSBC Bank in London lagert. Auf der einen Seite ist der Weg des gekauften Goldes von der Londoner Edelmetall-Börse nicht weit. Auf der anderen Seite sind diese 400oz-Barren auch sofort marktgängig für Interventionen des Gold-Kartells am physischen Gold-Markt in London. Die HSBC Bank ist neben der Deutschen Bank, Barclays, Bank of Nova Scotia und Societe Generale am Gold-Fixing in London massgeblich beteiligt. Ausserdem bietet sie "Clearing Services" an - d.h. gehandeltes Gold kann über ihre Lagerhäuser in London abgewickelt werden. Wahrscheinlich sind die Lagerhäuser der HSBC Bank sogar dieselben.

Ausserdem ist es verwunderlich, dass sich trotz der Schwankungen des Goldpreises der letzten Wochen die Gold-Bestände des ETFs kaum verändert haben. Vor dem Hintergrund, dass sich Greenlight von 12,5 Tonnen Gold in dem ETF getrennt hat, erscheinen die offiziellen Ausweise des Goldbestandes dieses ETFs noch suspekter.

Hinzu kommt nun die von der COMEX geschaffene Möglichkeit, sich seiner Gold-Lieferverpflichtungen aus Future-Kontrakten durch Übertragung von "GLD" Aktien zu entledigen. Selbst die oftmals goldkritische "The Gartman Letter" kommentiert dies folgendermassen: "To finish, we do agree that recent decisions to allow for the "delivery" of ETF shares in the stead of actual physical gold against a futures position does cause us some concern. Indeed, it causes us some very real concern, for if we stand for delivery of wheat we expect to receive wheat, not paper. The same holds true for delivery processes on the COMEX, and if GATA and the "Bugs" have a complaint it is this new decision by the COMEX. On this, we’ll grant that the "Bugs" have something to complain about."

Stellen sie sich einmal vor, als Käufer eines Future-Kontraktes für Weizen wird ihnen nicht Weizen, sondern ein Papier ausgehändigt, mit dem sie einen Anteil an einem grossen Lager mit Weizen erwerben. Als grosser Nudel- oder Brot-Fabrikant würden sie diese Lieferform sicherlich nicht akzeptieren. Das werden sicherlich auch nicht die Käufer aus Indien tun und andere Produzenten von Gold-Münzen und Barren.

Aber das ganze Verfahren und die einzelnen Indizien sprechen dafür, dass hier ein grossangelegter Betrug an den Investoren dieses ETFs vorliegt. Vielleicht sind es noch nicht einmal die Verwalter dieses ETFs, die an diesem Betrug beteiligt sind. Aber wer die Mega Gold-Kartell Bank HSBC in London zum Verwalter seines Gold-Schatzes macht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn dieser "Verwalter" im Notfall so über das Gold herfällt, wie Drakula über die Blutkonserven in einer Blutbank.

Lassen sie sich auch nicht erzählen, dass der Kauf von physischen Gold und die Lagerung/Versicherung zu teuer seien. Für einen 1kg-Barren zahlen sie einen Aufschlag von ca 2 Prozent auf den Spot-Preis und eine Lagerung inklusiv Versicherung kostet ca 0,15 Prozent pro Jahr. In Deutschland ist der Kauf von Gold mehrwertsteuerfrei und auch beim Verkauf bezahlen sie auf den "Papier-Geld Gewinn" keine Steuern, wenn zwischen Kauf und Verkauf mindestens 1 Jahr liegt. Diese Vorteile haben die Papiergold-Investments nicht.

Die letzten Tage werden schon wieder eine Reihe von Hurra-Meldungen verbreitet: Das Wort "green shoot" wird zwar nicht mehr verwendet, aber man hofft trotzdem auf eine Bodenbildung. Der Kredit- und Häusermarkt scheint diese Boden-Bildung noch nicht durchzumachen. Der Markt für "commercial papers", das sind kurzfristige Ausleihungen an die Unternehmen, ist seit August 2007 von $2.200 Mrd auf $1.097 Mrd zusammengebrochen. Und dass, obwohl die FED nun direkt Kredite in diesem Marktsegment von mehreren $100 Mrd vergibt. Der Grund: Die Gläubiger für die kurzfristigen Kredite waren in der Vergangenheit im Wesentlichen Geldmarkt-Fonds. Nachdem dieses Investment fast vollständig zum Erliegen gekommen ist, gibt es auch keine kurzfristigen Kredite mehr an die Unternehmen.

Auch der kurz vor dem Bankrott stehende Finanzierer für kleine und mittlere Firmen in den U.S.A., die Firma CIT wurde in dem Stress-Test vor einigen Monaten noch als gut kapitalisiert angesehen. Es zeichnet sich ab, dass man ihn in die Insolvenz schickt, damit J.P. Morgan sich einen weiteren Konkurrenten einverleiben kann. Wenn Goldman "Government" Sachs die U.S. Treasury übernehmen kann, dann wird J.P. Morgan wohl bald ein "friendly takeover" Angebot für die FED abgeben.

Gold startete heute den Tag in Asien auf dem Niveau des gestrigen Schluss-Standes in New York bei $937. Im frühen Londoner Handel kam das Metall leicht unter Druck. Der A.M. Fix kam mit $934,50 (EUR 662,39) um $1 niedriger als noch zum gestrigern A.M. Fix zustande.

Mit Beginn des Handels an der COMEX wurde Gold auf $932 gedrückt, konnte sich aber wieder befestigen und hat dabei die Marke von $935 merklich nach oben durchbrochen. Der P.M. Fix kam mit $937,50 (EUR 664,33) um $3 fester als vor 24 Stunden zustande. Gold beendete den Handel an der COMEX bei $938.

Wahrlich kein spannender Gold-Tag: Es gab weder Überraschungen nach oben noch nach unten. Das Gold-Kartell hat zumindestens für diese Woche die Marke von $940 erfolgreich verteidigen können.

Bei diesen beiden Daten sah es dagegen im Wochenrückblick nicht so positiv aus: Der US-Dollarindex (USDX) verharrte heute stabil bei 79,4, während die Renditen der 10-jährigen Treasuries auf 3,7 Prozent anstiegen. Der Quotient aus USDX und den Renditen ist heute auf 21,5 (Donnerstag: 22,1) gefallen. Das ist der tiefste Stand seit vier Wochen. Innerhalb einer Woche ist der USDX um 1 Punkt abgesackt, während die Renditen der Staatsanleihen um 0,4 Prozent gestiegen sind. Aber letzte Woche standen die Märkte im Schatten des G-8 Gipfels unter verschärfter Manipulation.


Neu 2009-07-17:

Gold-Bericht für den 16. Juli 2009:

Nach drei Tagen Anstieg hat Gold heute eine Pause eingelegt. Dies ist nicht ungewöhnlich nach einem Anstieg von über $30 seit Anfang der Woche. Den asiatischen Handel heute früh startete Gold mit $937 knapp $3 leichter. Während des Londoner Vormittags-Handels setzte sich die Bewegung fort. Erst zum A.M. Fix fiel Gold um weitere $2 auf $935,25 (EUR 664,43) zurück. Auf 24-Stundenbasis konnte Gold trotzdem noch $5 zulegen.

Kurz vor Beginn des Handels an der New Yorker COMEX konnte sich Gold wieder auf knapp $940 befestigen. Aber die heutige Stimmung sprach nicht für einen steigenden Gold-Preis. Vielmehr haben wohl eine Reihe von spekulativen Longs ihre Positionen glattgestellt und Gewinne mitgenommen. Zum P.M. Fix fiel Gold auf $935,00 (EUR 662,60). Aber im Tages-Vergleich ist der Rückgang mit $3 nur sehr moderat. Kurz nach dem P.M. Fix teste Gold die Marke von $933 nach unten, konnte sich aber im verbleibenden Handel wieder stabilisieren. Bei $938 war dann aber wieder Schluss nach oben. Zum Ende des Handels bröckelte Gold wieder auf das Niveau des P.M. Fixes ab.

Der USDX ist heute leicht gesunken, und auch die Renditen der 10-jährigen Treasury Bonds sind leicht gesunken. Bei Rundung auf eine Nachkomma-Stelle ergibt sich bei beiden Werten jedoch heute keine Veränderung. Der Quotient aus dem USDX und den Renditen verbleibt also bei 22,1.

Der CFTC Bank Participation Report für den Monat Juli 2009 bestätigt die These, dass drei grosse U.S.-Banken weiterhin eine konzentrierte Short-Position in Gold an der New Yorker COMEX halten. Zum Stichtag 7. Juli 2009 hielten diese drei Banken 528 Long-Kontrakte und 116.895 Short-Kontrakte. D.h. diese Marktteilnehmer sind mit 116.367 Kontrakten netto Short (von insgesamt 372.965 Kontrakten). In den Warenhäusern der COMEX wird Gold in der Kategorie "Händler" für ca 26.000 Kontrakte offiziell ausgewiesen. Die drei U.S.-Banken sind also "naked short" im Umfang von mindestens 90.000 Kontrakten (entspricht 9.000.000 Unzen oder 280 Tonnen). Bezogen auf die Anzahl der gesamten Kontrakte halten die drei U.S. Banken also über 30 Prozent aller Short-Positionen an der COMEX.


Neu 2009-07-16:

Gold-Bericht für den 15. Juli 2009: must read!

Ich bekomme in letzter Zeit immer wieder Anfragen, wo verzweifelt angemerkt wird: "Das Gold-Kartell wird immer eine Möglichkeit finden, den Gold-Preis zu drücken". Und andere Zuschriften zeigen mir, dass der Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Gold-Preises und der Zins-Entwicklung bzw Gesundheit unseres Finanz- und Wirtschafts-Systems nicht verstanden wurde.

Ich möchte deshalb den heutigen Gold-Bericht im Wesentlichen diesen beiden (oder drei) Bereichen widmen, da sie gut die derzeitige Domino-Kette im Wirtschafts- und Finanzsystem aufzeigen.

These #1: Der Gold-Preis kann nur solange unter Kontrolle gehalten werden, wie das Angebots-Defizit (Nachfrage minus Angebot) durch Gold aus Zentralbank-Lagerbeständen ausgeglichen werden kann.

These #2: Bricht die Goldpreis-Drückung zusammen, so kann nach Gibson's Paradox ein stark steigender Goldpreis nur durch hohe langfristige Zinsen der Staatsanleihen verhindert werden.

These #3: Steigen die Zinsen der langfristigen Staatsanleihen stark an, dann werden viele Privat-Haushalte und Firmen in den Konkurs gehen und Unternehmer Investitions-Entscheidungen zurückstellen.

Ich möchte nachfolgend die drei Thesen erläutern. Ausserdem möchte ich kurz darstellen, wie das Ereignis "Erschöpfung des Zentralbank-Goldes" die Domino-Kette beginnend mit These #1, folgend mit These #2 zu These #3 auslösen kann.

Zu These #1:
In einem freien Markt wird ein Preis dadurch gefunden, dass sich Verkäufer und Käufer auf ein gemeinsames Preis-Niveau einigen, wo die meisten "Tauschgeschäfte" (z.B. Geld-gegen-Gold oder Gold-gegen-Geld) zustande kommen. Ein Angebots-Überhang (d.h. es gibt mehr Verkäufer als Käufer) wird dabei so lange zu tendentiell sinkenden Preisen führen, bis der Überhang nicht mehr existiert. Genauso wird ein Angebots-Defizit (d.h. es gibt mehr Käufer als Verkäufer) zu tendentiell steigenden Preisen führen, bis das Dezit nicht mehr existiert. D.h. bei einem Angebots-Defizit kann man entweder mit den steigenden Preisen bestimmte Käufer abschrecken oder neue Verkäufer anlocken. Über diesen Mechanismus pendelt sich der Markt-Preis ein, bei dem es weder ein Angebots-Überhang noch ein Angebots-Defizit geben kann. Dieses Prinzip gilt auch für den Gold-Handel.
Im Gegensatz zu Papier-Geld, das die Zentralbanken in unbegrenztem Masse ohne Kosten herstellen können, kann Gold nicht "aus dem Nichts" geschaffen werden. Es muss aufwendig gefördert werden. Die Nachfrage am Gold-Markt ergibt sich aus der Investment-Nachfrage ("Horten von Gold"), der Industrie-Nachfrage (Elektro-Industrie, aber auch Zahngold) und der Schmuck-Nachfrage. Das Angebot speisst sich aus Rückläufen von Gold der o.g. drei Nachfrage-Gruppen (scrap gold), aus der Minen-Förderung und den Verkäufen der Zentral-Banken. Die Bilanz aus Angebot und Nachfrage muss immer ausgeglichen sein.
Ich habe in meinen Berichten immr wieder dargestellt, dass das (nicht offiziell berichtete) Angebots-Defizit von jährlich 500 Tonnen (vor der Finanz-Krise) bis jährlich 1.000 Tonnen (während der Finanz-Krise) durch versteckte Zentralbank-Verkäufe ausgeglichen werden muss. Die Lager-Bestände scheinen zwischenzeitlich aber erschöpft, so dass das Gold-Kartell illegal Gold aus Lagerbeständen der COMEX und der Gold-ETFs verkaufen muss, ohne dass die Teilnehmer in diesen Märkten (denen das Gold gehört) etwas davon wissen. Wir werden also plötzlich mit einer jährlichen Angebots-Lücke von bis zu 1.000 Tonnen konfrontiert werden.
Auch das trickreichste Gold-Kartell kann unter dieser Voraussetzung einen Anstieg des Gold-Preises nicht aufhalten. Im physischen Londoner Handel wird der Preis anhand des Angebots und der Nachfrage bestimmt. Herrscht dort eine Angebots-Lücke, dann steigen die Preise solange an, bis diese Lücke an dem Markt geschlossen wird. Nun könnte das Gold-Kartell den in London ermittelten Preis (z.B. $1.100) wieder im Derivate-Handel an der COMEX auf z.B. $950 drücken. Da an der COMEX Papier-Gold gehandelt wird, müssten die Gold-Kartell Banken nur genug Future-Positionen zu $950 verkaufen, um die Nachfrage zu decken. Schon ist der Preis von Gold wieder auf $950 gefallen. Am nächsten Tag würde er aber in London wieder auf $1.100 steigen usw. Dieser Weg ist trotzdem für das Gold-Kartell nicht gangbar. Denn es besteht eine Verbindung zwischen Papier-Gold und realem Gold auch an der COMEX. Ein ablaufender Future-Kontrakt verpflichtet zur Lieferung von realem Gold. Hat der Short-Inhaber dieses Gold nicht, so muss er es sich in London kaufen. Und erhöht damit den Preis in London, da die Nachfrage dort ansteigt. Zwei findige Typen von Investoren würden diese Strategie des Gold-Kartells schnell zu einem Ende führen. Der Käufer würde erkennen, dass er physisches Gold indirekt über Future-Kontrakte an der COMEX wesentlich billiger kaufen könnte, als in London. In London fällt zwar nun die Nachfrage dieses Käufers nach Gold weg, aber er kauft indirekt über das Gold-Kartell, das sich mit Gold in London eindecken muss, um seine Gold-Lieferverpflichtungen aus dem Future-Kontrakt zu erfüllen. Das Gold-Kartell subventioniert dem Käufer sein Gold - er kann es für $950 (an der COMEX) kaufen, anstatt für $1.100 in London. Wahrscheinlich würde dies dem Gold-Kartell nicht grossartig schaden, da viele Käufer den Umweg über die COMEX meiden würden.
Aber Hedge-Fonds und andere Investoren würden dieses Arbitrage-Potential schnell erkennen und solange ausnutzen, bis der Preis an der COMEX sich wieder an den Preis in London annähert. Diese Hedge-Fonds wollen gar nicht in Gold investieren, sondern nur aus dem Preis-Unterschied zwischen der COMEX und London einen satten Gewinn erzielen. Sie kaufen Gold in immer grösseren Mengen an der COMEX, um es in London wieder (zu höheren Preisen) verkaufen zu können. Da das Gold-Kartell das Gold für die COMEX in London kaufen muss, das die Hedge-Fonds wieder in London verkaufen, wird der Gold-Preis in London weder steigen noch fallen. Aber das Gold-Kartell muss für jede über die COMEX so gehandelte Unze $150 an die Hedge-Fonds auszahlen. Man kann sich vorstellen, dass diese Situation bei Hedge-Fonds, die über hunderte von Milliarden Dollar verfügen schnell bereinigt ist.

Schlussfolgerung A zu These #1: Im Falle eines Angebots-Defizits bestimmt nicht der Papier-Markt den Gold-Preis, sondern der physische Markt in London.

Schlussfolgerung B zu These #1: Kann das Gold-Kartell das Angebots-Defizit nicht mehr durch physisches Gold ausgleichen, dann bricht die Goldpreis-Drückung zusammen.

Zu These #2:
In meinem Goldbericht für den 13. Juli habe ich ausführlich dargelegt, dass im Rahmen des Gibson's Paradox ein inverser Zusammenhang zwischen den Real-Zinsen der langfristigen Staatsanleihen und dem Gold-Preis besteht. Kurz: niedrige Real-Zinsen bedingen einen hohen Gold-Preis und hohe Real-Zinsen bedingen einen niedrigen Gold-Preis.
Wir haben z.Zt. historisch niedrige Real-Zinsen (d.h. Nominal-Zinsen minus Inflationsrate) für die Staatsanleihen, während der Gold-Preis noch moderat niedrig ist. In Wirklichkeit müssten wir entweder einen hohen Gold-Preis bei diesem Zins-Niveau beobachten oder die Real-Zinsen müssten wesentlich ansteigen.
Diese Entwicklung konnten wir in den 70er-Jahren wirklich beobachten. Die stark steigende Inflation dieser Jahre hat zu einem Anstieg des Gold-Preises auf über $700 geführt. Die Real-Zinsen waren quasi Null oder sogar noch durch die hohe Inflationsrate negativ, so dass Gold in diesen Jahren von $200 auf über $700 gestiegen ist. Der damalige Vorsitzende des FOMC der FED, Paul Volcker hat daraufhin die Zinsen stark ansteigen lassen. In der Folge sind die Nominal-Renditen der 10-jährigen Treasuries auf zum Teil über 14 Prozent angestiegen, waren also real im positiven Bereich. Mit dieser Geld-Politik konnte Volcker den Gold-Preis wieder auf unter $400 drücken.
Heute haben wir de facto auch niedrige Real-Zinsen, die gegen Null oder sogar noch darunter tendieren. Allerdings wird die Inflationsrate durch das "Wahrheitsministerium" BLS stark nach unten gefälscht, so dass die offiziellen Real-Zinsen der 10-jährigen Treasuries bei 3 Prozent liegen. Hier müssten wir eigentlich einen starken Fluss von Geld in Gold beobachten, der einen erheblich steigenden Gold-Preis bedingen würde.
Die Alternative für die FED ist die Politik von Paul Volcker Anfang der 80er-Jahre: Die Zinsen der Treasuries müssten sich mehr als verdoppeln, um den Abfluss von Geld in Gold stoppen zu können. Um den heutigen Gold-Preis zu fixieren, müssten die Renditen wohl wieder zweistellig werden.

Schlussfolgerung A zu These #2: Bei dem derzeitigen Real-Zinsniveau der langfristigen Staatsanleihen müsste der Gold-Preis in einem nichtmanipulierten Markt stark ansteigen.

Schlussfolgerung B zu These #2: Ein Anstieg von Gold in einem nichtmanipulierten Markt kann nur über eine massive Ausweitung des Real-Zinsniveaus VERHINDERT werden."

Zu These #3:
Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen sind im Papiergeld-System die risikolose Form der Geldanlage. D.h. sämtliche Ausleihungen an Privat-Haushalte oder Unternehmen müssen zu einem Zinssatz überhalb der Rendite der Staatsanleihen ausgegeben werden. Mit diesem Zinsaufschlag wird das Ausfall-Risiko der Privat-Haushalte und Unternehmen berücksichtigt.
Auch eine unternehmerische Entscheidung über die Rentabilität eines Investments wird auf Basis der Rendite der Staatsanleihen getroffen. Man kann über die Fähigkeiten der MBAs und BWLer geteilter Meinung sein: Dieses eherne Gesetz beherrschen sie jedoch. Eine Investitions-Entscheidung wird nur dann getroffen, wenn die Rendite des Investments, jeweils abgezinst mit dem Zinssatz der Staatsanleihen, einen positiven Beitrag liefert. Diese positive Beitrag muss für den Unternehmer so gross sein, um sein unternehmerisches Risiko abzudecken.
Hierzu einige Beispiele: Ein Privat-Haushalt mit einem monatlichen Netto-Einkommen von $4.000 kann sich ein Haus im Wert von $300.000 leisten, wenn der Kredit mit lediglich 5 Prozent pro Jahr verzinst wird. Die monatliche Zinsbelastung beträgt $1.250. Würden sich die Zinsen der 10-jährigen Treasuries jedoch auf 12 Prozent erhöhen, dann wären ca 15 Prozent pro Jahr für den Immobilien-Kredit fällig. Die monatliche Zinsbelastung stiege auf $3.750. Die Familie hätte kein Geld mehr zum Leben und müsste Bankrott anmelden.
Ein Unternehmer will $1.000.000 in ein Software-Produkt investieren. Würde er das Geld in Staatsanleihen anlegen, bekäme er 3,5 Prozent pro Jahr. Seine Rechnung: Mit Staatsanleihen hätte er mit Zinses-Zinsen am Ende des vierten Jahres $1.147.523. Abgezinst hätte er jedes Jahr $1.000.000. Der Geldfluss eines Investments am Ende des Jahres 1 ist um den Faktor 1,035 niedriger, für Jahr 2 um 1,071 niedriger, im Jahr 3 um 1,109 und im Jahr 4 sogar um 1,148. Mit seinem Software-Produkt erzielt er im Jahr 1 $200.000 Gewinn, im Jahr 2 $300.000 und im Jahr 3 und 4 jeweils $400.000. Insgesamt also $1,3 Mio. Abgezinst sind die $200.000 im Jahr 1 aber nur $193.237 wert, die $300.000 im Jahr 2 $280.053, die $400.000 im Jahr 3 $360.777 und die $400.000 im Jahr 4 $348.577. Insgesamt also $1,18 Mio. Mit $180.000 abgezinstem Gewinn gegenüber den sicheren Staatsanleihen geht der Unternehmer das Risiko wahrscheinlich ein.
Würden nun die Staatsanleihen auf 12 Prozent steigen, dann sähe seine Rechnung folgendermassen aus: $200.000 im Jahr 1 sind nur noch $178.571 wert (Abzinsungs-Faktor ist nun 1,12), die $300.000 im Jahr 2 $239.158 (1,254), die $400.000 im Jahr 3 $284.712 (1,405) und die $400.000 im Jahr 4 $254.207 (1,574). Insgesamt also $0,96 Mio. Der Unternehmer würde sein Geld in Staatsanleihen stecken, da er abgezinst einen Verlust mit dieser Investition machen würde.
Ich könnte dieses Beispiel jetzt noch mit $100.000 Eigenkapital und $900.000 Fremdkapital machen. Dabei käme wohl heraus, dass der Unternehmer bei dem hohen Zinsniveau im Laufe der Jahre wohl sein Eigenkapital durch Zinszahlungen verlieren würde und damit Pleite wäre.

Schlussfolgerung A zu These #3: Bei hochverschuldeten Privat-Haushalten und Unternehmen würde ein starker Anstieg der langfristigen Zinsen der Staatsanleihen zu einer Welle von Bankrotten führen.

Schlussfolgerung B zu These #3: Ein starker Anstieg der langfristigen Zinsen würde die Investitions-Tätigkeiten der Unternehmen stark reduzieren.

Diese Domino-Kette ist unserer Finanz-Elite natürlich bekannt. Die Domino-Kette hat ihren verletzlichsten Punkt in der Gold-Preisdrückung. Bricht diese wegen Erschöpfung der Zentralbank-Vorräte zusammen, dann fällt als nächstes der Domino der Staatsanleihen. Dieser Domino reisst dann die überschuldeten Unternehmer und Privathaushalte in den Konkurs. Eine System-Auslöschung wäre wohl die unvermeidbare Folge.

Jeder, der am Goldpreis-Domino wackelt, kann also jederzeit eine Ketten-Reaktion auslösen, die das gesamte System in seinen Grundfesten zerstören kann. Ein plötzlicher sprunghafter Anstieg des Gold-Preises um $100 pro Tag, jeweils bestätigt im Londoner Handel am Folgetag, wäre ein starker Hinweis darauf, dass der Goldpreis-Domino kippt.

Zum heutigen Geschehen an den Gold-Märkten: Gold startete den heutigen Tage in Asien dort, wo der Handel letzten Abend in New York bei $925 beendet wurde. Erst zum einsetzenden Londoner Handel konnte Gold wieder zulegen. Mit $930,00 (EUR 661,40) zum A.M. Fix legte Gold im 24-Stundenvergleich um weitere $8 zu.

Im Nachmittags-Handel stieg Gold eine Stunde vor Eröffnung des Handels an der COMEX plötzlich um $5 auf $935 an. Kurz nach Eröffnung der COMEX um 14:20 Uhr kam es zu einem weiteren Preis-Anstieg auf $940. Die Erklärung hierfür kann man in dem gerade vom "Wahrheitsministerium" BLS persönlich um 14:30 Uhr MEZ veröffentlichten Consumer Price Index (CPI) suchen: Auf Monatsbasis (m/m) ist der CPI-U (nicht saisonbereinigt) um 0,9 Prozent gestiegen. Im Vormonat lag dieser Wert noch bei 0,1 Prozent. Das Preis-Niveau von Gold konnte zum Londoner P.M. Fix bestätigt werden: $938,00 (EUR 666,34) - ein satter Zuwachs von $13 gegenüber dem gestrigen P.M. Fix. Im Verlauf des Handels musste das Gold-Kartell schwer kämpfen, dass die Marke von $940 nicht nachhaltig überschritten wird. Die Gold-Kartell Trading-Systeme sind auch darauf programmiert, dass Gold an einem Tag nicht über 2 Prozent ansteigt. Diese Grenze liegt heute bei $943. Der Handel an der COMEX wurde bei einem Stand von $939 beendet.

Der heutige Tag hat nur dem Aktien-Markt gutgetan: plus 3 Prozent. Der Dollar und die Staatsanleihen gaben heute zum Teil kräftig nach. Der USDX fiel um fast einen ganzen Punkt auf 79,4, während die Renditen der 10-jährigen Treasury Bonds auf 3,6 Prozent zulegten. Der von mir gebildete Quotient aus beiden Zahlen sank heute kräftig um 1,5 Punkte auf 22,1 (Dienstag: 23,6). Damit hat sich der ganze G-8 Manipulationszauber der letzten Woche und in der Vorbereitung der Woche davor wieder in Luft aufgelöst.

Robert Rubin sagte einmal, in seinem nächsten Leben möchte er der Bond-Markt sein. Denn dieser ist mächtiger als US-Präsident und Papst zusammen.


Neu 2009-07-15:

Gold-Bericht für den 14. Juli 2009:

Der Finanzmarkttest Juli 2009 des Zentrums für Europäische Wirtschaftforschung, kurz ZEW-Index genannt hat heute für die Konjunktur-Erwartungen eine unerwartete negative Richtung eingeschlagen. Der ZEW-Index für die Konjunktur-Erwartungen in Deutschland ist um 5,3 Punkte auf 39,5 gesunken. Der ZEW-Index wird als voreilender Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung gesehen. Das war der erste Rückgang nach zuvor acht Anstiegen in Folge. Von Reuters befragte Experten hatten dagegen ein erneutes Plus auf 47,8 Punkte erwartet. Die Zahlen sind trotzdem noch übermässig optimistisch und basieren eher auf Einschätzungen von Experten der Finanz-Industrie anstelle der Realwirtschaft.

Die WELT hat heute richtig erkannt, dass mit "Big Government" etwas schief läuft: "Diese Fiskalpolitik hat also einen Konstruktionsfehler, den man in der Ökologie als ein sich selbst aufzehrendes System bezeichnet, oder – im Schröder-Deutsch: nicht nachhaltig. Denn was wird der Fiskus denn machen, wenn diese Mittelschicht so zusammen geschmolzen ist, dass sie den weiter steigenden Finanzbedarf des Staates – sprich der Wenigverdiener – nicht mehr befriedigen kann ? Diese Wenigverdiener sind es nämlich, die das Gemeinwesen mit ihren Wohlstands- und Versorgungserwartungen in den Bankrott treiben. Mittlerweile sind es so viele, dass keine große Partei mehr an Ihnen vorbei kommt, wenn sie Wahlen gewinnen will. Längst sind die direkten und indirekten Empfänger staatlicher Leistungen (also in Wahrheit des Steueraufkommens) in der Mehrheit. Eine von staatlicher Sozialpolitik selbst geschaffene Mehrheit, gegen die niemand mehr regieren kann."

Die Lösung ist für die Politiker nur eine weitere Ausplünderung der Mittelschicht. Jedenfalls solange es diese noch gibt. Danach folgt der Staats-Bankrott. Über die Methoden, wie dieser Raubzug vorbereitet wird, habe ich ja schon öfters berichtet. Zuerst wird ein Popanz gegen die "Reichen" aufgebaut. Und nachdem die Politiker-Propaganda durch öffentlich-rechtliche Medien noch bestärkt den Boden für zusätzliche fiskalische Bestrafung der "Reichen" bereitet hat, wird ungehemmt bei denen zugelangt, die eigentlich nicht zu der Gruppe der "Reichen" gehören: dem Mittelstand. Immer und immer wieder können wir das gleiche Schema beobachten. Und das Tragische daran ist, dass es für "Big Government" anscheinend keine Alternative gibt. Wie die WELT richtig bemerkte, kann man gegen die von staatlicher Sozialpolitik geschaffene Mehrheit nicht mehr regieren. Deshalb gleiten auch die Unions-Parteien CDU/CSU immer stärker in das Lager der Verteilungs-Politiker ab. Angela Merkel ist nur eine Symbiose aus der Reformverweigerungs-Politik von Helmut Kohl und den sozialistischen Verteilungs-Vorstellungen von Herz-Jesu-Marxist Nobert Blüm.

Um die Interessen des Mittelstandes in der Politik durchsetzen zu können, bleibt eigentlich nur ein als zutiefst nichtdemokratisch angesehenes Element übrig: Die Stimmengewichtung anhand der Steuerlast. Kurz - wer viel Steuern zahlt, der muss auch ein grösseres Gewicht bei Wahlen erhalten als diejenigen, die wenig oder sogar keine Steuern zahlen. Die derzeitige Politiker-Generation hat sich eine Wählerschaft herangezogen, die durch die Stimmabgabe sich selbst Geld in die Tasche wählen will. Das ist nicht nur eine Eigenschaft der Links-Partei, sondern auch der SPD und CDU/CSU. Dieser Prozess ist nicht mehr umkehrbar d.h. "irreversibel", nur durch eine Änderung des Wahlrechts.

Solche Gedanken dürfte man in der Öffentlichkeit natürlich nicht äussern, weil man sonst in allen Medien gebrandmarkt würde und ein bundesweiter Sturm der Entrüstung die Folge wäre. "Preussisches Dreiklassen-Wahlrecht" (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Dreiklassenwahlrecht) wäre dann wohl eine Schlagzeile aus den Federn unserer Lohnschreiberlinge. Und so bleibt als ultima ratio doch nur noch der radikalere Weg übrig - der vollständige oder zumindestens teilweise Bankrott unseres Staatswesens. Derjenige, der sich auf das staatliche Sicherungs-Netz im worst case Szenario verlässt, handelt verantwortungslos für sich und seine Familie.

Das führt uns zurück zum Gold, welches das persönliche Sicherungs-Netz für jeden sein sollte --- wenn einmal das staatliche Netz durch die Wucht des Aufschlages reisst. Im asiatischen Handel heute früh konnte Gold den Stand des gestrigen Tages überhalb der Marke von $920 knapp behaupten. Mit der Eröffnung des Marktes in London wurde die Marke von $920 wieder überschritten. Der A.M. Fix kam mit $921,75 (EUR 659,10) um $13 höher als zum gestrigen A.M. Fix zustande. Damit konnte sich der Gold-Preisanstieg auch im physischen Handel in London bestätigen.

Zum Nachmittag stieg Gold dann langsam an und auch an der COMEX wurde die bisher bekannte Anfangs-Drückung nicht beobachtet. Hat Goldman "Government" Sachs sein verlorengegangenes Trading-Programm, mit dem die Gefahr bestehen soll, dass Märkte manipuliert werden können, heute abgeschaltet ? Der P.M. Fix kam stark mit $924,75 (EUR 661,29) zustande. Auf 24-Stundenbasis hat Gold damit im physischen Handel $16 zugelegt. Zum Ende des Handels an der COMEX wurde es dann wieder spannend: Das Programm von GS hat doch funktioniert. Gold wurde kurzfristig auf einen Schluss-Stand von $923 gedrückt.

Adrian Douglas, der für das Gold Anti-Trust Committee (www.gata.org) regelmässig Beiträge schreibt, hat am vergangenen Samstag einen Bericht über die "Allchemisten" der grossen Future-Börsen in New York und Tokio verfasst. Vor einigen Tagen hatte ich schon berichtet, dass Inhaber von Lagerscheinen auf 100oz-Barren an der COMEX bei physischer Auslieferung feststellen mussten, dass der gelieferte Barren nicht die Eigenschaften besitzt, die auf dem Lagerschein vermerkt waren. D.h. jemand hat fälschlicherweise oder mit Absicht die Barren auf dem Lagerschein entnommen. Daraufhin hatte ich die Vermutung geäussert, dass ähnliche Tricks auch bei den durch Feingewicht, Barren-Nummer und Hersteller registrierten ETF-Barren zur Anwendung kommen. Insbesondere bei dem GLD ETF, der mehr als 1.000 Tonnen Gold hält, liegt der Betrugsverdacht sehr nahe. Die das Lager betreibende Bank ist nämlich mit HSBC eine der Haupt-Goldkartell Banken.

Zurück zum Beitrag von Adrian: Läuft ein Future-Kontrakt an der COMEX aus und verlangt der Long-Inhaber des Kontraktes physische Lieferung von seiner Gegen-Partei, dann muss er den Geld-Betrag hinterlegen. Der Short-Inhaber ist nun verpflichtet, das Gold zu liefern. Bisher ging das über zwei Methoden. Erste Methode: Der Short-Inhaber besitzt das Gold physisch und es ist in einem der COMEX-Lagerhäuser registriert. In diesem Falle wechselt der Lagerschein für den/die Gold-Barren den Besitzer. Der neue Besitzer kann das Gold im COMEX-Lagerhaus belassen oder sich liefern lassen. In diesem Fall ist die Short-Position mit Gold gedeckt. Nun kann es jedoch vorkommen, dass der Short-Inhaber nicht das Gold zurückgelegt hat, für das er eine Short-Position eingegangen ist. Weil er damit gerechnet hat, dass der Long-Inhaber das Gold nicht physisch erwerben will, sondern nur einen Papier-Gewinn anstrebt. Oder weil er JP Morgan, HSBC, Deutsche Bank etc heisst und den Gold-Preis drücken möchte. In diesem Fall ist die Short-Position ungedeckt - also "naked short". Der Inhaber der Short-Position kann sich über eine sogenannte EFP Transaktion (exchange of futures with physical) das Gold zu dem aktuellen Spot-Marktkurs hinzukaufen. Wie er an das physische Gold kommt, ist hier belanglos. Nun scheint es nach Recherchen von Adrian Douglas eine dritte Möglichkeit zu geben, als "Shorty" seine Lieferverpflichtung zu erfüllen: Man liefert anstelle von physischem Gold eben Aktien eines ETF-Fonds.

Das stellt nun eine neue Dimension der Manipulation des Gold-Preises dar. Da eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass Gold aus den Lagern der ETFs heimlich über die Gold-Kartell Banken in den Londoner Markt eingeschleut wurde und noch wird, ist das Begleichen der "Gold-Rechnung" an der COMEX durch ETF-Aktien nichts anderes als eine Lieferung eines Versprechens auf physisches Gold. Natürlich muss dabei der Käufer den Gesamt-Preis bezahlen.

Anscheinend sind die Lager der Zentralbanken schon soweit erschöpft, dass das Gold-Kartell nun zu betrügerischen Tricks greifen muss, um an physisches Gold zu kommen. Denn über eines müssen wir uns im Klaren sein: Wenn ein bestimmter Gold-Barren, egal ob er nun auf einem Lagerschein verzeichnet wurde oder auf einer Lagerliste eines ETFs, ohne Wissens des Besitzers verkauft wird, dann handelt es sich um Betrug.

Vielleicht nähern wir uns schneller dem Zeitpunkt, an dem der letzte Blutstropfen Barrengold den Regierungen, Notenbanken nebst dem Gold-Kartell als Erfüllungsgehilfen aus den Lagern herausgepresst wurde, als ich vermutet habe. Dann werden lediglich 10-20 Prozent aller Gold-Besitzer feststellen, dass nur wirklich unter ihrer Kontrolle stehendes Gold auch wirklich existiert. Die Restlichen werden mit ihrem faktischen Papier-Gold genauso untergehen, wie die Besitzer von Papiergeld-Werten.

Der USDX ist wegen der schwachen ZEW-Zahlen aus Deutschland gegenüber dem Euro gestiegen. Der USDX steht heute mit 80,3 um 0,2 Punkte höher als am Montag. Die Renditen des 10-jährigen Treasury Bonds sind auf 3,4 Prozent gestiegen. Der Quotient aus beiden Grössen sank heute auf 23,6 (Montag: 24,2).

Gratulation, revolutionär!


Neu 2009-07-14:

Gold-Bericht für den 13. Juli 2009:

Elliot Spitzer, der damalige Generalstaatsanwalt von New York hätte gerne vier Männer in vier Räume gebeten, um sie getrennt voneinander vernehmen zu können: Ben Bernanke, Chef des FOMC der FED; Tim Geithner, einstiger Chef der New Yorker FED und heutiger Finanzminister; Hank Paulson, Ex-Chef von Goldman "Government" Sachs und Ex-Finanzminister; sowie Lloyd Blankfein, Chef von Goldman Sachs. Zum Glück für diese Herren stolperte Elliot Spitzer im März 2008 über seine Verstrickung in einer Prostituierten-Affäre.

Wahrscheinlich hätte ein solches Verhör zumindestens einen Teil der Verbrechen offengelegt, die diese Herren in den Zeiten vor und während der Finanzkrise begangen haben. Wenn es um die Rettung der eigenen Haut geht, dann würde auch bei dieser eingeschworenen Gemeinschaft wohl der Kannibalismus ausbrechen.

Diese Viererbande hat bereits so viel Schaden angerichtet und Betrug begangen, dass wohl die Mehrzahl der Geschädigten Rachegelüste entfaltet. Allerdings kann man dieser Gruppe nicht mit Methoden des freien Marktes entgegentreten. Eine Spekulation gegen die U.S.-Regierung, die FED und das anglo-amerikanische Banken-Kartell, angeführt von Goldman "Government" Sachs wird immer schiefgehen, solange sich diese Parteien untereinander wie eine Seilschaft absichern. Die FED kann Geld in beliebigem Umfang drucken, die U.S.-Regierung die Banken mit immer neuen Staatsschulden rekapitalisieren und FED sowie die Banken stellen über Finanz-Transaktionen sicher, dass die neuen Schulden der U.S.-Regierung auch wirklich einen Käufer finden.

Die Archilles-Ferse des Systems liegt in dem Real-Zinsniveau der U.S.-Staatsanleihen - insbesondere der 10-jährigen Treasury Bonds. Alle längerfristigen Schulden und Investments setzen auf dem Real-Zinsniveau der 10-jährigen Treasury Bonds auf - diese sind der "risikolose Benchmark" für alle Rentabilitäts-Berechnungen in der Wirtschaft. Eine wesentliche Erhöhung dieses Zins-Niveaus würde die auf ein hohes Mass an Verschuldung im Vergleich zum Eigenkapital basierenden Geschäftsmodelle ("Leverage") vieler Firmen oder sogar Industrie-Zweige pulverisieren.

Eine hohe Staatsverschuldung aktiviert auf der anderen Seite die wesentlichen Investoren in U.S.-Staatsanleihen, die für dieses Risiko einen erhöhten Zinssatz erzielen möchten. Diese Bond-Wächter oder bond vigilantes waren bis Mitte der 90er-Jahre eine natürliche Bremse für die ausufernde Staatsverschuldung. Geriete der Staatshaushalt in Probleme, so verlangten die Bond-Wächter höhere Zinsen und zwangen den Staat wieder zur Begrenzung seiner Ausgaben-Politik.

Aber wie können sich die Zinsen erhöhen, wenn sich o.g. "Seilschaft" gegenseitig absichert und über Bank-Käufe bzw Quantitative Easing die Zinsen der 10-jährigen Treasury Bonds unten hält ? Nun haben diese drastischen Massnahmen während der 90er-Jahre und Anfang des neuen Jahrtausends noch nicht gegriffen, trotzdem ist das Real-Zinsniveau von 8 Prozent auf die Hälfte gefallen. Von besonderer Haushaltsdisziplin konnte während dieser Zeit nun wahrlich keine Rede sein.

Das beobachtete Phänomen geht auf ein von J.M. Keynes 1930 während der Zeiten des Gold-Standards beobachtete Entdeckung zurück. Keynes hat beobachtet, dass die Zinsen der britischen Staatsanleihen während der Zeiten des Gold-Standards sich proportional zu den Grosshandels-Preisniveau bewegte. Die allgemeine Theorie hat erwartet, dass eine Abhängigkeit zwischen dem Zins-Niveau und der Inflations-Rate bestände. Da sich das jedoch nicht beobachten liess, bekam die Entdeckung den Namen "Gibson's Paradox".

Die Professoren Lawrence H. Summers (Harvard University - heute U.S.-Finanzberater) und Robert B. Barsky (University of Michigan) haben in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung im Jahre 1988 festgestellt: "A shock that raises the underlying real rate of return in the economy reduces the equilibrium relative price of gold and, with the nominal price of gold pegged by the authorities, must raise the price level. The mechanism involves the allocation of gold between monetary and nonmonetary uses. Our explanation helps to resolve some important anomalies in previous work and is supported by empirical evidence along a number of dimensions."

Ohne die weiteren Beobachtungen hier weiter zu beleuchten, kommen Barsky und Summers zu folgendem Schluss: "The price level under the gold standard behaved in a fashion very similar to the way the reciprocal of the relative price of gold evolves today. Data from recent years indicate that changes in long-term real interest rates are indeed associated with movements in the relative price of gold in the opposite direction and that this effect is a dominant feature of gold price fluctuations."

Gold Preise verhalten sich also in einem freien Markt umgekehrt proportional zu dem Real-Zinsen. Während des Gold-Standards bedeuten höhere Preise, dass eine Unze Gold weniger Waren kaufen kann. D.h. der relative Preis von Gold fällt. Da das Gibson Paradox aussagt, dass die langfristigen Zinsen mit dem Preisniveau steigen, sinkt der Preis von Gold mit einem steigenden langfristigen Zins-Niveau. Der Gold-Preis fällt also, wenn das Zins-Niveau steigt und er steigt, wenn das Zins-Niveau fällt.

Trägt man das Realzins-Niveau der 30-jährigen Treasury Bonds (Real-Zinsen := Nominal-Zinsen minus der Inflationsrate) gegen den invertierten Gold-Preis (d.h. der hohe Gold-Preis steht unten auf der y-Achse und der niedrige Gold-Preis steht oben auf der y-Achse) auf einer Zeitachse für den Zeitraum an den 70er-Jahren auf, dann wird man bis Mitte der 90er-Jahre eine starke Kongruenz zwischen den beiden Werten feststellen. Erst seit Mitte der 90er-Jahre kann man feststellen, dass die Real-Zinsen sinken, während auch der Gold-Preis sinkt (nach der Beobachtung sollte ein steigender Gold-Preis erwartet werden).

Mit der Drückung des Gold-Preises ab Mitte der 90er-Jahre wurde der o.g. Zusammenhang zwischen den Real-Zinsen und dem Gold-Preis ausgehebelt. Ein niedriger Gold-Preis soll den Bond-Wächtern ein hohes Real-Zinsniveau vorspielen. In Wirklichkeit war dieses Zinsniveau aber wesentlich geringer.

Die wirkliche Archilles-Ferse für das System ist es also, die Goldpreis-Drückung seit Mitte der 90er-Jahre zu beseitigen. Ist dies erfolgreich, dann werden die Real-Zinsen wieder auf das historisch beobachte Verhältnis zum Gold-Preis sinken. Das würde dann entweder eine weitere Aufwärtsbewegung beim Gold bedeuten, weil bei niedrigen Real-Zinsen das Geld aus Staatsanleihen in Gold fliessen wird. Oder die Real-Zinsen müssten steigen, um die Bond-Wächter vor den Umstieg in Gold abzuhalten. Diese Entwicklung kann das derzeitige System nur durch die Bereitstellung von Zentralbank-Gold leisten. Mit der Erschöpfung der Zentralbank-Goldvorräte wird dieses Drückungs-Instrument endgültig vertilgt werden.

Bisher können wir am Goldmarkt die Erschöpfung der Zentralbank-Goldvorräte nicht beobachten. Die letzten Tage und Wochen waren die Londoner Fixe stets schwach, d.h. die Verkäuferseite dominiert zur Zeit noch den physischen Goldmarkt. Auch heute stand Gold im asiatischen Handel wieder leicht unter Druck. Dieser Druck setzte sich im frühen Londoner Handel fort. Der A.M. Fix kam mit $908,50 (EUR 651,21) um $1 niedriger als letzten Freitag zustande.

Kurz nach dem A.M. Fix stieg Gold um etwa $3 auf das Schluss-Niveau vom Freitag an. Der sich nähernde P.M. Fix trieb Gold aber wieder auf das Vormittags-Niveau zurück. Der P.M. Fix kam mit $908,50 (EUR 652,47) um $4 niedriger als zum letzten P.M. Fix zustande. Zur Zeit kontrolliert das Zentralbank-Gold das Marktgeschehen in London. Im Anschluss stieg Gold dann bis zum Ende des Handels an der COMEX auf $922 an und beendete den Handel auf diesem Niveau. Die Zentralbanken müssen wohl die Short-Positionen des Gold-Kartells absichern, damit diese ihre Positionen günstig zurückkaufen können. Vielleicht hat aber auch der Ausstieg von einigen spekulativen Short-Teilnehmern den Gold-Preis angefeuert.

Egal, welcher Effekt den Anstieg des Gold-Preises hervorgerufen hat: Die Entwicklung kann erst dann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn diese Preis-Impulse sich an den Londoner Marken (A.M. Fix und P.M. Fix) bestätigen sollten. Ansonsten ist Vorsicht angesagt.

Der USDX ist heute leicht auf 80,1 gefallen, während die Renditen der 10-jährigen Treasuries bei 3,3 Prozent verharrten. Der Quotient aus USDX und den Realzinsen fiel heute leicht auf 24,2 (Freitag: 24,3).


Neu 2009-07-11:

Gold-Bericht für den 10. Juli 2009:

"Big Government", der sich um alles und jeden sorgende Staat scheint nun auch wieder das "Blockwartwesen" einer unrühmlichen deutschen Epoche einführen zu wollen. Laut einem Bericht des FOCUS planen die Finanzbehörden, anonyme Anzeigen gegen mögliche Steuersünder per Internet zu ermöglichen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisierte die Pläne: "Das ist der Weg in die Spitzelgesellschaft. Da jeder Bürger steuerpflichtig sei, könne somit auch jeder angezeigt werden". Nun wusste schon Hoffmann von Fallersleben Mitte des 19. Jahrhunderts, dass der grösste Lump im ganzen Land der Denunziant sei. Ein knappes Jahrhundert später hat dieses Denunziantentum vielen Unschuldigen sogar das Leben gekostet.

Aber diese Entwicklung hat sich schon abgezeichnet. Die Methode ist immer die gleiche: Pöbel-Peer hat verschärfte und unbegründete Steuerprüfungen gegen die "Reichen" nebst anderen Massnahmen durchsetzen können und nun kommt konsequenterweise die nächste Stufe für die nicht so Reichen. Was müssen wir demnächst erwarten, wenn die finanzielle Situation des Staates sich weiter verschlechtert. Werden dann kritische Berichterstatter als "Staatskraftzersetzer" öffentlich an den Pranger gestellt ?

Es ist vor diesem Hintergrund wichtig, Stillschweigen über die eigenen Edelmetall-Vorräte zu wahren. Man setzt sich sonst der Gefahr aus, dass das anonym gekaufte Gold eben nicht mehr anonym ist, wenn der Nachbar oder Freunde dem Finanzamt von versteckten Gold-Barren erzählen. Das ist zwar zur Zeit nicht strafbar, wenn die Barren mit ordentlich versteuertem Geld bezahlt wurden. Aber falls der Staat durch massive Vermögensabgaben noch an die letzten Gelder seiner Bürger kommen will, erinnert man sich sicherlich gerne an die Meldung des "Blockwartes". Im Zweifelsfall gilt hier also: "Schnauze halten".

Die beobachteten "green shoots" scheinen sich immer mehr als "black shoots" herauszustellen - Sprösslinge, die mehr von Tod als vom Leben zeugen. Auch China als grosser Hoffnungs-Träger scheint sich dem nicht entziehen zu können. Trotz massiver staatlicher Programme: Die chinesischen Exporte sanken im Juni 2009 um 21,4 Prozent im Jahresvergleich. Die Importe sind auf der anderen Seite nur um 13,2 Prozent gesunken. Der Handelsbilanzüberschuss ist dadurch im Juni auf $8,25 Mrd gesunken, der niedrigste Stand seit zwei Jahren. Extrapoliert man diese Zahl auf das Jahr, dann kann China Überschusse von lediglich $100 Mrd erzielen. Diese Überschüsse sind die mögliche Investment-Summe, die China verfügbar hätte, um weiter U.S. Treasuries zu kaufen. Wegen des hohen Defizits in den U.S.A. bräuchte man aber sehr viele solcher Chinas, um allein den Kreditbedarf der U.S.A. decken zu können. "Common sense", d.h. der gesunde Menschenverstand sagt, dass das nicht funktionieren kann. Es funktioniert trotzdem und wie ich vermute mit gedruckten Geldern der anderen Zentralbanken, um das Dollar-Imperium vor dem Kollaps zu retten.

Nicht nur China und die U.S.A. sind durch ihre gegenseitigen Abhängigkeiten wie "siamesische Zwillinge" miteinander verbunden. Auch die westlichen Zentralbanken befinden sich in einer solchen Zwangsbindung mit dem U.S.-Dollar. Sollte einer die Trennung versuchen, dann stirbt das ganze Gebilde. In Wirklichkeit müssten die U.S.A. und viele andere europäische Staaten erhebliche Kredite vom IWF aufnehmen, so wie es Länder wie Island, die Ukraine etc auch tun müssen. Aber dann müsste man wohl "Big Government" um ein Drittel oder sogar die Hälfte herunterfahren. Und so kreiert man sich untereinander gegenseitig Geld und bucht das als "Währungsreserven" in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung mit ein. Den Kanarien-Vogel Gold, der bei dieser Flutung der Kohlemine mit Erstickungs-Gasen tot umfallen würde, beatmet man künstlich durch Zentralbankgold-Verkäufe unter Beihilfe der Ärzte des Gold-Kartells. Die Bevölkerung setzt nichtsahnend weiter ihre Arbeit fort.

Gold startete in Asien den heutigen Tag mit positiven Vorzeichen . Je näher der Beginn des Londoner Handels jedoch rückte, desto schneller schmolzen diese Gewinne wieder dahin. Zum A.M. Fix war Gold bereits mit $910,00 (EUR 655,10) im negativen Terrain. Gegenüber dem A.M. Fix vom gestrigen Tag gingen weitere $5 verloren. Es muss wohl weiterhin physisches Gold im Spiel sein, um den Preis unter Kontrolle zu halten.

Zum P.M. Fix konnte sich Gold wieder etwas befestigen. Der P.M. Fix kam mit $913,00 (EUR 654,76) zustande. Die COMEX schloss auf einem Niveau von $914.

Durch die Ereignisse der letzten Wochen sind wohl bei einigen Gold-/Silber-Experten die Sicherungen durchgebrannt. Hier wird nun offen zum Kannibalismus innerhalb der Gold- und Silber-Gemeinde aufgerufen. Wer teuer bezahlte Investment-Berichte für Silber schreibt und dort den Ausstieg aus Gold wegen der Gefahr eines imaginären Goldverbots proklamiert, der hilft nicht "seinem" Edelmetall, sondern nur dem Gold-Kartell. Wer in Silber investiert, muss sich eben über die Konsequenzen seines Tuns im Klaren sein. Silber hat im November letzten Jahres zum Teil weniger als $9 gekostet und ist Anfang Juni auf $16 gestiegen. Man hätte sich also mit Silber dumm und dusselig verdienen können. Da muss man dann auch einmal einen Rückschlag von 20 Prozent verkraften können.

Silber hat zur Zeit noch das Problem, dass es ein "Nischen-Investment" ist und im Gegensatz zu Gold nicht als vollwertiges monetäres Metall angesehen wird. Viele Investoren, insbesondere in Asien und in den arabischen Ländern, gehen deshalb prinzipiell überhaupt nicht in Silber. Deshalb beträgt das Preisverhältnis zwischen den beiden Metallen auch immer noch 1-zu-60 bis 1-zu-70 (wie heute wieder). Gelänge es Silber, seinen monetären Status Quo wieder herzustellen, so kann sich das Preisverhältnis wieder in den Bereich 1-zu-15 bis 1-zu-20 einpendeln. Hier besteht also ein Aufholpotential um den Faktor Vier. Auf der anderen Seite könnte ein wieder auflebender Gold-Standard mit der verbundenen Deflationierung anderer Assetklassen auch zu einem Verfall von Silber in die Bedeutungslosigkeit führen. Dann wären auch Preisverhältnisse von 1-zu-100 bis 1-zu-200 im Vergleich zum "grossen Bruder Gold" möglich. Dass Silber immer noch als "monetäre Gefahr" gesehen wird, erkennt man an den Trading Pattern im Vergleich zu Gold - auch Silber leidet unter der ständigen Attacke des Gold-Kartells. Ich denke, dass sich Silber tendentiell eher stärker als Gold entwickeln wird. Welche Richtung der jeweilige Investor auch einschlagen möchte, die Entscheidung Gold oder Silber wird immer besser sein als die Entscheidung für andere Papierinvestments.

Heute wurden sowohl der Dollar als auch die Treasuries wieder gestärkt. Der USDX stieg auf 80,3 an, und die Realzinsen der 10-jährigen Treasuries sanken auf 3,3 Prozent. Der Quotient aus USDX und den Realzinsen ist heute wieder auf 24,3 (Donnerstag: 23,5) angestiegen.


Neu 2009-07-10:

Gold-Bericht für den 9. Juli 2009:

Nach dem gestrigen massiven Angriff auf den Gold-Preis kehrte heute wieder etwas Ruhe in den Markt ein. Die Zentralbanken haben die Drückung im gestrigen Handelsverlauf an der COMEX heute zu den beiden Londoner Marken "abgesichert". Damit wird verhindert, dass Gold wieder stark ansteigt und die Gold-Kartell Banken auf Verluste aus ihren frischen Short-Positionen sitzenbleiben.

Die letzten Tage wird darüber berichtet, dass Goldman "Government" Sachs ein Trading-Programm abhanden gekommen sei. Goldman behauptet, dass dieses Programm, wenn es in "falsche Hände" kommen würde, zur Manipulation des Marktes durch Dritte verwendet werden könnte. Liebe GS - das Programm ist bei Euch als einer der Haupt-Manipulatoren am Markt durchaus am richtigen Platz. Fürchtet Ihr Konkurrenz bei Euren Manipulationen ?

Die hirntoten Gold-Kommentatoren scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, dass sich der Gold-Preis eben nicht invers zum U.S.-Dollar verhält. Deren Theorie lautet: Sinkt der Dollar, dann steigt Gold. Und steigt der Dollar, dann sinkt Gold. Nun wir erklären sich dann diese Kommentatoren, dass Gold Anfang Juni noch bei $980 stand und heute bei $910. Und das bei einem US Dollar Index, der die letzten Wochen um die Marke von 80 pendelte. Die Erklärung ist einfach: Immer wenn der Dollar fällt, sorgt das Gold-Kartell nebst den zuhilfe eilenden Zentralbanken dafür, dass ein Anstieg von Gold nicht oder zumindestens nur in "geordneten" Bahnen (1 % / 2 % - Regel) stattfindet. Wird der Dollar jedoch gehoben, dann fällt Gold massiv. Ich beobachte seit 7. Mai den USDX und die Renditen der 10-jährigen Tresuries genau und seit Ende Mai ist der USDX in einen engen Korridor zwischen 79 und 81 eingetreten. Gold hat in dieser Zeit von $980 (Anfang Juni) auf jetzt $910 rund 7 Prozent seines Wertes verloren. Silber hat es dabei noch schlimmer erwischt: Das Edel-Metall enttäuschte mit einem Rückgang von $16 auf unter $13, d.h. um fast 20 Prozent.

Nach der gestrigen verbalen Unterstützung des Dollars durch Obama auf dem G-8 Gipfel in Italien, die zwar nicht zum Anstieg des USDX geführt hat, aber die die FED zur Manipulation der Realzinsen der 10-jährigen Tresuries durch frisch gedruckte Dollar verschleiern sollte, fiel der USDX heute wieder unter die Marke von 80. Auch die Renditen der 10-jährigen Treasuries sind heute wieder auf 3,4 Prozent angestiegen. Der Quotient aus USDX und den Real-Zinsen betrug heute 23,5 (Mittwoch: 24,5). Das G-8 Manipulations-Strohfeuer ist wieder schnell erloschen.

Am Gold-Markt kam es nach den gestrigen massiven Angriffen wieder zu eine Beruhigung. Gold tendierte im asiatischen Markt wieder oberhalb der Marke von $910. Im frühen Londoner Handel setzte sich diese positive Entwicklung fort. Der A.M. Fix kam mit $914,75 (EUR 655,27) zustande. Gegenüber dem A.M. Fix vom Vortag ist das aber immer noch ein Verlust von $6. Hier kann man gut erkennen, dass mit physischen Verkäufen die Zentralbanken dem Gold-Kartell zur Hilfe eilen, um den gedrückten Preis "abzusichern".

Am Nachmittag kam nach einem kurzen Ausbruchsversuch in Richtung der Marke von $916 wieder etwas Druck auf. Zum P.M. Fix stand Gold dann nur noch bei $911,75 (EUR 652,84). Auch hier beträgt der Verlust zum gestrigen P.M. Fix $6 - wer glaubt da noch an Zufälle. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder leicht stabilisieren und ging mit $916 aus dem Markt. Im späten Access Market muss wohl das verschwundene Trading-Program von Goldman "Government" Sachs wieder seinen Betrieb aufgenommen haben. Der Gold-Preis wurde um $4 auf $912 gedrückt.

Interessanterweise hat sich heute die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX um 1.058 auf 374.043 erhöht. Der massive Preiseinbruch bei Gold hat sicherlich zu einer Verkaufswelle bei den spekulativen Longs geführt, was für stark sinkende offene Kontrakte sprechen sollte. Sicherlich hat der Abwärtstrend eine Reihe von spekulativen Shorts angezogen, die einen weiteren Verfall des Gold-Preises erwarten. Zusätzlich ist anzunehmen, dass die Gold-Kartell Banken sich zu den ermässigten Preisen mit Long-Positionen eingedeckt haben, um ihre Short-Positionen mit Gewinn zurückkaufen zu können.


Neu 2009-08-09:

Gold-Bericht für den 8. Juli 2009:

China wird nun doch nicht an dem heute beginnenden G-8 Gipfel in Italien teilnehmen. Als Grund werden die Unruhen in Westchina angeführt. Aber in Wirklichkeit will sich China wohl nicht auf eine "Politik der Stärke" des US-Dollars einschwören lassen. Die Rhetorik aus China der letzten Tage und Wochen deutet darauf hin, dass man einen vorsichtigen Weg heraus aus dem Dollar finden möchte. Die heimliche Aufstockung der Gold-Reserven um mehr als 400 Tonnen während der letzten Jahre, die im Übrigen in den sonst so von sich überzeugten Gold-Analysten in ihrer Demand / Supply Bilanz nicht erfasst worden sind, ist ein solcher Weg. Wenn jedoch der Dollar wieder einmal an der Klippe steht, eilt China hilfend zuseite. Dies ist eine Grad-Wanderung, da China nicht die mühsam von seiner Bevölkerung erarbeiteten Dollars entwertet sehen möchte. So wird eben versucht, den Dollar möglichst lange oben zu halten, auf der anderen Seite diese Dollar aber vorsichtig in Real-Werte umzutauschen.

Dass das Streben nach Unabhängigkeit vom Dollar auch Rückschläge beinhaltet, können wir an heutiger Nachricht auf Bloomberg nachverfolgen: "China Debt Auction Falls Short on Inflation Concern - China failed to sell all 28 billion yuan ($4.1 billion) of one-year government bonds it offered at an auction today because of concern inflation will return, traders said. The Ministry of Finance sold 27.5 billion yuan of the notes at a yield of 1.06 percent, said Tang Guohui, a fixed-income analyst and trader at Industrial Securities Co. in Shanghai."

Vielleicht ist dies ein "Schuss vor dem Bug" aus Richtung des angelsächsischen Banken-Kartells an China. Aber es zeigt, wie schwierig ein geordneter Rückzug aus dem Dollar für China und andere Länder (Indien, Brasilien, Russland) sein wird.

Neben China scheinen nun aber immer mehr asiatische Länder über eine Aufstockung ihrer Gold-Reserven nachzudenken. So wird berichtet, dass Südkorea ein Teil seiner Devisen-Reserven in Gold umschichten will. Zur Zeit sind diese Reserven fast ausschliesslich in Dollar-Titel angelegt.

Auf der anderen Seite nimmt das Angebot an Gold immer weiter ab. Nach dem CBGA2-Abkommen können die westlichen Zentralbanken bis zu 500 Tonnen Gold pro Jahr verkaufen. Im Zeitraum 2007-2008 sind lediglich 358 Tonnen verkauft worden. Für den im Herbst ablaufenden Zeitraum 2008-2009 sind es nur noch 91 Tonnen. Bei der Minenförderung sieht es nicht viel besser aus: Im Jahr 2000 betrug die Minenförderung noch 2.620 Tonnen. Im abgelaufenen Jahr (2008) waren es lediglich 2.416 Tonnen. Der Abstieg wäre noch viel schärfer verlaufen, hätten China und Russland nicht ihre Gold-Förderung enorm ausgeweitet. Beide Länder zusammen produzierten im Jahr 2008 in etwa 460 Tonnen, die die Landesgrenzen nicht verlassen und damit als Supply für den Weltmarkt nicht zur Verfügung stehen.

Diese fehlenden mehr als 1.000 Tonnen werden nun angeblich durch Recycling/Scrap-Gold ausgeglichen. Im Jahr 2008 sollen abgeblich 1.218 Tonnen Gold recycled worden sein. Für mich sind diese Zahlen nicht nachvollziehbar. Zur Zeiten der Asienkrise (1998), als die Währungen der asiatischen Staaten fast wertlos wurden, war die Bevölkerung auf ihre Gold-Reserven angewiesen. Für das Jahr 1998 wurde von einer Verkaufswelle aus Asien in Höhe von 1.000 Tonnen Gold berichtet. Im Jahr 2008 hat sich jedoch die Krise an den Finanz-Märkten noch nicht auf die Real-Wirtschaft ausgewirkt. Ich bezweifele deshalb, dass überhaupt Gold in grösserem Umfang verkauft worden ist.

Meine These ist deshalb die folgende: In den 1.218 Tonnen Recycling/Scrap-Gold werden verdeckte Gold-Verkäufe der westlichen Zentralbanken i.H.v. ca 1.000 Tonnen verschleiert.

Das Gold-Kartell muss zur Zeit hart an den Märkten kämpfen. Wir erinnern uns: Innerhalb der letzten halben Stunde des Handels an der COMEX ist Gold plötzlich um $6 auf $929 angestiegen. Im späten Access Handel konnte das Kartell den Preis wieder auf $924 drücken. Diese Entwicklung setzte sich heute im asiatischen Markt fort. Um 8:30 Uhr MEZ war mit $919 erst einmal ein Tiefstand erreicht. Das ist ein Goldpreis-Rückgang von $10 ausserhalb der Handelszeiten an den Haupt-Märkten. Wenn die Aktionen des Kartells an den Hauptmärkten in London (insbesondere der P.M. Fix) und New York (Schlusskurs an der COMEX) nicht mehr richtig greifen, dann wird Gold eben zu den handelsschwachen Zeiten attackiert. Üblicherweise als Vorbereitung für eine massive Gold-Drückung am folgenden Tag.

Nachdem die Wirtschaftsmeldungen der letzten Tage und Wochen das Ende der "Green Shoots" anzuzeigen schienen, werden wir diese Woche wieder mit Hurra-Meldungen pünktlich zum G-8 Gipfel überschüttet. Walter Eichelburg vergleicht diese Meldungen inzwischen mit der Goebbels-Propaganda des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP).

Vor diesem Hintergrund war eine weitere Attacke auf den Gold-Preis heute wieder in Stein gemeisselt. Im Laufe des Vormittags konnte sich Gold nicht wieder erholen. Der A.M. Fix kam mit $920,75 (EUR 661,60) um $5 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Gold verharrte bis zur Eröffnung des Handels an der COMEX auf dem Niveau von $920.

Zur Eröffnung der COMEX wurde Gold auf $917 gedrückt. Dieses Preis-Niveau hielt bis zum P.M. Fix, der mit $918,00 (EUR 659,39) um $6 niedriger als noch zum letzten P.M. Fix zustande kam. Wir haben also gestern abend Gold-Kartell "Plan C" (Drückung im Acces Market), gefolgt von "Plan A" (Drückung mit Zentralbank-Gold in London) beobachten können. Da fehlt eigentlich nur noch "Plan B" (Drückung an der COMEX). Und das Gold-Kartell hat uns heute wirklich nicht enttäuscht. Pünktlich nach Schluss des Londoner Handels wurde Gold schnell in zwei Wellen erst einmal bis auf $910 und dann auf bis auf $905 gedrückt. Von dieser Aktion konnte sich Gold heute nicht wieder erholen und schloss den Handel an der COMEX bei $909. Eine Reihe von spekulativen Longs wurden wohl mit Unterschreiten der Marke von $915 aus ihren Positionen geworfen. Kanonen-Futter für die Finanzierung der Aktivitäten der Gold-Kartell Banken JP Morgan, HSBC und Deutsche Bank.

Wie verzweifelt müssen die G-8 Vertreter sein, um zu den äussersten Mitteln der Falschmeldung/Propaganda ("Green Shoot" Lüge) und Marktmanipulation (Golddrückung) zu greifen. Ich bin gespannt, ob wir diese Dame und Herren bald in neuaufgelegten "Nürnberger Prozessen" auf der Anklagebank wiederfinden werden, oder ob sie sich vorher mit einer KCN-Kapsel ihrer Verantwortung entziehen werden.

Der USDX ist heute erneut leicht auf 80,7 angestiegen. Die 10-jährigen Treasuries fielen stark auf einen Realzins von 3,3 %. Der Quotient aus USDX und Renditen ist heute stark auf 24,5 (Dienstag: 23,0) angestiegen. Aber in Hinblick auf die starken Manipulationen zum G-8 Treffen kein Überraschung.


Neu 2009-07-08:

Gold-Bericht für den 7. Juli 2009:

Bloomberg berichtete heute über die schwindende Macht der G-8 Staaten: "Debt Burden Quickens Power Shift as G-8 Loses Clout - The political costs may be permanent, laid bare at this week’s Group of Eight summit of leading industrial powers. … The run-up in debt has hastened a power shift that is sapping the industrial world’s authority to impose its economic doctrine, currency arrangements or greenhouse-gas reduction strategies. Even some G-8 officials acknowledge that the group has lost its grip amid the global recession they spawned.

“The credibility of the Anglo-Saxon model is under threat,” Mohamed El-Erian, chief executive officer of Pacific Investment Management Co., said in a Web commentary last month. “Yet there are no ready substitutes that are able and willing to step in.” "

Das angelsächsische Modell wehrt sich mit allen möglichen Massnahmen gegen seinen Abschied von der Weltbühne. Dazu gehört insbesondere die Stützung des U.S.-Dollars nebst der mit ihm verbundenen Staatsanleihen: direktes Gelddrucken durch "Quantitative Easing", Manipulationen der Devisen-Märkte, Drückung des Gold-Preises, Hebung der Aktien-Märkte durch Ankauf von Future-Kontrakten, Fälschen von Statistiken usw usw.

Inzwischen scheinen deren Aktionen am Goldmarkt nicht mehr richtig zu funktionieren. Heute konnten wir eine Tal- und Bergfahrt erleben, die zeigt, dass das Gold-Kartell nicht mehr beliebig Schalten und Walten kann. Im asiatischen Markt heute früh wurde Gold wieder leicht gedrückt. Kurz vor Eröffnung des Handels in London stand Gold bei bereits $921. Im Laufe des Vormittags-Handel konnte sich Gold aber wieder befestigen. Der A.M. Fix kam mit $925,75 (EUR 662,29) zustande. Auf 24-Stundenbasis hat Gold $4 zulegen können. Im weiteren Handelsverlauf konnte Gold kurz vor Eröffnung des Handels in New York auf $931 ansteigen.

Zum beginnenden Handel an der COMEX wurde Gold dann wieder gedrückt. Der P.M. Fix kam mit $924,00 (EUR 661,04) quasi unverändert zum gestrigen Tag zustande. Hier muss das Kartell wohl wieder mit etwas Zentralbank-Gold nachgeholfen haben. Im weiteren Verlauf wurde Gold auf bis zu $923 gedrückt. In der letzten halben Stunde konnte Gold wieder einen Grossteil der Verluste wettmachen. Gold schloss bei $929.

Im folgenden Access Handel hat dann wieder das Gold-Kartell die Oberhand gewonnen. Sofort nach Schluss des Handels an der COMEX wurde Gold wieder gedrückt.

Der USDX ist heute wieder leicht auf 80,6 angestiegen. Die 10-jährigen Treasuries verharrten bei einem Realzins von 3,5 %.Der Quotient aus USDX und den Renditen verharrte auf 23,0 (Donnerstag: 23,0) angestiegen.


Neu 2009-07-07:

Gold-Bericht für den 6. Juli 2009:

Das Gipfel-Treffen der G-8 Regierungschefs wird wieder einmal mit massiven Angriffen auf den Gold-Preis begleitet. Um 7:30 Uhr MEZ setzte die Drückung bei einem Kurs von $931 ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte der asiatische Markt bereits seinen Handel beendet und der physische Handel in London hat noch nicht begonnen. Während den Regierungs-Chefs ihre "Green Shoots" Propaganda der letzten Wochen und Monate sprichwörtlich wie die Butter in der Sonne zerläuft, muss zumindestens während des Gipfeltreffens ein Signal an die Finanzmärkte gesandt werden, dass alles doch unter Kontrolle sei.

So sollte die Arbeitslosen-Quote nach den Versprechungen der Obama-Regierung eigentlich nicht die Marke von 8 Prozent überschreiten. Damit wurden die Konjunktur-Programme gerechtfertigt. Nun haben wir 9,5 Prozent (BLS "U-3" Wert) nebst Konjunktur-Programmen, und ein Ende des Anstiegs der Arbeitslosen-Zahlen ist nicht in Sicht. Bei einer Berechnung der Arbeitslosigkeit nach den Formeln der pre-Clinton Ära haben die U.S.A. sogar eine Arbeitslosen-Quote von 18,2 Prozent. Selbst das Wahrheitsministerium BLS sieht die Arbeitslosen-Quote in der weitesten Betrachtungs-Methodik ("U-6") bei 16,4 Prozent. John Williams geht auf seiner Web-Seite www.shadowstats.com noch weiter: Die Arbeitslosen-Quote liegt nach seinen Berechnungen bereits bei 20,6 Prozent. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Kapazitäts-Auslastung in den U.S.A. ist mit 68 Prozent auf einem Tiefstand und zeigt an, dass eigentlich noch mehr Personal abgebaut werden muss, um den Anstieg der Stückkosten zu bremsen. Hohe Stückkosten in einer Rezession/Depression können eben nicht auf den Marktpreis umgelegt werden. Entweder das Unternehmen reduziert die Stückkosten durch Abbau von Personal oder die Existenz des Unternehmens ist gefährdet. Erst wenn die Auftragseingänge wieder steigen, kann mit erhöhter Kapazitäts-Auslastung und in der Folge einer Stabilisierung der Situation am Arbeitsmarkt gerechnet werden.

Die Rufe nach weiteren Konjunktur-Programmen werden deshalb auch in Deutschland wieder laut. IFO-Chef Sinn traut wohl den Zahlen seines eigenen IFO-Index nicht mehr, der eigentlich schon Anzeichen für eine Erholung signalisiert. Oder ist bei Hans-Werner Sinn nun auch die Erkenntnis gereift, dass man Indikatoren während einer Depression nicht so deuten darf, wie es bei einem normalen konjunkturellen Einbruch geschieht. Auf der anderen Seite scheint die Besteuerungs-Basis des Bundes, der Länder und der Gemeinden brutal zusammenzubrechen. Einbrüche bei der Körperschafts-Steuer von 80 Prozent und mehr werden berichtet. Damit müsste auch die Gewerbe-Steuer der Kommunen in ähnlichem Umfang einbrechen, da auch dort die Bemessungs-Grundlage der Gewinn der jeweiligen Körperschaft (GmbH und AG) ist. Selbst Steuerzahler, die ihre Einkommensteuer-Erklärung für das letzte Jahr frühzeitig abgegeben haben und den administrativen Aufwand für die Finanz-Verwaltung durch Software-Programme wie ELSTER (elektronische Steuererklärung) reduzieren, erhalten ihre überzahlten Steuern nicht rückerstattet. Gleichzeitig wehrt sich das Finanzministerium mit sogenannten Nichtanwendungs-Erlassen gegen die Umsetzung von Entscheidungen des Bundesfinanzhofs (BFH) auf alle Steuerzahler. Pöbel-Peer muss wohl z.Zt. jeden Euro zusammenhalten - und dazu zählen auch die Euros, die ihm gar nicht zustehen.

Die Akrobaten in den Mutterländern des angelsächsischen Finanz-Kapitalismus gehen hier eine andere Richtung: Sie finanzieren ihre Staatsausgaben eben mit gedrucktem Geld. Um Einbrüche bei den Steuereinnahmen schert sich dort keinen.

Wann ist der deutsche Staat in einer ähnlichen Situation - dass nämlich die Bundesfinanzagentur in Frankfurt nicht mehr genug Gelder an den Finanzmärkten einsammeln kann und dann die Zahlungen an die Pensionäre, die Hartz IV- und Sozialhilfe-Empfänger, die Rentner und zu guter Letzt die Staats-Diener eingestellt werden müssen ? Die o.g. Daten deuten darauf hin, dass dies bald der Fall sein wird. Und hier sind noch nicht einmal die kommenden Einkommensteuer-Einbrüche mitberücksichtigt, die kommen werden, wenn die Arbeitslosen-Zahl nach der Wahl im September explodieren wird.

Der A.M. Fix kam mit $921,50 (EUR 662,24) um $11 niedriger als am letzten Freitag zustande. Noch schlimmer erwischte es Silber, das zum Londoner Fix um 41 Cents auf $13,03 um 3 Prozent einbrach. Im Hinblick auf die Hoffnungslosigkeit der Politiker werden wohl auf dem G-8 Gipfel Massnahmen ergriffen werden, die mit einer weiteren Ausweitung und damit Verwässerung des Papier-Geldes einhergehen.

Zum Nachmittag blieb es bis zur Eröffnung der COMEX ruhig. Sodann setzte eine weitere Drückung ein, die Gold bis knapp unter die $920er-Marke beförderte. Die Marke hielt jedoch und zum P.M. Fix konnte sich Gold wieder etwas erholen. Der P.M. Fix kam mit $924,50 (EUR 663,58) zustande. Gegenüber letztem Freitag musste Gold $8 abgeben. Bis zum Schluss des Handels an der COMEX gab es keine wesentlichen Verschiebungen beim Gold-Preis. Mit $924 endete der Handel an der COMEX.

Der USDX ist heute leicht auf 80,4 angestiegen. Nachdem er aber im frühen Handel schon bei 80,9 stand, ist dies wohl wieder eine Enttäuschung für die Manipulatoren der Obama-Administration. Der Grund wurde auch schnell gefunden: Die FED hat im Rahmen ihrer QE (Quantitative Easing) Initiative wieder Treasuries am Zweitmarkt gegen frisch gedrucktes Geld gekauft. Die 10-jährigen Treasuries verharrten bei einem Realzins von 3,5 %, nachdem sie im frühen Handel bis auf 3,6 gestiegen sind. Auch hier lassen die Aktionen der FED nachverfolgbare Spuren zurück. Der Quotient aus USDX und den Renditen ist heute leicht auf 23,0 (Donnerstag: 22,9) angestiegen


Neu 2009-07-06:

Gold-Bericht für den 5. Juli 2009:

Wegen des Independance Days Wochenende waren am Freitag die Börsen in den U.S.A. geschlossen. Obwohl der Goldhandel in London und an der COMEX stattfand, fanden bemerkenswerte Preisbewegungen erwartungsgemäss nicht statt. Ich habe deshalb auf einen Gold-Kommentar für den Freitag verzichtet.

Dafür gibt es eine interessante Entwicklung, die einen "Sonder-Goldkommentar" rechtfertigt:
Kalifornien, die achtgrösste Volkswirtschaft der Welt, ist Pleite. Durch Ausgabe von sogenannten I.O.U.s (I owe you - ich schulde Dir) erfüllt der Staat in Zukunft einen Teil seiner Verpflichtungen. Einige Kommentatoren sehen hier schon ein alternatives Modell der Geldschöpfung. In Wirklichkeit ist ein solcher I.O.U. nichts besseres als ein Schuldschein ein Poker-Spielers, den er ausstellt, weil er kein Geld mehr für die Teilnahme am Spiel hat. Alle anderen Gedanken sind reine Hirngespinste. Oder vielleicht doch nicht - bohren wir einmal nach.

Im Prinzip sind alle Papier-Währungen I.O.U.s. Jedoch werden sie durch die staatliche Verpflichtung zur Steuerzahlung in Form dieser I.O.U.s und durch die Verpflichtung, alle Rechts-Geschäfte mit diesen I.O.U.s zu begleichen, in den Rang von "Geld" gehoben. Jeder Geldschein, jede Sichteinlage auf dem Konto ist nicht wirklich mehr als als physischer I.O.U. (gedruckte Banknote) oder virtueller I.O.U. (in Computern auf Konten gespeichert). Der U.S.-Dollar ist ein I.O.U. der jeweiligen Mitgliedsbank der Federal Reserve Systems (FED) gegen den Betrag, den die Dollar-Note trägt. Genauso ist der Euro ein I.O.U. der jeweiligen herausgebenden Mitgliedsbanken des Systems der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Einlöseverpflichtung besteht nur gegen die eigene Währung. Wie ein Schuldschein eines Poker-Spielers nicht gegen Geld gewechselt werden kann, kann auch eine Papier-Währung nicht gegen reales Geld wie z.B. Gold eingetauscht werden. Diese Verpflichtung, d.h. der Eintausch von Geld in Gold, bestand jedoch in der Vergangenheit und war stets der Anker-Punkt jeder Papiergeld-Währung.

Ob es nun der Schuldschein des Poker-Spielers oder die jeweilige Papiergeld-Währung ist: Der I.O.U. hat nur dann einen Wert, wenn der Annehmende erwartet, dass die Verpflichtungen aus dem Schuldschein durch den Schuldner auch erfüllt werden können.

Wer hier schon meine Aussage in Zweifel zieht, sollte sich die Bröschüre "Geld und Geldpolitik" der Deutschen Bundesbank besorgen (ISBN 978-3-86558-282-9). Eigentlich als Information für Schüler gedacht, enthält sie einige interessante Passagen zu unserem Geldsystem. Natürlich ist es für die Schüler im Geldmuseum in Frankfurt viel interessanter, Geldscheine vieler Länder und Epochen zu sehen, einen echten 400oz-Goldbarren und beim Spiel Bundeskanzler, Gewerkschaftler/Unternehmer oder Zentralbanker zu spielen. Zum Thema Bargeld heisst es in dieser Broschüre: "Kein Einlösungsverpflichtung - Wirtschaftlich gesehen sind unsere Banknoten eine Verbindlichkeit des Eurosystems. … Wer der Bundesbank eine vom Eurosystem herausgegebene Banknote vorlegt, erhält die Note allenfalls gewechselt, jedoch nicht etwa in Gold oder andere Vermögenswerte umgetauscht. Die Notenbank kann deshalb im Inland bzw im eigenen Währungsgebiet nicht illiquide, also zahlungsunfähig werden. Sie zahlt immer mit Geld, das sie selbst schaffen kann."

Und weiter heisst es dort: "Keine Deckungsvorschriften - In früheren Zeiten bestand für die Notenbank dagegen meist eine Verpflichtung, ihre Noten gegen Gold und Silber einzutauschen. … Insofern war die Notenausgabe durch die vorhandenen Edelmetallvorräte begrenzt. … Die Geldausgabe des Eurosystems ist deshalb nicht mehr an Deckungsvorschriften gebunden; der Euro stellt eine "freie Währung" bzw eine "Papierwährung" dar."

Wer den Hintergrund dieser Passagen der 180-Seiten umfassenden Broschüre verstanden hat, kann sich das Lesen der restlichen 179 Seiten eigentlich schenken. Der Tenor ist: Unser Papiergeld ist lediglich ein I.O.U.

Zurück zu dem "Hirngespinst" eines alternativen Geldes in Form von Arnie's I.O.U.s - vor dem Hintergrund der gemachten Schilderungen ist es gar nicht so abwegig, Arnie's Schuldscheine als "Geld" zu bezeichnen. Hier besteht jedoch eine Gefahr für das vom Banken-Kartell getragene Federal Reserve Banking System. Gelingt es Arnie mit seinen I.O.U.s, Zahlungen zu leisten, so hat er ein Instrument der Geld-Schöpfung ausserhalb des FED-Systems geschaffen. Wenn Arnie damit Erfolg hätte, könnte Obama damit das Monopol der FED und damit der Wall Street Banken brechen, Geld zu schöpfen. Das wäre sicherlich nicht im Interesse seiner Wall Street Marionetten Timmy Geithner und Larry Summers (mit ihrem Übervater Robert Rubin im Hintergrund), aber vielleicht im Interesse seines anderen wirtschaftlichen Schwergewichts, nämlich Paul Volcker. In den 60er-Jahren hat John F. Kennedy etwas ähnliches durch die direkte Herausgabe (d.h. durch die Treasury und nicht durch die FED) von U.S.-Dollarnoten versucht. Dieser Versuch wurde aber mit seiner Ermordung im Jahr 1963 prompt beendet.

Lehnen wir uns zurück und beobachten, was hier weiter passiert. Da aber Obama z.Zt. jeden und alles mit Staatsgeldern rettet, ist nicht einzusehen, warum nicht auch Kalifornien mit Bundesgeldern gerettet werden soll. Gold-Besitzer können diese Entwicklung gelassen verfolgen. Papier-Geld sind nur I.O.U.s, d.h. Schuldscheine eines zahlungsunfähigen Poker-Spielers, ausschliesslich Gold (und Silber) sind wirkliches Geld.

Hier ist die genannte Broschüre: http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_gesamt.pdf


Neu 2009-07-03:

Gold-Bericht für den 2. Juli 2009:

Wenn die monatlichen Arbeitslosenzahlen durch das "Bureau of Labor Statistics" (BLS) veröffentlicht werden, dann fühlt man sich so, als sässe man in einer Zeitschleife fest. Immer und immer wieder wird die Verkündung dieser Zahlen durch eine massive Goldpreis-Drückung begleitet. Wer meinen gestrigen Kommentar gelesen hat und spekulativ "short" in Gold gegangen ist, konnte heute einen Gewinn von $10 pro Feinunze mitnehmen. "Und täglich grüsst das Murmeltier" beschreibt die heutige Entwicklung am treffendsten.

Die heutigen Daten vom Gold-Markt: Nachdem am Vortag Gold noch überhalb der Marke von $940 gehandelt wurde, setzte die Drückung zum frühen Londoner Handel bereits ein. Mit $936,00 (EUR 663,59) war Gold zwar $4 höher als noch vor 24 Stunden. Aber im Vergleich zum Schluss der COMEX hatte das Metall immerhin schon $5 verloren. Auf dieser Niveau verharrte dann der Gold-Preis, als kurz nach Beginn des Handels an der New Yorker COMEX (14:20 Uhr MEZ) die Arbeitsmarkt-Daten vom Wahrheitsministerium über den Ticker liefen (14:30 Uhr MEZ). Prompt wurde Gold, wie erwartet, auf bis zu $926 gedrückt. Dieses Niveau konnte allerdings nicht durch das Gold-Kartell verteidigt werden und so kam der P.M. Fix mit $929,50 (EUR 662,37) um $9 niedriger als zum gestrigen P.M. Fix zustande. Zum Schluss des Handels an der COMEX konnte sich Gold nur leicht auf $930,70 befestigen.

Morgen ist Independence Day in den U.S.A. Die Aktien-Märkte bleiben geschlossen, während an der COMEX gehandelt wird. Grosse Bewegungen am Markt werden jedoch nicht erwartet.

Die Aktien-Märkte tendierten nach Bekanntgabe der Zahlen durch das BLS sehr schwach. Der S&P500 verlor im Tagesverlauf 3 Prozent. Gleichzeitig stieg der U.S.-Dollar Index (USDX) stark auf 80,3 (Vortag: 79,6) an, während die Renditen der 10-jährigen Treasuries auf 3,5 Prozent fielen. Der von mir ermittelte Quotient aus USDX und den Renditen stieg heute auf 22,9 (Mittwoch: 22,1) an.

Natürlich müsste der U.S.-Dollar bei solchen Nachrichten tendentiell eher sinken, weil Investitionen in die U.S.-Wirtschaft für Ausländer eher unattraktiv werden. Aber die Manipulatoren am Markt versuchen, mit einem steigenden Dollar und fallenden Renditen der Staatsanleihen den Schein eines attraktiven U.S.-Marktes zu wahren. Neulich hat ein Börsen-Händler bei CNBC offen ausgesprochen, was viele bereits denken: Die Regierung ist stark im Aktien-Markt engagiert und hat die Hausse der letzten Wochen und Monate immer wieder angefeuert.

Zurück zu den heutigen Zahlen des BLS. Die Anzahl der Jobs hat sich vom Mai auf den June 2009 um weitere 467.000 reduziert. Die Arbeitslosen-Quote ist auf 9,5 Prozent (14,73 Millionen Arbeitslose) angestiegen. Das ist statistisch gesehen nur ein Anstieg von 218.000, während bekanntlich ja 467.000 Jobs abgebaut wurden. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Bürger, die nicht zur "Labor Force" gezählt werden, um 358.000. Mit diesem Trick hat das Wahrheitsministerium wohl einen Anstieg der Arbeitslosen-Quote auf 10 Prozent verhindern können. Auch das korrupte Net Birth/Death Model hat im Juni 2009 wieder 185.000 Phantom-Jobs geschaffen. Insbesondere in den Bereichen "Leisure & Hospitality" (87.000), "Construction" (31.000) und "Trade, Transportation & Utilities" (21.000), wo man eigentlich aufgrund der Wirtschaftslage eher sinkende Zahlen erwarten dürfte.

Die heutigen Zahlen vom Arbeitsmarkt haben es wieder einmal gezeigt: Die sogenannten "Green Shoots" sind frühzeitig verstorben. Oder sie waren lediglich die Phantasie der Politiker nebst System-Presse. Die Wahrheitsministerien, das Gold Kartell, das Plunge Protection Team, und wie alle diese Verschleierungs-Organisationen auch heissen mögen, können aus der Depression auch keinen Aufschwung zaubern.


Neu 2009-07-02:

Gold-Bericht für den 1. Juli 2009:

Morgen wird das BLS um 14:30 Uhr MEZ die Arbeitslosenzahlen der U.S.A. für den Monat Juni veröffentlichen. Im Mai 2009 betrug die Arbeitslosenrate 9,4 % und die Anzahl der Jobs ("Payrolls") hat sich um 345.000 (auf Monatsbasis) verringert. Für den Monat Juni 2009 droht ein Anstieg der Arbeitslosenrate auf 10 %. Die Veröffentlichung dieser Daten wird, insbesondere wenn sie schlecht ausfallen sollte (womit zu rechnen ist) , von einer massiven Goldpreis-Drückung begleitet werden. Natürlich wird wieder das korrupte Net Birth/Death Model viele Phantom-Jobs schaffen, um die Statistik aufzuhellen. Und vielleicht werden auch wieder eine Reihe neuer Volkszähler als temporäre Jobs vom Staat generiert.

Bislang ist von dieser Drückung nichts zu spüren. Zum Zeitpunkt, wo diese Zeilen geschrieben wurden, hat sich Gold von seiner gestrigen Drückung auf bis zu $925 wieder auf $940 erholen können. Der wichtige P.M. Fix kam mit $938,25 (EUR 663,50) zustande und konnte auf 24-Stundenbasis wieder $4 zulegen.Gleichzeitig sind die Renditen der 10-jährigen Treasury Bonds auf 3,6 Prozent gestiegen (also die Preise für Treasuries an den Bondmärkten gesunken). Und das bei einen sich auf 79,6 reduzierenden US-Dollar Index (USDX). Der Quotient aus beiden Kenngrössen fiel auf 22,1 (Dienstag: 22,8).

Wolfgang Münchau, Kolumnis der Financial Times hat heute in der FTD ein Plädoyer für die Aufnahme von Schulden gehalten - "Schulden müssen sich lohnen". Dabei führt er aus: "Es gibt einen Fehler, der noch größer ist als übermäßige Verschuldung: die grundsätzliche Schuldenverweigerung. Für ein Überschuldungsproblem gibt es zwei Lösungen: entweder die Insolvenz, also das Ende mit Schrecken, oder die langjährige Schuldentilgung, ein Schrecken mit Ende irgendwann einmal. Für die Schuldenverweigerung gibt es keine Lösung. Es ist der Schrecken ohne Ende."

Aber es kommt noch besser: "Sparen wie die Großeltern - Das Gleiche gilt im Wohnungsbau. Durch Erschließung neuer Wohnbaugebiete, eine alternde Bevölkerung und strengsten Mieterschutz wird in Deutschland verhindert, dass Immobilienwerte langfristig real steigen. Und wenn Häuserpreise langfristig stagnieren, dann lohnt es sich auch nicht, riskante Kredite aufzunehmen. Der 100-Prozent-Kredit, wie er in London oder New York üblich ist, ist daher in Deutschland kaum zu erhalten. Hier wird erst gespart und dann gebaut - genauso wie es unsere Eltern und Großeltern gemacht haben."

Natürlich kann man mit einer grenzenlosen Kreditausweitung die Immobilienpreise horrend nach oben treiben. Und eine Risiko-Finanzierung nebst niedrigen Zinsen und hohem persönlichen Risiko für den Einzelnen wird eine solche Entwicklung noch befeuern. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die monatlichen Immobilien-Kosten noch für einen normalen Arbeitnehmer leistbar sein müssen. Immobilien-Preise können sich somit nicht von der normalen Einkommens-Entwicklung abkoppeln, weil Wohnen nicht mehr ist als "Konsum". Und eben keine "Investition", bei der wirtschaftlich Mehrwerte geschaffen werden. Wenn dabei nun einige Zahler aus der Risiko-Kette herausfallen, dann entwickeln sich eine Todesspirale nach unten, die die scheinbar hohen Immobilien-Werte wieder stark zurückstutzt. Das haben wir zuerst in den U.S.A. bei Subprime-Hypotheken gesehen, das hat sich bei Alt-A Hypotheken fortgesetzt und betrifft inzwischen auch die Prime Hypotheken. Ein 100-Prozent Finanzierung ist kein riskanter Kredit, sondern ein überschuldeter Haushalt von der ersten Minute an. Damit sind bereits die Fundamente für einer spätere Insolvenz gelegt. Nun hat das Pyramiden-Spiel der letzten Jahre den Immobilien-Markt stark angefeuert, so dass das 100-Prozent Modell wirklich funktioniert hätte, hätte der Eigentümer bei einem hohen Preis seine Immobilie wieder verkauft. Aber mit dem Erlös wurde dann eher noch eine aufwendigere Immobilie gekauft, auch wieder zum Grossteil auf Kredit finanziert.

Nein Herr Münchau - das Kredit-System befindet sich in der Phase des Zusammenbruchs, und jeder, der sich hier in finanzielle Abenteuer treiben lässt, wird der erste auf der Schlachtbank sein. Ich kann ja durchaus verstehen, dass die Presse unser Schneeball-Geldsystem retten will. Aber Immobilien-Kredite und Studenten-Darlehen sind hier genau der falsche Weg. Hier wird (privater) Konsum anstelle von (unternehmerischen) Investitionen propagiert.

Heute konnte man wieder lehrbuchhaft die 2 Prozent betragende tägliche Kappungsgrenze beim Gold beobachten. Um 18:00 Uhr MEZ stieg Gold schnell von $937 auf $945 an. Gold schloss gestern im New Yorker Access Handel bei $926,60. Der maximal durch das Gold-Kartell erlaubte Preis ist also rechnerisch $945,13. Und genau bei dieser Linie hat Gold heute seinen Tageshöchstand erreicht. Zum Ende des Handels an der COMEX wurde der Preis wieder gedrückt und beendete den Handel bei $941


Neu 2009-07-01:

Gold-Bericht für den 30. Juni 2009:

Heute sind wohl bei den Wahrheitsministerien in den U.S.A. alle Sicherungen durchgebrannt. Und dann musste AIG, schon jetzt mit über $180 Mrd vom Staat und der FED mit Geld versorgt, weitere Risiken aus CDS (Credit Default Swaps) Geschäften über mehrere $100 Mrd bekanntgeben. Anders ist das heutige panikartike Verhalten des Gold-Kartells nicht zu erklären. Pünktlich nach Schluss des physischen Handels in London wurde Gold an der COMEX um $10 innerhalb weniger Minuten gedrückt. Und als letztes: Die deutschen Poliker haben es wieder getan - mit dem Versandhaus Quelle scheinen sie zur Zeit wirklich Alles und Jeden retten zu wollen.

Nun der Reihe nach. Bloomberg meldete heute: "Delinquencies Double on Least-Risky Mortgages --- Delinquency rates on the least risky mortgages more than doubled in the first quarter from a year earlier as U.S. efforts to help homeowners failed to keep pace with job losses that pushed more borrowers toward foreclosure." Nach Subprime, Alt-A kommen nun wohl die Prime Hypotheken dran. Die selbstgemachten Schuld-Sklaven können immer weniger ihre Lasten schultern. Wer seinen Arbeitsplatz verliert, für den dreht sich die Todesspirale schnell nach unten. Da kann die Hypothek auch noch so stark "prime", "AAA" oder sonstiges sein. Wenn der monatliche Gehaltsscheck wegfällt, dann ist schnell Ende der Fahnenstange.

Und das Wahrheitsministerium konnte auch nicht die heutige Meldung verhindern --- wieder Bloomberg: "Consumer Confidence in U.S. Slipped to 49.3 in June --- Confidence among U.S. consumers slipped unexpectedly in June, reflecting a weak labor market and rising energy costs. The Conference Board’s sentiment index decreased to 49.3 from a revised 54.8 in May, the New York-based research group said today." Da müssen wohl die "Green Shoots" schneller wieder verwelkt sein, als sie gewachsen sind. Ein Einbruch um ganze fünf Punkte innerhalb eines Monats - da müssen wohl im letzten Monat viele Leute unter erheblichen Drogeneinfluss gestanden haben. Oder die Zahlen waren schlichtweg gefälscht.

Nun hat die WELT AM SONNTAG etwas Licht in die Berichterstattung vom letzten Herbst geworfen. Merkel, Steinbrück & Co haben sich persönlich die Herausgeber bzw Chefredakteure der Presse vorgenommen, um eine Verstärkung der Krise durch wahrheitsgemässe Berichterstattung zu verhindern. Gut, dass auf solchen Webseiten wie hartgeld.com die Wahrheit ungeschminkt dargestellt wird. Das ist im Übrigen auch eine Form von Orwell. Denken Sie einmal darüber nach ...

IRONIE AN: Natürlich muss nach solchen Nachrichten der U.S.-Dollar steigen und Gold sinken. IRONIE AUS. Stand der Euro noch um 14:00 Uhr MEZ bei $1,4140, dann sank er in den nächsten zwei Stunden in zwei Wellen auf bis zu $1,4000. Beim Gold das gleiche Bild: Um 14:00 Uhr MEZ stand Gold noch bei $941, dann wurde es ebenfalls in zwei Wellen auf bis zu $925 gedrückt. Dabei war noch um 16:00 Uhr MEZ der P.M. Fix mit $934,50 (EUR 664,89) schon um $6 niedriger als um 14:00 Uhr MEZ. Hier musste wohl in London wieder kräftig mit 400oz-Barren gedrückt worden sein.

Auch diejenigen Leser, die nicht an eine Goldpreis-Drückung glauben, sollten sich bei der Datenlage fragen, warum unter diesen Umständen der U.S.-Dollar gegenüber dem Euro steigen sollte. Dabei können wir die Goldpreis-Entwicklung für den Augenblick einmal ausblenden. Beide o.g. Nachrichten zeigen, dass die propagierte wirtschaftliche Erholung nur eine Luftnummer war. D.h. der wirtschaftliche Abschwung in den U.S.A. setzt sich trotz der Anstrengungen von "Big Government" weiter fort. Eine schwächelnde Wirtschaft machen ein Land für Finanz-Investitionen eigentlich unattraktiver. Zumal die mit einem realen Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von weit über 1-zu-100 bei den Unternehmen des S&P500 gehandelten Aktien um ein Vielfaches überbewertet zu sein scheinen. Und der Aktienmarkt hat erwartungsgemäss wirklich nachgegeben. Man würde erwarten, dass die Investoren eher ihre Gelder aus den U.S.A. abziehen, anstatt dort zu investieren. Aber nicht im Club der Orwellschen Manipulatoren, heissen sie nun Geithner, Summers oder deren Mentor Rubin. Hier wird der Dollar künstlich gehoben und auch Treasuries steigen im Wert (d.h. die Realzinsen sinken).

Wie degeneriert ist die Finanz-Welt schon, um solche einfachen Zusammenhänge nicht zu erfassen ? Oder müssen sie nur das Ergebnis vor der Öffentlichkeit geheimhalten ? Sollte das jedoch der Fall sein, dann ist die Finanz-Berichterstattung nicht besser als gleichgeschaltete Berichte in den Medien von Diktaturen.

Die zweite interessante Nachricht vom heutigen Tag betrifft die jetzt schon mit über $180 Mrd gestützte Versicherungs-Gesellschaft AIG. Anscheinend müssen hier nun weitere zweistellige Milliarden-Beträge fliessen, da AIG Credit Default Swaps (CDS) im Wert von über mehreren $100 Mrd im Umlauf hat. Diese CDS scheinen nun zum Teil zu Lasten der AIG schlagend zu werden. Meiner Meinung nach kann es ein solch "dummes" Unternehmen gar nicht geben. Die AIG wird von der U.S.-Regierung und der FED alleine dazu benutzt, Gelder in Form von Eigenkapital in das marode Bankensystem einzuschleusen. Das kann über die normalen Mechanismen eben nicht funktionieren. Deshalb wird so getan, dass AIG riessige Verluste macht, die der Staat / FED bezahlt und die direkt in das Banken-System wandern. AIG ist wie eine Blutbank für Drakula "Bankensystem". Die Spender sind die Steuerzahler und Besitzer von Finanzvermögen (auch in Form von Renten- und Pensions-Ansprüchen).

In Deutschland haben wir übrigens unsere eigene Blutbank - diese heisst Hypo Real Estate (HRE). Welcher Drakula saugt hier denn das Blut der Steuerzahler ?

Eigentlich müsste dies ein halbwegs gebildeter Bürger selbst erkennen. Insbesondere dann, wenn die Aktionen so offensichtlich sind wie heute. Aber man schaut wohl eher auf die oberflächliche Berichterstattung, die Durchhalteparolen verbreitet, anstatt aufzuklären. Vielleicht liegt das an der Schulbildung der letzten Jahrzehnte.

Hat nicht die 68er-Generation in Deutschland versucht, den Bürger zu kritischem Denken zu erziehen ? Anscheinend nicht, denn dieselben Leute sitzen jetzt in den Staats-Positionen, von denen aus die Manipulationen und die Verdummung der Bevölkerung ferngesteuert wird. So bekommt der Dutschke' "Marsch durch die Institutionen" eine neue Bedeutung.

Zuletzt der heutige erneute Sündenfall der Politik - QUELLE. Zur Zeit ist die Politik in Deutschland nicht in der Lage, überhaupt einem Ansinnen eines grösseren Unternehmens eine Absage zu erteilen. Hat die SPD in der Vergangenheit mit Holzmann und OPEL versucht, sich hier zu profilieren, dann tut dies nun die CDU/CSU mit QUELLE. Und morgen vielleicht bei Porsche ?

Das System ist leider so "dekadent" geworden, dass es wirklich glaubt, jeden von "Staates Hand" retten zu können. In Wirklichkeit wird eine quasi "gottesverfügte" Lösung eines Staatsbankrotts die Unsitten von Sodom und Gomorrha ausradieren. Hier hat Walter Eichelburg Recht - es ist nicht die Frage des "ob", sondern nur eine Frage des "wann". Weil der Staat natürlich noch über ein grosses Spektrum an Manipulation und Volksverdummung verfügt, kann sich dieser Prozess noch einige Zeit hinziehen.

Die restlichen Daten vom heutigen Geschehen an den Gold-Märkten: Gold tendierte im asiatischen Handel über der Marke von $940. Diese Entwicklung setzt sich im frühen Londoner Handel fort. Der A.M. Fix kam mit $941,00 (EUR 666,90) um einen Dollar stärker als am gestrigen Tage zustande.

Zum Nachmittag konnte sich Gold bis um 14:00 Uhr MEZ überhalb der Marke von $940 halten. Danach setzte die koordinierte Dollar-Hebung und Gold-Drückung ein, die zum P.M. Fix Gold auf $934,50 (EUR 664,89) gedrückt hat. Das war aber lediglich ein Rückgang von einem Dollar zum gestrigen P.M. Fix. Kurz nach Schluss des Londoner Handels setzte dann das Gold-Kartell zum grossen Schlag an: Gold wurde innerhalb weniger Minuten um $10 auf $925 gedrückt.Obwohl sich Gold anschliessend auf $930 erholen konnte, wurde es zum Schluss des Handels an der COMEX wieder auf $926 gedrückt. Das heutige Spiel "freier Markt" gegen "Manipulatoren" endete 0 : 2 mit den beiden Toren des Gold-Kartells zum Londoner P.M. Fix und zum COMEX-Handelsschluss.

Im Prinzip sind die heutigen Manipulationen an den verschiedenen Märkten nur ein Zeichen von nervöser Schwäche. Hier geht es lediglich um Zeitgewinn, um neu erfundene "Green Shoots" der Öffentlichkeit päsentieren zu können. Dazu braucht man natürlich etwas Zeit und muss auf die Vergesslichkeit der Investoren hoffen.

Der USDX verbesserte sich heute auf 80,2, während die Renditen der 10-jährigen Treasuries bei 3,5 % verharrten. Der Quotient aus USDX und den Renditen erhöhte sich heute leicht auf 22,9 (Montag: 22,8).
 


Neu 2009-06-29:

Gold-Bericht für den 29. Juni 2009:

Die Probleme von "Germany's Big Government" scheinen täglich zu wachsen. Auf der einen Seite wird die Finanzierung an den Kapital-Märkten trotz gegenseitiger Rückendeckung der verschiedenen Zentralbanken (= Monetarisierung) immer schwieriger. Auf der anderen Seite wachsen die Defizite bedingt durch die Wirtschafts-Krise in astronomische Höhen, und es wird kein Weg heraus aus dieser Haushalts-Krise sichtbar.

Da scheinen nun selbst die Politiker der CDU massiv Steuererhöhungen zu planen, obwohl die dabei erzielbaren Einnahmen wohl nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein würden. In der heutigen Printausgabe des DER SPIEGEL werden die Probleme sichtbar dargestellt. So droht für dieses Jahr eine Nettokreditaufnahme des Bundes von 47,6 Mrd Euro, während im nächsten Jahr bereits 86,1 Mrd Euro erwartet werden. Dabei sind noch nicht einmal die Haushalte der Bundesländer und Kommunen berücksichtigt, denen wohl im verstärktem Mass die Einnahmen aus Gewerbe-Ertragssteuern wegbrechen dürften. Von den zusätzlichen Lasten der Länderhaushalte bedingt durch die Probleme bei den diversen Landesbanken einmal ganz zu schweigen.

Auf der Gegenseite stehen die erwarteten Mehreinnahmen der Steuererhöhungs-Vorschläge. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 19 auf 25 Prozent würde nach Berechnungen zu jährlichen Mehreinnahmen des Bundes von ca 25 Mrd Euro führen, eine Abschaffung des ermässigten Mehrwertsteuersatz (z.Zt. 7 Prozent) dagegen ca 14 Mrd Euro. Eine Reichensteuer würde ledigich zusätzliche Einnahmen von 2 Mrd Euro in die Kasse spülen. Selbst mit der Summe dieser Massnahmen kann man den Haushalt auch nicht nur annähernd in den Griff bekommen.

Man muss vielmehr bei Durchsetzung dieser Steuererhöhungen damit rechnen, dass die Konjunktur in noch viel stärkerem Masse abgewürgt wird. Die Abschaffung des ermässigten Mehrwertsteuersatzes würde gerade die Familien besonders hart treffen, die ein Grossteil ihres Budgets in Lebensmittel stecken. Ein Preiserhöhung von über 11 % könnte hier nicht so einfach geschultert werden, da die betroffene Ziel-Gruppe sowieso mit ihrem verfügbaren Einkommen an der Grenze angelangt ist. Das heisst ein Konsum-Verzicht wäre wohl die Konsequenz. Damit könnte der Bund zwar seine Einnahmen um immer noch schätzungsweise 10 Mrd Euro ausweiten, aber der Umsatzverlust i.H.v. 10 Mrd Euro würde dann die Händler und Produzenten mit voller Wucht treffen.

Wie vehement haben die Politiker noch vor kurzem ihre Milliarden- oder sogar Billionen-schweren Konjunktur-Programme damit begründet, dass man nicht nach Brüning'scher Art den Staat in einer Krise kaputtsparen darf. Und so wollte man Alles und jeden Retten. Nachdem nun das Pulver des Staates zum Grossteil verschossen ist, will man in hektischer Panik vor den Konsequenzen --- sprich Staatspleite --- eine 180 Gradwende einleiten. Kräftige Steuererhöhungen bedeuten für den Bürger nämlich das Gleiche wie abnehmende konsumtive Ausgaben des Staates für seine Bürger: Kaputtsparen nach Brüning'scher Art eben. Man hätte sich eben früher überlegen müssen, das Geld nicht in weiterhin darbende Banken, die Beglückung der Bürger mit sinkenden Krankenversicherungs-Beiträgen oder in die Abwrack-Prämie zu stecken, die zum Grossteil ausländischen Fahrzeugherstellern zu Gute kommt.

So begeht die Politik schliesslich einen Fehler nach dem anderen. Der Grund für diese Kehrwende liegt auf der Hand: Die Möglichkeiten der Staatshaushalte, weitere Schulden zu Schultern, nähern sich dem Ende. Das konnte man an der heutigen Versteigerung von 5 Mrd Euro kurzfristiger Schatzanweisungen des Bundes ("Bubills") beobachten.

Nun gab es für die 5 Mrd Euro Emission zwar Gebote von immerhin 4,930 Mrd Euro (also es fehlten lediglich 70 Mio Euro). Davon waren aber 3,6 Mrd Euro Renditegebote. So betrug die Zuteilung lediglich 3,585 Mrd Euro, während den Rest der Emission von 1,415 Mrd Euro --- verniedlichend als "Marktpflegequote" bezeichnet --- die Bundesbank erst einmal in ihre Bücher genommen hat. Anscheinend beträgt nicht nur der geographische Abstand zwischen Finanzagentur und der Bundesbank lediglich "einen Steinwurf".

Diese Entwicklung ist sehr gefährlich, da die Investoren in der Vergangenheit kurzfristige Staatsanleihen bevorzugt haben, um Gelder möglichst liquide kurzfristig zu parken.

Auch von dem Gold-Markt kommen beunruhigende Nachrichten. So berichtet Jim Sinclair auf seiner Seite http://www.jsmineset.com, dass an der COMEX 100oz-Barren an die Eigentümer ausgeliefert wurden, aber die Serien-Nummern mit dem Lagerschein nicht übereinstimmten. Bisher wurde die Form "allocated Gold" als sicher für die Eigentümer angesehen. Beim "allocated Gold" besitzt der Eigentümer einen bestimmten, mit der Seriennummer, dem Feingoldgehalt und dem Hersteller des Barrens versehenen Lagerschein. Diesen Lagerschein kann er jederzeit gegen genau den Gold-Barren eintauschen, der auf seinem Lagerschein vermerkt wurde. Damit sollten eigentlich Manipulationen, wie sie beim "unallocated Gold" vorkommen, ausgeschlossen werden. Beim "unallocated Gold" besitzt der Eigner nur das Recht auf einen Gold-Barren. Dieser Gold-Barren kann dabei existieren oder nicht. Viele Banken und Handelshäuser (z.B. kitco.com) lagern aber kein wirkliches Gold, sondern sichern sich nur mit Derivate-Geschäften gegen Preis-Steigerungen ab. Das "unallocated Gold" ist damit nur wie Papier-Gold. Mit diesem Trick haben insbesondere die grossen Preis-Drücker JP Morgan, HSBC und Deutsche Bank Gelder der Investoren, mit denen eigentlich physisches Gold gekauft werden sollte, zurück in den Papier-Markt umgelenkt. Das Geld floss direkt den Banken zu und die Versicherung gegen einen Gold-Preisanstieg erfolgte über Derivate.

Man schätzt, dass ein Vielfaches der real vorhandenen Investoren-Goldmenge in Form solcher Gold-Konten verkauft wurde. Im Notfall ist dieses Gold für die Investoren verloren, da die Banken diese riessige Menge nie auf dem physischen Gold-Markt aufkaufen könnten.

Zurück zum "allocated Gold": Diese Form der Lagerung wird nicht nur an der COMEX, sondern auch bei den mehrere tausend tonnenschweren ETFs verwendet. Auch bei den ETFs wird die Serien-Nummer, der Feingold-Gehalt und der Hersteller des 400oz-Barrens vermerkt und ist für die Investoren jederzeit einsehbar. Wenn sich die Banken aus diesem "allocated Gold" zur Drückung des Gold-Preises bedienen sollten, dann sind die notierten Barren weg. Sollten sie den Investoren ausgeliefert werden, dann können die Daten auf den Lagerschein nicht mehr stimmen. Denn jeder 400oz bzw 100oz Barren hat seine eigene DNA, an der man ihn zweifelsfrei wiedererkennen kann.

Gold-Kartell Bank HSBC betreibt eine der grossen Lagerstätten für den über 1.000 Tonnen schweren GLD ETF in London. Auch wenn man die Nachricht von Jim Sinclair anzweifel sollte, dann verbleibt trotzdem ein hohes Restrisiko, dass das physische Gold zum Teil gar nicht mehr vorhanden ist. Dieses Risiko sollte kein Investor eingehen, so dass ich dringend empfehle, sich das Gold bei den ETFs ausliefern zu lassen. Oder die ETF-Anteile zu verkaufen, um dafür physisches Gold --- durchaus 1kg, 100oz oder 400oz Barren je nach Beteiligung --- zu erwerben. Das gilt auch für Investoren, die ihr an der COMEX mit niedrigen Aufschlägen erworbenes Gold z.Zt. noch zu niedrigen Lagerkosten aufbewahren. Ansonsten riskiert man, Opfer einer verdeckten Form der Gold-Konfiskation zu werden.

Gold tendierte heute früh im asiatischen Markt einige Dollar leichter um die Make von $936. Im frühen Londoner Handel konnte sich Gold wieder stabilisieren und wurde zum A.M. Fix mit $939,75 (EUR 671,25) fixiert. Gegenüber A.M. Fix am letzten Freitag ist dies ein Rückgang von $3.

Im Nachmittags-Handel tendierte Gold fester und stand kurz vor Eröffnung der New Yorker COMEX bei $942. Daraufhin setzte eine erneute Preis-Drückung ein, die Gold in zwei Wellen bis auf $934 drückte. Der Grund ist schnell gefunden - zusätzliches physisches Material wurde in die Schlacht geworfen. Mit $935,50 (EUR 665,58) zum P.M. Fix schloss Gold im Londoner Handel. Dies ist ein Rückgang von $6. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder erholen und dabei die Marke von $940 zurückgewinnen. Gegenüber dem COMEX-Schlusskurs vom letzten Freitag nur ein Unterschied im Cent-Bereich.

Der USDX war heute mit 79,9 praktisch unverändert. Ebenfalls unverändert tendierten die Renditen der 10-jährigen Treasuries mit 3,5 %. Der Quotient aus USDX und den Renditen stand heute bei 22,8.


Neu 2009-06-27:

Gold-Bericht für den 26. Juni 2009:

Bei der Marke von $940 scheint sich derzeit das Gold-Kartell eine neue starke Verteidigungs-Position aufgebaut zu haben. Immer dann, wenn Gold diese Marke überwinden will, setzen "magische Preisrückgänge" ein.

Ein Leserkommentar im gestrigen MIDAS hat sich auf die Spuren des Gold-Kartells begeben und dabei klare Indizien für dessen Arbeitsweise gefunden: ZITAT: The Fed edict is to never let gold exceed 2% daily gains, ever. Early yesterday morning I remarked to a friend that gold could not exceed $942, because that was the maximum excitement the cabal allows. It proceeded to trade practically to the penny at $942, (2%), and immediately repelled. … I looked back at gold charts for the 21 trading days in April. I compared 1% (roughly $8-$9) or greater 20 minute plunges versus 1% moves to the upside in roughly 20 minutes. As you might guess it's really lopsided.

1%+ plunges in 20 minutes - 23
1%+ gains in 20 minutes - 5
Of the 23 plunges 17 occurred during Comex or NY Globex trading hours. All of the 20 minute gains stopped (at least initially) at 1%, while most all of the 20 minute plunges had more random percentages when they stopped. ZITAT ENDE.

Also: Kein Tages-Anstieg um mehr als 2 Prozent wird erlaubt. Und wenn der Preis gedrückt werden soll, dann während der Handelszeiten an der New Yorker COMEX bzw im späten Access Handel. Vergleichen Sie einmal das Tages-Chart von beispielsweise Platin: Auch wenn der Preis an einem Tag um mehrere Prozent-Punkte fällt, dann erfolgt der Rückgang viel stetiger und weniger heftig, als wir es beim Gold beobachten können.

Selbst "The Gartman Letter" (TGL) scheint dies schon zu bemerken, obwohl sie in der Vergangenheit immer heftig der These widerspochen hat, dass der Gold-Preis von einem Gold-Kartell gedrückt wird: "What we do know is that there is substantive selling in gold between $980-$1000, for that area has stopped gold from advancing several times over the course of the past year. It stopped gold in July of last year; it stopped gold in March of this year and it stopped it again in May of this year. Who or what is there to sell gold is unimportant to us. What is important is that it has been stopped there again and again, and until that "stopper" is itself stopped from selling, or has finished its selling, being long is a mugs… or rigged…game. We know not which."

Das Trading-Verhalten von TGL hat sich wieder einmal als ein guter Kontraindikator für die Entwicklung des Gold-Preises erwiesen. TGL hat Ende letzter Woche eine Gold-Position erworben und wurde prompt Anfang der Woche ausgestoppt. Daraufhin riet TGL seinen Lesern zum Aufbau einer Short-Position bei Gold, ohne jedoch selbst short gegangen zu sein. Prompt hat sich Gold wieder befestigt. Bill Murphy, Chairman der GATA und Herausgeber des MIDAS-Goldkommentars, hat neulich angemerkt, dass sein Freund Dennis Gartman (Herausgeber der "The Gartmann Letter") alle Gold-Trades der vergangenen Monate in den Sand gesetzt hat. Solange sich diese Serie der "Unfähigkeit" fortsetzt, bleiben die Aktionen von TGL ein guter Kontraindikator für das eigene Handeln am Gold-Markt. Das Problem von Dennis Gartman ist, dass er seine Trades rein auf Basis von technischen Erwägungen am Goldmarkt trifft. Und dabei energisch bestreitet, dass es in Form eines Gold-Kartells am Markt eine dunkele Macht gibt, die konträr zu den Aktivitäten der technischen Trader handelt. Damit kann sich das Gold-Kartell seine Aktivitäten auch selbst finanzieren - eigentlich paradox, dass die technischen Trader mit ihren Long-Positionen trotz tendentiell steigendem Gold-Preis immer verlieren, während das Gold-Kartell mit ihrer Short-Positionen Trading-Gewinne von den Longs einsammeln kann.

Zur Ehrenrettung der technischen Trader muss man natürlich anmerken, dass die Trader des Gold-Kartells durch den indirekten Zugriff auf die Gold-Reserven der westlichen Zentralbanken die Möglichkeit haben, am physischen Markt den Gold-Preis unter Druck zu setzen. Bevor die COMEX öffnet, sind die technischen Trader schon schwer angeschlagen und so kann ein von den Kartell-Tradern initiierter Verkauf von neuen Short-Positionen plötzlich einen starken Preis-Rutsch beim Gold hervorrufen. Weil nämlich die technischen Trader genau nach denselben technischen Kriterien, d.h. Unterschreiten einer bestimmten Preis-Schwelle, ihr Gold wieder verkaufen. Oder durch das Unterschreiten von "Stop Loss" Marken ihre Position zwangsliquidieren müssen.

Die "green shoots" werden auch schon wieder zertrampelt, bevor sie sich weiterentwickeln können. Nachdem vor wenigen Wochen wegen der Arbeitslosen-Zahlen noch Hurra-Stimmung vorherrschte, kommt heute die Realität zum Vorschein: Die Anzahl der Neuanträge auf Arbeitslosen-Unterstützung stieg in den U.S.A. letzte Woche auf 627.000. Und wie üblich wurde der Wert der vorletzten Woche von 608.000 auf 612.000 nach oben revidiert. Da sieht der Zuwachs von 15.000 (627.000 minus 612.000) weniger dramatisch aus, als ein Wert von 19.000.

Eine Reihe von steuerfinanzierten Wirtschafts-Experten scheinen sich in den letzten Tagen als Fürsprecher einer neuen Runde von Steuererhöhungen aufzuführen. Mit diesen Propaganda-Massnahmen soll der Boden für neue Steuererhöhungs-Vorschläge der Politiker selbst bereitet werden. Während die Position von SPD und Die Linke hier eindeutig ist - diese möchten am liebsten jedem Arbeitnehmer und Unternehmer alle Einnahmen wegnehmen, um sie dann in einer grossen Verteil-Aktion "gerecht" und "sozialverträglich" unters Volk zu bringen, scheint sich nun auch die CDU als Steuererhöhungs-Partei profilieren zu wollen. Volkswirtschaftlich gesehen hat der Staat bereits jetzt einen Anteil von über 50 Prozent an der kompletten Wirtschaftsleistung in Deutschland. Aber im Gegensatz zu Unternehmen erwirtschaftet der Staat keinen Mehrwert, sondern ist eine reine Umverteilungs- und Alimentier-Maschinerie. Anscheinend haben nun auch die Politiker innerhalb der CDU Angst um ihre zukünftige Bezahlung oder um ihr Leben, wenn sie noch die verbleibenden netto-Steuerzahler mit weiteren Steuern schröpfen wollen.

Liebe Frau Merkel: Ich weiss, dass die Sozial-Industrie euch Politiker zu Tode streiken wird, wenn ihr die hungrigen Mäuler der Empfänger von Staats-Knete nicht mehr stopfen könnt. Aber das wird sowieso kommen, wenn dem Staat keiner mehr Geld geben kann. Und keiner dem Staat mehr Geld leihen wird. Also anstatt der SPD und Den Linken bei jeder Aktion hinterherzulaufen, habt Mut den Volk zu sagen, dass der Staat seine derzeitigen Verpflichtungen einfach nicht mehr erfüllen kann. Auch im Falle der OPEL-Rettung hat sich das populistische Geschwätz der SPD eben nicht in entsprechenden Wahlergebnissen manifestiert. Und wenn ihr das nicht mehr schafft, dann müsst ihr eben wie die SPD und Die Linke um die Stimmen der Staats-Transferempfänger betteln gehen. Von den verbleibenden Leistungs-Trägern werden ihr dann keine Stimme mehr kriegen.

Warum ist das für den Gold-Bericht relevant, werden sich viele fragen. Weil Politiker in ihrer Ohnmacht wegen der explodierenden Staatsverschuldung eben nur eine Antwort wissen - nämlich Steuererhöhungen und neue Steuern. Dabei werden sie natürlich von sogenannten Wirtschafts-Experten unterstützt - denn diese kassieren ihre Bezüge auch aus der Staatskasse: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Und so muss jeder Bürger zusehen, wie er sein Vermögen vor dem direkten oder indirekten Zugriff des Staates bestmöglich in Sicherheit bringen kann. Gold erscheint mir hier im Hinblick auf die Aktionen des Kavallerie-Führers Steinbrück die beste Wahl zu sein.

Hinzu kommt, dass die Probleme des Staates nicht mehr lösbar sind - "too big to bail". Gold-Besitzer sichern sich auch gegen einen Kollaps von "Big Government" ab. Denn über eines muss man sich im Klaren sein: Mit dem Ende von "Big Government" geht auch deren Papiergeld-System mit unter.

Gestern musste mein Kommentar leider aus Zeitgründen ausfallen. Deshalb hier kurz die Daten:
A.M. Fix $934,25 (EUR 669,09), plus $5
P.M. Fix $937,25 (EUR 672,06), plus $4
USDX 80,2 (minus 0,3)
Rendite der 10-jährigen Treasuries 3,6 (minus 0,1)
USDX / Rendite 22,3 (plus 0,5)
Bemerkenswert ist die Nachricht, dass die Ersteigerer der 2-jährigen Treasuries zu 70 Prozent internationale Zentralbanken sind. Das Spiel, das international betrieben wird, wird mir damit klarer: Die westlichen Zentralbanken kaufen im Rahmen ihrer Geld-Schöpfungsmöglichkeiten in ihrer eigenen Währung (Euro, Yen, Schweizer Franken) die Treasuries bei den Versteigerungen auf und finanzieren somit die massiven Haushalts-Defizite der U.S.A. Gleichzeitig stützen sie mit dieser Aktion den U.S.-Dollar, weil die geschaffenen lokalen Euro, Yen, etc in U.S.-Dollar umgetauscht werden müssen. Die Bilanzen dieser Zentralbanken werden dann mit diesen Treasuries aufgebläht, die irrigerweise dann als "Währungsreserven" ausgewiesen werden.

Wahrscheinlich finanziert die FED im Gegenzug dazu die Defizite aus Europa und Japan.
Das ist nichts anderes als ein weltweit koordiniertes Anwerfen der Gelddruck-Maschinen. Im Prinzip werten sich durch diese Vorgehensweise alle Währungen untereinander gegenseitig ab. Da diese Abwertung koordiniert geschieht, bleiben die Wechselkurse stabil. Hätten wir Gold als den Kanarien-Vogel in der Kohle-Mine, dann wäre allen ersichtlich, was hier passiert. Es ist deshalb nicht nur im Interesse der U.S.A. und FED, den Gold-Preis zu drücken, sondern aller westlichen Zentralbanken, die sich an den derzeitigen Machenschaften der Monetarisierung von Staatsschulden beteiligen. Deshalb fliesst meines Erachtens nicht nur U.S.-Gold in die Märkte, sondern auch Gold aus Europa und Asien.

Trotzdem setzte Gold heute erfolgreich zum Angriff auf die $940er-Stellung des Gold-Kartells an. Bereits im asiatischen Markt wurde heute früh diese Marke gerissen. Im Londoner Handel setzte sich diese positive Stimmung fort und Gold wurde zum A.M. Fix mit $943,00 (EUR 671,89) um $9 höher als gestern zur gleichen Zeit gehandelt.

Zu Beginn des Handels an der COMEX stand Gold bereits bei $945. Nach der Eröffnung an der COMEX stieg Gold in der Spitze bis auf $948 an. Hier setzte dann die erste 1-Prozent Kappungsgrenze des Gold-Kartells ein und Gold wurde wieder unter die Marke von $945 gedrückt. Der P.M. Fix kam mit $942,00 (EUR 669,27) zustande. Ein Zugewinn von $5 auf 24-Stundenbasis.

Wo sind heute eigentlich die 400 Tonnen IWF-Gold Wunderwaffen geblieben, mit denen die $940er-Stellung verteidigt werden sollte. Kann es sein, dass diese Wunderwaffen nie existiert haben und durch einen Buchhaltungstrick zwischen dem IWF und den hinterlegenden nationalen Zentralbanken schon längst im Einsatz aufgerieben wurden ?

Kurz nach Schluss des physischen Handels in London setzte das Kartell den Angriff auf die $940er-Marke an. Zum Schluss des Handels stand Gold bei $940 - ein weiterer Zufall ? Der folgende Access Handel verlief zumindestens ruhig.


Neu 2009-06-25:

Gold-Bericht für den 24. Juni 2009:

Wo sind plötzlich die "green shoots" geblieben. CNBC meldete heute, dass die Exporterlöse in Japan für den Monat Mai 2009 um 40,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sind. Die Exporte in die noch angeblich wachsende Mega-Wirtschaft Chinas sind im Mai 2009 zwar um nur 29,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen. Das ist aber immer noch eine Verschlechterung gegenüber den April 2009 Zahlen, wo ein Rückgang von lediglich 25,9 Prozent gemeldet wurde.

Entweder die Wirtschaftsleistung von China schrumpft, was die Zahlen der japanischen Exporte nach China implizieren. Oder China betreibt eine starke merkantilistische Politik, d.h. schottet seinen Markt für Importe ab, um bei gesunkenen Export-Erlösen weiterhin einen hohen Handelsbilanz-Überschuss erzielen zu können. Mit dieser Politik der Abschottung haben die U.S.A. in den 30er-Jahren die Krise verschärft und so wesentlich die "Great Depression" ausgelöst. Nicht die von Franklin D. Roosevelt betriebene staatsinterventionistische Sozial- und Wirtschaftspolitik --- langläufig auch als "New Deal" bekannt --- haben die U.S.A. seinerzeit aus der Depression geführt, sondern der Kriegseintritt. Es wird inzwischen sogar die Auffassung vertreten, dass Roosevelt mit seiner Politik des "New Deal" die wirtschaftliche Erholung verzögert hat.

Für den heutigen Tag stand die um 20:15 Uhr MEZ erwartete Entscheidung des Offenmarktausschusses (FOMC) der FED im Vordergrund des Geschehens an den Aktien-Märkten, den Bond-Märkten, den Devisen-Märkten und natürlich auch beim Gold.

FED: refrained from increasing its $1.75 trillion bond-purchase program
FED: pace of economic contraction is slowing and predicted inflation will remain “subdued for some time"
FED: conditions in financial markets have generally improved
FED: monitoring the size and composition of its balance sheet and will make adjustments to its credit and liquidity programs as warranted

Eine zum Teil erwartete Ausweitung des Quantitative Easing (QE) Programms wurde heute nicht beschlossen. Auf der anderen Seite wird zwar gesehen, dass die Kontraktion der Wirtschaft abnimmt. Von den derzeitigen expansiven Programmen will man jedoch nicht ablassen. Die "green shoots" scheinen doch nur eine Fatamorgana gewesen zu sein.

Nun zum Geschehen an den Märkten: Gold startete den heutigen Handelstag in Asien unterhalb der Marke von $925. Mit Beginn des Handels in London konnte Gold die Marke von $925 wieder überwinden. Der A.M. Fix kam mit $928,75 (EUR 659,02) um $8 höher als noch gestern zur gleichen Zeit zustande.

Im Nachmittags-Handel schwankte Gold um diese Marke und eröffnete zum Handel an der COMEX mit $926. Dort kam starke Kauflaune auf, die den Gold-Preis bis auf $941 hochtrieb. Das war dann aber doch zuviel des Guten. Mit dem sich nähernden P.M. Fix verfiel Gold wieder unter die $935er-Marke. Der P.M. Fix kam mit $933,50 (EUR 666,03) zustande. Auf Tagesbasis ist das ein Gewinn von $13. Zum Schluss des Handels an der COMEX basierte im Hinblick auf die erwartete Entscheidung der FED nichts gravierendes mehr. Gold ging mit $934 auf dem Markt.

Die FED-Entscheidung wurde pünktlich um 20:15 Uhr MEZ bekannt. Im Access Handel brach Gold sodann um $6 auf $930 ein. Dies tat gleichzeitig dem Dollar gut: Der USDX stieg auf 80,5.

Die Renditen der 10-jährigen Treasuries stiegen auf 3,7 %. Der von mir ermittelte Quotient aus USDX und Renditen der 10-jährigen Treasuries fiel auf 21,8 (Dienstag: 22,2).

Die Aktionen der Notenbanken zur Drückung des Gold-Preises haben sich mit der heutigen Preis-Entwicklung bei Gold wieder ausgeglichen. Nachdem der U.S.-Kongress nun den Verkauf von 400 Tonnen IWF-Geld zugestimmt hat, müssten wir Teile dieses Schatzes eigentlich auf dem Markt sehen. Wenn dieses Gold wirklich existieren sollte, woran ich begründete Zweifel habe, dann hätten wir im Laufe der Woche schon erhebliche Preis-Drückungen erleben können.


Neu 2009-06-24:

Gold-Bericht für den 23. Juni 2009:

N-TV meldete heute: "GfK-Index auf Jahreshoch: Deutsche im Kaufrausch. Trotz der schärfsten Rezession seit 60 Jahren zieht die Kauflaune der Deutschen wieder an. Grund sei die Inflationsrate von null, wie die Nürnberger GfK-Marktforscher mitteilten. Das GfK-Konsumklima für Juli verbesserte sich überraschend auf den höchsten Stand seit einem Jahr und stieg auf 2,9 von revidiert 2,6 Punkten. … Nachdem sich zuletzt die Hinweise auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt verdichtet haben, verstärken sich die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Konjunktur bei den Verbrauchern", erklärte die GfK zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Menschen."

Ich frage mich, welches Ende der wirtschaftlichen Talfahrt hier wohl gemeint ist. Ist es vielleicht die Euphorie hervorgerufen durch die Abwrackprämie, die viele Bürger hier optimistisch stimmt ? Oder die im letzten Monat bedingt durch einen Eingriff in die Erfassungs-Methodik der Arbeitsagentur hervorgerufene Reduzierung der Arbeitslosen-Zahlen. Oder hat der stark ansteigende Aktien-Markt nicht nur die Indikatoren des ZEW und des IFO-Instituts nach oben gehoben, sondern auch die Stimmung der Verbraucher ?

Mit der Nullrate bei der Inflation können auch nicht die Energie-Preise gemeint sein - Benzin kostet inzwischen schon wieder EUR 1,40. Sind es vielleicht die Kosten für das Gesundheitswesen, die zur Zeit die Inflationsrate drücken ? Oder die Preise für Lebensmittel ?

Hier haben es anscheinend die verschiedenen Wahrheitsministerien mit gefälschten oder zumindestens wahrheitswidrig dargestellten Zahlen-Kolonnen geschafft, den Bürger hinters Licht zu führen. Nun mag diese Vorgehensweise bei den üblichen konjunkturellen Zyklen durchaus angemessen sein, damit sich eine "Konjunkturdelle" nicht zu einer Rezession aufweitet.

Eine Depression kann man mit solchen Aktionen allerdings nicht aufhalten. Man verschlimmert letztendlich die Situation dadurch, da die Bürger ihr Vermögen in zum Teil unnütze Konsumgüter stecken oder sich sogar dafür verschulden. Wenn die Depression dann fühlbar wird, sind die Reserven erschöpft und man kämpft um das nackte Überleben. Ich habe dieses Phänomen kürzlich als Doppel-L Rückgang bezeichnet. Zur Zeit befinden wir uns in der horizontalen Phase des Rückgangs vom ersten L. Dieser Stabilisierungs-Phase wird fälschlicherweise als ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt interpretiert. Wenn sich dieses "Zwischenhoch" wieder totläuft, dann schlägt die Entwicklung des zweiten L zu.

"Big Government" gibt vor, mit einer Renaissance des Keynesianismus die Probleme in den Griff zu bekommen. In Wirklichkeit soll hier der Etatismus als Lehre von der Allmacht des Staates und als Praxis die Politik, die alle irdischen Dinge durch Gebote und Verbote der Obrigkeit zu ordnen bestrebt ist, zum Leben wiedererweckt werden. Nach Ludwig Mises unterscheidet sich das Gesellschaftsideal des Etatismus äusserlich nicht von der Gestalt, die eine kapitalistische Gesellschaftsordnung an der Oberfläche zeigt. Den Eigentümern werden zwar Namen und Ehren des Eigentums und das Recht auf den Bezug eines "angemessenen" und "standesgemässen" Einkommens gelassen; doch in Wahrheit wird jedes Geschäft in ein Amt, jeder Erwerb in einem Beamtenberuf verwandelt. Für Selbständigkeit des Unternehmers ist im Staatssozialismus aller Spielarten kein Raum. Das Gesetz vermag alles, und nirgends gibt es ein Gebiet, auf dem die Interventionen des Staates nicht alles richten können.

Kommt dieser Text nun von FDP-Westerwelle als Kritik an der DDR 2.0-Politik von Angela Merkel ? Weit gefehlt - der Nationalökonom Ludwig Mises hat dies bereits im Jahr 1924 in seinem Werk "Theorie des Geldes und der Umlaufmittel" beschrieben. Wie sich doch Dinge selbst nach 85 Jahren nicht geändert haben.

Dieses Streben nach beständigem Geld und nicht nach einem staatlich sanktionierten Papiergeld-System inspirierte Ludig Mises immer, Gold als das wahre Geld, welches Freiheit und Unternehmertum zulässt, zu prognostizieren. Diese Thesen sind heute gültiger denn je.

Das FOMC der FED tagt heute und morgen in Washington. Eine Zins-Entscheidung wird nicht für heute, sondern erst für den morgigen Tag nach Schluss der Märkte erwartet. Gold stand im asiatischen Markt heute weiterhin unter Druck. Der Preis wurde auf bis zu $914 gedrückt. Mit der Eröffnung des Londoner Marktes kam es aber wieder zu einer leichten Erholung um die Marke von $920. Gold wurde zum A.M. Fix mit $920,25 (EUR 660,63) fixiert. Gegenüber dem A.M. Fix am gestrigen Tag hat Gold damit $4 verloren.

Nach dem A.M. Fix stieg Gold bis zur Eröffnung an der COMEX auf bis zu $924 an. Aber mit dem nahenden P.M. Fix verfiel der Preis von Gold wieder. Der P.M. Fix kam mit $920,75 (EUR 657,49) zustande. Auf 24-Stundenbasis konnte Gold lediglich einen Dollar gutmachen. Danach konnte Gold noch auf bis zu $917 gedrückt werden, erholte sich im Verlauf der COMEX-Handels wieder. Der Schlusskurs kam mit $925 zustande. Auch im späten Access Handel kam keine weitere Bewegung in den Markt.

Wie resümieren: Zur Zeit scheint die Gold-Drückung im Wesentlichen von den Zentralbanken auszugehen. Dies zeigt sich an dem starken Druck an den Londoner Preismarken. Die Banken des Gold-Kartells nutzen die Chance, ihre stark aufgeblähten Short-Positionen an der COMEX günstig zurückzukaufen. Gute Trading-Gewinne für JP Morgan, HSBC und Deutsche Bank scheinen gesichert.

Der USDX ist heute um 0,9 Punkte auf 79,9 gefallen. Die Renditen der 10-jährigen Treasuries tendierten mit 3,6 % leichter. Der Quotient aus USDX und den Renditen stieg heute auf 22,2 (Montag: 21,8) an.


Neu 2009-06-23:

Gold-Bericht für den 22. Juni 2009:

Am letzten Freitag berichtete ich noch: "Sollte das Gold-Kartell am Montag und Dienstag einen grösseren Angriff auf den Gold-Preis wagen, dann muss mit Entscheidungen der FED am Dienstag Abend gerechnet werden, die positiv für die weitere Entwicklung des Gold-Preises wären. Wenn nicht, dann kann sich das Ping-Pong Spiel auch die nächste Woche fortsetzen."

Nun hat sich das Gold-Kartell dazu entschlossen, dass Ping Pong Spiel nicht weiter fortzusetzen. Dabei sah es bis 11:20 Uhr MEZ noch nicht danach aus. Gold beendete am Freitag den Access Handel mit $934. Im asiatischen Markt heute früh gab es keine wesentlichen Preisveränderungen. Auch mit Beginn des Londoner Handels um 9:50 Uhr MEZ kam es nur zu kleineren Preisbewegungen. Der Londoner A.M. Fix wird bekanntlich um 11:30 Uhr MEZ ermittelt. Hierbei werden alle im Zeitraum von 9:50 bis 11:30 Uhr MEZ abgegebenen Verkaufs-/Ankauf-Angebote danach bewertet, mit welchem Preis die meisten Geschäfte zustande kommen. Innerhalb dieses Zeitraums können sowohl Käufer als auch Verkäufer neue Angebote abgeben, ihre Angebote zurückziehen oder ihre Preismarken für die Angebote modifizieren. Damit wird es jedoch möglich, sozusagen im letzten Augenblick den A.M. Fix mit einer neuen grossen Menge Gold zu einem niedrigen Verkaufs-Wunschpreis zu beeinflussen.

Und das konnten wir heute (einmal wieder) beobachten. Um 11:21 Uhr MEZ, d.h. 9 Minuten vor dem Londoner A.M. Fix muss wohl ein Verkäufer eine grosse Menge physisches Gold zu einem niedrigen Preis angeboten haben. Innerhalb von Sekunden fiel der Spot-Preis von $931,50 auf $927,50. Um 11:27 Uhr MEZ fiel der Goldpreis schliesslich auf $923. Der A.M. Fix kam erwartungsgemäss niedrig bei $924,00 (EUR 667,68) um $10 niedriger als noch am letzten Freitag zustande.

Solch ein Verhaltens-Muster ist für einen normalen Verkäufer untypisch: Auch wenn ein solcher Verkäufer sein Gold wegen bestehender Verpflichtungen unbedingt verkaufen möchte, dann wird er sein Angebot nicht kurz vor dem A.M. Fix in den Markt geben. Und er wird schon gar nicht einen Preis von $924 und niedriger anstreben wollen, während der Spot-Preis noch bei über $930 liegt. Ein Verkäufer möchte immer möglichst hoch verkaufen, während ein Käufer möglichst billig einkaufen möchte.

Für einen Verkäufer ist dieses schon überfallsmässige Muster, das wir heute beobachten durften, jedoch typisch: Für das Gold-Kartell, das möglichst grossen Schaden beim Gold-Preis anrichten möchte und dabei heute wieder einmal erfolgreich war.

Mit einer solchen gravierenden Aktion am Vormittag ist die weitere Entwicklung des Gold-Preises bereits vorgezeichnet.

Und so kam es dann auch. Pünktlich mit der Eröffnung der New Yorker COMEX wurde Gold von der Marke knapp überhalb von $925 auf unter $920 gedrückt. Diese Aktion wurde im Londoner Nachmittags-Handel, wie erwartet, unterstützend von den Zentral-Banken begleitet. Der P.M. Fix kam dann mit $919,25 (EUR 665,01) wie erwartet zustande. Zum letzten P.M. Fix am Freitag hat Gold damit $16 verloren.

Wie schon öfters in diesen Kommentaren dargelegt, ist diese "Plan A" Strategie für das Gold-Kartell sehr material-intensiv, da das physisch in London verkaufte Gold wirklich bereitgestellt werden muss. Hierbei handelt es sich eben nicht um elektronisches Gold oder Gold in Form von Derivate-Geschäften wie an der COMEX. Deshalb räumen die sich immer stärker häufenden und an Intensität zunehmenden Aktionen in diesem Marktsegment immer schneller die Gold-Lager der westlichen Zentralbanken. Wenn die derzeitige Entwicklung von Gold für die Regierungen und Zentralbanken nicht so kritisch wäre, dann würden wir solche Aktionen wie die heutige eben nicht beobachten können. Der Stress im System bleibt also weiterhin hoch und die heutige Drückung lässt eine Entscheidung der FED in ihrer morgigen FOMC-Sitzung erwarten, die auf eine weitere massive Ausweitung der Papier-Geldmenge ausgerichtet sein wird.

Im verbleibenden COMEX-Handel hat sich der Gold-Preis nicht weiter verändert. Der Schluss-Kurs lag bei $920, d.h. etwas über dem Niveau des P.M. Fixes.

Sowohl die Situation für den U.S.-Dollar als auch für die 10-jährigen Treasuries hat sich heute etwas verbessert. Der Quotient aus USDX und den Real-Zinsen der Treasuries hat sich heute auf 21,8 verbessert (Freitag: 21,1).

Gold hat heute zwar 1,3 Prozent verloren. Den anderen Edelmetallen erging es aber noch schlechter: Silber - minus 3,3 %, Platin - minus 3,7 %, Palladium - minus 5,3 %. Aber dort gab es eben nicht die bei Gold beobachteten plötzlichen Einbrüche. Und auch den Aktien-Märkten erging es heute nicht gut. Welche Überraschung wird uns morgen das FOMC der FED verkünden ?


Neu 2009-06-20:

Gold-Bericht für den 19. Juni 2009:

Wer die Entwicklung auf dem Gold-Markt diese Woche beobachten durfte, fühlt sich an ein Ping-Pong Spiel erinnert. Auch heute ging dieses Spiel in die nächste Runde: Die drei Dollar, die Gold gestern noch zum A.M. Fix zugewonnen hat, musste es heute wieder abgeben.

Dagegen scheinen die "Bond-Wächter" wieder die Kontrolle über den Dollar-Markt übernommen zu haben. Der USDX fiel heute auf 80,3, aber zumindestens die Renditen der 10-jährigen Treasuries haben sich bei 3,8 % stabilisiert. Der Quotient aus USDX und den Real-Zinsen ist heute weiter auf 21,1 gesunken (Donnerstag: 21,3). Zum Tiefstand fehlt hier nur noch ein weiterer Rückgang um einem ganzen Punkt. Und so haben sich die sorgfältig zum G-8 Finanzminister-Treffen letzte Woche mit viel Tam-Tam vorbereiteten Markteingriffe in Luft aufgelöst. Finden die Manipulatoren mit den "Bond-Wächtern" nun einen ebenbürtigen Gegner, den sie nicht permanent austricksen können ?

Sollten die "Bond-Wächter" das Marktgeschehen weiter massgeblich beeinflussen, dann muss die Regierung wohl den Real-Zins der langfristigen Treasuries freigeben. Die "Quantitative Easing" Initiative der FED, mit frischgedrucktem Geld die Treasuries an den Zweit-Märkten aufzukaufen, um so den Real-Zins zu drücken, wäre damit gescheitert. Warum - weil ansonsten der U.S.-Dollar durch das Überangebot an Dollars weiter sinken würde und Gold sich damit fast von selbst über die kritisch gesehene Marke von $1.000 gehievt hätte. Um diese Marke wird ja bekanntlich nicht von Seiten der "Gold Bugs" ein hartes Abwehrgefecht veranstaltet, sondern von dem Gold-Kartell und den Notenbanken selbst. Und wenn man erbittert darum kämpft, dass etwas nicht eintritt, dann müssen die Konsequenzen schon sehr gravierend sein, falls dieses Ereignis eintreten sollte.

Wie ich an dieser Stelle schon erläutert habe, führen die steigenden Real-Zinsen der langfristigen Staatsanleihen jedoch zu einer weiteren Verschlimmerung der Situation der hochverschuldeten Privat-Haushalte und der mit hohem Leverage arbeitenden Firmen. Die Ausläufer einer solchen Entwicklung kann man ja an den gescheiterten grossen Übernahmen von Firmen mit Hilfe von geliehenem Geld täglich nachverfolgen. Scheffler/Conti und Porsche/VW sind wohl die in Deutschland bekanntesten Opfer ihrer eigenen Strategie des Grössenwahns.

Wie sollte man nun als Gold-Investor auf diese Situation reagieren ? Am besten gar nicht, weil eine massive Umschichtung von Gold-Vermögen zu Papier-Geld in Form von Staats-Anleihen nur durch einen hohen Real-Zinssatz hervorgerufen werden könnte. Dies würde jedoch zu einem grossflächigen Konkurs vieler Privat-Haushalte, Unternehmen und sogar Staaten führen, die schon jetzt mit den Zins-Belastungen am Rande des Abgrunds stehen. Deshalb ist dieses Risiko für den weiteren Gold-Preisverlauf praktisch nicht gegeben.

Auf der anderen Seite nähert man sich dieser dargestellten Entwicklung dadurch an, indem die "Bond-Wächter" immer höhere Zinsen verlangen. Der Flächenbrand kommt dann zwar nicht so schnell, aber er wird kommen. Irgendwann muss dann der U.S.-Dollar aufgegeben werden, um die Kosten für die um Luft schnappenden Schuld-Sklaven wieder unter Kontrolle zu bringen. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt wird Gold die Marke von $1.000 nachhaltig überwinden. Wann das sein wird, hängt von der Dynamik an den Bond-Märkten ab. Hinter den "Bond-Wächtern" verstecken sich ja die grössten Schuldner der U.S.A. wie China und Japan, die wegen ihrer Export-Industrie eigentlich kein Interesse daran haben könnten, dass die U.S.A. bankrott anmelden muss. Letztlich sind die U.S.-Dollar nur ein gesetzliches Zahlungs-Mittel der Vereinigten Staaten von Amerika und kein Garantie auf den weltweiten Bezug von Waren und Rohstoffen. Die U.S.-Dollar-Reserven dieser Staaten könnten sich deshalb als wertlos herausstellen (was sie bereits jetzt schon sind - aber es will nur noch keiner wahrhaben).

Die Ungeduldigen unter den Gold-Investoren müssen die derzeitige Situation einfach aussitzen, weil die Entwicklung zwangsläufig zu einem starken Anstieg des Gold-Preises führen muss. Der Zusatz-Gewinn besteht darin, dass das Gold-Kartell nicht mehr über genug Zentralbank-Gold verfügt, um die sich abzeichnende Aufwärts-Entwicklung des Gold-Preises zumindestens in "geordneten Bahnen" geschehen zu lassen.

Zurück zum Geschehen am Gold-Markt: Im asiatischen Markt startete Gold mit leicht positiven Vorzeichen, nachdem das Gold-Kartell im gestrigen Access Handel Gold zum Handelsende auf $932 drücken konnte. Der A.M. Fix kam mit $933,75 (EUR 670,94) auf diesem Niveau zustande.

Auch der Handel am Nachmittag verlief wenig spektakulär. Der P.M. Fix kam mit $935,25 (EUR 671,78) heute um $5 niedriger zustande als gestern um die gleiche Zeit. Ping-Pong eben. Die COMEX beendete den Handel ebenfalls unspektakulär bei $935,50. Auch im späten Access Handel blieb es heute ruhig.

Was dürfen wir für die nächste Woche erwarten ? Sollten das Gold-Kartell am Montag und Dienstag einen grösseren Angriff auf den Gold-Preis wagen, dann muss mit Entscheidungen der FED am Dienstag Abend gerechnet werden, die positiv für die weitere Entwicklung des Gold-Preises wären. Wenn nicht, dann kann sich das Ping-Pong Spiel auch die nächste Woche fortsetzen.


Neu 2009-06-19:

Gold-Bericht für den 18. Juni 2009:

Es ist schon interessant, mit welchen Daten bestimmte Forschungs-Institute eine positive Stimmung der Wirtschaft ermitteln und daraus einen erneuten Wirtschafts-Aufschwung prognostizieren. Besonders das ZEW ist hier der Vorreiter der "alles-wird-wieder-gut" Propaganda. Dabei ermittelt das ZEW im Wesentlichen Indikatoren der Finanz-Märkte und befragt Vertreter der Finanz-Branche und versucht daraus, einen Stimmungs-Umschwung der Wirtschaft zu prognostizieren. Obwohl die Auftrags-Eingangszahlen der Real-Wirtschaft weiterhin zurückgehen und die Arbeitslosigkeit weiter steigt.

Nun kann man dieses Stimmungs-Bild zum grossen Teil der positiven Entwicklung an den weltweiten Aktien-Märkten zuschreiben. Aber ist deren Entwicklung wirklich nachhaltig ? Oder handelt es sich nicht vielmehr um eine Bären-Rallye, ggf durch Markt-Eingriffe der Zentralbanken befeuert ? Diese Frage muss man sich stellen, wenn man das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Unternehmen des weitgefassten S&P500 ansieht - dieses liegt nämlich zur Zeit wesentlich höher als 1-zu-100.

Unsere Politiker and Zentralbanker scheinen diese Logikkette auch verstanden zu haben: Man schafft eine positive Grundstimmung an den Aktien-Märkten, diese greift auf die "Experten" der Finanz-Branche über und schon steigt das ZEW-Barometer und kündet ein Ende des Abschwungs an.

Der zweite Gesichtspunkt dabei ist, dass die massiven Geld-Spritzen der Regierungen zum Teil auch ihre Wirkung entfalten dürften. Allerdings wird dieses Strohfeuer nur mit der Aufnahme neuer Staatsschulden befeuert. So muss für jeden ausgegebenen Dollar in den U.S.A. die Bundesregierung bereits neue Schulden in der Höhe von fast 50 Cent machen. Für dieses Haushalts-Jahr, das am 30. September endet, müssen die U.S.A. wohl $3.250 Mrd neue Schulden machen. Im vorherigen Haushaltsjahr waren es lediglich $892 Mrd. Auch diese Zahlen scheinen für mich nicht für einen nachhaltigen Aufschwung zu sprechen. Vielmehr wurde versucht, die Wucht des Abschwungs abzumildern.

Solange sich die Preise auf den Immobilien-Märkten nicht stabilisieren, nimmt die verhängnisvolle Deflations-Spirale der Assets weiter zu. In der Folge werden immer mehr Hausbesitzer mit ihren Hypotheken "unter Wasser" geraten, was zu einer weiteren Welle von Privat-Konkursen führen wird. Und zu beachten ist, dass viele Hausbesitzer in den nächsten Jahren ihre Hypotheken neu verhandeln müssen. Ob unter den derzeitigen Rahmenbedingungen die Banken dies bewerkstelligen wollen und können, muss ernsthaft bezweifelt werden.

Die "Bond-Wächter" erfassen nun auch den Verfall des Geldes und wollen höhere Zinsen als Ausgleich. Das treibt das allgemeine Zins-Niveau wieder an, womit die Situation für Hausbesitzer, hochverschuldete Firmen und selbst dem Staat immer aussichtsloser wird.

In der Real-Wirtschaft müssen die Auftrags-Eingänge wieder nachhaltig steigen. Erst dann können sich nachgelagert die Umsätze der Unternehmen stabilisieren bzw ausweiten. Zuletzt wird dann der Arbeits-Markt von dieser Entwicklung profitieren. Wobei dies zuerst die Arbeits-Märkte betreffen wird, wo "hire-and-fire" Mentalität vorherrscht. In den zum Teil stark durch Kündigungs-Schutzgesetze regulierten europäischen Arbeits-Märkten kann diese Entwicklung deshalb nur verzögert greifen.

Meiner Meinung nach könnte dies zu einem Doppel-L Szenario führen: Den Absturz der Wirtschaft in 30er-Jahre Manier haben wir ja bereits hinter uns. Durch die massiven Staatseingriffe wurde der weitergehende Absturz (erst einmal) gebremst - wird sind nun am horizontalen Ausläufer des ersten L. Wenn die Staatseingriffe nicht mehr finanzierbar sein sollten, die "Bond-Wächter" ihren Tribut verlangen und immer mehr Privat-Haushalte durch Arbeitslosigkeit in Bedrängnis geraten, dann schliesst sich ein zweiter Absturz in L-Form dem ersten an.

Leider kann man zur Zeit wenig verlässliche Indikatoren, diese Entwicklung vorauszusagen, finden. Sowohl um den Gold-Preis als auch um den U.S.-Dollar nebst Real-Zinsen der langfristigen Staatsanleihen wird z.Zt. heftig gekämpft.

Für Gold war heute wieder ein solcher Tag. Gestern hatte ich berichtet, dass das Gold-Kartell das Metall unbedingt unter die Marke von $930 drücken möchte. Diese Marke habe ich vor einigen Wochen als letzte starke Bastion des Gold-Kartells gegen Gold $1.000 bezeichnet. Jeder starke Absturz des Dollars, sei er nun durch weitere massive "Quantitative Easing" Massnahmen der FED oder durch einen Abverkauf der "Bond-Wächter" hervorgerufen, kann einen täglichen Sprung von $50 und mehr beim Gold verursachen. Tendiert Gold in dieser Situation zu nahe an der Marke von $1.000, dann könnte dies eine zweite massive Kauf-Welle auslösen, die Gold nachhaltig --- d.h. für mindestens drei folgende Handelstage --- überhalb der $1.000er-Marke stabilisieren kann.

Im asiatischen Markt startete Gold nach dem gestrigen Anstieg im New Yorker Access Handel --- Schlusskurs war hier $939 --- überhalb der $940er-Marke. Und nachdem der Gold-Handel in London begonnen hatte, ging der Preis wieder einmal zurück. Es sah so aus, als wenn sich die Entwicklung der letzten Handels-Tage wiederholen sollte. Mit $936,75 (EUR 671,79) zum A.M. Fix konnte Gold wieder einige Dollar gedrückt werden. Gegenüber dem gestrigen A.M. Fix hat Gold jedoch $3 gewinnen können. Anscheinend ist es den Zentralbanken der G8-Staaten wichtig, dem Gold-Kartell mit ihren verbliebenen Gold-Reserven unter die Arme zu greifen. Da wir dieses Vehalten schon die letzten Tage beobachten konnten, müssen hier inzwischen wohl schon dreistellige Tonnen-Beträge Zentralbank-Gold geflossen sein.

Zum Nachmittag zeigte sich dann, dass die physischen Gold-Mengen auch für das Gold-Kartell begrenzt zu scheinen seien. Der P.M.Fix kam mit $940,50 (EUR 672,07) auf Tages-Höchstand zustande. Das ist ein Gewinn von $10 auf Tagesbasis. Wenn Gold-Kartell "Plan A" scheitert, dann muss nun eben "Plan B" angewandt werden. Kurz nach dem P.M. Fix wurde Gold auf bis zu $932 gedrückt. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold aber wieder leicht auf $934 erholen.

Im Access Handel wurde dann "Plan C" inkraft gesetzt. Kurz nach Schluss des Handels an der COMEX wurde Gold bis auf $930 gedrückt.

Der USDX stieg heute stark auf 80,8 an, während die Renditen der 10-jährigen Treasuries fast 0,2 Prozent-Punkte auf 3,8 % angestiegen sind. Der Quotient aus USDX und den Real-Zinsen beträgt heute 21,3 und ist damit um einen ganzen Punkt gegenüber gestern gesunken. Wir erinnern uns: Der Tief-Stand lag am 10. Juni bei 20,1. Die ganzen Markteingriffe der letzten Tage scheinen sich wieder in Luft aufzulösen.

Der CFTC Bank Participation Report zeigt an, dass drei U.S.-Banken insgesamt mit 123.110 COMEX-Kontrakten short sind. Das entspricht einer Gold-Menge von 383 Tonnen. Gegenüber dem letzten Bank Participation Report vom 5. Mai ist dies eine Zunahme der netto-short Position um 29.657 Kontrakte, also ein Anstieg um über 30 Prozent. Setzt man die 123.110 netto-short Kontrakte in Beziehung zu den 391.057 offenen Kontrakten an der COMEX zu diesem Zeitpunkt, dann wird klar, dass hier der Gold-Markt manipuliert werden soll. Diese Beteilungs-Quote von 31,5 % bezieht sich nur auf die Summe der offenen Kontrakte. Da viele Markt-Teilnehmer sowohl Short- als auch Long-Kontrakte gleichzeitig halten (Anmerkung: "Spreading-Positionen" werden nur für die non-Commercials ausgewiesen, jedoch nicht für die Commercials), beträgt die Summe der netto-Kontrakte wahrscheinlich weit weniger als 300.000. In diesem Fall würden die 3 U.S.-Banken die Hälfte aller Short-Positionen in Gold an der COMEX halten.


Neu 2009-06-18:

Gold-Bericht für den 17. Juni 2009:

Immer und immer wieder können wir beobachten, dass vor einem Meeting des FOMC (Ferderal Open Market Committee) die Märkte in besonderem Masse manipuliert werden. Das FOMC der FED tagt kommenden Dienstag und Mittwoch. Entscheidungen, die Einfluss auf die Geld-Politik der FED haben, werden Dienstag Nachmittag nach Schliessung der Märkte verkündet.

Dazu kam heute, dass das schlimmste aller "Wahrheitsministerien" in den westlichen Ländern, das BLS (Bureau of Labor Statistics), heute seine Zahlen zur Inflations-Rate --- den Consumer Price Index (CPI) --- verkündet hat. Im Mai ist der CPI gegenüber dem Vormonat angeblich nur um 0,1 % gestiegen. Interessant ist, dass trotz der stark gestiegenen Rohöl-Preise die Kosten für Energie nur um 0,2 % gestiegen sein sollten. In den U.S.A. ist Benzin kaum mit Steuern belastet, so dass ein Anstieg des Rohöl-Preises sich fast proportional mit den Kosten einer Gallone Benzin an der Tankstelle entwickeln müsste.

Mit diesem CPI-Wert wurden heute in der Wirtschafts-Presse sowohl der fallende Gold-Preis als auch die fallenden Real-Renditen der langlaufenden U.S. Treasuries begründet. Fallende Inflations-Erwartungen lassen eben Gold unatraktiver erscheinen und für die Treasuries müssen dann auch niedrigere Zinsen bezahlt werden.

Während die FED und ihre Gehilfen hart um die $930er-Marke bei Gold und die 4 Prozent-Marke bei den 10-jährigen Treasuries kämpfen, kommt die Schützen-Hilfe vom "Wahrheitsministerium" mehr als gelegen. Ausserdem möchte man für das FOMC Meeting nächster Woche gedämpfte Inflations-Zahlen sehen, damit die Zinsen auf Null-Niveau verharren könnten.

Auf den gestrigen Gold-Bericht habe ich verzichtet, da am Markt nichts berichtenswertes vorgefallen war. Gestern konnte sich Gold im Londoner Vormittagshandel zum A.M. Fix um $5 auf $936,75 (EUR 673,92) befestigen. Im Nachmittagshandel erreichte Gold zum P.M. Fix die Marke von $934,00 (EUR 673,69). Das waren $2 mehr als noch 24 Stunden zuvor.

Heute startete Gold im asiatischen Markt um die Marke von $935. Bevor der Londoner Handel eröffnete, stand Gold nahe $938. Danach setzte sich die letzten Tage beobachte Drückung im physischen Goldmarkt in London auch hier wieder ein. Der A.M. Fix kam mit $933,75 (EUR 673,36) um $3 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande.

Kurz vor Beginn des Handels an der COMEX wurde Gold bis auf $928 gedrückt, konnte sich aber zur Eröffnung der COMEX auf $933 befestigen. Danach wurde es zum anstehenden P.M. Fix wieder auf $929 gedrückt. Der P.M. Fix kam nahe dieses Niveaus mit $930,50 (EUR 670,96) um $3 niedriger als noch zum gestrigen P.M. Fix zustande.

Das Gold-Kartell will mit aller Gewalt Gold wieder unter die wichtige Marke von $930 drücken. Zum Schluss des Handels an der COMEX drehte aber Gold wieder nordwärts. Der Schluss-Kurs wurde mit $935 festgestellt.

Der USDX ist heute auf 80,2 gesunken und die Real-Zinsen der 10-jährigen Treasuries sind auf 3,6 % gesunken. Der Quotient aus USDX und den Real-Zinsen ist heute auf 22,3 gestiegen (Dienstag: 21,8, Montag: 21,9).


Neu 2009-06-16:

Gold-Bericht für den 15. Juni 2009:

Bloomberg berichtete heute: Russian Finance Minister Alxei Kudrin said the dollar is in “good shape,” further affirming that there’s no substitute for the world’s reserve currency. “It’s too early to speak of an alternative,” Kudrin said in an interview two days ago in Lecce, Italy after meeting officials from the Group of Eight nations.

Wurden jetzt auch die Russen unter Druck gesetzt, den US-Dollar schönzureden, um weiterhin massiv im Hintergrund die Märkte manipulieren zu können ? Es sieht so aus - ggf hängt von diesem Lippenbekenntnis die Hilfe der Weltbank an Russland ab. Wie grossspurig haben sie noch vor einigen Tagen geklungen, als sie den Handel mit China nun in der lokalen Währung und nicht mehr nur in US-Dollar abwickeln wollten.

Mit dieser Nachricht im Rücken begann das Gold-Kartell pünktlich um 8:00 Uhr MEZ damit, den Gold-Preis unter die Marke von $935 zu drücken. Diese Entwicklung setzte sich um frühen Londoner Handel fort, wo die Marke von $930 getestet wurde. Ganz so schlimm kam es aber dann jedoch auch nicht. Der A.M. Fix kam mit $932,00 (EUR 672,20) zustande. Gegenüber dem Wert am Freitag musste Gold trotzdem $18 abgeben.

Mit Beginn des Handels an der COMEX setzte sich wieder etwas Kauflaune durch, die Gold bis an die Marke von $937 trieb. Zum nahenden P.M. Fix hatten aber wieder die golddrückenden Zentralbanken während ihres G-8 Meetings die Oberhand. Mit $932,25 (EUR 673,11) zum P.M. Fix hat sich Gold zum Freitag um $5 ermässigt.

Dass die Drückung heute trotz des Einsatzes von G-8 Zentralbankgold nicht so recht funktionieren wollte, liegt vielleicht an folgender Nachricht von Bloomberg: International demand for U.S. financial assets weakened in April as China, Japan and Russia trimmed holdings of Treasuries, a shift that may reinforce concern demand for American debt will wane amid record deficits. Total net purchases of long-term equities, notes and bonds rose a net $11.2 billion, compared with buying of $55.4 billion in March, the Treasury said today in Washington. International holdings of Treasuries rose a net $41.9 billion, down from the $55.3 billion gain in March. Including bills, the holdings fell a net $2.6 billion.

Während der Japanische Finanzminister am letzten Freitag noch Lippen-Bekenntnisse "pro US-Dollar" abgab, scheint die Realität zu sein, dass eben weniger US-Schulden nach China oder Japan verkauft werden können. Der heutige Anstieg des USDX auf 80,9 (Freitag: 80,2) wurde daraufhin unterbrochen. Die Rhetorik scheint aber noch an den Bond-Märkten nachgewirkt zu haben - die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes fielen auf 3,7 % (Freitag 3,8 %). Der Quotien aus USDX und den Renditen der 10-jährigen Treasuries stieg kräftig auf 21,9 (Freitag 21,1).

Doch nach dem Schluss des Edelmetall-Handels in London hat das Gold-Kartell im verbleibenden COMEX-Handel doch den Angriff auf die $930er-Marke gestartet. Gold schloss den Handel an der COMEX mit $926,40. Während sich die Verluste von Gold im Rahmen hielten (minus 1,3 %) - in Euro gerechnet ist Gold heute sogar gestiegen - erwischte es Silber mit minus 5 %, Platin mit minus 3,4 % und Palladium mit 4 % wesentlich härter.

Die Zeit der öffentlichen Finanzminister-Treueschwüre auf den Dollar ist gekommen - Perception-Management der letzten Stufe.


Neu 2009-06-13:

[7:00] Gold-Bericht für den 12. Juni 2009:

Bloomberg: Treasuries rose for a second day after Japanese Finance Minister Kaoru Yosano said his country’s confidence in U.S. government debt is “unshakable. Yields fell as demand at yesterday’s 30-year bond auction from indirect bidders, an investor class that includes foreign central banks, helped ease concern that international investors will slow purchases amid record U.S. debt sales. “The U.S. dollar’s position as the world’s reserve currency isn’t under threat,” Yosano, 70, said in an interview in Tokyo on June 10 before attending a Group of Eight nations meeting of finance ministers starting today in Italy. “Our trust in U.S. Treasuries is absolutely unshakable.” Indirect bidders bought 49 percent of the bonds on offer yesterday, the biggest percentage since the Treasury reintroduced the 30-year security in 2006.

Im Vorfeld des Treffens der G8-Finanzminister müssen wohl wieder alle Manipulations-Register gezogen werden. Und das konnte man heute beobachten. Der japanische Finanzminister muss durch verbale Unterstützung den US-Dollar nebst den Treasuries stützen. Die gutlaufende Versteigerung der 30-jährigen Treasury Notes wurde wohl im Wesentlichen von westlichen Zentralbanken gestützt: Die lokale Währung wird aus dem Nichts durch die Zentralbanken erzeugt, dann in US-Dollar auf dem Devisen-Markt getauscht und zuletzt zum Kauf von Treasury Notes verwendet. Damit kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Der USDX schiesst hoch, weil ein starker Bedarf nach US-Dollar besteht. Und die Zinsen der Treasury Notes bleiben unten, weil die ausländischen Zentralbanken auch die U.S.-Staatsanleihen stützen wollen. Die Rhetorik des Finanz-Ministers soll nur die Investoren, Experten und Kommentatoren von der Manipulation ablenken. Sie sollen denken, dass normale Markt-Teilnehmer für die heutige Preis-Entwicklung verantwortlich waren.

Gleichzeitig drückt man wieder heftig auf den Gold-Preis. Die Inder und andere Investoren werden sich freuen und die bereitgestellte Menge Zentralbank-Gold vom Markt aufsaugen.

Nachdem gestern die COMEX mit $960,70 geschlossen hatte, ging das Gold-Kartell mit "Plan C" im späten Access Handel vor. Und diese Aktion war erfolgreich: Gold wurde um $6 gedrückt. Im asiatischen Markt pendelte Gold um die Marke von $955. Mit Beginn des Londoner Handels nahm der Druck auf Gold jedoch wieder zu. Die "Plan A" Konstellation scheint heute wieder einmal angewandt zu werden. Und dies bestätigte sich heute wieder. Da die Aktion anscheinend im Vorfeld des Meetings der G8-Staaten koordiniert geplant wurde, sind wohl auch Gold-Barren der anderen Industrie-Länder auf den Markt geflossen. Der A.M. Fix kam mit $950,00 (EUR 676,01) um $3 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande.

Zum Nachmittag verschärfte das Kartell dann den Angriff auf das Gold. Der P.M. Fix von $937,25 (EUR 672,20) war $10 niedriger als vor 24 Stunden und stellte zugleich den Tages-Tiefstand dar. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold nur leicht auf $939,30 befestigen.

Der USDX verbesserte sich auf 80,2, während die Renditen der 10-jährigen Treasuries auf 3,8 % sanken. Der Quotient aus dem USDX und den Renditen stieg kräftig auf 21,1 an (Donnerstag: 20,4). Der konsolidierte Markt-Eingriff scheint heute an allen Fronten Erfolge zu melden.

Nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe, möchte ich Teiles des Kommentars von Bill Murphy im heutigen MIDAS wiedergeben: "Never has a criminal operation been so visible and easy to identify. The Gold Cartel doesn’t even try to hide what they are doing anymore, as in the way gold was immediately taken down $6+ after the close yesterday in the lightly traded Access Market. Gold had just cleared a key resistance level at $960 and that close should have attracted after market buying, not selling. As we all know all too well by now, that is the Plan C tactic of the cabal to influence the market. In this case it was a tip off to another massive attack on the gold price, which went into high gear once the Gold Cartel traders reported for work today in London. This makes three days in a row they have used their Plan A tactic to take gold down in early London trading and into the Comex trading period. If the CFTC really wants to understand how the gold price is manipulated and by whom, all they need to do is collect the trading records of this week. It will all be there. The dollar is sharply higher, the yield on the 10 yr T note is sharply lower, and gold and silver get bombed. What happened to effect such market price changes? Nothing, the way I see it, except enormous intervention … perhaps using this non-event statement from the Japanese as cover…"


Neu 2009-06-12:

Gold-Bericht für den 11. Juni 2009:

Selbst CNBC schreibt schon: "U.S. Treasury prices fell Wednesday, sending benchmark yields up to 4.0 percent for the first time in eight months, after an auction of 10-year notes heightened concerns over the burgeoning U.S. budget deficit. It was the first test of the government's long-term borrowing ability since investors began to wonder last month whether the United States' prized AAA credit rating may be living on borrowed time."

Ich weiche von den üblichen Gold-Kommentaren, die man an verschiedenen Stellen findet, absichtlich ab. Und dies sicherlich nicht aus dem Grund, weil Gold für mich keine Bedeutung mehr hat.

Gestern (10. Juni) tendierten die 10-jährigen U.S. Treasuries bei knapp 4,0 %, während der USDX bei 80,2 praktisch auf dem Vortagesstand verharrte. Der Quotient aus USDX und den Real-Zinsen der Treasuries erreichte mit 20,1 ein neues Allzeittief. Seit 7. Mai beobachte ich diesen Quotienten genauer, weil er mir wegen des manipulierten Gold-Preises eine bessere Indikation des derzeitigen Zustandes des Systems gibt, als der Gold-Preis selbst. Wenn man den Kanarien-Vogel (= "Gold") in der Kohle-Mine (= "unser Wirtschafts- und Finanzsystem") mit Frischluft versorgt, dann kann er seine Warnfunktion eben nicht korrekt ausüben. Warum soll ich dann über den angeblich gesunden Vogel berichten - das tun schon viel zu viele "Gold-Kommentatoren". Auf der anderen Seite: während sich bei den Minen-Arbeiter schon die ersten Erstickungs-Symtome breitmachen, singt der Kanarien-Vogel munter weiter. Die Zeiger- oder Warnfunktion ist ausgeschaltet und die grosse Katastrophe scheint wohl für die Unwissenden unausweichlich. Hier helfen auch keine Durchhalte-Parolen, z.B. dass Wirtschaft zu 50 Prozent Psychologie sei. Ludwig Erhard würde sich nicht nur im Grab umdrehen, wenn sozialistische Eingriffe von "Big Government" oder die Anwendung Orwellscher Methoden ("Wahrheitsministerien") mit seinen Aussagen in der Vergangenheit im Zusammenhang gebracht werden.

Zurück zu dem Markt, wo sich etwas tut: Heute früh erreichten die Treasuries zu Beginn des Handels die Marke von 4 %. Um 16:00 Uhr MEZ fielen die Renditen aber bis auf 3,9 % um 18:00 Uhr MEZ zurück. Wie verhielt sich der USDX zu diesem Zeitpunkt: Um 16:00 Uhr stand der USDX noch bei 80,3, verfiel dann aber in den folgenden Stunden bis auf 79,7. Aha - die FED hat in Panik wohl wieder einmal Treasuries aufgekauft (deshalb die sinkenden Renditen), um sich den "Bond Wächtern" in den Weg zu stellen. Aber das frisch gedruckte Geld der FED haben die "Bond Wächter" sofort für Investments ausserhalb des US-Dollar-Raum genutzt. Deshalb ist der USDX gleichzeitig mit den sinkenden Renditen gesunken.

Vielleicht wollten die "Bond Wächter" ihre Dollar in Gold eintauschen. Auch hier hat ihnen die US-Regierung unter die Arme gegriffen: Gold wurde heute gerade an den beiden physischen Marken des Londoner Handels, dem A.M. Fix und dem P.M. Fix gedrückt. Glück für die Bond-Investoren, die heute ausgestiegen sind: Eine niedrige Real-Rendite hat ihren einen hohen Verkaufspreis garantiert und mit der Gold-Preisdrückung konnten sie die erworbenen Dollars ohne Verluste in Gold umschichten.

Die Gold-Kurse der letzten beiden Tage:
A.M. Fix am Mittwoch: $961,25 (EUR 681,88) --- $9 höher als am Vortag
P.M. Fix am Mittwoch: $953,75 (EUR 680,96) --- $2 niedriger als am Vortag
A.M. Fix heute: $953,00 (EUR 679,89) --- $8 niedriger als am Mittwoch
P.M. Fix heute: $947,50 (EUR 675,10) --- $6 niedriger als am Mittwoch
Im Anschluss an den P.M. Fix brach Gold dann im verbleibenden COMEX-Handel aus. Mit $960,30 konnte es $12,80 gegenüber dem P.M. Fix zulegen.

Die Aktionen der beiden letzten Tage wurden an dem Londoner Markt durchgeführt - d.h. richtiges Gold (= 400oz Barren) war hier im Spiel. Da sich die "Bond-Wächter" anscheinend in grösserem Umfang von Treasuries getrennt haben und die Dollars gleich in Gold umgeschichtet haben, müssen hier wohl wieder einmal grössere Gold-Mengen den Weg über den Londoner Markt gefunden haben. Ich weiss nicht, wie lange dieses Spiel noch gut gehen wird. Allen Lesern sei deshalb geraten, sich solange noch mit Gold zu Discount-Preisen einzudecken, bis die "Bond Wächter" die Bestände der westlichen Zentralbanken endgültig leergekauft haben. Genug Geld haben sie dazu auf alle Fälle.

Zurück zu meinem Kommentar vom letzten Dienstag. Anscheinend gab es Leser, die sich über meine Text-Passage von den "fiessen Fresse" des Russen beschweren mussten. Ich verstehe diese Russen-Freundschaft in Deutschland wirklich nicht (und habe sie auch in der Vergangenheit nicht verstanden) - wer hat denn nach dem Zweiten Weltkrieg Leid und Unterdrückung über die Hälfte der Menschheit gebracht und dabei Methoden angewandt, die wir nur aus den dunkelsten Kapiteln der Menschheits-Geschichte kennen ? Wie viele Millionen Menschen mussten dabei ihr Leben lassen ? Auch mit den starken staatlichen Eingriffe in die Märkte und dem Fälschen von Statistiken spielen die Amerikaner in einer anderen Liga, als die Russen. Das dürfen wir nie vergessen und müssen es uns deshalb Tag für Tag wieder bewusst machen. Das heisst nicht, dass wir täglich einen "Big Mac" oder "Doppel Whopper" verspeisen müssen.

Triple Whoppers helfen gut gegen den fahlen Nachgeschmack der westdeutschen Russenfreunde.


Neu 2009-06-10:

Gold-Bericht für den 9. Juni 2009:

Der heutige Abend in Zürich hat mich ermutigt, einen vollständigen Kommentar zu schreiben. Zu gut sind hier die Lebensfreunde und Qualität des Essens. Aber zurück von meiner persönlichen Affinität vom Schweizer Leben, Landschaft etc zur Wirtschaft und Politik.

Die Entwicklung an den Bond-Märkten steht weiterhin im Vordergrund. Die "Bond-Wächter" wollen ihren Tribut für die ausufernde Staatsverschuldung und die Verwässerung des Papier-Geldsystems im Rahmen des systematischen Einschleusens von "Falschgeld" ("Quantitative Easing") durch die Zentralbanken haben. Ben "Zauberlehrling" Bernanke, Mervyn King und die anderen Spezialisten des Gelddruckens haben ein Problem …

Wen kümmert da eigentlich noch der relativ kleine Gold-Markt ? Genau eben diese Zentralbanker ! Und warum --- Gold ist für die "Bond-Wächter" wie ein Kanarien-Vogel in einer Kohle-Mine: Fällt der Vogel plötzlich tot von der Stange, dann heisst es augenblicklich die Flucht zu ergreifen: Zu viele tödliche Gase sind unter Tage. Jeder rennt selbst um sein Leben. Die Gefahr einer tödlichen Konzentration scheint entlang der $1.000er-Marke zu verlaufen. Ist das der Wert, bei dem die Kohle-Mine endgültig geräumt wird bzw Panik ausbrechen wird ?

Der erbitterte Kampf um diese Marke wird nicht durch Walter Eichelburg und andere "Gold Bugs" geschlagen. Diese Herren haben keinen Einfluss - und hier schliesse ich mich ausdrücklich mit ein - auf das Verhalten der "Bond Wächter". Vielmehr sind es die Zentralbanken mit dem Gold-Kartell als ihren Erfüllungs-Gehilfen, die den Kanarien-Vogel künstlich beatmen wollen. Das "Endgame-Szenario" wird also nicht von Eichelburg, Ziemann & Co prognostiziert - das Gold-Kartell selbst macht die $1.000er Marke zu ihrem Schicksals-Projekt. Wir müssen nicht agieren, sondern nur beobachten. Und natürlich richtig schlussfolgern.

Es sieht nicht gut aus für die Politiker & Zentralbanker: Der USDX ist heute auf 80,0 gesunken und die Real-Zinsen der 10-jährigen Treasuries können trotz der massiven Aktionen zu Beginn des heutigen Handels nicht nachhaltig unter die Marke von 3,9 Prozent gedrückt werden. Und so hat sich der Quotient aus USDX zu den Real-Zinsen heute auf einen neuen Tiefpunkt von 20,5 (Montag: 20,7) geschraubt. .

Nun könnte man argumentieren: Die "Bond-Wächter" bekommen ihren Anteil nun mit Hilfe höherer Renditen und niedriger Dollar-Kurse. Also wird Gold für diese Klientel uninteressant. Hier muss man jedoch die von den diversen Wahrheitsministerien gefälschten Zahlen zur Geldentwertung in den richtigen Kontext setzen. Auch bei dem derzeitigen Zins-Niveau verlieren die Investoren in Bonds real Geld. Wir müssten also Bond-Renditen von 10 % und höher sehen, damit die Investoren mit einer positiven Real-Rendite aus dem Rennen gehen. Erst ab diesem Niveau muss Gold den Bond-Markt fürchten - die Beharrungs-Kräfte in ein staatlich verordnetes Geld-System sind einfach z.Zt. noch zu gross. Wir bekommen unsere Gehälter noch immer in Papier-Geld bezahlt und bezahlen Steuern, Abgaben und unsere Lebenshaltung weiterhin in Papiergeld. Und wenn wir arbeitslos werden, dann verlangt man von uns Zahlungen in Papier-Geld und nicht in Gold. Wenn diese Personen ihre Gold-Reserven auflösen müssten, um überleben zu können, dann wird Gold unter Druck stehen. Aber ich glaube nicht, dass genau diese Clientel unter Druck steht.

Wenn wir uns jedoch den derzeitigen Verschuldungs-Grad der Privat-Haushalte und bestimmter Firmen ansehen, dann würde ein Verdoppelung der Zins-Lasten unweigerlich zum Bankrott in Form einer Privat-Insolvenz oder zu einer Firmen-Pleite führen. Dieser Weg, den Volcker in den 80er-Jahren gegangen ist, um den Dollar gegen Gold retten zu können, ist heute versperrt. Die "Bond Wächter" werden irgendwann einmal aufwachen und dann plötzlich den Notausgang aus der Papier-Geld Kohle-Mine an die rettende Oberfläche des Gold-Systems ergreifen. Das ist keine "Endgame Prophezeiung", sondern eine sich logisch abzeichnende Entwicklung.

Wann - who knows !

Deshalb ist es wichtig, jetzt an der rettenden Oberfläche zu sein, bevor der Kanarien-Vogel innerhalb der Mine von der Stange fällt. Passiert das, dann wird eine Panik einsetzen und Viele werden es wohl nicht mehr an die Oberfläche schaffen.

Was ist heute am Gold-Markt passiert ? Nicht viel, denn das Gold-Kartell musste seine Positionen günstig zurückkaufen. Gold war im asiatischen Markt im positiven Bereich und auch der Vormittags-Handel in London schloss mit $952,50 (EUR 685,25) zum A.M. Fix um $6 fester als zur gleichen Zeit am Montag.

Auch am Nachmittag passierte nichts überraschendes und so beendete Gold den Londoner Handel zum P.M. Fix mit $956,00 (EUR 682,86) um $12 fester als gestern zur gleichen Zeit. Eine weitere Euphorie liess das Gold-Kartell heute trotzdem nicht zu. Und so beendete Gold den Handel an der COMEX bei $953.

Gerhard Schröder, ex-Bundeskanzler und Alimentierer von inzwischen vier Frauen, hat sich erneut zu Wort gemeldet: Als "Baron aus Bayern" soll der Karl Guttenberg diffamiert werden. So wie der "Professor aus Heidelberg", Paul Kirchhoff vor knapp vier Jahren. Leider glaubt dem "Holzmann-Schröder" als Kostgänger von Putins Gnaden (Zitat Schröder: "Putin ist ein lupenreiner Demokrat") keiner mehr ein Sterbenswörtchen. Ich bin 1962 in West-Berlin zum Zeitpunkt der Kuba-Krise geboren worden und der Mauerbau lag gerade einmal ein Jahr zurück. Der Russe ist und wird auch niemals ein lupenreiner Demokrat, sondern zeigt seine "fiesse Fresse" nur zu bestimmten Situationen. Schröder ist inzwischen zu einer willfähigen Marionette der Russen verkommen - warum darf er eigentlich noch seine deutsche Staatsangehörigkeit behalten ?

Und trotzdem ist Guttenberg plötzlich zum beliebtesten Politiker Deutschlands aufgestiegen, trotz (oder gerade wegen) seiner Haltung zu OPEL. Und selbst noch vor Angela Merkel, unserer "Erklär-Kanzlerin", die es keinem Unrecht machen will. Die heutige Insolvenz des KARSTADT-Konzerns "Arcandor" ist hier nur eine konsequente Reaktion der neuen Stärke von Karl Guttenberg. Wer am Sonntag Frank Steinmeier bei Anne Will beobachten durfte, der musste wohl viel Mitleid für den SPD-Kanzlerkandidaten mitbringen. Die "Retter" sind letzten Sonntag eindeutig abgewählt worden. Natürlich wird dies nicht unsere Probleme lösen - aber es gibt zumindestens Elemente innerhalb des bestehenden politischen Regimes, die Unheil kommen sehen.

Die "Bond-Wächter" werden diese Entwicklung genau verfolgen und entsprechend reagieren - hic rhodus, hic salta !

PS: Schröder macht das für die Alimentierung seiner vier Frauen - das Geld dafür kommt eben von den Russen.


Neu 2009-06-09:

Gold-Bericht für den 8. Juni 2009:

Immer wenn das Gold-Kartell mit dem Rücken zur Wand zu stehen scheint, schlägt es mit Brachialgewalt zu. Obwohl die Gold-Bestände der westlichen Zentralbanken stärker zurückgegangen sind, als es die härtesten "Gold Bugs" vorausgesagt haben, scheint derzeit nur ein Motto zu gelten: Die Marke $1.000 wird bis zum letzten 400-Unzen Blutstropfen Zentralbankgold verteidigt. Selbst ich scheine dies ab und zu aus meinen Augen zu verlieren - die dann folgenden Aktionen des Gold-Kartells führen mich aber schnell auf den Weg der Tugend zurück. Ich hoffe nicht, dass meine Kommentare so langsam als Kontraindikator zur Aktivität des Gold-Kartells gesehen werden: Nach dem Motto - "Immer wenn der Ziemann das Ende des Gold-Kartell prophezeit, dann muss man aus Gold aussteigen (oder sogar Short gehen)" … Kommentare dazu bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Anscheinend müssen wir doch auf die totale Erschöpfung der Vorräte warten, bis die leidvolle Gold-Preisdrückung ein Ende findet. Denn eines müssen wir uns klar machen - und diese Ansicht wird von immer mehr Investoren und Kommentoren geteilt: Es gibt kein Risiko, Gold zu besitzen. Das einzige Risiko ist, es nicht zu besitzen.

Um 8:00 Uhr MEZ war das Handelsmuster des heutigen Tages bereits geschrieben: Die Freitags-Drückung im COMEX-Handel (Gold-Kartell "Plan B") und im nachfolgenden Access Handel (Gold-Kartell "Plan C") würde heute zu den beiden Londoner Fixings verteidigt und ggf ausgebaut werden.

Und so war es nicht verwunderlich, dass der A.M. Fix mit $946,50 (EUR 683,74) um $31 niedriger zustande kam, als noch zum A.M. Fix am letzten Freitag.

Diese "Plan A" Aktionen setzten sich zum Nachmittag fort: Zum P.M. Fix schloss Gold bei $943,75 (EUR 682,34), also $18 niedriger als am letzten Freitag zur gleichen Zeit. Dass dieses Preis-Niveau gleichzeitig den Tages-Tiefstand markierte, zeigt, mit welchen grossen Mengen Zentralbank-Gold hier wieder in den Markt eingegriffen wurde.

Im weiteren Verlauf des Handels an der COMEX setzte sich dann wieder etwas Kauflaune durch, die Gold bis zum Ende des Handels auf $950,40 trieb. Wahrscheinlich hat das Gold-Kartell selektiv seine Short-Positionen vom letzten Freitag aufgelöst. Das war ein schöner Gewinn für JP Morgan, HSBC und andere Vertreter vom Gold-Kartell. Natürlich ohne das Risiko einer Intervention der Aufsichtsbehörde CFTC, denn deren Chef ist ja auch ex-Goldman "Government" Sachs Alumni. Dann welcher Vampier verteidigt denn die Blutkonserven vor dem Zugriff der Vertreter der eigenen "Rasse" ?

Interessanterweise erwischte es die (meines Erachtens nichtmanipulierten) Metalle der Platin-Gruppe (Platin, Palladium, Rhodium) ebenfalls - diese gaben sogar 2 Prozent im heutigen Handel ab. Silber musste heute mehr als 2 Prozent abgeben und leidet unter den Aktionen des Gold-Kartells immer besonders stark.

Der heutige Anstieg des USDX schwächte sich im Laufe des Tages ab. Ursprünglich wurde der schwache Euro mit dem Ergebnis der Wahlen im Gebiet der Baroso-Diktatur im Zusammenhang gebracht. Aber der USDX konnte nur leicht auf 80,8 (Freitag: 80,5) zulegen. Auch die 10-jährigen Treasury Notes tendierten mit 3,9 % etwas höher (also schwächer) als noch am Freitag. Das Verhältnis USDX / Real-Zinsen der 10-jährigen Treasury Notes legte leicht auf 20,7 zu. Das ist immer noch ein kritischer Wert für "Big Government", zumal sich damit auch die Zinsen für die geschundenen Schuld-Sklaven in den U.S.A. erhöhen. Die "Bond Wächter" wollen langsam ihren Tribut für den Transfer von realen Waren gegen frisch gedrucktes Geld sehen. Auch die Wohlstands- und Freizeitgesellschaft in den westlichen Staaten muss für ihre ungedeckten Schecks irgendwann einmal gerade stehen. Das wird auch die Notenpresse nicht richten können.

Die Kommentare für den Dienstag und Mittwoch müssen ggf ausfallen oder werden sehr stark reduziert, da ich auf einer Dienstreise in Zürich bin.

Toller Bericht, um davon einige schöne Cartoons anzufertigen.


Neu 2009-06-06:

Gold-Bericht für den 5. Juni 2009:

In letzter Zeit wird viel über "Bond Vigilantes" oder eingedeutscht "Bond Wächter" berichtet.
Eine Suche in Wikipedia liefert folgende Aussage: Bond vigilantes is a term first coined by Edward Yardeni in 1984 to describe bond market investors who protest monetary or fiscal policies they consider inflationary by selling bonds, thus increasing yields. From October of 1993 to November of 1994 10-year yields climbed from 5.2% to just over 8.0% over worries concerning the fiscal profligacy of the Clinton Administration. Upon this and the influence of Robert Rubin , Bill Clinton adopted a concerted effort to reduce the deficit. 10-year yields dropped to approximately 4% by November 1998. Clinton political adviser James Carville said at the time that “I used to think that if there was reincarnation, I wanted to come back as the president or the pope or as a .400 baseball hitter. But now I would like to come back as the bond market. You can intimidate everybody.

Drei wichtige Informationen können wir dieser kurzen Text-Passage entnehmen:
1. Die sogenannten "Bond Wächter" sind Investoren, die eine laxe Fiskal-Politik der Politiker mit dem Verkauf ihrer Staats-Anleihen bestrafen. Das führt zu einem Preisverfall dieser Anleihen (oder Bonds) an den Zweitmärkten, wodurch sich wiederum die Real-Zinsen dieser Anleihen erhöhen. Diese laufenden Anleihen führen erst einmal zu keiner zusätzlichen Belastung des Staats-Haushaltes, weil der Zins-Satz bei Erstausgabe fest vereinbart wurde. Aber müssen neue Anleihen ausgegeben werden oder bestehende verlängert, dann muss der Staat einen höheren Zinssatz anbieten.

2. Die Clinton-Administration wurde durch die "Bond Wächter" in der Zeit von 1993 bis 1994 für ihre Finanz-Politik mit einem Anstieg der Real-Zinsen der als Referenz dienenden 10-jährigen Treasury Notes von 5,2 % auf über 8,0 % bestraft. Für Politiker heisst dies, dass sie ihre Staats-Ausgaben stärker in den Griff bekommen müssen. Nun hat, wie in Wikipedia erwähnt, der damalige Finanz-Minister Robert Rubin in einer konzertierten Aktion die Rendite der 10-jährigen Treasury Notes auf 4 % drücken können. Wie er dies bewerkstelligen konnte, wird bei Wikipedia nicht dargestellt. Die sogenannten Überschüsse im Staatshaushalt wurden lediglich durch Buchhaltungstricks bei der Sozialversicherung hervorgerufen.

3. Die Aussage des Beraters von Bill Clinton, James Carville, dass er lieber als Bond Markt wiedergeboren sein möchte, als als Papst, U.S.-Präsident oder Basketball-Spieler, zeigt, wie mächtig die "Bond Wächter" sind.

Zurück zu Robert Rubin, der übrigens der Mentor von Timmy Geithner und Larry Summers ist, die heute Schlüssel-Positionen innerhalb der Obama-Administration besetzen: Robert Rubin hatte aufgrund einer Veröffentlichung von Robert Barsky und Lawrence Summers (ja - das ist der gleiche Larry Summers) auf dem Jahr 1988 ("Gibson's Paradox and the Gold Standard") geschlossen, dass man durch gezielte Manipulation des Gold-Preises die Real-Zinsen am Bond-Markt kontrollieren konnte. Mit diesem Trick konnte Rubin die "Bond Wächter" ausschalten und eine Politik der ungehinderten Verschuldung einleiten. Denn die Zinsen der 10-jährigen Treasury Notes sind die Referenz für alle langfristigen Schulden, seien es nun Investitionen der Unternehmen oder Haus-Käufe der Privat-Haushalte. In der Öffentlichkeit war diese Finanz- und Wirtschafts-Politik auch als "strong Dollar's policy" bekanntgeworden.

Die unter Robert Rubin Mitte der 90er-Jahre eingeleitete Niedrig-Zinsphase führte zu einer Explosion der Häuser- und anderer Asset-Preise, sowie zu der Rekord-Verschuldung der U.S.A. im Allgemeinen und der Bürger ("Schuld-Sklaven") im Besonderen. Die Folgen dieser Politik können wir heute beobachten.

Die "Bond Wächter" scheinen in letzter Zeit wieder aus ihrem Dornröschen-Schlaf seit Mitte der 90er-Jahre aufgewacht zu sein. Diesmal sind diese Wächter aber nicht Versicherungen, Pensions-Fonds und westliche Zentralbanken, sondern die Handels-Überschussländer in Asien. Insbesondere China und Japan.

Gleichzeitig wird die seit knapp 10 Jahren praktizierte gezielte Drückung des Gold-Preises, mit der die "Bond Wächter" in ihren Tiefschlaf versetzt wurden, zunehmens schwieriger. Ich habe kürzlich darüber berichtet, dass die zur Drückung eingesetzten Vorräte der westlichen Zentralbanken schneller zur Neige gehen, als bisher vermutet worden ist.

Könnte Gold wegen der Erschöpfung der Zentralbank-Vorräte plötzlich ausbrechen, dann würde sich das von Rubin in den 90er-Jahren angewandte "Gibson's Paradox" plötzlich gegen seinen Anwender richten. Die "Bond Wächter" würden ihre Bonds in grossem Masse abstossen, womit die Real-Zinsen der 10-jährigen Treasury Notes durchaus auf 10 % oder höher schnellen könnten. In der Folge müsste die Treasury bei der Versteigerung neuer Anleihen ebenfalls diesen Zinssatz zahlen. Und Kredite an Unternehmen und Privat-Personen müssten in der Folge auch auf mindestens diesen Zinssatz angehoben werden.

Jedem Leser sollte wohl klar sein, dass dies zu einen Kollaps des Staates, der Unternehmen und der Privat-Haushalte führen würde. Ein Grossteil ist bereits so hoch verschuldet, dass er die zusätzliche Zinslast nicht mehr schultern kann. Wenn Sie einen Hypotheken-Kredit und Finanzierungs-Raten für Ihr Fahrzeug zu bezahlen haben, was wäre dann die Konsequenz für Ihre persönlichen Finanzen, wenn die Zins-Zahlungen sich plötzlich mehr als verdoppeln würden ?

Die Gold-Preisdrückung dient also primär nicht dazu, eine Flucht in aus dem Papiergeld-System zu verhindern. Und schon gar nicht dazu, um einer bestimmten Gruppe von Investoren ("Gold Bugs") ihre Investment-Gewinne streitig zu machen. Nein - der Grund der Gold-Preisdrückung ist einzig und allein, das Zins-Niveau niedrig zu halten. Konkret: Die "Bond-Wächter" auszuschalten.

Wir können die letzten Wochen beobachten, dass mit dem (noch sehr kontrolliert verlaufenden) Anstieg des Gold-Preises die "Bond Wächter" wieder aufwachen und höhere Zinsen verlangen. Da scheinen auch die Monetarisierungs-Massnahmen der FED, Quantitative Easing (QE) genannt, nicht zu helfen. Die "Bond Wächter" kontrollieren viele 1.000 Milliarden Dollar, während die FED mit ihren Massnahmen nur wenige $100 Milliarden in den Bond-Markt pumpt: Bitte die Bemerkung von oben über die "Wiedergeburt" in Erinnerung rufen. Die QE-Entscheidung der FED am 18. März hat trotz massiver Drückung den Gold-Preis innerhalb von Minuten um über $50 ansteigen lassen.

Die FED steckt in dem Dillemma: Lässt sie den "Bond Wächtern" freien Lauf, dann werden die Zinsen weiter steigen und das auf Leverage aufgebaute Finanz- und Wirtschaftssystem wird irgendwann einmal kollabieren. Würde die FED die QE-Massnahmen ausweiten, dann würde der plötzlich steigende Gold-Preis --- es wird ja durch diese Massnahmen frisch gedrucktes Geld in den Umlauf gebracht --- die "Bond Wächter" wachrütteln. Kurzfristig würden die Real-Zinsen fallen, aber die "Bond Wächter" würden mittelfristig die Zinsen sogar noch höher treiben, wie wir ja bereits die letzten Monate beobachten konnten.

Wir fassen zusammen: Jeder plötzliche Ausbruch des Gold-Preises (egal was die Ursache ist) würde die "Bond Wächter" aufwecken. Diese würden dann höhere Real-Zinsen am Markt durchsetzen. In der Folge würden Privat-Haushalte, Unternehmen und schliesslich auch der Staat kollabieren, weil sie die Zinsen für ihre hohe Verschuldung nicht mehr schultern können.

Erst in der zweiten Phase, d.h. wenn die "Bond Wächter" erkennen sollten, dass selbst noch so hohe Zinsen zu einem Realverlust ihrer Investments führen würden, wird das Geld die Bond-Märkte panikartig in Richtung Gold verlassen.

Alternativ wird der erste Zwischenschritt dadurch ausgelassen, dass die Zentralbanken selbst die Bonds monetarisieren und die den "Bond Wächtern" zufliessende Geld-Menge sofort in Gold umgeschichtet wird.

Zurück zum Gold. Heute ist wieder Märchen-Stunde des "Wahrheitsministeriums" BLS zu den Arbeitslosen-Zahlen. Diese Zeilen habe ich 2 Stunden vor der Verkündung der Zahlen (14:30 Uhr MEZ) geschrieben. Und wie jeder Leser meiner Berichte inzwischen wissen sollte, ist das Gold-Kartell an solchen Tages besonders fleissig. Sei's drum: Das führt nur zur schnelleren Erschöpfung der Gold-Reserven. Gold tendierte heute früh im asiatischen Markt leicht gedrückt. Mit Beginn des Londoner Handels kam etwas Druck auf. Der A.M. Fix kam trotzdem mit $977,75 (EUR 689,14) um etwa $10 stärker als vor 24 Stunden.

Dass wir auch in Deutschland mit der Arbeitsagentur unser eigenes "Wahrheitsministerium" haben, konnte man gestern in der ARD im Polit-Magazin PANORAMA nachverfolgen. Wer die Sendung nicht selbst gesehen oder aufgezeichnet hat, hier eine Kurzzusammenfassung. Den Beitrag kann man sich noch unter folgenden Link ansehen: http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama256.html Die Mogel-Packung mit den Arbeitslosen-Zahlen funktioniert nach dem Bericht nun folgendermassen:

1. Für den Mai 2009 wurden offiziell 3,46 Millionen Arbeitslose gemeldet
2. Arbeitslose, die kommerzielle Job-Vermittler für die Arbeitssuche verwenden und nicht das Amt selbst, werden nicht in der Statistik erfasst. Obwohl diese als arbeitssuchend gelten und Arbeitlosen-Unterstützung erhalten. Gerade die Zahl der durch kommerzielle Job-Vermittler betreuten Arbeitslosen ist innerhalb eines Jahres um 65 % gestiegen.
3. Ebenfalls aus der Statistik werden über 58-jährige herausgerechnet, die 12 Monate von der Agentur kein Job-Angebot mehr bekommen haben. Obwohl die noch Arbeitslosen-Unterstützung beziehen.
4. Wenn sich ein Arbeitsloser krank meldet, dann wird er für die Zeit der Krankmeldung nicht offiziell als Arbeitsloser registriert
5. Aus den 3,46 Millionen gemeldeten Arbeitslosen werden somit unter Berücksichtigung der o.g. Gruppen mindestens 5,2 Millionen.

Man sieht: Mit diesem Trick hat man schnell mehr als 1,7 Millionen Arbeitslose weggezaubern.
Es ist jetzt nach 14:30 Uhr MEZ und meine Prognose war richtig: Gold wurde innerhalb von Minuten nach Verkündung der Arbeitsmarktdaten durch das BLS von $980 auf bis zu $955 gedrückt. Hiermit wollte man wohl wieder den Klick-Affen eine Chance geben, im Sinne der Regierung tätig zu werden. In Wirklichkeit wurde diese Aktion von langer Hand vorbereitet und dass der P.M. Fix mit $962,00 (EUR 685,77) zustande kam, kann nur mit massiven Zentralbank-Gold im Hintergrund bewerkstelligt worden sein. Und schwupp schon sind wieder 30, 40 oder sogar 50 Tonnen Zentralbank-Gold weg.

Auch der plötzliche Anstieg der Real-Zinsen der 10-jährigen Treasury Notes von 3,716 auf 3,836 Prozent ist wohl mehr den Klick-Affen, als den "Bond Wächtern" zuzurechnen. Deren Logik: Die keimenden Sprossen des Aufschwungs ("Green Shoots") machen die Anlage in Staatsanleihen nun unnötig. Das hat dann natürlich die FED in Panik versetzt, die in der ersten 30 Minuten des Handels die Renditen wieder auf 3,755 Prozent drücken konnte.

Wie fragil ist das Finanz-System eigentlich, wenn eine irrelevante Meldung vom Arbeitsmarkt solche Verwerfungen hervorruft ?

Und das manipulative Net Birth/Death Modell des BLS hat im Mai wieder einmal 220.000 Phantom-Jobs geschaffen. Insoweit arbeitet das U.S. Wahrheitsministerium nicht nur mit versteckten Zahlen, wie die deutsche Arbeitsagentur, sondern kreiert munter Jobs, die statistisch gar nicht erfasst wurden.

Aber auch wenn man das ausser Acht lässt, dann ist die Arbeitlosenquote von April auf Mai von 8,9 Prozent-Punkte auf 9,4 Prozent-Punkte gestiegen. Im Jahresvergleich betrug der Anstieg 5,5 auf 9,4 Prozentpunkte - das sind gute 70 Prozent mehr Arbeitslose. Und wenn man den monatlichen Anstieg annualisiert, dann beträgt der Anstieg der Arbeitslosenquote immerhin noch mehr als 67 Prozent pro Jahr. Jeder, der hier auch nur eine leicht positive Entwicklung erkennen kann, muss als geisteskrank in eine Irrenanstalt eingeliefert werden.

Jeder Arbeitslose mehr ist ein potentieller Konkurs-Fall für die Hypothek, den Leasing-Vertrag und die Kredit-Kartenschulden. Wie unter diesen Voraussetzungen der Konsum in den U.S.A. noch stabil bleiben kann, ist mir schleierhaft. Aber es gibt ja noch viele weitere Wahrheitsministerien in den U.S.A.

Zum Handelsende sind die Renditen der Treasuries doch wieder hochgeschossen: Auf fast 3,9 %. Zwar konnte der USDX mehr als einen ganzen Punkt auf 80,5 zulegen, aber irgendetwas ist heute schief gelaufen. Auch der Aktien-Markt machte nicht die Freuden-Sprünge, die noch die Futures vor Markt-Öffnung signalisieren. Und das Gold-Kartell hat erwartungsgemäss auch wieder "Plan C" im späten Access Markt aktiviert.

Der von mir gebildete Quotient aus USDX und den Real-Zinsen der 10-jährigen Treasuries hat heute mit 20,6 einen neuen Tiefstand erreicht (Donnerstag: 21,4). Ich glaube, dass z.Zt. ganz andere Leute ein grosses Problem haben, als die Gold-Bugs, die heute einen Einbruch vertragen mussten.


Neu 2009-06-05:

Gold-Bericht für den 4. Juni 2009:

Die gestrige massive Drückungs-Aktion hat sich heute als Eintagsfliege herausgestellt. Der Quotient aus USDX und dem Realzins der 10-jährigen Treasuries ist heute von 22,1 wieder auf 21,4 eingebrochen.

Gold konnte sich auch wieder wesentlich verbessern. Mit $981 zum Schluss des Handels an der COMEX wurde der Tageshöchstand erreicht.

Im asiatischen Handel heute früh konnte sich Gold bereits um $5 gegenüber dem gestrigen Schluss-Stand im New Yorker Access Handel befestigen. Auf diesem Niveau ging Gold in den Londoner Handel. Der A.M. Fix mit $967,25 (EUR 680,92) zeigt an, dass das Gold-Kartell zu diesem Zeitpunkt noch den Gold-Preis unter Kontrolle halten konnte. Auf 24-Stundenbasis hat Gold somit $12 verloren.

Zum Nachmittag verfiel Gold bis kurz vor Handelsbeginn an der COMEX bis auf $963. Nach Handelsstart an der COMEX stieg Gold dann stetig an. Zum P.M. Fix stand Gold dann bereits wieder bei $970,75 (EUR 686,24), $6 niedriger als zum gestrigen P.M. Fix. Nach Schluss des Londoner Handels stieg Gold schnell über die Marke von $975. Zum Handels-Schluss gab es noch einer End-Rallye, die Gold bis auf $981 hoch beförderte. Das war gleichzeitig auch der Tages-Höchstand.

Im Rückblick ist die gestrige Aktion des Gold-Kartells heute wieder verpufft. Wieder einmal wurden die Zentralbank-Gold-Lager geplündert, nur um den Anstieg auf $1.000 für wenige Tages herauszuzögern.

Die Gold-Kartell Analysten wie Jon Nadler von KITCO und GFMS beschwören schon wieder die altbekannten pseudo-Argumente für einen Verfall des Gold-Preises:

(A) Der Verkauf (der wohl nicht mehr existenten) Gold-Vorräte des Internationalen Währungsfonds (IMF)

(B) Das angebliche Angebot von über 500 Tonnen "Scrap Gold" seit Anfang dieses Jahres

(C) Der dramatische Rückgang der Gold-Nachfrage aus Indien

Diese Parolen zeigen, dass das Gold-Kartell wohl mit dem Rücken zur Wand steht. Die angebliche Menge "Scrap Gold" soll die an dessen Stelle verkauften Mengen an Zentralbank-Gold verschleiern. Da hilft auch nicht die Rhetorik von Ben "Zauberlehrling" Bernanke, der auf eine Reduzierung des Haushalts-Defizits drängt. Hier macht sich der Brandstifter selbst zum Feuerwehrmann - wer monetarisiert denn im Umfang von mehreren $1.000 Milliarden wertlose Assets ? Ben sollte auch vor chinesischen Studenten sprechen - dann wäre er für solche Aussagen genauso ausgelacht worden, wie kürzlich Timmy Geithner. Das hat übrigens die amerikanische Presse nicht berichtet - soviel zum Thema Presse-Freiheit.


Neu 2009-06-04:

Gold-Bericht für den 3. Juni 2009:

Der Quotient aus USDX und dem Realzins der 10-jährigen Treasuries ist heute vom gestrigen Rekord-Tiefstand 21,2 auf 22,1 hochgeschnellt. Dabei ist es geglückt, sowohl den USDX von 78,5 auf 79,6 zu heben, als auch den Realzins der Treasuries von 3,7 auf unter 3,6 Prozent zu drücken. Damit hat sich "Big Government" in den U.S.A. nebst der Papier-Geldwährung wieder Luft verschafft.

Aber der eigentliche Hintergrund diese Aktion war ein anderer. Man konnte heute Gold in US-Dollar gerechnet massiv drücken, da durch den starken Dollar Gold für die Ausländer nicht zu attraktiv erschien.

Daneben hat das Gold-Kartell am heutigen Tag alle Register gezogen, die es zur Verfügung hat. "Plan A" wurde auf die wichtigen Marken im Londoner Handel angewandt - d.h. es wurde massiv Zentralbank-Gold in den Markt umgelenkt (mehr zu diesem Thema am Ende des Berichts). Aber das Ergebnis von "Plan A" war mehr als dürftig. Zum A.M. Fix mit $979,00 (EUR 689,05) legte Gold sogar noch $5 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix zu. Erst mit dem P.M. Fix bei $976,75 (EUR 688,53) musste Gold $3 im 24-Stundenvergleich abgeben.

Um 17:30 Uhr MEZ setzte deshalb im COMEX-Handel "Plan B" ein. Dieser trieb den Gold-Preis innerhalb kürzester Zeit von $977 auf $965. Die COMEX schloss auf diesem Niveau.

Im Access Market kam dann "Plan C" zur Anwendung, der Gold dann bis auf $960 drücken konnte.

Wie hat die U.S.-Regierung nebst FED nun den Anstieg des US-Dollar-Index bei gleichzeitiger Drückung des Real-Zinses der Treasuries bewerkstelligt ? Ich vermute, dass dies durch massiv zwischen den Notenbanken koordinierte Interventionen an den Devisen-Märkten zustande gekommen ist. Die FED konnte wohl die EZB, die BoE, die BoJ, die SNB und andere Zentralbanken dazu überreden, frische eigene Währung auf den Markt zu werfen, um US-Dollar bzw Treasuries zu kaufen. Da es sich bei allen Währungen um das gleiche faule Papier handelt, gehört nur Überzeugung, Koordinations-Geschick und Vertraulichkeit zu einer solchen Aktion. Jede andere Zentralbank kann ohne Probleme die eigene Währung aus dem Nichts schöpfen und dafür am Devisenmarkt Dollar in Form von Treasuries kaufen - technisch also gar kein Problem für unsere Zentralbanker. Anmerkung: Dass Begriffe wie "Hüterin der Währung" für die Zentralbanken wohl endgültig über Bord geworfen wurde, ist wohl jedem inzwischen einsichtlich.

Zurück zum Thema Verkauf von Zentralbank-Gold: Rob Kirby hat in der Veröffentlichung "Mineral Industry Survey" des USGS (United States Geological Survey) interessante Informationen zum Export von Gold durch die U.S.A. gefunden. Während die Minen-Produktion im Jahr 2008 lediglich 229 Tonnen betrug, wurden 2.920 Tonnen "Gold Compound" in diesem Jahr exportiert. Allein im Januar 2009 wurden weitere 168 Tonnen dieser Kategorie exportiert, davon 24 Tonnen nach Deutschland und 67 Tonnen nach Singapur.

Die U.S.A. verwahren z.Zt. Gold-Vorräte der Zentralbanken anderer Staaten im Umfang von in etwa 8.100 Tonnen.

Im Jahr 2007 wurden 2.150 Tonnen "Gold Compound" exportiert. Addiert man beide Zahlen zusammen, so wurden die letzten beiden Jahre mehr als 5.000 Tonnen "Gold Compound" durch die U.S.A. exportiert. Rob Kirby vermutet, dass es sich hierbei um das Schmelzgold der der Franklin D. Rooseveld Gold-Konfiskation handelt. Hier wurde konfisziertes Münzgold mit einem Feingold-Gehalt von knapp 900 (90 %) zu Barren geschmolzen und im Wesentlichen im Depot von West Point, N.Y. gelagert. Über diese knapp 2.000 Tonnen in West Point wird berichtet, dass im Rahmen eines Gold-Swap-Geschäfts zwischen der Bundesbank und der FED das Gold in West Point eigentlich einen Grossteil des Bundesbank-Goldes (insgesamt 3.500 Tonnen) ausmacht. Es ist also wahrscheinlich, dass dieses Bundesbank-Gold für die Drückungs-Aktionen der letzten Jahre auf dem Markt verkauft wurde. Weiss Frau Merkel oder Herr Steinbrück von solch einer Transaktion, oder sind die beiden noch in gutem Glauben, dass das Bundesbank-Gold in den U.S.A. sicher verwahrt ist ?

Wir haben heute gesehen: Das Gold-Kartell muss schon ziemlich tief in die Trickkiste greifen, um Gold unter Kontrolle halten zu können. Die Gold-Exporte der U.S.A. bestätigen meine These, dass die letzten Jahre massiv Zentralbank-Gold auf den Markt geworfen wurde, um den Gold-Preis unter Kontrolle zu halten. Erschreckend ist für mich die Menge, die hier eingesetzt wurde. Das deutet auf eine viel schnellere Erschöpfung der Zentralbank-Goldvorräte hin, als ich vermutet habe. In diesem Zusammenhang frage ich mich, welches Schicksal Merkel und Steinbrück erleiden werden, wenn sich herausstellen sollte, dass ein Grossteil des deutschen Gold-Schatzes nicht mehr existiert.


Neu 2009-06-03:

Gold-Bericht für den 2. Juni 2009:

Während derzeit die positive Entwicklung an den Aktien-Märkten für weltweite Bewunderung sorgt, wird die Situation an den Märkten für Staatsanleihen immer dramatischer. Entweder die Staatsanleihen werden abverkauft und steigen somit bei gleichbleibendem Zins-Coupon auf den Nomimal-Preis von z.B. $100 in ihrer Real-Verzinsung. Oder die FED und andere Zentralbanken monetarisieren die Staatsanleihen an den Zweit-Märkten, wodurch dann zwar wieder der Real-Zins sinkt, aber die eigene Währung mit in die Tiefe gerissen wird. Ich habe versucht, dieser Entwicklung durch Bildung des Quotienten, bestehend aus dem US-Dollar-Index als Dividend und dem Real-Zins der 10-jährigen Treasury Notes als Divisor gerecht zu werden. Sinkt dieser Quotient, dann steigt der Druck auf die Staatstitel und/oder Währung in dem jeweiligen Land.

Heute wurde ein erneuter Rekord-Tiefstand von 21,2 erreicht (USDX / Realzins 10-jährige Treasuries). Die FED konnte wohl wieder über Monetarisierungs-Massnahmen, QE (quantitative easing) genannt, den Real-Zinssatz der 10-jährigen Treasuries bei 3,7 % stabilisieren. Dafür ist der USDX heute von 79,1 auf 78,5 gesunken.

Diese Aktionen der FED sind also eine Grad-Wanderung, wo an jedem Ende ein tiefer Abgrund droht. Stolpelt die FED, dann kann dies dramatische Auswirkungen in die eine oder andere Richtung haben. Das Ergebnis wird aber immer dasselbe bleiben: Der Wanderer FED wird wohl das Zeitliche segnen.

Eine dritte Absturz-Dimension ist durch den Gold-Preis gerechnet in US-Dollar gegeben. Sinkt der USDX stetig, dann wird Gold für Investoren im nicht US-Dollarraum immer günstiger. D.h. diese Investoren und Schmucknachfrager greifen dann beherzt zu und führen zu einem weiteren Anstieg des Gold-Preises in US-Dollar. Das ist zwar für uns Europäer dann nicht als Preis-Steigerung sichtbar. Aber die psychologisch wichtige Marke von $1.000 wird immer mehr zum "Normal-Kaufpreis" für Nicht-Amerikaner. Da kann sich das Gold-Kartell drehen und wenden, wie es will: Jeder Versuch der Drückung wird als billige Einkaufs-Gelegenheit vom Markt sofort dankend aufgenommen. Am Ende wird dem Gold-Kartell nichts anderes übrigbleiben, als die Marke $1.000 freizugeben.

Die Wahl ist also zwischen Pest und Cholera: Versucht man den Dollar gegen Gold zu stabilisieren, dann steigen die Real-Zinsen der Treasuries weiter. Da das Papiergeld-Pyramidensystem durch seinen unendlichen Grad der Verschuldung kurz vor dem Bersten ist, reicht nur ein kleiner Zins-Funke, um das System endgültig zum Einsturz zu bringen.

Versucht die FED durch Eingriffe am Bond-Markt, die Zinsen zu stabilisieren, dann verfällt der US-Dollar gegen Gold. Kann sich Gold mehrere Handels-Tage bei über $1.000 stabilisieren, dann wird wohl die nächste Welle einer Fluchtbewegung von den Papiergeld-Währungen in Gold einsetzen. Die Grösse des Gold-Marktes wird hier schnell zu einem starken Anstieg des Gold-Preises führen.

Ich habe die letzten Tage schon erläutert, dass mir die derzeitige langsame Entwicklung des Gold-Preises in Richtung $1.000 gefällt. Indien ist als Haupt-Abnehmer selbst bei den derzeitigen Preisen nicht ausgefallen, da der Gold-Preis in lokaler Währung gerechnet quasi nicht ansteigt. Und auch der Markt für "Gold Scrap" kommt nicht richtig in Schwung, weil die Ausländer den hohen Gold-Preis eben nicht in lokaler Währung sehen. Und so kann man heute wieder eine dieser typischen Marktbewegungen bei Gold sehen, die durch erfolgloses Agieren des Gold-Kartells gekennzeichnet sind.

Gestern Abend konnte das Kartell mit "Plan C" im Access Market den Gold-Preis auf $975 drücken. Im asiatischen Markt hat sich Gold wieder um $3 erholen können, um dann kurz vor Beginn des Londoner Handels auf unter $970 gedrückt zu werden. Der Vormittags-Handel in London schloss mit einem A.M. Fix von $973,50 (EUR 689,35) um $14 niedriger als noch vor 24 Stunden. Dieses "Plan C", gefolgt von "Plan A" Schauspiel des Gold-Kartells konnten wir in der Vergangenheit immer und immer wieder beobachten. Es führte zu Kurs-Rutschen von $20, $30 und mehr.

Heute aber nicht - zu Viele wollen das billige Gold. So stieg Gold bis zum Beginn des Handels an der COMEX um $10 an und pendelte zwischen der Marke von $983 und $980. Der P.M. Fix kam mit $980,00 (EUR 686,95) zustande. Das sind zwar $2 weniger als gestern, aber Gold-Kartell "Plan A" ist gescheitert. Danach brach Gold auf bis zu $985 aus, wurde aber wieder leicht gedrückt. Gold beendete den Handel an der COMEX bei $983, zumindestens eine Steigerung um vier Dollar gegenüber dem gestrigen Schluss-Stand.

Zum Thema GM: Die gestrige Insolvenz von GM löst nun den Auszahl-Prozess für sogenannte Credit Default Swaps (CDS) aus. Mit diesen Derivaten haben sich Besitzer von GM-Bonds gegen den Ausfall ihrer Papiere versichern lassen. Da der Ausfall nun schlagend wird - man spricht von 90 % und mehr Verlusten für die Bond-Inhaber, müssen die Kredit-Versicherer nun die Rest-Summe aufbringen.

Deutsche Bank und JP Morgan scheinen grosse Halter von GM Bonds zu sein.
Es sollte niemanden überraschen, wenn sich der Versicherungs-Konzern AIG als die "major counterparty" für die nun fällig werdenden CDS von General Motors herausstellen sollte. AIG diente in der Vergangenheit als Blutbank der FED & Treasury, um mehrere Chargen von zweistelligen Milliarden-Beträgen in das marode Banken-System zu pumpen. Wurde GM geopfert, damit JP Morgan und Deutsche Bank weiterleben dürfen ?

Zum Thema unser siamesischer Zwillinge (China / USA). Reuters berichte gestern: "Chinese assets are very safe," Geithner said in response to a question after a speech at Peking University, where he studied Chinese as a student in the 1980s. His answer drew loud laughter from his student audience, reflecting scepticism in China about the wisdom of a developing country accumulating a vast stockpile of foreign reserves instead of spending the money to raise living standards at home.

Warum schafft es unsere System-Presse eigentlich nicht, so herzhaft wie die chinesischen Studenten über diese Ausgeburt an Unfug, den Timmy hier verbreitet, zu lachen ?


Neu 2009-06-01:

Gold-Bericht für den 1. Juni 2009:

Zum Thema OPEL lag ich mit meiner Aussage am letzten Freitag falsch - die Politiker haben doch zu grosse Angst vor einer Insolvenz. Da ist anscheinend kein Gesichtsverlust zu gross, und auch die üblichen Schuld-Zuweisungen werden nicht angewandt. Deshalb lassen sie sich doch vorführen, und die nächsten Stützungs-Kandidaten warten schon auf die Rettung. Der von Walter Eichelburg prognostizierte Staats-Bankrott rückt also näher: alle diese Ausgaben-Programme müssen durch Ausgabe neuer Staatsanleihen finanziert werden und die Chancen, dass dieses Geld zurückkommen wird, sind praktisch null.

Heute hat GM das Insolvenz-Verfahren nach Chapter 11 eingeleitet - auch hier warten Staatsgelder in zweistelliger Milliarden-Höhe auf ihren Weg in das Unternehmen. Auch hier wird kein Geld zurückfliessen, sondern nach wenigen Monaten der nächste Nachschlag bei den Staats-Zuschüssen fällig.

Ein "monetäres Stalingrad" nennen das einige Kommentatoren, da wegen der aussichtslosen Lage dieser Unternehmen das Mobilisieren frischer Truppenkontingente nur zu deren vollständiger Aufreibung führt.

Neben "Government" Sachs, ein Unternehmen das die Regierung mit eigenem Personal unterwandert gibt es nun "Government" Motors, quasi eine Inkarnation der VEBs (volkseigenen Betriebe) der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone SBZ / aka "DDR". Das U.S./U.K.-Bankensyndikat verleugnet nun seine eigenen Prinzipien, nur um am Leben zu bleiben.

Am Pfingstmontag stand ein Zoo-Besuch auf dem Programm. Zu besichtigen gab es heute das "Gold Kartell". Diese listige und im Allgemeinen nicht sichtbare Kreatur musste heute aus der Deckung heraus, damit nichts schlimmeres drohte. Im asiatischen Markt verlief der Gold-Handel noch ruhig. Mit einem Anstieg von $3 setzte sich die Entwicklung des letzten Freitags fort. Im Londoner Vormittags-Handel konnte Gold dann schnell die Marke von $985 überwinden. Der A.M. Fix kam mit $987,00 (EUR 693,95) um $15 höher als noch am letzten Freitag zustande.

Im Gold-Kartell Gehege war nun hektische Aktivität zu vermelden. Wir erinnern uns: Am Freitag, den 20. Februar 2009 hat ein A.M. Anstieg auf $981,00 einen P.M. Anstieg auf $987,00 und in der Folge einen Gold-Preis von über $1.000 ausgelöst.

Zum Beginn des Handels an der COMEX wurden die scheuen Tierchen nun besonders aktiv. Stand Gold zum Beginn des Handels noch bei $986, so erfolgte schnell eine Drückung bis auf $980. Der nahende P.M. Fix begrenzte die Aktivität dieser Spezies und kam mit $891,75 (EUR 690,89) immer noch mit $6 höher als am letzten Freitag zustande. Es setzten nun weitere Schläge des Gold-Kartells den Gold-Preis bis $975 unter Druck. Danach konnte sich das Metall wieder auf $983 erholen, wurde aber zum Ende des Handels an der COMEX auf $979 gedrückt.

Im späten Access Handel setzte "Plan C" ein, bei dem Gold um weitere $4 gedrückt wurde.
Das Gold-Kartell hat zur Zeit noch andere Probleme: Dubai möchte gerne seine Gold-Vorräte von London ins Heimatland holen. Das Problem: Das Gold wurde von der Gold-Kartell Bank HSBC verwahrt. Das ist so ähnlich, wie Dracula zum Verwalter der Blutbank eines Krankenhauses zu ernennen. Die nächsten Wochen werden uns verraten, ob dieses Gold zum Teil für illegale Leasing-Geschäfte auf den Markt verkauft wurde. Wenn ja, dann wird wohl nur eine Drohung des U.S.-Militärs helfen, um die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wieder zur Vernunft zu bringen. Auch Deutschland will anscheinend sein Gold aus den U.S.A. nach Hause holen. Aber das Gold in den Lagern der New Yorker FED scheint nicht mehr zu existieren, und das sich im Rahmen von Gold-Swap-Geschäften in West Point, N.Y. befindliche Gold scheint vor mehreren Monaten auch schon als FDR-Schmelzgold-Barren (Anmerkung: FDR steht für Franklin D. Rooseveld, der in den 30er-Jahren das Gold seiner Bürger konfiszieren liess, um daraus Schmelzbarren mit einem Reinheitsgehalt von knapp 90 % zu generieren. Dieses Gold wurde in West Point, N.Y. gelagert) auf den Markt aufgetaucht zu sein. So scheint auch ein Grossteil des Bundesbank-Goldes seinen Weg über das Gold-Kartell zu den Investoren und den Schmuck-Liebhabern gefunden zu haben. Der Deutschen Bundesbank und den deutschen Politikern hat man es nur noch nicht mitgeteilt.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX ist heute weiter gesunken: ./. 3.138 auf 388.632 Kontrakte. Für den Juni 2009 Kontrakt wurden heute weitere 850 Kontrakte (insgesamt nun 2.362 Kontrakte) zur Lieferung gestellt. Die Anzahl der noch offenen Kontrakte für den aktuellen Liefermonat hat sich von 6.482 auf 4.931 Kontrakte reduziert.

Der USDX ist weiter auf 79,1 gesunken, und die Real-Zinsen der 10-jährigen Treasury Bonds sind wieder auf über 3,7 Prozent gestiegen. Das Verhältnis USDX / Real-Zins hat mit 21,4 (Freitag: 22,7) einen neuen Tiefstwert erreicht (seit meiner Beobachtung am 7. Mai). Bei den U.S.-Staatsanleihen brennt weiter kräftig die Hütte.

Das Gold-Kartell konnte Gold heute noch einmal unter Kontrolle halten. Der sich noch am Vormittag abzeichnende Anstieg auf $1.000 wurde noch einmal verhindert. Gut ist, dass der Anstieg nun langsam und nachhaltig (Anmerkung: Das englische Wort "sustaining" gefällt mir hier eigentlich besser, da "nachhaltig" im deutschen Sprachgebrauch von den grünen Staats-Ideologen für eine bestimmte Form der Energie-Erzeugung besetzt wurde) erfolgt. Das reduziert die Gefahr von scharfen Rückschlägen, mit denen wir trotzdem immer noch rechnen müssen. Zu gravierend sind mögliche Konsequenzen für das gesamte Papiergeld-Pyramidensystem, wenn nicht alles versucht wird, Gold unter Kontrolle zu halten.

 


Neu 2009-05-30:

Gold-Bericht für den 29. Mai 2009:

Die neuen Manager von General "Government" Motors (GM) - von Timmy Geithners Gnaden - sind beim Poker um OPEL kürzlich "All-In" gegangen. Dabei haben sie nicht nur einen wahlkämpfenden Provinz-Politiker an die Nase herumgeführt, sonders das komplette Kern-Team der Bundesregierung nebst vier nicht unwichtigen Minister-Präsidenten blamiert. Man kann Politiker kritisieren und Druck auf sie ausüben - aber sie dürfen nicht, wie hier geschehen, an der Öffentlichkeit ihr Gesicht verlieren. Eines können Politiker nämlich besser als Manager, Banker, Gewerkschaftler und andere Interessens-Vertreter: Die Anderen als den Schuldigen hinstellen, während man selbst seine Hände in Unschuld wäscht. Und so zeichnet sich hier meines Erachtens ganz klar eine Richtung ab: OPEL wird in die Insolvenz gehen, und die Politiker werden erst wieder aus einer "Position der Stärke" heraus zu Kompromissen bereit sein. Zu offensichtlich waren die durch die U.S.-Regierung gestützten Erpressungs-Versuche des GM-Managements.

Wie an dieser Stelle vor wenigen Tagen dargestellt, könnte die Insolvenz den Staat vor der Übernahme der 3 bis 4 Milliarden Euro hohen Pensions-Verpflichtungen bewahren. Das schafft etwas Entlastung an den Bond-Märkten, da solche Zuschüsse nur durch die Aufnahme neuer Schulden zu finanzieren sind. Die Option für die Politiker, Arbeitsplätze in grösserem Umfang zu retten, besteht weiter - dann jedoch mit wesentlich niedrigeren Kosten für den Staatshaushalt.

Gold konnte heute nur im frühen asiatischen Handel unter der Marke von $960 gehalten werden. Bereits in der handelsschwachen Zeit zwischen 8:00 und 9:00 Uhr MEZ konnte Gold die Marke von $965 überschreiten. Im frühen Londoner Handel setzte sich die positive Entwicklung des Gold-Preises fort. Der A.M. Fix kam mit $972,00 (EUR 692,55) zustande. Dass hier nun $22 mehr für Gold als noch vor 24 Stunden bezahlt wurden, zeigt, dass es am Gold-Markt weiter brennt.

Apropos Brennen: Aus einem Beitrag von Jim Willie, Editor des "Hat Trick Letter" möchte ich einige Passagen hervorheben: " The Hitmen Cometh - It has come to my attention that several private parties have accepted contract assignments to neuter the COMEX and London Metals Exchange, to render ruin to its gold market." Und als Auftraggeber für diesen Kastrations-Auftrag wurden die "global players" identifiziert - China, Russland und andere Staaten, die als Gläubiger der U.S.A. durch die Massnahmen des Finanz-Kartells langsam aber sicher enteignet werden: "The financial cartel dominated by the United Stated and United Kingdom is soon to suffer some serious blows. The list of their financial crimes is as magnificant as it is long. Its list of victims is as prominent as it is long". Und auch die Hoffnung auf eine Besserung durch die neue Obama-Administration ist nicht wie erwartet eingetreten: "They waited patiently for the Obama Admin to install a new group, but the old players remains due to a revolving door from the same smoky club, dominated by Goldman Sachs once more".

Sollten diese Auftrags-Mörder wirklich in der Lage sein, den Paten COMEX zu erlegen, dann würden wohl viele Gold-Freunde keine Träne bei dessen Beerdigung vergiessen - wenn überhaupt dann Tränen vor Freunde. Aber wie Jim Willie in seinem Beitrag später ausführt, wollen die Auftraggeber nur das schwächste Glied der U.S./U.K.-dominierten Banken-Mafia ausschalten. Und das ist offensichtlich mit der Liquidierung der COMEX einen explosionsartigen Ausbruch des Gold-Preises hervorzurufen. Würde dies gelingen, dann wären die Tage dieses Syndikats wohl gezählt. Alle Papierwerte, seien es nun Aktien, Bonds, Staatsanleihen oder die zugrundeliegende Papier-Währung würden augenblicklich pulverisiert werden. Der gestrige Kampf um die $960er-Marke zum Schluss des COMEX-Handels deutet darauf hin, dass dem Gold-Kartell nun ein ebenso mächtiger Gegner gegenübersteht. Wir müssen abwarten, denn beide Gegenspieler kann man nicht direkt sehen, da sie sich und ihre Aktionen gut tarnen. Wir können höchstens den Pulver-Geruch wahrnehmen, um daraus Schlüsse über die Stärke des Kampfes zu ziehen.

Zurück zum heutigen Geschehen an den Gold-Märkten: Im frühen Nachmittags-Handel setzte Gold seinen Höhenflug fort und konnte erst bei $976 gebremst werden. Mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde Gold wieder bis an die Marke von $970 gedrückt. Gold konnte sich aber schnell wieder erholen und der P.M. Fix kam mit $975,50 (EUR 692,06) um $18 stärker als gestern zur gleichen Zeit zustande. Gold war das letzte Mal in dem Zeitraum 19. bis 25. Februar 2009 so stark wie heute.

In den nachfolgenden Stunden stieg Gold dann weiter an und konnte die Marke von $980 überschreiten. Das war dann endgültig zuviel für die Herren vom Gold-Kartell - eine Drückungs-Runde wurde eingeläutet, die aber zu fast keinem Ergebnis geführt hat. Gold beendete den Handel bei $979.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX ist heute gesunken: ./. 6.482 auf 391.770 Kontrakte. Die Lieferdaten zum Juni 2009 Future-Kontrakt zeigen keinen Default der COMEX an - lediglich 1.512 Kontrakte wurden zur Lieferung gestellt. Vorgestern waren noch 88.229 Kontrakte für den Monat Juni 2009 offen, gestern waren es nur noch 38.139 und heute sind es lediglich 6.482 .

Der USDX ist stark auf 79,4 gesunken, während die Real-Zins der 10-jährigen Treasury Bonds wieder auf 3,5 Prozent gesunken ist. Das Verhältnis USDX / Real-Zins beträgt 22,7 (Donnerstag: 21,8).

Gold hat heute einen historischen Höchstand erreicht - jedenfalls auf Monatsendbasis. Dürfen wir die nächste Woche das Gold-Kartell in allen Ehren zu Grabe tragen ?


Neu 2009-05-29:

Gold-Bericht für den 28. Mai 2009:

Bis zur letzten Minute wurde heute um die $960er-Marke hart gekämpft. Gold ging mit $961,30 aus dem Handel an der New Yorker COMEX.

Am gestrigen Access Handel konnte das Gold-Kartell den Preis noch unter die $950er-Marke drücken. Im frühen asiatischen Markt fiel Gold sogar noch unter die Marke von $945. Mit dem einsetzenden Vormittags-Handel in London konnte sich Gold wieder etwas stabilisieren, blieb aber noch unter der Marke von $950. Der A.M. Fix kam gegenüber gestern mit $949,75 (EUR 685,00) fast unverändert zustande.

Erst mit Beginn des Handels an der COMEX konnte Gold die Marke von $950 überwinden. Zum nahenden P.M. Fix stieg dann Gold kräftig an und ging mit $957,75 (EUR 688,04) aus dem Londoner Handel. Das sind $7 mehr als noch zum P.M. Fix vor 24 Stunden.

Im Anschluss stieg Gold bis auf $965 an, konnte dieses Niveau aber nicht verteidigen. In den letzten Handels-Minuten hat das Gold-Kartell noch versucht, die Marke von $960 zu unterschreiten. Das funktionierte nicht, so dass die letzte Notierung mit $961,30 zustande kam. Im Access Market konnte das Kartell dann dennoch den Preis wieder leicht unter die Marke von $960 drücken. Der letzte Kurs wurde um 23:15 Uhr MEZ mit $959,00 festgestellt.

Die verschiedenen Wahrheitsministerien scheinen sich die Aussage von Ludwig Erhard, dass Wirtschaft zu 50 Prozent Psychologie sei, zu verinnerlichen. Da Endsieg-Parolen aber nicht mehr geglaubt werden, müssen die Statistik-Zahlen entsprechend geschönt werden. Dazu sind mir heute wieder zwei markante Beispiele zu Ohren gekommen, die zeigen, wie stark zur Zeit manipuliert wird. So meldete heute die U.S. Regierung, dass die Aufträge für längerlebige Wirtschaftsgüter im April 2009 um 1,9 Prozent gestiegen sei. Es wurde in der Presse berichtet, dass dies der höchste monatliche Anstieg seit Dezember 2007 sei. Allerdings wurden die Zahlen für den Vormonat März 2009 von minus 0,8 Prozent auf minus 2,1 Prozent revidiert. Der für den April 2009 gemeldete Anstieg bezieht sich also auf den revidierten Wert von minus 2,1 Prozent. Auf Jahresbasis sind die Aufträge um 26,6 Prozent gesunken. Hier kann man gut erkennen, wie die Wahrheitsministerien arbeiten, ohne die Zahlen per se fälschen zu müssen: Für den Vormonat reportet man relativ gute Zahlen, die man dann im nächsten Monat nach unten revidieren muss. Das ist aber den Klick-Affen egal - die Zahlen des Vormonats haben ihren Effekt schon erzielt. Nun reportet man für den aktuellen Monat wieder relativ gute Zahlen, die im nächsten Monat wieder nach unten revidiert werden müssen: Die Klick-Affen werden wieder im Interesse des Wahrheitsministeriums aktiv. Diese Zahlen sehen zusätzlich noch dadurch auf Monatsbasis (m/m) besser aus, da man die Zahlen des Vormonats, der Bezug für die neuen Daten ist, kräftig nach unten revidiert hat. So schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Das wird von den Klick-Affen natürlich nicht verinnerlicht, weil sich keiner mehr für die Zahlen des Vormonats interessiert.

Wie degeneriert muss die heutige Schul- bzw Hochschul-Ausbildung sein, damit man solche einfachen Zusammenhänge nicht erkennen kann ? Wir sprechen hier nicht über komplexe mathematische Modelle, sondern um die Anwendung der vier Grundrechenarten.

Das gleiche Vorgehen bei den verkauften Häusern. Im April 2009 wurde ein Anstieg der verkauften Einfamilienhäuser (Neubauten) um 0,3 Prozent auf eine jährliche Rate von 352.000 reportet. Aber wieder derselbe Trick mit der Revidierung der Zahlen des Vormonats: Die Zahlen vom März 2009 wurden von plus 0,6 Prozent auf minus 3 Prozent kräftig nach unten revidiert. Nur derjenige Investor, der sich die absoluten Zahlen an verkauften Häusern ansieht, bemerkt den Schwindel.

Dass sich die Situation am U.S.-Häusermarkt immer noch nicht stabilisiert hat, kann man an den Problemen der Hausbesitzer erkennen, die ihre Hypotheken-Zahlungen nicht mehr leisten. Inzwischen zahlen einer von acht Hausbesitzern ihre Hypotheken-Zinsen überhaupt nicht mehr oder sind mindestens einen Monat mit den Zahlungen im Rückstand.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX ist leicht gestiegen: +1.287 auf 398.252 Kontrakte. Heute stand der Juni 2009 Future-Kontrakt zur Lieferung an - die Lieferdaten sind leider bisher nicht veröffentlich worde. Gestern waren noch 88.229 Kontrakte für den Monat Juni 2009 offen, heute waren es nur noch 38.139. Wieviele der abgebauten 50.090 Kontrakte nun zur Lieferung gestellt wurden und wieviele auf den nächsten grossen Kontrakt August 2009 übergerollt wurden, darüber kann man ohne die Lieferdaten der COMEX nur spekulieren. Morgen sollten wir schlauer sein ...

Der USDX konnte sich heute auf 80,5 befestigen, während die Real-Zins der 10-jährigen Treasury Bonds bei 3,7 % verharrten. Das Verhältnis USDX / Real-Zins konnte sich heute ein wenig auf 21,8 stabilisieren (Mittwoch: 21,8).

Die "Green Shoots", die das Ende der wirtschaftlichen Talfahrt anzeigen sollen, entpuppen sich als reiner Schwindel der verschiedenen Wahrheitsministerien. Wer jetzt in die Aktien-Märkte einsteigt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Er wird auch immer schärfer und zynischer - sehr gut!


Neu 2009-05-28:

Gold-Bericht für den 27. Mai 2009:

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der US-Treasuries: Der Real-Zins ist heute von 3,5 % auf 3,7 % geradezu explodiert. Die als Referenz dienenen 10-jährigen Treasuries sind mit einem Zins-Coupon von 3,125 % ausgestattet. Am Montag kosteten Anleihen im Wert von $100 auf dem Zweitmarkt noch $97,28 (entspricht einem Real-Zins von 3,45 %). Heute sank dieser Wert auf $95,44. Ein Investor in Treasuries hat also seit Anfang dieser Woche knapp 2 % seines Vermögens verloren. Im Bond-Markt ist das schon ein schweres Erdbeben.

Die 10-jährigen Bundesanleihen halten sich hier besser. Die als Referenz dienenden 10-jährigen Bunds sind mit einem Zins-Coupon von 3,5 % ausgestattet. Am Montag kosteten Anleihen im Wert von EUR 100 noch EUR 99,12 (entspricht einem Real-Zins von 3,60 %). Heute sank dieser Wert auf EUR 98,94 (entspricht einem Real-Zins von 3,63 %). Ein Investor in Bunds verlor seit Anfang dieser Woche also lediglich 0,2 % seines Vermögens.

Seit langer Zeit sind die Real-Zinsen der Bunds wieder niedriger als die der Treasuries.
Bloomberg berichtete: "Treasuries Fall on Concern Record Sales Will Overwhelm Demand: Treasuries fell for a fourth day, pushing 10-year note yields to a six-month high, amid concern record U.S. debt sales will overwhelm investor demand as the economy begins to show signs of stability. Government debt declined even as today’s auction of a record-tying $35 billion in five-year notes drew the most demand in three months from a group of investors that includes foreign central banks. The Treasury will sell $26 billion in seven-year notes tomorrow, the third auction this week."

Wer kauft nun diese Papiere:
(A) Die Chinesen, die zwar sprichwörtlich wie der Hund bellen, aber nicht beissen. Die Chinesen sind wie Siamesische Zwillinge mit den U.S.A. verbunden. Versucht einer die Trennung, dann sterben beiden Hälften.
(B) Die FED im Rahmen ihrer QE (Quantitative Easing) Initiative schafft neues Geld und kauft damit Treasuries vom Markt.
(C) Die Primary Dealer Banken müssen bei den Auktionen für die Treasuries Gebote abgeben und sitzen bei fehlender Markt-Nachfrage auf diesen Papieren. Das macht aber nichts, denn diese Treasuries können sofort bei der FED für knapp über 0 % Zinsen deponiert werden. Die Banken können mit diesem Geld bei der nächsten Runde wieder Treasuries kaufen und an die FED weitergeben. Da die Treasuries mehr Zinsen erwirtschaften, als sie kosten, verdienen die Banken an diesem "Carry Trade" Geschäft quasi risikolos.

Trotz dieses dreifachen Betrugs scheint es trotzdem Probleme beim Absatz der Treasuries zu geben. Wann werden die ersten Geldmarkt-Fonds wieder Verluste erwirtschaften ?

Vor solch einem Hintergrund wurde in der Vergangenheit immer wieder der Aktien-Markt gehoben und der Gold-Preis gedrückt. Beides funktionierte heute nicht, obwohl es versucht wurde.

Das Gold-Kartell versuchte wieder einmal im frühen Handel, Preismarken zu setzen. So wurde Gold im asiatischen Markt unter die Marke von $950 gedrückt. Das ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass Gold für die Nachfrage in Indien leicht zu teuer war.

Im frühen Londoner Handel konnte sich Gold aber wieder etwas stabilisieren. Der A.M. Fix kam zwar mit $949,50 (EUR 680,21) noch leicht unter der $950er-Marke zustande. Aber im Vergleich zum gestrigen A.M. Fix hat Gold wieder $8 zugelegt.

Am Nachmittag setzte sich die positive Entwicklung bei Gold fort. Der P.M. Fix kam mit $951,00 (EUR 682,70) um $6 höher zustande als noch vor 24 Stunden. In der letzten Handels-Stunde der COMEX wurde noch ein Ausbruch bis $960 versucht. Zum Schluss des Handels wurde Gold aber wieder bis auf $953 gedrückt.

Das Gold-Kartell hat heute überhaupt nichts erreicht - höchstens den Ausbruch von Gold verhindern können.
Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX ist weiter stark gestiegen: +17.965 auf 396.965 Kontrakte. Der Gold-Markt bleibt weiter unter Feuer. Morgen steht der Juni 2009 Future-Kontrakt zur Lieferung an. Dort sind heute noch 88.229 offen, d.h. 43.059 Kontrakte sind entweder aufgelöst worden oder den nächstgelegenen Future-Kontrakt übergerollt worden. Morgen wissen wir, wieviel Kontrakte nun zur Lieferung gestellt werden.

Der USDX konnte sich heute auf 80,3 befestigen, während der Real-Zins der 10-jährigen Treasury Bonds auf 3,7 % hochschnellte. Das Verhältnis USDX / Real-Zins verzeichnet heute ein neues Rekordtief mit 21,7 (Dienstag: 22,9).

Ist "Big Government" nun am Ende ?


Neu 2009-05-27:

Gold-Bericht für den 26. Mai 2009:

Der Gold-Bericht für den 26. Mai 2009 musste entfallen, da die beiden Gold-Märkte in London und in New York geschlossen waren.

Heute durften wir den erwarteten Gegenschlag des Gold-Kartells erleben. Dieser kam bereits am Vormittag, und wie am Montag letzter Woche (dort allerdings zum P.M. Fix) wurde kurz vor Erreichen des A.M. Fixes um 11:30 Uhr MEZ eine grössere Menge Zentralbank-Gold auf den physischen Markt in London gekippt. Diese Aktion verfehlte ihre Wirkung nicht: Gold brach auf $942,00 (EUR 678,38) ein. Das sind $10 weniger als zum A.M. Fix letzten Freitag und $14 weniger als zum Schluss des New Yorker Handels am Freitag.

Das Gold-Kartell beginnt solche Aktionen in den handelsschwachen Zeiten zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr MEZ. Dort haben die Märkte in Asien schon geschlossen und der Londoner Markt hat noch nicht geöffnet. Aber auch diesmal half der Handelsbeginn in London um 9:50 Uhr MEZ nicht - Gold verfiel weiter im Preis. Dies ist ein starker Hinweis darauf, dass der physische Goldmarkt mit Zentralbank-Gold manipuliert wird. Die wirkliche Ernsthaftigkeit des Gold-Kartells konnte man aber erst kurz vor dem A.M. Fix an dem plötzlich fallenden Gold-Preis erkennen.

Noch schlimmer erwischte es Silber, das zeitweise um $0,35, also fast 3 Prozent im Preis nachgab.
Kurz vor Beginn des Handels an der New Yorker COMEX konnte sich Gold wieder auf bis zu $950 befestigen. Mit Beginn des Handels an der COMEX verfiel der Gold-Preis dann jedoch erneut. Der mit $945,00 (EUR 677,23) zustande gekommene P.M. Fix zeigt an, dass weiterhin physisches Gold in den Markt eingeschleust wurde. Gegenüber dem sehr starken Freitags-P.M. Fix musste Gold $15 abgeben.

Danach stabilisierte sich Gold wieder. Zum Schluss des Handels an der COMEX stand Gold bereits bei $952, d.h. gerade $4 niedriger als am Freitag Abend. Das war sicherlich nicht die Preis-Entwicklung, die sich das Gold-Kartell gewüscht hatte. Zu gross ist die Anzahl der Nachfrager, die diese Discount-Preise dazu verwenden, ihre Gold-Bestände weiter aufzustocken. Dürfen wir nun bald erleben, dass das Gold-Kartell in die Knie geht - wir werden sehen. Irgendwann werden die Zentralbanken erkennen, dass diese Taktik ins Leere läuft.

Zur Zeit stehen zwei Themen im Vordergrund, die ursprünglich nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Die Diskussion über die Zukunft von OPEL auf der einen Seite und die zunehmenden Probleme des Staates, sich auf den Anleihe-Märkten zu refinanzieren auf der anderen Seiten.

Die Äusserungen des Bundeswirtschafts-Ministers Gutenberg, dass er eine "geordnete Insolvenz" von OPEL befürworten würde, haben nur einen Hintergrund. Mit der Insolvenz gehen 3 bis 4 Milliarden Euro Pensions-Verpflichtungen von OPEL - und damit den evt Investoren - auf den Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) über. Die möglichen Investoren in OPEL kennen das Problem und verlangen, dass der Staat die Pensions-Verpflichtungen übernehmen soll. Zusätzlich ist zu erwarten, dass ein Drittel aller 25.000 Mitarbeiter in Deutschland abgebaut werden muss. Viele dieser Mitarbeiter sind schon langjährig bei OPEL angestellt und hätten Abfindungs-Ansprüche im sechsstelligen Euro-Bereich. Das wären weitere Kosten von über 800 Millionen Euro, die der Staat wohl hätte aufbringen müssen. Mit einer "geordneten Insolvenz" schrumpfen diese Ansprüche wohl auf unter 100 Millionen Euro zusammen (Beschränkung der Abfindungen auf 2,5 Monatsgehälter im Insolvenz-Fall).

Apropos PSV: Diese Organisation ist auch solch ein Karten-Haus, das mit einem Leverage von grösser 1 : 100 die Betriebs-Pensionen absichern soll. Wer mit einer Bilanz-Summe von gut EUR 2 Mrd Pensions-Verpflichtungen von über EUR 300 Mrd absichern soll, der hat kein besseres Geschäftsmodell als AIG oder sonstige Monoliner, die die berühmten CDOs oder anderen Giftmüll versichert haben. Wieviel OPELs kann der PSV ertragen, bis er kollabiert ?

Das soll nur eine weitere Verschuldung des Staates verhindern, die so langsam nicht mehr finanzierbar erscheint. Was passiert, wenn plötzlich die Zahlungen an die Beamten, Pensionäre, 7 Millionen Hartz IV-Empfänger ausbleiben und die Rentenversicherung mangels Zuschuss des Staates in Zahlungs-Schwierigkeiten kommt. Diese Konsequenzen wären viel gravierender, als einige grosse Unternehmen über die Klinge springen zu lassen.

Zurück zum Thema Gold: Das World Gold Council hat berichtet, dass in den Ländern Deutschland, Schweiz und Österreich im 1. Quartal 2009 insgesamt 120,9 Tonnen Gold für Investment-Zwecke gekauft wurden. In den U.S.A. gingen lediglich 27,4 Tonnen Gold über den Ladentisch. Mit 596 Tonnen ging aber ein Grossteil des investierten Geldes in die Gold Exchange Traded Funds (ETF). Der "GLD" ETF hält inzwischen Goldvorräte, die grösser sind als die der Schweizer Nationalbank. Rechnet man diese Nachfrage auf ein Jahr um, dann müssten ca 3.000 Tonnen Gold durch den Markt bereitgestellt werden. Ich habe an dieser Stelle mehrmals darauf hingewiesen, dass dieser Bedarf nicht annähenderweise durch den abflachenden Bedarf nach Schmuck-Gold und Zurverfügung-Stellung von "Gold Scrap" ausgeglichen werden kann. Gleichzeitig verkaufen die europäischen Zentralbanken nur noch einen Bruchteil des Goldes offiziell, das sie in der Vergangenheit auf den Markt gebracht haben (ca 500 Tonnen waren es in der Vergangenheit). Wenn sich die Entwicklung für den Rest des Jahres fortsetzen sollte, dann sprechen wir wohl von einem Supply-Deficit von 2.000 Tonnen Gold für dieses Jahr. Die westlichen Zentralbanken haben also alle Hände voll damit zu tun, ihre Bestände heimlich in den Gold-Markt einzuschleusen.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX ist weiter stark gestiegen: +16.827 auf 379.936 Kontrakte. Der Gold-Markt bleibt weiter unter Feuer. In zwei Tagen steht der Juni 2009 Future-Kontrakt zur Lieferung an. Dort sind heute noch 131.288 Kontrakte offen (400 Tonnen Gold). Wenn davon nur 20 % zur Lieferung gestellt werden, ist das Inventar an "Registered Gold" in den COMEX-Warenhäusern erschöpft. Dann werden auch die letzten Investoren erkennen dass das Gold-Kartell mit seinen "naked-short" Positionen so nackt wie der Kaiser ist ...

Der Versuch, den U.S.-Dollar nebst Staats-Anleihen unter Kontrolle zu bringen, ist heute ebenfalls gescheitert. Der USDX verharrte bei 80,1 und der Real-Zins der 10-jährigen Treasury Bonds beträgt 3,5 %. Das Verhältnis USDX / Real-Zins bleibt bei 22,9 (unverändert gegenüber Freitag).


Neu 2009-05-23:

Gold-Bericht für den 22. Mai 2009:

Am Goldmarkt brennt es gewaltig. Der heutige P.M. Fix in London, der Massstab für die Nachfrage von physischem Gold ist, stieg heute um $22 auf $959,75 (EUR 685,29). Aber zuerst einmal zu einer weiteren Beobachtung ...

Aus dem COMEX-Warenhaus von Scotia Mocatta wurden gestern 215.085 Unzen Gold der Kategorie "Registered" entnommen. Das sind fast 10 Prozent des gesamten Bestandes dieser Kategorie an einem Tag. Wenn man sich einen Long-Future Kontrakt an der COMEX liefern lässt, dann wird man Eigentümer von Gold der Kategorie "Registered". Dabei wechselt ein "warehouse receipt", der die Barren-Nummer, die Lokation des Warenhauses und den Feingold-Gehalt des 100oz-Barren enthält, den Besitzer. Üblicherweise lassen Investoren oder eher spekulativ orientierte Teilnehmer ihr Gold im Warenhaus liegen, weil die Verwahrkosten dort sehr günstig sind. Mit diesem "warehouse receipt" können sie bei anderer Gelegenheit eine Short-Future Position eingehen, mit der sie sich z.B. gegen den Fall des aktuellen Gold-Preis absichern. Geht der Trade schief - d.h. steigt Gold weiter - dann wechselt das Gold in Form des "warehouse receipt" wieder seinen Besitzer.

Es ist wichtig zu verstehen, dass sich bei der Lieferung von physischen Kontrakten an der COMEX der Lagerbestand des Warenhauses erst einmal nicht ändert. Der "warehouse receipt" des Halters der Short-Position wird einfach an den neuen Besitzer weitergereicht. Erst wenn sich dieser neue Besitzer das Gold ausliefern lässt, reduziert sich den Bestand in der Kategorie "Registered". Nun weiss man nicht, welcher Prozentsatz des Warenhaus-Bestandes nun wirklich den grossen Shorts, also den Gold-Kartell Banken JP Morgan, HSBC und Deutsche Bank gehört, und welchen Bestand andere Investoren halten. Zur Zeit sind nur noch 2,2 Mio Unzen im Warenhaus, also genug Gold, um 22.000 Future-Kontrakte zu decken. In Wirklichkeit ist diese Zahl aber wahrscheinlich viel geringer, weil viele Gold-Investoren, die Gold mit relativ niedrigen Aufschlägen an der COMEX kaufen, ihr Gold im Warenhaus belassen.

Braucht das Gold-Kartell dieses Gold, um am Londoner Markt bestehen zu können ? Wenn ja, dann werden mehr und mehr Short-Kontrakte des Kartells an der COMEX "naked" (d.h. sie sind nicht durch entsprechend vorhandenes Gold gedeckt). Auf der anderen Seite sprechen wir hier gerade von einer Menge von 7 Tonnen Gold. In London werden täglich mehrere hundert Tonnen gehandelt und man braucht schon eine zweistellige Tonnen-Menge Gold, um in London den Preis erheblich beeinflussen zu können.

Über den möglichen Default der COMEX wurde ja schon viel spekuliert, und ich möchte diese These zu diesem Zeitpunkt nicht erneut in den Raum stellen. Aber die gestrige Bewegung war sehr bemerkenswert. Sollte sich diese fortsetzen, dann wird der Stress der Shorts an der COMEX wohl grösser.

Apropos Stress: Auf die Gefahr meine Leser hier zu langweilen - aber der Stress im US-Dollarraum hat heute weiter zugenommen. Der US-Dollar-Index, der den Warenkorb der wichtigsten Währungen im Vergleich zum US-Dollar wiederspiegelt, ist heute unter die Marke von 80 gefallen. Gleichzeitig sind die Real-Zinsen der 10-jährigen Treasury Bonds auf 3,5 Prozent gestiegen, d.h. der aktuelle Marktwert der Treasuries ist weiter gefallen. Das Verhältnis USDX / Realzinsen beträgt 22,9 (Vortag: 23,7).

Gold hatte sich im gestrigen Access Market zum Schluss des New Yorker Handels von unter $950 (COMEX-Schlusskurs) bis auf $954 befestigt. Dieses Niveau konnte im asiatischen Handel heute früh nicht gehalten werden. Aber die Marke von $950 wurde dort auch nicht nach unten durchbrochen. Leicht über $950 konnte sich Gold dann wieder etwas befestigen und ging zum Londoner A.M. Fix mit $952,50 (EUR 682,55) aus dem Vormittags-Handel. Das sind $12 mehr als noch zum gestrigen A.M. Fix, der auch schon relativ stark war.

Zum frühen Nachmittag durchbrach Gold dann die Marke von $955. Diese Marke wurde auch während des Handels an der COMEX nicht nach unten durchbrochen. Überraschend stark war der Londoner P.M. Fix mit $959,75 (EUR 685,29). Das zeigt, es gibt eine starke Nachfrage nach dem Metall selbst.

Nachdem der physische Handel in London seine Pforten schloss, hat das Gold-Kartell mit "Plan B" versucht, den Gold-Preis wieder unter Kontrolle zu bringen. Das schien anfangs auch zu funktionierem, so dass Gold bis auf $955 gedrückt werden konnte. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold aber wieder erholen und ging mit $958 aus dem Markt.

Schon gestern ist die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX um 12.005 auf 379.936 explodiert. Heute kamen weitere 10.987 Kontrakte auf nun 390.923 hinzu. Auch diese Zahlen zeigen, dass ein schwerer Kampf zwischen Gold-Nachfrager und dem Gold-Kartell tobt. Sind eine Grossteil dieser Short-Kontrakte "naked", wie die COMEX Warenhausdaten nahelegen, dann spielt das Gold-Kartell hier ein gefährliches Spiel. Muss dann plötzlich wieder die EZB mit knapp 40 Tonnen Gold am Markt eingreifen, um die Deutsche Bank mit ihren "naked short" Gold-Positionen an der COMEX zu retten ?

Lasst den Goldmarkt ruhig brennen, denn das Goldene Zeitalter wird davon beschleunigt.


Neu 2009-05-22:

Gold-Bericht für den 21. Mai 2009:

Der Stress im Dollar-System nimmt weiter zu (diese Aussage kann ich zur Zeit täglich von einem Bericht zum nächsten kopieren). Allerdings werden die Ausschläge immer dramatischer, so dass diese Nachricht heute an erster Stelle steht. Der USDX ist heute auf 80,6 gefallen. Die 10-jährigen Treasury Notes konnten sich gestern Abend, nachdem mein Tages-Bericht schon geschrieben war, auf bis zu 3,2 % befestigen (d.h. der Zins-Satz ist gesunken). Heute sind sie wieder auf 3,4 % gestiegen, ein Höchstand, der zuletzt im November 2008 erreicht wurde. Damit beträgt der von mir seit dem 7. Mai 2009 ermittelte Wert USDX / Rendite nun 23,7 (Vortag: 24,8) und erreicht hiermit erneut einen neuen Tiefstand.

Heute musste sich der bisher glücklos agierende Finanzminister Tim Geithner ("Timmy") auf dem Capitol Hill den Kongress-Mitgliedern stellen. Der Sender CNBC überträgt solche Events live im Internet. Die Congress-Men/Women gehen hier nicht zaghaft vor. Während in Deutschland bei Abgeordneten gegenüber den Regierungs-Mitgliedern Demut und Unterwürfigkeit vorherrscht, wird in den U.S.A. den Regierungs-Mitgliedern bei solchen Anhörungen kräftig eingeheizt. Ein grosses Thema der heutigen Anhörung war der bevorstehende Bankrott von Kalifornien und die Probleme der Staaten bei der Finanzierung ihrer Staatsschulden. Ein Congress-Man brachte eine Banknote aus Zimbabwe mit, um das Ergebnis der grenzenlosen Nutzung der Gelddruck-Maschinen klar zu machen. Timmy machte hier ein ganz schlechte Figur. Auch sonst waren bis auf übliches Politiker-Blabla die Aussagen von Timmy nicht überzeugend. Das hat wohl im Anschluss den Dollar weiter unter Druck gebracht.

Wie bei solchen Ereignissen üblich, hat sich das Gold-Kartell bemüht, den Gold-Preis unter Kontrolle zu halten. Das gelang auch zum Teil, aber nach dem Ende des Hearings ging es wieder aufwärts.

Nun aber zum heutigen Marktgeschehen: Gold konnte sich heute früh im asiatischen Markt oberhalb der Marke von $940 befestigen. Im Londoner Vormittags-Handel kam etwas Druck auf. Gold konnte zum A.M. Fix aber mit $940,00 (EUR 681,70) diese Marke verteidigen. Im Tagesvergleich konnte Gold $11 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix zulegen.

Zu Beginn des Handels an der COMEX kam nun etwas mehr Druck auf. Der bevorstehende Geithner-Termin war wohl der Grund. Dadurch wurde auch der P.M. Fix beeinflusst (hier war wohl wieder einmal Zentralbank-Gold im Spiel). Mit $937,50 (EUR 680,93) gelang es dem Gold-Kartell, den Preis um $2 gegenüber dem gestrigen P.M. Fix zu drücken. Nachdem die Anhörung auf dem Capitol Hill beendet war, ging es bei Gold stetig aufwärts. Zum Ende des Handels an der COMEX stand Gold bereits bei knapp $950.

Im späten Access Handel ging es dann weiter aufwärts. Dies hat sicherlich seine Ursache in dem weiter verfallenden U.S.-Dollar. Um 22:00 Uhr MEZ stand Gold bereits bei $954.

Der weitere Verfall des U.S.-Dollars sollte nun hoffentlich den Weg zu $1.000 Gold absichern. Wer Gold in Euro-Preisen beobachtet, der wird feststellen, dass sich Gold in Euro gerechnet praktisch nicht verteuert hat. Was für die Gold-Anleger im Euro-Raum primär negativ aussieht, ist letztendlich positiv zu bewerten. Warum ? Wenn die grossen Nachfrage-Länder wie Indien trotz des in U.S.-Dollar gestiegenen Gold-Preises trotzdem weiter Gold kaufen, weil Gold in ihrer lokalen Währung nicht merklich steigt, dann wird es dem Gold-Kartell schwerfallen, den nachhaltigen Anstieg über die $1.000er-Marke zu verhindern. Hier kann es zwar kurze und heftige Rückschläge geben, wenn plötzlich wieder Zentralbank-Gold auf den Markt gekippt wird. Aber die Käufer in Indien & Co würden eine solche Drückungs-Aktion als kurzlebig scheitern lassen. Die beiden letzten Male, wo Gold in 2008 und 2009 die Marke von $1.000 durchbrochen hat, war Indien wegen des hohen Preis-Niveaus kein Käufer mehr im Markt. Deshalb war es für das Kartell relativ einfach, den Gold-Preis wieder unter die Marke von $1.000 zu drücken.

Sollte sich Gold aber bei $1.000 stabilisieren, dann wird diese psychologisch wichtige Marke weitere Käufer anlocken, die den Gold-Preis in neue Höhen treiben werden. Vielleicht wird dann Indien als Käufer wieder ausfallen, aber die nun in Panik geratenen Investoren werden sich dann um das verbliebene Gold schlagen.


Neu 2009-05-21:

Gold-Bericht für den 20. Mai 2009:

Die Strategie von Pöbel-Peer, an das Geld des vermögenden Mittelstandes heranzukommen, scheint nun aufzugehen. Als erstes wurde mit den Steuerflüchtlingen Zumwinkel und Co ein Popanz gegen die "Reichen" aufgebaut. Dann waren es plötzlich nicht mehr die Einkommens-Millionäre, von denen es nach der Statistik sowieso nur wenige tausende in Deutschland gibt, sondern bereits Personen mit einem Einkommen von EUR 500.000 pro Jahr, die nun bei der Besteuerung unter Generalverdacht gestellt wurden. Und nun bildet sich eine Initiative der "Reichen", die sich für eine Vermögensabgabe von 5 Prozent auf das Vermögen (nicht das Einkommen) ab 500.000 Euro einsetzt. Jetzt sind wir beim Mittelstand angekommen - dort liegen die zweistelligen Milliardenbeträge, die Pöbel-Peer für die Finanzierung seines kollabierenden Staats-Monsters dringend benötigt.

Müssen wir nun damit rechnen, dass der Mittelstand in Deutschland dieses hölzerne Pferd als Besänftigung seines sozialen Gewissens aufnimmt, aus dem dann im günstigen Moment die Leistungsträger mordenden Schergen von Pöbel-Peer herauskriechen ? Troja ist näher als viele denken.

Rechnen wir dazu einmal nach. Angenommen ein Arbeitnehmer würde pro Jahr ein Einkommen erzielen, das in etwa auf der Höhe der Beitragsbemessungs-Grenze der Rentenversicherung in Deutschland läge (z.Zt. monatlich EUR 5.400, jährlich EUR 64.800). Wenn er mehr als 20 Jahre gearbeitet hat, dann haben er und sein Arbeitgeber bereits EUR 200.000 an Zahlungen an die Rentenversicherung geleistet. Nehmen wir an, er müsste weitere 20 Jahre arbeiten und würde weitere Zahlungen über EUR 300.000 für die Rentenversicherung leisten. Er hat sich also hier ein "Vermögen" von EUR 500.000 zum Renteneintritt erarbeitet, das im Rahmen der ausgezahlten Renten verbraucht wird. Nun gewährt ihn seine Firma noch eine betriebliche Zusatzversicherung von EUR 1.500 pro Monat nach Renteneintritt, in die er auch noch zusätzlich Geld einzahlt. Ohne jetzt Sterbepläne und andere Parameter genauer zu berücksichtigen, haben diese Ansprüche zum Renteneintritt auch einen Wert von EUR 300.000-400.000. Nun konnte sich der Arbeitnehmer in 30 Jahren eine Wohnung oder ein kleines Haus ansparen, was einen Wert von EUR 200.000 hat. Und dazu kommen vielleicht noch Auszahlungen aus einer Lebensversicherung über EUR 50.000. Dieser Arbeitnehmer besitzt zum Renteneintritt nun ein Vermögen von über 1 Mio EUR.

Muss er nun damit rechnen, hier mit über 50.000 EUR Vermögens-Steuer belastet zu werden ? Das Geld kann er gar nicht zahlen, weil er es gar nicht flüssig hat.

Ist dieser Arbeitnehmer nun reich ? Natürlich nicht. Wer die Kommentare an dieser Stelle regelmässig verfolgt wird feststellen, dass diesem Arbeitnehmer sogar der Absturz in die Armut droht. Ob die Rentenzahlungen in dieser Höhe fliessen werden, ist bei einem Staats-Kollaps fragwürdig. Das gilt auch für die betriebliche Versorgung, obwohl es in Deutschland einen Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) gibt. Oder alternativ werden diese Zahlungen durch die Hyperinflation entwertet. Die EUR 200.000 sind auch in dem Haus fast uneinlösbar gebunden - einziger Vorteil: Man lebt mietfrei.

Man sieht, dass diese Diskussion nun groteske Formen annimmt. Im besten Fall, d.h. bevor diese Krise schlagend wurde, durfte der o.g. Millionär damit rechnen, seinen Lebensabend ohne Luxus, aber auch mit wenig Einschränkungen zu verbringen. Mit der Krise droht jetzt die Entwertung seines Altersvermögens, so dass er wohl entsprechend hohe Abschläge beim Lebens-Standard in Kauf nehmen muss. Mit den vorliegenden Vorschlägen zur Vermögens-Besteuerung würde er nun schon vor Erreichen des Renten-Alters noch zusätzlich enteignet.

Jedem Leser, dem nach Analyse meiner Ausführungen klar geworden ist, dass er nun persönlich und nicht nur ein abstrakter Zumwinkel, Ackermann & Co betroffen ist, sollte sich ernsthafte Gedanken machen, wie er sein Vermögen sichern kann. Nun gibt es in vielen Bereichen wie der gesetzlichen und zum Teil betrieblichen Altersversorgung für Arbeitnehmer kaum Möglichkeiten, sich die Ansprüche auszahlen zu lassen. Aber beim beliebten Thema Eigenheim und Lebensversicherungen gibt es durchaus Möglichkeiten, sein Vermögen nicht nur vor der indirekten Besteuerung durch Inflationierung des Papier-Geldes zu sichern. Sondern auch vor der jetzt drohenden direkten Besteuerung durch Pöpel-Peer und Konsorten.

Gold-Besitz erscheint mir hier als die risikoloseste Alternative. Die Inflationierung des Papier-Geldes wird durch den Preis-Anstieg von Gold gerechnet in Papier-Geldeinheiten kompensiert. Und den Geldeintreibern von Pöbel-Peer kann man sich durch Anonymisierung seines Gold-Schatzes entziehen. Man muss schon ein wirklich grosses Vermögen (Millionen) haben, damit die Menge Gold auffallend wird.

Gold stabilisierte sich im heutigen frühen Handel in Asien über der Marke von $925. Diese positive Entwicklung setzte sich im Londoner Vormittags-Handel fort. Mit $928,50 (EUR 680,57) zum A.M. Fix konnte Gold um $7 zulegen und erreichte fast wieder das Niveau vom Montag (vor der Drückung).

Am frühen Nachmittag, eine gute Stunde vor Eröffnung des Handels an der COMEX konnte Gold die Marke von $930 durchbrechen. Mit Beginn des Handels an der COMEX wurde Gold wieder unter $930 gedrückt. Der nahende P.M. wurde wurde aber für das Gold-Kartell zum Fiasko. Mit $939,50 (EUR 681,69) wurde Gold $14 höher als noch vor 24 Stunden bewertet. Solche Sprünge nach oben im physischen Handel sind schon sehr bemerkenswert.

Wie die letzten Tage bereits angedeutet: Ein Überschreiten der $930er-Marke macht den Weg in Richtung $1.000 für Gold frei. Gold bei $940 zum P.M. Fix - da müssen wohl die Alarm-Gocken im Gold-Kartell-Hauptquartier geläutet haben. Die Antwort liess nicht lange auf sich warten - "Plan B" kam prompt zur Anwendung. Und so wurde Gold kontinuierlich bis zum Schluss des Handels an der COMEX wieder auf $936 gedrückt.

Der Stress im Dollar-Raum nimmt weiter zu. Der USDX ist auf 81,2 gesunken, die Renditen der 10-jähigen Treasury Bonds verharrten bei 3,3 Prozent. Damit beträgt der von mir seit dem 7. Mai 2009 ermittelte Wert USDX / Rendite nun 24,6 (Vortag: 24,8) und erreicht hiermit einen neuen Tiefstand. Wer als Ausländer in Treasury Bonds investiert hat, verliert zunehmens Geld. Es ist interessant, wann die Ausländer sich in Panik von ihren ach so sicheren U.S.-Staatsanleihen trennen werden.

Die Chinesen treiben diese Entwicklung nicht. Vielmehr sind China und die U.S.A. wie siamesische Zwillinge miteinander verbunden. Versucht sich einer von dem anderen zu lösen, dann werden wohl beide sterben müssen. Aber das bisherige Verfahren "die U.S.A. konsumieren chinesische Waren auf Kredit, drucken dafür Geld, die Chinesen produzieren und erhalten dafür frisch gedruckte Dollars, die sie nur im Dollar-Raum investieren können" kann so auf Dauer nicht weitergehen. Den Eichelburg'schen Urknall im Geld-System wird es wohl dann geben, wenn einem dieser Beiden die Nerven durchgehen. Zur Zeit wird nur gebellt - aber bellende Hunde beissen ja bekanntlich nicht.


Neu 2009-05-20:

Gold-Bericht für den 19. Mai 2009:

Der gestrige Angriff auf den Gold-Preis hat sich heute nicht fortgesetzt. In der Folge konnte Gold wieder ein Teil der Verluste rückgängig machen, die es gestern kurz vor dem P.M. Fix und nach dem COMEX-Handelsschluss erlitten hat.

In asiatischen Markt konnte sich Gold wieder überhalb der $920er-Marke stabilisieren, nachdem es im späten Access Handel auf bis zu $915 gedrückt wurde. Auf diesem Niveau verlief dann auch der Vormittags-Handel in London. Der A.M. Fix kam mit $921,50 (EUR 676,28) zustande - das waren $8 weniger als zum gestrigen A.M. Fix.

Eine Stunde nach Beginn des Handels an der COMEX fassten einige Markt-Teilnehmer wieder Mut, nachdem das Gold-Kartell anscheinend nicht weiter in den Markt eingegriffen hat. So wurde die Marke von $925 erreicht. Der P.M. Fix kam aus diesem Niveau bei $924,75 (EUR 681,32) zustande. Gold konnte sich auf 24-Stundenbasis um $4 verbessern. Im weiteren Verlauf der COMEX konnte sich Gold weiter erholen und ging knapp über $925 aus dem Markt.

Die Euro-Notierungen zeigen an, dass sich der U.S.-Dollar weiter abgeschächt hat. Der USDX ist auf 82,0 gesunken, während die Renditen der 10-jähigen Treasury Bonds auf 3,3 Prozent gestiegen sind. Damit beträgt der von mir seit dem 7. Mai 2009 ermittelte Wert USDX / Rendite nun 24,8 (Vortag: 25,8) und erreicht hiermit einen neuen Tiefstand (bisheriger Tiefstand 25,0 am 8. Mai). Der Stress im Dollar-Raum nimmt weiter zu.

Die Seher der "Green Shoots" mussten heute einige Dämpfer hinnehmen: Neue Negativ-Rekorde von U.S.-Häusermarkt wurden heute für den Monat April gemeldet - die Bauanträge sind auf ein Rekordstand gesunken. Nach Berichten von Bloomberg sind Im Süden von Kalifornien die Haus-Preise um durchschnittlich 36 Prozent im Vergleich zum April 2008 gesunken. Gegenüber dem bisherigen Höhepunkt haben diese Immobilien mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Viele amerikanische Immobilien-Besitzer sind mit ihren Immobilien bereits "below the water", d.h. die Immobilien-Schulden sind höher als die erzielbaren Marktpreise. Bei einem Unternehmen nennt man dies "Überschuldung", die üblicherweise zur Liquidierung führt. Das kümmert das Plunge Protection Team (PPT) allerdings nicht, trotzdem die Aktien-Märkte weiter zu heben. Bis kurz vor der Lehman Brothers Pleite haben wir diese PPT-Aktionen auch schon viele Monate beobachten können - letztendlich ist der Aktien-Markt dennoch stark eingebrochen.

Anmerkung zum gestrigen Beitrag: Die Aufzählung von Max Otte zum Thema Geldvermögen bezog sich nur auf "Spar- und Termineinlagen, Anleihen, Lebensversicherung und Rentenansprüche". Den folgenden Teil "Immobilien, Gold, Aktien und die eigene Arbeitskraft …" habe ich fälschlicherweise als Fortsetzung der Aufzählung zum Geldvermögen gelesen. Zwischen beiden Teilen war jedoch ein Punkt und kein Komma. Danke, dass dies einer Reihe von Lesern aufgefallen ist. Dort wurde jedoch auch eingeräumt, dass man mehrmals lesen musste, um den wirklichen Kontext erkennen zu können. Solche Fehler passieren eben bei täglichen Kommentaren, die nicht durch ein Back-Office noch einmal quergelesen werden. Dass die Auswirkungen in diesem Fall so gravierend waren, womit eine Aussage von Max Otte ins Gegenteil gedreht wurde, ist eine Verkettung widriger Umstände. Ich nehme deshalb ausdrücklich meine Aussagen "Bullshit" etc zurück - Max Otte lade ich gerne auf ein Bier ein (auf meine Kosten natürlich). Nichtsdestotrotz finde ich es im höchsten Masse befremdlich, wieviel Anhänger die Ausführungen von Max Otte bei der Leserschaft zu haben scheinen - die Inflationierung der letzten dreissig Jahre hat uns erst in die derzeitige Lage gebracht: Nun müssen in Wahrheit nicht mehr vorhandene Geld-Vermögen (und damit auch Schulden) abgebaut werden und nicht noch durch das gleiche System künstlich verlängert werden. Noch befremdlicher finde ich es, wenn Leser mir in einer oberlehrerhaften Art "Unwissen" oder noch andere Termini an den Kopf werfen.


Neu 2009-05-19:

Gold-Bericht für den 18. Mai 2009:

In unserer heutigen Zeit der permanenten Unverbindlichkeit kann man sich auf eines noch verlassen: Das Gold-Kartell. Ich kann nicht vorhersagen, welche taktische Karte am heutigen Tag gespielt würde. Aber dass eine gespielt werden würde, war mir am Freitag Abend schon klar.

Ob der Plan nun heisst, den Londoner Edelmetall-Markt mit Zentralbank-Gold zum A.M. und/oder P.M. Fix ("Plan A") zu fluten, den Gold-Preises im COMEX-Derivatehandel nach Schluss des Londoner Handels ("Plan B") zu drücken oder den handelsschwachen Access Handels ("Plan C") auszunutzen - es wird im Prinzip immer das gleiche Handlungsmuster sichtbar: Drückung, wenn es kritisch wird.

Gold hat sich die letzten Tage langsam aber stetig an die kritische Marke von $930 herangearbeitet - trotz aller Gegenwehr des Gold-Kartells. Diese Marke darf nach Ansicht dieser "Marktteilnehmer" nicht fallen, weil sonst der Weg zu Gold $1.000 frei wäre. Zu gross ist die Angst vor dieser psychologisch wichtigen Marke, so dass anscheinend nicht nur einige "Gold Bugs" darin den Untergang des Papier-Geldsystems sehen. Sondern auch die hinter dem Gold-Kartell stehenden Kräfte. Zu labil ist anscheinend immer noch die Lage des Banken-Systems, trotz aller angeblichen "Green Shoots", die vor allem die Politiker nebst Notenbanker als Signal des Endes der Krise sehen.

Die Nachfrage aus den klassischen Gold-Nachfrageländern wie Indien zieht wieder kräftig an und die Umschichtung von grossen Vermögenswerten in Gold geht unvermindert weiter. Auf der anderen Seite nehmen die offiziellen Verkäufe der europäischen Zentralbanken massiv ab. Gleichzeitig sinkt wegen der Probleme im Finanzierungs-Bereich der Goldminen deren Förderung langsam aber stetig - "Peak Gold" hatten wir schon vor einigen Jahren. Das Gold-Kartell hat mit der Pulverisierung der Minen-Aktien hier ganze Arbeit geleistet - sich aber auch selbst den Strick um den Hals enger gezogen. Nur die vom Gold-Kartell bezahlten Gold-Analysten wie CPM Group (U.S.A.) oder GFMS (U.K.) sehen immer noch ein ausgeglichenes Supply-/Demand-Verhältnis bei Gold.

Das immer grösser werdende Defizit kann nur durch im Rahmen von verdeckten Gold-Leasinggeschäften getätigten Verkäufen der Zentralbanken ausgeglichen werden. Es sei denn, die All-Chemisten haben es geschafft, aus Blei oder Quecksilber Gold zu synthetisieren. Diese Bestände müssen, nachdem der Abfluss von Gold seit Herbst letzten Jahres immer grösser zu werden scheint, aber irgendwann zur Neige gehen. Wenn dieser Fall dann plötzlich eintritt, dann muss ein geschätztes Defizit von 1.000 bis 1.500 Tonnen durch den Markt im Rahmen einer neuen Preisfindung ausgeglichen werden. Dass alle diejenigen Investoren, die gerade in Gold eingestiegen sind, selbst bei $3.000 nicht verkaufen werden, gilt schon fast als ausgemachte Sache. So bleibt dann die Hoffnung, dass die Investoren bei $3.000 ihre Käufe wesentlich reduzieren werden. Oder vielleicht auch nicht - bei einem "Boom" möchte man doch gerne dabei sei. Egal wie die Situation sich konkret entwickeln wird: Wenn die jährlichen 1.000 bis 1.500 Tonnen, die die Zentralbanken seit der Finanzkrise in den Gold-Markt gepumpt haben, plötzlich ausfallen, dann wird Gold um Faktoren steigen. Dann ist nur noch die Frage, ob der Steigerungs-Faktor noch einstellig bleibt, oder ob wir zweistellige Steigerungs-Faktoren sehen werden.

Apropos Geld-Entwertung: "Der Crash" Autor Max Otte hat sich heute in seinem Bericht "Ein Schritt näher an der Inflation - und das ist gut so !" endgültig von der Bühne der Sachkenner verabschiedet. Ich meine nicht, dass er in Anlehnung an die homosexuellen Neigungen des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit nun seine inflationären Neigungen an die Öffentlichkeit bringt. Sondern dass er allen ernstes behauptet: "Bei einer Inflation zahlen die Besitzer von Geldvermögen sowie Rentner und Pensionäre. Unter Geldvermögen verstehe ich: Spar- und Termineinlagen, Anleihen, Lebensversicherungen und Rentenansprüche, Immobilien, Gold, Aktien ...". Gold ist also Geldvermögen, das durch Inflationierung der Papier-Währungen an Wert verliert. Die Amerikaner haben hierfür einen eigenen Ausdruck: BULLSHIT. Lieber Max Otto - gehen Sie in Früh-Pension, Ihr Ruf als Fachmann ist nach dieser Aussage endgültig ruiniert: "si tacuisses, philosophus mansisses" hatte schon der römische Philosoph und Politiker Boethius vor 1.500 Jahren für solche Entgleisungen angemerkt.

Der heutige Gold-Handel verlief anfangs in ruhigen Bahnen. Im asiatischen Markt schwankte Gold um den Schluss-Kurs vom letzten Freitag, also um die $930er-Marke. Auch im frühen Londoner Handel passierte lange Zeit nichts. Der A.M. Fix kam mit $929,75 (EUR 690,57) um $5 höher als noch zum A.M. Fix am Freitag zustande.

Auch an der COMEX tat sich die ersten Handels-Stunden kaum etwas. Die bekannte Drückung zu Handels-Beginn wurde schnell wieder kompensiert. Es drohte zum Nachmittag ein nachhaltiger Durchbruch der $930er-Marke. Hier muss es wohl aus dem Gold-Kartell Hauptquartier einen Hilferuf an die befreundeten Zentralbanken gegeben haben. Dieser Hilferuf wurde wohl gehört und kurz vor dem P.M. Fix brach Gold um $12 ein. Der P.M. Fix kam mit $921,00 (EUR 682,68) mit $9 niedriger als am letzten P.M. Fix zustande. Gold-Kartell "Plan A" kam also wieder einmal zur Anwendung. Wenn alle Derivate-Tricks versagen, dann kann nur frisches Zentralbank-Gold den Markt wieder beruhigen.

Die Erklärungs-Versuche der vermeintlichen Gold-Analysten sind wirklich mehr als kläglich. So berichtete REUTERS heute: "New York gold futures dropped 1 percent on Monday as a bounce in the stock market lessened safe-haven demand, triggering stop-loss orders and profit taking". Und weiter heisst es dort: "Lower oil prices combined with deflationary forces should present headwind to further gains in gold, following recent rise on safe-haven buying and weaker stock markets - James Steel, chief commodities analyst at HSBC". Interessant, dass kurz vor dem Londoner P.M. Fix viele Marktteilnehmer plötzlich in Panik ihr Gold verkauft haben, obwohl es gar keine für Gold negative Nachrichten gab. Der wahre Grund für diesen Kommentar finden wir später: James Steel von der Gold-Kartell Bank HSBC.

Für wie dumm will uns das Gold-Kartell verkaufen, dass wir diesen Unsinn glauben sollten.
In den verbliebenen Handels-Stunden der COMEX stabilisierte sich Gold bei $921. Mit diesem Preis ging das Metall auch aus dem Handel an der COMEX. Im späten Access Handel wurde dann "Plan C" aktiviert und Gold um bis zu weitere $4 gedrückt.

Das Verhältnis von USDX zu Realzins der 10-jährigen Treasuries hat sich heute auf 25,8 verringert - USDX = 82,7 und Realzins = 3,2 % (letzter Stand am Freitag: 26,8).

[9:15] Angeblich ist in diesem Bericht Prof. Otte falsch zitiert worden. Bitte entsprechende Meldungen an Hrn. Ziemann senden, nicht an hartgeld.com. Falls Hr. Ziemann eine Korrektur wünscht, tauschen wir den Bericht gerne aus.


Neu 2009-05-15:

Gold-Bericht für den 14. Mai 2009:

Immer häufiger kann man nun auch in der Systempresse die Furcht vor Staatsbankrott und Hyperinflation lesen. Dabei ist die Situation historisch betrachtet ganz einfach: Noch niemals hat ein Staat seine Schulden zurückzahlen können. Entweder die Schuldner wurden für "vogelfrei" erklärt, um sie (und damit auch die Schulden) zu beseitigen. Oder, wie wir aus der deutschen Geschichte den letzten Jahrhunderts erfahren haben, wurden die Staats-Schulden durch Hyperinflation entwertet, oder der Staat hat sich durch eine Währungs-Reform seiner Schulden erledigt.

Dieses Verfahren funktioniert aber nur für den Staat selbst: Normale Schuldner, seien es nun Immobilien-Besitzer oder Konsumenten, waren meistens die Dummen. Entweder wurden ihre Hypotheken mit einer "Ausgleichsabgabe" in der neuen Währung zwangsbelastet oder die Schulden wurden Eins zu Eins von der alten Währung in die neue Währung "umgerechnet". Nach der Hyperinflation der 20er-Jahre wurden die entwerteten Hypotheken so stark mit einer Zwangsabgabe belastet, dass viele Besitzer ihr Haus zwangsverkaufen mussten.

Man sieht: Es ist fatal zu vermuten, dass die persönlichen Schulden so wie die Schulden des Staates entwertet werden.
Noch fataler ist es jedoch, dem Staat Geld zu leihen - sei es nun durch Aufkauf bestimmter Staats-Anleihen auf direktem Weg, oder indem man sein Geld in Versicherungen (Lebensversicherungen, Riester-Renten etc) über Umwege in Staats-Anleihen parkt. Nun wird man heute nicht gleich für vogelfrei erklärt, so dass man fürchten muss, von den Häschern des Staates ermordet zu werden. Obwohl die Rhetorik von Pöbel-Peer und Marschier-Münte in diese Richtung geht.

Die Gefahr geht heute primär von der Hyperinflationierung des Geldes und damit anders gesagt von der Deflationierung der realen Staatsschulden aus. Dass ein Staat Bankrott anmelden muss, ist eher eine sekundäre Gefahr (Anmerkung: Diese Form von Bankrott tritt im Wesentlichen bei Staaten auf, die sich in Fremdwährungen verschuldet haben). Der Staat wird sich vorher der Gelddruck-Maschine bemächtigen, um seine Ausgaben zu decken. Das Einschleusen dieses Falsch-Geldes in den Wirtschafts-Kreislauf ist nichts anderes als eine versteckte - weil nicht in nominellen Werten sichtbare - Steuer des Staates auf alle Einkommen und Vermögen. In realen Werten verringern sich nämlich sowohl Einkommen und Vermögen, weil sie weniger kaufen können.

Die "Noten-/Zentral-Bank als Hüterin der Währung" ist eine der grössten geglaubten Lügen der Weltgeschichte. Auch wenn man es tausendmal wiederholt, wird es trotzdem nicht "wahrer". In Wirklichkeit sind die Notenbanken die Komplizen des Staates, um diejenigen Geldmengen bereitzustellen, die der Staat mit seinem grenzenlosen "deficit spending" benötigt. Finanzminister als "Sparschweine" der Nation ist auch eine geglaubte Lüge. Die Realität sieht folgendermassen aus: Die Finanzminister in Deutschland haben sich letztendlich immer dadurch ausgezeichnet, dass sie die Spitzenverschuldung ihres jeweiligen Vorgängers gerissen haben. Pöbel-Peer reiht sich hier perfekt in die Riege seiner Vorgänger Eichel und Waigel (den Saarländer habe ich einmal ausgeblendet) ein.

Für die persönliche Vermögensplanung ist es ESSENTIELL, diese Zusammenhänge zu verstehen und zu verinnerlichen. Insbesondere in Krisenzeiten wie der heutigen sind die Auswirkungen besonders gravierend.

Auch wenn es Viele nicht wahrhaben wollen, ist Gold zur Zeit eine der wenigen Alternativen, mit der man zumindestens sein Vermögen vor direkten (Steuern, Zwangsanleihen) und indirekten (Inflationierung) staatlichen Zugriffen schützen kann. Das wissen unsere Politiker und Zentralbank-Gehilfen natürlich auch. Weshalb Gold als Staatsfeind behandelt wird, weil ein auf Gold basierendes Währungssystem eben nicht eine permanente Verschuldung durch "deficit spending" erlaubt.

Am heutigen Tag stand wie am gestrigen der erbittert geführte Kampf um die $930 Gold Marke im Vordergrund. Gold wurde schon im frühen asiatischen Markt - da hatte der Access Market gestern in New York erst seit einer Stunden den Handel beendet, plötzlich von $927 auf $921 gedrückt. Ein typisches Muster des Gold-Kartells. Von diesem Tiefschlag konnte sich Gold bis zu Beginn des Londoner Handels nicht erholen. Dann ging es aber wieder leicht aufwärts. Zum A.M. Fix stand Gold mit $923,25 (EUR 678,71) wieder etwas besser, musste aber im 24-Stunden Vergleich $2 abgeben.

Nach der Anfangs-Drückung des Gold-Kartells zu Beginn des New Yorker Handels konnte sich Gold zum Nachmittag aber wieder befestigen. Zum P.M. Fix stand Gold bereits bei $925,25 (EUR 680,53) $1 höher als gestern zur gleichen Zeit. Zum Schluss des Handels an der COMEX beendete Gold den Handel bei knapp $928. Das Gold-Kartell hat den heutigen Tag zwar verhindern können, dass die $930er-Marke fällt, aber Gold ist trotz aller Drückungsversuche doch leicht gestiegen.

Das Verhältnis von USDX zu Realzins der 10-jährigen Treasuries hat sich heute auf 26,5 verringert - USDX = 82,3 und Realzins = 3,1 % (letzter Stand am Mittwoch: 26,7).


Neu 2009-05-14:

Gold-Bericht für den 13. Mai 2009:

Im Mittelpunkt des heutigen Tages stand der Kampf um die $930er-Marke. Dazu musste das Gold-Kartell heute schweres Geschütz auffahren, um einen Durchbruch dieser Marke zu verhindern. Mit dem Überschreiten von $930 Gold wäre erneut der Weg zu $1.000 Gold frei.

Im asiatischen Handel startete Gold den Tag bereits oberhalb der $925er-Marke. Die Marke hielt bis zum A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ. Mit $925,75 (EUR 676,47) hat Gold immerhin $6 gegenüber dem gestrigen Tag zugelegt. Nach dem A.M. Fix ist das Gold-Kartell zum Angriff übergegangen. Gold wurde bis auf $920 gedrückt.

Mit Beginn des Handels an der COMEX ging die Drückung nach altbekanntem Muster weiter: Eine halbe Stunde später war mit $918 der Tiefstand erreicht. Danach setzte beim Gold wieder eine Aufwärtsbewegung ein. Der P.M. Fix kam mit $924,00 (EUR 679,66) um $7 höher als noch vor 24 Stunden zustande. Im Anschluss setzte Gold seine Aufwärtsbewegung in Richtung der $930er-Marke stetig fort. Gegen 17:30 Uhr MEZ konnte Gold die $930 knacken und erreichte mit $931 seinen Tageshöchstand.

Zum Schluss des COMEX-Handels hat das Gold-Kartell dann wieder die Oberhand gewonnen. Mit $925 beendete Gold den Handel an der New Yorker COMEX.

Das Verhältnis von USDX zu Realzins der 10-jährigen Treasuries hat sich heute stark auf 26,7 verbessert - USDX = 82,7 und Realzins = 3,1 % (letzter Stand am Dienstag: 25,7). Zur Zeit müssen wohl starke Kräfte den US-Dollar und die Treasuries stützen. Heute war deshalb wohl wieder eine eher restriktive Liquiditäts-Politik angesagt: Die Aktien-Märkte fielen weltweit auf breiter Front. Zur Zeit steht wohl die Rettung der Staatsanleihen im Vordergrund.


Neu 2009-05-13:

Gold-Bericht für den 12. Mai 2009:

Die Probleme für "big goverment" nehmen weiter zu. Das Defizit für den U.S.-Bundeshaushalt wird in diesem Jahr noch $89 Mrd höher werden, als bisher prognostiziert. Insgesamt wird das Defizit für dieses Haushaltsjahr mehr als $1.800 Mrd betragen. Damit müssen für jeden Dollar, der von "big government" ausgegeben wird, 46 Cents neu geliehen werden. Die Deckungs-Quote der Steuereinnahmen beträgt somit nur noch 54 Prozent.

Die gestrige Versteigerung der 30-jährigen Treasury Bonds über $14 Mrd ging einher mit einem Aufkauf von 30-jährigen Treasury Bonds durch die FED am Zweitmarkt in Höhe von $3,5 Mrd. Wie an dieser Stelle schon öfters erwähnt: Die Aufkauf der Treasuries durch die FED bedeutet nichts anderes, als dass die FED "aus dem Nichts" US-Dollar kreiert und als Gegenposten in ihre Bilanz die aufgekauften Treasuries einbucht. Die neu geschaffenen US-Dollar erhält der Verkäufer, der damit andere Investments tätigen kann.

Im Prinzip druckt sich mit dieser Methode der Staat über den Umweg FED selbst das Geld, das er ausgibt. Die monetäre Disziplin, wozu eine Notenbank wie die FED verpflichtet ist, wird damit völlig über den Haufen geworfen. Das über diesen Weg in Umlauf kommende Geld wird vom Empfänger auch nicht wieder zurückgefordert werden. Es verbleibt für immer und ewig im Geld-Kreislauf. Deshalb wird es dort auch früher oder später die Preise für Güter in die Höhe treiben. Viel schlimmer: Das Vertrauen der Bevölkerung in das Geld wird erschüttert. Zur Zeit kann man über Verniedlichungs-Floskeln wie "quantitative easing" oder "monetarizing the debt" dem Grossteil der Bevölkerung noch vorenthalten, dass hier künstlich Falschgeld in den Kreislauf eingeschleust wird. Und dass dieses Falschgeld den Wert des durch Arbeit erzeugten "richtigen Geldes" verwässert. Mit dieser Methode besteuert der Staat also alle Besitzer von Geld-Vermögen, ohne dass diese es merken. Auch der arbeitende Teil der Bevölkerung wird dadurch besteuert, da ihre Einkommen durch die Verwässerung des Wertes von ihren Einkünften immer weiter sinken.

Man bekämpft die Deflation im System des Kredit-Geldes dadurch, dass man die umlaufende Geldmenge mit dem Einschleusen von Falschgeld verwässert. Damit weitet man die Deflation bestimmter Vermögenswerte wie Aktien und Immobilien nun auch auf Geld-Vermögen und die Arbeits-Einkünfte aus. Denn der reale Wert des Geld-Vermögens und der Arbeits-Einkünfte wird durch diese Massnahmen verringert - nichts anderes ist Deflation.

Auch wenn man mit diesen Massnahmen nun die nominelle Deflation des Kredit-Geldes aufhalten könnte und die von Kredit-Geld abhängigen Vermögenswerte wie Aktien und Immobilien sich in ihrem nominellen Wert stabilisieren liessen, dann sinkt deren Real-Wert trotzdem weiter. Wenn die eingeleitete Geld-Verwässerung nun aber alle Vermögen und dazu noch die Einkommen real deflationiert, dann bleibt der Bevölkerung nur die Wahl, ihre Vermögenswerte in Geld umzuschichten, das nicht durch den Staat künstlich verwässert werden kann.

Selbst die FAZ schreibt heute: "Während Zentralbanken den Eindruck erwecken, ihre Geldpolitik trage zur Stabilisierung der Volkswirtschaften bei, haben sie oft das Gegenteil, eine Destabilisierung, bewirkt. Das Auf und Ab der Konjunktur wurde verschärft. Der amerikanische Ökonom George Selgin spricht daher von einem Wesen wie „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“. Historisch gesehen sei es ein Mythos, dass die Zentralbanken geschaffen wurden, um die Konjunktur zu glätten oder Wachstum zu fördern. „Sie dienten in ihren Anfängen primär den Fiskalbedürfnissen der Regierungen“, sagte Selgin, der an der Universität von West Virginia lehrt, kürzlich auf einer Konferenz der Friedrich-Naumann-Stiftung zur „Zukunft des Geldes“"

Hier scheint Gold die einzig verbliebene Alternative zu sein, um den Wert seines Vermögens vor der verdeckten Besteuerung des Staates retten zu können. Würde sich diese Erkenntnis in der Bevölkerung jedoch durchsetzen, dann wäre das Vertrauen in das Papiergeld-System erschüttert und es würde eine fluchtartige Bewegung in Gold einsetzen. Die Bevölkerung ahnt schon ("Bauchgefühl"), dass sie im derzeitigen System nur verlieren kann. Nur die Propaganda gegen Gold nebst der Verwässerung des Gold-Preises durch das permanente Fluten des kleinen Gold-Marktes mit Zentralbank-Gold hat noch schlimmeres verhindern können.

Wie hat sich das Antidot gegen die schleichende Vermögens-Entwertung durch Pöpel-Peer, Timmy Geithner und andere Finanz-Minister heute geschlagen: Im asiatischen Markt startete Gold heute etwas leichter, als zum Schluss des gestrigen New Yorker Handels. Zum frühen Londoner Handel kam dann aber verstärkt Kauflaune auf. Der A.M. Fix mit $920,00 (EUR 673,20) bestätigt, dass ein starker Bedarf nach physischen Gold herrscht. Gold hat gegenüber dem gestrigen A.M. Fix $6 zulegen können.

Zum Nachmittags-Handel tendierte Gold dann noch fester und erreichte mit $923 seinen Höchstand kurz vor Eröffnung der COMEX. Aber eine halbe Stunde nach Eröffnung der COMEX hat das Gold-Kartell diese Aufwärts-Entwicklung wieder gebremst - Gold wurde bis auf $916 gedrückt. Der nahende P.M. Fix zeigt an, dass das Gold-Kartell auch wieder mit Zentralbank-Gold aushelfen musste, um den Gold-Preis unter Kontrolle zu halten. Mit $917,00 (EUR 672,04) war Gold zwar $4 teurer als zum gestrigen P.M. Fix, aber fast auf dem Tiefstand nach der Drückung.

Nach der Drückung zum P.M. Fix konnte sich Gold wieder erholen und erreichte zum Schluss des COMEX-Handels wieder den Tages-Höchstand von von $922.

Das Verhältnis von USDX zu den 10-jährigen Treasuries ist heute leicht auf 25,7 gesunken (USDX = 82,3 & Real-Zins = 3,2 %). Zum Schluss des New Yorker Aktienhandels hat das Plunge Protection Team den Dow und SP500 wieder aus dem negativen Terrain in den positiven Bereich gehoben.


Neu 2009-05-12:

Gold-Bericht für den 11. Mai 2009:

Ich hatte am Freitag berichtet, dass die Zahlen des Arbeitsmarktes für den April nicht besser seien als die für den März. Der Grund: Das "Wahrheitsministerium" BLS berichtet immer zu niedrige Zahlen, die dann einen Monat später revidiert werden müsen. Zu dem späteren Zeitpunkt interessiert das aber keinen Investor mehr - die falschen Zahlen haben bereits auf dem Markt gewirkt. Daneben wurden im Rahmen der "big government" Initiative 72.000 neue temporäre Jobs geschaffen, um die bevorstehende Volkszählung mit Personal auszustatten. Mr. President, wie wäre es denn mit 200.000 neuen Jobs als Baumzähler ?

Aber mein heutiges Ansinnen ist, darauf hinzuweisen, dass die April-Zahlen sogar noch schlechter sind als die März-Zahlen. Der Grund: Das korrupte "Net Birth/Death" Modell des BLS. Im März hat dieses Modell noch 114.000 Phantom-Jobs geschaffen, während im April 226.000 Jobs wie Phönix aus der Asche entstanden sind (Quelle:http://www.bls.gov/web/cesbd.htm).

Also rechnen wir noch einmal die April-Zahlen nach: 539.000 Jobs (offiziell) + 30.000 Jobs für die erwartete Korrektur in einem Monat + 72.000 Jobs für temporär eingestelle Volks-Zähler + 226.000 Phantom-Jobs aus dem Net Birth/Death Modell = 867.000 verlorene Jobs im April. Die März-Zahlen sind: 663.000 Jobs + 36.000 Jobs (Korrektur) + 114.000 Phantom-Jobs aus dem Net Birth/Death Modell = 813.000. Also hat sich im April der Job-Abbau noch um 54.000 verstärkt und nicht um 160.000 verringert, wie uns die Presse-Meldungen verkünden. Die Regierung hat in George Orwell ihren wirklichen Lehrmeister gefunden.

Die "alles wird wieder gut" Initiative unserer Politiker nebst Zentralbanker ist am kippen. Zu offensichtlich wird die Manipulation selbst in der System-Presse gesehen.

Gold startete die Woche im asiatischen Markt mit leicht nachgebenden Notierungen. Mit Beginn des Londoner Handels bröckelte Gold weiter ab. Der A.M. Fix kam mit $912,50 (EUR 671,75) um $5 niedriger als zum letzten Freitags A.M. Fix zustande.

Mit Beginn des Handels an der COMEX wurde Gold bis auf $909 gedrückt, konnte sich aber auf diesem Niveau wieder stabilisieren. Zum P.M. Fix stand dann Gold wieder bei $913,00 (EUR 670,98) und damit $6 höher als zum P.M. Fix am Freitag. Am Freitag hat das Gold-Kartell nach Veröffentlichung der Arbeitsmarkt-Zahlen den Preis von Gold auf $907 heruntergeprügelt.

Bis zum Schluss des Handels an der COMEX tat sich nicht mehr viel. Gold beendete den Markt bei $913. Auch im späten Access Market kam es zu keinen bemerkenswerten Bewegungen.

Das Verhältnis von USDX zu Realzins der 10-jährigen Treasuries hat sich heute auf 25,8 verbessert - USDX = 82,7 und Realzins = 3,2 % (letzter Stand am Freitag: 25,0). Neben der leichten Abwärtsbewegung beim Gold-Preis war heute wieder einmal eine System-Korrektur notwendig. Der Aktien-Markt zeigt es an: Die Liquiditäts-Zufuhr der FED wurde heute unterbrochen und der Aktien-Markt hat daraufhin nachgegeben.


Neu 2009-05-09:

Gold-Bericht für den 8. Mai 2009:

Die Auf- und Abwärtsbewegungen des Gold-Marktes der letzten Tage deuten auf eine schwere Schlacht zwischen dem Gold-Kartell und Gold-Investoren hin. Mit den QE (quantitative easing) Initiativen aller grossen Zentralbanken können die Investoren ihre Vermögensgegenstände gegen frisch gedrucktes Geld eintauschen. Mit diesem Geld gehen sie zum Teil auf dem Gold-Markt einkaufen. Jeder vom Gold-Kartell provozierte Einbruch beim Gold-Preis wird von diesen Investoren dazu genützt, billiges Gold vom Kartell aufzukaufen. "Vielen Dank für das günstige Angebot" ist wohl deren Antwort auf die Aktionen des Kartells.

Es wird jetzt spannend: Die laufenden Angriffe des Gold-Kartells müssen mit erheblichen Mengen physischem Golds durchgeführt worden sein. Keiner der Investoren lässt sich hier mit Papier-Gold abspeisen. Die Fördermengen der Minen-Unternehmen sinken, und die Minen-Unternehmen sind immer weniger dazu bereit, den Kartell-Banken JP Morgan, HSBC und Deutsche Bank Gold zu verkaufen. Wer nämlich permanent gegen die Interessen der Minen-Unternehmen das Gold dazu verwendet, um den Preis zu drücken anstatt den besten (= höchsten) Preis am Markt zu erzielen, der darf sich nicht wundern, wenn ihm keiner mehr Gold zum Verkauf anvertraut. Wahrscheinlich verkaufen nur noch die selbst zum Gold-Kartell gehörenden Minen-Unternehmen Barrick Gold und AngloGold Ashanti den Kartell-Banken ihr Gold.

Auch der Rücklauf von Gebraucht-Gold (gold scrap) ist wieder zum Erliegen gekommen. Die grossen Gold-Abnehmer wie Indien, Vietnam, Türkei müssen wieder importieren, anstatt vom Recycling den eigenen Bedarf zu decken.

Also kann das Gold des Kartells nur von den westlichen Zentralbanken stammen. Wir wissen aus Veröffentlichungen, dass China, Russland, Venezuela und andere Staaten ihre Goldvorräte aufstocken. Bei der Schweiz wissen wir, dass in etwa 10 % des Goldes verliehen ist. Bleiben die Zentralbanken des EZB-Raumes, die U.S.A., der IWF, Japan, England und andere Länder in Asien (wie z.B. Taiwan), die die Quellen des Goldes für die Aktionen des Gold-Kartells sind. Wahrscheinlich ist die verfügbare Menge also nur noch bei 5.000 Tonnen oder weniger. Inwieweit Frankreich mit den knapp offiziell ausgewiesenen 2.500 Tonnen Gold dem Gold-Kartell zur Hilfe eilen wird, ist zweifelhaft.

Das "Wahrheitsministerium" BLS hatte heute wieder einmal seinen Auftritt mit neuen Zahlen zum Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosen-Quote ist von 8,5 % im März auf 8,9 % im April angestiegen. Hier muss man folgendes beachten: Der Rückgang der Jobs für den März 2009 wurde zuerst mit 663.000 Jobs veröffentlicht, heute jedoch auf 699.000 nach oben revidiert. Der heute veröffentlichte Wert der April Payrolls mit einem Rückgang von 539.000 Jobs wird wohl auch in einem Monat nach oben revidiert werden müssen. Ausserdem hat im April der Public Sector 72.000 neue Jobs geschaffen. Das liegt daran, dass für die Volkszählung bis zu 140.000 temporäre Jobs entstehen. Rechnen wir einmal zusammen: 539.000 Jobs offiziell plus eine geschätzte Revision um 30.000 Jobs plus 72.000 Jobs für die Volkszählung - macht 641.000 wirklich verlorene Jobs. Also de facto keine Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt. Eben nur Zahlen vom "Wahrheitsministerium".

Im Übrigen muss man beachten, dass vom BLS immer die Arbeitslosenzahl in der Abgrenzung U-3 (Total unemployed, as a percent of the civilianlabor force) veröffentlicht wird. Betrachtet man die Quote in der Abgrenzung U-6 (Total unemployed, plus all marginally attached workers, plus total employed part time for economic reasons, as a percent of the civilian labor force plus all marginally attached workers), so beträgt die Arbeitslosen-Quote 15,8 %.

Die 10-jährigen U.S.-Treasuries haben sich heute auf hohem Niveau bei 3,3 % Realzins stabilisiert. Gleichzeitig sank der US-Dollarindex (USDX) um 1,5 Punkte von 84 auf 82,5. Hat die FED mit QE wieder Treasuries vom Markt aufgekauft, um den Anstieg der Realzinsen zu begrenzen ? Wenn ja, dann ist das U.S.-Dollarbargeld wohl schnell aus dem U.S.-Dollar geflüchtet, wie der massive Einbruch des USDX zeigt. Ich werde die nächsten Tage einmal das Verhältnis von USDX zum Realzins der 10-jährigen Treasuries genauer beobachten (d.h. V = USDX / Realzins). Heute lag dieser Wert bei V=25, gestern bei V=25,5. Je niedriger der Wert ist, desto grösser ist der Stress im Dollar-Raum.

Gold entwickelte sich heute wieder einmal positiv. Im asiatischen Markt stand Gold $3 höher als zum gestrigen Schluss des New Yorker Access Markets. Im frühen Londoner Handel ging es dann weiter aufwärts. Zum A.M. Fix stand Gold schon bei $917,50 (EUR 684,45) um $5 höher als zum gestrigen A.M. Fix.

Mit Beginn des Handels an der COMEX versuchte Gold einen Ausbruch bis $920. Das aktivierte dann jedoch die erste Aktion des Gold-Kartells - Gold wurde schnell auf $912 gedrückt. Kurz vor dem P.M. Fix brach Gold dann innerhalb von 2 Minuten von $913 auf $904 ein. Der P.M. Fix kam mit $907,00 (EUR 672,50) um $5 niedriger als gestern zur gleichen Zeit zustande. Es herrscht hier nackte Panik ! Waren es nun 10, 20 oder sogar 30 Tonnen Gold, die das Kartell kurz vor 16:00 Uhr MEZ in den Markt geworfen hat ?

Bei dieser panikartige Drückung, kombiniert mit QE griffen die Investoren mit ihren frischgedruckten Dollar-Noten wieder beherzt zu - "Thank you Tim" muss es wohl geheissen haben. Zum Schluss der COMEX konnte sich Gold wieder auf $914 befestigen. Die Drückung hat heute wahrscheinlich schlimmeres verhindert.

Während alle auf den steigenden Aktien-Markt schauen und die Daten der verschiedenen Realitäts-Verbieger als Indikator für ein 'raus aus der Krise interpretieren, braut sich ein Kategorie V Hurricane am Bond- und US-Dollarmarkt zusammen. Larry Summers wird wohl ein stürmisches und nicht-erholsames Wochenende verbringen, während sein Chef Obama wohl lieber weiter Kinder in der Öffentlichkeit streichelt. Aber das kennen wir ja schon aus der deutschen Geschichte.


Neu 2009-05-08:

Gold-Bericht für den 7. Mai 2009:

Die EZB hat sich heute auch der Gruppe der Zentralbanken angeschlossen, die mit "quantitative easing" nun ungehindert Geld drucken wollen. Die Art der Bereitstellung von Liquidität für die Märkte ist fundamental anders, als die Stützungs-Massnahmen der EZB in der Vergangenheit. Bisher wurden Titel nur zeitweise durch die EZB in Form von Tendern, Swaps, Repos oder ähnlichen Transaktionen angekauft und dafür Liquidität bereitgestellt. Diese Liquidität wurde bei Ablauf des Tenders, Ende des Swap-Geschäfts etc immer wieder dem Markt entzogen, oder der Tender wurde verlängert. Die EZB konnte dem Markt also wieder gezielt Liquidität entziehen, wenn dies wünschenswert erschien. Z.B. wenn die Inflation durch den Geld-Mengenanstieg anziehen sollte.

Mit der jetzt eingeleiteten "quantitative easing" Initiative wird Geld in den Markt gebracht, das die EZB nicht mehr zurückholen kann. Dieses Geld gehört dem neuen Besitzer, der im Fall des heutigen EZB-Beschlusses Pfandbriefe an die EZB verkaufen kann. In beiden Fällen wird Geld aus dem Nichts geschöpft - aber im obigen Fall kann die EZB das geschöpfte Geld auch wieder vernichten. Im unteren Fall jedoch nicht.

Das Verhalten der EZB, nach der FED, der BoJ und BoE nun die vierte grosse Notenbank, die diese Methode anwendet, deutet darauf hin, dass man den Verschuldungs-Markt nicht mehr in Gang bringen kann. Das heisst durch Verschuldung entstandenes Geld wird zur Zeit nicht nachgefragt, weil sich keiner mehr verschulden kann. Die Deflation (= Vernichtung) des Verschuldungs-Geldes führt bekanntlich zu einer grossen Vernichtung von Vermögens-Werten, seien es nun Aktien oder Immobilien. Nun wird zwar mit massiver Manipulation der Aktien-Märkte versucht, den Leuten wieder Vermögen "einzureden", damit sie sich wieder neu verschulden können und das Pyramiden-Spiel weitergehen kann. Das scheint aber nicht zu funktionieren.

Jetzt ist man zu dem wirklich hyperinflationären Instrument der Geld-Schöpfung übergegangen. Dieses Geld kann keiner mehr kontrollieren. Wenn es vagabundierend über Vermögens-Werte, Gold, Lebensmittel oder andere Leistungen herfällt, dann wird es dort zu einer mehr oder minder starken Preis-Steigerung kommen. Und die Notenbanken können überhaupt nichts mehr dagegen tun. Wie ein Zauberlehrling, der die Kontrolle über seinen Besen verloren hat.

Die Deflationisten haben Unrecht: Nur das Verschuldungs-Geld und alle damit bezahlten Vermögenswerte werten massiv ab. Dazu gehören alle auf Kredit gekauften Immobilien, Aktien, Unternehmen, Rohstoffe. Deshalb sind auch die Rohstoffe im letzten Jahr so stark gefallen. Verschuldungs-Geld wurde knapp und damit mussten mit Schulden finanzierte Positionen aufgelöst werden. Gold gehörte nicht dazu, weil es eben nicht mit Verschuldungs-Geld bezahlt wurde (bis auf wenige Spekulanten).

Gold wurde mit dem nicht-rückholbaren Geld bezahlt, das nicht deflationierte, weil es gar nicht deflationieren kann. Also blieb der Gold-Preis stabil, während Platin und Öl mehr als 2/3 ihres Wertes verloren haben. Nun wird massenweise nicht-rückholbares Geld erzeugt - Gold muss also steigen. Und auch Lebensmittel und anderer Bedarf für das tägliche Leben. Das ist die verhängnisvolle sektorspezifische Hyperinflation - die eigenen Vermögenswerte verfallen, während die Kosten der Lebenshaltung explodieren.

Wenn nun die Massnahmen des Staates zur Konjunktur-Abkurbelung nebst "quantitative easing" Massnahmen der Zentralbanken zu einem jährlichen Anstieg des nicht-rückholbaren Geldes um 20 Prozent führen sollten, dann muss Gold ebenfalls um 20 Prozent steigen. Das wird auch das Gold-Kartell nicht verhindern können, da die nach Gold drängende Geld-Menge exponentiell steigt, während die Gold-Vorräte der Zentralbanken bekanntlich nur begrenzt sind, und die Minenförderung nicht mehr ausgeweitet werden kann. Das Kartell kann nur versuchen, den Goldpreis-Anstieg in "vernünftigen Bahnen" zu halten, d.h. ein Überschäumen des Bedarfs zu verhindern.

Nun ist es allerdings nicht so einfach, die Geld-Menge in die Komponenten Verschuldungs-Geld und nicht-rückholbares Geld zu separieren. Selbst Geld in der Abgrenzung M1 (Bargeld und Sichteinlagen bei Banken) kann Verschuldungsgeld-Anteile enthalten.

Zurück zum heutigen Geschehen: Gold startete erneut mit positivem Vorzeichen im asiatischen Handel. Im Londoner Vormittags-Handel wurde diese Entwicklung bestätigt. Der A.M. Fix kam mit $912,75 (EUR 685,40) noch um $9 höher als am gestrigen Tag zustanden.

Zum Nachmittag zog dann der Gold-Preis an und erreichte um ca 15:00 Uhr MEZ mit $925 seinen Höchstand. Das war dann aber doch zu viel des Guten. Wahrscheinlich haben eine Reihe von Short-Sellern ihre Positionen auflösen müssen - deshalb der plötzliche Anstieg. Zum nahenden P.M. Fix fiel Gold dann wieder auf $912,25 (EUR 680,28) zurück. Das ist aber im Tagesvergleich immer noch ein Anstieg um $2.

Zum Nachmittag erholte sich Gold dann wieder und erreichte zum Schluss der COMEX wieder mit $918 ein Zwischenhoch. Danach setzte "Plan C" des Gold-Kartells ein, der Gold dann wieder auf $910 drückte.

Die Motivation, Papier-Geld baldmöglichst in Gold umzutauschen, ist mit der heutigen Initiative der EZB wieder gestiegen. Aber Achtung: Das gilt nicht für durch Verschuldung erzeugtes Geld. Solche Investoren werden auch weiterhin durch das Gold-Kartell aus dem Markt geworfen.


Neu 2009-05-07:

Gold-Bericht für den 6. Mai 2009:

Die Informationen über das Ergebnis des "Bank-Stress-Tests" sickern langsam durch. Da die negativen Nachrichten nun in "verträglichen Dosen" verteilt werden, können die Manipulatoren im Hintergrund die drei Haupt-Kenngrössen von Stress manipulieren: Den Aktien-Markt stützen, das weitere Ansteigen der Bond-Renditen verhindern und den Gold-Preis unter Kontrolle halten. Da für die beiden ersten Massnahmen heimlich neue Liquidität in die Aktien- und Bond-Märkte umgelenkt werden muss, muss wohl wieder die Blutbank für die Wall Street Banken, die bankrotte Versicherungs-Gesellschaft AIG, reaktiviert werden. AIG benötigt wieder eine Hilfe von über $10 Mrd.

Man muss sich fragen, ob nicht andere Banken, die permanent astronomische Mengen Geld verschlingen, in ähnlicher Funktion wie die AIG arbeiten: Als Blutbank zur Verteilung von Geld an das marode Finanz-System. In Deutschland scheint diese Blutbank die HRE (Hypo Real Estate) zu sein. Wer sind nun die Counterparties von der HRE, die das viele Geld erhalten ? Leider wissen wir das nicht. Und da Deutschland ein beamtenhöriger Staat ist, wird sich auch nicht der öffentliche Druck wie in den U.S.A. entwickeln, der letztlich zur Offenlegung der Geld-Empfänger von AIG geführt hat.

Nur bei der Manipulation des Gold-Preises sind die Möglichkeiten der Papier-Spieler sehr begrenzt. Hier muss wirklich physisches Material auf den Markt gebracht werden, um den Gold-Preis unter Kontrolle halten zu können. Operationen in den Papier-Märkten über Futures, Optionen und andere Derivate können nur kurzfristig und nicht nachhaltig den Gold-Preis drücken. Letztlich wird der für das physische Material bezahlte Preis obsiegen, da sich sonst für Spekulanten an den Future-Märkten, wo eine Verbindung zwischen Derivaten und physischem Material besteht, eine Arbitrage-Potential eröfnet. Das heisst diese Spekulanten könnten die Preis-Unterschiede zwischen dem physischen Gold und Papier-Gold für eigentlich risikolose Transaktionen ausnutzen.

Gestern hat das Gold-Kartell nur wenig physisches Gold eingesetzt, um die Preis-Marken in London unter Kontrolle zu halten. Nach Schluss des physischen Handels wurde an der COMEX mit Short-Selling von Future-Kontrakten der Preis von Gold gedrückt ("Plan B"). Nach Schluss des Parkett-Handels an der COMEX wurde dann in dem dünnen Access Handel der Preis von Gold durch quasi nachbörsliche Transaktionen weiter gedrückt ("Plan C"). Diese Strategie des Gold-Kartells hat in der Vergangenheit dazu gedient, diese gedrückten Preis-Marken am nächsten Tag im physischen Handel, mit Zentralbank-Gold unterlegt, zu bestätigen ("Plan A").

Das ist aber heute früh nicht geschehen. Im asiatischen Markt konnte Gold die Marke von $900 wieder zurückerobern. Im frühen Londoner Handel wurde die Marke überhalb von $900 bestätigt. So kam der A.M. Fix mit $903,50 (EUR 678,61) praktisch unverändert gegenüber gestern zustande. Wer auf das übliche Verhaltensmuster des Gold-Kartells, "Plan B" und "Plan C" am Vortag, mit "Plan A" gerechnet hatte, musste wohl schnell seine Short-Position in Gold schliessen.

Wer nun am Nachmittag mit einem Angriff des Gold-Kartells auf den physischen Gold-Preis gehofft hat, der wurde enttäuscht. Selbst der sonst so übliche Einbruch des Gold-Preises zu Beginn des Handels an der COMEX fand nicht statt. Sondern Gold stieg in der Folge bis auf $910 an. Der P.M. Fix legte mit $910,00 (EUR 685,24) eine Punktlandung gegenüber dem gestrigen Tag hin. Zwar bröckelte Gold nach dem P.M. Fix wieder leicht ab, konnte sich jedoch zum Ende des Handels an der COMEX wieder bei $910 stabilisieren. Der Access Handel verlief dann in ruhigen Bahnen.

Man sieht, dass man sich auf die offensichtlichen Verhaltens-Muster des Gold-Kartells nicht verlassen kann. Ein Day Trader, der mit CFDs oder ähnlichen Kontrakten gestern bei $897 mit einer 100oz-Shortpositionen eingestiegen ist, wird wohl bei $910 wieder die Reissleine gezogen haben. $1.300 Verlust !

Nun würde das Gold-Kartell zwar gerne den Gold-Preis noch viel stärker drücken, es muss aber mit seinen Resourcen "Zentralbank-Gold" sehr vorsichtig haushalten. Würden diese Resourcen nämlich nicht mehr zur Verfügung stehen, dann steht einer sich spiralförmig nach oben bewegenden Entwicklung des Gold-Preises nichts mehr im Wege.


Neu 2009-05-06:

Gold-Bericht für den 5. Mai 2009:

Der gestrige starke Anstieg der Aktien-Indizes, der Rückgang beim US-Dollar Index (USDX) und der Anstieg des Goldpreises lassen vermuten, dass die FED zur Zeit in grossem Mass Liquidität in den Markt pumpt. Schon seit einigen Wochen halten sich an der Wall Street die Verkäufer von Aktien der institutionellen Anleger mit den Käufern die Waage. Das gehandelte Volumen bewegt sich auch auf niedrigem Niveau und die Handels-Aktivitäten von Goldman Sachs allein scheinen einen zweistelligen Prozentsatz des gesamten Aktien-Handels an der New York Stock Exchange auszumachen.

Es scheint so, als wolle man eine Rallye, künstlich befeuert durch die von der FED zusätzlich bereitgestellte Liquidität, auf Teufel komm raus am Leben erhalten.

Gleichzeitig "versichert" der U.S.-Einlagensicherungsfond FDIC Einlagen von $4.700 Mrd mit Reserven von $13,6 Mrd . Anfang des Jahres hatte FDIC noch Reserven über $18,9 Mrd. D.h. schätzungsweise $5,3 Mrd der Reserven sind bereits durch geschlossene kleine bis mittelgrosse Banken abgeflossen. Mit einem Leverage von 1 : 346 kann nicht ernsthaft behauptet werden, dass die durch den FDIC gesicherten Einlagen der Kunden wirklich sicher sind. Kommt es zu einem grösseren Ausfall, dann muss "Big Government" wieder mit geliehenem Geld einspringen (ich spreche gar nicht mehr von Steuer-Geldern, denn der Haushalt ist bald zu einem Grossteil durch Schulden finanziert, die kein Steuerzahler der Welt jemals tilgen kann bzw tilgen wird). Und so wird die Situation von "Big Government" in den U.S.A. von Woche-zu-Woche immer desperater.

Der angeblich positive Stresstest der 19 grössten Banken in den U.S.A. ist anscheinend doch nicht so positiv ausgefallen, wie in letzter Zeit "berichtet" --- oder korrekterweise "fehlinformiert" --- wurde. Gerade mit dieser Nachricht wurde das Kurs-Feuerwerk der Bank-Aktien begründet. Wieder einmal wurde der dumme Investor auf eine falsche Fährte geschickt.

Selbst den Politikern fällt inzwischen auf, dass sie nur ein Spielball des U.S. Banken-Kartells sind. Senator Richard J. Durbin, Chairman of the Subcommittee on Financial Services and General Government wird mit folgenden Worten zitiert: "And the banks --- hard to believe in a time when we're facing a banking crisis that many of the banks created --- are still the most powerful lobby on Capitol Hill. And they frankly own the place."

Dass die FED eine private Zentralbank ist, deren Anteile von den Geschäftsbanken gehalten wird, ist bekannt. Und dass Goldman "Government" Sachs das U.S.-Finanzministerium mit eigenem Personal infiltriert, ist auch keine Neuigkeit. Aber dass nun der komplette U.S. Kongress im Besitz der Banken sein soll, das zeigt die verheerende Verbindung zwischen Politik und der Finanz-Industrie. Und seien wir einmal ehrlich: Es macht keinen --- und ich wiederhole, absolut keinen --- Unterschied, ob der U.S.-Präsident nun Obama, Bush oder Clinton heisst. Der ganze positive (Obama) bzw negative (Bush) Medien-Hype um die Person des U.S.-Präsidenten soll nur von einer Tatsache ablenken: Die Banken bestimmen die Politik.

Trotzdem die geballte Banken-Macht nebst ihren Politiker-Sklaven mit Täuschungen und Tricks ihr Papiergeld-Finanzsystem aufrechterhalten will, kapieren immer mehr Bürger, dass sie sich aus dieser neuen Form der Sklaverei befreien müssen. Und der einzige Weg der Befreiung ist, seine Papiergeld-Schulden zu tilgen und seine Papiergeld-Vermögenswerte in Gold umzuschichten.

Ich habe neulich gelesen, dass man erst ab einem Privat-Vermögen von EUR 300-400.000 den Status des Sklaven abschüttelt und selbst zum Sklaven-Treiber wird. Die Argumentation des Autors erschien mir auch schlüssig: Obwohl man vielleicht ein Häuschen besitzt, in dem EUR 100.000 Eigenkapital stecken, das aber mit EUR 200.000 verschuldet ist, bleibt man trotzdem Sklave. Ein für viele nicht zu überwindender Ritt im Hamsterrad beginnt, um die Zinsen bezahlen zu können und gleichzeitig die Schulden abzutragen. Übrigens fühlt man sich als Gold-Besitzer moralisch den Sklaven-Treibern überlegen - man verlangt ja schliesslich keine Zinszahlungen und kein armer Schuld-Hamster muss für einen strampeln.

Gold tendierte heute früh im asiatischen Markt auf dem Schluss-Stand des gestrigen New Yorker Handels. Mit Beginn des Handels in London kam es nur zu leichten Bewegungen. Der A.M. Fix wurde mit $903,00 (EUR 674,13) festgestellt und bestätigt die positive Grundstimmung beim Gold mit einem Anstieg vom $21 gegenüber dem letzten A.M. Fix vom Freitag.

Kurz vor Beginn des Handels an der New Yorker COMEX setzte Gold dann erneut zum Angriff an. Eine halbe Stunde nach Beginn des Handels an der COMEX überschritt Gold die Marke von $915. Das war dann jedoch zuviel des gutes. Bis zum Londoner P.M. Fix fiel Gold dann wieder auf $910,00 (EUR 679,61) zurück. Wir können uns trotzdem nicht beschweren: Gegenüber dem P.M. Fix vom Freitag hat Gold nun bereits $25 zulegen können.

Die Bestätigung der Preis-Marken im physischen Londoner Handel ist enorm wichtig für die weitere Aufwärtsentwicklung des Gold-Preises. In der Vergangenheit hatte hier das Gold-Kartell über den Nachfrage-Einbruch in Indien und anderen asiatischen Staaten auf der einen Seite, und der Bereitschaft der westlichen Zentralbanken, ihre Gold-Vorräte auch weiterhin zu "verleihen" auf der anderen Seite, eher leichtes Spiel. Mit der anscheinend von der FED durchgeführten Flutung des Marktes mit nicht mehr rückholbaren Papier-Geldes fliesst nun eine nicht unerhebliche Menge dieses Geldes direkt in Gold. Die FED ist hier in einer Zwickmühle: Bremst sie die Versorgung des Marktes mit nicht mehr rückholbaren Papier-Geldes, dann bricht die Hausse am Aktienmarkt zusammen und die notwendige Rekapitalisierung der Banken wird unmöglich. Setzt sie die Versorgung des Marktes mit Papier-Geld jedoch fort, dann ergreifen eine Reihe von Investoren die Chance, dieses Geld in Gold umzuschichten. Und dem Gold-Kartell wird es zunehmens schwerer fallen, den Goldpreis unter Kontrolle zu halten.

An dieser Stelle muss man sich ernsthaft die Frage stellen, welche Investoren überhaupt (noch) in der Lage sind, Teile ihres Vermögens in Gold umzuschichten. In Deutschland ist ein Grossteil der Vermögenswerte in Immobilien gefangen. Dann ist eine Reihe von Geldern in Versicherungen und privaten Renten-Ansprüchen gebunden. Oder in Betriebs-Renten, auf die der Einzelne sowieso keinen Zugriff hat. Diese Anlage-Formen sind nur mit hohem Aufwand (und Verlust) oder überhaupt nicht in Papier-Geld zu liquidieren und scheiden deshalb für die Umschichtung in Gold aus. Aber auch bei Wertpapier-Depots ist die Hemmschwelle der Investoren, diese Papiere mit zum Teil hohen Verlusten zu verkaufen, um dann das Papier-Geld in Gold umschichten zu können, zu gross. Und bei manchen dieser Investments muss der aktuelle Marktwert dazu noch mit Schulden verrechnet werden --- die massive Kapitalvernichtung der russischen Milliardäre durch "Leveraging" spricht hier eine klare Sprache. Wir haben bei den Privat-Haushalten also de facto keine bessere Situation als bei den Banken: Entweder das Vermögen ist vom Typ "Subprime" oder z.Zt. quasi nichtveräusserbar.

So wird dann die folgende "Milchmädchen-Rechnung" aufgemacht: Wenn mein Vermögen nur zu 25 % liquidierbar ist, und ich darauf Buchverluste von bis zu 50 % in Kauf nehmen muss, was hilft mir dann ein Einstieg mit 12,5 % meines Vermögens in Gold ? Oder anders ausgedrückt --- um welchen Faktor müsste Gold steigen, damit die 12,5 % mein Komplettvermögen "retten" können ? Gold müsste sich bei dieser Rechnung verachtfachen. Das wird aber aufgrund der Goldpreis-Entwicklung der letzten Jahre ausgeschlossen. Und so bleibt man auf seinen angeblich 100 % Vermögen sitzen, das in Wirklichkeit aber nur noch 12,5 % Wert ist. Und wenn in einem Jahr das Vermögen dann nur noch 5 % seines ursprünglichen Werts besitzt, dann müsste Gold sich verzwanzigfachen.

Diese Überlegungen machen es dem Gold-Kartell einfach, mit chirurgischen Mitteln den Goldpreis unter Kontrolle zu halten. Die Haushalte lassen ihr Vermögen lieber verfallen und laben sich am vermeintlichen Buch-Wert, anstelle die Initiative zu ergreifen und den weiteren Verfall zu stoppen. Wer ein Vermögen von EUR 200.000 hat, wo EUR 150.000 in einem Vorstadt-Haus investiert sind, das z.Zt. unverkäuflich ist, den reisst ein Kilo Gold auch nicht mehr raus. Wenn derjenige noch dazu arbeitslos wird und dann von der Substanz leben muss, dann ist wohl das Kilo Gold das erste, was verkauft wird. Man kann diese Entwicklung im Kleinen auf ebay verfolgen - einfach einmal "Zahngold", "Altgold" und "Bruchgold" als Suchbegriff eingeben.

Im späten Nachmittags-Handel bröckelte Gold dann kontinuierlich bis unter den Schluss-Stand vom gestrigen Tag ab. Was ist jetzt plötzlich wieder geschehen ? Aha - Ben Bernanke, der Professor aus Princeton, spricht vor dem U.S.-Kongress wieder vom kommenden Aufschwung. Plan B des Gold-Kartells --- Drückung nach Schluss des Londoner Handels mit Derivaten. Manche Dinge ändern sich anscheinend nie: Je offensichlicher gelogen wird, desto stärker muss der Goldpreis runter. Gold ging zur Schluss der COMEX mit $903 aus dem Markt. Im späten Access Handel ist das Gold-Kartell dann zu Plan C übergegangen: Gold wurde im späten Access Handel unter die Marke von $900 gedrückt. Die heute der Öffentlichkeit aufgetischten Lügen waren wohl doch dreister, als erwartet.


Neu 2009-05-05:

Gold-Bericht für den 4. Mai 2009: read!

Die Financial Times Deutschland meldete heute: "Angesichts einer Rekordschuldenaufnahme der Vereinigten Staaten rechnen Marktteilnehmer mit einem weiter steigenden Zinsniveau in den USA. Seit dem 28. März kletterte die Rendite zehnjähriger Treasuries um knapp 26 Prozent. Der April war der zweitschlechteste Monat für Anleiheinvestoren seit fünf Jahren. Derzeit liegt die Rendite bei 3,19 Prozent."

Und um den Umfang des Problems begreiflich zu machen, setzt die FTD den Artikel mit folgender Feststellung fort: "US-Finanzminister Timothy Geithner wird dieses Jahr regelrecht die Märkte fluten. Nach Angaben der Behörde werden 2009 insgesamt 8000 Mrd. $ an den Kapitalmärkten aufgenommen, die Netto-Emissionen werden sich auf 2000 Mrd. $ belaufen. Zum Vergleich: 2008 waren es nur 5500 Mrd. $ beziehungsweise 700 Mrd. $ gewesen."

Die Bedeutung dieser Nachricht ist nicht zu unterschätzen. Die Aufnahme von neuem Kapital bzw die Prolongation bestehender Staats-Schulden ist die Archilles-Ferse des Finanz-Systems. Scheitert die Ausgabe neuer Staatsanleihen, egal ob damit neue Schulden finanziert werden sollen oder bestehende Schulden zu refinanzieren sind, dann ist dies das Ende von "Big Government". Wenn aber "Big Goverment" scheitert, dann brechen alle Programme zum Stimulus der Konjunktur, zur Rekapitalisierung des Banken-Sektors nebst allen vollmundigen Garantien unserer Politiker zur Sicherung der Spareinlagen wie ein Karten-Haus zusammen.

Wir erinnern uns: Im September und Oktober letzten Jahres konnte der Kollaps des Finanz-Systems nur durch das massive Eingreifen von "Big Government" in den Markt verhindert werden.

Zurück zu den von der FTD gemeldeten Zahlen: Der Anstieg der Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen klingt auf dem ersten Blick nicht dramatisch. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass z.B. eine Versicherungs-Gesellschaft beherzt bei 2,5 Prozent Anleihen gezeichnet hat, dann haben diese Papiere innerhalb weniger Tage mehrere Prozentpunkte ihres Wertes verloren. Sollte sich diese Tendenz die nächsten Wochen und Monate fortsetzen, so verlieren viele Halter von Staatsanleihen einen Teil ihres Vermögens. Es ist daher zu erwarten, dass ab einem gewissen Punkt eine Verkaufs-Panik bei diesen Papieren einsetzt, die den Real-Zins bis in den höheren einstelligen Rendite-Bereich treiben kann.

Das zweite Problem ist, Investoren für die neuen Staatsanleihen zu finden. Wir wissen von anderen Kapital-Märkten, wie z.B. dem Markt für kurzfristige Unternehmens-Ausleihungen ("commercial paper market"), dass die Prolongation von Schulden in einer Krise wie der heutigen schwierig oder sogar unmöglich wird. Warum sollte dies unter den widrigen Bedingungen für Staatsanleihen kein Problem werden. Im Jahr 2008 musste das U.S.-Schatzamt $5.500 Mrd neue Staatsanleihen ausgeben, um die Neuverschuldung von $700 Mrd zu schultern. Im Jahr 2008 gab es einen Run auf die angeblich sicheren Staatsanleihen. Im Jahr 2009 muss das Schatzamt nun $8.000 Mrd neue Staatsanleihen zur Finanzierung der Neuverschuldung von $2.000 Mrd herausgeben. Nun scheint sich die Situation der Staatsanleihen wesentlich, im Vergleich zum Jahr 2008, verschlechtert zu haben. Die Chinesen wollen ihre Treasuries lieber in Rohstoffe tauschen, die Überschüsse der Exportweltmeister Japan, China und Deutschland schmelzen schnell zusammen und generell gibt es immer weniger Investoren-Gelder, die überhaupt Staatsanleihen kaufen könnten. Woher soll das Geld nun kommen ?

Eine Methode ist die "Quantitative Easing" Initiative der FED, der BoE und der BoJ. Die FED, mit $350 Mrd frisch gedruckten Dollars ausgestattet, kauft am Bond-Zweitmarkt Staatsanleihen auf, um die Realzinsen zu drücken. Damit hat sich aber noch keine Partei gefunden, die bei den Versteigerungen des U.S.-Schatzamtes die $8.000 Mrd neuen Bonds aufkauft. Und nun kommen wir zu den Tricks, die zurzeit gespielt werden:

1. Trick: Die Primary Dealer Banken
Das Schatzamt verkauft die Anleihen über sogenannte Auktionen. Bei diesen Auktionen sind die Primary Dealer Banken verpflichtet, ein Angebot abzugeben.

2. Trick: Kauf von Staatsanleihen über Zwischenhändler ("proxies")
Institutionelle Anleger kaufen als Zwischenhändler im Auftrag der FED oder anderer Zentralbanken die Staatsanleihen auf.

3. Trick: Andere Zentralbanken kaufen die Staatsanleihen zur "Diversifizierung" der Währungs-Reserven an
Die explosive Situation auf dem Bond-Markt kann augenblicklich zu einer Panik-Reaktion der Markt-Teilnehmer führen. In der Folge könnte sich Gold innerhalb kürzester Zeit vervielfachen, da die Regierungen und Zentralbanken zweistellige Bond-Renditen zur Schutz der Währungen nicht zulassen werden. Der physische Goldmarkt in London war heute wegen eines Feiertags geschlossen.

Gold startete den Tag im asiatischen Markt mit einen Anstieg von über $5. Bis zur Eröffnung des Handels an der New Yorker COMEX blieb es wegen des Feiertags in U.K. ruhig. Eine Stunde nach Beginn des Handels an der COMEX explodierte der Goldpreis plötzlich von $890 auf über $905. Zum Schluss des Handels an der COMEX bröckelte Gold wieder leicht ab, konnte sich aber mit $901 über der $900er-Marke halten.

Indien ist auf dem physischen Gold-Markt wieder als Käufer aktiv. Im April 2009 hat Indien 30 Tonnen Gold importiert. Nachdem im Jahr 2007 Indien noch 759 Tonnen Gold importiert hat, ist diese Menge im Jahr 2008 auf 396 Tonnen gefallen. In den ersten drei Monaten von 2009 hat Indien praktisch überhaupt kein Gold importiert. Die sprunghafte Entwicklung im April signalisiert, dass bei reduzierten Preisen Indien stets als intensiver Nachfrager wieder auftritt.


Neu 2009-05-01:

Gold-Bericht für den 30. April 2009:

Heute standen wieder einmal Zahlen vom U.S.-Arbeitsmarkt auf dem Programm. Da jeder nach einem Funken Hoffnung für die weitere Entwicklung der Wirtschaft sucht, finden diese wöchentlich berichteten Zahlen auch besonderes Interesse. Letzte Woche haben 631.000 U.S.-Bürger einen Erstantrag auf Arbeitslosen-Unterstützung gestellt. Dies sind zwar 14.000 weniger als eine Woche zuvor, aber trotzdem erhöhte sich die Anzahl der insgesamt arbeitslos Gemeldeten um 133.000 auf 6,27 Millionen. Also lässt der heutige Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosen-Unterstützung noch keine Entspannung beim Arbeitsmarkt erwarten. Erst wenn die Summe der arbeitslos Gemeldeten nicht weiter ansteigen sollte, können wir eine Beruhigung des Niedergangs der Wirtschaft melden. Würde man nämlich die wöchentliche Zunahme der 133.000 arbeitslos Gemeldeten auf ein Jahr hochrechnen, dann müssten sich noch weitere 7 Millionen U.S.-Bürger innerhalb der nächsten 12 Monate arbeitslos melden. So werden eigentlich katastrophale Nachrichten durch die Dauer-Optimisten der System-Presse schöngeredet.

Stellen Sie sich einmal vor, dass Ihr Vermögen pro Woche um 5 Prozent schrumpfen würde. Die letzte Woche ist es aber nur noch um 4 Prozent geschrumpft. Ist das eine positive Nachricht für Sie ? Nein natürlich nicht, weil Ihr Vermögen weiterhin zurückgeht. Erst wenn sich die Schrumpfung des Vermögens in eine Steigerung umkehrt, ist das positiv.

Nach der relativen Ruhe im gestrigen Handel ist das Gold-Kartell heute massiv gegen Gold vorgegangen. Die erste Drückungs-Welle kurz vor dem Londoner A.M. Fix um exakt 11:13 Uhr MEZ hat den Gold-Preis innerhalb von 10 Minuten von $899 auf $887 sinken lassen. Der A.M. Fix kam Minuten später mit $889,00 (EUR 667,92) um $5 niedriger zustande als noch zum gestrigen A.M. Fix. Was war geschehen ? Eigentlich gab es keine Nachrichten, die den plötzlichen Einbruch rechtfertigen würden. So hat wohl das Gold-Kartell kurz vor dem Fixing eine grössere Menge frisches Zentralbank-Gold in den Londoner Markt eingebracht. Nur damit ist dieser plötzliche Einbruch bei Gold um bis zu $12 zu erklären.

Mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX um 14:20 Uhr MEZ setzte dann die zweite Drückungs-Welle ein. Exakt um 14:20 Uhr MEZ wurde Gold innerhalb von 5 Minuten von $890 auf $881 gedrückt. Zum P.M. Fix wurde diese Drückung erwartungsgemäss bestätigt: $883,25 (EUR 688,22) - $15 weniger als zum gestrigen P.M. Fix.

Zum Schluss des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf $890 befestigen. Im Access Handel stieg dann Gold weiter an, wurde dann aber wieder auf $886 gedrückt.

Schauen wir uns einmal die Entwicklung des Silber-Preises zu diesen beiden Zeitpunkten genauer an. Um 11:12 Uhr MEZ steht Silber noch bei $12,75. Um 11:13 Uhr fällt Silber dann bis 11:22 Uhr auf $12,54 (also ca. 1,6 %). Sowohl Anfangs-Zeitpunkt der Drückung als auch Tiefstand sind zwischen Gold und Silber exakt gleich. Die zweite Drückungs-Welle bei Silber beginnt auch wieder exakt um 14:20 Uhr MEZ auf einem Stand von $12,65 und erreicht nach 6 Minuten mit $12,47 (also ca. 1,4 %) seinen Tiefstand.

Die Rendite der 10-jährigen U.S.-Treasuries ist heute weiter auf 3,13 Prozent-Punkte gestiegen. Das ist der höchste Stand seit Ende November 2008. Wir erinnern uns: Der im letzten FOMC-Meeting im März 2009 im Rahmen der "quantitative easing" Initiative angekündigte Ankauf von U.S.-Treasuries im Umfang von $300 Mrd hatte seinerzeit zu einem Rückgang der Rendite der 10-jährigen Papiere von 3 Prozent-Punkten auf 2,5 Prozent-Punkte geführt. Mit dem heutigen Anstieg auf 3,13 Prozent-Punkte scheint die Initiative der FED ins Leere gelaufen zu sein. Anscheinend haben Investoren in Treasuries die Chance ergriffen, ihre Papiere in frisch gedruckte Dollar-Noten umzutauschen.

Chrysler hat heute erfahrungsgemäss das Konkursverfahren nach Chapter 11 eingeleitet.
Die Ergebnisse des Bank Stress Tests stehen die nächsten Tage auch zur Veröffentlichung an.


Neu 2009-04-30:

Gold-Bericht für den 29. April 2009:

Die ganze Aufregung um den gesunkenen Gold-Preis und weiteren Aktionen der FED hat sich heute in Luft aufgelöst. Die FED hat entschieden, nichts zu entscheiden. Da keine neuen Käufe von Staatsanleihen über den bereits im März-Meeting vereinbarten $300 Mrd beschlossen wurden, stiegen die Realzinsen für die 10-jährigen Treasury Bonds von 3,0 % auf 3,1 % an.

Morgen wird Chrysler als erster Auto-Konzern Gläubigerschutz nach Chapter 11 des U.S.-Konkursrechts beantragen.
Das Bruttoinlands-Produkt in den U.S.A. ist im ersten Quartal 2009 um real 6,1 Prozent gegenüber den Vorjahres-Zeitraum gesunken. Der Begriff "real" macht die Nachricht verdächtig - hat nicht vor kurzem das BLS eine negative Inflations-Rate gemeldet ? Wenn dieser Wert in die Berechnung des realen BIPs eingeflossen ist, dann haben wir hier wohl wieder Zahlen vom "Wahrheits-Ministerium" zu verdauen. Wie leicht man hier Manipulation betreiben kann, zeigt folgendes Beispiel: Angenommen, das nominelle BIP betrage im 1Q08 $3.000 Mrd, im 1Q09 aber nur noch $2.800 Mrd. Nun meldet das BLS eine negative Preis-Steigerung von 0,5 %. In Wirklichkeit beträgt die Preis-Steigerung aber 5 %. Nach den Zahlen des BLS wären also die nominell $2.800 Mrd real $2.814 Mrd wert. Der Rückgang des BIP betrüge also real nur 6,2 %. Nun betrachten wir die gleiche Rechnung, wenn wir die wirkliche Inflation mit 5 % ansetzen. Dann beträgt das reale BIP in 1Q09 nur noch $2.667 Mrd. Das heisst der Rückgang des realen BIP betrüge nun 11,1 %. Minus 6,2 % gegenüber minus 11,1 % ist schon ein grosser Unterschied, oder ? Und bei diesem Beispiel habe ich nur an einer Stellschraube gedreht.

Paul Volker, ehemaliger FED-Präsident und Berater von Barack Obama sagt heute auf Bloomberg: "The economy is functioning only by the grace of government intervention and we're in for a long slog."

Natürlich kann man den Konsum am Leben halten, wenn der Staat Geld an die Bürger verteilt. Diese Strohfeuer-Initiative hält dann natürlich auch den Dienstleistungs-Sektor aufrecht, so dass der Rückgang des Bruttoinlands-Produkts in Grenzen gehalten werden kann. Aber welches Geld wird hier verteilt ? Verliehenes Geld, das durch verschiedene Monetarisierungs-Massnahmen der Notenbanken weltweit entstanden ist. Aber dieses Geld kann die FED nicht mehr zurückholen - was der Staat einmal an seine Bürger verteilt hat (nicht verliehen), das kann er nicht mehr zurückholen. Bei einer Stabilisierung der Wirtschaft auf niedrigem Niveau wird dieses überschüssige Geld plötzlich die Inflation anheizen, ohne dass die FED durch Zins- oder (negative) Repo-Geschäfte hier korrigierend eingreifen kann. Die einzige Möglichkeit ist die Abschöpfung der Liquidität durch attraktive (d.h. hohe Real-)Zinsen wie in den 80er-Jahren - das würde aber das gesamte Verschuldungs-System und somit auch die Banken zum Einsturz bringen.

Wir werden wohl in den nächsten Wochen - wenn nicht doch noch etwas anderes Gravierendes vorher passiert - wirklich eine kurzfristige Erholung auf niedrigem Niveau erleben. Sicherlich nicht in den exportorientierten Wirtschaften (sorry Angela - Deutschland wird nicht profitieren, da das Geld nicht in deutsche Exportgüter geht), aber in den konsumorientierten (USA, England). Man darf sich aber nicht täuschen lassen: Diese Entwicklung wird dann zu stark inflationären Entwicklungen führen, so dass die Notenbanken wohl wieder versuchen werden, vorsichtig auf die Geld-Bremse zu treten. Damit wird die Entwicklung jedoch weiter verschlimmert - die Deflation der auf verliehenen Geld gekauften Assets (Immobilien, LBOs, Aktien) wird stärker voranschreiten. Wir sehen dann eine Potenzierung der von Eichelburg prognostizierten und bereits beobachteten Situation, dass alle Vermögens-Gegenstände im Wert sinken, während alle lebensnotwendigen Dinge im Preis steigen.

Damit muss der Staat aber in noch grösserem Mass Geld zum Konsumenten umlenken, damit dieser nicht verhungert. Das verteilte Geld kann wieder nicht zurückgeholt werden und feuert die Inflation weiter an. Die Spirale dreht sich immer weiter bis zur vollständigen Zerstörung des Geld-Systems.

Für das Alternativ-Geld Gold betreiben die Zentralbanken ein ähnliches Spiel: Es wird über die Gold-Kartell Banken ausgeliehen, kann aber vom Markt nicht mehr zurückgeholt werden. Solange die Zentralbanken Gold im gleichen Umfang in den Markt pumpen, wie nicht-rückholbares Geld, wird der Wert von Gold gemessen in diesem Papier-Geld auch nicht sonderlich steigen. Aber die obige Entwicklung mündet in einer exponentiellen Ausweitung des Papier-Geldangebots, das nicht durch entsprechende Mengen Zentralbank-Gold kompensiert werden kann. Je schneller diese Entwicklung verläuft, desto explosiver wird der Ausbruch des Gold-Preises sein, wenn die Gold-Vorräte erschöpft sind. Dann sprechen wir nicht von einem Sprung auf $1.200, sondern mit Zwischenschritt $5.000 auf $10.000 oder sogar $20.000 und höher.

Der Gold-Tag war heute von unerwarteter Langeweile geprägt: Der A.M. Fix kam mit $894,50 (EUR 676,17) um $2 niedriger als gestern zustande, während der P.M. Fix mit $898,25 (EUR 678,08) bereits $8 höher stand als 24 Stunden zuvor. Gold beendete den Handel an der COMEX fast punktgenau bei $900.


Neu 2009-04-29:

Gold-Bericht für den 28. April 2009:

Der Depressions-Bericht im SPIEGEL dieser Woche schliesst mit der offenen Frage: "Anders als 1929 fluteten die grossen Staaten die Wirtschaft mit Geld, um damit eine Deflation und damit eine Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und Einkommen zu verhindern. Aber niemand weiss, ob das reicht. Oder ob das viele Geld das agressive Krisenvirus sogar noch füttert, weil derzeit Schulden mit Schulden bekämpft werden und am Ende nicht nur die Banken, sondern auch die Staaten pleitegehen können. Womöglich wird die Krise bekämpft, in dem man die nächstgrössere vorbereitet."

Willkommen im Club !
Heute hat das besonders agressive, künstlich erzeugte, aber kurzlebige Gold-Kartell-Virus den asiatischen Gold-Markt befallen. Um 2:00 Uhr MEZ fiel Gold innerhalb weniger Minuten von $905 auf bis zu $892. Um seine Aktionen schwerer vorhersagbar zu machen, sucht sich das Gold-Kartell immer skurilere Zeiten aus, wann es sein böses Spiel betreibt. Dass diese Aktion kein Kurzläufer war, erkennt man an dem Londoner A.M. Fix, der mit $897,00 (EUR 689,58) um $15 niedriger zustande kam, als gestern zu der gleichen Zeit. Was heissen mag: Die Drückungs-Aktion in Asien wurde durch eine entsprechende Menge Zentralbank-Gold im physischen Londoner Handel "abgesichert". Wie oft will man uns noch kurz vor einer Sitzung der FED "alles wird gut" signalisieren ?

Zu den Handelszeiten der New Yorker COMEX breitet sich dieses Virus immer besonders schnell aus. Auch heute wieder einmal: Innerhalb weniger Minuten rauschte Gold von $897 auf $887. Erst bei $885 war nach unten Schluss. Zum Ende des Londoner Handels konnte sich Gold wieder leicht erholen. Der P.M. Fix kam mit $891,00 (EUR 681,61) um $17 niedriger als vor 24 Stunden zustande. Zum Schluss der COMEX konnte sich Gold wieder auf $893 stabilisieren.

Die erwartete Nachricht vom FED-Meeting zum Schluss des COMEX-Handels ist bislang nicht eingetreten.
Die Rendite der 10-jährigen U.S.-Treasuries ist heute auf knapp über 3 Prozent-Punkte angestiegen. Damit haben sich die Aktionen der FED zum Aufkauf von Treasuries in kürze in Luft aufgelöst. Zu viele Treasuries werden z.Zt. auf den Markt geworfen - da kann die FED gerade noch einmal den Kurs stabilisieren.

Bloomberg berichtete heute: "Gold scrap supplies probably exceeded 500 metric tons in the first quarter, about the same as global mine production, researcher GFMS said." GFMS und das World Gold Council gehören zu den Gruppen, die jahrelang den heimlichen Aufbau der chinesischen Gold-Reserven in ihren Statistiken nicht erkannt haben. Dort wurde dann künstlich der Investoren-Bedarf an Gold heruntergerechnet, und die Menge "scrap Gold" nach oben manipuliert. Damit die Angebots- und Nachfrage-Rechnung stimmt, müssen eben Zahlen solange verbogen werden, damit die zusätzlich von den Zentralbanken über Gold-Leihgeschäfte jährlich eingebrachte Gold-Menge verschleiert wird. Es wurde sicherlich eine grössere Menge "scrap Gold" für das erste Quartal aus Asien in den Markt eingebracht. Dass diese Menge aber 500 Tonnen überschreitet, halte ich für mehr als ausgeschlossen. Hier sollen wohl Massnahmen der Zentralbanken in Höhe von 400 Tonnen aufwärts verschleiert werden. Man sieht, dass sich die Gold-Drückung dem totalen Zusammenbruch nähert.


Neu 2009-04-28:

Gold-Bericht für den 28. April 2009:

Diese Woche stehen zwei wichtige Ereignisse an: Das Erste ist die zweitägige Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses (FOMC) der FED. Zins-Entscheidungen können dort nicht getroffen werden, da der Zins-Satz bereits bei quasi Null liegt. Der weitere Aufkauf von U.S.-Staatsanleihen kann beschlossen werden, im Anschluss an die "quantitative easing" Initiative der FED bei der letzten FOMC-Tagung. Oder vielleicht finden sich andere Mechanismen, wie man neues Geld in den Wirtschafts-Kreislauf pumpen kann. Ein bis zwei Tage vor der FOMC-Sitzung sollte man genau den Handels-Verlauf von Gold beobachten. Prinzipiell gilt vor solchen Sitzungen: Gold wird gedrückt. Ob dies im Umfang von $20-$30 geschieht, wie bei der letzten Sitzung oder nur um $10 kann man vorab nicht abschätzen. Das wissen höchstens JP Morgan, Goldman Sachs oder HSBC aufgrund ihrer Kontakte zur FED und der Regierung. Man möchte dem Markt das Signal geben, dass die FED die Kontrolle über das Geschehen hat.

Heute konnten wir wieder einmal das typische Verhalten des Gold-Preises vor der FOMC-Sitzung beobachten. Gold startete im asiatischen Handel bei $915 auf leicht höherem Niveau als zum letzten Freitag. Mit dem sich nähernden Londoner Handel geriet Gold aber wieder leicht unter Druck. Die Handschrift des Gold-Kartells ist hier wieder auszumachen: Man will Gold im physischen Handel mit Zentralbank-Gold unter Kontrolle bringen. Zum Vormittags-Handel gelang dies nur bedingt. Der A.M. Fix kam mit $911,75 (EUR 693,72) um wenige Dollar niedriger als der letzte Freitags-Kurs zustande. Allerdings konnte sich Gold im Vergleich zum A.M. Fix am Freitag um $3 befestigen.

Mit Beginn des Handels an der COMEX wurde Gold dann auf bis zu $905 gedrückt. Zum P.M. Fix konnte sich Gold wieder leicht erholen und ging mit $907,50 (EUR 693,01) unverändert gegenüber dem letzten P.M. Fix aus dem Londoner Markt. Im weiteren Verlauf des Handels an der COMEX gab es keine weiteren Verschiebungen beim Gold, so dass der letzte Kurs mit $907,40 festgestellt wurde. Im späten Access Handel bröckelte Gold noch leicht ab.

Das Gold-Kartell wird den heute reduzierten Gold-Preis zum Anlass nehmen, den Gold-Preis morgen unter die Marke von $900 zu drücken. Sollte es schon im morgigen Gold-Handel in Asien zu einem Preis-Rutsch kommen, dann werden wir uns wohl auf Nachrichten von der FED-Sitzung vorbereiten können, die eine noch stärkere Geld-Ausweitung zur Folge haben werden.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX hat sich um 2.010 Positionen auf 346.636 Kontrakte erhöht.
Das zweite Ereignis dieser Woche ist Chrysler. Wenn Chrysler bis Ende dieser Woche keine verbindliche Vereinbarung mit FIAT schliesst, wird diese Firma wohl das Gläubigerschutz-Verfahren nach Chapter 11 des U.S.-Konkursrechts einleiten müssen. Die Einleitung dieses Verfahrens könnte ein Versuchs-Ballon für ein ähnliches Verfahren einen Monat später bei General Motors (GM) sein. Damit soll am Markt ausgetestet werden, welche negativen Rückwirkungen eine Pleite von Chrysler auf den Finanz-Märkten haben wird. Insbesondere Credit Default Swaps (CDS), die zur Absicherung der Schulden von Chrysler abgeschlossen wurden, würden dann zur Fälligkeit gestellt werden. Vielleicht will die U.S.-Regierung aber auch erreichen, dass diese CDS fällig werden, weil sie die sie haltenden Investoren mit frischem Kapital versorgen. Als Counter-Party würde sich dann wieder die Geld-Blutbank der U.S.-Regierung, die Versicherungsgesellschaft AIG, anbieten. Mit Hilfe der AIG haben etliche U.S.-Banken nebst Deutscher Bank erhebliche Quartalsgewinne verbuchen können.


Neu 2009-04-25:

Gold-Bericht für den 24. April 2009:

China hat seit 2003 seine Gold-Reserven von 600 Tonnen um 76 % auf 1.054 Tonnen erhöht. Damit hat sich China nun auf Platz 5 der Weltrankliste der grössten Goldhalter-Länder hervorgearbeitet. Diese Nachricht sorgte für etwas Verwirrung, da nach den offiziellen Zahlen China bis zuletzt nur Gold-Reserven in Höhe von 600 Tonnen ausgewiesen hat.

In der Automobil-Industrie scheint die Stunde der Wahrheit näherzurücken. Erst hat General Motors berichtet, dass sie Zahlungen an ihre Bond-Holder von $1 Mrd Anfang Juni nicht tätigen wollen. Und heute kursierte die Nachricht, dass Chrysler auf ein Insolvenz-Verfahren zum Ende des Monats vorbereitet wird. Ist dies ein Versuchs-Ballon für das ein Monat später geplante "kontrollierte" Insolvenz-Verfahren bei GM, bei dem der Konzern in eine "good GM" und eine "bad GM" zerschlagen werden soll. Nun, wir werden sehen. Kritischer als der Insolvenz-Prozess an sich scheinen die möglichen Auswirkungen auf das Finanz-System zu sein. Die Bond-Holder verlieren einen grossen Anteil ihres Gelds, aber es wird vermutet, dass für jede Milliarde Dollar an ausstehenden Bond-Forderungen mehrere Milliarden Dollar an dahinterliegenden Kredit-Derivaten plötzlich zur Zahlung fällig werden könnten. Das kann einen erneuten Domino-Effekt vom Ausmass der Lehman Brothers / AIG Krise vom letzten September 2008 auslösen. Insoweit scheint man mit der weniger kritisch anzusehenden Insolvenz von Chrysler die Gefahren für das Finanz-System ausloten zu wollen. Wir erinnern uns: Die als nicht systemrelevant angesehene Investment Bank Lehman Brothers hat mit ihrer Insolvenz fast das gesamte Finanz-System zum Einsturz gebracht.

Dass China unbemerkt von den Analysten, die glauben zielgenau den Bedarf (demand) und die Versorgung (supply) von Gold erfassen zu können, eine solche Menge Gold heimlich akkumuliert hat, zeigt wie falsch und meines Erachtens manipuliert diese demand/supply-Zahlen wirklich sind. In Wirklichkeit ist nämlich die Gold-Nachfrage um mindestens 1.000 Tonnen Gold pro Jahr höher, als das Angebot. Die Differenz wird, für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar, über sogenannte Gold-Leasing-Operationen der Zentralbanken ausgeglichen. Da die Zentralbanken - eine Ausnahme bildet hier lediglich die SNB, die zumindestens in ihrem Geschäftsbericht zwischen echtem Gold und Forderungen auf Gold unterscheidet - physisch vorhandenes und verliehenes Gold nur als eine Position in ihrer Bilanz ausweisen, bleibt dieses zusätzliche supply auf dem Markt für die Beobachter unbemerkt. Die Bevölkerung wird so in dem Glauben gelassen, dass die Zentralbanken noch auf Beständen von in etwa 30.000 Tonnen Gold sitzen. In Wirklichkeit ist diese Menge, bedingt durch die fortlaufenden Gold-Leasing-Operationen der Zentralbanken zum Ausgleich des supply/demand-Defizits, um mindestens 15.000 Tonnen niedriger. Im besten Fall sitzen die westlichen Zentralbanken noch auf Vorräten von 15.000 Tonnen, wahrscheinlich sind durch die massiven Interventionen der letzten Monate die Bestände aber geringer als 10.000 Tonnen. Und bei diesen weltweiten Reserven von kleiner 10.000 Tonnen hält die Schweiz 900 Tonnen (der Rest ist verleased), China 1.054 Tonnen und Russland 524 Tonnen. Man sieht, dass die westlichen Notenbanken nicht mehr über viel Gold verfügen können, um die Preis-Drückung aufrechtzuerhalten. Würden die wirklichen Werte an die Öffentlichkeit gelangen, dann wäre dies ein gutes Spekulations-Objekt für die Hedge-Fonds. Diese würden solange physisches Gold akkumulieren, bis die Zentralbanken ihre letzten Reserven zwecks Stabilisierung des Gold-Preises verramscht hätten. Angenommen die westlichen Notenbanken hätten noch 2.000 Tonnen Gold, dann könnte man mit $58 Mrd sämtliche Bestände aufkaufen. Würde dieser Punkt dann überschritten, dann hätte dies eine explosive Preisentwicklung bei Gold zufolge.

Gold startete heute früh im asiatischen Markt um $5 fester. Kurz vor Beginn des Londoner Handels stieg Gold in der Spitze auf bis zu $915 an. Dieses Niveau konnte im früher Londoner Handel nicht gehalten werden. Mit $909,00 (EUR 686,50) zum A.M. Fix war Gold trotzdem $14 fester als noch vor 24 Stunden.

Der Nachmittag verlief in relativ ruhigen Bahnen. Zum Ende des Londoner Handels wurde Gold mit $907,50 (EUR 683,72) zum P.M. um $10 fester bewertet als zum gestrigen P.M. Fix. In den letzten Handels-Stunden an der COMEX konnte sich Gold dann wieder etwas befestigen und ging mit $913 aus dem Markt.

Nächste Woche stehen einige interessante Termine an, die wesentlichen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Gold-Preises haben könnten. Zum einen ist die Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses (FOMC) der FED am Dienstag und Mittwoch, wo Entscheidungen zur Geld-Politik am Dienstag Nachmittag erwartet werden. Zum anderen läuft am Donnerstag die Uhr für Chrysler ab, wo ein konkreter Restrukturierungs-Plan mit FIAT vorgelegt werden muss.

Die Kurse für die 10-jährigen U.S.-Staatsanleihen sind heute unter das Niveau gefallen, an dem die "quantitative easing" Initiative der FED verkündet wurde. Der Real-Zins der Papiere erreichte zum ersten Mal die Marke von 3,0 Prozent-Punkten. Am dem Tag, wo die FED den Aufkauf der U.S.-Staatsanleihen verkündet hatte, fielen die Renditen der Papiere von 3,0 Prozentpunkte auf bis zu 2,5 Prozent-Punkte. Die Investment-Affen, die auf diesem Niveau die Papiere in der Hoffnung auf weiter sinkende Real-Zinsen gekauft hatten, haben bis heute einen schönen Verlust erlitten.


Neu 2009-04-24:

Gold-Bericht für den 23. April 2009:

Gestern berichtete ich ausführlich, dass der Gold-Preis ausbrechen will, aber immer noch künstlich zurückgehalten wird. Heute konnten wir einen kleinen Ausbruch beim Gold erleben, der sehr konstruktiv für die weitere Entwicklung des Gold-Preises der nächsten Tage sein wird.

Im asiatischen Handel tendierte Gold heute wieder einmal mit leicht positiven Vorzeichen. Während des Londoner Vormittags-Handel pendelte Gold um den Stand des asiatischen Handels und der A.M. Fix kam mit leicht positiven Vorzeichen mit $894,50 (EUR 684,81) zustande. Im Vergleich zum gestrigen A.M. Fix konnte Gold somit $10 zulegen.

Der frühe Nachmittag verlief weiterhin in ruhigen Bahnen. Zum Handels-Beginn an der New Yorker COMEX kam es zu keinen wesentlichen Preisbewegungen.

Zum P.M. Fix stieg Gold dann plötzlich auf $897,50 (EUR 689,70) an. Das sind $12 mehr als noch zum gestrigen P.M. Fix. Nach Schluss des Handels in London setzte dann die Aufwärtsbewegung bei Gold erst richtig ein. Innerhalb weniger Minuten konnte Gold die $900er-Markt nach oben durchbrechen. Erst beim Stand von $908 war Schluss. Zum Schluss des Handels an der COMEX bröckelte Gold zwar wieder leicht ab, konnte sich aber mit $905 klar überhalb der $900er-Marke behaupten.

Heute wurden wohl durch den plötzlichen Gold-Preisanstieg eine Reihe von spekulativen Shorts aus dem Markt geworfen. Diese Shorts haben durch das angeschlagene Chart-Bild von Gold erwartet, dass die 200-Tages-Linie nach unten durchbrochen würde. Nachdem dies aber aufgrund der immer schlechter werdenden realen Nachrichten nicht mehr durchhaltbar erschien, musste Gold einfach steigen. Die Kauflust der asiatischen Gold-Nachfrager hat die Strategie des Gold-Kartells noch zusätzlich durchkreuzt.


Neu 2009-04-23:

Gold-Bericht für den 22. April 2009: - must read!

Die Kritik an der Rechnungs-Legung der U.S.-Banken, die kürzlich Quartals-Gewinne in Höhe mehrerer Milliarden US-Dollar bilanzierten, hat heute mit dem Bericht von Morgan Stanley ein Ende gefunden. Auch Morgan Stanley leidet, wie Goldman Sachs, am Einbruch des klassischen Investment-Banking-Geschäfts. Aber Goldman Sachs ebenso wie JP Morgan haben im Eigenhandel, sprich Spekulation auf den Finanz-Märkten, erhebliche Gewinne einfahren können. Darauf konnte Morgan Stanley wohl nicht zurückgreifen, so dass sie einen Verlust von $197 M bei einem um 62 Prozent reduzierten Umsatz von $3 Mrd ausweisen mussten.

Die kürzlich beschlossene Aufweichung der Regeln für die Bilanzierung von "bad assets" haben dazu geführt, dass weitere Abschreibungen, die nach den US-Bilanzierungs-Richtlinien GAAP (General Accepted Accounting Principles) notwendig gewesen wären, nun nicht mehr stattfinden. Die Banken dürfen diese Assets nun bis zu ihrer Fälligkeit in den Büchern halten, ohne die derzeit erzielbaren Marktpreise zu berücksichtigen. In Japan der 90er-Jahre ist man ähnlich vorgegangen und hat damit sogenannte "Zombie-Banken" geschaffen: Die waren zwar offiziell nicht tot, richtig gelebt haben sie aber auch nicht mehr. Dies führt in dem derzeitigen Klima der Asset-Preis-Deflation zu einer künstlichen Höherbewertung dieser Assets, so dass die Banken hier keine weiteren Abschreibungs-Verluste bilanzieren müssen.

Die FED bilanziert ähnlich, ohne Berücksichtigung der aktuellen Marktpreise der Assets. Deshalb haben die Swap-Operationen der FED mit den Banken, wo praktisch wertlose Assets der Banken mit U.S.-Staatsanleihen im Besitz der FED temporär getauscht wurden, auch zu einer Stabilisierung des Banken-Sektors geführt. Nach der Devise: Was ich selbst z.Zt. nicht in den Büchern habe, das muss ich auch nicht abschreiben.

Eine weitere Manipulations-Quelle der Banken sind die eigenen Schuld-Verschreibungen. Dadurch, dass Banken wie die Citi Group ein hohes Ausfall-Risiko haben, werden die von der Citi Group gegebenen Schuld-Verschreibungen ("Bonds") am Zweit-Markt nicht mit 100 Prozent ihres Wertes gehandelt. Beispielsweise würde eine Anleihe von $100 M Nennwert am Zweit-Markt nur $90 M erzielen, weil die Investoren am Bond-Markt ein gewisses Ausfall-Risiko dieser Anleihe einpreisen. Nun könnte Citi ihre eigenen Schuld-Verschreibungen am Zweitmarkt aufkaufen und müsste dafür nur $90 M (anstelle von $100 M zum Fälligkeits-Zeitpunkt) zurückzahlen. Dadurch würde Citi einen Buchgewinn von $10 M erwirtschaften, weil die eigene Anleihe in den Büchern mit $100 M steht, aber mit der Zahlung von $90 M vollständig getilgt werden kann. Gegen eine solche Vorgehensweise ich meines Erachtens nichts einzuwenden. Kritisch wird es allerdings, wenn die Citi Group nun die $10 M trotzdem als Gewinn verbuchen würde, obwohl sie ihre Anleihe gar nicht zurückkaufen kann. Mit diesem Trick kann man also pseudo-Gewinne "erwirtschaften". Paradoxerweise sind diese Gewinne umso höher, je schlechter die Bank an den Bond-Märkten bewertet wird.

Diese Trickserei bei den Banken-Bilanzen scheint nun auch den Markt-Teilnehmern klar geworden zu sein. Und dass über den Versicherungs-Zombie AIG fast $100 Mrd vom Steuerzahler (via FED- bzw. Treasury-Stützungszahlungen an AIG) an die grössten Banken für Derivate-Geschäfte verteilt wurden, war auch ein einmaliger, aber grosser Schluck aus der Pulle für Goldman Sachs, die Deutsche Bank und andere. Die nächsten grossen Verlustbringer für die Banken warten schon: Ausfälle von Kreditkarten-Schulden, Verfall der Preise von "commercial properties", Zahlungsausfälle bei Hypotheken durch Arbeitslosigkeit usw usw … So wird die U.S.-Regierung wohl die AIG als Blutbank für den Banken-Sektor aufrechterhalten müssen. Hier können nämlich Gelder permanent vom Staat (also letztlich den Steuerzahlern) zu den Banken verschoben werden. Die Banken versichern ihre schlechten Assets bei AIG gegen Ausfall, der Ausfall tritt ein und AIG muss an die Banken zahlen. Ein perpetuum mobile für die Wall Street Banken.

Dass die Staaten im Allgemeinen und der Steuerzahler im Besonderen die Leittragenden dieser Entwicklung sind, kann man z.Zt. gut am Beispiel von Grossbritannien verfolgen. Ende März 2009 ging das letzte Budget-Jahr zuende, und es wurde ein Defizit von GBP 90 Mrd (EUR 100 Mrd) erzielt. Das ist eine Verdreifachung gegenüber dem letzten Haushalts-Jahr. Für dieses Haushalts-Jahr wird ein Defizit von GBP 175 Mrd (EUR 200 Mrd) erwartet, in etwa 12 Prozent des Bruttoinlands-Produkts von Grossbritannien. Und dabei wird noch optimistisch angenommen, dass die Wirtschaft nur um 3,5 Prozent einbricht. Allein im März dieses Jahres wurde ein Defizit von GBP 19,1 Mrd (EUR 21,4 Mrd) erzielt.

Diese inflationäre Ausweitung der Staatsverschuldung sollte eigentlich für einen steigenden Gold-Preis sorgen. Denn dieses Geld kommt nicht von den Investoren, sondern wird über verschiedene Wege durch die (elektronische) Gelddruck-Maschine erzeugt. Die offensichtlichste Methode ist der Aufkauf der eigenen Staats-Anleihen durch die jeweilige Zentralbank. Diese Methode des "quantitative easings" setzten z.Zt. die FED, die Bank of England und die Bank of Japan ein. Trotzdem sind die offiziell verkündeten Zahlen noch niedrig gegenüber dem wirklichen Bedarf der Staaten. So halten in den U.S.A. die Primary Dealer Banken einen erheblichen Anteil der neu verkauften Treasuries - sie sind durch ihren Primary Dealer Status sogar verpflichtet, Angebote bei einer Auktion des Schatzamtes abzugeben. Die dritte und wahrscheinlich umfangreichste Finanzierung des Staatsdefizits erfolgt über die sogenannten Devisen-Reserven der Zentralbanken. So kauft die EZB z.B. U.S.-Staatsanleihen auf und nimmt sie zur ihren Devisen-Reserven. Die anderen Zentralbanken kaufen wiederum die Staatsanleihen anderer Länder auf und nehmen die Titel zu ihren Devisen-Reserven. Um den Umfang dieser globalen Monetarisierung zu verschleiern, treten Hedge Fonds mit Sitz in den verhassten Steueroasen als Käufer der Staatsanleihen auf. In der Statistik der Schatzämter werden diese Käufe als institutionelle Investoren ausgewiesen - in Wirklichkeit stecken die Zentralbanken dahinter. Nicht ohne Grund sind Investorenansässig in der Karibik und in Luxemburg die grössten Aufkäufer der U.S.-Staatsanleihen.

Einzig und allein die Regierungen nebst Zentralbanken mit ihren immer noch vorhandenen Gold-Reserven sorgen dafür, dass der Gold-Preis nicht ausbricht. Die gestrige Drückung von Gold im New Yorker Derivate-Handel führte heute früh zu leicht steigenden Notierungen an den asiatischen Märkten. Diese Entwicklung setzte sich im Laufe des Vormittags in Londoner Handel fort, ohne dass allerdings Gold weiter zulegen konnte. Mit $885,00 (EUR 684,03) zum A.M. Fix musste Gold auf 24-Stundenbasis $4 abgeben.

Zur Eröfnung der COMEX stieg Gold bis auf $890 an, konnte diese Marke aber nicht erreichen und bröckelte zum Ende des Londoner Handels wieder ab. Der P.M. Fix wurde mit $886,00 (EUR 680,81) um $3 niedriger als zum gestrigen P.M. Fix festgestellt. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte Gold dann doch noch die $890er-Marke nach oben durchbrechen und ging mit $892 aus dem Markt.

Die Ankündigung von General Motors (GM), die Bond-Zahlungen i.H.v. $1 Mrd zum 1. Juni nicht leisten zu wollen, hat den Aktien-Markt in der letzten Handels-Stunde noch nach unten umdrehen lassen. Damit sind die GM-Bonds nun im "default" Status (Standard&Poor "D"). Die nächsten Tage und Wochen werden wir feststellen, welche Derivate auf Schulden von GM nun zur Zahlung fällig werden. Dieses Ereignis kann die Finanz-Dominokette nun wieder an anderer Stelle in Gang setzen.

Gold will nach oben ausbrechen, man lässt es immer noch nicht. Zu gross ist die Angst der Herrschenden, dass die Investoren ihr Geld fluchtweise in Gold umschichten. Denn wer in Gold investiert, ist im Prinzip "Short" in "Big Government" nebst ihren Zentralbank-Gehilfen. Erst wenn das letzte Zentralbank-Gold verkauft ist, wird das Volk merken, dass die Regierenden nackt wie der Kaiser, frei nach Hans Christian Andersens Märchen "Des Kaisers neue Kleider", sind. Dann kann uns selbst Rambo Peer nicht mehr die massiven Gewinne aus unseren Gold-Investments streitig machen. Im besten Fall kann er sich wie Saddam Hussein in einer Erdhöhle verkriechen.


Neu 2009-04-22:

Gold-Bericht für den 21. April 2009:

Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berichtet heute von einer Steigerung des Stimmungsbarometers von minus 3,5 Zählern auf plus 13,0 Zählern. Das sei der höchste Stand dieses Barometers seit Mitte 2007. Grund für den gestiegenen Optimismus sei nach Ansicht des ZEW die Aussicht auf das Ende der konjunkturellen Talfahrt. Begründet wird dies mit den Konjunkturprogrammen und der geringeren Inflation.

Wäre der Begriff "Wahrheitsministerium" nicht schon von der U.S.-Statistikbehörde BLS belegt, dann wäre das ZEW wohl ein heisser Anwärter auf diesen Begriff. So müssen wir also nicht George Orwell bemühen, sondern können auf Begriffe der deutschen Vergangenheit zurückgreifen: beispielsweise "Ministerium für Volksaufklärung". Angesichts der schweren Rückzugsgefechte der deutschen Wirtschaft mit immer blutigeren Verlusten brauchen auch wir hier eine Institution, die uns stets den "Endsieg" verkündet. Und die neuen "Wunderwaffen" sind auch schon im Einsatz: "niedrige Inflation" und "Konjunktur-Programme".

Wenn man sich den Fragebogen des ZEW anschaut, dann werden hier im Wesentlichen Finanz-Indikatoren wie die Entwicklung der Aktien-Indizes, des Euro, der Inflation, der kurz- und langfristigen Zinsen, sowie des Ölpreises abgefragt. Daneben werden eigentliche wirtschaftliche Grössen wie die Ertragslage der Unternehmen selbst und die gesamtwirtschaftliche Situation heute und in sechs Monaten abgefragt. Man muss ausserdem bedenken, dass die Antworten nicht von der Wirtschaft selbst, sondern im Wesentlichen aus der Finanz-Industrie kommen. Dazu zählen institutionelle Anleger aus Banken & Finanzanalysten (77 %), Versicherungen (14 %) und ausgewählte Industrieunternehmen (9 %). Die Manipulation der Anleihe- und Aktien-Märkte hat die Finanz-Industrie wohl mit neuen Optimismus versorgt. War es nicht die Finanz-Industrie, die uns seit dem Jahr 2007 einredet, dass die Sub-Prime Krise lokal begrenzt sei und keine Rückwirkung auf die Stabilität des Finanz-Systems hätte. Und nachdem das Finanz-System im Jahr 2008 doch flächendeckend infiziert wurde, wurde felsenfest behauptet, dass dies keine Rückwirkung auf die Real-Wirtschaft hätte: Nachtigal - ick hör dir trapsen.

Gold starte heute früh im asiatischen Markt mit leicht positiven Vorzeichen. Diese Entwicklung setzte sich zum frühen Londoner Handel fort. Der A.M. Fix kam mit $888,75 (EUR 685,45) um $19 höher als noch vor 24 Stunden zustande.

Zum Nachmittags-Handel konnte Gold zu Beginn des Handels an der COMEX auf bis zu $895 zulegen. Von da an ging es aber wieder bergab. Gold beendete den Handels im Londoner Handel mit $888,75 (EUR 685,82). Das sind $12 mehr als zum gestrigen P.M. Fix. Diese wiedererstärkte Bewegung beim Gold gefiel dem Kartell überhaupt nicht. Nach Schluss des Londoner Handels wurde Gold auf bis zu $882 gedrückt. Mit $883 geht Gold aus dem Handel an der COMEX.

Der erneute Angriff auf den Gold-Preis nebst Hebung der Aktien-Indizes trotz anfänglicher Schwäche hat wohl seine Ursache in dem heutigen Auftritt von Finanz-Minister Tim Geithner vor dem U.S.-Kongress. Geithner hat behauptet, dass die Banken ausreichend kapitalisiert seien und damit weitere Verluste stemmen könnten.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX ist um 2.330 Positionen auf 336.375 Kontrakte zurückgegangen.


Neu 2009-04-21:

Gold-Bericht für den 20. April 2009:

Die CDU ist anscheinend gegenüber Rambo Peer eingeknickt: Die Jagd-Saison auf Besser-Verdienende aka ("as known as") Steuer-Hinterzieher ist damit eröffnet. Der Referenten-Entwurf aus Peers Finanzministerium wird wohl nun doch Gesetz werden. Die SPD-Oberen sehen gleichzeitig Einkommens-Bezieher von EUR 125.000 aufwärts laut ihrem Wahlkampf-Programm als "Reiche" an, die entsprechend mit dem neuen Spitzen-Steuersatz von 47 Prozent-Punkten belegt werden sollten. Nun tritt das ein, was ich befürchtet habe: Gegen die Millionäre wird landauf und landab Stimmung gemacht, aber in Wirklichkeit man will bei dem besserverdienenden Mittelstand abkassieren, da im Segment der wirklich Reichen nichts für die Umverteiler zu holen ist. Und es wird dann wohl nicht nur diejenigen jenseits der EUR 125.000 treffen, sondern für die darunterliegenden Einkommen wird der Einkommen-Steuertarif entsprechend nach oben verschoben. Gleichzeitig fordert die SDP-Linke die Wiedereinführung der Vermögens-Steuer. Und die sogenannte Zwangs-Anleihe köchelt immer noch im Hintergrund - siehe Verdi-Grossmaul Bsirske mit seinem EUR 300 Mrd Konjunktur-Programm III. Selbst die "Wehret den Anfängen" Mahner, die in der Vergangenheit schlimmeres verhindern konnten, sind nun verstummt. So wird jetzt auch Deutschland durch "Big Government" beherrscht und die Grenzen für den Kapitalverkehr werden langsam aber sicher geschlossen. Nur ein Staatsbankrott kann die Politiker in ihrem derzeitigen Überschwang, alles und jeden beglücken zu wollen, noch aufhalten. Gut für diejenigen, die ihr Vermögen durch Umschichtung in Gold bereits anonymisiert haben.

Im asiatischen Markt sah es heute früh noch so aus, als wenn der Druck auf den Goldpreis diese Woche anhalten würde. Auf Basis des Freitags-Schlusskurses tendierte Gold etwas leichter. Auch während des frühen Handels in London war keine signifikante Bewegung zu beobachten. Gold beendete zum A.M. Fix mit $870,00 (EUR 671,61) den Vormittags-Handel mit leicht positiven Vorzeichen. Verglichen mit dem A.M. Fix am letzten Freitag musste Gold jedoch weitere $2 abgeben.

Mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX kam auf diesem Preis-Niveau nun verstärkt Kauf-Laune auf. Gold näherte sich im Verlauf des Handels der $880er-Linie. Zum P.M. Fix bröckelte Gold mit $877,00 (EUR 678,95) aber wieder leicht ab, konnte aber $7 gegenüber dem P.M. Fix am letzten Freitag zulegen. Im Anschluss kam dann weitere Kauflaune auf, die Gold wieder weit über die $880er-Marke hob. Bei $890 war dann für heute aber erst einmal Schluss. Zum Ende des Handels an der COMEX bröckelte der Gold-Preis wieder etwas ab und ging mit $886 aus dem Handel.

Auch denjenigen Investoren, die nicht an eine gezielte Manipulation des Gold-Preises durch ein Kartell von Banken im Auftrag der Regierungen und Zentralbanken glauben, sollte bewusst sein, dass sich Gold nur innerhalb eines relativ eng begrenzten Korridors bewegen darf. Die obere Grenze dieses Korridors wird markiert von der Widerstands-Linie bei $930, während die untere Widerstands-Linie bei $850 verläuft. Dabei ist lediglich die Bewertung von Gold in US-Dollar ausschlaggebend.

So hat Gold zwischenzeitlich seine seit Jahres-Anfang verzeichneten Gewinne, in US-Dollar gerechnet, wieder geben müssen. Rechnet man allerdings die Entwicklung von Gold auf Euro-Basis nach, dann hat Gold seit Jahresanfang um die EUR 50 zugelegt. Das entspricht einer Wertsteigerung von in etwa 8 Prozent.

Auch für das letzte Jahr konnten wir eine ähnliche Entwicklung beobachten: Gold legte nur marginal um 3,4 Prozent gegenüber dem US-Dollar zu, während es sich gegenüber dem Euro um 7,3 Prozent befestigte.

Kurz vor der "Quantitative Easing" Entscheidung des Offenmarktausschusses (FOMC) der FED am 18. März 2009 verfiel Gold an den Handelstagen 17. März und 18. März ohne ersichtlichen Grund von $920 auf bis zu $880. Nach der FED-Entscheidung ist Gold dann am folgenden Handelstag auf $960 gestiegen. Die Aktionen der letzten Tage und Wochen haben Gold nun wieder auf das Niveau wie kurz vor der Entscheidung der FED gedrückt.

Was sind nun die Handlungs-Konsequenzen für jeden Einzelnen: Für Investoren, die sich meiner auf Basis der o.g. Indizien vertretenen Auffassung anschliessen, dass der Gold-Preis auf US-Dollar-Basis manipuliert wird, werden sich auf Basis des subventionierten Gold-Preises mit soviel Gold eindecken, wie es möglich ist. Für alle anderen Investoren ist Gold lediglich eine Absicherung des Vermögens gegen Zugriffe von "Big Government", seien sie nun direkt durch Repressions-Massnahmen wie eine Vermögenssteuer bzw eine Zwangsanleihe oder indirekt durch die Inflationierung des Papiergelds. Dass Gold im Gegensatz zu anderen Rohstoffen und Edelmetallen auch eine massive Vermögens-Deflation ohne Blessuren übersteht, hat die Entwicklung des Gold-Preises in der zweiten Jahreshälfte 2008 bewiesen.

Der am Freitag veröffentliche CFTC Commitment of Traders Report für den 14. April (Dienstag) zeigt keine wesentlichen Verschiebungen der Markt-Teilnehmer. Die Anzahl der offenen Positionen hat sich gegenüber der Vorwoche um 7.999 Kontrakte auf nunmehr 336.930 Positionen reduziert. Die eher spekulativ orientierten Non-Commercials haben ihre Long-Positionen um nichtsignifikante 489 Kontrakte auf nunmehr 165.866 Positionen ausgeweitet. Dabei haben sie ihre 1.594 Short-Positionen auf nunmehr 35.871 Kontrakte reduziert. Die Commercials haben 8.610 Positionen auf der Long-Seite (auf 92.383 Kontrakte) und 8.324 Positionen auf der Short-Seite (auf 245.892 Kontrakte) abgebaut.

Was ist übrigens aus der Meldung geworden, dass sich Indien und China für den Verkauf des kompletten IWF-Goldes (3.000 Tonnen) einsetzen wollen ? Hier scheint man den Politikern zu folgen: Nichteingelöste Versprechen der vorherigen Wahl werden solange wiederverwendet, bis endgültig keiner mehr daran glaubt.


Neu 2009-04-18:

Gold-Bericht für den 17. April 2009:

Um die Goldpreis-Drückung der letzten Tage mit angeblichen Fakten abzusichern, wurde heute eine besonders schwere IMF Gold-Verkaufssau durch das Dorf getrieben. Es wird in indischen Zeitungen berichtet, dass China und Indien darauf drängen wollen, die 3.000 Tonnen Gold, deren Besitz dem IMF zugerechnet wird, komplett zu verkaufen. Mit dem Erlös von $100 Mrd könnten dann die verschiedenen Programme des IMF zur Rettung der Welt finanziert werden.

Für wie dumm hält man uns denn ? Schon mit dem Verkauf von 400 Tonnen IMF-Gold hat man Probleme. Der U.S. Kongress muss hier zustimmen, und es gibt bisher keine Initiative, eine solche Zustimmung herbeizuführen. Und jetzt will man uns ernsthaft mit einem Verkauf von 3.000 Tonnen Gold Angst machen. Existiert das IMF-Gold überhaupt noch, oder rechnen die Staaten, die es "eingezahlt" haben, dieses Gold nicht zu den eigenen Vorräten ? Ist das Gold vielleicht schon komplett über Leasing-Geschäfte mit den Gold-Kartell Banken in Gold-Münzen geprägt oder liegt als Schmuck-Stück vor ?

Gestern abend deuteten alle Indikatoren darauf hin, dass das Gold-Kartell am heutigen Tag einen erneuten Sell-off bei Gold provozieren will. Zum Schluss des Handels an der COMEX wurde Gold im dünnen späten Access Handel um weitere $6 gedrückt.

Und so kam es dann heute auch. Obwohl Indien und andere Staaten in Asien bei den reduzierten Preisen wieder Netto-Importeure für Gold geworden sind, tendierte Gold im asiatischen Handel schwächer. Auch das zweite Argument der Gold-Bären, dass auf dem Markt eine grosse Menge "scrap gold" angeboten wird, scheint sich die letzten Tage nicht mehr zu bestätigen. Die verfügbaren Resourcen von "scrap gold" trocknen z.Zt. aus, wo sie noch vor wenigen Wochen grosse Nachfrage-Nationen in Asien zu Netto-Exporteuren von Gold gemacht haben. Gleichzeitig lässt die Nachfrage nach Investment-Gold nicht nach.

Mit dem vertrocknenden Supply für "scrap gold", der gleichbleibend hohen Nachfrage der Investoren und der wieder aufflammenden Nachfrage der Schmuck-Nationen muss doch die Supply/Demand-Bilanz jetzt vollkommen aus dem Lot gekommen sein. Na ja - das fehlende Supply muss wohl nun von den Zentralbanken über versteckte Gold-Leasing-Geschäfte über die Gold-Kartell Banken ausgeglichen werden. Dabei versucht man mit Nachrichten wie der obigen, Gold künstlich unter die 200-Tagelinie zu drücken in dem Wissen, dass hier eine Reihe von spekulativen Longs ihre Positionen in Gold auflösen werden und neue spekulative Shorts in den Markt einsteigen werden. Für die technisch orientierten Trader und Experten, wie The Gartman Letter (TGL) wird die Situation dann zu einer Bären-Falle. In der Vergangenheit war das Eingehen einer Short-Position der TGL stets ein guter Indikator dafür, dass Gold nahe seinem Tief-Punkt tendiert. Warten wir ab, ob sich diese Erfahrung der Vergangenheit wieder bewahrheitet.

Der A.M. Fix kam mit $872,00 (EUR 667,28) um $17 niedriger als zum gestrigen A.M. Fix zustande. Hier können wir wieder einmal gut die Strategie des Gold-Kartells beobachten: Der ohne viel Widerstand provozierten Preis-Rückgang im handelsschwachen Access Handel wird im asiatischen Markt und zum Londoner Vormittags-Handel "abgesichert".

Zum Nachmittag war dann nur noch die Frage: Erfolgt die weitere Drückung im physischen Handel zum Londoner P.M. Fix oder wird die Zeit im COMEX-Handel dazu verwendet. Mit $870,50 (EUR 666,49) zum P.M. Fix gelang dem Gold-Kartell nur eine marginale Drückung gegenüber dem A.M. Fix. Die Zentralbanken müssen eben mit ihrem seit über 10 Jahre durch Drückung-Massnahmen reduziertem Goldschatz haushalten. Nach Handelsschluss in London wurde Gold dann auf $865 gedrückt und konnte sich zum Ende des Handels an der COMEX nur noch leicht auf $867 stabilisieren. Im späten Access Market kam es zu keinen nennenswerten Bewegungen mehr.

Wie dumm wir sind? die Medien sind UNENDLICH dumm.


Neu 2009-04-17:

Gold-Bericht für den 16. April 2009:

Bloomberg berichtete heute: "General Growth Properties Inc., the second-largest U.S. shopping-mall owner, filed for bankruptcy after failing to refinance more than $27 billion of debt, most of it racked up through acquisitions. … which owns more than 200 shopping malls in the U.S ...The filing lists Eurohypo AG, a unit of Commerzbank AG, as General Growth’s largest unsecured creditor with claims totaling $2.6 billion under two loans".

Dass die Ära des grenzenlosen Konsums in den U.S.A. zuende geht, ist keine Überraschung. Wer einmal in den U.S.A. zu Besuch war weiss, wie einfach es ist, eine Shopping Mall zu finden. Aber wieder einmal ist ein Vertreter des deutschen Banken-Systems als "unsecured creditor" vertreten. Bei der Liquidation ist die Eurohypo der letzte in der Futterkette und wird wohl seine $2,6 Mrd vollständig abschreiben können. Die Probleme im privaten Häusermarkt scheinen nun wohl voll auf den "commercial housing market" durchzuschlagen. Hier müssen wir uns wohl innerhalb der nächsten Wochen und Monaten auf Verluste im Umfang von mehreren $100 Mrd einstellen. Die nächste Runde zur Banken-Rettung wird damit schon absehbar.

Bloomberg berichtete auch: "U.S. foreclosure activity leaped 46 percent in March from a year earlier, hitting a record high as programs stunting the torrid pace of failing mortgages expired, RealtyTrac reported on Thursday. Filings, which include notice of default, auction sale or bank repossession, jumped 17 percent in March from February". Das Moratorium bei der Zwangs-Versteigerung wurde vor kurzer Zeit aufgehoben und schon steigen die Raten von einem Monat zum Anderen um 17 Prozent. Wir sind wohl noch weit weg von einer Stabilisierung des Häuser-Marktes.

Laut CNBC ist die U.S. Industrie-Produktion im März um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken (m/m). Im ersten Quartal 2009 ging damit die Industrie-Produktion im Vergleich zum ersten Quartal 2008 um 20 Prozent zurück (y/y). Nur dadurch, dass das Bruttoinlands-Produkt im Wesentlichen aus Dienstleistungen besteht, schlägt dieser Depressions-Wert von 20 Prozent nicht voll auf die komplette Wirtschafts-Leistung durch.

Wie erwartet, war der Quartalgewinn von Gold-Kartell Herdenführer JP Morgan mit $1,52 Mrd bei Umsätzen von $25 Mrd höher als "vom Markt erwartet". Dies wurde entsprechend "gefeiert": Sacrilegia minuta puniuntur, magna in triumphis feruntur - kleine Verbrechen werden bestraft, grosse im Triumpf gefeiert.

Neue Zahlen wurden vom Arbeits-Ministerium zu den Arbeitslosen-Zahlen veröffentlicht, und prompt bricht der Gold-Preis um $10 ein. Die Anzahl der Personen, die Arbeitslosen-Unterstützung beziehen, stieg innerhalb einer Woche von 5,85 Milionen auf 6,022 Millionen an. Da die Drückung kurz vor dem Londoner P.M. Fix durchgeführt wurde, musste wohl kurzfristig eine grössere Menge Zentralbank-Gold auf den Markt geworfen worden sein. Noch schwerer erwischte es Silber mit einer plötzlichen Drückung um $0,30.

Im asiatischen Markt pendelte Gold heute früh noch auf dem Niveau von gestern Abend ($890). Im frühen Londoner Handel tat sich ebenfalls nicht viel, so dass sich eine Entwicklung wie am gestrigen Tag abzeichnete. Mit $889,00 (EUR 676,87) verlor Gold zwar $3 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix, tendierte aber weiterhin um die $890er-Marke.

Zum Nachmittag häuften sich dann die schlechten Nachrichten und die neusten Zahlen zum Arbeitsmarkt lassen auch keine Hoffnung auf eine baldige Erholung aufkeimen. Aber der New Yorker Aktien-Markt eröffnete trotzdem im Plus, Dank der Zahlen von JPM. Hier hat das PPT wohl wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Die schlechten Nachrichten werden ausgeblendet und die eine gute zum Anlass genommen, den Dow zu heben: "Price action makes market commentary". In der derzeitigen Phase weiss man inzwischen überhaupt nicht mehr, welche Preis-Steigerungen bei Aktien nun real sind oder welche durch das PPT hervorgerufen wurden. Gold konnte sich zu Handelsbeginn an der New Yorker COMEX auf bis zu $893 befestigen, wurde dann aber schnell wieder auf $890 gedrückt. Ein halbe Stunde vor dem Londoner P.M. Fix brach Gold dann plötzlich um $10 ein. Aha - das Ministerium hat seine Arbeitsmarkt-Zahlen geliefert und bei dieser Gelegenheit wurde Gold wieder einmal gedrückt. Der P.M. Fix kam dann nicht überraschend mit $880,50 (EUR 666,79) um $10 niedriger als am gestrigen Tag zustande.

Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Man kann die Uhr nach der Verkündung von Arbeitsmarkt-Zahlen stellen. Eigentlich ein sicherer Day-Trade für eine Short-Position in Gold. Das signifikante Unterschreiten der $890er-Marke hat nun eine Reihe von technisch orientierten Leerverkäufern angelockt, die auf Basis der derzeitigen Gold-Preise auf einen weiteren Verfall spekulieren. Dadurch kam es zum Anschluss der Aktionen des Gold-Kartells zu einem weiteren Verfall des Gold-Preises unter die $880er-Marke. Wir müssen abwarten, ob die bisher relativ dünnen Aufschläge für Gold-Importe nach Indien jetzt abschmelzen, so dass aus diesem Markt ein Bedarf an physischem Gold entsteht. In diesem Fall sollte die Bären-Rallye relativ schnell beendet sein. Als Day-Trader hätte ich wohl die bei $890 in Erwartung der BLS-Zahlen eingegangene Short-Position bei unter $880 wieder aufgelöst und die $10 Gewinn eingestrichen.

Zum Schluss der COMEX geht Gold mit $878 aus dem Handel. Im späten Access Handel wird Gold weiter gedrückt. Gleichzeitig verliert Silber mehr als $0,60 im Laufe des Tages. Das Gold-Kartell scheint wohl für den morgigen Tag etwas grösseres zu planen - warum ??? Für Freitag stehen jedenfalls keine neuen U.S.-Wirtschaftszahlen auf dem Kalender.


Neu 2009-04-16:

Gold-Bericht für den 15. April 2009:

Lesung aus dem Referentenentwurf von Peer "Rambo" Steinbrück: "Gesetz zur Bekämpfung schädlicher Steuerpraktiken und der Steuerhinterziehung: Die jüngsten grenzüberschreitenden Steuerhinterziehungsskandale machen die Bedrohung der Besteuerungsbasis und die sich daraus ergebenden erheblichen Steuerverluste deutlich." Und weiter heisst es da: "Massnahmen zum Schutz der deutschen Besteuerungsbasis … sind daher unumgänglich".

Nun können wir es Schwarz auf Weiss lesen: Es geht hier nicht um eine gerechte Besteuerung, sondern um die Sicherung der Besteuerungsbasis. Das heisst egal, wie gut oder schlecht es dem Bürger nun geht, die Sicherung der Besteuerungsbasis, sprich fortlaufende Steuerzahlungen in gleicher Höhe sind das eigentliche Ziel. In den U.S.A. bricht z.Zt. diese Besteuerungs-Basis brutal zusammen - minus 24,2 Prozent im ersten Quartal 2009 und minus 27,3 % im März 2009. Rambo Peer will dies für Deutschland verhindern bzw. baut bereits einen Popanz auf, falls das Unvermeidliche dennoch ein tritt.

Ein Popanz ist diese besonders heimtückische Spezies von Steuerzahlern: Im Referentenentwurf wird in die Abgabenordnung (AO) ein neuer § 147a eingefügt, der Vorschriften für die Aufbewahrung von Aufzeichnungen und Unterlagen von Steuerpflichtigen jenseits der 500.000 Euro-Grenze vorsieht. Und für diese Steuerpflichtigen wird nun eine Aussenprüfung nach § 193 AO, d.h. das Inmarschsetzen der Steuerfahndung ohne besondere Begründung möglich.

Rambo Peer scheint der Angst-Schweiss vor einem Staatsbankrott im Gesicht zu stehen. Und wie bei den Politikern aus der Baracke üblich, fällt ihnen da nur das Thema Steuererhöhung ein. Der dem gleichen Lager zuzurechnende "Wirtschaftsweise" (oder "Waise") Peter Bofinger fällt hier die Gefahr einer Deflation ein, während Rambo Peer vor der Gefahr einer Inflation warnt. Nun hat sich wirklich die Steigerung der Geldmenge M3 auf 5,9 Prozent im Januar 2009 von 12,3 Prozent im November 2007 reduziert. Deflation ist aber nicht die erste Ableitung der Geldmengen-Kurve, sondern eine wirkliche Reduktion der Geldmenge. D.h. wir müssten hier ein negatives Wachstum der Geldmenge haben, um von einer Deflation sprechen zu können.

Die Steigerung der Geldmenge müsste tendenzmässig eher für steigende Gold-Preise sprechen. Denn die Gold-Menge --- bis auf die Förderung mit einer jährlichen Ausweitung in der Grössenordnung von 1,5 Prozent --- wächst nicht. Der heutige Handels-Verlauf beim Gold war sehr ruhig. Gold startete den Tag in Asien auf dem Niveau des New Yorker Schluss-Kurses bei $890. Zum frühen Londoner Handel schwankte Gold um die $890er-Marke und konnte mit $892,25 (EUR 673,50) sein Niveau von gestern nicht ganz halten.

Kurz vor Beginn des Handels an der COMEX wagte Gold einen Ausbruch bis an die $900er-Marke. Dieser wurde bei $897 gestoppt und zu Beginn des Handels an der COMEX wurde Gold in altbekannter Manier auf $888 gedrückt. Mit dem nahenden P.M. Fix konnte sich Gold aber wieder erholen und der P.M. Fix kam mit $891,00 (EUR 675,87) schliesslich $3 höher als noch am gestrigen Tag zustande. Zum Schluss des New Yorker Handels ging Gold mit $892 aus dem Handel.

Leserkommentar-DE dazu:

Herr Ziemann meint in seinen Gold-News vom 16.4. zu den Gesetzesänderungen bei der Abgabenordnung, dass bei einer Außenprüfung die Steuerfahndung anrückt. Die Steuerfahndung hat mit einer Außenprüfung nichts zu tun. Eine Außenprüfung ist ein ganz gewöhnlicher Vorgang, bei der lediglich stichprobenhaft die Buchhaltung auf Korrektheit geprüft wird. Rückt die Steuerfahndung an, besteht bereits ein konkreter Verdacht auf eine Steuerstraftat. Es ist also ein deutlicher Unterschied zwischen einer normalen Steuerprüfung und der Steuerfahndung.


Neu 2009-04-15:

Gold-Bericht für den 14. April 2009:

Das Statistische Bundesamt meldete heute: "Die deutsche Industrie hat im Februar 2009 den stärksten Umsatzeinbruch seit der Wiedervereinigung erlitten. Das verarbeitende Gewerbe nahm 23,3 Prozent weniger ein als vor einem Jahr. Die stärksten Einbussen verzeichneten die Hersteller von Fahrzeugen und Kraftwagenteilen mit minus 39,6 Prozent".

Da die nun auf ein Volumen von 5 Mrd Euro aufgestockte Abwrack-Prämie 2 Millionen neue Fahrzeuge subventionieren kann, wundert mich der gemeldete Rückgang um knapp 40 Prozent. Oder wiederum nicht, denn in den Genuss dieser Prämie kommen im Wesentlichen Hersteller aus Japan, Korea, Italien, Frankreich und nach Ost-Europa ausgelagerte Produktions-Stätten. So verschiebt unsere Regierung die Markt-Anteile auf dem deutschen PKW-Markt in grossem Umfang zu Lasten der deutschen Automobil-Industrie. Tolle Leistung !

Goldman Sachs, die Investment Bank mit dem höchsten Recycling an Personal innerhalb des U.S.-Finanzministeriums, hat für das erste Quartal 2009 einen Gewinn von $3,39 pro Aktie gemeldet. Bei Erträgen von $9,43 Mrd wurde ein Gewinn von $1,81 Mrd erzielt. Schaut man genauer hin, dann sind die klassischen Sparten des Geschäfts von Goldman Sachs im Jahresvergleich drastisch gesunken: Das Investment Banking Geschäft um 30 Prozent auf nur noch $823 Millionen und die Asset Management / Security Services um 29 Prozent auf $1,45 Mrd. Bei den Vergütungen hat man allerdings einen grossen Schluck aus der Pulle genommen: $4,71 Mrd, ein Plus von 18 Prozent.

Der Gewinn wurde letztlich im Bereich Trading + Principal Investment, mit $7,15 Mrd ein Zuwachs von 40 Prozent, erzielt. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Eigengeschäfte, die Goldman Sachs tätigt. Dass man hier einen so hohen Netto-Beitrag liefert, ist auch kein Wunder: Da das Finanzministerium mit ehemaligen Goldman Sachs Leuten durchseucht ist, kennt Goldman Sachs immer die nächsten Aktionen der U.S.-Regierung und kann sich an den Märkten entsprechend positionieren. Ausserdem gehörte Goldman Sachs zu den Nutzniessern der Zahlungen des Versicherungs-Konzerns AIG mit einer unglaublichen Netto-Summe von $12,9 Mrd. Die Deutsche Bank, die von AIG immerhin $11,8 Mrd erzielte, wird wohl auch ein gutes erstes Quartal zu vermelden haben. Ohne diese Zahlungen von AIG, die durch Stützungs-Massnahmen der FED und der Treasury erfolgt sind (also de facto dem Steuerzahler), hätte Goldman Sachs wohl einen Verlust von $11 Mrd melden müssen. Wie gut, dass man eben gute Kumpels in der Regierung hat, die in der Not einspringen.

Alle diese Beschönigungs-Zahlen können uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Abwärts-Trend ungebremst weitergeht. Wer hätte gedacht, dass trotz der Abwrack-Prämie die Umsätze in der deutschen Automobil-Industrie um 40 Prozent einbrechen würden ? Oder wer glaubt noch den Bilanzen der Banken, die ihre verfallenden Vermögens-Werte nun nach den neuen Bilanzierungs-Regeln nicht auf dem Markt-Wert abschreiben müssen, sondern sie bis zur Fälligkeit mit einem Phantasie-Wert bilanzieren dürfen. Das ist so, als wenn der Nachbar seine Doppelhaushälte für 300.000 Euro verkaufen würde, ich aber trotzdem weiter behaupten dürfte, mein Anteil an diesem Haus sei noch 600.000 Euro Wert. Nein, hier werden uns Märchen-Zahlen aufgetischt, um den unaufhaltsamen Trend nach unten schönzufärben. Man hofft, mit der massiven Ausweitung der Geld-Menge irgendwann eine Inflationierung der Vermögens-Gegenstände zu bewerkstelligen, um den Zusammenbruch des Schneeball-Systems noch in letzter Minute verhindern zu können.

Da passt die Meldung des "Wahrheitsministeriums" BLS, dass der Producer Price Index (PPI) im März auf Monatsbasis (m/m) um 1,2 %, im Jahresvergleich (y/y) um 3,5 % gefallen ist, gut in das Zerrbild. Mit diesen Zahlen soll uns wieder einmal das Märchen von der Deflation aufgetischt werden, während auf der anderen Seite die Geldmenge M3 in den U.S.A. um z.Zt. 8 Prozent wächst. Nebenbei ist dieser hohe "Deflations-Wert" wieder ein Eingangs-Grösse, um das reale Brutto-Inlandsprodukt nach oben manipulieren zu können. Dann sieht die statistische Scheinwelt nicht ganz so schlimm aus, wie in Deutschland, Japan und anderen Staaten.

Bei soviel Deflation musste heute der Gold-Preis wieder Federn lassen. Wenn das Geld immer mehr Wert wird, dann muss doch auch Gold im Vergleich billiger werden: Schweine-Logik eben ! Dabei hat sich Gold im asiatischen Handel noch gut entwickelt. Die im gestrigen späten Access Handel verlorenen Dollars konnten heute früh wieder wettgemacht werden. Auch im frühen Londoner Handel bestätigte sich diese Tendenz. Mit $895,00 (EUR 673,54) stand Gold zum A.M. Fix um $11 höher als zum A.M. Fix am letzten Donnerstag.

Mit Beginn des Nachmittags-Handels wurde Gold zum Start des Handels an der COMEX um $7 gedrückt, konnte sich dann aber wieder stabilisieren. Erst die einsetzenden Nachrichten zum PPI und der auf Monatsbasis um 1,1 Prozent gesunkene Retail Sales Wert liessen Gold dann magisch wieder auf $887 abfallen. Da haben wohl wieder die Notenbanken mit ihren 400oz-Barren ausgeholfen: Der P.M. Fix kam mit $887,50 (EUR 668,90) zustande - immerhin ein Plus von $7 gegenüber letztem Donnerstag. Zum Schluss des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder leicht auf $890 befestigen.

Am Nachmittag hat der Professor aus Princeton seinen Auftritt zur Finanz-Krise in Atlanta. Wenn der oberste Vertreter der FED spricht, dann muss Gold wieder runter. Deshalb sehen wir im späten Access Handel wieder einen verfallenden Gold-Preis. Manche Dinge scheinen sich eben nicht zu ändern.


Neu 2009-04-14:

Gold-Bericht für den 13. April 2009:

Das U.S. Budget Defizit (Bundes-Haushalt) für die ersten 6 Monate des Haushalts-Jahres betrug $956,8 Mrd, eine Verdreifachung gegenüber dem letzten Haushalts-Jahr. Im März 2009 betrug das Defizit allein $192,27 Mrd. Gleichzeitig verkündete Moody's: "The creditworthiness of the entire U.S. local government system is at risk". Dies betrifft die Länder-Haushalte, die über sogenannte "municipal bonds" mit z.Zt. $2.600 Mrd verschuldet sind.

Für diese Menge an neuen Schulden finden sich natürlich keine Investoren mehr: China & Japan sind zur Zeit froh, wenn sie überhaupt Handels-Bilanzüberschüsse erzielen. Und die weltweiten Investoren versuchen z.Zt. eher, ihre Liquidität zu erhöhen, anstatt sie in U.S.-Staatsanleihen zu stecken.

Wer kauft die Staatsanleihen dann ? Mit der "quantitative easing" Initiative kauft die FED mit frischgedrucktem Geld die Staats-Anleihen am Zweit-Markt, um den Real-Zinssatz nach unten zu drücken. Aber der FED steht nur ein Budget von $300 Mrd für diese Zwecke zur Verfügung. Es wird vermutet, dass über die verhassten Steueroasen wie z.B. auf den Bahamas die westlichen Zentralbanken über die dort ansässigen Hedge-Fonds sich gegenseitig ihre Staats-Anleihen verkaufen. Dies geschieht natürlich wiederum mit frisch gedrucktem Geld.

Wie verhält sich Gold, das "barbaric relict", nun diese Tage. Am Freitag wurde nur in Asien gehandelt und Gold konnte sich von $880 auf $884 befestigen. Am heutigen Montag konnte sich Gold über der Marke von $885 stabilisieren. Da aber in London nicht gehandelt wurde, ist die heutige Preisbewegung nicht besonders aussagekräftig. Mit der Eröffnung der COMEX sprang Gold dann um $10 in die Höhe und wurde im Laufe des Handels-Verlaufs erst bei der Marke von $900 gestoppt. Zum Handels-Schluss der COMEX verharrte Gold dann auf einem Niveau von $895. Aus der heutigen Preis-Entwicklung sollte man nicht zu viel Schlüsse auf das Marktgeschehen der nächsten Tage ableiten.

Das CFTC hat den Bank Participation Report und den Commitment of Traders Report für den 7. April 2009 veröffentlicht. Dabei sind weiterhin 3 U.S. Banken mit 104.648 Positionen a' 100 Unzen (105.854 Short-Positionen / 1.206 Long-Positionen), d.h. knapp 326 Tonnen Gold netto short. Bei insgesamt 344.929 Positionen an der COMEX sind das 30 % aller Handels-Positionen. Die non-commercial Longs haben in der Woche zum 7. April 17.609 Kontrakte auf nunmehr 165.377 Positionen abgebaut. Gleichzeitig haben die non-commercial Shorts 9.438 neue Kontrakte gekauft und sitzen nun auf einer Short-Position von 37.565 Kontrakten. Die Angriffe des Gold-Kartells haben ihre Wirkung auf die eher spekulativ orientierten non-commercial Longs nicht verfehlt, die wie die Lemminge immer wieder zum Höchstkurs kaufen und dann bei sinkenden Kursen verkaufen müssen. Gleichzeitig haben die dem Gold-Kartell hinzuzurechnenden commercial Shorts 36.199 Positionen auf nunmehr 254.216 Kontrakte aufgelöst. Auf der Long-Seite haben die commercials 7.496 Positionen verkauft und besitzen somit 100.993 Kontrakte. Die grössten 8 Trader sitzen auf 191.781 netto Short Positionen, wovon 104.648 die o.g. 3 U.S. Banken innehaben (JP Morgan, HSBC und Citi bzw BoA). Ein weiterer grosser Short-Player hat sich ja vor einigen Tagen geoutet: Die Deutsche Bank. Dagegen sind die anderen commercials mit 38.558 Positionen netto Long. Vor diesem Hintergrund ist unverständlich, warum die CFTC als Aufsichts-Behörde über die Future-Märkte gegen diese offensichtliche Manipulation durch eine konzentrierte Short-Positionen nicht vorgeht. Wir wissen warum: Weil die dahinterstehenden Banken im Auftrag und mit Deckung der Regierung diese Manipulation stützen.

Es gibt einen weiteren Grund, sein Geld in Gold umzuschichten: Peer "Rambo" Steinbrück. Nachdem er über die Kontenabfrage auf Knopfdruck die Vermögensverhältnisse jedes Bürgers ermitteln kann und nun die Schweiz und andere "Steuer-Paradise" ausräuchert, will er nun alle Reiche unter General-Verdacht stellen und die Steuer-Fahndung als eine Reinkarnation der Gestapo ohne Verdachtsgründe marschieren lassen. Es gibt knapp 10.000 Einkommensteuerpflichtige mit einem Einkommen jenseits 1 Mio Euro. Diese Gruppe erzielte im Jahr 2004 Einkünfte von 26,4 Mrd Euro und zahlte dabei 9,3 Mrd Euro Einkommensteuer. Bei einem Gesamtaufkommen von 167,2 Mrd Euro sind das lediglich 5,5 % der gesamten Einnahmen aus der Einkommensteuer. Hier ist für Rambo-Peer ausser vielleicht ein paar 100 Mio nichts mehr zu holen. Das Vorgehen gegen die Reichen ist deshalb reine Polemik, um vor dem beabsichtigten Zugriff auf die weit tiefer liefenden Einkommens-Gruppen abzulenken.

Betrachten wir nun die Gruppe ab einem Einkommen jenseits von 100.000 Euro, also die zehntel-Einkommensmillionäre. Diese Gruppe kann sich vielleicht mit einem Jahres-Einkommen gerade einmal einen richtigen Porsche leisten. Im Jahr 2004 wurden Einkünfte von 182,7 Mrd Euro erzielt und diese Gruppe zahlte dabei 56,7 Mrd Euro. Dafür, dass es sich hierbei nur um 3,5 % aller Steuerpflichtigen handelt, zahlt diese Gruppe insgesamt mehr als ein Drittel des Gesamtaufkommens der Einkommensteuer.

Nun ist klar, wo die Macht-Politiker im Allgemeinen und Rambo-Peer im Besonderen wirklich hinwollen: 3,5 % der Leistungs-Träger reichen bei den Wahlen noch nicht einmal zum Überschreiten der 5 % - Klausel aus, sind also für die Parteien als Stimm-Vieh kaum von Bedeutung. Aber hier könnte man über höhere Steuern einige Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen für den Staat herauspressen: Eine Politik, die "A" ausraubt und an "B" Geld verteilt, kann immer mit der Unterstützung durch "B" rechnen.

Auch in Deutschland brauchen wir eine "Boston Tea Party" wie vor 236 Jahren in den U.S.A. Damals gegen die verhasste Steuer-Politik der englischen Kolonial-Herren. Und heute gegen die Steinbrück'sche Ausplünderung der Leistungs-Träger in der Gesellschaft. Statt Tee gehören heute Peer Steinbrück nebst der deutschen Steuergesetzgebung über Bord geworfen.

Vielleicht in dieser Form: Einen ein- bis zweimonatigen Arbeitsverzicht der "zehntel-Millionäre". Rambo-Peer würden damit auf einen Schlag 5 bis 10 Mrd an Einkommensteuer-Einnahmen verlorengehen. Und wahrscheinlich würde in der Wirtschaft überhaupt nichts mehr laufen, so dass der Effekt noch viel gravierender wäre. Leider besteht diese Gruppe aber auch aus vielen Schuld-Sklaven, die sich einen solchen Einkommens-Ausfall nicht leisten können.


Neu 2009-04-10:

Gold-Bericht für den 9. April 2009:

Mit allen Mitteln wird zur Zeit versucht, Geld über die verschiedenen Zentralbanken nebst IWF zu drucken, um das Banken-System vor dem Kollaps zu retten. Allen diesen Massnahmen ist gemein, dass die Zentralbanken frisches Zentralbank-Geld mit Hilfe der elektronischen Noten-Presse schaffen, um damit allerhand Schuld-Titel aufzukaufen, die entweder keinen Wert mehr haben oder für die sich keine Investoren mehr finden, die "erarbeitetes" Geld darin investieren. Dieses Geld kommt zur Zeit nur dem Banken-System zugute, so dass man im Consumer Bereich noch keine wesentlichen Anzeichen einer ausufernden Inflation der Sachwerte (einschliesslich Lebensmittel und Dienstleistungen) beobachten kann.

Auf der anderen Seite wurde das Schein-Vermögen der Bürger und Investoren insbesondere durch die Immobilien-Blase so stark aufgebläht, dass eine riessige Menge an Geld-Vermögen auf Konten bei Banken liegt. Wenn nun durch die Unsicherheit im Banken-System nur ein kleiner Teil dieser Vermögen in Sachwerte fliesst, ergiesst sich das im Rahmen der Zentralbank-Aktionen neu geschaffene Geld fast ungehindert über den Markt. Dadurch kann sich über Nacht, quasi "aus dem Nichts" eine Hyperinflation entwickeln, die auch durch liquiditäts-abschöpfende Massnahmen der Zentralbanken nicht mehr aufzuhalten sein wird. Würden die Zentralbanken nämlich 70-90 Prozent der erst in den letzten 6-9 Monaten geschaffenen Geld-Menge dem Markt wiederentziehen, dann würde das Banken-System augenblicklich kollabieren.

In meinem Kommentar vom 31. März habe ich aufgezeigt, wie ein Haus mit einem Wert von 10.000 Geld durch die Geld-Schöpfung im Banken-System plötzlich 100.000 Geld Wert sein kann. Alle Parteien, die das Haus für 10.000 Geld teurer weiterverkauft haben, fühlen sich um 10.000 Geld reicher. Würden von diesen 90.000 Geld nun z.B. 45.000 Geld in Sachwerte getauscht, dann konkurriert nicht die ursprüngliche Geld-Menge 10.000 um dieselbe Menge der Sachwerte, sondern 45.000. Es ist einsichtig, dass dies zu einer Preis-Explosion der Sachwerte führen würde. Entzöge nun die Zentralbank der Bank, wo die Kunden ihre 90.000 Geld liegen haben, wieder 30.000-40.000 Liquidität (= Zentralbank-Geld), um diese Preis-Explosion zu verhindern, dann könnte die Bank nur 12.000 Geld den Kunden auszahlen. Die Bank würde untergehen und damit die verbliebenen Konto-Guthaben i.H.v. 90.000 Geld. Das System wäre dann wieder bei seinem Ausgangs-Zustand angelangt.

Ein lesenwerter Artikel wurde im Wall Street Journal am 6. April 2009 veröffentlicht. Dieser Artikel kann unter http://online.wsj.com/article/SB123897612802791281.html heruntergeladen werden. In diesem Artikel wird auch gut dargestellt, wie die von Eichelburg und Ziemann als "Wahrheits-Ministerium" verspottete Statistik-Behörde "Bureau of Labor Statistics" (BLS) die Inflations-Zahlen eklatant gefälscht hat. Durch eine Bindung des Preis-Indexes (CPI) an die Mietkosten (obwohl in den U.S.A. praktisch alle Bürger in den eigenen vier Wänden leben) wurde so im Jahre 2004 eine Inflations-Rate von 3,3 % ausgewiesen, obwohl sie bei Berücksichtigung der wirklichen Kosten der eigenen vier Wände 6,2 % betragen würde. So stieg das Verhältnis der Kosten eines Eigenheims zu den Mietkosten innerhalb der Jahre 1983 bis 1996 nur von 1-zu-19,0 auf 1-zu-20,2 (d.h. der Preis eines Eigenheims beträgt das zwanzigfache der jährlichen Mietkosten für ein entsprechendes Objekt). In den Jahren 1999 bis 2006 hat sich dieses Verhältnis von 1-zu-20,8 auf 1-zu-32,3 vergrössert. Bei nichtveränderten Mietkosten von $10.000 in den Jahren 1999 und 2006 haben sich die Kosten eines Hauses von $208.000 auf $323.000 erhöht. Wenn das BLS nun lediglich die (nicht veränderten) Mietkosten bei der Berechnung der Inflations-Rate berücksichtigt, die (stark gestiegenen) Kosten eines Eigenheim aber vernachlässigt, so handelt es sich hier um eine reine Manipulation der Statistik.

Im WSJ Artikel wird die Frage gestellt, warum das Platzen der DOTCOM-Blase (Dez 1999 bis Sep 2003) $10.000 Mrd an Vermögen auslöschen konnte, ohne dass das Finanz-System auch nur im Ansatz gefährdet wurde. Und auf der anderen Seite der heutige Crash der US-Immobilien-Werte, der z.Zt. in etwa $3.000 Mrd an Vermögen ausgelöscht hat, das Finanz-System an den Rande des Zusammenbruchs bringen konnte. Die Antwort: In der ersten Krise wurden wirkliche Vermögen ausgelöscht, während die heutige Krise nicht vorhandene Vermögen (siehe obiges Beispiel und meinen Kommentar vom 31. März) ausgelöscht hat. Dadurch, dass die immobilien zu 90 bis 100 % "on Margin" gekauft wurden, verloren die Eigentümer relativ wenig Geld. Während die grössten Verluste durch die finanzierenden Banken zu tragen waren.

Der Bericht schlussfolgert, dass sowohl die heutige Krise als auch die "Great Depression" der 20/30er Jahre durch exzessive Verschuldung der Konsumenten insbesondere durch Hypotheken hervorgerufen wurde. Und dass diese Entwicklung wohl das Ende des massiven Konsums der vergangegen Jahre, insbesondere im unteren Bereich der Einkommen einläuten wird.

Die ultimative Schluss-Folgerung wird aber nicht gezogen: Dass nämlich nicht das Banken-System die Lasten tragen muss, sondern dass lediglich Schein-Vermögen in Form von Einlagen bei den Banken eliminiert wird (diese Vermögen sind schon eliminiert - man hat es den Leuten nur noch nicht gesagt und versucht die Erkenntnis durch Staats-Garantien und Geldspritzen herauszuzögern). Die während der DOTCOM-Blase vernichteten Vermögen wurden schnell in eine neu aufgebaute Blase umgeschichtet, so dass der Kollaps des Papier-Geldsystems noch einmal verhindert werden konnte.

Im gestrigen Londoner Handel wurde Gold zum P.M. Fix auf $880 gedrückt wurde, konnte ich aber zum Schluss des Handels an der New Yorker COMEX wieder auf $884,60 befestigen. Das schmeckte dem Gold-Kartell überhaupt nicht, nachdem man mit der Aktion am Montag ein charttechnisch sehr bearisches Szenario für Gold hergestellt hatte: Im späten Access Handel verlor Gold knapp $5 und ging mit $880 aus dem New Yorker Handel.

Im heutigen asiatischen Handel konnte sich Gold wieder stabilisieren. Das Niveau in Asien konnte auch im frühen Londoner Handel bestätigt werden. Mit $883,75 (EUR 664,92) kam der A.M. Fix allerdings um $3 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Im Anschluss an den A.M. Fix erreichte Gold mit $886 seinen Tageshöchstand.

30 Minuten vor Eröffnung des Handels an der COMEX sackte dann Gold plötzlich von $884 auf $876 ab. Im MIDAS wurde berichtet, dass ein grosser börsennotierter kanadischer Gold-Fond (ETF) sein Gold immer um 8:00 Uhr EST kauft. Danach ist das Gold-Kartell damit beschäftigt, den Gold-Preis wieder unter Kontrolle zu bringen. Das war wohl heute wieder der Fall. Kurz vor dem P.M. Fix konnte sich Gold allerdings wieder auf $882 befestigen, und so schloss Gold den Handel in London mit $880,50 (EUR 663,13) praktisch unverändert gegenüber dem gestrigen P.M. Fix.

Gleich im Anschluss setzte im reinen Derivate-Handel ein weiterer Preis-Rutsch auf $876 ein. Gold konnte sich jedoch wieder stabilisieren und ging mit $881 aus dem Handel an der COMEX.


Neu 2009-04-09:

Gold-Bericht für den 8. April 2009:

Im Nachgang des G-20-Gipfels wurde am Montag mit allen Kräften der Goldpreis bis auf die Marke von $870 gedrückt. Da die Drückung zu den beiden Preis-Marken im physischen Londoner Handel ("A.M. Fix" und "P.M. Fix") stattfand, muss hier wohl neues Zentralbank-Gold seinen Weg auf den Markt gefunden haben. Diese Aktion hat nun jedoch eine Preis-Marke ausgelöst, bei der der grösste Gold-Nachfrager der Welt, Indien nämlich, seit Monaten wieder einmal aktiv als Käufer auftrat. Betrachtet man den Gold-Bedarf von Indien der Vergangenheit und die Tatsache, dass seit Jahresanfang Indien praktisch kein Gold mehr auf dem Welt-Markt gekauft hat, dann beträgt die aufgestaute Nachfrage von dort mehr als einhundert Tonnen Gold. Im ersten Quartal 2009 hat Indien lediglich 20 Tonnen Gold importiert, dabei aber zusätzlich 10 Tonnen Alt-Gold wegen der hohen Weltmarkt-Preise exportiert - netto also lediglich 10 Tonnen Gold gekauft. Im ersten Quartal 2008 wurden noch 141,2 Tonnen Gold bei einer Jahres-Menge von 740 Tonnen importiert. Für Vietnam, einen grossen Importeur für Gold im Jahr 2008 wird Ähnliches berichtet. Jeder Versuch der Politiker nebst Gold-Kartell, den Preis dieser neuen Welt-Reservewährung wesentlich unter diese Marke zu drücken, wird wohl mit der entsprechenden Nachfrage der Konsumenten in Indien und anderen asiatischen Staaten gekontert werden. Als grober Indikator bietet sich hier die Preis-Entwicklung von Gold im asiatischen Markt im Vergleich zum Schluss-Kurs des New Yorker Handels um 23:15 Uhr MEZ an. Die letzten Monate tendierte Gold im asiatischen Handel stets mit Anschlägen. Die letzten Tage, Montag ausgenommen, scheint sich hier eine Umkehr anzudeuten.

Wenn jetzt neben dem immer noch starken Investment-Bedarf aus dem Westen nun noch der Bedarf nach Gold aus dem Osten hinzukommt, dann sprechen die Fundamental-Daten trotz aller Eingriffe der Zentralbanken über das Gold-Kartell als ausführenden Agenten für steigende Preise.

Aus charttechnischer Sicht ist der Gold-Preis stark angeschlagen, so dass wir die nächsten Tage von den Charttechnikern Verkauf-Empfehlungen oder sogar das Eingehen von Short-Positionen sehen werden. Während sich dann die spekulativen Teilnehmer mit Short-Positionen in Gold versorgen, baut das Gold-Kartell seine die letzten Tage eingegangegen Short-Positionen zum reduzierten Preis ab. So ist es für JP Morgan, HSBC und andere möglich, trotz tendentiell steigendem Gold-Preis mit ihrer Short-Strategie Geld zu verdienen.

Bis auf dem Montag ist Gold im asiatischen Markt gegenüber dem Schluss-Kurs des New Yorker Handels gestiegen.
Die Londoner A.M. Fixe der vergangenen drei Tage:
- Montag: $879,50 (EUR 650,42), minus $22 im Vergleich zum Freitag
- Dienstag: $879,25 (EUR 662,39), gegenüber dem Montag unverändert
- Mittwoch: $887,25 (EUR 671,40), plus $8 im Vergleich zum Dienstag
Die Londoner P.M. Fixe der vergangenen drei Tage:
- Montag: $870,25 (EUR 646,93), minus $35 im Vergleich zum Freitag
- Dienstag: $879,75 (EUR 663,36), plus $9 im Vergleich zum Montag
- Mittwoch:$880,00 (EUR 664,90), gegenüber dem Dienstag unverändert
Aus dem COMEX-Handel hat sich Gold heute mit $884 verabschiedet.
Dass der heutige Tages-Tiefstand bei Gold zum Londoner P.M. Fix zustande kam, lässt erwarten, dass das Gold-Kartell auch weiterhin massiv mit Zentralbank-Gold versorgt wird. Auf der anderen Seite scheint ab einem Niveau von $870 die Nachfrage aus Indien zuzunehmen, so dass Gold eigentlich nach unten hin gut abgesichert sein sollte.

Das einzige, was das Gold-Kartell in dieser Situation tun kann, ist einen massiven Preis-Rutsch bei Gold vor allem im Derivate-Handel hervorzurufen, der die Käufer aus Indien verunsichert. Verunsicherte Käufer warten dann auf eine Boden-Bildung beim Gold, bevor sie mit Käufen wieder massiv einsteigen.


Neu 2009-04-04:

Gold-Bericht für den 3. April 2009:

Der SPIEGEL schreibt in seiner heutigen Online-Ausgabe: "Die G-20-Staaten bekämpfen die Krise, indem sie die nächste vorbereiten: Mit neuen Billionen auf Pump soll die Weltwirtschaft angekurbelt werden. Das offizielle Gipfelmotto lautete Stabilität / Wachstum / Arbeitsplätze - das wahre müsste heissen: Verschuldung / Arbeitslosigkeit / Inflation". Der Bericht schlussfolgert, dass sich das Finanz- und Wirtschafts-System z.Zt. wie ein geldspritzenabhängiger Junkie verhält, der sich mit den vereinbarten weiteren Geld-Spritzen nun endgültig "den goldenen Schuss setzt".

Andre Lichtschlag, Herausgeber der liberal-radikalen Zeitschrift "eigentümlich-frei" (das ist jetzt nicht negativ gemeint, aber im Vergleich zu Positionen von Baum, Hirsch und Leutheusser-Schnarrenberger und anderen Linksliberalen der FDP ist diese Zeitschrift wirklich "radikal" zu nennen) sieht schon nach den Beschlüssen der G-20-Führer den Totalitarismus emporkommen. Und möchte mit Parolen wie einem nahenden "Goldverbot" oder "Zwangsanleihen für Hausbesitzer" die letzten denkenden Mitbürger, die richtigerweise aus dem Papiergeld-System flüchten, verunsichern.

Natürlich gab es in der Geschichte, wie z.B. nach der Hyperinflation der 20er Jahre und der Währungs-Reform 1948 eine "Zwangsanleihe" für Hausbesitzer, mit der die Entschuldung der noch in der alten Währung ausstehenden Hypotheken-Schulden kompensiert werden sollte. Aber daraus sollte man den Schluss ziehen, dass man sich eben nicht durch eine Hyperinflation oder eine Währungsreform entschulden kann. Die "Zwangsanleihe" der 20er Jahre hat sogar die Hypotheken-Schuldner in den Zwangsverkauf ihrer Immobilie getrieben. Und natürlich besteht die Gefahr einer "Vermögensabgabe", so wie wir sie i.H.v. 50 % (allerdings über Jahrzehnte gestreckt) nach der Währungsreform im Rahmen des sogenannten "Lastenausgleichs" hatten. Aber in diesem Fall ist gerade Gold das richtige Investment, da es anonym ist und so vor dem Zugriff des Staates geschützt werden kann.

Herr Lichtschlag, wenn sich das System endgültig den "goldenen Schuss" setzt, dann ist Ende mit der weiteren Gängelung der Bürger. Dann brauchen auch Politiker, Banker und andere Eliten ihre Gold-Reserven zum Überleben. Wer glaubt dann noch an ein weltweites "Goldverbot", und vor allem welche verbliebene Staatsgewalt soll es dann durchsetzen ("enforcement") ? Mit diesen Parolen spielen Sie gerade denjenigen in die Hände, die es noch einmal versuchen möchten, mit einer noch grösseren Dosis Drogen, "quantitative easing" im Verniedlichungs-Englisch genannt, den Junkie zu heilen. Nach dem Motto: Wenn alles andere sowieso hoffnungslos ist, dann machen wir lieber so weiter wie bisher.

Weiter wie bisher agieren nicht nur die Politiker, sondern auch das Gold-Kartell. Heute um 14:30 Uhr MEZ verkündete der grosse Märchen-Onkel vom Wahrheits-Ministerium die neusten Arbeitslosen-Zahlen der U.S.A.: Mit einer von 8,1 % auf 8,5 % innerhalb eines Monats gestiegenen Quote und 663.000 verlorenen Jobs wird die Lese-Stunde aber allmählich zur Tortur. Immer und immer wieder wurde der Gold-Preis im Vorfeld von schlechten Arbeits-Marktzahlen gedrückt. Dabei hat das nun bereits durch viele Kommentatoren erkannte manipulative "Net Birth/Death Model" (Hinweis für die Leser, die dieses Modell nicht kennen: Die Arbeits-Marktstatistik des BLS [das "Wahrheitsministerium"] erfasst nur Unternehmen ab einer gewissen Grösse. Mit dem Net Birth/Death Model soll auf Basis des Entstehens bzw. Verschwindens von kleinen Unternehmen der Job-Zugang bzw. Abgang dieser Unternehmen abgeschätzt werden) in dem Monat auf magische Art und Weise 114.000 neue Jobs geschaffen. Ohne dieses "Modell" wären 777.000 Jobs im März verloren gegangen. Den Vorschlag, den Buchstaben "L" bei Arbeitsmarkt-Zahlen des BLS zukünftig wegzulassen, erscheint mir in diesem Zusammenhang zielführend (ich hoffe, diesen Hinweis verstehen selbst die rein germanistisch oder frankophone geprägten Leser).

Der heute mit $901,50 (EUR 670,41) zustande gekommene A.M. Fix zeigt, dass das Gold-Kartell weiterhin potent ist. Eine nachhaltige Aufwärts-Entwicklung beim Gold-Preis setzt voraus, dass die Preise zu den beiden Londoner Marken "A.M. Fix" und "P.M. Fix" steigen. Solange das Gold-Kartell diese beiden Preis-Punkte immer noch beherrschen kann, bedeutet dies, dass das Angebot an physischem Gold auf dem Markt immer noch grösser ist als die derzeitige Nachfrage. Das hat sicherlich seinen Ursprung in der jetzt seit mehr als zwei Monaten komplett ausgefallenen Nachfrage aus Indien, Vietnam und den arabischen Staaten nach Gold. Ein Grossteil der Minen-Förderung ging bisher in die Schmuck-Herstellung - und diese Länder waren die grössten Abnehmer. Aber das Angebot von "scrap gold" in diesen Ländern versiegt langsam, so dass die dortigen lokalen Preismarken für Gold sich dem aktuellen Gold-Preis anpassen. Eine Rückkehr der Nachfrage ist daher nur eine Frage von wenigen Tagen, sollte Gold nicht zwischenzeitlich wieder hochschiessen.

Gegenüber dem Höchstand von EUR 782,44 am 20. Februar 2009 zum Londoner P.M. Fix hat Gold nun mehr als EUR 110 verloren, obwohl auf Dollar-Basis der Rückgang weniger als $90 betrug. Dies zeigt, dass die Strategie des Gold-Kartell einzig und allein auf die Preis-Drückung des Dollar-Kurses von Gold ausgerichtet ist.

Der P.M. Fix kam mit $905,00 (EUR 674,67) um $7 höher als am gestrigen Tag zustande.
Das gefiel dem Gold-Kartell überhaupt nicht. Im reinen Derivate-Handel wurde nun massiv auf den Gold-Preis gedrückt. Zum Schluss der COMEX um 19:30 Uhr MEZ stand Gold bereits $9 niedriger als zum P.M. Fix. Im späten Access Handel ging es dann weiter bergab bis zu $890, wobei der letzte Kurs um 23:15 Uhr MEZ mit $893,80 sich wieder leicht erholte. Auch der Dow und S&P500 wurden innerhalb der letzten Stunden trotz der schlechten Arbeits-Marktdaten in den positiven Bereich gehoben. Während die Charme-Offensive von Obama, auch gestützt durch die Medien in Deutschland, weiter fortschreitet, geht die Manipulation im Hintergrund in noch viel schlimmerer Art, wie wir es von der Bush-Administration her kennen, weiter. Sorry Mr. President - viele hier warten darauf, dass du mit dem "Goldenen Schuss" Amerika von seinem Leiden erlöst.

Die Deutsche Bank musste heute aus dem April 2009 Kontrakt weitere 322 Positionen Gold a' 100oz liefern (ca. 1 Tonne Gold). Und wieder waren mit 171 Positionen die Bank of Nova Scotia und mit 124 Positionen JP Morgan die Abnehmer. Insgesamt wurden nun 10.860 Kontrakte für den April 2009 zur Lieferung gestellt. Im COMEX-Warenhaus wurden Stand 2.April weitere 31.400oz Gold entnommen. Diese Zahl ist relativ nahe an den heute reporteten 322 Positionen der Deutschen Bank.Trotzdem kommt es bei den Positionen "Registered" zu keinen wesentlichen Verschiebungen der Lagerbestände. Es wäre zu erwarten gewesen, dass die mehr als 10.000 zur Lieferung gestellten Kontrakte sich in einem Rückgang der Bestände in der Kategorie "Registered" um 1.000.000oz bemerkbar machen würden. Das ist aber nicht geschehen, so dass immer noch mehr als 2,7 Millionen Unzen - in etwa der Stand des letzten Jahres - registriert sind.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX fiel um 7.014 Positionen auf 358.070.
Nächste Woche muss der Kommentar am Montag und Dienstag leider ausfallen, da ich unterwegs bin und keinen Internet-Zugang habe.


Neu 2009-04-03:

Gold-Bericht für den 2. April 2009:

Der für gestern erwartete Angriff auf den Gold-Preis kam heute mit eintägiger Verspätung.
Die Pawlowschen Reflexe setzen auch nicht wie erwartet ein, wie nachfolgender Goldpreis-Kommentar von heute Vormittag uns weiss machen will: "Die Goldminenaktien steigen weltweit kräftig an und deuten jetzt noch stärker eine positive Entwicklung des Gesamtmarktes an. Ein neuer Versuch den Goldpreises, die 1.000 $/oz-Marke zu überschreiten, könnte demnach bevorstehen".

Und manche Markt-Teilnehmer sehen (zum wiederholten Male) zum G20-Gipfel das Ende der Krise: "Our bet is that the global economy is poised for significant improvement".

Um 8:15 Uhr MEZ leitete das Gold-Kartell bei $927, auf dem Schluss-Stand des gestrigen New Yorker Access Handels (23:15 Uhr MEZ) seine heutige Drückungs-Aktion ein. Gold verfiel schnell auf $921. Im Vormittags-Handel in London setzte sich diese Entwicklung verstärkt fort. Zum A.M. Fix hatte Gold dann weitere $6 verloren. Mit $914,75 (EUR 687,99) hat Gold gegenüber dem gestrigen A.M. Fix $5 verloren.

Auf diesem Niveau verharrte dann der Gold-Preis, bis 30 Minuten vor dem Londoner P.M. Fix eine weitere Drückung um $10 einsetzte. Gold stand zu diesem Zeitpunkt nun bei $902, also knapp überhalb der $900er-Marke. Um 16:00 Uhr MEZ, pünktlich zum Londoner P.M. Fix wurde die Marke von $900 nach unten durchbrochen. Der P.M. Fix kam mit $897,75 (EUR 668,07) trotz des stark gegenüber dem Euro verfallenden US-Dollar (1,5 %) um $27 niedriger als noch vor 24 Stunde zustande. In Euro gerechnet hat Gold damit fast EUR 30 verloren.

Den Handel an der COMEX beendete Gold bei $907. Eine Reihe von Marktteilnehmern hat bei diesen Discount-Preisen wohl zugegriffen.

Hier muss wohl wieder einmal eine grosse zweistellige Tonnen-Menge physischen Golds auf den Londoner Markt geworfen worden sein. Ich berichtete gestern, dass die Deutsche Bank an der COMEX eine zweistellige Tonnen-Menge Gold für den April 2009 Kontrakt ausliefern musste. Gleichzeitig veröffentliche die EZB in einer Mitteilung, dass der Verkauf von 35,5 Tonnen Gold zum 31.3.2009 abgeschlossen wurde. Eine zweistellige Tonnen-Menge Gold für die heutige Drückung, eine zweistellige Tonnen-Menge, die die Deutsche Bank liefern musste und eine zweistellige Tonnen-Menge, die die EZB bis 31.3.2009 verkauft hat: Das zu viele Ereignisse mit der gleichen Tonnen-Menge auf einmal. Schauen wir uns dazu einmal die Nachrichten-Lage an:

1. Die EZB veröffentlicht in ihren wöchentlichen Ausweisen unter http://www.ecb.int/press/pr/wfs/2009/html/index.en.html die Bilanz der EZB-Zentralbanken. Dort werden auch Goldverkäufe der Mitgliedsbanken des EZB-Systems veröffentlicht.

2. Aber die EZB veröffentlicht dort NICHT ihre eigenen Verkäufe, wie ich beispielsweise für den Monat Mai 2007 nachweisen kann:
>> 25. Mai: EUR 191 M aus Gold-Verkäufen von 3 Zentralbanken
>> 18. Mai: EUR 280 M aus Gold-Verkäufen von 3 Zentralbanken
>> 11. Mai: EUR 22 M aus Gold-Verkäufen von 1 Zentralbank
>> 04. Mai: EUR 186 M aus Goldverkäufen von 2 Zentralbanken
3. Wer die verkaufenden Zentralbanken im Mai 2007 sind, kann man beim World Gold Council unter http://www.gold.org/assets/file/value/stats/statistics/xls/Changes_latest.xls nachlesen, nämlich:
>> EZB mit 37 Tonnen
>> Frankreich mit 5,5 Tonnen
>> Deutschland mit 1,9 Tonnen
>> Spanien mit 30,6 Tonnen
Diese Zahlen sind also mit den von der EZB gemeldeten 3 Zentralbanken konsistent.
4. Wenn man den durchschnittlichen Goldpreis im Mai 2007 mit $670 bei einem Euro-Kurs von $1,28 ansetzt, dann beträgt der Gold-Preis in Euro 523,50 pro Unze. Das sind EUR 16,829 M pro Tonne Gold. Addiere ich nun die Verkäufe von Frankreich, Deutschland und Spanien, dann wurden 38 Tonnen Gold im Mai 2007 verkauft, also Gold für EUR 639 M. Wenn ich die Werte der EZB-Wochenausweise für den Mai 2007 gegenüberstelle --- hier gibt es durch die wöchentliche Abgrenzung natürlicherweise geringe Differenzen --- dann kommen EUR 679 M in Summe zustande. Also wird in den wöchentlichen Berichten der EZB das von der EZB selbst verkaufte Gold nicht ausgewiesen. q.e.d. (was zu beweisen war)

5. Ausserdem hat die EZB in der Vergangenheit laut Statistik des World Gold Councils in den Jahren 2006 und 2007 immer ihr Gold "in einem Schub" in den Monaten Mai und Dezember verkauft. Im Jahr 2008 erfolgten keine Verkäufe durch die EZB. Wir können deshalb annehmen, dass die 35,5 Tonnen laut Presse-Veröffentlichung der EZB wirklich im März 2009 verkauft worden sind.

6. An der COMEX wurden nach dem Delivery-Report für den April 2009 Kontrakt bislang 10.514 Kontrakte (32,7 Tonnen) Gold am 2. April zur Lieferung gestellt. Am 31. März (der erste Delivery Day für den April 2009 Kontrakt) wurden bereits 8.867 Kontrakte zur Lieferung gestellt. Davon musste die Deutsche Bank 8.500 Kontrakte (26,4 Tonnen) Gold liefern, da sie entsprechende SHORT-Kontrakte eingegangen war, die nun zur Lieferung anstanden. Die grössten Käufer waren J.P: Morgan mit 3.512 Kontrakten (10,9 Tonnen) und Bank of Nova Scotia mit 2.841 Kontrakten (8,8 Tonnen) Gold. JPM gilt ja als die Leit-Ratte des Gold-Kartells und die Bank of Nova Scotia gerät immer wieder in Verdacht, an der Silber-Preismanipulation einen grossen Anteil zu haben. D.h. den Kartell-Banken sind an einem Tag 19,7 Tonnen Gold zugeflossen.

Was wird nun wahrscheinlich passiert sein: Die Deutsche Bank hat sich an der COMEX verspekuliert und musste durch Sonder-Goldverkäufe der EZB gerettet werden. Ein Teil des EZB-Goldes ist wohl heute direkt am Londoner Markt verkauft worden (ca. 9 Tonnen). Das Gold-Kartell, mit fast 20 Tonnen Gold zusätzlich bestückt, hat dann diese Menge zusätzlich auf den Londoner Markt geworfen.


Neu 2009-04-02:

Gold-Bericht für den 1. April 2009:

Gold startete den heutigen Tag wieder mit leicht positivem Vorzeichen. Berichte aus Asien, insbesondere aus Indien und Vietnam zeigen, dass sich die dortigen Abschläge auf den offiziellen Gold-Preis signifikant verringert haben. D.h. es fliesst weniger Gold aus diesen Ländern in die Gebraucht-Goldmärkte in Europa und Nordamerika ab. Im frühen Londoner Handel pendelt Gold um die $920er Marke. Der A.M. Fix kam mit $919,50 (EUR 696,27) um $1 höher als zum gestrigen A.M. Fix zustande.

Eine Stunde vor Beginn des Handels an der COMEX steigt Gold plötzlich auf $927 an. Nachdem der Handel in New York begonnen hat, stieg Gold auf $932 an. Die $930er-Marke wird allerdings weiter vom Gold-Kartell wegen der Nähe zur kritisch gesehenen Marke von $1.000 stark verteidigt. In der Folge bröckelte der Gold-Kurs wieder ab. Der nahende P.M. Fix führt zu einem weiterem Rückgang, aber mit $924,50 (EUR 697,32) konnte Gold immerhin $8 auf Tagesbasis zulegen.

Kurz nach dem P.M. Fix wurde Gold auf bis zu $920 gedrückt, konnte sich aber wieder erholen. Gold geht aus dem New Yorker Handel an der COMEX mit $926.

Für die Trader unter den Lesern kann man heute gut erkennen, dass die gestrige Drückung im späten Access Handel nicht zum Anlass genommen wurde, den Gold-Preis heute massiv zu drücken. Eine gestern auf Basis von $918 eingegangene kurzfristige Short-Position mit der Hoffnung auf einen intra-Day Rückgang auf bis zu $900 wäre wohl heute nahe der $933-Marke ausgestoppt worden. Wenn man mit einer 100 Oz-Position in den Markt gegangen wäre, hätte man so bis zu $1.500 verlieren können. Das Traden mit den Aktionen und Verhaltens-Mustern des Gold-Kartells ist also höchst riskant.

Die Anzahl der offenen Positionen an der COMEX sanken heute um 3.486 Positionen auf 368.618 Kontrakte. Eine Reihe von Spekulanten haben sich wohl für das Auflösen ihrer April 2009 Kontrakte entschlossen, anstatt die Positionen auf den Juni 2009 Kontrakt überzurollen. Bisher wurden 10.308 Positionen (1.030.800 Unzen) des April 2008 Kontrakts zur Lieferung gestellt. Ca. 370.000 Unzen Gold (entspricht 3.700 Kontrakten) haben heute das COMEX-Lagerhaus der HSBC-Bank in New York verlassen. Der gestrige Delivery Report für den April Kontrakt zeigt auf, dass die Deutsche Bank 8.867 Kontrakte liefern musste (27,6 Tonnen). Ist hier vielleicht Bundesbank-Gold im Spiel ? Es tut sich nun doch etwas an der COMEX. Ich werde das die nächsten Tage genauer beobachten.


Neu 2009-04-01:

Gold-Bericht für den 31. März 2009:

Das angloamerikanische Wirtschafts-System (U.S.A. & U.K.) steckt in einer existenziellen Krise. Jahrzehntelang wurden auf Kredit gelebt. Wohlstand entstand quasi aus dem Nichts durch die Höherbewertung von Immobilien, in England bei Häusern, die im 19. Jahrhundert errichtet wurden und in den U.S.A. so solide gebaut, dass eine Tilgung innerhalb der Lebensdauer des Hauses schon nicht mehr möglich erscheint. Beide Länder wurden deindustrialisiert und Staaten in Europa und Asien wurden zur verlängerten Werkbank für diese Länder. Es wurde ein riessiger Dienstleistungs-Sektor aufgebaut, mit einem weltumspannenden Banken-System als Anker-Punkt. Das Sozial-Produkt dieser Länder, durch Dienstleistungen "erzeugt" wurde zum grossen Teil konsumiert. Dieses Spiel ging solange gut, wie die Preise der Immobilien stiegen und die als Werkbank dienenden Staaten die produzierten Waren für neu geschaffenes Geld verkauften.

Dieses System kollabiert zur Zeit und die beiden erwähnten Länder stehen nun vor einem Schutt-Haufen. Und was versuchen die Herren dieser beiden Nationen: Sie versuchen die Welt dafür zu gewinnen, dieses System aufrecht zu erhalten. Indem alle Staaten zum Gelddrucken in Schutzhaft genommen werden. Damit werden die angehäuften Schulden über die Zeit entwertet und das Spiel kann von neuem beginnen. Die Gläubiger-Länder glaubt man dadurch zu erpressen, in dem man auf die Gefahr eines Total-Verlusts der U.S.-Schuldtitel hinweist.

Japan hat man bereits als willigen Komplizen für dieses Spiel gewinnen können. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird zur Zeit sturmreif geschossen.

Es stimmt schon, dass die Länder mit einer grossen industriellen Basis zur Zeit wegen des Zusammenbruchs des globalen Welthandels am meisten leiden. Aber am Ende dieser schmerzhaften Entwicklung steht ein Wiederaufbau, der allerdings mit dem Total-Verlust aller Forderungen gegenüber den Schuldner-Ländern ohne industrielle Basis einhergehen wird. Dies wird sehr schmerzlich sein, da quasi alles Papier-Vermögen --- das immer nur ein "virtuelles", d.h. nicht wirklich vorhandenes, Vermögen war --- ausgetilgt wird.

Dazu ein Beispiel: A besitzt 10.000 Geld und B besitzt ein Haus. A möchte gern das Haus von B kaufen und B möchte gern sein Haus für Geld verkaufen. A und B können nun ein Geschäft schliessen, bei dem A 10.000 Geld an B zahlt und dafür das Haus erhält.

Nun möchte aber B 20.000 Geld für sein Haus. A hat jedoch nur 10.000 Geld und müsste noch 10 Jahre jeweils 1.000 Geld sparen, um das Haus kaufen zu können. Findet sich keine andere Partei, die jetzt mehr als 10.000 Geld für das Haus bezahlen kann, dann wird das Geschäft nicht zustande kommen. Das Haus von B hat also einen Wert von 10.000 Geld, egal was sich B jetzt als Wert wünschen würde.

Nun kommt Banker Z ins Spiel, der mit 2.000 Geld eine Bank gründet. A deponiert nun seine 10.000 Geld bei der Bank. Die Bank weist nun auf der AKTIVA-Seite 12.000 Geld, auf der PASSIVA-Seite 2.000 Eigenkapital (Einlage von Banker Z) und 10.000 Verbindlichkeiten (gegenüber A) aus. A nimmt bei der Bank Z einen Kredit über 10.000 Geld auf, mit dem er B die 20.000 Geld für sein Haus bezahlen kann. Das Geld erhält B bei der Bank gutgeschrieben.

Das Haus ist nun auf diese Weise 20.000 Wert geworden. Auf der AKTIVA-Seite der Bank stehen 12.000 Geld, 10.000 Forderungen (gegenüber A), auf der PASSIVA-Seite 2.000 Eigenkapital und 20.000 Verbindlichkeiten (gegenüber B). Die Geldmenge in diesem System hat sich nun von 12.000 auf 22.000 erhöht. Die Bank Z hat durch diese Transaktion 10.000 Geld erzeugt ("geschöpft").

Nun kommen weitere Parteien C, D, E, F, G, H, I und J und kaufen das Haus von dem jeweiligen Vorgänger für einen um 10.000 Geld gestiegenen Preis. Da Haus im Preis immer steigt, finanziert Bank Z den Preis zum vollen Betrag. J zahlt dann bereits 100.000 für das Haus an I. I hat noch Schulden von 90.000 gegenüber der Bank Z und weist nach der Transaktion ein Guthaben von 10.000 Geld aus.

A und B besitzen nun 20.000 Geld, während C, D, E, F, G, H und I jeweils 10.000 Geld besitzen. Aber Bank Z besitzt weiterhin nur 12.000 Geld aus Kassenguthaben (aus der Einzahlung von A und Z). Man sieht, dass alle Parteien A bis I jeweils 10.000 Geld aus dem Nichts erhalten haben, da sie für ihr Geld nicht gearbeitet haben. Sondern dieses Geld nur durch den Weiterverkauf des einen Hauses entstanden ist. A bis I fühlen sich jetzt "reich", aber in Wirklichkeit sind sie es nicht.

Die Wirklichkeit lautet nämlich: Das Haus hat weiterhin einen Wert von 10.000 und der derzeitige Preis von 100.000 ist nur durch die Möglichkeit der Geld-Schöpfung durch die Bank Z entstanden. D.h. der Preis des Hauses muss irgendwann einmal wieder auf 10.000 Geld fallen und damit verlieren alle Parteien A bis I ihren angeblichen Reichtum.

Wir befinden uns z.Zt. In der Phase, wo der Preis von dem Haus von 100.000 auf vielleicht 70.000-80.000 gefallen ist. Die Notenbanken versuchen nun, durch massives Drucken von Geld den Zusammenbruch der Bank Z zu verhindern. Da das Haus nur 10.000 Geld wert ist, müssen also 20.000-30.000 Geld neu gedruckt werden, um den Zusammenbruch von Bank Z zu verhindern. Fällt der Preis des Hauses auf 50.000, so müssten die Notenbanken 40.000 Geld neu drucken, d.h. die vierfache Menge des heute vorhandenen Geldes. Man sieht, dass dies ein quasi unmögliches Vorgehen darstellt. Anmerkung: Auf welchem Wege das Geld der Notenbanken die Bank Z erreicht, ist hier bedeutungslos. Es ist allerdings wichtig zu bemerken, dass das neu geschaffene Geld nur an Bank Z geht, allerdings nicht an die Parteien A bis J.

Aber auch bei der Aktion gilt: Das Haus ist nur 10.000 Geld wert. Wenn also heute beispielsweise F so clever ist 10.000 Geld in 10.000 Gold umzutauschen, dann wird er am Ende dieser Kette in der Lage sein, das Haus selbst schuldenfrei zu kaufen. Zur Erinnerung: F hat sein "Vermögen" nur durch den Weiterverkauf des Hauses erzielt. Die anderen Parteien haben durch die Geld-Ausweitung 80 % ihres Vermögens verloren. Auch A, der am Anfang noch 10.000 Geld hatte und 10.000 durch den Haus-Verkauf gewonnen hat, hat am Ende nur noch 4.000 Geld zu alten Preisen.

Nun ist es das Interesse der Notenbanker und Papierspieler, diese Abwertung des Wertes des Geldes zu verstecken. Das machen sie durch Drückung des Gold-Preises. F konnte zum Anfang 10.000 Geld noch in 10.000 Gold umtauschen. Im Laufe der Entwicklung hätte F nun 20.000 Geld benötigt, um 10.000 Gold zu kaufen. Und mit der Ausweitung der Geldmenge würde F nun 50.000 Geld benötigen, um 10.000 Gold zu kaufen. Die Zentralbanken verkaufen nun aber aus ihren Beständen weiterhin 10.000 Gold für 20.000 Geld, um den Anstieg auf 50.000 Geld zu verhindern. Damit ist 10.000 Gold um 30.000 Geld unterbewertet und jeder Mitspieler in diesem Modell tut gut daran, Geld in Gold für diesen Discount-Preis umzutauschen. Wenn das Gold der Zentralbanken erschöpft ist, wird 10.000 Gold plötzlich auf 50.000 Geld steigen.

Das Geschehen an dem Gold-Markt wird weiterhin von den um Rettung suchenden Politikern und Zentralbankern bestimmt. Im Vorfeld des G20-Gipfels soll Stabilität und Entschluss-Kraft vorgetäuscht werden. Die Wirklichkeit zeigt aber mein obiges Beispiel.

Gold startete heute im asiatischen Markt mit leicht positiven Vorzeichen. Im Londoner Handel pendelte Gold dann schliesslich auf dem gestrigen Schluss-Stand in New York und der A.M. Fix kam mit $918,50 (EUR 691,43) auf diesem Niveau zustande. Gegenüber dem gestrigen A.M. Fix hat Gold jedoch weitere $4 abgegeben.

Im frühen New Yorker Handel konnte sich Gold auf bis zu $923 befestigen, bröckelte dann aber mit dem nahenden P.M. Fix ab. Das Gold-Kartell wollte heute den P.M. Fix wieder unter seine Kontrolle bringen. Mit $916,50 (EUR 688,99) verlor Gold innerhalb von 24 Stunden $11 zum Schluss des Londoner Handels. Danach wurde eine weitere Drückung versucht, die allerdings bei $913 gestoppt wurde. Danach konnte sich Gold wieder befestigen.

Gold beendete den Handel in New York mit $923,20 um $8 höher als zum gestrigen COMEX-Schluss. Im späten Access Handel wurde Gold dann wieder gedrückt und der letzte Kurs wurde mit $918 gestellt. Dieses Handels-Muster hat in den letzten Wochen auf einen weiteren Angriff am nächsten Tag im frühen Londoner Handel hingedeutet.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der New Yorker COMEX haben sich heute um 905 Positionen auf numehr 372.104 Kontrakte erhöht.


Neu 2009-03-31:

Gold-Bericht für den 27. und 30. März 2009:

Am 26. März (Donnerstag) zeichneten sich nach dem Schluss des Handels an der New Yorker COMEX bereits die Aktivitäten des Gold-Kartells ab. Wir erinnern uns: Gold wurde im späten Access Handel nach Handels-Schluss an der COMEX um $5 gedrückt.

Am 27. März setzten sich die Angriffe des Kartells erwartungsgemäss fort. Im asiatischen Handel wurde Gold leicht gedrückt. Zum Vormittags-Handel verstärkte sich die Abwärtsbewegung und der A.M. Fix kam mit $927,00 (EUR 690,61) um $8 niedriger als noch zum A.M. Fix am Donnerstag zustande. Am Nachmittag ging dann die Abwärtsentwicklung weiter, und im frühen COMEX-Handel wurde Gold auf bis zu $920 gedrückt. Zum P.M. Fix konnte sich Gold wieder leicht erholen und ging mit $924,00 (EUR 694,16) aus dem Londoner Handel. Damit hat Gold $14 gegenüber dem gestrigen P.M. Fix verloren. Auf diesem Niveau wurde auch der letzte Schlusskurs an der COMEX gestellt. In den späten Stunden des Access Handels kam es ebenfalls zu keinen wesentlichen Verschiebungen.

Der CFTC Commitment of Trader (COT) Report, der die Positionierung der Teilnehmer an der COMEX zum 24. März 2009 (Dienstag) wiedergibt, überrascht nach der Ankündigung der FED zum quasi unkontrollierten Drucken von US-Dollar nicht: Die Anzahl der offenen Kontrakte (Open Interest) stieg um 10.940 Positionen auf 387.177 Kontrakte. Die eher spekulativ orientierten "non-commercial" Trader hielten auf der Long-Seite mit 178.635 Positionen 3.445 Kontrakte mehr als noch vor einer Woche. Auf der Short-Seite hat diese Gruppe 3.165 Positionen auf nur noch 1.913 Kontrakte abgebaut. Die Aktion der FED hat also die letzten spekulativen Shorts panikartig aus dem Markt vertrieben. Auf der Seite der "commercials", zu denen die Gold-Kartell Banken gehören, hielten die Trader auf der Long-Seite mit 128.889 Positionen 10.491 Kontrakte mehr als noch vor einer Woche. Die Shorts haben 16.096 neue Positionen auf nunmehr 310.178 Kontrakte ausgebaut. Das Kartell musste also viele neue Positionen auf der Short-Seite eingehen, um den Anstieg des Gold-Preises unter Kontrolle zu halten.

Die 8 grössten "commercials" sind z.Zt. mit 212.947 Positionen a' 100 Oz (685 Tonnen Gold) netto-Short, d.h. hier sind bereits die zum Hedging verwendeten Long-Positionen dieser Trader berücksichtigt ("Spreading-Positions").

Und ein weiterer interessanter Report wurde veröffentlicht, der die Positionierung von JPM, Goldman Sachs, HSBC & Co widerspiegelt. Der Q4'2008-Report des Office of the Comptroller of the Currency (OCC-Report) zeigt ganz klar auf, wer die $200.400 Mrd an Derivaten hält:
JPM hält $87.363 Mrd
BoA hält $38.305 Mrd
Citi hält $31.888 Mrd
GS hält $30.230 Mrd
Diese vier Commercial Banks --- neu ist Goldman Sachs, die von einer Investment Bank zu einer Commercial Bank geworden ist --- halten also 93,7 % alle Derivate i.H.v. $200.400 Mrd.

Bei den Gold-Derivaten sieht die Situation folgendermassen aus:
JPM hält $82,5 Mrd
HSBC hält $19,2 Mrd
Citi hält $4,7 Mrd
BoA hält $0,4 Mrd
… und erstaunlicherweise hält Goldman Sachs keine (zero, nada) Gold-Derivate. Oder auch nicht erstaunlich ...
Dies scheint die These zu bestätigen, dass Goldman Sachs aus dem Gold-Kartell ausgeschert ist und die Drückung einzig und allein von JPM und HSBC getragen wird. Goldman Sachs hat vor einigen Wochen seine letzten Short-Positionen an der Japanischen Goldfuture-Börse TOCOM aufgelöst. Wenn man bedenkt, dass GS noch vor über 2 Jahren mit über 50.000 Kontrakte an der TOCOM, d.h. 50 Tonnen Gold, short war, dann ist diese Entwicklung bemerkenswert.

Zum Wochenanfang tendierte Gold im asiatischen Markt in etwa auf dem Schluss-Stand vom letzten Freitag. Diese Entwicklung setzte sich auch im Londoner Handel fort, wobei hier Gold leicht abbröckelte. Zum A.M. Fix am Freitag musste Gold dennoch heute weitere $4 abgeben auf $923,00 (EUR 700,46).

Danach ging das Gold-Kartell zum Angriff über: Innerhalb weniger Minuten wurde Gold auf bis zu $910 gedrückt. Im frühen Handelsverlauf der COMEX kam dann plötzlich die Gegenbewegung: Gold stieg in der Spitze auf $930 an und drehte in den positiven Bereich. Zum nahenden P.M. Fix bröckelte Gold nur leicht ab und ging mit $928,00 (EUR 706,46) nun um $4 höher als zum P.M. Fix am Freitag aus dem Markt. Zwei Stunden vor Handels-Schluss eine erneute Attacke des Gold-Kartells, in deren Folge der Preis wieder auf $915 sank. Zum Schluss der COMEX konnte sich Gold bei so viel Engagement des Gold-Kartells nur leicht auf $916 befestigen.

Die AIG-Rettung und die starken Ausschläge bei den Aktien-Märkten verstärken meine Auffassung, dass über diese beiden Instrumente das neu geschaffene Zentralbank-Geld in den Markt gepumpt wird. Das dritte Instrument ist der Staat selbst, der über die von der FED monetarisierten Staats-Anleihen frisch gedrucktes Geld ans Volk verteilt. Bei AIG waren die Derivate-Counterparties die grossen Investment-Banken (hier insbesondere Goldman Sachs), die kurz vor dem Ruin standen. Eine zweistellige Milliarden-Finanzspritze via AIG hat diesen Sektor für das erste Quartal 2009 anscheinend wieder so stark belebt, dass kürzlich von "profitablen Geschäft" die Rede war. Die Ausschläge an den Bond- und Aktien-Märkten erlauben es den Banken, vorinformiert über Interventionen des Plunge Protection Teams, einen "schnellen Dollar" duch Aktien-Indexderivate zu machen. Der normale Investor glaubt dagegen an eine nachhaltige Entwicklung und verpasst den Ausstiegs-Punkt. Und die gegen das System wettenden Shorties hat man mit dem Kursfeuerwerk geschlachtet. Plötzlich fallen, wie wir heute beobachten können, ohne ersichtliche Hilfe des PPT die Aktien-Indizes weltweit. Auf dem niedrigen Niveau werden sich dann JPM, GS & Co wieder billig mit Aktien eindecken, bis dann die nächste Geld-Spritze der FED die Kurse wieder kurzfristig in die Höhe treibt. Wenn die FED ihr frisch gedrucktes Geld schon nicht direkt an JPM, Citi, GS & Co verschenken darf, dann tut sie dies indirekt durch quasi risikolose Trades.

Nur der normale Investor partizipiert nicht an dieser Entwicklung und verliert in Summe weiterhin Geld. Damit wird der Anschein der "Deflation" gewahrt, weil die Vermögens-Werte des gemeinen Volkes weiter schrumpfen. Auch ein unter Druck geratener Gold-Preis muss als Menetekel für diese angebliche Deflation herhalten. Auf der anderen Seite wird weiter ungehindert Geld in die o.g. Banken gepumpt. Ich stelle mit die Frage: Was bringt es eigentlich, die Funktionen des Gehirns eines klinisch toten Patienten am Leben zu erhalten, dessen Organe eines nach dem anderen ihren Geist aufgeben

Joberhalt für Banker und Politiker bringt es.


Neu 2009-03-29:

Gold-Bericht für den 26. März 2009:

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat heute ihren Geschäfts-Bericht für das Jahr 2008 veröffentlicht. Von besonderem Interesse ist dabei der dort veröffentlichte Anteil des verliehenen Goldes. Die SNB besitzt nach mehreren Verkaufs-Aktivitäten in etwas 1.000 Tonnen Gold. Von diesen 1.000 Tonnen Gold sind nach Ausweis der SNB zum Ende 2008 10,8 % verliehen, d.h. wirklich vorhanden sind ca 900 Tonnen. Es ist zu wünschen, dass andere Zentral-Banken wie die FED, die BoJ, die BoE, sowie die EZB nebst Mitglieds-Banken eine ähnliche Transparenz an den Tag legen. Warum sie das nicht machen, ist offensichtlich: Der Markt darf nicht erfahren, wieviel Gold aus den Zentralbank-Beständen schon durch Gold-Leihe über JP Morgan, HSBC & Co zwecks Drückung des Gold-Preises verkauft wurde. So sind höchstwahrscheinlich schon weit mehr als 50 % der ca 30.000 Tonnen Zentralbank-Gold auf dem Markt die letzten 10 Jahre verkauft worden.

Gold startete heute im asiatischen Markt auf dem Schluss-Stand in New York von $934. Im frühen Londoner Handel konnte sich Gold leicht befestigen und so kam der A.M. Fix mit $935,50 (EUR 689,24) um $14 höher als zum gestrigen A.M. Fix zustande. Der plötzliche Anstieg durch die unüberlegten Bemerkungen von Tim Geithner wirken also weiterhin nach.

Zum Beginn des New Yorker Handels konnte sich Gold rasch befestigen, wurde aber an der $945er-Marke gebremst und bröckelte dann um $10 ab. Zum P.M. Fix konnte sich Gold dann wieder leicht erholen und der P.M. Fix kam mit $938,25 (EUR 692,13) mit $10 höher als noch vor 24 Stunden zustande. Zum Ende des COMEX-Handels konnte sich Gold die Marke von $940 zurückerobern.

Im späten Access Handel wurde Gold dann aber wieder unter die Marke von $935 gedrückt. Dieses Trading Muster kennen wir bereits: Ein Angriff des Kartells auf den Gold-Preis ist für den morgigen Handel zu erwarten.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX hat sich heute um 1.195 erhöht. Im kleinen März 2009 Kontrakt wurden bisher 4.141 Kontrakte a' 100 Unzen zur Lieferung gestellt. Davon hat heute Goldman Sachs 1.084 Kontrakte gekauft. Braucht GS das physische Gold, um seine Short-Kontrakte abzusichern, oder soll dieses Gold für weitere Drückungs-Aktionen eingesetzt werden ? Die nächsten Tage werden es zeigen.


Neu 2009-03-26:

Gold-Bericht für den 25. März 2009:

Heute um 15:00 Uhr MEZ stieg der Euro plötzlich gegenüber dem US-Dollar innerhalb weniger Sekunden von $1,3470 auf $1,3620. Gold, am Vormittag noch immer unter Kontrolle des Gold-Kartells stehend, sprang plötzlich von $923 auf $940.

Was war passiert ? Der U.S. Finanzminister Geithner wurde heute bei einer Veranstaltung in New York gefragt, wie er denn zu den Vorschlägen aus China stehe, die vom Internationalen Währungsfond (IMF) herausgegebenen "Sonderziehungs-Rechte" (SDR = special drawing rights) zu einer Art Welt-Reservewährung zu machen. Die positive Antwort von Geithner zu diesem Vorschlag wurde als Aufweichung der Stellung des US-Dollars als Welt-Reservewährung interpretiert, so dass in der Folge der Dollar schnell fiel und Gold stark anstieg.

Erst nachdem Geithner von seinen eigenen Leuten einen Hinweis erhalten hat, was er da angerichtet hat, beruhigte sich die Situation wieder. Gingen beim Gold-Preis im Tages-Vergleich zum A.M. Fix noch $7 verloren, so tendierte der P.M. Fix bereits um $5 höher.

Eine Versteigerungs-Aktion für englische Staats-Anleihen ("Gilts") ist heute zum ersten Mal seit dem Jahr 1995 gescheitert. Von dem geplanten Volumen von GBP 1,75 Mrd konnten nur GBP 1,67 verkauft werden. Für dieses Jahr ist die Platzierung von Gilts in Höhe von GBP 146,6 Mrd (Vorjahr GBP 58,4 Mrd) geplant. Dabei hat die Regierung ein neues "Deficit Spending" Programm noch gar nicht initiiert. Dem Pfund hat das heute gar nicht gut getan --- 1,7 Pence gingen gegenüber dem Euro verloren.

Auch auf dem US-Immobilienmarkt stehen die Zeichen auf Sturm: Die Haus-Preise in Kalifornien sind innerhalb eines Jahres um 41 Prozent gefallen.

Die heutige Entwicklung des Gold-Preises entbehrte nicht einer gewissen Dramatik. Im asiatischen Markt tendierte Gold in etwa auf dem gestrigen Schluss-Stand in New York. Mit Beginn des Londoner Handels ging es dann wieder abwärts. Mit $921,25 (EUR 682,21) musste Gold zum A.M. Fix erneut $7 abgeben.

Zu Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde Gold noch unter die $920er-Marke gedrückt. Das Gold-Kartell hatte wohl heute die Marke von $910 ins Auge gefasst. Aber dann kam die o.g. Bemerkung von Tim Geithner und Gold schoss plötzlich auf $940 hoch. Das Gold-Kartell wurde hier auf dem falschen Fuss erwischt, konnte aber Gold wieder unter Kontrolle bringen. Mit $929,00 (EUR 684,50) zum P.M. Fix musste Gold dann wieder einen Teil seiner Gewinne abgeben. Gegenüber dem P.M. Fix von gestern hat Gold jedoch $5 zugelegt. Im verbliebenen Handel der COMEX konnte sich Gold wieder auf $935 befestigen.


Neu 2009-03-25:

Gold-Bericht für den 24. März 2009:

Wie einfach es doch ist, die Leute glücklich zu machen. Da schafft man mit dem weltweiten Anwerfen der Noten-Presse "eine neue schöne Welt", ein Schlaraffen-Land auf Erden. Gestern hat der neu bestückte Gold-Esel ein Kurs-Feuerwerk an den Aktien-Märkten ausgelöst. Und heute musste, was sich durch die gestrige Drückung im späten Access Handel schon abzeichnete, Gold seine Huldigung an die Alles-wird-gut Propheten zeigen.

Auf der anderen Seite gibt es da die Miesepeter, wie zuletzt der Herr von der Commerzbank, der für Deutschland nun ein Negativ-Wachstum von 7 Prozent für das Jahr 2009 voraussagt. Die "Experten" kommen nun immer näher an die Eichelburg'schen 10 % Rückgang (und mehr) heran. Wurden nicht schon in der Antike die Überbringer eine schlechten Nachricht getötet. Nun, heute wurde bekannt, dass die japanischen Autohersteller 50 % weniger Autos als noch vor einem Jahr produziert hatten.

Nach der gestrigen Gold-Drückung im Access Handel war das heutige Handels-Muster bei Gold klar: Die $930er-Marke war im Fokus des Gold-Kartells. Im asiatischen Handel konnte sich Gold heute früh noch über der $940er-Marke stabilisieren. Im frühen Londoner Handel wurde jedoch schnell klar, dass die $930er-Marke heute fallen würde. Mit $928,72 (EUR 685,58) zum A.M. Fix ist es dem Gold-Kartell innerhalb von 24 Stunden gelunden, den Gold-Preis um $24 zu drücken.

Berichte aus Vietnam, in den vergangenen Jahren ein starker Käufer von Gold, bestätigen meine These, dass Gold von Asien nach Europa und Amerika in grösserem Umfang verschoben wird. In Vietnam wird Gold $20 unter dem aktuellen Spot-Kurs verkauft und das Land ist nun zum Exporteur von Gold geworden. Meine Frage: Muss die Bevölkerung ihr hart erspartes Gold nun verkaufen ? Auch die Aufschläge für Gold-Importe in Indien sind immer noch $10 bis $20 über dem lokalen Markt-Preis. D.h. z.Zt. wird immer noch kein Gold durch Indien importiert, sondern der lokale Gold-Bedarf wird durch Recycling gewonnen. Diese Situation macht es dem Gold-Kartell einfacher, im Londoner Markt den Preis unter Kontrolle zu halten.

Der Druck im Londoner Markt setzte sich zum Nachmittag fort. Mit $923,75 (EUR 682,59) tendierte Gold zum P.M. um $25 niedriger als gestern zur gleichen Zeit. Zum Ende des Handels an der COMEX bewegte sich bei Gold nichts mehr. Der Schluss-Kurs wurde mit $924 gestellt.

Der Aktien-Markt musste heute wieder 2 % der gestrigen 7 Prozent abgeben. Obwohl zur Mitte des Handels in bekannte PPT-Manier der Dow und S&P500 kurz einmal in den positiven Bereich gedrückt wurde.


Neu 2009-03-24:

Gold-Bericht für den 23. März 2009:

Die Entwicklung der letzten Tage an den Bond-, Aktien- und Devisen-Märkten entbehrt nicht einer gewissen "Komik", hätte sie nicht bitterböse Konsequenzen für uns alle. Ich versuche mich einmal in einer Erklärung:

1. Der Bond-Markt
Mit der "quantitative easing" Initiative haben die Bank of Japan (BoJ) und die Bank of England (BoE) begonnen, die Staats-Anleihen der eigenen Politiker aufzukaufen. Diesem Schritt folgte in der letzten Woche auch die FED. Was heisst das: Auf dem Bond-Markt, sozusagen eine Gebraucht-Warenbörse für bereits am Markt platzierte Staatsanleihen, treten nun die FED, BoJ und BoE als Käufer auf. Das sollte vordergründig keine Auswirkungen auf den "Preis" dieser Staatsanleihen haben. Hat es aber ! Um dies zu erklären, muss man die Preis-Findung bei Bonds im Allgemeinen und Staatsanleihen im Besonderen am Zweit-Markt verstehen.

Angenommen, die U.S. Regierung gebe im Jahr 2007 eine 10-jährige Staatsanleihe über $100.000 mit jährlichem Zins-Satz von 5 % heraus. Der Einfachkeit halber sei angenommen, das das Zins-Niveau im Jahr 2007 bei 5 % läge und der Markt keine wesentlichen Änderungen des Zins-Satzes in den nächsten Jahren prognostiziere. Dann wird diese Staatsanleihe von dem Investor zu 100 %, d.h. $100.000 aufgekauft. D.h. dieser Investor erhält die Jahre 2008 bis 2017 jeweils $5.000 Zins-Zahlungen (5 % von $100.000) und im Jahr 2017 werden zusätzlich die $100.000 wieder getilgt. Nun sinkt jedoch im Jahr 2008 das Zins-Niveau für solche langjährigen Anlagen auf 2,5 %. Der Investor bekommt weiterhin seine 5 % von $100.000 aus dem Jahr 2007 bezahlt, während ein Investor, der Staatsanleihen im Jahr 2008 zeichnet, jetzt nur noch 2,5 % von $100.000, also $2.500 erzielen würde. Es ist einsichtig, dass ein Investor in 2008 mehr als $100.000 für die mit 5 % verzinsliche Staatsanleihe zahlen würde. Denn mit dieser würde er dann 9 * $5.000 = $45.000 anstelle von 9 * $2.500 = $22.500 für die aktuelle Staatsanleihe an Zinsen erlösen mit demselben Rückzahlungs-Betrag. Ohne jetzt die jährliche Abzinsungs-Rechnung zu berücksichtigen (bitte keine Zuschriften dazu - ich möchte am späten Abend jetzt nicht noch eine Formel herleiten müssen, die über die vier Grund-Rechenarten hinausgeht), hätte die 2007er Staatsanleihe im Jahr 2008 also einen Zeitwert von $100.000 + ($45.000 - $22.500) = $122.500. D.h. der Zweit-Marktpreis wäre 122,5 %. Da die $5.000 Zins-Zahlungen nun auf die $122.500 bezogen werden müssen, ist der effektive Zins-Satz entsprechend niedriger. Ausserdem muss man noch berücksichtigen, dass am Ende der Laufzeit nicht die bezahlten $122.500, sondern nur $100.000 zurückgezahlt werden. Also mit 9 * $5.000 - $22.500 = $22.500 beträgt der jährliche durchschnittliche Zins-Ertrag ($22.500 / 9) / $122.500 = 2,04 %.

Also handeln Staats-Anleihen bei einem höheren Zinssatz der Vergangenheit (5 % im Beispiel) und einem erwarteten niedrigen Zinssatz in der Gegenwart und Zukunft (2,5 % im Beispiel) immer bei einem Preis von über 100 (122,5 im Beispiel). Damit sinkt der Real-Zinssatz (2,04 % im Beispiel), da der Nominal-Zinssatz bezogen auf den Nominal-Wert der Anleihe (5 % * $100.000 = $5.000 pro Jahr im Beispiel) auf den höheren Kauf-Betrag ($122.500 im Beispiel) bezogen werden muss. Ausserdem wird am Ende der Laufzeit nicht der bezahlte Preis der Anleihe, sondern nur deren Nominal-Wer zurückgezahlt. Das reduziert den Real-Zins noch weiter.

Nun tritt die FED auf diesem Zweit-Markt als Käufer in Erscheinung. Das ändert im Prinzip an der o.g. Rechnung überhaupt nichts. Wenn die FED jedoch nun die Real-Zinsen auf den Bond-Märkten drücken möchte, dann muss der Real-Wert der Anleihe entsprechend nach oben getrieben werden. Dies erreicht die FED dadurch, dass sie durch ihre Markt-Macht den Preis der Anleihe entsprechend nach oben treibt, also z.B. $130.000 für o.g. Anleihe über nominal $100.000 bezahlt. Eigentlich ist das Interesse eines Käufers, zu einem möglichst niedrigen Preis einzukaufen. Die FED hat allerdings das Interesse, die Anleihen zu einem möglichst hohen Preis einzukaufen. Das tut sie mit frisch gedruckten US-Dollar Noten, d.h. das Geld, das sie den bisherigen Haltern der Anleihen zahlt, kommt frisch aus der Noten-Presse.

Nun hat diese Politik neben der Flutung des Marktes mit frische gedrucktem Geld noch einen weiteren Nachteil, der von den Kommentatoren so nicht wahrgenommen wird. Wenn die Preise für Staatsanleihen bei sinkenden Zinsen im Zeit-Wert steigen, dann steigt auch der Zeit-Wert der langfristigen Schulden der Unternehmen. D.h. eine General Electric (GE), die vor 2 Jahren noch ein Anleihe über 6 % zu $100.000 über 10 Jahre am Markt platziert hat, müsste zum heutigen Tag vielleicht $120.000 für diese Anleihe zurückzahlen, weil die Zinsen gesunken sind. In der Bilanz von GE sind jedoch nur die $100.000 als Fremdkapital verbucht. Die Politik des "billigen Geldes" treibt also Unternehmen mit bestehenden langfristigen Schuldverpflichtungen de facto in eine Überschuldungs-Situation.

2. Der Aktien-Markt
Die frisch geschaffene Menge des neuen Geldes wird nun zunehmens in die Aktien-Märkte umgelenkt. Da die FED und andere Notenbanken an den Bond-Märkten direkt intervenieren, bleiben als Anlage-Möglichkeiten für das neue Geld nur Asset-Märkte wie Aktien, Rohstoffe und auch Gold/Silber. Diese neuen Gelder werden über die Agenten der FED, die "Primary Dealer" wie J.P. Morgan in die Aktien-Märkte umgelenkt.

3. Die Devisen-Märkte
Da die "quantitative easing" Initiative zur Schaffung neuen Geldes nun quasi in allen grossen Industrie-Ländern gleichzeitig läuft, macht eine Umschichtung der Vermögens-Werte von einem Papier-Geldystem in ein anderes keinen Sinn. Sollte eine Währung wie der Schweizer Franken trotzdem gegenüber anderen Währungen steigen, dann greift die jeweilige Notenbank in den Markt ein, indem sie ihre eigene Währung druckt und auf dem Devisen-Markt andere Währungen damit kauft. Da die Notenbank jedes Landes ihre eigene Währung in unbegrenztem Umfang durch die Noten-Presse ausweiten kann, stellt eine Abwertung gegenüber anderen Währungen nie ein Problem dar.

Wir beobachten also: In quasi allen Industrie-Staaten wird koordiniert Geld in grossem Umfang frisch gedruckt und zur Manipulation der Bond-, Aktien- und Devisen-Märkte verwendet. Das ist deshalb keine nachhaltige Entwicklung, weil sie mit "Falsch-Geld" (d.h. frisch auf dem Nichts gedrucktem Papier-Geld der Notenbanken ohne jede Deckung) und nicht mit "Investoren-Geld" (d.h. Geld, welches durch Arbeits-Leistung verdient wurde) angefeuert wird. Über die Primary Dealer der FED werden diese Gelder in die entsprechenden Märkte umgelenkt, so dass es den Anschein hat, als käme dieses Geld von den Investoren. Meine Meinung ist, dass die Investoren nicht so unklug sind, frische Gelder in diese Märkte zu stecken. Sie verharren in Schock-Starre und warten auf einen Wiederanstieg ihrer Investments, um dann die Märkte zu einem für sie günstigen Zeitpunkt zu verlassen. Falls dieser Zeitpunkt erreicht ist, wird eine (Massen-)Flucht der Investoren-Gelder vor allem in Gold einsetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die "Falsch-Geld" Erzeuger weiterhin und mit verstärktem Tempo die Noten-Presse in Gang halten. Die heutige Entwicklung mit +7 % am U.S.-Aktienmarkt ist nur eine schöne Schein-Welt, die mit der Realität nichts zu tun hat. Sie entbehrt deshalb nicht einer gewissen Komik.

Ach so - zum Thema Goldpreis-Entwicklung: Gold tendierte im asiatischen Handel mit leicht positivem Vorzeichen. Im frühen Londoner Handel kam etwas Druck auf den Gold-Preis und der A.M. Fix kam mit $952,75 (EUR 697,32) um $4 niedriger als am letzten Freitag zustande.

Am Nachmittag begann zu Beginn des COMEX-Handels wieder einmal die übliche Drückung. Zum nahenden P.M. Fix fiel Gold dann doch noch unter die $950er Marke. Der P.M. Fix kam mit $949,25 (EUR 701,12) um $5 niedriger als zum letzten P.M. Fix zustande. In den restlichen Stunden des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder leicht befestigen und ging mit $952,50 um $3 niedriger als am Freitag aus dem Markt.

Das Gold-Kartell hat dann im späten Access Handel noch einmal kräftig auf den Gold-Preis gedrückt. Mit $938,20 musste Gold weitere $14 abgeben. Dem Gold-Kartell ist die Marke von $950 anscheinend zu gefährlich nahe an der $1.000er Marke. Deshalb wird das Gold-Kartell im morgigen Handel wohl versuchen, Gold wieder unter die Marke von $930 zu drücken.

Die Monetarisierungs-Aktivitäten der FED & Co, verbunden mit der ausufernden Staatsverschuldung der letzten Wochen und Monate hätten schon von sich aus einen Anstieg des Gold-Preises um $1.000-$2.000 (nicht "auf", sondern "um") gerechtfertigt. Noch kann man dies verhindern - je länger man manipuliert, desto schneller und stärker wird dieser Anstieg jedoch werden. Die Herde der "Investoren-Gelder", die dann plötzlich in Gold drängen werden, wird das "Falsch-Geld" System endgültig von der Land-Karte tilgen. Und dies wird global geschehen - es gibt kein sicheres Papier-Geld mehr.


Neu 2009-03-20:

Gold-Bericht für den 19. März 2009:

Der Professor aus Princeton will die bereits seit September 2008 von $900 Mrd auf $2.000 Mrd explodierte Bilanz-Summe der U.S. Notenbank um weitere $1.000 Mrd ausweiten. Gleichzeitig verkündet das BLS, durch seine im Orwellschen Stil manipulierten Statistik-Zahlen auch das "Wahrheitsministerium" genannt, dass die Inflations-Rate nun doch positiv sei. Und nicht negativ, wie uns die hirntoten "Deflationisten" weiss machen wollen. Simbabwe Ben geht damit den Weg seines Kollegen in dem gleichnamigen afrikanischem Staat. Wenn die Wirtschaft immer stärker kollabiert und selbst die eigenen Truppen nicht mehr aus Steuer-Gelder bezahlt werden können, dann druckt man das Geld einfach hemmungslos und verteilt es unter das Volk.

Eine richtige Deflation gibt es nur in einem Geld-System, bei dem Banknoten quasi Lager-Scheine auf hinterlegtes Gold sind, dem Gold-Standard. Dort ist die Geld-Menge konstant, egal ob die Wirtschaft nun expandiert oder kontrahiert. Deflation bezeichnet hier die Situation, in der man mit derselben Menge Geld eine grössere Menge Waren, Rohstoffe, Investitions-Güter etc kaufen kann. Eine Deflation kann in einem solchen System bereits durch die Ausweitung der Wirtschafts-Kraft eines Staates ("Produktivitäts-Erhöhung") ausgelöst werden. Wenn ein Arbeiter anstatt 10 PCs am Tag nun 15 PCs am Tag produzieren kann, dann wird der Preis eines PCs um ein Drittel fallen (unter der Annahme, dass die Kosten nur durch die Arbeits-Leistung entstehen). Ein anderer Bürger könnte sich also bei angenommenem gleichbleibenden Gehalt den PC schon nach Zweidrittel seiner Arbeitszeit leisten. In diesem Fall ist Deflation nichts Negatives, da die Kaufkraft des Geldes steigt. Schwieriger wird es nun, wenn es Unterschiede bei der Produktivitäts-Erhöhung in unterschiedlichen Wirtschafts-Sektoren gibt. Erhöht sich die Produktivität der Wirtschaft im Durchschnitt um 10 %, so wird der Arbeiter mit einer Produktivitäts-Erhöhung von 33 % einen höheren Lohn erhalten, als der Bauer, dessen Produktivität sich nicht erhöht hat. Der Bauer muss sogar mit Einkommens-Einbussen von 10 % rechnen, da er nicht mit dem Durchschnitt der Wirtschaft mithalten konnte. Trotzdem kann dieser Bauer den PC mit seinem um 10 % reduziertem Einkommen schneller erarbeiten, als vorher, da zwar sein Einkommen um 10 % gesunken ist, der PC aber gleichzeitig um 33 % billiger geworden ist. Deflation wird in einem solchen Sytem erst zum Problem, wenn die Leute ihr Geld aufgrund der Erwartung sinkender Preise zurückhalten. Dann kommt ggf der Geldkreis-Lauf ins Stocken und eine Rezession bricht aus. Das System gesundet sich aber aus dieser Situation von selbst, weil das Geld nur bis zu einer gewissen Schwelle gehortet werden kann. Das Geld geht aber nie verloren.

In unserem Kredit-Geldsystem wird Deflation als ein Kontraktion der Geld-Menge an sich gesehen. Papier-Geld entsteht ausschliesslich durch Verschuldung, d.h. ein Geld-Schein ist eine Verpflichtung der Zentralbank gegenüber dem Besitzer des Geld-Scheins. Die Zentralbank "deckt" diese Verpflichtung aber nicht, wie beim Gold-Standard, durch eine entsprechende Menge gelagertem Goldes, sondern z.B. durch angekaufte Staats-Anleihen. Im Finanz-System entsteht so eine "Luftbuchung", bei der das Vermögen der Kunden eine Verpflichtung gegenüber der Bank darstellen, die durch entsprechende Forderungen gegenüber anderen Banken, anderer Kunden, der Zentralbank, dem Staat usw "gedeckt" sind. Eine deflationäre Entwicklung in solch einem System führt zu einer Auslöschung eines Teils des Vermögens durch Neubewertung. Ist dieses Vermögen durch Aufnahme entsprechender Schulden teilfinanziert, so müssen die Banken dann den Schuldner zum Verkauf seines Vermögens auffordern, wenn der Wert des Vermögens sich dem finanzierten Betrag nähert. Der Verkauf führt zu einer Ausbuchung der Forderungen und Verbindlichkeiten innerhalb des Bilanz der Bank, wodurch Geld wieder zerstört wird. Dieser Prozess an sich ist noch nicht destruktiv. Destruktiv wird dieser Prozess erst dann, wenn der Verkauf der Vermögens-Werte durch fortgesetzte Preis-Entwertung andere Vermögens-Werte in den Verkauf zwingt. Schliesslich wird dann nicht mehr der Betrag zu erzielen sein, der in der Bilanz der Banken als "Schulden" steht. Die Bilanz der Bank kommt ins Ungleichgewicht, weil die Verbindlichkeiten der Bank weiterhin in voller Höhe bestehen. Wird schliesslich das Eigenkapital der Bank aufgebraucht, dann kommt es zum Konkurs der Bank. Die Kunden, die Einlagen bei der Bank haben, werden nun Eigentümer der verfallenden Vermögens-Werte. Sie versuchen diese möglichst schnell zu Geld werden zu lassen, wodurch der Preis immer weiter absackt. Letztendlich haben dann alle dieser Vermögenswerte keinen Wert mehr und die Kunden der Bank keinerlei Vermögen mehr. Eine deflationäre Entwicklung im Papier-Geldsystem durch fortlaufende Rückführung der Schulden (und damit auch der Vermögens-Werte) führt im Endeffekt zur Selbstauslöschung des Systems. Wenn alle Schulden mit allen Vermögen verrechnet worden sind, ist die Geld-Menge im Papier-Geldsystem gleich NULL.

Das ist ein entscheidender Unterschied der Systeme: Geld bleibt im System des Gold-Standards immer Geld, auch wenn alle Schulden getilgt sind. Deshalb ist eine Deflation kein systembedrohendes Ereignis. Im Kredit-Geldsystem wird Geld mit Tilgung aller Schulden ausgelöscht. Eine Deflation setzt eine Abwärts-Spirale in Gang, bei der es schliesslich weder (Geld-)Vermögen noch (Geld-)Schulden gibt.

In der System-Presse wird beim Deflations-Begriff immer die Deflation im Sinne des Gold-Standards mit der Deflation im Kredit-Geldsystem vermischt. Deshalb haben wir die Situation, dass Vermögens-Werte vernichtet werden (Deflation im Kredit-Geldsystem). Und die Deflation des Geldes gegenüber Waren, Rohstoffen usw (Deflation im System des Gold-Standards) wird uns durch Markteingriffe und Fälschung von Inflations-Indizes vorgespielt. So denkt das gemeine Volk, dass die heutige Deflation mit der Depression der 30er-Jahren vergleichbar sei. In Wirklichkeit geht es um die Deflation, gleich Auslöschung des Papiergeld-Systems. Deshalb steigen auch weiter die Preise für notwendige Güter des täglichen Lebens (Lebensmittel, Gesundheit, Wohnen, Transport & Energie).

Eine Deflation im Papier-Geldsystem ist wie ein "schwarzes Loch" im Kosmos - es zieht Materie an und diese löst sich im "Nichts" auf. Sind Planeten und Sterne dem "schwarzen Loch" zu nahe gekommen, gibt es keine Rettung mehr. Unsere Zentralbanker denken nun, dem "schwarzen Loch" dadurch entkommen zu können, in dem man diesem zusätzliche Materie anbietet in der Hoffnung, dass der Hunger des "schwarzen Lochs" irgendwann einmal gestillt sein werde.

Die gestrige Entwicklung des Gold-Preises im New Yorker Access Market hat sich heute bestätigt. Bis auf den Versuch des Gold-Kartells, im asiatischen Handel den Preis wieder zu drücken, spiegelt der heutige Londoner P.M. Fix eindrucksvoll die Situation am Gold-Markt wider: $956,50 (EUR 698,48), d.h. plus $63. Selbst am 18. September 2008, wo das System wenige Stunden vor dem Bankrott stand, konnte der P.M. Fix lediglich um $50 zulegen.

Apropos Asien: Auch wenn man der westlichen Wertegemeinschaft Faulheit, Arroganz und Herrschafts-Sucht vorwerfen kann - die Vermögenswerte, mit denen das Wirtschafts-System von morgen kontrolliert wird, nämlich Gold, wandert zunehmens vom Osten in den Westen. Die traditionell starke Schmuck-Industrie in Indien kauft kein Gold mehr und im asiatischen Markt wird zunehmens Schmelz-Gold an westliche Barren-Hersteller mit Preis-Abschlägen verkauft. Die produzierten Barren landen wiederum bei westlichen Investoren. Hier werden die neuen Grundfeste einer weiterbestehenden Hegemonie der abendländischen Kultur geprägt - allerdings nicht mit den Politiker und Zentralbankern von heute, sondern mit neuen Eliten. Hier bin ich entgegengesetzter Meinung zu Marc Faber und Jim Rogers, die zwar wie Eichelburg & Co die Krise und Verfehlungen des Papier-Experiments schonungslos aufdeckten und kritisieren. Aber die China, Japan, Korea und die arabischen Staaten als die neuen Herren in einer neuen Wirtschafts-Ordnung sehen. Das wird wohl nicht so kommen - und das ist auch gut so ...

[10:15] Leserkommentar-DE dazu:

Hier bin ich entgegengesetzter Meinung zu Marc Faber und Jim Rogers, die zwar wie Eichelburg & Co die Krise und Verfehlungen des Papier-Experiments schonungslos aufdeckten und kritisieren. Aber die China, Japan, Korea und die arabischen Staaten als die neuen Herren in einer neuen Wirtschafts-Ordnung sehen. Das wird wohl nicht so kommen - und das ist auch gut so ..."

Endlich mal jemand der den Obergurus Faber und Roger nicht blind folgt.
Ich schätze deren Anlaysen ebenfalls, habe aber von Anfang an nicht geblaubt, dass sie mit der Theorie der Wachstumsmärkte Asiens richtig liegen. Sie vergessen, dass dort nach wie vor korrupte Kommunisten regieren. Da nützt ein bischen Marktwirtschaft auch nicht, um an die Weltspitze vorzudringen. Auch der Rest der Welt wird erst wieder Marktwirtschaft lernen müssen, bevor der Spuk der selbst verursachten größten Weltwirtschaftskrise seit dem dreißigjährigen Krieg (1618-48) an uns vorbeiziehen kann. Die unfähigen Eliten gehören weg, statt belohnt.
Jedenfalls vielen Dank für die erhellenden Ausführungen gerade zum Thema der angeblichen Deflation.

[11:45] Leserkommentar-AT:

Kompliment übrigens auch an Herrn Ziemann, er kann trockene und komplexe Sachverhalte einfach erklären.
(Bisher habe ich alle Comex-, Goldkartell- und vergleichbaren Analysen immer ausgelassen, da so nichtssagend für mich ...)


Neu 2009-03-19:

Gold-Bericht für den 18. März 2009:

In meinem gestrigen Bericht habe ich von der bevorstehenden (FED) oder bereits erfolgten (BoE und BoJ) "Falsch-Geld" Erzeugung durch die Zentralbanken im Zusammenspiel mit den Politikern berichtet. Heute hat sich die FED entschieden, ebenfalls den Weg der BoE/BoJ zu gehen. In der Folge durften wir heute Zeuge eines $70 umfassenden Abstandes zwischen den Gold Tages-Tiefstand und dem -Höchstand werden.

Dabei lief der Tag heute ganz nach den Vorstellungen des Gold-Kartells ab. Im asiatischen Markt verlor Gold um die $5. Diese Entwicklung setzte sich zum frühen Londoner Handel fort. Der A.M. Fix kam mit $910,75 (EUR 697,84) um $9 niedriger als vor 24 Stunden zustande.

Mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX setze nun eine verstärkte Abwärts-Bewegung beim Gold-Preis ein. Zuerst hielt die Marke von $900. Je näher der P.M. Fix kam, desto grösser wurde die Nervösität der Marktteilnehmer und die Marke von $900 wurde schnell nach unten durchbrochen. Der P.M. Fix kam mit $893,25 (EUR 680,05) um $12 niedriger als zum gestrigen P.M. Fix zustande. Das Gold-Kartell hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Noch schlimmer erwischte es Silber, das zum Teil mehr als 6 % im Minus war.

Nach dem Handels-Ende in London konnte das Kartell Gold auf bis zu $880 drücken. Hier gingen wohl die Sicherungen einiger spekulativer Marktteilnehmer durch: "Stop Loss" oder "Margin Calls" führten zu einer Beschleunigung der Abwärts-Entwicklung. Zum Schluss des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf $890 befestigen.

Der Access Handel verlief aber alles andere als ruhig. Nachdem das FOMC der FED verkündet hatte, dass man nun direkt US-Treasuries aufkaufen würde, sprang der Gold-Preis innerhalb weniger Minuten über die Marke von $920. In der folgenden Stunde konnte Gold dann locker die bisher hart verteidigte Linie von $930 reissen und wurde erst bei knapp $950 gestoppt.

Wie explosiv die Situation ist, kann man an dem US-Dollar / Euro Wechselkurs erkennen. Kurz vor der FED-Entscheidung lag der Euro noch bei $1,31. Nach der FED-Entscheidung stieg der Euro auf $1,35 an.


Neu 2009-03-18:

Gold-Bericht für den 17. März 2009:

Was ist der Unterschied zwischen den Versprechen der Politiker und Papier-Geld ? Keiner - Je mehr gemacht werden, desto weniger sind sie wert.

Die gleichen Zentralbanker und Politiker, die mit dem System der Kreditausweitung durch niedrige Zinsen das Finanz-System nahe dem Abgrund gebracht haben, schlagen nun neue Formen der Kreditausweitung vor. Damit wollen sie den Kollaps des grössten Schneeball-Systems der Weltgeschichte aufhalten: Unserem (Papier-)Geldsystem.

Man muss sich die krankhaften Ideen dieser Herren (und Damen ?) einmal bildlich vorstellen, um sie begreiflich zu machen. Nehmen wir die Staatsverschuldung als ein Beispiel. Nach Wiederwahl strebende Politiker wollen mehr Geld ausgeben, als sie einnehmen. Zu diesem Zweck leihen sie sich den fehlenden Geld-Betrag durch die Ausgabe von Staatsanleihen bei den Investoren. Diese Investoren haben ihr Geld durch Arbeit verdient, benötigen es zur Zeit aber nicht und überlassen es dem Staat in der Hoffnung, es nach 10 Jahren mit einem entsprechenden Zinssatz zurückerstattet zu bekommen. Die Politiker können allerdings die Ausgaben nicht so drosseln bzw die Einnahmen so steigern, dass die Schulden nebst Zinsen nach 10 Jahren zurückgezahlt werden können. Letztlich verliert der Investor also sein verliehenes Geld. Bei diesem Beispiel kam es also zu einer Umschichtung der Arbeits-Leistung des Investors zum Staat, der damit den Konsum seiner Wähler bezahlt hat.

Da verständlicherweise immer weniger Investoren ihr Geld dem Staat auf diese Weise leihen wollen, der Staat aber durch neue Ausgaben-Programme den Konsum seiner Wähler in noch viel stärkerem Mass bezahlen muss, kamen findige Zentralbanker auf die Idee, die Staatsanleihen nicht dem Investor zu verkaufen, sondern der Zentralbank. Nun hat die Zentralbank kein Geld "herumliegen", das sie durch Arbeit in der Vergangenheit verdient hat. Aber die Zentralbank verfügt über ein Instrument, mit dem sie Geld aus dem Nichts erschaffen kann: Die Notenpresse. Der Politiker überreicht nun der Zentralbank seine Staatsanleihe mit der Bitte um Bezahlung in Geld. Die Zentralbank wirft die Notenpresse an, und die frisch gedruckten Banknoten verteilt der Politiker für den Konsum an seine Wähler. Was ist hier nun anders als im o.g. Fall ? Richtig, der Investor hat für sein Geld eine Arbeitsleistung in der Vergangenheit erbracht, für die er in Geld entlohnt wurde und die er jederzeit in Konsum-Artikel umtauschen kann. Die Zentralbank hat jedoch diese Arbeitsleistung nicht erbracht, so dass das frisch geschaffene Geld nichts weiter als "Falsch-Geld" ist.

Leider kann der Bürger nicht erkennen, welches Geld nun durch Arbeitsleistung verdient wurde oder als "Falsch-Geld" von der Zentralbank künstlich geschaffen wurde. Da nun aber insgesamt mehr Geld im Umlauf ist, wird es bei einem gleichbleibenden Angebot von Konsum-Gütern zwangsläufig durch die Verschiebung des Angebots-/Nachfrage-Verhältnisses zu einer Entwertung des Geldes kommen. Verliert im o.g. Fall der Investor sein Geld, so werden in diesem Fall alle Geld-Besitzer gleichermassen enteignet. Natürlich hat dieses System der "Falsch-Gelderzeugung" irgendwann einmal ein Ende: Wenn die Bürger erkennen, dass die eigene Zentralbank mit den Politikern zusammen "Falsch-Geld" erzeugt, wird das selbst verdiente Geld schnell in Konsum- oder andere beständige Güter umgeschichtet. Das führt zu einer zunehmenden Entwertung des Wertes des Geldes ("Inflation"). Da die Bürger einen Ausgleich für das entwertete Geld verlangen, kommt es zu Lohn- und Gehaltserhöhungen, die die Entwertung des Geldes weiter anfeuern. Im Extremfall wird dieses Geld nicht mehr zur Begleichung der eigenen Arbeits-Leistung akzeptiert werden.

Mit der "quantitative easing" Initiative der Bank of England und der FED wurde solch ein "Falsch-Geld" Kreislauf geschaffen. Und die Ausstattung des Internationalen Währungsfond (IWF) mit neuen Sonderziehungs-Rechten schafft einen weiteren "Falsch-Geld" Kreislauf, diesmal nicht für die eigenen Politiker, sondern für ganze Staaten.

Mit der Drückung des Gold-Preises will man uns verkaufen, dass Papier-Geld dennoch einen Wert hat. Und so sind die heute zu beobachteten Ausschläge bei Gold kein Grund, beunruhigt zu sein. Dienen sie doch nur nur zur Verschleierung der "Falsch-Gelderzeugung".

Im asiatischen Handel stand Gold (mal wieder einmal) unter Druck und ging mit $920 in den Londoner Handel. Um diese Marke schwankte Gold dann, so dass der A.M. Fix bei $920,00 (EUR 707,20) keine Überraschung bot. Damit hat Gold auf 24-Stundenbasis weitere $3 verloren. Das Gold-Kartell scheint trotz hoher physischer Nachfrage durch Investoren den Londoner Markt einigermassen unter Kontrolle zu haben. Diese Entwicklung wird aus Sicht des Gold-Kartells noch dadurch begünstigt, dass Indien weiterhin als Importeur für Gold wegen der hohen Notierungen ausfällt. Dort wartet man auf einen Rückschlag in den Bereich $850-$880. Bei $850 sollte Gold nach unten gut abgesichert sein.

Zu Beginn des Handels an der COMEX wurde Gold unter die Marke von $915 gedrückt, konnte sich aber wieder erholen. Mit dem nahenden P.M. Fix verfiel der Gold-Preis allerdings wieder, und so konnte das Gold-Kartell wiederum eine Drückung um $4 auf $915,50 (EUR 705,81) am Markt durchsetzen. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen …

Zum Handelsschluss an der COMEX ging Gold mit $915,90 um $6 niedriger als am Vortag aus dem Markt.
Die Anzahl der offenen Kontrakte hat sich heute um 5.741 auf 375.090 verringert. Das derzeitige Trading Pattern bei Gold kommt wohl einigen spekulativen Longs "spanisch" vor, so dass sie vorsichtshalber den Markt verlassen. Auch die immer als guter Kontra-Indikator zu sehenden Aktionen der "The Gartman Letter" in Nordamerika deuten auf einen steigenden Gold-Preis hin: TGL überlegt, Short-Positionen in Gold einzugehen.


Neu 2009-03-17:

Gold-Bericht für den 16. März 2009:

Nach ergeblicher Kritik an dem ungehinderten Zufluss von Steuer-Geldern an den Versicherungs-Konzern AIG wurden heute erste Zahlen bekannt, wer die Nutzniesser dieser $160 Mrd Geld-Spritze sind. Von den $105 Mrd durch AIG geleisteten Zahlungen gingen $93,2 Mrd vor allem an europäische Banken und $12,1 Mrd an die U.S.-Staaten Kalifornien und Virginia. Goldman Sachs war mit $12,9 Mrd der grösste Empfänger, gefolgt von der Societe Generale mit $11,9 Mrd und der Deutschen Bank mit $11,8 Mrd. Das bestätigt die Gerüchte, dass AIG im September 2008 nur deshalb gerettet wurde, um das Überleben von Goldman Sachs zu ermöglichen. Es wird nun gemutmasst, dass die U.S. Treasury an der Rückführung der Derivate-Kontrakte zwischen AIG und den U.S. Banken arbeitet, um dann AIG (kontrolliert) bankrott gehen zu lassen. Dies würde den fortgesetzten Geld-Fluss (Steuer-Gelder) von mehreren $100 Mrd von AIG an europäische Banken abrupt unterbrechen und wohl eine neue Banken-Krise in Europa auslösen.

Am Dienstag und Mittwoch tagt das Federal Open Market Committee (FOMC) der FED. Da das Zins-Niveau nicht weiter gesenkt werden kann, erwartet man Beschlüsse zum Aufkauf von U.S.-Staatsanleihen ("Treasuries"), um angeblich die langfristrigen Zinsen zu senken. Die Bank of England hat kürzlich eine solche Aktion begonnen und hat damit den Real-Zins der 10-jährigen U.K.-Staatsanleihen ("Gilts") von 3,64 % auf 2,94 % drücken können. In Wirklichkeit geht es bei beiden Aktionen jedoch um das sich beschleunigende Drucken von Papier-Geld. Die FED bzw BoE kauft nämlich Staatsanleihen durch Ausweitung ihrer Bilanz auf: D.h. sie generiert Papier-Geld "aus dem Nichts", mit dem sie die Verkäufer bezahlt und bucht den Wert der Staatsanleihen auf die AKTIVA-Seite ihrer Bilanz. In Wirklichkeit geht es bei diesen Aktionen um die Finanzierung der ausufernden Staats-Verschuldung durch das Anwerfen der Drucker-Presse.

Eigentlich müssten beide Nachrichten zu einer verstärktem Flucht aus dem Papier-Geldsystem führen. Tun sie aber nicht, wie die heutige Entwicklung des Gold-Preises zeigt.

Gold startete die Woche im asiatischen Markt auf leicht reduziertem Niveau. Nach Beginn des Londoner Handels konnte Gold seine Verluste wettmachen. Zum nahenden A.M. Fix verfiel der Preis jedoch wieder und der A.M. Fix kam mit $923,00 (EUR 708,53) zustande.

Zu Beginn des Handels an der COMEX wagte Gold einen erneuten Ausbruchversuch, wurde jedoch bei $927 gestoppt. In einer folgenden Drückungs-Aktion fiel Gold dann bis auf $915 zurück, konnte sich dann aber wieder auf dem Niveau des A.M. Fix stabilisieren. Der nahende P.M. Fix liess den Gold-Preis dann wieder abbröckeln und der P.M. Fix zum mit $919,50 (EUR 706,82) zustande. Das sind $8 weniger als noch am letzten Freitag. Dies bestätigt die These, dass das Gold-Kartell mit Hilfe von physischem Gold im Londoner Handel den Gold-Preis weiter unten Kontrolle halten will.

In den verbliebenen Stunden des Handels an der COMEX passierte nun nichts weltbewegendes mehr und Gold ging mit $921,70 aus dem New Yorker Handel. Im Access Handel konnte sich Gold dann weiter stabilisieren und der letzte Kurs wurde bei $923,10 ermittelt.

Die letzten vier Handelstage hat der grösste Gold-ETF "GLD" seine Bestände um 40,06 Tonnen Gold auf nunmehr 1.069,05 Tonnen ausgeweitet. Damit besitzt dieser ETF nun mehr Gold als die Schweizer Nationalbank (SNB).

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX nahmen heute um weitere 4.235 Positionen auf 380.830 zu.


Neu 2009-03-14:

Gold-Bericht für den 13. März 2009:

Massiv einbrechende Export-Umsätze, zum Teil in Form einer Halbierung, veranlassen immer mehr Länder dazu, ihre Währungen im Vergleich zu anderen Papier-Währungen abzuwerten. Das letzte Beispiel - die Schweiz: Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat erklärt, dass die Schweizer Exportwirtschaft Vorrang vor einem starken Franken hat. Man kündigte an, in Zukunft den Schweizer Franken gegen andere Währungen zu verkaufen, um einen weiteren Anstieg des Schweizer Frankens insbesondere gegenüber dem Euro zu verhindern.

Immer mehr Notenbanken gehen in Richtung eines Null-Prozent Zins-Niveaus und der unkontrollierten Aufblähung der Zentralbank-Geldmenge. Gleichzeitig wird uns eine angebliche Deflation vorgelogen, die diese Massnahmen rechtfertigen würde, weil zur Zeit keine Gefahr einer Preis-Steigerung drohe. Nun, die Deflation sehen wir schon im Bereich Immobilien, Aktien, Zertifikate und anderer Finanz-Instrumente. Aber auch beim Arbeits-Einkommen, sei es durch niedrigere Erfolgs-Boni, Kurzarbeit, Entlassung oder Konkurs der Firma. Damit verfällt in der Tat der Wert der Ersparnisse, die Ansprüche auf eine Firmen-Pension oder auch der Wunsch nach einem früheren Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Aber diese Werte wurden in der Vergangenheit nicht in die Berechnung der Inflations-Rate miteinbezogen. Auf der anderen Seite steigen die Kosten des Lebens: Die Lebensmittel werden weiterhin tendentiell teurer, das Gesundheits-System reisst ein immer grösseres Loch in das eigene Budget und die Kosten für staatlich sanktionierte Gebühren steigen eher, als dass sie fallen. Dass die Inflations-Rate bei diesen Waren und Dienstleistungen trotzdem noch bei Null oder negativ gerechnet wird, haben wir den diversen Wahrheitsministerien zu verdanken. Bei den Kern-Daten "Inflation" und "Arbeitslosigkeit" wird seit Jahren gelogen, dass sich die Balken biegen. Wie sagte doch Bismarck über das Lügen: Vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd ...

Für jeden Einzelnen heisst das, dass man mit seinem persönlichen Budget in eine verhängnisvolle Einnahmen-/Ausgaben-Schere kommt: Die Einnahmen sinken (deflationär), während die Kosten steigen (inflationär). Da heisst es, seine Ersparnisse vor der staatlich verordneten Enteignung zu retten, wenn man schon mit seinen laufenden Einnahmen/Ausgaben unter die Räder kommt.

Gold wurde nach der gestrigen Rallye im asiatischen Markt um $5 gedrückt. Im frühen Londoner Handel ging der Verfall des Gold-Preises weiter und um 11:30 Uhr MEZ war mit $920,00 (EUR 713,93) zum A.M. Fix des Tages-Tiefspunkt erreicht, der allerdings immer noch um $5 höher war als zum gestrigen A.M. Fix.

Zu Beginn des COMEX.Handels konnte sich Gold schnell bis auf $940 befestigen, wurde dann aber wieder unter die Marke von $930 gedrückt. Wie in früheren Kommentaren dargelegt, stellt die $930er-Marke eine letzte starke Verteidigungs-Position des Gold-Kartells in Richtung $1.000 dar. Zum Londoner P.M. Fix beendete Gold den physischen Handel für diese Woche mit $928,00 (EUR 718,38). Das sind immerhin noch $3 mehr als vor 24 Stunden.

Die letzten Stunden passierte nichts Überragendes und Gold konnte mit $930 um $5 höher genau an der Befestigungs-Linie des Gold-Kartells schliessen.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX nahmen heute um 6.883 auf 376.646 Positionen zu.
Obwohl Gold innerhalb dieser Woche mit einem Minus aus dem Markt geht, konnte das Schlimmste verhindert werden.


Neu 2009-03-13:

Gold-Bericht für den 12. März 2009:

Die wirtschaftlichen Rahmen-Bedingungen sprechen für einen massiven Anstieg des Gold-Preises. Sobald das Gold-Kartell mit seinen Anstrengungen zur Drückung des Gold-Preises nachlässt, springt der Gold-Preis wie ein künstlich unter Wasser gehaltener Ball in die Höhe. Das konnten wir heute wieder beobachten.

Was sagen die gehirntoten Kommentatoren heute: "Gold tops $920 an ounce, tracking gains in crude, stocks". Hmm - vor zwei Tagen musste der Gold-Preis wegen der steigender Aktien-Kurse noch fallen: "Gold prices sink as Wall Street stages huge ralley". BULLSHIT, BULLSHIT, BULLSHIT !

Gold startete den Handel heute früh in Asien um $5 fester. Diese Entwicklung bestätigte sich im Vormittags-Handel in London. Der A.M. Fix kam mit $914,50 (EUR 715,29) um $15 fester zustande als gestern zur gleichen Zeit.

Zu Beginn des Handels an der New Yorker COMEX stand Gold bereits bei $917, wurde dann jedoch in der ersten Handels-Stunde um fast $10 gedrückt. Danach setzte eine plötzliche Aufwärts-Bewegung ein, die Gold in der Spitze bis auf $930 trieb. Die folgenden zwei Handels-Stunden pendelte Gold um die Marke von $925, und so war es keine Überraschung, dass der P.M. Fix auf diesem Niveau mit $925,25 (EUR 724,78) zustande kam. Damit hat Gold zum P.M. Fix von gestern um $26 zugelegt. Im weiteren Handels-Verlauf an der COMEX gab es keine signifikanten Bewegungen mehr. Gold beendete den Handel mit $925, d.h. $8 höher als gestern.

Insbesondere der starke Anstieg von Gold um $26 zum Londoner P.M. Fix unterstreicht die gestern im Derivate-Handel begonnene Erholung des Gold-Preises.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX nahm um 1.558 aus 369.763 Positionen ab.


Neu 2009-03-12:

Gold-Bericht für den 11. März 2009:

Das Londoner Büro des U.S.-Versicherungskonzerns AIG hat nach Berichten des amerikanischen Senders ABC Derivate-Geschäfte mit einem Risiko von bis zu $500 Mrd abgeschlossen. In Form von Credit Default Swaps (CDS) wurden U.S. Immobilien-Geschäfte und andere Kredit-Geschäfte versichert. Wir erinnern uns: AIG musste zum Zeitpunkt der Pleite von Lehman Brothers letzten September von der U.S.Notenbank (FED) mit einem zweistelligen Milliarden-Betrag gerettet werden. Nun grüsst fast wöchentlich das AIG-Murmeltier, so dass bis heute $160 Mrd zur Rettung der AIG aufgewendet werden musste. Aus den Erfahrungen mit den komplexen Derivate-Geschäften anderer Banken wissen wir, dass das $500 Mrd Risiko wohl vollständig schlagend werden wird. Wir können uns die nächsten Wochen auf weitere Geld-Spritzen des Staates in Höhe von weiteren $300 Mrd zur Rettung der AIG einstellen.

Auch der Primus unter den Wachstums-Ländern, China, schwächelt mit verschärften Depressions-Zahlen. So ging der Export im Februar 2009 im Jahresvergleich (y/y) um 25,7 % zurück. Gleichzeitig nahmen die Importe um 24,1 % ab. Der Handelsbilanz-Überschuss verringerte sich von $39,1 Mrd auf $4,84 Mrd. China geht also den gleichen Weg wie Japan, das zuletzt sogar ein Handels-Bilanzdefizit melden musste. Wurde nicht vor wenigen Tagen verbreitet, dass China dieses Jahr "nur" noch ein Wachstum von 8 % erzielen würde ? Wenn diese beiden Länder, die in der Vergangenheit durch den Aufkauf von U.S.-Staatsanleihen das Handels-Bilanzdefizit der U.S.A. finanziert haben, als neue Schuldner ausfallen (weil sie eben keinen Überschuss mehr erzielen), wer finanziert dann den weiterhin bestehenden Über-Konsum der U.S.-Verbraucher ? Und weiter: Wenn China und Japan ihre Binnenwirtschaft mit staatlich finanzierten Konjunktur-Programmen stabilisieren wollen und den erhöhten Bedarf an Rohstoffen und Vorprodukten vom Welt-Markt beziehen müssen, wer nimmt dann die auf den Markt geworfenen U.S.-Dollar Devisenreserven auf ?

Unten diesen Rahmenbedingungen ist die Entwicklung des Gold-Preises der letzten Wochen eigentlich unerklärlich. Oder auch nicht: Die oben dargestellten Situationen können nur mit einer massiven Flutung der Märkte mit frisch geschaffenen Dollar-Noten unter Kontrolle gebracht werden. Damit der eigentlich nicht mehr zu leugnende hyperinflationäre Ansatz dieser Massnahmen der Investoren-Affengemeinde nicht offensichtlich wird, muss eben Gold als allgemein sichtbarer Indikator für die Papier-Geldentwertung unter Kontrolle gehalten werden.

Das schien am heutigen Handelstag auch wieder zu gelingen. Gold tendierte zwar im asiatischen Handel mit leicht positiven Vorzeichen. Aber diese Entwicklung schwächte sich ab, je näher der Londoner A.M. Fix rückte. Mit $900,00 (EUR 707,38) verlor Gold gegenüber dem gestrigen A.M. Fix weitere $12. Zumindestens konnte Gold zu diesem Zeitpunkt noch die $900er-Marke verteidigen, die gestern im COMEX-Handel nach unten durchbrochen wurde.

Mit Eröffnung der COMEX wurde Gold zwei Mal in Richtung der $895 Marke gedrückt. Der Tiefpunkt war mit $893 kurz vor dem P.M. Fix erreicht. Der P.M. Fix kam dann überraschend mit $899,50 (EUR 704,00) auf dem Stand des A.M. Fix zustande. Gegenüber dem gestrigen P.M. Fix betrug der Verlust nur noch $2.

Auch das Gold-Kartell kann nicht permanent neue Short-Positionen an der COMEX ohne entsprechende Deckung durch Lager-Bestände eingehen. Nachdem die letzten Tage Gold um $50 gedrückt wurde, ist am Nachmittag das Kartell wohl dazu übergegangen, Positionen zurückzukaufen. Gold befestigte sich in der Folge schnell und ging mit $909,80 um $14,80 höher aus dem New Yorker Markt als gestern. Ein nachhaltiger Anstieg des Gold-Preises erfordert jedoch, dass die Marken am Londoner Handel, hier insbesondere der P.M. Fix, sich befestigen. Deshalb bin ich vorsichtig mit weiteren Prognosen.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX nahm um 4.554 aus 371.321 Positionen ab.


Neu 2009-03-11:

Gold-Bericht für den 10. März 2009:

Die Probleme, mit denen wir uns heutzutage beschäftigen müssen, haben einen singulären Hintergrund: Viel zu billig konnte Geld geliehen werden und in der Folge wurde viel zu viel Geld ausgegeben.

Im privaten Sektor hat diese Entwicklung die Preise für Immobilien angefeuert und jeder konnte sich plötzlich eine Wohnung bzw. ein Haus leisten, das früher nicht finanzierbar war. Bei einem Zinssatz von 4 % kann man sich mit einer verfügbaren monatlichen Kredit-Rate von EUR 750,00 eine Wohnung für EUR 225.000 "leisten", während man sich bei einem Zins-Niveau von 8 % mit einer Wohnung von in etwa EUR 110.000 hätte begnügen müssen. Mit privaten Kredit- und Leasingverträgen konnte man sich zusätzlich ein grösseres Auto - BMW/Mercedes anstelle von OPEL/VW - "leisten".

Im öffentlichen Sektor wurde ein kontinuierlich hohes Staatsdefizit "finanzierbar": Geld gab es kostengünstig und im Überfluss. Ein Schlaraffen-Land für Politiker, die nun aus dem Vollen schöpfen konnten.

Unternehmen sind zunehmens von der Philosophie abgerückt, dass eine hohe Eigenkapital-Quote erstrebenswert sei. Vielmehr ist man dazu übergegangen, billiges Fremdkapital aufzunehmen und die Eigenkapital-Quote durch Sonderausschüttungen oder Leveraged Buyout Geschäfte zu reduzieren. Damit konnte man eine hohe jährliche Rendite des verbliebenen Eigenkapitals mit Hilfe des hohen Hebeleffekts (Leverage) durch aufgenommenes Fremdkapital erzielen. Waren früher Eigenkapital-Renditen von 5 % üblich, so werden heute durch die Aufnahme von Fremdmitteln in vielfacher Höhe des Eigenkapitals Renditen von 20 % und mehr erzielt. Aber dieses Modell funktioniert nur mit niedrigen Zinsen: Bei höheren Zinsen frisst der Hebel den Gewinn auf und treibt das Unternehmen tief in die Verlust-Zone.

Was hat diese Entwicklung möglich gemacht ?
Erstens hat eine künstlich nach unten manipulierte Inflations-Rate dazu geführt, dass die Sparer einen niedrigen Zins-Satz für ihre Einlagen akzeptieren. Das waren nicht nur die Sparer im Inland, die für ihren Lebensabend "aussorgen" wollten. Sondern auch die aufstrebenden Nationen in Asien und anderen Entwicklungs-Ländern, die sich mit harter Arbeit den Wohlstand der westlichen Staaten ansparen wollten.

Viel entscheidender war jedoch, dass mit Hilfe der Goldpreis-Drückung die Zinssätze auf den Bond-Märkten künstlich unten gehalten werden konnten. Da die Zahlen zur Inflations-Rate von den diversen Wahrheitsministerien gefälscht wurden, würde ein steigender Gold-Preis den realen Verfall des Geldwertes widerspiegeln. Dies würde dann jedoch zu einem steigenden Nominal-Zinssatz führen. Dadurch kommt der seit 1995 unter der Clinton-Administration begonnenen gezielten Drückung des Gold-Preises eine entscheidende Rolle für die Politik des billigen Geldes innerhalb der letzten 14 Jahre zu.

Ein Aussetzen der Goldpreis-Drückung würde das System zwar vordergründig nicht gefährden. Gold gilt ja wie Öl, Kupfer und andere Rohstoffe als "Commodity". Ein explodierender Preis für Öl, Platin und Rhodium, den wir das letzte Jahr erleben durften, hat das System auch nicht zum Einsturz gebracht. Ein stark ansteigender Goldpreis würde durch die weiterhin bestehende monetäre Funktion des Goldes --- trotz des Endes der Goldbindung des US-Dollars Anfang der 70er-Jahre bestand weiterhin die mit dem "Gibson Paradox" beschriebene negative Korrelation des Gold-Preises mit den realen langfristigen Zinssätzen an den Bond-Märkten bis zum Jahr 1995 fort --- jedoch zu einer erheblichen Ausweitung der Zinssätze an den Bond-Märkten führen. Und damit würde das gesamte Modell des billigen Geldes für den privaten Sektor, den Staat und die Unternehmen zu einer Verdoppelung (oder schlimmer) der Zinsbelastung führen. Die Auswirkungen können wir in den Staaten des ehemaligen Ostblocks beobachten, wo Kredite in Euro oder Schweizer Franken aufgenommen wurden und sich die Zinszahlungen in lokaler Währung verdoppelt haben, da der Wechselkurs der lokalen Währung zum Euro oder Schweizer Franken kollabiert ist. Die so Verschuldeten gehen nun zwangsläufig bankrott.

Auch die Schuldner in den Währungen US-Dollar, Euro, Schweizer Franken, Britisches Pfund, Yen usw werden bankrott anmelden müssen, wenn ihre Währungen zu stark gegen Gold abwerten würden. Dann würde in US-Dollar, Euro etc die gleiche Entwicklung einsetzen, wie wir sie zur Zeit für die Währungen in Polen, der Ukraine, der baltischen Staaten usw erleben dürfen. Mit dem Unterschied, dass in der westlichen Wirtschaft das Kredit-Volumen um ein Vielfaches höher ist. Das heisst der Effekt schlägt nicht nur auf wenige Schuldner durch, sondern praktisch auf alle private Haushalte, Unternehmen und dem Staat.

Es bleibt daher für die Regierungen keine Wahl: Entweder das System geht an hohen Zinsen zugrunde, oder der Gold-Preis wird weiterhin unter Kontrolle gehalten. Hier geht es wirklich einmal um Schwarz oder Weiss bzw. um Leben oder Leben lassen.

Warum diese lange Einleitung für den heutigen Gold-Kommentar ? Weil jeder Investor in Gold verstehen muss, dass hier ein System um sein Leben kämpft. Und die einzige Möglichkeit, den Patienten am Leben zu erhalten, ist mit Hilfe der Gold-Preisdrückung. Keiner der Politiker und Zentralbanker will den Investoren in Gold ihre Renditen streitig machen. Ob das System nun an einem Gold-Preis von $1.000 zugrunde geht, oder erst bei $1.500 oder vielleicht bei $10.000, ist eigentlich auch nicht relevant. Irgendwann beginnt jedoch die Herde, so wie in den Staaten des ehemaligen Ostblocks, ihre Gelder in verstärktem Mass in westliches Papier-Geld umzutauschen. Dies löst ab einer gewissen Schwelle eine Panik-Reaktion der anderen Investoren aus. Die Herde wird immer grösser und die lokale Währung verfällt immer stärker. Diese Massen-Fluchtbewegung kann man ohne weiteres auf Gold übertragen. Irgendwann gilt: Rette sich, wer kann !

Der Patient konnte durch die heutige Infusion von Zentralbank-Gold wieder einige Schritte laufen. Gold startete den Handel in Asien um $5 gedrückt und stand schon zum frühen Londoner Handel unter weiteren Abgabedruck. Der A.M. Fix kam mit $911,50 (EUR 717,21) um $23 niedriger als gestern zur gleichen Zeit zustande. Mit diesem Schritt war klar, dass heute ein Angriff auf die $900er-Marke gewagt werden sollte.

Mit Beginn des New Yorker Handels konnte sich Gold wieder leicht erholen. Allerdings deuteten die Kurse zum nahenden P.M. Fix an, dass das Gold-Kartell wieder einmal eine erhebliche Menge Zentralbank-Gold in die Schlacht werfen würde. Und so kam es dann auch: Zum P.M. Fix wurde Gold $22 niedriger als zum gestrigen P.M. Fix mit $901,50 (EUR 705,68) gehandelt. Nach dem P.M. Fix wurde Gold im reinen Derivate-Markt schnell unter die $900er-Marke gedrückt und konnte sich erst bei $894 stabilisieren. Der Schluss-Kurs an der COMEX wurde mit $896 um mehr als $20 gedrückt gegenüber dem gestrigen COMEX-Schlusskurs festgestellt.

Nur um einige Beispiele der dümmlichen Gold-Mainstream Kommentatoren widerzugeben:
A1) Gestern hiess es: "Gold slides more than 2 percent as dollar rises"
A2) Heute ist der Dollar wieder stark gesunken - und trotzdem ist Gold weiter gefallen
B1) Heute früh hiess es: "Gold slips 1 percent as equity recovers"
B2) Und weiter: "Gold prices sink as Wall Street stages huge ralley"
In der Vergangenheit wurde ein sinkender Gold-Preis mit einer schwachen Wall Street begründet
Aber keiner will sehen, dass es nur eine Begründung für den Rückgang des Gold-Preises gibt: Die fortgesetzte Manipulation durch das Gold-Kartell. Nur derjenige Investor, der diese These faktisch als Axiom verinnerlicht und alle wesentlichen Rückschläge bei Gold dem Handeln des Gold-Kartells anlastet, wird letztlich der Gewinner sein.

Wie geht es nun weiter: Angenommen, das Gold-Kartell hätte noch genug physisches Gold, um die Preis-Drückung aufrechterhalten zu können. Dann wäre wohl die nächste Widerstands-Marke bei $850 zu finden. Hier würde sich dann wohl der seit Monaten wegen der hohen Gold-Preise aufgestaute Bedarf nach Gold für Schmuck in Indien und dem Nahen Osten entladen. Da ich davon ausgehe, dass die negativen Wirtschafts-Nachrichten die nächste Zeit anhalten werden und immer mehr Investoren von Papier-Geld in Gold umschichten wollen, wird Gold wohl nicht wesentlich unter die $850er-Marke absinken. Das ist aber nur eine Prognose und sollte keinesfalls Spekulanten dazu veranlassen, nun gehebelte Käufe mit "Stopp Loss" bei $850 abzuschliessen.


Neu 2009-03-10:

Gold-Bericht für den 6. März 2009:

Die Lebenssignale bei Gold am letzten Donnerstag und Freitag haben sich wohl als "Zwei"tagsfliege herausgestellt. Insbesondere der um $12 gedrückte P.M. Fix deutet darauf hin, dass das Gold-Kartell immer noch (oder schon wieder ?) über physisches Material verfügt. Haben die U.S.A., die trotz offiziell ausgewiesener Gold-Reserven von über 8.000 Tonnen wahrscheinlich über überhaupt gar kein Gold mehr verfügen, die europäischen Zentralbanken dazu erpresst, ihr Gold gegen US-Dollar Liquiditätshilfen für europäische Banken zu "verleihen" ? Wenn nicht, wird der Konkurs von AIG angedroht, von dem im Wesentlichen europäische Banken betroffen wären. Im Oktober 2008 hat der Beinahe-Untergang mehrerer europäischer Banken als Folge der Pleite bei Lehman Brothers zu einem Kurs-Rutsch bei Gold um mehrere $100 geführt. Versucht man jetzt mit dem AIG-Erpressungsversuch, das letzte Zentralbank-Gold der Europäer mobil zu machen ?

So bleibt der inzwischen von den Aktionen des Gold-Kartells gehärteten Gemeinde der Gold-Besitzer nichts anderes übrig, als die weitere Entwicklung auszusitzen und peu a' peu Boni, Steuer-Rückzahlungen oder ersparte Einkünfte in Gold umzuwandeln. Freuen wir uns doch über die andauernde Subvention des Gold-Preises durch das Gold-Kartell.

Zum heutigen Marktgeschehen: In Nordamerika gilt heute schon die Sommerzeit, so dass sich der Abstand von MEZ zu EST von 6 Stunden auf 5 Stunden verringert hat. Die COMEX hat demzufolge heute schon um 13:20 Uhr MEZ geöffnet und schloss bereits um 18:30 Uhr MEZ. Der Aktien-Markt beendet den Handel um 21:00 Uhr MEZ.

Im frühen asiatischen Handel startete Gold mit positiven Vorzeichen, wurde dann im Verlauf des asiatischen Handels leicht gedrückt. Diese Entwicklung setzte sich im frühen Londoner Handel fort, und so musste Gold zum A.M. Fix mit $934,75 (EUR 741,10) $3 gegenüber dem A.M. Fix am letzten Freitag abgeben.

In der ersten Stunde des New Yorker Handels konnte Gold sich fast an die $940er-Marke heranarbeiten. Eine Stunde vor dem P.M. Fix fiel Gold plötzlich auf $925. Wir kennen dieses Handelsmuster schon: Das Gold-Kartell hat vor dem P.M. Fix noch eine erhebliche Menge neuen Goldes in den Markt geworfen. Der dann folgende P.M. Fix mit $923,75 (EUR 731,28) war dann für den aufmerksamen Beobachter auch keine Überraschung mehr. Gegenüber dem P.M.Fix am letzten Freitag verlor Gold somit $12.

Würde sich das Gold-Kartell nun mit diesen $12 zufrieden geben oder eine weitere Drückung an der COMEX einleiten ? Zugegeben, diese Frage war rhetorisch. Eine Stunde nach dem P.M. Fix (gegen 17:00 Uhr MEZ) wurde Gold bis auf $915 gedrückt. Zum Schluss konnte sich Gold an der COMEX noch leicht erholen, ging aber trotzdem nur mit $916,50 aus dem New Yorker Markt.

Die Anzahl der offenen Positionen an der COMEX hat sich um 3.418 Kontrakte auf nunmehr 373.399 erhöht.
Der U.S.-Dollar zeigt gegenüber den übrigen Papier-Währungen Stärke. Besonders arg erwischte es das Britische Pfund mit einem Rückgang von mehr als 2 %. Der Zustand der U.S. Wirtschaft und Banken ist schon katastrophal. Aber verglichen mit den europäischen Banken und insbesondere den österreichischen und britischen Banken kann das U.S.-System noch als stock-solide bezeichnet werden.

Nachdem die britische HSBC Bank, die neben JP Morgan eine der Haupt-Kartell-Banken ist, nun neben einer Kapital-Erhöhung auch noch einen Aktienkurs-Einbruch erleben durfte, steigt die Hoffnung, dass mit dem Untergang von HSBC und JP Morgan die Gold-Drückung endgültig zusammenbricht. Die Aktien-Kurse beider Unternehmen sagen uns, dass hier etwas im Argen liegt.


Neu 2009-03-07:

Gold-Bericht für den 6. März 2009:

Die gestrigen Lebenssignale beim Gold waren doch keine Eintagsfliege. Hat das Gold-Kartell nun seinen Vorrat von 220 Tonnen Gold verspielt ? Es sieht fast so aus. Gold konnte zu den beiden Fixing-Punkten im Londoner Handel gegenüber gestern mehr als $20 zulegen.

Im asiatischen Handel startete Gold mit positiven Vorzeichen. Diese Entwicklung setzte sich im frühen Londoner Handel fort, und so konnte sich Gold zum A.M. Fix mit $937,75 (EUR 740,02) $24 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix verbessern.

Kurz nach dem Beginn des Handels an der New Yorker COMEX stieg Gold auf $943 an, wurde dann aber kurz vor dem P.M. Fix auf bis zu $930 gedrückt. Der P.M. Fix kam aber trotzdem um $23 höher als vor 24 Stunden mit $936,00 (EUR 737,36) zustande. Die letzten Handels-Stunden der COMEX konnte sich Gold weiter befestigen und ging mit $942 um ca $15 höher als zum gestrigen Handelsschluss aus dem Handel.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX haben sich heute um 3.753 auf insgesamt 369.981 erhöht.
Der heute veröffentlichte CTFC Commitment of Trader Report, der die Positionierung der Markt-Teilnehmer an der COMEX am Dienstag dieser Woche (3. März) widerspiegelt, zeigt, dass sowohl die spekulativen Shorts als auch die Longs ihre Positionen abgebaut haben. Mit 365.271 Positionen sind 7.426 Kontrakte innerhalb einer Woche aufgelöst worden. Die non-commercial Longs haben ihre Positionen um 10.250 Kontrakte auf 189.580 Positionen verringert, wohingegen die Shorts 7.678 Kontrakte auf nunmehr 30.287 Positionen abgebaut haben. Die Commercials haben auf der Long-Seite 2.396 neue Positionen zu insgesamt 99.652 aufgebaut, während auf der Short-Seite aber 139 Positionen zu insgesamt 288.053 Kontrakte abgebaut wurden.

Laut Bank Participation Report vom 3. März sind die drei grössten U.S.-Kartell Banken mit 108.769 Positionen (entspricht 338 Tonnen Gold) netto Short an der COMEX. Gegenüber dem Februar-Report hat diese Gruppe ihre Short-Positionen nur unwesentlich ausgeweitet. Zu den zwei sicheren Kandidaten - Anmerkung: die CFTC veröffentlich die Namen der Banken nicht - gehören JP Morgan und HSBC.

Analysiert man beide Berichte, so halten die "Commercials" eine netto-Short Position von 188.401. Davon halten die o.g. U.S. Banken 108.769 netto-Short Positionen - das entspricht 57,7 %. Die unwesentlichen Änderungen der Commercial Short Position sowohl beim Bank Participation Report als auch beim COT Report deutet darauf hin, dass der Goldpreis-Rückgang der letzten Wochen nicht mit frischem Short Selling der Gold-Kartell Banken einhergegangen ist. Vielmehr schien die Drückungs-Aktion ausschliesslich im Londoner Handel initiiert worden zu sein.


Neu 2009-03-06:

Gold-Bericht für den 5. März 2009:

Gold zeigte heute wieder erste vorsichtige Lebenszeiten. Im asiatischen Handel legte Gold um $8 im Vergleich zu dem New Yorker Schlusskurs zu. Dieser Niveau konnte auch zum Londoner A.M. Fix gehalten werden. Gold stand zum A.M. Fix mit $913,25 (EUR 725,95) heute $2 höher als noch vor 24 Stunden.

Bis zum Londoner P.M. Fix konnte Gold dieses Niveau halten. Der P.M. Fix kam mit $913,00 (EUR 728,94) knapp $5 höher zustande als noch zum gestrigen P.M. Fix. Im Anschluss wurde Gold kurzzeitig unter die Marke von $910 gedrückt. Nachdem diese Drückung scheiterte, konnte Gold schnell bis auf $925 zulegen. Mit $927 schloss Gold zum Schluss des COMEX-Handels auf dem Tageshöchstand. Zugegeben, im Access Handel hat sich Gold heute für einen weiteren Anstieg entschieden - $932,40 zum Schluss um 23:15 Uhr MEZ.

Die Aktie der einst so stolzen Grossbank Citi Group durchbrach zum ersten Mal die Marke von $1 und reiht sich somit in die Riege der Penny-Stocks ein. Was die Banken mit skrupellosen Short-Geschäften den Gold- und Silber-Minen Unternehmen vor einigen Monaten angetan haben, fällt nun auf sie selbst zurück. Was machen vor diesem Hintergrund eigentlich nun die asiatischen und arabischen Staats-Fonds oder Gross-Investoren, die noch vor einigen Monaten mit Miiliarden-Beträgen in die U.S.-Banken eingestiegen sind, um deren Eigenkapital-Basis zu stärken ?

Auch sonst war die gestrige Rallye auf den Aktien-Märkten eine sprichwörtliche Eintags-Fliege: Der DAX gab heute die 5 % ab, die er gestern zugelegt hatte. Auch dem Dow und S&P500 ging es heute nicht besser: minus 4 % und mehr. Die Hoffnungen auf ein grosses Konjunktur-Programm in China, das die Welt-Märkte wieder in Schwung bringen solle, entpuppte sich als Ente. Für die angebliche Wirtschafts-Kraft von China mit prognostiziertem Wachstum von 8 % ist ein einfaches Wahrheitsministerium schon nicht mehr ausreichend. Wer glaubt denn diesen Unsinn, wenn die wichtigsten Handels-Partner von China (Japan, Korea, Taiwan) hohe zweistellige prozentuale Rückgänge bei den Exporten mit China verzeichnen. China ist sicherlich nicht innerhalb von einigen Monaten von einem Zentrum der arbeitsteiligen internationalen Wirtschaft zu einer autonomen Binnenwirtschaft mit merkantilistischen Ansätzen zur Aussenhandels-Politik zurückgekehrt.

Beim Gold-Preis bleibt trotzdem weiterhin Vorsicht angesagt - der Durchbruch im meines Erachtens dominierenden Londoner Handel ist noch nicht geschafft. Wir sahen dort heute lediglich eine Boden-Bildung, die sich die nächsten Tage noch bestätigen muss. Eine Korrektur unterhalb der $900er-Marke ist weiterhin möglich. Ich bekomme die letzten Tage verstärkt E-Mails, die meine Meinung zur weiteren Entwicklung des Gold-Preises wissen möchten. Die langfristige Blickrichtung hat sich nicht geändert: Papier-Geld(werte) sollten gegen Gold eingetauscht werden. Und für Leser, die in Gold traden wollen: Gold kann unter die Marke von $900 fallen und ein Rückgang bis auf $850 könnte möglich sein. Spätestens dann setzt die Nachfrage aus Indien, die sich die letzten Wochen aufgestaut hat, nach Gold ein. Aber mit Tricks im Derivate-Handel kann das Gold-Kartell sicherlich noch die letzten Trader aus ihren Positionen werfen. $800 kann dann, wenn die Trader um ihr Leben laufen, auch noch für ein oder zwei Tage erreicht werden. Alles klar ? Gehebelte Trades in dieser Zeit sind stark risikobehaftet trotz positiver Vorzeichen für Gold. Lieber Gold in Form von Gold-Barren oder Münzen kaufen - damit liefert man wenigstens ein Beitrag zur umweltgerechten Entsorgung des Gold-Kartells. Eine Hommage an die wahrscheinlich nicht vorhandenen Grünen auf hartgeld.com ...

Auf der anderen Seite bleibt Gold weiterhin explosiv: Ob GM, GE, JPM and AIG - ein Dammbruch bei jedem dieser Unternehmen kann in Kürze eine Ketten-Reaktion im Finanz-System lostreten, die Gold innerhalb von 24 Stunden um $100 und mehr heben kann. Die dann um ihr Leben wimmernden spekulativen Shorts, die im Schatten des Gold-Kartells einen schnellen Dollar verdienen wollten, werden wohl auf keinen Bail Out aus Washington hoffen können.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX haben sich heute um 957 auf insgesamt 366.228 erhöht.


Neu 2009-03-05:

Gold-Bericht für den 4. März 2009:

Die Angriffe des Gold-Kartells auf den Gold-Preis gehen heute unvermindert weiter. Wie die letzten Tage beobachtet, wird der Londoner A.M. Fix dazu verwendet, den gedrückten Kurs im New Yorker Derivate-Handel am folgenden Tag abzusichern. Der A.M. Fix kam mit $911,00 (EUR 727,81) in etwa auf dem Niveau des gestrigen Schluss-Kurses an der COMEX zustande. Man kann schon fast seine Uhr nach diesem Handelmuster stellen. Der A.M. Fix hat damit weitere $14 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix verloren.

Nach Beginn des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf $920 stabilisieren. Wer aber meine letzten Kommentare gelesen hat, den sollte nicht überraschen, was dann folgte: Der Gold-Preis verfiel zum nahenden P.M. Fix mit $908,50 (EUR 722,70), und so konnte Gold gegenüber dem P.M. Fix vor 24 Stunden um weitere $5 gedrückt werden. In den letzten Stunden des Handels an der COMEX konnte Gold noch leicht gedrückt werden und ging mit $906 um weitere $6 gedrückt gegenüber dem gestrigen COMEX-Schlusskurs aus dem Handel. Der Access Handel verlief ruhig, so dass Gold sein Niveau von $906 verteidigen konnte.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX nahm heute um weitere 2.071 Positionen auf 365.271 Kontrakte ab. Das sind keine signifikanten Rückgänge an Trading-Positionen, so dass zumindestens die spekulativen Anleger für den Rückgang bei Gold diesmal nicht verantwortlich gemacht werden können.

Die entscheidende Frage dieser Tage ist vielmehr, woher das Gold-Kartell die hunderte von Tonnen physisches Gold erhalten hat, die für die dieswöchige Drückung-Aktion im Londoner Markt eingesetzt worden sind. Eine Theorie ist, dass der börsengehandelte GLD ETF, der zur Zeit über 1.000 Tonnen Gold hält und dessen Gold-Reserven bei der Gold-Kartell Bank HSBC in London lagern, heimlich sein Gold über Leasing-Geschäfte auf dem Markt verkauft. Ich halte diese Theorie für nicht stichhaltig: Der GLD ETF veröffentlicht eine Liste aller Gold-Barren mit Feingewicht, Produzent und Serien-Nummer. Wenn wirklich Gold aus diesem Bestand verkauft werden sollte, dann würden registrierte Barren verkauft und dann für die Schmuck-Herstellung bzw. die Herstellung von Investoren-Gold eingeschmolzen. Auch wenn das Gold nachher wieder zurückgekauft würde, müssten sich dann plötzlich andere Gold-Barren im Bestand des GLD ETF widerfinden. Das wäre offensichtlicher Betrug und würde wohl dazu führen, dass die Beteiligten ins Gefängnis kämen.

Eine andere gehandelte Nachricht ist, dass die europäischen Zentralbanken die letzten 3 Wochen 220 Tonnen Gold aus ihren Beständen verkauft haben. Nach dem Abkommen über den Verkauf von Zentralbank-Gold können die Zentralbanken pro Jahr bis zu 500 Tonnen aus ihren Beständen verkaufen. In den letzten Jahren haben sie davon Gebrauch gemacht, aber das Gold in gleichmässigen Tranchen über das Jahr verkauft. Sollte die Nachricht wahr sein, was man erst mit ca. einmonatiger Verzögerung aus den Veröffentlichungen der EZB ersehen kann, dann hätten die Zentralbanken innerhalb von 3 Wochen bereits 50 Prozent ihrer jährlichen Quote erreicht. Die 220 Tonnen Gold wären nach meiner Ansicht auch geeignet, die bisher beobachte Drückung von $100 innerhalb einer Woche zu bewerkstelligen. Wir werden die nächsten Tage sehen, ob das Gold-Kartell den Druck auf den Gold-Preis im Londoner Handel aufrechterhalten kann

[18:00] Leserzuschrift-DE dazu:

Herr Ziemann schreibt in seinem heutigen Bericht:

"Die entscheidende Frage dieser Tage ist vielmehr, woher das Gold-Kartell die hunderte von Tonnen physisches Gold erhalten hat, die für die dieswöchige Drückung-Aktion im Londoner Markt eingesetzt worden sind. Eine Theorie ist, dass der börsengehandelte GLD ETF, der zur Zeit über 1.000 Tonnen Gold hält und dessen Gold-Reserven bei der Gold-Kartell Bank HSBC in London lagern, heimlich sein Gold über Leasing-Geschäfte auf dem Markt verkauft. Ich halte diese Theorie für nicht stichhaltig: Der GLD ETF veröffentlicht eine Liste aller Gold-Barren mit Feingewicht, Produzent und Serien-Nummer. Wenn wirklich Gold aus diesem Bestand verkauft werden sollte, dann würden registrierte Barren verkauft und dann für die Schmuck-Herstellung bzw. die Herstellung von Investoren-Gold eingeschmolzen. Auch wenn das Gold nachher wieder zurückgekauft würde, müssten sich dann plötzlich andere Gold-Barren im Bestand des GLD ETF widerfinden. Das wäre offensichtlicher Betrug und würde wohl dazu führen, dass die Beteiligten ins Gefängnis kämen."

Meinen Informationen nach sind Herr Ziemanns Angaben nicht ganz vollständig, denn GLD verfügt auch über sog. Sub-Custodians, die explizit (siehe Prospekt) NICHT vom Custodian überwacht werden und für die auch sämtliche Haftung ausgeschlossen wird.

Darüber hinaus gibt es hier ein paar weitere Punkte zum Thema GLD:

http://www.marketoracle.co.uk/Article9030.html

Ich glaube, so sauber, wie Herr Ziemann das sieht, ist die Sache nicht.

Der verlinkte Artikel hat den Titel: GLD does not allow redemptions of its gold bullion, d.h. sie geben kein Gold mehr her. Dieses dürfte schon verleast und verkauft sein. Die Barren brauchen dazu gar nicht den Ort zu wechseln. Die ETFs sind trojanische Pferde.

[21:00] Antwort Ziemann:

mein Kommentar zu dem GLD ETF bezog sich lediglich auf die Aussage, dass ich nicht glaube, dass das physische Gold für die derzeitige Drückung aus den Beständen des GLD ETF kommt.

Ich bin auch der Meinung des Lesers, dass man nicht in den GLD ETF investieren sollte:

1. Da das Gold zentral gelagert ist, besteht ein Counterparty Risk

2. Im Falle des Zusammenbruchs des Geld- und Finanzsystems hat man keinen Zugriff zu seinem Gold, um Überleben zu können

3. Der Bestand von über 1.000 Tonnen schafft Begehrlichkeiten der Politiker, sich in Krisen-Zeiten dieses Goldes zu bemächtigen

4. Die Gebühren von 0,4 % pro Jahr sind höher als die persönlichen Lagerkosten inklusiv Versicherung. Man kann Gold im Wert von 200.000 Euro für 300 Euro pro Jahr lagern und versichern. Das sind lediglich 0,15 % pro Jahr.

5. Man muss sein Geld grundsätzlich vor der Erkennung (Kontenabfrage) und möglichem Zugriff durch den Staat entziehen. Mit Anteils-Scheinen ist dies natürlich nicht möglich.

Das Argument der refernzierten Seite, dass 35 Tonnen Gold an einem Tag nicht geliefert werden können, ist lachhaft. Das Gold-Kartell drückt z.Zt. mit solchen Mengen täglich den Gold-Preis. Im Londoner Handel werden nach Angaben der LBMA mehrere hundert Tonnen Gold täglich gehandelt.

Im Übrigen dürfen Pensions-Fonds und Versicherungen nicht in physisches Gold investieren. Aber ein Investment in den GLD ETF ist zumindestens möglich. Das ist meines Erachtens besser, als gar kein Investment in Gold.

Wenn jemand der Leser Ihrer Seite jedoch einen 400oz-Barren gekauft hat, der in der GLD ETF Liste registriert ist, dann würde ich mit meiner o.g. Aussage falsch liegen.


Neu 2009-03-04:

Gold-Bericht für den 3. März 2009:

Die Preisentwicklung von Gold in London wird weiterhin von den preisdrückenden Kräften beherrscht. Gold zum A.M. Fix stand mit $924,75 (EUR 732,48) in etwa auf dem im gestrigen New Yorker Access Handel gedrücktem Niveau von $925. Auf 24-Stundenbasis hat Gold jedoch $25 verloren. Der P.M. Fix wurde, wie wir es gestern schon haben beobachten dürfen, dazu verwendet, eine weitere Preis-Drückung einzuleiten. Mit $913,75 (EUR 726,41) verlor Gold gegenüber dem gestrigen P.M. Fix weitere $25.

Wir können zur Zeit ein interessantes Preis-Schema beobachten: Die Gold-Drückung geht im Wesentlichen von dem Londoner P.M. Fix aus. Im COMEX-Handel wird versucht, den Gold-Preis weiter zu drücken. Funktioniert das nicht, wie wir es gestern beobachten konnten, dann wird Gold eben im späten Access Handel gedrückt. Dieses doppelt reduzierte Preis-Niveau wird im frühen Londoner Handel durch das Gold-Kartell verteidigt. Im späten Handel wird zum P.M. Fix die nächste Drückungs-Welle eingeleitet.

Wie lange kann das Gold-Kartell dieses Spiel nun durchhalten ?
Im Prinzip solange, wie physisches Gold in grösseren Mengen auf dem Londoner Markt verkauft werden kann. Das Demand/Supply-Verhältnis auf dem Gold-Markt begünstigt das derzeitige Spiel des Kartells. Obwohl jede dieser Drückungs-Aktionen wohl das Gold-Lager der Kartell-Banken täglich um eine höhere zweistellige Tonnen-Menge reduzieren dürfte. Aber Indien als Hauptabnehmer für Gold scheint zur Zeit nicht als Nachfrager auf dem Gold-Markt aufzutreten. Und es gibt Berichte, dass Gold aus Schmuck und Münzen aus asiatischen Ländern an europäische Barren-Hersteller in grösserer Menge verkauft wird. Findet jetzt plötzlich, wo es wirklich ernst zu werden droht, eine Vermögens-Umschichtung von Asien nach Europa und Nordamerika statt ? Die Asiaten bleiben auf Papier und U.S. Treasuries sitzen, die Leute "versilbern" ihr Gold in Papier-Geld, während die Europäer und Amerikaner ihr Papier-Geld in Gold umtauschen.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX nahm heute um weitere 2.211 Positionen auf 367.340 Kontrakte ab.
Wer zu den Abonnenten von Bill Murphy's Gold-Investorberichten http://www.lemetropolecafe gehört, kann sich über das Investment-Verhaltens von Dennis Gartman amüsieren. Dennis bietet selbst einen Investor-Brief an ("The Gartman Letter"), in der er Empfehlungen zu Gold-Investments abgibt und auch selber investiert ist. Aber Dennis glaubt im Gegensatz zu Bill Murphy nicht an die Existenz eines Gold-Kartells und trifft seine Investment-Entscheidungen für Gold nach rein technischen Gesichts-Punkten. Immer wenn "The Gartman Letter" beginnt, Gold zu kaufen, kann man eine Wette abschliessen, dass das Gold-Kartell bereits am nächsten Tag einen Preisrutsch bei Gold provoziert. Geht TGL dann "Short", erholt sich der Gold-Preis wieder und Dennis muss mit Verlust seine Position zurückkaufen. Nimmt man die Aktionen der TGL als konträren Indikator, so wird wohl der Gold-Preis die nächsten Tage weiter zurückgehen, allerdings mit reduziertem Tempo (Anmerkung: TGL hat seine Long-Positionen bereits mit Verlust verkauft). Wenn Dennis dann meint, dass die technischen Rahmenbedingungen für Gold sich so verschlechtert haben und er "Short" geht, wird wohl Gold wieder kräftig steigen.

Den langfristigen Gold-Investor sollte dies jedoch nicht davon abhalten, sein Papier-Geld weiterhin in Gold umzutauschen. Die Aktionen der Regierungen und Zentralbanken führen unausweichlich dazu, dass Papier-Geld zwar seinen Nenn-Wert nicht verlieren wird, aber der Real-Wert wird weiter, und in Zukunft mit verstärktem Tempo, verfallen. Gold ist zur Zeit eines der wenigen Investments, um sein Geld sicher vor einem Realwert-Verlust zu schützen. Und wenn das Gold-Kartell irgendwann einmal kapitulieren muss, dann gibt es für die geduldigen Gold-Investoren wohl noch einen zweistelligen Multiplier als Bonbon.


Neu 2009-03-03:

Gold-Bericht für den 2. März 2009:

Das Gold-Kartell hat weiter den physischen Goldmarkt in London voll unter seiner Kontrolle. Das scheint meine These von der letzten Woche zu bestätigen, dass hier mehrere 100 Tonnen Gold für die weitere Drückung des Gold-Preises zur Verfügung stehen. Ob dies nun Schweizer Nationalbank-Gold ist, das von den USA mit Hinweis auf die Vergehungen der UBS erpresst wurde. Oder ob Russland nun seine Gold-Reserven auflösen muss, um seinen Dollar-Verpflichtungen nachzukommen. Oder ob das Gold-Kartell über verdeckte Märkte Gold von den Minenbesitzern zu erheblich höheren Preisen, wie sie zur Zeit am Markt erzielt werden, aufkauft, um den Druck auf den offiziellen Märkten zu erhöhen, kann ich nicht abschliessend bewerten. Fakt ist: Dieses Gold existiert und wird massiv zur Drückung trotz der erneuten Rettung von AIG und Citi Group und den verfallenden Wertpapier-Märkten eingesetzt. Und dieses Gold kommt sicherlich nicht von den Investoren, die weiterhin bei den Händlern schlangestehen, um ein Teil ihres Vermögens vor den bevorstehenden Untergang des Papiergeld-System zu retten. Für wie dumm werden die Leute denn gehalten, wenn man erwartet, dass sie "Kasse machen wollen" oder wieder aus Gold "aussteigen".

Gold tendierte heute früh im asiatischen Handel auf einem Niveau jenseits von $950 um $10 höher als zum Schluss-Kurs am letzten Freitag. Zu Beginn des Londoner Handels kam es nicht zu einer weiteren Zunahme des Gold-Preises. Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Gold-Kartell mit physischem Gold den Preis unter Kontrolle halten möchte. Der A.M. Fix kam mit $949,50 (EUR 753,57) auf diesem Niveau zustande. Kurz nach dem A.M. Fix wurde Gold dann wieder auf $945 gedrückt, konnte sich aber im frühen Handel an der New Yorker COMEX wieder bis auf $950 stabilisieren.

Kurz vor dem P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ sackte dann Gold plötzlich auf $937 ab. Was war passiert: Das Gold-Kartell hat in den letzten Minuten des Londoner Handels wohl noch eine mächtige Menge Gold auf den Markt geworfen. Der P.M. Fix kam mit $937,25 (EUR 742,97) dementsprechend gedrückt zustande. Das ist ein Verlust von $15 gegenüber dem letzten P.M. Fix vom Freitag.

Wer den Londoner Markt beherrscht, der bestimmt, wie die Musik auf dem Gold-Markt spielt. Zur Zeit scheint dies unangefochten das Gold-Kartell zu sein.Im Anschluss wurde Gold auf bis auf $932 gedrückt. Zum Ende des New Yorker Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf $940 stabilisieren

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX nahm heute um 6.929 Positionen auf 369.553 Kontrakte zu/ab.
Im Access Market wurde Gold um weitere $15 auf numehr $925 gedrückt. Der Dow hat heute weitere 300 Punkte (4,2 %) auf 6.763 abgeben müssen. Der weitgefasste S&P500 hat mit 700,8 Punkte knapp die 700er-Marke verteidigen können (-4,7 % oder 34 Punkte).


Neu 2009-02-28:

Gold-Bericht für den 27. Februar 2009:

Heute musste eines der vielen "Wahrheitsministerien" zugeben, dass der Rückgang des U.S. Bruttoinlandsprodukts (GDP=Gross Domestic Product) mit 6,2 % doch wesentlich höher sei, als die 3,8 % als vorläufiger Wert vom 30. Januar 2008 vermuten liessen. In meinem Kommentar vom 30. Januar habe ich diese Zahl seinerzeit schon kritisch hinterfragt. Zitat: "Wie erwartet ist das U.S. Bruttoinlands-Produkt (GDP) im 4. Quartal (Oktober bis Dezember 2008) signifikant gefallen. Die offizielle Zahl zeigt einen Rückgang um 3,8 % an. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass ein Teil dieser Wirtschafts-Leistung in den Aufbau der Lagerbestände eingeflossen ist, so liegt der reale Rückgang bei 5,1 %.

Nun - der wirkliche Rückgang war nun noch stärker, als ich seinerzeit vermutet hatte. Ein Grund: Die Lager-Bestände sind doch nicht gestiegen. Und der zweite Grund: Der Deflator, d.h. die Zahl, mit der aus dem nominellen GDP das reale GDP errechnet wird, war bei der vorläufigen Berechnung im Januar mit einem deflationären Vorzeichen versehen worden. Dahingegen wurde diesmal eine positive Preis-Steigerung eingerechnet. Das reale GDP ist bei einer deflationären Entwicklung (= Preise sinken) natürlich grösser, als wenn bei gleichbleibender nomineller Grundlage die Preise steigen. Man sieht, dass man mit der Fälschung eines statistischen Grundparameters, hier der Deflator bzw der Preis-Steigerung, eine Reihe von angeleiteten "realen" statischen Parametern nach Belieben manipulieren kann, ohne die eigentlichen (norminellen) Werte manipulieren zu müssen.

Der Staat scheint zunehmens Schwierigkeiten zu bekommen, seine massiven Ausgaben-Programme durch neue Staatsanleihen zu decken. Die als Referenz dienenden 10-jährigen U.S. Treasury Bonds tendierten heute mit einem Real-Zins von 3,04 % auf einem Höchstand seit November 2008. Gleichzeitig propagiert Obama, dass die Staatsausgaben in der Zukunft massiv gekürzt werden sollen, und angeblich Reiche (Einkommens-Grenze $250.000) höher besteuert werden sollen. Wir kennen dieses Politiker-Geschwätz auch aus Deutschland: In der Folge werden die Staatsausgaben weiter steigen und ein Steuer-Erhöhung für angeblich Reiche ist sowieso nur ein Tropfen auf den heissen Stein, da diese Gruppe eine kleine Minderheit der Steuerzahler darstellt.

Auch in anderer Hinsicht benimmt sich der neue Präsident wie ein klassischer Politiker. Die in der Zeit der Clinton Administration begonnene systematische Drückung des Gold-Preises zwecks Senkung des Zins-Satzes und Hebung des US-Dollars wird mit gleichen Vorzeichen und zum Teil mit denselben Personen auch unter Obama fortgesetzt. Robert Rubin war seinerzeit Finanz-Minister und führende Köpfe der heutigen Administration wie Lawrence Summers und Tim Geithner sind Zieh-Kinder von Rubin. Rubin's "strong Dollar policy" beruhte auf Gibson Paradox, das Lawrence Summers (damals Harvard University and National Bureau of Economic Research) und Robert B. Barsky (University of Michigan and National Bureau of Economic Research) in einer Veröffentlichung vom Jahr 1988 unter dem Titel "Gibson's Paradox and the Gold Standard" herausgearbeitet haben. Es besagt, dass es eine Korrelation zwischen den Grössen "Zins-Niveau" und dem "Preisniveau" während des Gold-Standards gebe. Daraus haben Rubin und Summers hergeleitet, dass nur der Gold-Preis künstlich gedrückt werden müsse, um das Zins-Niveau niedrig halten zu können. Wir wissen heute, welche Exzesse die Folge dieser "easy money" Politik für unser Finanz- und Wirtschafts-Systems sind. Um ein Explodieren der Real-Zinsen und damit eine einhergehende Entwertung der Besitzer dieser Staatsanleihen zu vermeiden, muss die Methode zur Aushebelung des Gibson Paradox solange aufrechterhalten bleiben, wie möglich. Und diese Methode ist einzig und allein die Gold-Drückung.

Und nun sind wir wieder beim Geschehen auf dem Gold-Markt: Das Gold-Kartell hat erwartungsgemäss seine Angriffe am Freitag Vormittag im asiatischen Markt fortgesetzt. In der Folge wurde Gold unter die Marke von $940 gedrückt. Zum Londoner Handel konnte sich Gold leicht erholen und der A.M. Fix kam mit $943,75 (EUR 745,05) nur etwas leichter als vor 24 Stunden zustande. Im frühen COMEX-Handel testete Gold dann zweimal die Marke von $960. Danach fiel Gold aber zum P.M. Fix wieder auf $952,00 (EUR 752,81) zurück. Das sind zwar $16 mehr als gestern zur gleichen Zeit, aber das Gold-Kartell scheint den Londoner Handel gut unter Kontrolle zu haben. Mit der Doppelpackung an schlechten Nachrichten, Stichwort "GDP-Rückgang um 6,2 " und "schleichende Verstaatlichung der Citi Group", muss ein weiterer Ausbruch des Gold-Preises auf alle Fälle verhindert werden. Nachdem der Londoner Handel geschlossen hatte, wurde Gold um über $30 bis auf $930 gedrückt. Diese Marke hielt jedoch, und so konnte sich Gold bis zum Ende des Handels an der COMEX wieder auf $942 - d.h. das Niveau des letzten Tages - stabilisieren. Es scheint so, als wenn das Gold-Kartell unbedingt Gold weiter drücken will, ohne dabei zuviel Material im Londoner Handel verschiessen zu müssen.

Wird die nächste Woche eine "Horror-Woche" ?
Der Dow fiel um weitere 1,7 % auf 7.063 Punkte und der wesentlich weiter gefasste S&P500 stand zuletzt mit 735 Punkten um 2,4 % niedriger. Damit hat der S&P500 die charttechnisch bedeutsame Marke von 740 Punkten nach unten durchbrochen und steht auf 12-Jahrestief. Gegenüber seinem Höchstand von 1.540 Punkten im September 2007 hat der S&P500 nun 52,3 % verloren. General Motors (GM) wird wohl nach Bekanntgabe seiner Quartals-Ergebnisse am Donnerstag eine zweistellige Milliarden Dollar schwere Finanz-Spritze der Regierung benötigen, um weiter produzieren zu können. In 3 Monaten hat GM einen Verlust von $9,6 Mrd erzielt und dabei $6,2 Mrd Cash verbrannt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Pensions-Pläne von GM nun mit $12,4 Mrd unter Wasser sind. D.h. diese Summe müsste GM eigentlich als Cash in den Pensions-Fond einbringen, um die Zahlungen an die Pensionäre in Zukunft sicherzustellen. Mir ist unklar, wie dieses Unternehmen unter diesen Rahmenbedingungen auch nur theoretisch zu retten sei.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX nahm heute um 3.143 Positionen auf 376.482 Kontrakte zu.
Der heute veröffentlichte CTFC Commitment of Trader Report, der die Positionierung der Markt-Teilnehmer an der COMEX am Dienstag dieser Woche (24. Februar) widerspiegelt, zeigt, dass eine Reihe von spekulativen Shorts auf den Abwärtszug des Gold-Preises gesprungen sind. Mit 372.697 Positionen sind 11.078 neue Kontrakte innerhalb einer Woche eingegangen worden. Die non-commercial Longs haben ihre Positionen um 3.864 Kontrakte auf nunmehr 199.830 erhöht, wohingegen die Shorts 7.920 neue Kontrakte auf insgesamt 37.965 eingegangen sind. Die Commercials haben auf der Long-Seite 7.205 neue Positionen zu insgesamt 97.256, auf der Short-Seite 1.781 neue Positionen zu insgesamt 288.361 aufgebaut.


Neu 2009-02-27:

Gold-Bericht für den 26. Februar 2009:

Das Gold-Kartell ist heute wohl (unerwarteterweise) doch noch in den Besitz einer grossen Menge physischen Golds gekommen. Der heutige P.M. Fix mit $936,50 (EUR 735,03), $42 niedriger als gestern zu der gleichen Zeit, erklärt die heutige Goldpreis-Entwicklung hinreichend. Wer in der Lage ist, den Londoner Markt mit physischem Gold zu überschwemmen, der kann das Preis-Niveau beliebig kontrollieren.

Wieviel Gold waren wohl im Einsatz und woher kommt dieses Gold ?
Wahrscheinlich hat es zwischen 50 und 100 Tonnen benötigt, um diesen Preis-Rutsch hervorzurufen. Damit bekommt auch der Streit zwischen der U.S. Steuerbehörde IRS und der UBS um die Herausgabe der Kundendaten eine neue Bedeutung: Wenn man die Schweizer Regierung mit dem Untergang der UBS im U.S.-Markt zur Herausgabe von Kunden-Daten erpressen kann, dann funktioniert das vielleicht noch einmal mit dem Schweizer Nationalbank-Gold. Sollte das Gold-Kartell wirklich jetzt über mehrere hundert Tonnen dieses Goldes verfügen können, dann können wir uns auf einen weiteren starken Rückgang beim Gold gefasst machen.

Nächste Woche Mittwoch veröffentlicht die Schweizer Nationalbank (SNB) ihren Geschäfts-Bericht für das Jahr 2008. Als einzige National-Bank trennt die SNB physisch vorhandenes Gold von dem Gold, das in Swap- und Leasing-Geschäften nicht mehr physisch vorhanden ist. Deshalb sind diese Zahlen interessiert, weil sie zeigen, wieviel physisches Gold die SNB noch wirklich besitzt.

Eine andere wichtige Komponente ist, wann die Nachfrage in Indien wieder anzieht. Bei dem jetzt um mehr als $50 gefallenen Gold-Preis kommt vielleicht wieder Kauf-Interesse auf. Die einsetzende Nachfrage aus Indien hat schon in der Vergangenheit alle Versuche des Gold-Kartells, den Gold-Preis noch stärker zu drücken, nach unten begrenzt.

Wie war nur der Verlauf des Tages:
Gold wurde im gestrigen New Yorker Access Handel auf $952,10 gedrückt. Gegenüber dem gestrigen COMEX-Schlusskurs war dies ein weiterer Rückgang um weitere $13. Im asiatischen Handel pendelte Gold um den Schluss-Kurs von $952. Mit Beginn des Londoner Handels wurde Gold auf unter $945 gedrückt. Der A.M. Fix kam mit $945,00 (EUR 740,48) um $11 niedriger zustande als vor 24 Stunden.

Zum Nachmittag konnte sich Gold wieder etwas erholen, bis dann jedoch um 16:00 Uhr MEZ der Londoner P.M. Fix nahte. Dieser war mit $936,50 (EUR 735,03) überraschend schwach - gegenüber dem gestrigen Tag ein Rückgang um $42. Zum Ende des Handels an der New Yorker COMEX konnte sich Gold wieder leicht auf $942 befestigen. Im Tages-Vergleich sind hier aber weitere $14 verloren gegangen. Die Überraschung des heutigen Tages war zweifelsohne der Rückgang des Gold-Preises um mehr als $40 zum P.M. Fix. Das ist ein starker Hinweis darauf, dass das Gold-Kartell erhebliche Mittel physischen Golds in den Londoner Markt geworfen hat.


Neu 2009-02-26:

Gold-Bericht für den 25. Februar 2009:

In dieser Woche wurde uns von dem Gold-Kartell eine kleine Ardennen-Offensive geboten. Politiker und Zentralbanker versuchen uns noch den Endsieg einzureden, und die Kräfte des Wahrheitsministeriums predigen solide Bausubstanz, obwohl die Städte inzwischen in Schutt und Asche liegen. Ein weiterer Bomben-Teppich ist zwischenzeitlich im Hinterland heruntergegangen: Japan meldete, dass die Exporte im Januar 2009 im Vergleich zu den Exporten des Januar 2008 um 45,7 % zurückgegangen sind. Dies ist keine hochgerechnete Zahl, sondern ein mega-depressiver Rückgang. Welches Land soll denn dann die vielen U.S. Treasuries aufkaufen, wenn die grossen Länder mit Export-Überschüssen (Japan, Deutschland, vielleicht auch China) plötzlich selbst Export-Defizite produzieren ?

Aber zurück zur Front: Noch gestern berichtete ich, dass der Angriff auf den Gold-Preis nur dann von Dauer sein könne, wenn das Gold-Kartell im Londoner Handel dieses Preis-Niveau bestätigen kann. Am Vormittag sah es so aus, als wenn dieser Angriff erfolgreich und nachhaltig ist: Sehen wir einmal von der Drückung in den asiatischen Märkten ab, auf denen das Gold-Kartell anscheinend walten und schalten kann, wie es ihm gefällt. Noch zum Londoner A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ schienen alle Signale auf Grün zu stehen. Der A.M. Fix kam mit $956,25 (EUR 744,74) um $33 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande.

Am Nachmittag gingen dem Kartell dann allerdings die schweren Waffen aus: Während innerhalb des Londoner Handels am Vormittag lediglich 1,5 Stunden bis zum A.M. Fix gehandelt werden, muss zum P.M. Fix ein Zeitraum von 4,5 Stunden überbrückt werden. Diese Strecke war dann doch zuviel, und der Angriff blieb stecken. Mit $978,50 (EUR 767,57) zum P.M. Fix musste der Gold-Preis zwar um $6 gegenüber dem gestrigen P.M. Fix nachgeben. Aber wenn man bedenkt, dass der Gold-Preis bis auf $950 im frühen Handel gedrückt werden konnte, dann ist der Landgewinn der kleinen Ardennen-Offensive doch sehr mickrig ausgefallen.

Während die ersten Jammerer auf den bekannten Goldseiten wieder ihren Auftritt haben, sollten wir uns einmal die Fakten der letzten Handelstage genauer ansehen. Freitag stand Gold zum P.M. Fix bei $989,00 und konnte im verbleibenden Handel an der COMEX die $1.000er-Marke erreichen. Am Montag verlor Gold zum P.M. Fix ca. $3, am Dienstag $1,50 und heute weitere $6. Insgesamt ist es dem Gold-Kartell innerhalb von drei Handelstagen gelungen, den Gold-Preis um insgesamt $10 zu drücken. Dies wurde natürlich - so kennen wir das Kartell ja - mit einem bombastischen Feuerwerk begleitet. Der heutige Tief-Stand von $950 signalisiert das. Aber sobald sich der Rauch verzogen hat, stellen wir fest, dass der Landgewinn trotz erheblicher Verluste von eingesetztem Zentralbank-Gold kläglich war. Vielleicht werden uns die nächsten Tage ja noch die neuen Wunder-Waffen vorgeführt.

Nach dem P.M. Fix wurde Gold in den verbleibenden Handels-Stunden der COMEX wieder auf $965 gedrückt. Ich bin gespannt, ob der Rückzug morgen bereits schon zum A.M. Fix erfolgt, oder ob das Kartell sich noch bis zum P.M. Fix retten kann.

Im späten Access Handel wird nun der Volks-Sturm in den Kampf geschickt: Gold wird um weitere $20 auf $945 gedrückt. Ich habe heute ca. 600 Euro aus der vor dem Bundesverfassungs-Gericht gescheiterten Pendler-Pauschale zurückerstattet bekommen. Frau Merkel: Dieses Geld geht nicht in den Konsum, sondern in Gold ! Ich hoffe, dieser niedrige Kurs hält heute Abend im asiatischen Markt. Werde dann um 8:00 Uhr MEZ weit vor Beginn des Londoner Handels das Toiletten-Papier in wahres Geld umtauschen.

Am Aktien-Markt kann das PPT den bereits um knapp 3 % gesunkenen Dow noch in den positiven Bereich heben. Doch welche Überraschung: Die Dow-Hebung hält nicht und letztlich verliert der Dow 80 Punkte (1,1 %).

Dazu entgleiten heute die Real-Zinsen der 10-jährigen Treasury Bonds: Heute fast 3,0 %. Vor wenigen Tagen standen die noch bei 2,7 %. Da ist etwas ganz Mächtiges im Busch - rette sich, wer kann.


Neu 2009-02-25:

Gold-Bericht für den 24. Februar 2009:

Seit langer Zeit hatte der Professor aus Princeton, z.Zt. Chef des Offenmarktausschusses der FED, wieder einmal einen öffentlichen Auftritt. Diesmal vor dem Banking Committee des U.S. Senats. Beobachter der Szene wissen, wie die Märkte heute reagieren (müssen): Der Dow steigt und Gold sinkt. Wie lange möchte man uns durch solche offensichtlichen Manipulationen noch an der Nase herumführen ?

AIG wird wohl einen Quartalsverlust von $60 Mrd verkünden und neben den bisherigen $150 Mrd, die die FED bzw Treasury zum Überleben der grössten Counterparty von AIG, der Investment-Bank Goldman Sachs beigesteuert hat, weitere Finanz-Hilfen erhalten. Wie die HRE in Deutschland wird wohl die AIG in den U.S.A. den Staat alleine in den Bankrott führen. Bank-of-America und Citi Group stehen kurz vor der Verstaatlichung und für GM werden wohl auch die Toten-Glocke läuten. GM ist so extrem überschuldet, dass ein Chapter 11 Verfahren ("Gläubigerschutz") zur Restrukturierung des Unternehmens wohl zwangsläufig in einer Liquidation enden wird (Chapter 7 Verfahren).

Die heutige Gold-Preisdrückung begann, wie wir gestern bereits erlebt hatten, eine halbe Stunde vor dem Londoner P.M. Fix. Während Gold zum A.M. Fix noch mit $989,75 (EUR 773,73) um $3 höher als gestern zur gleichen Zeit tendierte, und Gold sich im frühen COMEX-Handel auf bis zu $995 befestigen konnte, erfolgte um 15:30 Uhr MEZ eine plötzliche Drückung um $10 auf $983. Der P.M. Fix kam dann mit $984,25 (EUR 774,27) um $1,50 niedriger als vor 24 Stunden zustande. Der Spot-Preis von $995 eine halbe Stunde früher hat eigentlich schon angedeutet, dass Gold zum P.M. Gold höher tendieren wird. Aber das Gold-Kartell muss wohl die letzten 30 Minuten eine signifikante Menge Gold zusätzlich auf den Markt geworfen haben. Dadurch kam der o.g. PM Fix mit leichten Abschlägen zustande.

Nachdem der reale Gold-Markt geschlossen hatte, ging das Gold-Kartell im reinen Derivate-Markt zum Frontal-Angriff über: Gold wurde in mehreren Angriffs-Wellen auf bis zu $960 gedrückt und konnte sich zum Ende der COMEX lediglich auf knapp $970 wieder befestigen.

Diese Entwicklung ist aber meines Erachtens nur kurzlebig, wenn das Gold-Kartell nicht die Drückung im Londoner Handel die nächsten Tage bestätigen kann. Das Niveau der COMEX liegt um $15 unter dem letzten Handels-Kurs für physisches Gold. Diese Spielereien kann das Gold-Kartell für einige Tage durchhalten, nachhaltig ist solch eine Entwicklung aber nicht.

Das Gold-Kartell und das Plunge Protection Team haben heute ganze Arbeit geleistet: Der Dow ist um fast 4 % gestiegen, während Gold auf unter $965 gedrückt wurde. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen haben sich heute jedoch nicht verändert.


Neu 2009-02-24:

Gold-Bericht für den 23. Februar 2009:

Nachdem Gold am Freitag zum COMEX-Schluss bei $1.000 endete, ist das Gold-Kartell im verbliebenen Access Handel agressiv gegen Gold vorgegangen: Der letzte Kurs wurde mit $993,20 gestellt. Heute früh setzte das Kartell seine agressive Tätigkeit im asiatischen Handel fort. Dabei wurde Gold bis auf $885 gedrückt. Um 8:30 Uhr MEZ setzte dann, nachdem der Handel in Asien bereits beendet war und der Londoner Handel noch nicht begonnen hatte, ein weiterer Drückungs-Versuch ein. In der Folge wurde Gold auf bis zu $981 gedrückt.

Mit Eröffnung des Handels in London konnte sich Gold langsam wieder erholen. Der A.M. Fix wurde mit $987,00 (EUR 768,09) festgestellt. Das Gold-Kartell muss also bei der weiterhin starken Nachfrage der Investoren wohl wieder eine erhebliche Menge Zentralbank-Gold auf den Markt geworfen haben. Diese 400oz-Barren werden sodann von den Barren-Herstellern wie beispielsweise Heraeus oder Umicore aufgekauft und zu 100g, 250g, 500g und 1.000g Gold-Barren umgeschmolzen. Nach dem Ansturm im letzten Herbst, wo Gold wochenlang ausverkauft war, sind die Hersteller und Händler nun besser vorbereitet. Gold-Barren sind zwar zeitweise nicht verfügbar, aber neue Ware kann anscheinend innerhalb weniger Tage geliefert werden. Solange diese Gold-Pipeline aufrechterhalten werden kann, wird das Gold-Kartell zunehmens Mühe haben, den notwendigen Nachschub an 400oz-Barren aus Zentralbank-Beständen bereit zu stellen. Der Trick des Oktober 2008, diese Gold-Pipeline (Londoner Markt => Hersteller => Händler => Investor) durch Produktions-Probleme auszutrocknen, um dann mit einem Überangebot an 400oz-Barren den Gold-Preis erheblich zu drücken, wird diese Tage wohl nicht mehr funktionieren.

Zum Nachmittag konnte das Kartell ca. eine Stunde nach Eröffnung des Handels an der COMEX den Gold-Preis unter die Marke von $980 drücken. Der nahende P.M. Fix in London machte diese Drückung aber wieder schnell zunichte, und so ging Gold mit $985,75 (EUR 771,87) um $3 niedriger aus dem Londoner Handel als am Freitag zum P.M. Fix. Dass die Drückung nicht sonderlich erfolgreich war, deutet darauf hin, dass die physische Nachfrage nach Gold weiterhin stark ist.

Nach Schluss des Londoner Handels stieg Gold in den verbleibenden Handels-Stunden der COMEX auf bis zu $997 an, konnte jedoch die $1.000er-Marke nicht wieder erreichen. Hier fehlten wohl die $3, die Gold zum P.M. Fix verloren hatte. Gold beendete den Handel an der COMEX dann bei $995.

Die heutige Entwicklung ist nicht negativ einzuschätzen. Der weiter starke Bedarf nach Gold ist ungebrochen. Und die Gespräche, die jetzt wohl Vermögens-Verwalter mit ihren Kunden führen werden, um Papier-Werte aus deren Portfolios in Gold umzuschichten, werden mit einigen Tagen oder Wochen Zeitverzögerung wohl eine zusätzliche Nachfrage nach Gold generieren. Der Verfall der weltweiten Aktien-Indizes, der DAX schloss heute signifikant unter der 4.000er-Marke, ermutigt diese Investoren, Stop Loss Verkäufe zu tätigen und das verbleibende Geld in werthaltige Investments wie z.B. Gold umzuschichten. Dies deutet darauf hin, dass der Bedarf der Investoren auch für die nächsten Tage und Wochen stark bleiben wird und die ausfallende Nachfrage der Schmuck-Industrie vor allem in Indien mehr als kompensieren wird. Wir warten jetzt nur noch auf den Zeitpunkt, ab dem das Gold-Kartell endgültig auf dem Londoner Markt kapitulieren muss. Weil die Zentral-Banken entweder nicht mehr in der Lage sind, neue Barren zu liefern, oder sich bestimmte Regierungen nun für die Zeit einer Währungs-Reform mit Gold-Standard vorbereiten. Nur diejenigen Länder, die noch über ausreichend Gold-Reserven verfügen, haben überhaupt eine Chance, ein international akzeptiertes Geld-System auf die Beine zu stellen. Wenn in diesen Ländern noch eine Vielzahl von Bürger selbst in Gold investiert ist, dann haben diese Volks-Wirtschaften wohl ein erheblichen Startvorteil innerhalb eines neuen Welt-Wirtschaftssystems.

Die U.S.-Börsen setzten heute ihre Talfahrt fort: Der Dow verlor 3,4 % und schloss auf einem Stand von 7.115 mit 250 Punkten niedriger auf 12-Jahrestief. Seit dem Höchstand im Oktober 2007 hat sich der Dow zwischenzeitlich halbiert. Die erneut versuchte Drückung des Gold-Kartells im späten Access Markt funktioniert heute auch nicht. Wir sind auf die Entwicklung der nächsten Tage gespannt.


Neu 2009-02-21:

Gold-Bericht für den 20. Februar 2009:

Gold hat sich heute fast bilderbuchmässig die $1.000er-Marke erobern können. Im gestrigen Kommentar schrieb ich: "Für die weitere Preis-Entwicklung ist nun entscheidend, mit wie viel physischem Gold das Kartell die nächsten Handelstage in London aufwarten kann. Der heutige P.M. Fix scheint eine Indikation dafür zu sein, dass die Gold-Beschaffung dem Kartell zunehmens Schwierigkeiten macht" und "Ein weiterer Anstieg des P.M. Fixes um $5 (dann auf $985) oder das Brechen der Marke von $986 vom 15. Juli 2008 (Anmerkung: Das zweite Hoch aus dem Jahre 2008) würde dagegen zu einem Test der $1.000er Marke in den verbleibenden Stunden des Handels an der COMEX führen".

Und so war die heutige Entwicklung nicht überraschend: Gold startete wie so üblich mit leichten Abschlägen im asiatischen Markt. Aber schon im vorbörslichen Londoner Handel drehte der Preis von "rot" auf "grün". Zum A.M. Fix hatte sich Gold wieder die Marke des gestrigen P.M. Fixes erobert: Dies zeigt, dass das Gold-Kartell noch in der Lage war, Widerstand gegen den Preis-Anstieg zu leisten. Der A.M. Fix kam mit $981,00 (EUR 778,20 - also fast punktgenau EUR 25.000 / kg) um $8 höher als gestern zur gleichen Zeit zustande.

Der vorbörsliche Handel und die erste Handels-Stunde an der New Yorker COMEX verliefen dann um so stürmischer: Gold konnte sich fast bis an die $1.000er-Marke heranarbeiten. Bei $997 war jedoch erst einmal Schluss. Zum bevorstehenden P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ bröckelte Gold dann wieder ab. Ein Brechen der $1.000er-Marke zum P.M. Fix hätte bedeutet, dass das Gold-Kartell im physischen Gold-Handel in London endgültig eingebrochen wäre. Dies war trotz der positiven Stimmung für Gold nicht zu erwarten. Und so bewegt sich Gold in stetigen, nicht allzu grossen Schritten von P.M. Fix zu P.M. Fix nach oben. Auch heute konnten wir diese Entwicklung beobachten: Mit $989,00 (EUR 782,41) war Gold $9 mehr wert als vor 24 Stunden. Gleichzeitig wurde die wichtige Höchstmarke des Juli 2008 mit $986 (P.M. Fix am 15. Juli) überschritten. Damit ist der Weg frei zum bisherigen Höchstand des März 2008 mit $1.023,50 (A.M. Fix am 17. März).

Damit war die weitere Entwicklung vorgezeichnet: Sind die Händler im frühen New Yorker Handel noch an der $1.000 Marke knapp gescheitert, so war das Eintreten in den März 2008 Preis-Kanal geradezu eine Aufforderung, die $1.000 Marke erneut zu testen. Eine knappe Stunde vor dem Schluss der Handels an der COMEX war es dann auch soweit: Gold stieg in der Spitze bis auf $1.006 an. Zum Schluss des Handels an der COMEX konnte das Gold Kartell dennoch einen kleinen Erfolg feiern: Der Schluss-Kurs lag mit $999,20 ganz knapp unter der $1.000 Marke.

Ich konnte nicht umhin, mir die heutigen frühen Gold-Kommentare auf den anderen deutschsprachigen Seiten anzusehen.
Martin Siegel schrieb heute früh um 9:24 Uhr: "Die Goldminenaktien neigen weltweit zu Gewinnmitnahmen und deuten weiterhin kurzfristig nicht auf einen Sprung des Goldpreises über die 1.000 $/oz-Marke hin". Abgesehen davon, dass sich diese Prognose nach bereits 9 Stunden als falsch herausstellte, zeigt sie exemplarisch, wie stark selbst bei den goldfreundlichen Experten die pawlowschen Reflexe verbreitet sind. Nur weil das Gold-Kartell in der Vergangenheit immer wieder eine signifikante Gold-Drückung mit dem Abverkauf von Goldminen-Aktien am Vortag einleitete, kann man nicht immer bei sinkenden Gold-Minenkursen auf einen nachgebenden Gold-Preis schliessen. Hier gibt es keinen kausalen Zusammenhang. Der Speichel-Fluss kam zu Unrecht. Mein Vorschlag an Herr Siegel: Den Bericht "Der Pawlowsche Investor" unter http://www.hartgeld.com/filesadmin/pdf/Ziemann-Pawlowscher_Investor-27-Nov-07.pdf lesen und verinnerlichen.

Der heutige Kommentar von Michael Gasteiner von proaurum enthüllte, dass dieser Gold-Händler gleich doppelt auf einen sinkenden Gold-Kurs spekuliert. Und seine Trading-Position wegen bestehender Verluste noch ausgeweitet hat. Zitat: "Gold (gegen EUR) sind wir nach wie vor im kurzfristigen taktischen Handlungsfenster short mit einem Verkaufskurs von 24.360 EUR je Kilogramm. Unsere auf ein fallendes (Gold:Öl)-Ratio ausgerichtete Position stockten wir am Mittwoch dieser Woche nochmals auf. Somit liegt der Durchschnittskurs nun bei 23,17". Es ist sicherlich nichts gegen eine Short-Position bei Gold einzuwenden: Aber wenn schon, dann gegen den US-Dollar, der zur Zeit noch die einzige Papier-Währung zu sein scheint, die gegen Gold nicht von einem Tief-Stand zum nächsten wankt. Und warum soll sich in der sich abzeichnenden Depression plötzlich Öl besser als Gold entwickeln: Die ölfördernden Staaten pumpen heimlich mehr Öl (zuletzt Venezuela), um nicht völlig mit den wegbrechenden Einnahmen weggespült zu werden. Dieser auf das langfristige Gold/Öl-Verhältnis gerichtete Trade mag zwar mittel- bis langfristig sinnvoll sein, aber kurzfristig steigt wohl eher Gold schneller an als Öl.

Wie geht es nun weiter ?
Zum einen wird der heutige Bruch der $1.000 Marke grossflächig durch die Presse gehen. Und dass diese Marke auch noch zum Wochenende durchbrochen wurde, lässt diese Nachricht noch stärker wirken. Bei den weiter einbrechenden Aktien-Märkten und den mit negativen Real-Renditen versehenen Staats-Anleihen werden sich sicherlich verschiedene Investoren fragen, ob sie nicht zumindestens einen Teil ihres Vermögens in Gold umschichten sollen. Zum zweiten werden eher spekulativ orientierte Marktteilnehmer den Bruch dieser wichtigen Marke zum Anlass nehmen, wieder in Gold einzusteigen. Gerade diese Gruppe stellt jedoch ein kurzfristiges Rückschlags-Risiko dar. Wird der Gold-Preis durch einen forcierten Verkauf des Gold-Kartells unter bestimmte technische Marken gedrückt, dann verlässt diese Gruppe vorhersehbar und fluchtartig den Markt. Auf der anderen Seite kann sich nun auch eine Eigendynamik entwickeln, die soviele Teilnehmer in den Gold-Markt treibt, dass die Preis-Entwicklung explosionsartig fortschreitet. Im Extremfall werden grössere Mengen Papier gegen Gold getauscht - diese Entwicklung wird letztendlich zum panikartigen Verkauf der Währungen gegen Gold führen.

Das heute vollkommen verunsicherte Gold-Kartell konnte nach dem Schluss des COMEX-Handels im späten Access Handel (die Händler sind zu dieser Zeit bereits im Wochenende) Gold wieder auf unter $995 drücken. Auch dem Plunge Protection Team (PPT) ist die um 20:15 Uhr MEZ hervorgerufene End-Ralley gründlich mislungen - der Dow schloss mit 7.366 Punkten 100 Punkt (1,34 %) niedriger als gestern.


Neu 2009-02-20:

Gold-Bericht für den 19. Februar 2009:

Das Gold-Kartell musste sich heute, nachdem die gestrige Drückungs-Aktion im Londoner Handel mit einem Schluss-Spurt an der New Yorker COMEX ausgelöscht wurde, ein neues Vorgehen überlegen. Und so wurde wieder einmal der asiatische Markt der Vorbote der Spielchen dieser Gruppe um JP Morgan und HSBC. Nachdem gestern Gold mit $983,50 aus dem New Yorker Handel (nicht der COMEX, sondern der späte Access Handel) ging, wurde Gold heute früh auf das Niveau von $975 gedrückt. Diese Marke konnte auch im Londoner Handel gehalten werden - ein Zeichen, dass das Gold-Kartell genug physischen Nachschub bereitgestellt hatte. Der A.M. Fix kam mit $973,50 (EUR 768,17) trotzdem noch mit $9 höher als vor 24 Stunden zustande.

Im nachmittags-Handel schienen dann aber die Gold-Vorräte zur Neige zu gehen: Zum P.M. Fix stand Gold bei $980,50 (EUR 771,56) bereits um $15 höher als zum gestrigen P.M. Fix.

Hätte sich nun die gestrige Entwicklung an der COMEX heute wiederholt, dann hätte Gold voraussichtlich die $1.000er-Marke erreicht. Also musste eine andere Taktik her: Nach dem Londoner P.M. Fix wurde Gold wieder unter die Marke von $980 gedrückt. Ein späterer Ausbruchsversuch wurde genau an dieser Marke wieder gestoppt. Innerhalb der letzten halben Stunde des Handels an der COMEX wurde Gold bis auf $972 gedrückt, konnte sich aber zum Ende des Handels an der COMEX wieder auf $976,10 befestigen.

Für die weitere Preis-Entwicklung ist nun entscheidend, mit wie viel physischem Gold das Kartell die nächsten Handelstage in London aufwarten kann. Der heutige P.M. Fix scheint eine Indikation dafür zu sein, dass die Gold-Beschaffung dem Kartell zunehmens Schwierigkeiten macht. Also wird man am Freitag wohl wieder einmal in Asien niedrige Einstiegs-Marken setzen wollen in der Hoffnung, dass die Nachfrage nach physischem Gold in London den Preis nicht noch weiter nach oben treiben wird. Funktioniert diese Strategie nicht, dann wird man wohl mit neuen Short Selling Orders in den ersten eineinhalb Handels-Stunden der COMEX den Londoner P.M. Fix zu beeinflussen versuchen.

Ein weiterer Anstieg des P.M. Fixes um $5 (dann auf $985) oder das Brechen der Marke von $986 vom 15. Juli 2008 (Anmerkung: Das zweite Hoch aus dem Jahre 2008) würde dagegen zu einem Test der $1.000er Marke in den verbleibenden Stunden des Handels an der COMEX führen.

Lassen wir uns überraschen !
Mit 366.115 offenen Positionen sind an der COMEX heute weitere 4.496 neue Kontrakte eingegangen worden.
Der U.S.-Aktienmarkt hat heute das Tief vom November 2008 unterschritten und auf 6-Jahrestiefstand geschlossen. Was dem Gold-Kartell seine $1.000er-Marke ist, ist für das Plunge Protection Team seine 7.500er Dow-Marke.


Neu 2009-02-19:

Gold-Bericht für den 18. Februar 2009:

Das Markt-Verhalten bei Gold war heute zweigespalten: Während Gold in den New Yorker Derivate-Märkten nahe der $980er-Marke schloss und im asiatischen Handel mit leicht positiven Vorzeichen über $970 tendierte, wurde Gold im physischen Handel in London gedeckelt.

Gold war im asiatischen Handel heute früh mit Preisen über $970 leicht über dem gestrigen Schluss-Kurs im New Yorker Access Handel (dieser lag bei $969,50) gestartet. Aber zu Beginn des Handels in London kam langsam Druck auf den Gold-Preis. Kurz vor dem A.M. Fix wurde Gold dann unter die Marke von $965 gedrückt. Das Gold-Kartell muss wohl kurzfristig neues Gold in die Preis-Findung eingeschleust haben. Der A.M. Fix kam mit $964,75 (EUR 767,01) zwar $2 höher als noch vor 24 Stunden zustande, hatte aber im Vergleich zum gestrigen Schluss-Kurs ca. $5 verloren.

Im Nachmittags-Handel konnte sich Gold kurz vor Eröffnung der New Yorker COMEX auf $970 befestigen. Aber der initiale Sell-Off zu Beginn des New Yorker Handels hat den Gold-Preis wieder auf das Niveau von $965 gedrückt. Dieses Niveau hat sich bis zum Schluss des Londoner Handels um 16:00 Uhr MEZ nicht verändert. Der P.M. Fix kam mit $964,00 (EUR 767,94) um etwa $4 niedriger zustande vergleichen mit dem gestrigen P.M. Fix.

Nach dem P.M. Fix konnte sich Gold im verbleibenden COMEX-Handel wieder stabilisieren und konnte bis zum Schluss mehr als $10 zulegen. Der letzte COMEX-Kurs war $977,30. Auf Euro-Basis sind dies EUR 778,06, was einem kg-Preis von über EUR 25.000 entspricht. Im späten Access Handel konnte sich Gold dann weiter befestigen und die Marke von $980 merklich überwinden. Der letzte Kurs kam um 23:15 Uhr MEZ mit $983,50 zustande, während zwischenzeitlich sogar die Marke von $987 erreicht worden ist.

Mit 361.619 offenen Positionen sind an der COMEX heute 6.242 neue Kontrakte eingegangen worden.
Die heutige Entwicklung im Londoner Handel mahnt zur Vorsicht. Auf der anderen Seite zeigt die positive Entwicklung in New York, dass der Markt die $1.000er Marke in dieser Woche auf alle Fälle noch sehen will.

Die Strategie des Gold-Kartells scheint ganz auf die Vermeidung der $1.000er Marke ausgerichtet zu sein. Für den heutigen Kraftakt im Londoner Markt mussten wohl einige zweistellige Tonnen-Beträge an Gold geopfert werden. Deren Wirkung verpuffte aber im späten New Yorker Handel. Die übliche Strategie des Gold-Kartells, durch Rückkäufe von (Short-)Positionen die Trader zu Käufen im steigenden Markt zu ermutigen, um dann mit dem angesammelten physischem Gold zuerst in London und dann mit frischen Short-Future Positionen in New York einen "Sell-Off" hervorzurufen, scheint wohl diesmal nicht angewendet zu werden. Zu gross ist wohl die Furcht, dass mit dem Überwinden der $1.000er-Marke eine massive Flucht in Gold einsetzt. Vor diesem Hintergrund erscheint dann das heutige Markt-Verhalten als plausibel.


Neu 2009-02-18:

Gold-Bericht für den 17. Februar 2009:

Mit dem Enthusiasmus, der derzeit in Gold steckt, hatte das Gold-Kartell heute alle Hände voll zu tun. Charttechnische Marken und Widerstände wurden gebrochen und neue Höchstände in Euro oder anderen Währungen sind inzwischen schon Tagesordnung. Die Short-Teilnehmer, die auf sinkende Goldpreise hoffen, müssen mit den stetig steigenden Preisen ihre Positionen mit Verlust schliessen. Dies treibt den Gold-Preis noch weiter nach oben. Gebe es da nicht die Gold-Kartell Banken, die via FED mit praktisch unbegrenzten Geld-Mitteln die Lücken füllen müssen. Ein explosionsartiger Ausbruch wäre bei Gold schon lange passiert, würden nicht JP Morgan & Co einen immer grösser werdenden Anteil an den Short-Positionen einnehmen.

Aber die Macht dieser anscheinend übermächtigen Orwellschen Kräfte wird durch ein unverrückbares Naturgesetz begrenzt: Gold kann man nicht drucken oder auf Befehl herstellen. Die Allchemisten der Finanz-Branche haben es trotz CDOs, MBS und anderer synthetischer Produkte nicht geschafft, Gold aus ihren toxischen Produkten zu erzeugen. Und so muss das Angebots-Defizit auf dem physischen Gold-Markt durch die hilflosen Politiker nebst Zentral-Banker aus dem Volksvermögen, sprich Gold-Devisenreserven, beglichen werden. Mit dem stetig steigendem Druck im Finanztopf kann so zumindestens für eine gewisse Zeit Dampf abgelassen werden. Je länger die Krise jedoch dauert und je mehr Druck abgelassen wird, desto stärker verkalkt dieses Instrument jedoch. Immer mehr Marktteilnehmer fragen sich: Wann fliegt uns der Topf um die Ohren ?

Der heutige Druck baute sich untypischerweise bereits im frühen asiatischen Markt auf. Obwohl der sonst Derivate-verseuchte asiatische Gold-Markt voll und ganz unter Kontrolle der Papiergeld-Mafia steht, konnten wir dort heute einen Gold-Preisanstieg um $20 beobachten. Wahrscheinlich haben eine Reihe von Marktteilnehmern die Reiss-Leine gezogen und ihre Short-Positionen aufgelöst. Wenn man über Wochen hinweg permanent Positionen zu niedrigen Preisen leerverkauft, während an den Märkten in London und New York die Preise steigen, dann wird auch jeder noch so hartgesottene Markt-Teilnehmer irgendwann die Reissleine ziehen, wenn die Verluste zu mächtig werden. Heute war anscheinend so ein Tag. Wer aber vermutet hatte, dass sich diese Preis-Entwicklung als Übertreibung herausstellen sollte, der wurde heute enttäuscht. Vielmehr wurde diese Preis-Entwicklung im Londoner Markt gestützt und sogar noch verstärkt. Bei einem stark verfallenden Euro konnte Gold das All-time-high von EUR 740,09 am 12. Februar 2009 um EUR 25 zum Londoner P.M. Fix übertreffen.

Der Londoner A.M. Fix kam mit $962,25 (EUR 761,52) um $20 höher als vor 24 Stunden zustande.
Die positive Entwicklung setzte sich bei Gold auch während des Nachmittags-Handels fort. Gold konnte in London weiter zulegen und ging mit $968,00 (EUR 766,98) um $25 höher aus dem Markte, als gestern zum P.M. Fix.

Das Primat des Londoner Handels zeigte sich in den verbleibenden Stunden des Handels an der New Yorker COMEX. Gold konnte zwar zwischenzeitlich über $970 ansteigen, schloss aber zum Schluss des Parkett-Handels auf dem Niveau des Londoner P.M. Fixes. Das ist die Entwicklung, die wir Gold-Freunde sehen wollen: Das Kartell wird an seinem wundesten Punkt, der Bereitstellung von ausreichend physischem Gold zur Befriedigung der Nachfrage der Investoren, getroffen. Jede Abwehr-Reaktion, die das Gold-Kartell gegen eine solche Markt-Entwicklung ins Felde führen kann, bedeutet einen zusätzlichen erheblichen Rückgang der Gold-Reserven der Zentralbanken. Diesen Kampf kann und wird das Gold-Kartell trotz ausufernder Staatverschuldung, Bail-Outs und "Quantitative Easing" Initiativen der Politiker und Zentralbanken verlieren.

Die $1.000er-Marke rückt mit der heutigen Entwicklung in greifbare Nähe.
Gold tendierte - in US-Dollar gerechnet - zuletzt am 22. Juli 2008 über dem heutigen Niveau: Am 22. Juli wurden $973 zum A.M. Fix erreicht. Der Höchstand im Juli wurde mit $986 am 15. Juli 2008 zum P.M. Fix erreicht. Der absolute Höchstand war der 17. März 2008 mit $1.023,50 zum P.M. Fix. An diesem Tage betrug jedoch der Gold-Preis in Euro gerechnet lediglich EUR 649,51.

An der COMEX waren heute noch 355.377 Positionen offen. Dies sind 5.517 Kontrakte weniger als am letzten Handelstag. Dies bestätigt meine These, dass die Shorts heute ihre Positionen auflösen mussten.


Neu 2009-02-16:

Gold-Bericht für den 16. Februar 2009:

Die COMEX in New York ist heute wegen President's Day in den U.S.A. geschlossen.
Deshalb erscheint der heutige Gold-Bericht schon kurz nach dem Londoner P.M. Fix.
Gold pendelte heute um den Schluss-Stand des Handels vom Freitag in New York. Obwohl Gold zum Vormittag leicht unter Druck stand, war Gold zum Londoner A.M. Fix mit $943,00 (EUR 738,97) wieder im positiven Bereich. Zum Nachmittags-Handel geriet Gold wieder leicht unter Druck, konnte sich aber überhalb der $940er-Marke stabilisieren. Zum Londoner P.M. Fix stand Gold bei $942,50 (EUR 735,70) um $7 höher als zum P.M. Fix am letzten Freitag.

Die beiden Londoner Fixe markierten jeweils die Höchstände für den heutigen Tag. Dies zeigt, dass die physische Nachfrage nach Gold nicht gebrochen ist. Während Asiaten und Araber zur Zeit kein Gold kaufen, sind westliche (Europa und Nordamerika) Investoren die Hauptnachfrager für Gold. Im Westen scheint sich also langsam die Erkenntnis durchzusetzen, dass man nur mit Gold sein Vermögen in Sicherheit bringen kann. Interessanterweise scheint sich diese Sichtweise in den asiatischen Ländern und in den eigentlich reichen Golf-Staaten zur Zeit nicht durchzusetzen. Auch Russland dürfte wegen seiner erheblichen wirtschaftlichen Probleme --- Stichwort Ölpreis- und Rubel-Verfall --- nicht auf der Nachfrager-Seite bei Gold zu finden sein. Das bietet vielleicht doch die Chance, dass die westlich geprägten Kulturen im Falle des Untergangs des Papiergeld-Systems auf Basis von Gold wieder schneller auf die Beine kommen.


Neu 2009-02-14:

Gold-Bericht für den 13. Februar 2009:

Dem Gold-Kartell ist es heute gelungen, die Euphorie bei Gold zu bremsen. Dies war auch dringend notwendig, denn die $1.000er-Marke war gestern nur noch $50 entfernt.Wie sooft an dieser Stelle erwähnt, spielt die Musik ausschliesslich im Londoner Handel. Deshalb konzentrierten sich die Angriffe heute auf den Londoner A.M. und P.M. Fix. Die Entwicklung im asiatischen Markt werde ich in Zukunft ausblenden, weil sie vollkommen irrelevant für die tägliche Entwicklung des Gold-Marktes ist. So stand Gold von Anfang an unter Druck und wurde in frühen Londoner Handel zum A.M. Fix mit $939,25 (EUR 728,33) um $5 niedriger als gestern festgestellt. Im Nachmittags-Handel stand Gold weiter unter Druck und der Markt in London endete mit dem P.M. Fix $935,50 (EUR 727,73) um $8 gedrückt gegenüber dem Stand vor 24 Stunden. Die restlichen Stunden an der New Yorker COMEX nutze Gold, um die $940er-Marke zurückzuerobern, und auf diesem Niveau beendete Gold auch den Parkett-Handel in New York.

Während des gesamten Handelsverlaufs wurde die $930er-Marke nicht unterschritten. Es ist zu erwarten, dass Gold trotz des heutigen Nachschubs an Zentralbank-Gold nächste Woche seine positive Entwicklung fortsetzt.

Die offenen Kontrakte an der COMEX haben sich heute um weitere 4.177 Positionen auf 360.894 Kontrakte erhöht.


Neu 2009-02-13:

Gold-Bericht für den 12. Februar 2009:

Die makrökonomischen Rahmenbedingungen signalisieren zur Zeit eine schlimmere Entwicklung, als eine einsetzende Depression. Wir kennen die Rhetorik der Politiker: Bei einer Rezession sprechen sie von "Null-Wachstum" oder "Stagnation", und wenn eine Depression im Anmarsch ist, dann wird offiziell die Rezession zugegeben. Inzwischen wird vereinzelt schon eine Depression propagiert - also sind wir wohl schon eine Stufe weiter: In einer Phase der Kernschmelze des Finanz- und Wirtschafts-Systems. Dies lässt sich an folgenden Nachrichten herleiten:

-> In bestimmten Wirtschaft-Bereichen (Investitions-Güter, Auto, Stahl) sinken die Auftrags-Eingänge um 40 % und mehr. Sinkende Auftrags-Eingänge machen sich erst mit einer Zeitverzögerung in sinkenden Umsätzen bemerkbar.

-> Die EU-Kommission geht in einem vertraulichen Bericht davon aus, dass über EUR 18.000 Mrd in den Bilanzen europäischer Banken "faule Assets" sind.

-> EU-Mitglieder wie Irland müssen sich bereits mit über 10 % ihres Bruttoinlands-Produkts neu verschulden und stehen wie Italien, Griechenland, England und Spanien vor einem Staatsbankrott.

Die Zeichen stehen auf Auflösung des heutigen Geld-Systems, das auf Kredit und Vertrauen basiert. Gleichzeitig mit einer Deflation der Vermögens-Werte durch Nachschuss-Verpflichtungen (Margin Calls) für nun überschuldete Assets bleibt den Investoren schliesslich nur noch Gold als ultima ratio übrig, um ihr Geld zu retten. Selbst die Wirtschafts-Medien wie die Financial Times Deutschland bezeichnen die US-Staatsanleihen schon als "Ramsch" (Trash).

Insoweit ist es nicht erstaunlich, dass die Gold-Händler bereits wieder ausverkauft sind. In einem freien Markt müssten die Preise für Gold dann solange steigen, bis sich die Besitzer wieder von ihrem Gold trennen wollen. Nicht so im Gold-Markt: Hier hatten wir im September 2008, also kurz nach der Pleite der Investment-Bank Lehman Brothers, eine ähnliche Entwicklung beobachten können: Gold war innerhalb weniger Tage ausverkauft. Damals hat dies aber nicht zu einem Preis-Anstieg, sondern einem starken Preis-Verfall von Gold geführt. Der Hintergrund damals war, dass die Investoren, die Münzen und Barren im Retail-Markt (d.h. Stückelung bis 1 kg) kaufen wollten, ausgetrocknet wurden. Während das Gold-Kartell über den Wholesale-Markt massiv 400oz Zentralbank-Gold in den Markt eingeschleust hat.

Droht uns heute eine ähnliche Situation ? Ich denke nein. Meine Überlegungen dabei sind die Folgenden: Erstens ist heute eine Reihe von "Big Money" Investoren dabei, in grossem Mass in Gold zu investieren. Bevor sie überhaupt kein Gold mehr erhalten, schrecken sie auch nicht vor dem Kauf von 400oz-Barren für knapp EUR 300.000 zurück. Wenn dann die 400oz-Barren wirklich knapp werden sollten, dann greifen die Marktgesetze von Angebot und Nachfrage mit aller Brutalität: Gold wird solange steigen, bis sich entweder genug Verkäufer für den Preis finden oder die Käufer bei einem bestimmten Preis-Niveau aufgeben. Zweitens sind zur zweiten Jahres-Hälfte 2008 Gold-Barren aus "Deep Storage" Beständen der Zentralbanken aufgetaucht, die nicht einmal die Good Delivery Mindest-Anforderungen der LBMA erfüllen. Es ist daher zu erwarten, dass nicht mehr genug Zentralbank-Gold verfügbar gemacht werden kann, um eine ähnliche Drückungs-Aktion wie letzten Oktober veranstalten zu können.

Vor diesem explosiven Umfeld musste das Gold-Kartell heute auf "Plan B" umschalten: Wenn Gold nun nicht im normalen Marktumfeld gedrückt werden kann, dann muss der US-Dollar gegenüber den anderen Währungen solange gehoben werden, bis die Investoren in den Fremd-Währungen Abstand vom Gold-Kauf nehmen. Dass Gold in diesen anderen Währungen nun täglich neue historische Höchstände erklimmt, ist für das Gold-Kartell nur ein Kollateral-Schaden - die wichtige Marke von $1.000 darf auf keine Fälle fallen. Und diese Entwicklung konnten wir heute wieder einmal beobachten.

Im asiatischen Markt startete Gold den Tag unverändert. Wie die Tage zuvor kam zum frühen Londoner Handel verstärkt Kauf-Laune auf. Zum gleichen Zeitpunkt stieg der US-Dollar aber gegenüber dem Korb der anderen wichtigen Währungen an. Der A.M. Fix kam mit $944,00 (EUR 737,04) um $22 höher als vor 24 Stunden zustande. Damit war jetzt bereits wieder das gestern erreichte All-time-high bei Gold in Euro überschritten.

Zu Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde zweimal die Marke von $940 nach unten getestet. Beide Versuche schlugen fehl. Zum Ende des Londoner Handels stand Gold nun zum P.M. Fix bei $943,50 (EUR 740,09) um $5 höher als gestern um die gleiche Zeit. Und schon wieder war das All-time-high von Gold in Euro Vergangenheit. Der zum Schluss des New Yorker Handels wieder nachgebende US-Dollar trieb Gold schliesslich auf $948.

Die offenen Kontrakte an der COMEX haben sich heute um 5.859 Positionen auf 356.717 Kontrakte erhöht.


Neu 2009-02-12:

Gold-Bericht für den 10. Februar 2009:

1. Maginot-Linie überrannt / neues All-time-high in Euro
Vor dem Hintergrund der "Quantitative Easing" Initiativen aller Zentralbanken, d.h. dem ungehinderten Drucken von Zentralbank-Geld, erfolgte heute die dritte Angriffs-Welle auf die $930er Maginot-Linie. Dass diese Festung zum Londoner P.M. Fix genommen wurde, zeigt eindrucksvoll, wie gross der Bedarf der Investoren nach physischem Gold ist. Damit noch nicht genug: Das All-time-high von Gold (in Euro gerechnet) vom 5. Februar 2009 (EUR 719,20) wurde heute ebenfalls gerissen: Mit EUR 727,58 (23.390 EUR pro kg-Barren) legte Gold in diesem Jahr bereits 17 % zu.

2. Nächstes Ziel $1.000 - Schon zum Wochenende ?
Die Reichen (Big Money) gehen nach Berichten nun massiv in physisches Gold. Der Weg in Richtung $1.000 ist nun frei - möglicherweise wird die Marke bis zum Wochenende erreicht. Es ist zu erwarten, dass nun eine Reihe von spekulativen Trendfolgern auf den Gold-Zug aufspringen wird und die Kurse noch schneller nach oben treibt. Deshalb kann ein zeitweiser Rückschlag nicht ausgeschlossen werden. Solange jedoch die starke physische Nachfrage in London die Preise nach oben treiben, wäre ein vom Gold-Kartell künstlich herbeigeführter Sell-Off bei Gold mit dem Ziel, die spkulativen Teilnehmer zum Auflösen ihrer Positionen zu zwingen, wohl eher ein Akt der Verzweifelung als eine erfolgversprechende Strategie.

3. Kommaverschiebung bei Gold-Preis in Sicht ?
Mit der Stabilisierung jenseits der $1.000er Marke wird wohl die Welle der Reichen, die ihr verfallendes Papiervermögen retten wollen, ungeahnte Dimensionen annehmen. Bremsend wirkt hier lediglich das Verbot für Pensions-Fonds und Versicherungen, ihre Gelder direkt in Gold anlegen zu können. Diese Gross-Investoren werden dann, regulativ sanktioniert, ihre auf Staatsanleihen und anderen Papierwerten basierende Vermögens-Werte wohl abschreiben müssen. Eine Komma-Verschiebung des Gold-Preises erscheint bis Mitte des Jahres möglich. Die Frage ist nur: Um eine Stelle oder um zwei Stellen ?

Der heutige Handelsverlauf bei Gold begann wieder einmal mit einem im asiatischen Markt gedrückten Gold-Kurs. Ich frage mich, wie lange uns das Gold-Kartell mit diesem Deppen-Spiel an der Nase herumführen will ? Das Deppen-Spiel hatte schon im vorbörslichen Handel um 8:00 Uhr MEZ sein Ende gefunden - Gold drehte in den grünen Bereich. Im Vormittags-Handel schienen die Maginot-Stellungen noch gut mit 400oz-Zentralbankgold bestückt gewesen zu sein. Gold konnte sich zum A.M. Fix nur bis auf $8 der Verteidigungs-Linie nähern - $922,00 (EUR 711,80).

Zu Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde ein weiterer Angriff gestartet - jetzt betrug der Abstand nur noch $3. Eine Stunde später wurden die Stellungen dann jedoch überrannt. Zum P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ ging dem Gold-Kartell anscheinend die Munition aus. Der Handel in London schloss $28 höher als gestern zur gleichen Zeit bei $938,00 (EUR 727,58). Ohne Zentralbank-Gold ist das Gold-Kartell doch nur eine papiertigerne Söldner-Truppe.

Im weiteren Verlauf des Handels an der COMEX setzte Gold seinen Vormarsch ohne viel Gegenwehr fort. Bei $947 war dann aber für heute erst einmal Schluss. Wenige Minuten vor Handels-Schluss wurde Gold auf $942,30 gedrückt.

Die Anzahl der offenen Kontrakte von 350.858 bestätigt, dass spekulative Longs nicht diejenigen waren, die heute den Gold-Preis getrieben haben. Es wurden sogar 99 Positionen gegenüber gestern aufgelöst.


Neu 2009-02-11:

Gold-Bericht für den 10. Februar 2009:

Die $930er-Linie stellt die letzte Verteidigungs-Linie des Gold-Kartells vor dem Eindringen in den $1.000er-Bereich dar. Ab $1.000 könnte Gold durch die Panik der Investoren schnell in unbekannte Welten vorstossen. Deshalb habe ich die $930er-Marke auch in einem der letzten Kommentare als Maginot-Linie bezeichnet. Heute konnte man miterleben, warum Gold gestern stark gedrückt wurde: Der heutige Anstieg hätte sonst zu einem Durchbruch der $930er-Marke geführt.

Was war der Anlass: Tim Geithner, der bisher glücklose Nachfolger von Hank Paulson als Finanzminister musste offenbaren, dass ein (weiteres) $2.000 Mrd Rettungs-Paket notwendig sei, um die Banken wieder in den Zustand zu bringen, ihrem Geschäft des Geldausleihens nachzugehen. Woher kommt nun ein Grossteil dieses Geldes: Natürlich vom Staat durch die Ausgabe neuer Staatsanleihen. Was heute paradox war: Die Zinsen der 10-jährigen Treasuries sind nicht in den Himmel geschossen, sondern von 3,05 % auf 2,85 % gesunken. Dies sind 20 Basis-Punkte an einem Tag. Also muss wohl die FED massiv Treasuries monetarisiert haben, um die fluchtbereite Investoren-Herde vom Aktien-Markt in die Staatsanleihen umzulenken. Weiterhin stieg der US-Dollar plötzlich wieder stark gegen den Euro an - Paradoxum Nummer 2. So viel Manipulation auf einmal haben anscheinend die Markt-Teilnehmer begriffen und fingen an, Dollar gegen Gold zu verkaufen. Das Gold-Kartell hatte alle Hände voll zu tun, um den Abstand zur $930er Marke abzusichern.

Dem Aktien-Markt gefiel diese Nachricht überhaupt nicht, da das Banken-System sich damit nun von offizieller Seite bestätigt als bankrott outet. Und damit stände der Wirtschaft - so gibt es Tim Geithner noch in aller Öffentlichkeit zu - kein Kredit mehr für lebensnotwendige Geschäfte zur Verfügung. Das war dann zuviel für die Investoren: Der Dow durchstösst die wichtige 8.000er Widerstands-Linie wie Butter und schliesst knapp unterhalb von 7.900 Punkten. Obwohl das PPT die letzten Tage intensiv an der Rettung gearbeitet hat. Und obwohl das Stimulus-Programm von Obama heute den Senat passiert hat.

Der heutige Tag liess anfangs so einen Tagesverlauf nicht vermuten. Zum ersten Mal innerhalb mehrerer Wochen wurde Gold im asiatischen Markt nicht gedrückt, sondern tendierte gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von New York unverändert. Gegen 8:00 Uhr MEZ setzten dann - dies ist die Zeit, wo Asien bereits geschlossen hatte, aber London noch nicht eröffnet hat - die üblichen Spiele des Gold-Kartells ein, die Gold auf bis zu $893 drücken konnten. Mit dem Beginn des Londoner Handels konnte Gold seine Verluste ausgleichen. Zum A.M. Fix war Gold dann mit $896,00 (EUR 691,73) wieder im leicht positiven Terrain.

Eine halbe Stunde vor Beginn des Handels an der New Yorker COMEX setzte dann Gold zu einem Sprung von über $15 an, der seinen Höhepunkt nach etwa 30 Minuten Handel an der COMEX mit $913 hatte. Der nahende P.M. Fix liess Gold wieder leicht abbröckeln, und so kam der P.M. Fix mit $909,75 (EUR 699,27) zustande. Im weiteren Handelsverlauf konnte Gold wieder auf bis zu $916 ansteigen. Dieses Niveau konnte aber nicht ganz verteidigt werden, und so ging Gold mit einem Niveau von $912 aus dem Handel an der COMEX. Im Access Handel tendierte Gold dann wieder stärker um die $917.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX hat sich heute um nichtsignifikante 1.114 Positionen auf 350.957 Kontrakte verringert.


Neu 2009-02-10:

Gold-Bericht für den 9. Februar 2009:

Donnerstags letzter Woche tagte zum ersten Mal die "Working Group of Financial Markets" unter der Leitung des neuen Finanzministers Tim Geithner. Neben der FED nehmen an diesen Sitzungen auch die Vorsitzenden der beiden "Aufsichtsbehörden" für den Aktien-Markt (SEC) und die Rohstoff-Terminmärkte (CFTC) teil. Diese auch als Plunge Protection Team (PPT) bezeichnete Einrichtung greift über den Ankauf von Aktien-Indizes direkt in die Kurs-Findung des New Yorker Aktienmarktes ein. Dadurch entstehen die immer häufiger zu beobachtenden plötzlichen Anstiege des Dow und S&P500 trotz schlechter als erwarteter Nachrichten. Warum sind nun die Aufsichts-Behörden SEC und CFTC Mitglied im PPT: Nun, die SEC muss beide Augen zudrücken, um diese offensichtliche Manipulation des Aktien-Marktes zuzulassen. Aber warum ist nun die CFTC auch Mitglied dieser "Working Group" ? Das kann auch nur einen Hintergrund haben: Gold und Silber als natürliche Feinde des Papiergeld-Systems werden regelmässig durch die Kräfte des Gold-Kartells gedrückt. Auch hier muss die für die Aufsicht der Rohstoff-Terminmärkte zuständige Behörde, die CFTC, beide Augen zudrücken.

Ein weiterer Grund für die Markt-Eingriffe ist die "Absicherung" der Bailout-Pläne der Obama-Administration. Bloomberg berichtet, dass die Summe aller Verpflichtungen der U.S.-Regierung und FED die Summe von $9.700 Mrd erreichen wird, wenn alle diese Pläne Wirklichkeit werden. Das entspricht über 90 % aller ausstehender Hypotheken-Darlehen in den U.S.A. Was als "subprime Hypotheken-Krise" begonnen hatte, nimmt nun Grössenordnungen an, die nichts mehr mit den Problemen am Immobilien-Markt zu tun haben scheinen.

Ein weiteres Indiz für den Stress im System ist die ansteigende Zins-Kurve ("Yield Curve") der U.S.-Staatsanleihen. Die 10-jährigen Treasury Bonds haben heute die Marke von 3 % übersprungen und sind nun um 100 Basispunkte über den Stand vor einigen Wochen. Die 3-monatigen Treasury Bills tendieren mit knapp 0,3 % nahe der Null-Linie. Was will uns der Bond Markt damit erzählen: Die kurzfristigen Null-Zinsen deuten darauf hin, dass weiterhin eine Reihe von Investoren ihr Geld in "sichere" Staatsanleihen parken möchte. D.h. das Vertrauen in die Banken und andere Institutionen ist weiterhin stark erschüttert. Die langfristigen Zinsen deuten aber darauf hin, dass eine Deflation nicht erwartet wird, sondern die ausufernde Staatsverschuldung zu einer Inflationierung des Geldes führen wird.

Die heutigen Eingriffe in den Gold-Markt waren durch das Gold-Kartell durch ausreichend frisches Zentralbank-Gold abgesichert. Während sich aus der heutigen Drückung des Gold-Preises um $7 im asiatischen Markt noch keine Tendenz für den heutigen Handelsverlauf ablesen liess, hatte man zu Beginn des Londoner Handels Gewissheit: Ziel des Gold-Kartells war die $900er-Marke. Während Gold zum A.M. Fix mit $901 (EUR 696,08) die $900er-Marke noch verteidigen konnte, ging das Gold-Kartell im Nachmittags-Handel zur nächsten Angriffs-Stufe über: Trotz des einbrechenden US-Dollars wurde Gold zum P.M. Fix auf $895 (EUR 686,24) gedrückt.

Zum Schluss des Handels an der COMEX war dann die dritte Drückungs-Welle erfolgreich: Mit $891,40 ging Gold mit dem Tages-Tiefstand aus dem COMEX-Handel.

Heute wurde bekannt, dass am 18. September 2008 das System kurz vor der Kern-Schmelze stand. Der Abzug von Geldern aus Geld-Marktfonds nahm so bedrohliche Züge an, so dass selbst kurzfristige Geld-Spritzen der FED i.H.v. mehreren $100 Mrd die Entwicklung nicht zum Stoppen brachten. Erst eine Staats-Garantie über alle Einlagen durch den staatlichen Sicherungs-Fond FDIC beendete diese Bedrohung. Gold legt an den Handelstagen 17. und 18. September in der Summe $140 zu, wobei ein Zuwachs von $110 (von $780 auf $890) bereits am 17. September erfolgte. Gold scheint sich bei solchen Extrem-Situationen trotz Gold-Kartell als Barometer der Gesundheit des Finanz-Systems bewahrheitet zu haben. Allerdings war die Vorwarnzeit von einem Tag nicht dazu geeignet, um der Masse der Investoren eine Umschichtung ihrer Vermögenswerte zu erlauben. Was zeigt uns das: Eine Vorwarnzeit für einen System-Crash ist praktisch nicht gegeben.

Details vom Ende des FIAT-Geldsystems, einer Währungsreform und einem dem folgenden Gold-Standard nehmen in den Finanzmedien langsam Konturen an. In der heutigen Ausgabe des HANDELSBLATT postuliert Thorsten Polleit, Chefvolkswirt von Barclays das Privatisieren des Kredit- und Geld-Systems. Nach seiner Ansicht dient das durch Zentralbanken und Regierungen staatlich sanktionierte Kredit- und Geld-System lediglich zur Finanzierung der Ausgaben-Programme über "deficit spending" der Regierungen. Ein privates Geld-System auf Basis von Gold und Silber sei deshalb zur Abwehr des sich immer weiter ausbreitenden Sozialismus erforderlich. Freiheit kann nur mit gutem und ehrlichem Geld funktionieren. Wir werden sehen, ob und ggf wann das Volk auf ein solches privates Geld-System einsteigen wird. Die Politiker und Zentral-Banker werden jedenfalls bis zum letzten Blutstropfen das bestehende System zu verteidigen wissen.

Mit 352.071 offenen Kontrakten an der COMEX sind heute 3.172 neue Positionen netto aufgebaut worden. Bei dem heutigen Rückgang des Gold-Preises um $20 deutet dies auf weiter verstärktes Short-Selling der Gold-Kartell Banken hin.


Neu 2009-02-06:

Gold-Bericht für den 5. Februar 2009:

Gold konnte heute seine Position in Euro weiter ausweiten: Mit EUR 719,20 wurde heute zum Londoner P.M. Fix der historische Höchstand vom 2. Februar 2009 überboten. Ein Kilo-Barren kostet inzwischen über EUR 23.100.

Dafür setzte Gold heute erneut zum Angriff auf die $930 Maginot-Linie an. Fällt diese Festung, dann ist der Weg frei zu Gold $1.000. Aber die Verteidigung des Gold-Kartells hielt erneut stand und bei $925 war für heute Schluss. Erneut musste der Trick angewandt werden, den US-Dollar zu Lasten des Euros zu heben.

Der Tag begann wieder einmal mit gedrückten Notierungen im asiatischen Handel. Dieser Markt hat keinerlei Signalfunktion mehr und könnte im Prinzip auch geschlossen werden. Man muss nicht rund-um-die-Uhr Kurse für Gold stellen müssen. Nachdem in London um 9:50 MEZ der physische Handel begann, dauerte es nur wenige Minuten, bis Gold wieder in den grünen Bereich gewechselt ist. Gold stieg nun stetig an und konnte zum Vormittag um $10 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix zulegen. Der A.M. Fix kam mit $914,75 (EUR 709,44) zustande.

Nach Eröffnung der COMEX setzten die Händler den Angriff auf die bei $930 verlaufende Maginot-Linie an. Bei $925 lief der Angriff jedoch ins Leere und Gold fiel bei einem plötzlich gestiegenen US-Dollarpreis auf $920 zurück. Der P.M. Fix kam wenig später mit $920,00 (EUR 719,20) zustande. Der Anstieg war also nicht nur papier-bedingt, sondern durch reale physische Nachfrage gedeckt. Bei der von den Gold-Kartell Medien und ihren Hofbericht-Erstattern wie John Nadler von KITCO aufgezeigten verschwindenden Nachfrage nach Gold aus klassischen Abnehmer-Länder wie Indien oder dem Nahen Osten ist dies doch wohl erstaunlich, oder ? Eigentlich nicht: Es existieren immer noch private Vermögen in einer Grössenordnung von mehreren $10 Billionen, die zur Zeit in Papier-Werte investiert sind. Selbst eine kleine Verschiebung dieser Vermögens-Masse in Richtung Gold kann die Schmuck-Nachfrage von Indien & Co für mehrere Jahre um ein Vielfaches kompensieren.

Nach Schluss des Handels in London setzte das Gold-Kartell zu seiner allbekannten "late sell-off" Strategie an. So schloss Gold im COMEX-Handel auf seinem Tiefstand von $913,30. Dies sind aber immerhin noch $12 mehr als gestern um die gleiche Zeit.

Der Liefer-Kontrakt Februar 2009 ist um weitere 105 Positionen auf 3.514 Kontrakte gesunken. Die Gesamtanzahl der Kontrakte an der COMEX hat sich um nichtsignifikante 149 Positionen auf 346.437 Kontrakte erhöht. Spekulative Longs sind zur Zeit nicht die treibenden Elemente für den Goldpreis-Anstieg. Dies ist meines Erachtens ein positives Signal für einen weiteren gesunden Preis-Anstieg. Trotzdem wird wohl das Überschreiten der $930er Marke eine Reihe von wartenden spekulativen Longs wieder in den Gold-Markt treiben. Diese Entwicklung wird zu einem schnellen Anstieg auf die $1.000er Marke führen. Hier gibt es nun zwei Szenarien: Im ersten Szenario kommt es durch eine gezielt vorbereitete Drückungs-Aktion des Gold-Kartells zu einem "sell-off" beim Gold, dem die spekulativen Longs zum Opfer fallen werden. Oder Gold entwickelt in einem zweiten Szenario eine so hohe Eigendynamik, dass die Investoren mit ihren Billionen-Werten panikartig in Gold flüchten. Dieses Szenario könnten auch die westlichen Notenbanken durch massive Goldverkäufe nicht mehr in den Griff bekommen - weil dieses Gold schon längst nicht mehr existiert. Gold könnte so innerhalb weniger Tage eine Komma-Verschiebung nach rechts erfahren. Deshalb wird das Gold-Kartell auch die $930er-Marke erbittert verteidigen.

Während das Gold-Kartell heute zumindestens einen geordneten Rückzug einleiten musste, konnte das PPT den Dow wieder über die 8.000er Marke heben. Auch die Stabilisierung der Rediten der 10-jährigen Treasuries ist heute geglückt. Morgen um 14:30 Uhr MEZ ist wohl wieder einmal Märchenstunde des Wahrheitsministeriums. Die Entwicklung beim Gold lässt darauf schliessen, dass "bessere Zahlen als erwartet" vom Arbeitsmarkt im Januar verkündet werden.


Neu 2009-02-05:

Gold-Bericht für den 4. Februar 2009:

Wie die letzten Tage (oder waren es schon Wochen oder Monate gewesen ?) wurde Gold im asiatischen Handel unter die $900er Marke gedrückt und ging mit wenigen Dollar Verlust in den Londoner Handel.

Im Londoner Handel konnte sich dann Gold wieder über der Marke von $900 stabilisieren. Mit $902,25 (EUR 695,91) zum A.M. Fix und $905,00 (EUR 701,88) zum P.M. Fix war Gold praktisch unverändert. Gold konnte nach dem gestrigen Einbruch beim US-Dollar heute die EUR 700er Marke zurückerobern (22.500 EUR pro Kilogramm). Besitzer von kg-Barren können sich somit seit Anfang des Jahres um einen Anstieg von 2.750 EUR freuen.

Trotz des üblichen Sell-Offs kurz vor Ende des Handels an der COMEX konnte Gold die $900er Marke halten. Gold ging mit $901,60 aus dem Parkett-Handel. Obwohl dies $10 mehr sind als gestern um die gleiche Zeit, ist dieser Anstieg nicht überzubewerten. Auf Basis der Zahlen des Londoner Handels war Gold heute lediglich stabil.

Am Freitag um 14:30 Uhr MEZ stehen Daten zur Arbeitsmarkt im Januar an (Payrolls - net change, Unemployment rate). Üblicherweise geht bei erwartet schlechten Zahlen das Gold-Kartell ein oder zwei Tage vor diesem Termin zum Angriff auf den Gold-Preis über.

Der Liefer-Kontrakt Februar 2009 ist um weitere 482 Positionen auf 3.619 Kontrakte gesunken. Die Gesamtanzahl der Kontrakte an der COMEX hat sich um 1.227 Positionen auf 346.288 Kontrakte reduziert.

Die 10-jährigen Staatsanleihen tendierten heute auf einem neuen 2-Monatshoch. Mit 2,91 % stieg die Rendite der Treasuries um 6 Basispunkte an und nähert sich der Drei-Prozentmarke. Der amerikanische Aktien-Markt hat seine anfängliche Gewinne wieder abgeben müssen und ist ins Minus gedreht. Die wichtige Marke für den Dow von 8.000 Punkten wurde heute wieder nach unten durchbrochen.


Neu 2009-02-04:

Gold-Bericht für den 3. Februar 2009:

Der Gold-Bericht für den Montag wurde versehentlich mit alten Daten gemischt. Während ich den Bericht noch beim Komplettieren war, wurde er bereits an Hr. Eichelburg versandt. Ich bitte dies zu entschuldigen.

Im Handel am Dienstag konnte der US-Dollar in dem Showdown mit Gold einen Punkt gutmachen. Dadurch, dass das Gold-Kartell die gestrigen Drückungs-Massnahmen in den Derivate-Märkten durch entsprechendes physisches Material im Londoner Handel untermauern konnte, konnte der Gold-Preis nahe der $900er-Marke stabilisiert werden. Die beiden Londoner Fixe, der A.M. Fix mit $902,00 (EUR 702,93) und der P.M. Fix mit $904,50 (EUR 699,54) kamen mit $12 bzw. $14 niedriger als noch am gestrigen Handels-Tag zustande. Dem Gold-Kartell kommt zur Zeit auch die durch die hohen Preisen, in den lokalen Währungen gemessen, bedingte niedrige Nachfrage nach Gold aus Indien und den arabischen Ländern zugute. Sollte das Gold-Kartell einen plötzlichen Ausverkauf um die $50 und mehr auslösen, dann würden diese sehr preissensiblen Parteien wohl wieder als massive Käufer von physischem Gold auftreten. Obwohl eine Korrektur beim Gold nicht ausgeschlossen werden kann, wird sie dennoch nur von kurzer Dauer bleiben.

Am Ende des Londoner Handels wurde dann Gold innerhalb weniger Minuten an der COMEX auf $890 gedrückt, konnte sich aber wieder leicht erholen. Zum Ende des COMEX-Handels war das Gold-Kartell wieder aktiv und konnte Gold auf $891,40 drücken. Im Access Handel erholte sich Gold dann wieder und beendete den New Yorker Handel mit einem Schluss-Kurs von $900,60.

Der Liefer-Kontrakt Februar 2009 ist um weitere 739 Positionen auf 4.101 Kontrakte gesunken. Heute wurden nur 56 Kontrakte zur Lieferung gestellt, insgesamt für den Februar sind dies 2.105. Das COMEX-Lagerhaus wird wohl nicht in Bedrängnis kommen, diese Ware bereitzustellen. Die Gesamtanzahl der Kontrakte an der COMEX hat sich um 4.889 Positionen auf 347.515 Kontrakte erhöht. Der Preis-Rückgang an der COMEX hat wohl nicht zu einer Verkaufs-Panik der Longs geführt. Vielmehr mussten die Händler des Gold-Kartells eine Reihe von neuen Short-Positionen eingehen, um den Preis-Rückgang an der COMEX auszulösen.

Das Aktienmarkt-Rettungs-Team der US-Regierung, das sogenannte Plunge Protection Team (PPT), konnte den Dow zum Schluss des Handels wieder über die wichtige Marke von 8.000 heben, obwohl die Wirtschafts-Daten eher einen Rückgang des Marktes erwarten lassen hätten. Weniger erfolgreich war man bei den 10-jährigen US-Treasuries: Die Rendite stieg im Handel von 2,70 % auf bis zu 2,85 % an.


2009-02-03:

Gold-Bericht für den 2. Februar 2009:

Der Showdown zwischen dem US-Dollar und Gold geht diese Woche unvermindert weiter. Auf der Strecke blieben heute - wie die letzten Tage auch - die anderen Papier-Währungen wie beispielsweise der Euro.

Während im heutigen asiatischen Handel Gold gegenüber dem Schluss-Kurs am Freitag in New York um bis zu $23 gedrückt wurde, konnte Gold in Euro bewertet zwei historische Höchstände verzeichnen: Mit EUR 717,74 zum Londoner A.M. Fix und mit EUR 717,83 zum Londoner P.M. Fix wurden wieder zwei neue historische Höchstände verzeichnet. Anmerkung: Für die Goldpreis-Findung betrachte ich allein diejenigen Kurs-Marken als relevant, wo physisches Gold den Besitzer wechselt. Die einzigen Preis-Marken, bei denen kurzfristige Schwankungen des Preises über einen längeren Zeitraum, d.h. mehrere Stunden, gemittelt werden sind eben nur der A.M. und P.M. Fix.

Hintergrund der heutigen Drückungs-Aktion ist die nahende $930-Marke, bei deren Überwindung wohl eine Reihe von spekulativen Teilnehmern (sogenannte "Trend-Folgern") auf den Gold--Zug gesprungen wären. Ein schneller Anstieg auf die psychologisch wichtige Marke von $1.000 wären dann wohl unausweichlich gewesen. In dem derzeit labilen Zustand des Welt-Finanzsystems wäre das Überschreiten der $1.000 Marke wohl ein Signal an viele Investoren, Gelder aus US-Dollar Anlagen, insbesondere den U.S. Treasuries, in Gold umzuschichten. Das könnte, bedingt durch die grosse Menge dieser Gelder aber die vergleichsweise kleine Menge an handelbaren Gold, zu einer panikartigen Flucht aus dem US-Dollar führen.

Trotz der heutigen Angriffe des Gold-Kartells an den Papier-Märkten scheint der Stern des Gold-Kartells am Sinken: Der Londoner A.M. Fix kam mit $913,75 nur um $5 niedriger zustande als am Freitag. Zum Londoner P.M. Fix waren die Verluste dann praktisch vollständig getilgt. Mit $819,25 wurden für Gold nur ein Dollar weniger als am Freitag um die gleiche Zeit bezahlt. Wie an dieser Stelle schon öfter betont, wird das Gold-Kartell Gold nur dann unter Kontrolle halten können, wenn es regelmässig die zum Ausgleich des Angebots-Defizits notwendige Menge an Zentralbank-Gold im Londoner Handel bereitstellen kann. Alle Tricks im asiatischen Markt oder an der New Yorker COMEX und den anderen Zeiten, wo reiner Derivate-Handel vorherrscht, wirken nur kurzfristig und sind nicht nachhaltig.

So ist es nicht verwunderlich, dass Gold die letzte Stunde im Handelsverlauf der New Yorker COMEX von $915 auf $906 gedrückt wurde. Den Tagungs-Höchstand markierte heute der Londoner P.M. Fix mit $918,25. Die 10-jährigen Staatsanleihen wurden heute massiv um 0,1 Prozentpunkte gehoben (d.h. die Real-Zinsen sind gesunken). Unter Barack Obama hat immer noch dieselbe Pharisäer-Kaste die Kontrolle über die Manipulatons-Instrumente der FED und Treasury wie unter George W. Bush: Namen wie Tim Geithner, dem Professor aus Priceton, Hank Paulson, LarryHeute mussten $30 Mrd an 5-jährigen Staatsanleihen auf dem Markt platziert werden. Dies führte dazu, dass heute der Realzinssatz der als Referenz dienenden 10-jährigen Staatsanleihen von 2,65 % auf fast 2,8 % hochschnellte - ein 2-Monatshöchstand trotz permanenter Eingriffe der FED in den Bondmarkt durch ihre "Quantitative Easing" Initiative. Weitere schlechter als erwartet eintreffende Daten von heute für den Häuser-Markt und Arbeits-Markt deuten auf eine Verschärfung der Rezession hin.

Diese Nachrichten bringen die letzigen Aktionen des Gold-Kartells in einen Kontext. Während des heutigen Tages sah es so aus, als wenn sich die Abwärtsentwicklung des Gold-Preises heute so wiederholt. Wie gestern wurde Gold im asiatischen Handel um $5 (gegenüber dem gestrigen Schlusskurs in New York) gedrückt. Eine Stunde vor Eröffnung des Handels in London brach Gold durch eine weitere Drückungs-Aktion auf bis zu $877 ein. Im Verlauf des Vormittags-Handels im Londoner Handel verlor Gold dann weiter und wurde bis auf $873 gedrückt. Dieser Punkt markierte dann den Tiefpunkt des heutigen Handelstages. Die gestrige Nachricht über den Verkauf von Bundesbank-Gold war wohl eine vom Gold-Kartell gezielt gestreute Falsch-Information, um den Gold-Preis im Londoner Handel drücken zu können. So wie der Verkauf des IWF-Goldes immer wieder als Kaninchen aus dem Hut gezaubert wird, um die Märkte zu manipulieren, so wird dasgleiche jetzt mit dem Bundesbank-Gold versucht. Obwohl: Eins haben IWF-Gold und Bundesbank-Gold wirklich gemeinsam - Sie existieren zum Grossteil nur noch auf dem Papier.

Je näher der Zeitpunkt des Londoner A.M. Fix rückte, desto stärker konnte sich Gold wieder erholen. Mit $878,50 (EUR 672,97) zum A.M. Fix war Gold zwar noch $13 niedriger als zum letzten A.M. Fix, aber bereits $8 über dem Tages-Tiefstand. Innerhalb der ersten Handelsstunde an der COMEX konnte Gold dann die $880er Marke wieder nach oben durchbrechen. Diese wurde kurz nach unten durchbrochen und danach ging es dann kontinuierlich nach oben. Der P.M. Fix kam mit $892,25 (EUR 681,42) nur noch um $3 niedriger als vor 24 Stunden zustande. Bis zum Schluss des Handels an der COMEX konnte Gold nun fast ungebremst die Marke von $900 durchbrechen und ging mit $904 um $17 höher als gestern aus dem Parketthandel. Der erste grosse Einsatz des Gold-Kartells unter Tim Geithner ging wohl in die Hose. Morgen stehen die Q4-Zahlen für das U.S.-Bruttoinlandsprodukt (GDP) auf dem Kalender, und die Auguren sagen, dass die Zahlen katastrophal werden

An der COMEX sind zur Zeit für den Februar 2009 Kontrakt noch 32.820 Kontrakte offen, 29.462 weniger als gestern. Wie viele Teilnehmer davon in die Lieferung gehen, werden wir morgen erfahren. Insgesamt hat sich die Anzahl der Kontrakte an der COMEX heute um weitere 8.407 Positionen auf 345.784 Kontrakte verringert.


Neu 2009-01-31:

Gold-Bericht für den 30. Januar 2009:

Die WELT AM SONNTAG hat gestern berichtet, dass ein Grossteil Investoren mit einem Vermögen über eine Millionen US-Dollar im letzten Jahr 30 % und mehr ihres Vermögens einbüssen mussten. Investoren, die dagegen auf Gold gesetzt haben, konnten im Jahr 2008 in US-Dollar einen Zuwachs von 3,4 %, in Euro von 8,3 % und in britischen Pfund von 42,7 % erzielen (berechnet auf Basis der A.M. Fixe der Londoner Edelmetall-Börse vom 31. Dezember). Wer den Beteuerungen selbst der Gold-positiv gestimmten Portfolio-Manager gefolgt war und lediglich 10-15 % seines Vermögens in Gold angelegt hätte, dem ginge es letztendlich nicht besser als den oben angeführten Millionären. Gold hätte bei einer Mischung von 15 % zu 85 % im Wert um 170 % zulegen müssen, d.h. von $865 auf $2.336 steigen, nur um die 30 % Verluste der restlichen 85 % des Portfolios erwirtschaften zu können.

War das Jahr 2008 nun eine Enttäuschung für die Gold-Investoren: Ich denke nein.
Der Aufwärts-Trend bei Gold konnte trotz der deflationären Entwicklung der Preise für alle anderen Rohstoffe und Anlageformen nicht gebrochen werden. Das Gold-Kartell, getragen von den Zentralbanken, ausgesuchten Geschäfts- und Investment-Banken und bestimmten Gold-Minen Unternehmen musste im Jahr 2008 den Markt mit mehreren tausend Tonnen Zentralbank-Gold, für die Öffentlichkeit nicht sichtbar über Gold-Leihgeschäfte, fluten, um einen explosionsartigen Ausbruch des Gold-Preises zu verhindern.

Die Verluste der Millionäre wären weitaus grösser ausgefallen, wären nicht Geld-Marktfonds und Sparguthaben durch Billionen-schwere Rettungs-Massnahmen der Regierungen für den Banken-Sektor gestützt worden. Dadurch fielen in diesem Segment quasi keine (sichtbaren) Portfolio-Verluste an. Mit positiven Renditen konnten die Staatsanleihen aufwarten, die von den Investoren als Flucht-Anlage stark nachgefragt wurden. Die Verluste in diesem Segment werden dann kommen, wenn die Investoren feststellen, dass das System der Staats-Anleihen ein ähnlich gestricktes Schneeball-System ist, wie der Hedge Fond von Madloff: Zinsen-Zahlungen auf Staats-Anleihen werden zum Teil durch die Ausgabe neuer Staats-Anleihen bezahlt, und wenn ein Papier fällig wird, dann wird es mit den Erlösen aus neu emittierten Papieren bezahlt. Warum ist das System von Madloff kriminell, aber das System der Staatsverschuldung durch unsere Politiker legal ?

Die Portfolio-Theorie, die ihre Hauptbestand-Teile im Papier-Sektor hat, wird einen weiteren Vermögens-Verlust nicht vermeiden können. Geld und Geld-gleiche Investments werden durch die von den Zentralbanken durchgeführten Reflationierungs-Massnahmen entwertet und die Blade der Staatsanleihen wird in Zukunft das Ende aller Blasen finden. Dann sehen wir die nächste Stufe des Vermögensverlustes bei Millionären von 30 % und mehr.

Die schlechten Nachrichten von der Wirtschafts- und Finanz-Front und die langsam folgende Erkenntnis der Investoren, dass Gold zur Zeit die einzige Anlageform ist, um sein Vermögen längerfristig zu sichern, verstärken zunehmens die Agressivität des Gold-Kartells. Während im asiatischen Handel Gold lediglich $3 nachgegeben hat, ging das Gold-Kartell im vorbörslichen Handel in London um 9:00 Uhr MEZ zu einer härteren Gang-Art über: Gold wurde von $851 auf $843 gedrückt. Je näher der A.M. Fix kam, desto stärker konnte Gold seinen anfänglichen Verluste wieder ausbügeln. Der A.M. Fix kam mit $848,50 (EUR 634,35) zustande.

Mit Beginn des Handels an der COMEX setzte das Gold-Kartell nun zur zweiten Angriffs-Welle an: Gold wurde innerhalb wenige Minuten von $848 auf $xxx gedrückt.Nach Schluss des Londoner Handels geriet das Gold-Kartell wieder unter Druck: Gold konnte sich von $847 wieder hochrappeln und explodierte dann plötzlich in zwei Wellen auf $868. Das Gold-Kartell hatte bis zum Schluss des Handels an der COMEX Mühe, den Gold-Preis wieder auf das Ausgangs-Niveau von gestern zu drücken. Gold beendete mit knapp $854 den Handel auf exakt dem gleichen Stand wie vor 24 Stunden.

Die Entwicklung der Kontrakte an der COMEX sieht sehr gesund (für die Gegenspieler des Gold-Kartells) aus: Mit insgesamt 328.203 Kontrakten wurden gegenüber gestern lediglich 81 Positionen abgebaut. Der Februar 2009 Kontrakt verringerte sich um 6.280 Positionen auf 190.237. Das deutet darauf hin, dass Positionen vom Februar auf den April Kontrakt übergerollt werden.

Da es jetzt 5 Minuten vor Schluss des Aktien-Handels ist, warte ich noch einige Minuten … Hier nun die Schluss-Stände der NYSE: Der DJIA fiel um 144,80 auf 8.597,66, der S&P500 fiel um 19,57 auf 890,16. Was für eine Enttäuschung für alle Perma-Bullen, die die schlechten Daten schon in den Kursen eingepreist sehen. Ist die Jahresanfangs-Ralley schon vorbei, bevor sie erst richtig angefangen hat ?

Heute haben PPT und Gold Kartell gemeinsam versagt.


Neu 2009-01-30:

Gold-Bericht für den 29. Januar 2009:

Gestern hat der im U.S. Repräsentanten-Haus genehmigte Stimulus-Plan der Obama-Administration in Höhe von $819 Mrd noch zu einem Kurs-Feuerwerk an den internationalen Börsen geführt. Heute kehrte Ernüchterung ein, nachdem nun weitere $1.000 Mrd oder mehr für einen weiteren Banken-Rettungsplan benötigt werden. Insgesamt wird sich das Defizit des US-Haushalts für das laufende Haushaltjahr (September 2008 bis September 2009) auf $2.500 Mrd belaufen. Dies sind 25 % aller seit Gründung der U.S.A. angesammelten offiziellen Staatsschulden in nur einem Jahr. Auf Basis des Bruttoinlands-Produkts müssen fast 20 % neue Schulden gemacht werden. Das ist ein doppelter Rekord und zeigt die ganze Misere, in der sich die U.S.A. zur Zeit befinden.

Heute mussten $30 Mrd an 5-jährigen Staatsanleihen auf dem Markt platziert werden. Dies führte dazu, dass heute der Realzinssatz der als Referenz dienenden 10-jährigen Staatsanleihen von 2,65 % auf fast 2,8 % hochschnellte - ein 2-Monatshöchstand trotz permanenter Eingriffe der FED in den Bondmarkt durch ihre "Quantitative Easing" Initiative. Weitere schlechter als erwartet eintreffende Daten von heute für den Häuser-Markt und Arbeits-Markt deuten auf eine Verschärfung der Rezession hin.

Diese Nachrichten bringen die letzigen Aktionen des Gold-Kartells in einen Kontext. Während des heutigen Tages sah es so aus, als wenn sich die Abwärtsentwicklung des Gold-Preises heute so wiederholt. Wie gestern wurde Gold im asiatischen Handel um $5 (gegenüber dem gestrigen Schlusskurs in New York) gedrückt. Eine Stunde vor Eröffnung des Handels in London brach Gold durch eine weitere Drückungs-Aktion auf bis zu $877 ein. Im Verlauf des Vormittags-Handels im Londoner Handel verlor Gold dann weiter und wurde bis auf $873 gedrückt. Dieser Punkt markierte dann den Tiefpunkt des heutigen Handelstages. Die gestrige Nachricht über den Verkauf von Bundesbank-Gold war wohl eine vom Gold-Kartell gezielt gestreute Falsch-Information, um den Gold-Preis im Londoner Handel drücken zu können. So wie der Verkauf des IWF-Goldes immer wieder als Kaninchen aus dem Hut gezaubert wird, um die Märkte zu manipulieren, so wird dasgleiche jetzt mit dem Bundesbank-Gold versucht. Obwohl: Eins haben IWF-Gold und Bundesbank-Gold wirklich gemeinsam - Sie existieren zum Grossteil nur noch auf dem Papier.

Je näher der Zeitpunkt des Londoner A.M. Fix rückte, desto stärker konnte sich Gold wieder erholen. Mit $878,50 (EUR 672,97) zum A.M. Fix war Gold zwar noch $13 niedriger als zum letzten A.M. Fix, aber bereits $8 über dem Tages-Tiefstand. Innerhalb der ersten Handelsstunde an der COMEX konnte Gold dann die $880er Marke wieder nach oben durchbrechen. Diese wurde kurz nach unten durchbrochen und danach ging es dann kontinuierlich nach oben. Der P.M. Fix kam mit $892,25 (EUR 681,42) nur noch um $3 niedriger als vor 24 Stunden zustande. Bis zum Schluss des Handels an der COMEX konnte Gold nun fast ungebremst die Marke von $900 durchbrechen und ging mit $904 um $17 höher als gestern aus dem Parketthandel. Der erste grosse Einsatz des Gold-Kartells unter Tim Geithner ging wohl in die Hose. Morgen stehen die Q4-Zahlen für das U.S.-Bruttoinlandsprodukt (GDP) auf dem Kalender, und die Auguren sagen, dass die Zahlen katastrophal werden

An der COMEX sind zur Zeit für den Februar 2009 Kontrakt noch 32.820 Kontrakte offen, 29.462 weniger als gestern. Wie viele Teilnehmer davon in die Lieferung gehen, werden wir morgen erfahren. Insgesamt hat sich die Anzahl der Kontrakte an der COMEX heute um weitere 8.407 Positionen auf 345.784 Kontrakte verringert.


Neu 2009-01-29:

Gold-Bericht für den 28. Januar 2009:

Der heutige Tag trägt ganz den Schriftzug des Gold-Kartells - und damit wäre die heutige Preis-Entwicklung bei Gold bereits hinreichend beschrieben: Gold wurde im asiatischen Handel heute früh um $5 (gegenüber dem gestrigen Schlusskurs in New York) gedrückt. Kurz nach Beginn des Handels in London wurde Gold plötzlich um weitere $10 auf unter $885 gedrückt. Das Gold-Kartell ist wieder im Besitz von physischem Gold. Gerüchte machten die Runde, dass die Bundesbank aktiv Gold verkauft. Nun, die Probleme des deutschen Banken-Sektors sind ja gross genug, um eine solche Aktion rechtfertigen zu können. Das Bundesbank-Gold wird nach Ansicht der Notenbanker nicht dazu gehalten, um zu einem späteren Zeitpunkt den Gold-Standard wiedereinführen zu können. Sondern um das Papiergeld-System im Falle von existenziellen Krisen zu retten. Eine solche Krise haben wir ganz offensichtlich. Gold konnte sich zum A.M. Fix trotzdem wieder auf das Niveau von $891,25 (EUR 673,30) vorarbeiten.

Kurz nach dem A.M. Fix wurde Gold jedoch wieder auf bis zu $885 gedrückt. Zur Eröffnung des Handels an der COMEX konnte sich Gold schnell bis $897 erholen, konnte dieses Niveau aber bis zum Ende des Londoner Handels nicht ganz halten. Der P.M. Fix kam mit $895,25 (EUR 676,07) wenig verändert gegenüber dem Preis vor 24 Stunden zustande. Ganz so gut konnte die Versorgungs-Lage des Gold-Kartells am Londoner Handel nicht gewesen sein.

Im reinen Derivate-Handel an der COMEX ging das Gold-Kartell zu einer weiteren Angriffs-Welle über: Gold wurde schnell wieder auf das Niveau von $885 gedrückt. Zum Schluss des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder leicht erholen und ging mit $887,30 aus dem COMEX-Handel.

Die Zins-Entscheidung der FED um 20:15 Uhr MEZ führte erwartungsgemäss zu keiner Überraschung: Die Null-Zins Politik wird wohl noch für einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Die Ankündigung, in den USA unter Hoheit der FDIC (Anmerkung: des dortigen Einlagensicherungs-Fonds) eine "Bad Bank" zu etablieren, führte an den europäischen und amerikanischen Aktien-Märkten zu einem wahren Kursfeuerwerk bei den Bank-Aktien. Diese "Bad Bank" wird in näherer Zukunft wohl die Regierung mitreissen und schliesslich ein "Bad Government" bilden.

Apropos "Bad Government": Ein solches werden wir wohl auch bekommen, wenn die Vorschläge des Berliner DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) zur Gleichschaltung der Rentenhöhe umgesetzt wird. Das DIW fordert allen ernstes, dass die Rentenhöhe der "Besserverdienenden" zu Lasten der "Schlechterverdienenden" reduziert wird. Hier sieht man es wieder: Das Renten-System ist keine Versicherung, bei der die späteren Leistungen von der Höhe der Einzahlungen abhängig ist. Vielmehr handelt es sich hierbei um ein willkürlich von der Politik manipulierbares Instrument. Neben den Betriebs-Renten, die durch die Finanz-Krise wohl einen Total-Verlust erleben werden, wird jetzt die gesetzliche Rente auf Einheits-, sprich Sozialhilfe-Niveau nivelliert. Das Ehrlichste wäre es, wenn die Firmen und die Politiker die eingezahlten Gelder aus den Betriebs-Renten und der gesetzlichen Rentenversicherung an die Beitragszahler auszahlen. Aber dieses Geld ist schon längst ausgegeben bzw. verloren.

An der COMEX sind zur Zeit für den Februar 2009 Kontrakt noch 62.282 Kontrakte offen, 24.353 weniger als gestern. Es erfolgt, wie vor zwei Monaten nun eine massive Umschichtung der Positionen. Dies deutet darauf hin, dass wiederum ein Grossteil der Teilnehmer an der COMEX nicht eine physische Lieferung in 100oz-Barren anstreben. Insgesamt hat sich die Anzahl der Kontrakte an der COMEX heute um 7.282 Positionen auf 354.191 Kontrakte verringert. Eine Reihe von spekultiven Longs wollten wohl nicht den Kampf mit dem Gold-Kartell aufnehmen und liquidieren bei den offensichtlichen Manipulations-Mustern der letzten zwei Handels-Tage ihre Positionen lieber, um Gewinne mitzunehmen.


Neu 2009-01-28:

Gold-Bericht für den 27. Januar 2009:

Gestern wurde Tim Geithner vom Senat als letzter Minister des Kabinetts von Barack Obama berufen. Die Entscheidung fiel mit einer historisch hohen Anzahl von 34 Gegenstimmen im Senat. Damit stehen dem Gold-Kartell nun wieder die Mittel des Exchange Stabilisation Funds (ESF) zu Verfügung. D.h. physisches Gold aus U.S. Beständen oder Gold-Swaps mit anderen Zentralbanken.

Somit war die heutige Entwicklung am Gold-Markt bereits vorgezeichnet: Während im asiatischen Handel Gold um den Vortages-Endstand pendelte, setzte die Drückung kurz vor Eröffnung des Handels in London ein. Gold wurde unter das Niveau von $895 gedrückt. Der A.M. Fix mit $896,00 (EUR 676,58) bestätigte, dass das Gold-Kartell seine heutige Aktion mit frischen 400oz-Barren durchgeführt hat. Wir erinnern uns: Die letzten Tage wurde die positive Stimmung beim Gold im Londoner Markt eingeleitet. Es schien so, als wenn das Gold-Kartell die Nachfrage nicht mit ausreichend 400oz-Barren befriedigen konnte.

Mit Beginn des Handels an der COMEX erholte sich Gold und konnte die $900er Marke wieder zurückerobern. Dann kam aber um 16:00 Uhr die Nachricht, dass das Verbraucher-Vertrauen im Januar weiter gefallen ist. Es setzte wieder einmal eine Kurs-Entwicklung des Gold-Preises ein, die eigentlich in die andere Richtung zu erwarten gewesen wäre. Statt dessen wurde Gold auf $895 gedrückt. Der P.M. Fix im Londoner Handel kam mit $897,50 (EUR 683,13) zustande. Danach konnte sich Gold im reinen Derivate-Handel an der COMEX wieder leicht befestigen und pendelte um die $900er Marke. Zum Schluss kam wieder wegen des Options-Verfallstags am Mittwoch etwas Druck auf und so beendete Gold den Handel an der COMEX mit $898,80.

Am Mittwoch tagt der Offenmarktausschuss der FED und wird seine Zins-Entscheidung um 20:15 MEZ verkünden. Da das Zins-Niveau praktisch schon bei Null Prozent liegt, ist eine Überraschung hier nicht zu erwarten. Üblicherweise werden signifikante Zins-Entscheidungen durch eine Gold-Drückung im Vorfeld vorbereitet.

Zur Zeit sind für den Februar 2009 Kontrakt noch 86.635 Kontrakte offen, 26.010 weniger als gestern. Dagegen ist der nächste grössere Kontrakt April 2009 auf 174.364 Positionen angestiegen. Es erfolgt, wie vor zwei Monaten nun eine massive Umschichtung der Positionen. Dies deutet darauf hin, dass wiederum ein Grossteil der Teilnehmer an der COMEX nicht eine physische Lieferung in 100oz-Barren anstreben. Im letzten Jahr waren es zwar zum gleichen Tag nur noch 65.260 Kontrakte, aber dafür haben wir diese Woche keinen Feiertag.

Insgesamt hat sich die Anzahl der Kontrakte an der COMEX heute um weitere 1.568 Positionen auf 361.473 Kontrakte erhöht.

Für den morgigen Tag wird wohl die Marke von $900 wegen des Options-Verfallstags im Mittelpunkt stehen. Eine massive Drückung des Gold-Preises ist lediglich dann zu erwarten, wenn die am Freitag zur Veröffentlichung stehenden Daten zur Entwicklung des Bruttosozial-Produkts in den USA Depressions-Niveau anzeigen sollten. Es gibt Gerüchte, dass das BSP im 4. Quartal um mehr als 5 % gegenüber dem 3. Quartal gesunken ist. Sollte dies der Fall sein, dann wären das annualisiert 20 %.


Neu 2009-01-27:

Gold-Bericht für den 26. Januar 2009:

Die positive Entwicklung beim Gold der letzten Woche setzte sich auch am Wochenanfang fort. Während im asiatischen Handel, wo nur Papier-Gold (Derivate, Optionen) gehandelt wird, Gold um bis zu $10 abbröckelte, konnte Gold schon wenige Minuten nach Beginn des physischen Edelmetall-Handels in London ins positive Preis-Terrain vordringen. Mit einem gleichzeitig steigenden US-Dollar verfehlte Gold in Euro bewertet zum Londoner A.M. mit EUR 699,68 die 700er Marke nur um 32 Cent ($906,50, GBP 656,65).

Im Nachmittag-Handel bröckelte der US-Dollar ab und Gold konnte durch die starke physische Nachfrage weiter zulegen. Der P.M. Fix kam mit starken $910,25 (EUR 691,63, GBP 653,82) zustande. In den verbleibenden 3 1/2 Stunden des COMEX-Handels wurde versucht, Gold wieder unter die $900er Marke zu drücken. Diese Versuche wurden bei einem Preis von $904 gestoppt. Gold ging schliesslich mit einen Niveau von $908,50 aus dem Handel an der COMEX.

Was im Parkett-Handel dem Gold-Kartell nicht gelungen ist, nämlich Gold wieder unter die Marke von $900 zu drücken, wurden dann im Access Handel erneut versucht: Kurz nach Schluss der COMEX wurde Gold auf bis zu $901 gedrückt, konnte diese Marke aber halten. Im New Yorker Handel wurde der letzte Kurs mit $902,30 gestellt.

Am Mittwoch ist Options-Verfalltag und am Freitag ist erster Delivery Notice Day an der COMEX
Der Kampf um die $900er-Marke wird wohl bis Mittwoch anhalten, da am Mittwoch die Optionen des Februar 2009 Kontrakts an der COMEX verfallen. Zur Zeit sind ungefähr 8.800 Kauf-Optionen (entspricht 27,4 Tonnen Gold) und 2.300 Verkaufs-Optionen auf dem Preis-Niveau von $900 im Umlauf. Könnte Gold auf oder unter dem Niveau von $900 bis Mittwoch Abend gehalten werden, dann verfallen die 8.800 Kauf-Optionen. Würde Gold aber z.B. auf $950 ansteigen, dann wären die Besitzer der Kauf-Optionen mit $44 Millionen "in the money". Da die Gold-Kartell Banken Zahlungen aus ihren gegebenen Optionen vermeiden wollen, entbricht regelmässig um den Options-Verfallstag ein Kampf um den Gold-Preis. In der Vergangenheit ging im Allgemeinen das Gold-Kartell als Gewinner aus diesem Kampf hervor. Ein weiteres Ansteigen des Gold-Preises im COMEX-Handel für den kommenden Dienstag und Mittwoch wäre deshalb ein sehr positives Signal für die weitere Entwicklung des Gold-Preises.

Am Freitag ist der "first notice day" für die Lieferung aus dem Februar 2009 Kontrakt. Das heisst alle Investoren, die keine Lieferung von Gold anstreben, sondern lediglich an der positiven (Inhaber von Long-Positionen) oder negativen (Inhaber von Short-Positionen) Entwicklung des Gold-Preises partizipieren wollen, sollten ihre Positionen für den Februar 2009 Kontrakt vor dem Freitag auflösen und neue Positionen für den nächsten grösseren Kontrakt (April 2009) eingehen. Dieses als "Überrollen" bezeichnete Schema ist für die Investoren mit zusätzlichen Kosten und Risikos behaftet. Dadurch, dass Gold im April 2009 Kontrakt teurer ist als im Februar 2009 Kontrakt (was man auch als "Contango" bezeichnet), versuchen die Investoren möglichst niedrige Preis-Spannen zwischen den beiden Kontrakten zu erreichen. Wenn z.B. ein Februar 2009 Kontrakt $905 kostet, ein April 2009 Kontrakt jedoch $910, so verliert der Long-Investor beim Überrollen seiner Positionen vom Februar 2009 Kontrakt auf den April 2009 Kontrakt $5. Wartet der Investor dadegen zu lange mit dem Überrollen seiner Positionen, so geht er das Risiko ein, seine Position nicht mehr rechtzeitig auflösen zu können. Er kommt dann als Short-Inhaber in eine Lieferverpflichtung für Gold bzw. als Long-Inhaber in eine Abnahmeverpflichtung für Gold.

Zur Zeit sind für den Februar 2009 Kontrakt noch 112.645 Kontrakte offen. Diese Zahl ist in Relation zu den 92.157 Kontrakten am 24.11.08 (Montag) für den Dezember 2008 Kontrakt immer noch hoch. Aber vor zwei Monaten ist ein Handelstag (Donnerstag, der 27.11 durch Thanksgiving) ausgefallen. Die damaligen Zahlen für die Kontrakt-Entwicklung waren: 65.260 am Dienstag (25.11) und 34.498 am Mittwoch (26.11). Ein Prognose, wie viel Kontrakte nun wirklich zur Lieferung gestellt werden, bleibt deshalb schwierig.

Insgesamt hat sich die Anzahl der Kontrakte an der COMEX heute um 17.817 Positionen auf 359.905 Kontrakte erhöht. Ausschlaggebend für diesen Anstieg war wohl das Auflegen von neuen Short-Kontrakten, mit denen das Gold-Kartell den Preis unter Kontrolle zu versuchen hält.


Neu 2009-01-24:

Gold-Bericht für den 23. Januar 2009:

Heute versuchte das Gold-Kartell, im frühen europäischen Handel, d.h. in der Zeit von 8:30 - 9:50 Uhr MEZ, die immer stärker aufkeimende Euphorie in Gold zu deckeln. Das funktionierte auch zum Teil, da während dieses Zeitraums die asiatischen Derivate-Märkte bereits geschlossen haben, der Handel in London aber noch nicht begonnen hat. Aber heute nutzte dies nichts: Kurz nach Eröffnung des Londoner Handels kannte Gold nur eine Richtung: Steil nach oben. Um 10:30 MEZ stieg der Spot-Preis von $858 innerhalb kurzer Zeit auf $874.

Neues historisches Hoch für Gold die Erste:
Zum Londoner A.M. Fix war es dann klar: Der parallel mit dem US-Dollar steigende Gold-Preis hat das bisherige historische Hoch beim Gold in Euro vom 10. Oktober 2008 von EUR 675,85 um EUR 6 überboten. Die Zahlen: $873,00 (EUR 681,34, GBP 644,23). Aber zum heutigen Tag schien noch mehr möglich. Üblicherweise begrenzt das Gold-Kartell einen solchen Anstieg im Nachmittags-Handel, indem zusätzliches physisches Gold mobilisiert wird. Das konnte man aber heute nicht beobachten. Ist der schon gestern Nachmittag ausgegangene Nachschub an 400oz-Barren der Zentralbanken heute ebenfalls ausgefallen ?

Neues historisches Hoch für Gold die Zweite:
So konnte sich Gold auch im Nachmittags-Handel in London weiter befestigen. Zum P.M. Fix legte Gold noch einmal EUR 1 zu, und so kam folgender P.M. Fix zustande: $875,75 (EUR 682,42, GBP 641,01). Da der Goldpreis im Londoner Handel durch Ermittlung eines Preises bestimmt wird, der die meisten Geschäfte zustande bringt, ist zu vermuten, dass eine Reihe von Gold-Käufern heute nicht zum Zuge gekommen sind. Diese Käufer werden wohl in den nächsten Tagen ihr Preis-Angebot erhöhen müssen, um zum Zuge zu kommen. Ich schätze, dass es am heutigen Tag zu einem Angebots-Defizit von 30-50 Tonnen gekommen ist, dass nun in den nächsten Tagen auf den Londoner Markt zusätzlich als Nachfrage zukommt. Kann das Gold-Kartell nicht kurzfristig Zentralbank-Gold liefern, dann ist ein Anstieg von $30 bis $50 im Londoner Handel auf der Basis des New Yorker Schluss-Kurses durchaus möglich. Da Gold aber mit dem heutigen COMEX-Schlusskurs von nahe $900 dann die letzte technische Widerstands-Linie von $930 genommen hätte, wäre der direkte Weg zur $1000 Marke offen. Wir müssen uns also am Montag auf eine scharfe Gegenwehr des Gold-Kartells einstellen. Oder auf einen Ausbruch von $100 und mehr.

Was geschah nun im COMEX Handel ?
Nachdem der physische Handel in London seine Geschäfte beendet hatte, kam das Gold-Kartell weiter unter Druck. Gold hat gestern seine für technisch orientierte Investoren wichtige 200 Tages-Durchschnittsmarke nach oben durchbrochen. Das war wohl nun der Dammbruch für alle spekulativen Shorts: Diese haben in Panik ihre Positionen liquidiert. Die heutigen Open Interest Zahlen bestätigen dies: Trotz des explosionsartigen Anstiegs des Gold-Preises um $40 ist die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX lediglich um 2.041 Positionen auf 342.088 Kontrakte gestiegen. Die praktisch über unbegrenzte Papiergeld-Mittel verfügenden Gold-Kartell Banken mussten ihrerseits massiv neue Short-Positionen eingehen, um den Gold-Preis einigermassen unter Kontrolle zu halten. Dies gelang aber mehr schlecht als recht: Gold stieg um 16:15 Uhr MEZ von $876 auf $900 an. Die von technischen Analysten gesehene Widerstands-Linie von $880 wurde innerhalb weniger Minuten faktisch überrollt. Kurz vor dem Ende des Handels an der COMEX konnte Gold sich noch auf $902 befestigen, wurde dann aber auf das Niveau von $895 zurückgeworfen. Im Access Market pendelte Gold leicht unter der $900er Marke.

Der Lieferkontrakt Februar 2009 nahm heute um weitere 7.440 Positionen auf 121.825 Kontrakte ab. Das ist immer noch eine bemerkenswerte Zahl bedenkt man, dass wir vier Handelstage vor der Liefer-Periode an der COMEX stehen. Hat das Gold-Kartell nun "double trouble" - nicht ausreichend Gold für die Befriedigung der Nachfrage in London und nicht genug Gold, um den Februar 2009 Kontrakt an der COMEX liefern zu können ?

Das PPT war heute erfolgreicher und konnte für diese Woche mit viel Mühe die 8000er Marke beim Dow retten. Die Staaten kommen mit ihren Staatsanleihen weiter unter Druck: Für die 10-jährigen Treasuries haben sich im Wochenvergleich die Real-Zinsen von 2,30 % auf 2,60 % erhöht. Die deutschen Anleihen stehen z.Zt. bei 3,25 % und damit mehr als 25 Basispunkte höher als Ende letzter Woche. Die Zins-Abstände zu den italienischen (4,96 %) und griechischen (6,21 %) Staatsanleihen sind weiter gestiegen. Sehen wir nächste Woche eine Krise im Euro-System ?


Neu 2009-01-23:

Gold-Bericht für den 22. Januar 2009:

Gold tendierte heute früh im asiatischen Handel mit leichten Gewinnen. Im Vormittags-Handel in London kam dann plötzlich Druck auf den Gold-Preis auf. Solche Drückungs-Aktionen trotz positiven Umfelds für Gold deuten auf weiteren Stress im System hin. Und die Nachrichten am Nachmittag bestätigten erneut diese These. Mit 589.000 neuen Arbeitssuchenden waren die Daten schlechter als erwartet. Genauso bei den Neubauten: Von November 2008 auf Dezember 2008 wurden 15,5 % weniger Neubauten angefangen. Auf Jahresbasis (Dezember 2007 auf Dezember 2008) beträgt dieser Rückgang signifikante 45 %. Der Londoner A.M. Fix kam mit $847,75 (EUR 651,06) zustande.

Zum Nachmittag ist dem Gold Kartell wohl der heutige Vorrat an 400oz-Barren ausgegangen. Nach dem Versuch einer weiteren Drückung kurz nach Eröffnung der COMEX konnte Gold seine Verluste schnell wieder wettmachen. Der Tages-Höchstand wurde zum Ende des Londoner Handels zum P.M. Fix mit $860,00 (EUR 663,78) erreicht. Danach tendierte Gold bis zum Ende des Handels an der COMEX etwas leichter und ging mit $858 aus dem New Yorker Handel.

Die Anzahl der Future-Kontrakte an der COMEX hat sich um weitere 8.540 Positionen auf 340.047 Kontrakte erhöht. Das Gold-Kartell hatte heute wohl alle Hände voll, um eine weitere Euphorie beim Gold zu bremsen. Der nächste Lieferkontrakt Februar 2009 hat sich heute, bedingt durch das Überrollen spekulativer Positionen, um 4.856 Positionen auf 129.265 Kontrakte verringert.


Neu 2009-01-22:

Gold-Bericht für den 21. Januar 2009:

Gold pendelte im asiatischen Handel heute früh um den New Yorker Schlussstand im gestrigen Access Market. Mit Beginn des Londoner Handels kam dann aber weitere Kauflaune auf. Gold beendete den Vormittags-Handel an der Londoner Edelmetall-Börse mit $860,50 (EUR 666,02) um $25 höher als 24 Stunden zuvor.

Für den Nachmittag musste der designierte Finanz-Minister Tim Geithner - derzeit Präsident der New Yorker FED - dem U.S. Kongress Frage und Antwort stehen. Anders als bei Interviews und Debatten in Deutschland geht es hierbei richtig zu Sache. So fragte ein Senator, wie Geithner als Chef der US-Steuerbehörde IRS Steuerehrlichkeit und Disziplin von seinen Bürgern erwarten will, wenn er selbst ein schlechtes Vorbild darstelle (Anmerkung: Es ging um nicht gezahlte Sozial-Beiträge für eine seiner Haus-Angestellten). Nun ja, dies ist eigentlich nicht mein Punkt: Wir erinnern uns, dass wenn G.W. Bush oder Hank Paulson in der Öffentlichkeit reden, das Gold-Kartell immer besonders aktiv zu sein scheint. 

Und so kam es dann auch: Kurz nach dem A.M. Fix wurde Gold auf bis zu $850 zu Beginn des COMEX Handels gedrückt. Um diese Marke pendelte es dann im späten Londoner Handel und so kam der P.M. Fix mit $849,25 (EUR 656,45) bereits mit $4 niedriger zustande als gestern um die gleiche Zeit. Bis zum Ende des Handels an der COMEX wurde Gold noch auf $845 gedrückt, konnte sich aber zum Ende wieder stabilisieren und verliess mit $849,50 den New Yorker Handel. Im späten Access Handel konnte sich Gold weiter erholen und ging mit $853,20 aus dem amerikanischen Handel.

Dass der derzeitige Stress im Finanz-System neben den Banken und der Realwirtschaft nun auch den amerikanischen Staat erwischt hat, kann man an der Realzins-Entwicklung der 10-jährigen US-Treasury Bonds ablesen: Am Donnerstag, den 15. Januar (also kurz vor den Nachrichten der neuen Banken-Krise) standen die Treasuries noch bei 2,20 %. Am Freitag sind sie zu Beginn des Handels auf 2,4 % hochgesprungen (also haben die Bonds an Wert verloren), wurden aber stetig auf 2,26 % zum Ende des Handels gedrückt. Am Dienstag das gleiche Bild: Zum Beginn des Handels stiegen die Treasuries auf 2,5 % und wurden wieder einmal stetig auf 2,35 % gedrückt. Wer steckt hinter diese Drückung im Tagesverlauf: Die FED, die im Rahmen ihrer "Quantitative Easing" Initiative mit frisch gedrucktem Geld Treasuries vom Markt nimmt und damit ihr Bilanz-Volumen immer weiter ausweitet. Heute (Mittwoch) schien diese Strategie aber nicht funktioniert zu haben: Die Treasuries gingen mit 2,45 % in den Markt und schlossen mit 2,55 % auf Tages-Höchstand. Für die Investment-Herde sollte diese Stützungs-Aktion der FED eigentlich eine gute Gelegenheit darstellen, ohne eine blaues Auge aus den Staatsanleihen zu flüchten und das Geld in harte Assets wie Gold umzuschichten. Ich bin gespannt, wie lange dieser Fluchtweg noch offenstehen wird.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX hat sich um signifikante 13.772 Positionen auf 331.507 Kontrakte erhöht. Anscheinend musste das Gold-Kartell eine Reihe neuer Short-Kontrakte eingehen, um den Gold-Preis unter Kontrolle zu halten.

Am Freitag, den 30. Januar ist der First Notice Day für die Lieferung aus dem Februar 2009 Kontrakt. Dieser hat erstaunlicherweise heute zum zweiten Tag in Folge um 1.812 Positionen auf 134.121 Kontrakte zugenommen. Im Vergleich zum Geschehen am 21.11.08, wo lediglich noch 98.080 Kontrakte für den Dezember 2008 Liefermonat ausstehend waren, ist dies eine interessante Entwicklung. An den COMEX-Lagerhäusern für Gold passiert weiterhin, bis auf wenige Verschiebungen, so gut wie gar nichts. In der "Registered" Kategorie ist angeblich Gold für 27.935 Kontrakte, in der "Eligible" Kategorie für 57.353 Kontrakte vorhanden.


Neu 2009-01-21:

Gold-Bericht für den 20. Januar 2008:

Gold wurde im asiatischen Handel heute früh um weitere $5 gedrückt, konnte aber diese Verluste im Londoner Vormittags-Handel wieder wettmachen. Gold wurde zum A.M. Fix mit $835,00 (EUR 643,55) um $8 niedriger als noch vor 24 Stunden gehandelt.

Um 12:30 Uhr MEZ muss Hank Paulson dann wohl endgültig sein Büro im US-Schatzamt verlassen haben: Innerhalb weniger Minuten stieg Gold um mehr als $20 auf $850 an. Dieser Kurs hielt dem Nachmittags-Handel in London stand, und so wurde Gold zum P.M. Fix mit $853,25 (EUR 661,38) um bereits $20 höher als noch am Vortag gehandelt. Gold ist damit nicht mehr weit von dem absoluten Höchstand am 10. Oktober 2008 mit EUR 675,85 (Londoner A.M. Fix) entfernt.

Zur Erinnerung: Anfang Oktober tobte nach der Lehman Brothers Pleite die Banken-Krise in Europa. Viele Institute mussten gerettet werden und die Leute konnten nur durch eine Garantie des Staates auf alle Spareinlagen von einem "Bank Run" abgehalten werden. Gold war zu diesem Zeitpunkt auf dem Retail Markt nicht mehr zu erhalten.

Um 17:00 Uhr MEZ versuchte dann Gold einen weiteren Ausbruch, der den Preis bis auf $865 hochtrieb. Dies war dann doch zuviel des Guten: Bis zum Schluss des Handels an der COMEX bröckelte Gold wieder um $10 ab und ging mit $855 aus dem New Yorker Handel.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX hat sich lediglich um 3.937 Positionen auf 317.735 Kontrakte erhöht. Für den heutigen Preis-Sprung eine wirklich moderate Entwicklung. Der in 8 Tagen zur Lieferung ausstehende Februar 2009 Kontrakt hat sich um 224 Positionen auf 132.309 Kontrakte erhöht. Dies ist erstaunlich, da das Überrollen der Positionen auf spätere Kontrakte heute zumindestens gestoppt wurde. Zwei Monate zurück waren am 20.11.08 damals noch 109.221 Kontrakte für den Dezember 2008 Kontrakt offen. Wir erinnern uns: Im Dezember 2008 wurden in etwa 15.000 Kontrakte zur Lieferung gestellt. Bis zum heutigen Tag gab es jedoch praktisch keinerlei Verschiebungen in den Warenhäusern der COMEX für Gold. Irgendetwas Grosses scheint hier an der COMEX zu köcheln. Sollten wirklich noch einmal 20.000 Kontrakte im Februar 2009 zur Lieferung gestellt werden, dann werden die offensichlichen Manipulationen bei den Lagerhaus-Daten wohl zutage treten. Musste der Default der COMEX bis zum Ende der Bush / Paulson Ära vermieden werden. Nun wir werden die nächsten Tage sehen.


Neu 2009-01-20:

Gold-Bericht für den 19. Januar 2008

Mit dem heutigen Bericht im DER SPIEGEL zum Thema "Der Fluch des billigen Geldes" scheint nun auch die System-Presse begriffen zu haben, dass das unkontrollierte Drucken von Geld durch die Zentralbanken in die Katastrophe führen wird. Auch die Rettungsschirme der Regierungen durch die Ausgabe immer neuer Staats-Anleihen werden kritisch gesehen. Und dass, falls die Anleihen durch die Investoren verschmäht werden, eben die Notenbanken die Anleihen aufkaufen und Geld drucken werden. Nächste Stufen: (1) Weginflationieren der Schulden und damit der Vermögen der Bürger (2) Währungsreform.

Zur Lösung werden in dem Bericht drei Optionen diskutiert, wobei die ersten beiden wegen faktisch unüberwindlicher Hindernisse keine wirkliche Lösung darstellen. Die dritte diskutierte Option ist die Wiedereinführung des Goldstandards. Allerdings wird als "Problem" die Neubewertung der Geldmenge in Gold gesehen: Gold müsste auf den 40-fachen Wert steigen, um dies zu ermöglichen. Genauso ist es - nun scheint sich DER SPIEGEL wohl auch den von Walter Eichelburg schon lange prognostizierten Gold-Preis von $50.000 pro Unze zu nähern.

Mit den Verlierern einer solchen Entwicklung musste Gold heute wieder kämpfen. Die COMEX war wegen eines Feiertages in den USA geschlossen. Somit war ein Abschiedsgruss von dem Gold-Kartell für Paulson & Co kein schweres Unterfangen. Im asiatischen Markt wurde Gold auf den Endstand der COMEX leicht gedrückt. Im Londoner Handel konnte sich Gold kontinuierlich verbessern und erreichte zum A.M. Fix mit $842,50 (EUR 634,89) seinen Höchstand. Danach verfiel der Euro, bedingt durch die Abstufung der spanischen Staatsanleihen durch S&P. Dies hat das Gold-Kartell im schwachen Nachmittags-Handel zum Anlass genommen, den Gold-Preis um $10 zu drücken. Zum Ende des Londoner Handels wurde Gold zum P.M. Fix zu $833,00 (EUR 633,61) gehandelt.

Danach gab es noch leichte Ausschläge - aber da die COMEX geschlossen war, kam kein signifikanter Handel mehr zustande.

Morgen kommt der Messias - allerdings tritt er nicht mit seinen Jüngern an, sondern mit den bekannten Pharisäern: Mit Robert Rubin, Lawrence Summers, Tim Geithner und Paul Volker wird eher die Steinigung des Goldes weitergehen als dass irgendein Wunder entsteht.


Neu 2009-01-17:

Gold-Bericht für den 16. Januar 2008:

Die Manipulation der Treasury Bonds Märkte durch die FED und des Gold-Marktes über JP Morgan als ausführenden Agenten der FED wird immer offensichtlicher: Ende letzter Woche notierte der Real-Zinssatz der 10-jährigen Treasury Bonds noch bei 2,40 %. Im Laufe dieser Woche wurde der Real-Zins durch den Aufkauf von Treasuries durch die FED auf bis zu 2,20 % gedrückt. Gold stand Ende letzter Woche zum P.M. Fix noch bei $847,25. Im Laufe dieser Woche wurde Gold gestern auf $810 gedrückt (P.M. Fix).

Warum ?
Nun, wir konnten es heute beobachten: Merrill Lynch, der Investment Banker, der durch die Bank of America aufgekauft werden sollte, meldete einen Quartalsverlust von $15 Mrd. Bank of America hat ohne Berücksichtigung des Ergebnisses von Merrill Lynch $1,8 Mrd im vierten Quartal verloren. Und schliesslich musste Citicorp einen Quartalsverlust von $8,3 Mrd verkünden. Wären die ausserordentlichen Gewinne durch den Verkauf der deutschen Tochter in Höhe von $3,9 Mrd nicht angefallen, dann hätte der Verlust sogar $12,2 Mrd betragen. Um den Zusammenbruch dieser beiden Institute zu verhindern, führt die US Regierung über das Troubled Asset Relief Program (TARP) $20 Mrd der Bank of America als Eigenkapital-Spritze zu. Gleichzeitig wurden Garantien über $118 Mrd für BoA Assets von der US Regierung gegeben. Vor einiger Zeit erhielt Citicorp bereits eine ähnlich gestaltete Garantie i.H.v. $300 Mrd. Über das Wochenende müssen wir wohl mit zusätzlichen Aktionen zur Rettung der Citicorp rechnen. Ich vermute, dass eine Teil- oder sogar Komplettverstaatlichung ansteht. Am Montag sind wir hier schlauer.

Sowohl der Gold-Preis als auch die Renditen der Treasury Bonds reagierten heute heftig auf diese Nachrichten. Die 10-jährigen Treasury Bonds tendierten anfangs mit 2,39 % um fast 0,2 % höher als gestern. Sie haben damit die kompletten Drückungs-Aktionen dieser Woche nivelliert. Da die FED allerdings im Rahmen ihrer "Quantitative Easing" Initiative beliebig viele US Treasuries mit frische gedrucktem Geld aufkaufen kann, verfiel der Real-Zins im Laufe des heutigen Tages wieder.

Der heutige Anstieg des Gold-Preises hat sich im gestrigen Access Market schon abgezeichnet. Während gestern Gold über den Tag zum Schluss der COMEX mit $806,50 noch mit Verlust aus dem Markt ging, konnte es sich im Access Market bis zum Ende des Handel ins positive Terrain bei $816,70 befestigen. Diese Tendenz setzte sich heute im asiatischen Handel fort: Gold pendelte um die Marke von $820 leicht fester. Zur Eröffnung des Londoner Handels tendierte Gold weiterhin stark und so kam der A.M. Fix mit $824,25 (EUR 622,03) um $11 höher als gestern zustande. Im weiteren Tagesverlauf stieg Gold stetig an. Zum Schluss des Londoner Handels stand Gold zum P.M. Fix bereits bei $833,75 (EUR 628,29) bereits $24 höher als vor 24 Stunden. Im weiteren Verlauf der COMEX setzte sich bis auf wenige kurze Gegenbewegungen die positive Stimmung fort und so schloss Gold zum Ende des Handels am New Yorker Parkett auf den Stand von $839.

Im Wochenvergleich hat damit Gold heute den Grossteil seiner Verluste für diese Woche wieder wettgemacht. Auf Basis des Londoner P.M. Fixes musste Gold dennoch in etwa $13 in dieser Woche abgeben.

Dank des PPT konnte der Dow am zweiten Tag wieder leicht zulegen. Die Anfangs- und End-Ralley des Dow ist ein bekanntes Manipulations-Muster des PPT. Damit konnte für diese Woche die charttechnisch kritische Marke von 8.000 verteidigt werden.

An der COMEX hat sich die Anzahl der offenen Kontrakte mit 313.798 gegenüber der letzten Woche praktisch nicht verändert (+ 69 Positionen). Wie vor zwei Monaten ebenfalls beobachtet, werden jetzt Februar 2009 Kontrakte in verstärktem Mass auf spätere Kontrakte übergerollt: Die offenen Kontrakte gingen um 19.454 Positionen auf 132.085 Kontrakte zurück.

Der heute veröffentlichte CFTC Commitment of Traders Report vom 13. Januar 2009 (Dienstag) zeigt, dass die non-commercial Longs ihre Positionen zurückgefahren haben, während die commercial Longs ihre Positionen entsprechend ausgebaut haben. Die Anzahl der offenen Kontrakte ging gegenüber der Vorwoche um 2.206 Positionen auf 318.185 Kontrakte zurück. Die non-commercial Longs halten 146.167 Kontrakte, 6.402 weniger als letzte Woche. Auch die non-commercial Shorts haben 416 Positionen auf 18.549 Kontrakte abgebaut. Die commercial Longs bauten ihre Position um 4.667 Positionen auf 90.615 Kontrakte aus, während die commercial Shorts ihre Position um 3.252 Kontrakte auf 232.178 abgebaut haben. Zur Zeit sind die 8 grössten Shorts ("Gold-Kartell Banken") Netto Short mit 167.047 Kontrakten (52,5 % * 318.185). Alle commercials sind mit 141.563 Positionen netto Short (232.178 - 90.615); somit sind alle anderen Händler bis auf die Gold-Kartell Banken mit 25.484 netto Long (167.047 - 141.563).

Der CFTC Bank Participation Report vom 6. Januar bestätigt, dass die drei grossen U.S. Gold-Kartell Banken (sicher: JP Morgan, wahrscheinlich: Citicorp & Bank of America) ihre netto Short Positionen weiter ausgeweitet haben. Die drei Banken sind mit 80.194 Kontrakten netto Short, was 25 % aller offenen Positionen an der COMEX entspricht. Gegenüber dem letzten Monat haben diese drei Banken ihre netto Short Positionen um 5,1 % ausgeweitet.


Neu 2009-01-16:

Gold-Bericht für den 15. Januar 2008:

Die Banken-Krise nimmt zur Zeit den zweiten Anlauf: Während es in Deutschland nun den Primus Deutsche Bank erwischt hat, gehen in den USA weitere zwei Banken über die Wupper. Citigroup steht trotz des Aufbrechens der Geschäftsteile kurz vor der Verstaatlichung und Bank of America braucht wohl - ähnlich wie die Citigroup vor wenigen Monaten - eine Staats-Garantie über $100-$200 Mrd. Beide Banken benötigen wohl auch weitere zweistellige Milliarden-Beträge aus der zweiten Tranche des $700 Mrd Rettungspakets (TARP) der Regierung. Die ersten $350 Mrd wurden ja bereits verteilt und zur Zeit läuft das Verfahren im US Kongress, um die zweiten $350 Mrd freizugeben. Auf der anderen Seite überraschte JP Morgan die Märkte mit einem Gewinn von $702 Millionen. Wenn man allerdings den Beitrag über $1,3 Mrd "gain from closing a joint venture and risk management results" herausrechnet, dann war JPM ebenfalls in der Verlust-Zone. Dem Aktien-Markt ist diese Ankündigung suspekt: Obwohl der Dow im Tagesverlauf bereits auf die 8.000er Marke gefallen war und sich nach der Ankündigung einer Staats-Garantie für BoA im späten Handels-Verlauf wieder um fast 250 Punkte erholen konnte (Anmerkung: Hier ist klar die Handschrift des PPT wiederzuerkennen), fiel die Aktie von JPM um $1,57 auf $24,34.

JPM ist die Bank der US FED, mit der die Regierung massiv in die Märkte eingreift. Nachdem Citigroup und BoA praktisch tot sind, muss die FED JPM unbedingt am Leben erhalten, um nicht selbst mit dem gesamten System unterzugehen. JPM sitzt auf einer Derivate-Bombe von $87.688 Mrd, während die Derivate-Verpflichtungen von Citi mit $35.645 Mrd und BoA mit $38.674 zu Buche schlagen. Dass diese Derivate schlagend werden, konnte man an den Verwerfungen beim Untergang von Lehman Brothers beobachten. Auch der Versicherungs-Konzern AIG sass auf massiven Derivate-Positionen, die schlagend wurden, so dass die N.Y. FED bisher über $100 Mrd in AIG pumpen musste.

Wie im gestrigen Kommentar vermutet, setze das Gold Kartell heute zu einem weiteren Angriff auf Gold an. Ziel war die psychologisch wichtige $800er Marke. Im asiatischen Markt war Gold noch unverändert. Zum Vormittags-Handel an der Londoner Edelmetall-Börse konnte Gold noch leicht zulegen und der A.M. Fix wurde mit $813,00 (EUR 617,43) festgestellt. Zur Eröffnung der COMEX versuchte Gold einen Ausbruchsversuchs in Richtung $820. Diese Anstieg erwiess sich aber als Fehl-Ausbruch, so dass zum Nachmittag Gold wieder unter Druck geriet. Zum Ende des Londoner Handels stand Gold zum P.M. Fix bei $810,00 (EUR 618,51) praktisch unverändert.

Wie die letzten Tage zu beobachten war hat das Gold-Kartell nun im reinen Derivate-Handel versucht, den Gold-Preis zu drücken. Die erste Drückungs-Welle liess Gold auf $805 abfallen. Mit der zweiten Drückungs-Welle wurde dann schliesslich die $800er Marke getestet. Diese Marke hielt jedoch, so dass sich Gold wieder erholen konnte. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf $806,50 verbessern. Im Access Market konnte Gold weiter zulegen und wurde zuletzt mit $816,70 gehandelt.

Die offenen Kontrakte an der COMEX haben sich um 4.461 Positionen auf 313.729 Kontrakte reduziert. Anscheinend haben eine Reihe von Longs ihre Positionen wegen der fortgesetzten Angriffe des Gold-Kartells liquidiert. Für den Februar 2009 Kontrakt wurden im Rahmen des Überrollens der Kontrakte 11.388 Positionen aufgelöst, so dass noch 151.539 Kontrakte austehend sind. Im 2-Monatsvergleich zum letzten grossen Liefer-Kontrakt Dezember 2008 waren seinerzeit noch 128.643 Positionen ausstehend.


Neu 2009-01-15:

Gold-Bericht für den 14. Januar 2008:

Den gestrigen Tag hat das Gold-Kartell dazu benutzt, um seine Short-Positionen teilweise zurückzukaufen. Die spekulativen Longs haben diese Gelegenheit genutzt, um noch mit einem "blauen Auge" ihre Positionen aufzulösen. Es war also zu erwarten, dass am heutigen Tag ein weiterer Angriff auf den Gold-Preis an der New Yorker COMEX erfolgen wird.

Im asiatischen Handel sah es noch nach einer Erholung des Gold-Preises aus. Gold tendierte um die $5 höher als zum gestrigen Schluss des amerikanischen Handels. Im Londoner Handel tendierte Gold weiter fest und so kam am Vormittag der A.M. Fix mit $827,25 (EUR 624,67) zustande. Zum Nachmittag geriet Gold dann wieder unter Druck, konnte sich aber noch über dem gestrigen Niveau halten. Zum Ende des Londoner Handels wurde Gold zum P.M. Fix mit $821,50 (EUR 625,14) festgestellt. Gestern erreichte Gold bereits ein Preis-Niveau, so dass der grösste Nachfrage-Markt Indien wieder als Käufer auftauchen kann. Wir müssen abwarten, ob wir in den nächsten Tage, wenn sich ein Tiefpunkt für Gold etabliert hat, die Inder wieder als Nachfrager von Gold blicken lassen. Der schwache P.M. Fix deutet darauf hin, dass die Inder noch nicht in grossem Umfang eingestiegen sind.

Nach Schluss des Londoner Handels ist das Gold-Kartell im reinen Derivate-Handel an der COMEX zum Angriff übergegangen. Schlechte Nachrichten über die Citi Bank lassen die unter Kontrolle geglaubte Banken-Krise wieder aufleben. Der Aktien-Kurs von Citi gibt heute um über 20 % nach. Auch Gross-Unternehmen im Telekommunikations-Sektor wie Nortel, die in ihrer über 100-jährigen Geschichte sogar die Technologie-Bubble überlebt haben, müssen die Notbremse ziehen und das Konkurs-Verfahren nach Chapter 11 einleiten. Die Kosten für die Finanzierung der Schulden und der plötzliche Rückgang der Aufträge liessen dem Management anscheinend keine andere Wahl. Die Real-Wirtschaft kontrahiert schnell und immer mehr Firmen mit niedriger Cash-Ausstattung müssen in den Gläubiger-Schutz gehen: Gold als Barometer der Gesundheit des Wirtschafts- und Finanzsystems musste also wieder stark verbogen werden. Gold wurde in der Folge auf unter $810 gedrückt und ging auf einem Stand von $810 aus dem COMEX-Handel.

Die Anzahl der offenen Kontrakte an der COMEX hat sich heute mit -163 auf 318.185 Positionen quasi nicht verändert. Für den Februar 2009 Kontrakt wurden im Rahmen des Überrollens der Kontrakte 5.552 Positionen aufgelöst, so dass noch 162.927 Kontrakte austehend sind. Zu grossen Long-Liquidationen ist es heute nicht gekommen.


Neu 2009-01-14:

Gold-Bericht für den 13. Januar 2008:

Nach einer massiven Drückung wie gestern versucht das Gold-Kartell im Allgemeinen den Druck auf das Edelmetall am Nachfolgetag fortzusetzen. Und so kam es auch: Nachdem sich Gold heute früh im asiatischen Markt noch um $2 befestigen konnte, wurde Gold im vorbörslichen Handel ab 8:30 Uhr MEZ bis auf $816 gedrückt. Dieser Druck hielt auch am Vormittag im Londoner Handel an, und so kam der A.M. Fix mit $815,50 (EUR 612,47) zustande. Danach setzte trotz des stärkeren US-Dollars eine Erholungs-Bewegung bei Gold ein, die Gold wieder auf den gestrigen Schluss-Stand von $820 trieb.

Zum P.M. Fix konnte sich Gold, getrieben von der hohen physischen Nachfrage auf $826,50 (EUR 625,14) befestigen. Im späten COMEX-Handel verfiel Gold wieder auf den gestrigen Schluss-Kurs und schloss den COMEX-Handel bei $820. Die Open Interest Zahlen an der COMEX sind heute um 15.318 Positionen auf 318.348 Kontrakte gefallen. Hier haben wohl eine Reihe von spekulativen Longs im Vorfeld weiterer erwarteter Angriffe des Gold-Kartells vorsorglich die Flucht ergriffen und ihre Positionen abgebaut. Der Februar 2009 Kontrakt musste hier insbesondere stark Federn lassen: Die Anzahl der Positionen ging um 20.015 auf 168.479 Kontrakte zurück. Dabei wurden in etwa 5.000 dieser Kontrakte vom Februar 2009 Kontrakt auf spätere Future-Kontrakte übergerollt.

Die heutige Befestigung des Gold-Preises zum P.M. Fix deutet darauf hin, dass das gedrückte Niveau die physische Nachfrage angefeuert hat. Nach einigen Tagen und Wochen Abstinenz sind eventuell die Inder wieder am Gold-Markt aufgetaucht. Für die nächsten Tage ist mit einem weiteren Angriff des Gold-Kartells auf die $800er Marke zu rechnen. Spekulative Long-Positionen sollten vermieden werden - allerdings ist auf US-Dollar Basis der gedrückte Gold-Preis ein gutes Einstiegs-Niveau für Investoren, die nach dem Prinzip "buy at dips" agieren. Leider hilft dies den Käufern im Euro-Raum wenig: Gold steht weiterhin bei über EUR 20.000 pro Kilogramm.


Neu 2009-01-13:

Gold-Bericht für den 10. Januar 2008:

Die WELT AM SONNTAG hat gestern berichtet, dass ein Grossteil der Investoren mit einem Vermögen von über einer Millionen US-Dollar im letzten Jahr 30 % und mehr ihres Vermögens einbüssen mussten. Investoren, die dagegen auf Gold gesetzt haben, konnten im Jahr 2008 in US-Dollar einen Zuwachs von 3,4 %, in Euro von 8,3 % und in britischen Pfund von 42,7 % erzielen (berechnet auf Basis der A.M. Fixe der Londoner Edelmetall-Börse vom 31. Dezember). Wer den Beteuerungen selbst der Gold-positiv gestimmten Portfolio-Manager gefolgt war und lediglich 10-15 % seines Vermögens in Gold angelegt hatte, dem ging es letztendlich nicht besser als den oben angeführten Millionären. Gold hätte bei einer Mischung von 15 % zu 85 % im Wert um 170 % zulegen müssen, d.h. von $865 auf $2.336 steigen, nur um die 30 % Verluste der restlichen 85 % des Portfolios erwirtschaften zu müssen.

War das Jahr 2008 nun eine Enttäuschung für die Gold-Investoren: Ich denke nein.
Der Aufwärts-Trend bei Gold konnte trotz der deflationären Entwicklung der Preise für alle anderen Rohstoffe und Anlageformen nicht gebrochen werden. Das Gold-Kartell, getragen von den Zentralbanken, ausgesuchten Geschäfts- und Investment-Banken und bestimmten Gold-Minen Unternehmen musste im Jahr 2008 den Markt mit mehreren tausend Tonnen Zentralbank-Gold, für die Öffentlichkeit nicht sichtbar über Gold-Leihgeschäfte, fluten, um einen explosionsartigen Ausbruch des Gold-Preises zu verhindern.

Die Verluste der Millionäre wären weitaus grösser ausgefallen, wären nicht Geld-Marktfonds und Sparguthaben durch Billionen-schwere Rettungs-Massnahmen der Regierungen für den Banken-Sektor gestützt worden. Dadurch fielen in diesem Segment quasi keine (sichtbaren) Portfolio-Verluste an. Mit positiven Renditen konnten die Staatsanleihen aufwarten, die von den Investoren als Flucht-Anlage stark nachgefragt wurden. Die Verluste in diesem Segment werden dann kommen, wenn die Investoren feststellen, dass das System der Staats-Anleihen ein ähnlich gestricktes Schneeball-System ist, wie der Hedge Fond von Madloff: Zinsen-Zahlungen auf Staats-Anleihen werden zum Teil durch die Ausgabe neuer Staats-Anleihen bezahlt, und wenn ein Papier fällig wird, dann wird es mit den Erlösen aus neu emittierten Papieren bezahlt. Warum ist das System von Madloff kriminell, aber das System der Staatsverschuldung durch unsere Politiker legal ?

Die Portfolio-Theorie, die ihre Hauptbestand-Teile im Papier-Sektor hat, wird für ihre Anhänger einen weiteren Vermögens-Verlust nicht vermeiden können. Geld und Geld-gleiche Investments werden durch die von den Zentralbanken durchgeführten Reflationierungs-Massnahmen entwertet und die Blase der Staatsanleihen wird in Zukunft das Ende aller Blasen finden. Dann sehen wir die nächste Stufe des Vermögensverlustes bei Millionären von 30 % und mehr.

Die schlechten Nachrichten von der Wirtschafts- und Finanz-Front und die langsam folgende Erkenntnis der Investoren, dass Gold zur Zeit die einzige Anlageform ist, um sein Vermögen längerfristig zu sichern, verstärken zunehmens die Agressivität des Gold-Kartells. Während im asiatischen Handel Gold lediglich $3 nachgegeben hat, ging das Gold-Kartell im vorbörslichen Handel in London um 9:00 Uhr MEZ zu einer härteren Gang-Art über: Gold wurde von $851 auf $843 gedrückt. Je näher der A.M. Fix kam, desto stärker konnte Gold seinen anfänglichen Verluste wieder ausbügeln. Der A.M. Fix kam mit $848,50 (EUR 634,35) zustande.

Mit Beginn des Handels an der COMEX setzte das Gold-Kartell nun zur zweiten Angriffs-Welle an: Gold wurde innerhalb wenige Minuten von $848 auf $828 gedrückt. Kurz vor dem Londoner P.M. Fix wurde Gold auf $824 gedrückt; der P.M. Fix kam mit $827,00 (EUR 618,69) trotzdem einige US-Dollar höher zustande.

Nach Schluss des Londoner Handels geriet Gold weiter unter Druck und beendete den Handel an der COMEX mit dem Tages-Tiefstand von $820. Im Access Maket wurde Gold auf bis zu $816 gedrückt, konnte sich aber zum Ende des Handels wieder auf den COMEX-Stand erholen.

Die Entwicklung der Kontrakte an der COMEX zeigt trotz des um über $30 gedrückten Goldes, dass anscheinend nur wenige Longs ihre Positionen verkauft haben. Die um 5.463 Positionen auf 333.666 Kontrakte angestiegenen offenen Positionen deuten vielmehr darauf hin, dass das Gold Kartell massiv neue Short-Positionen eingehen musste. Der Februar 2009 Kontrakt verringerte sich um 1.743 Positionen auf 188.494. Diese Verringerung ist wohl rein mit dem Überrollen bestehender Positionen auf die nächsten Liefermonate zu erklären.

Im Dezember 2008 Kontrakt waren am 12. November noch 153.457 Positionen offen, heute sind es für den Februar 2009 Kontrakt noch 188.494 Positionen. Deutet sich damit für den Februar 2009 Kontrakt ein wesentlich stärkerer Liefermonat an, als für den Dezember. In den COMEX-Warenhäusern tut sich interessanterweise seit mehreren Wochen so gut wie gar nichts, obwohl für den Dezember 2009 ca. 15.000 Kontrakte, also 1,5 Mio Unzen (47 Tonnen) Gold zur Lieferung gestellt wurden. Existiert das offiziell ausgewiesene Gold dort vielleicht gar nicht mehr ?

Der Aktien-Markt musste weitere 1,5 % beim Dow Jones Industrial Average und 2,3 % beim S&P500 abgeben. Trotz schlechter Presse über die Blase bei den Staatsanleihen gaben die 10-jährigen Treasury Bonds um 0,1 Prozent-Punkte auf 2,3 % nach. Die FED scheint weiter US-Staatspapiere am Markt aufzukaufen, um die Zinsen künstlich niedrig zu halten.


Neu 2009-01-10:

Gold-Bericht für den 9. Januar 2008:

Armes Gold-Kartell !
Die heutigen Zahlen des Bureau of Labor Statistics (U.S. Department of Labor), wegen seiner beispielslosen Art der Manipulation der Daten im Orwellschen Stil auch "Wahrheits-Ministerium" genannt, musste heute wieder eine "Frontbegradigung" melden: Die Anzahl der verloren Jobs für den Dezember 2008 betrug 524.000 und die Arbeitslosen-Quote stieg auf 7,2 %. Rechnen wir die durch das absurde "Net Birth/Death Model" für den Dezember 2008 zusätzlich statistisch geschaffenen 72.000 Jobs hinzu (siehe http://www.bls.gov/web/cesbd.htm), so sind knapp 600.000 Jobs innerhalb eines Monats verloren gegangen.

In der Vergangenheit konnte man sich als Trader darauf verlassen, dass Gold bei solchen Daten stark gedrückt werden würde. Ein sicherer Day Trade war also: Wenige Tage vor Veröffentlichung der Zahlen Gold shorten und kurz nach Veröffentlichung der Zahlen das Gold zurückkaufen und den Profit einstreichen. Diese Woche liefen die Dinge aber nicht gut für das Gold-Kartell (und die Trader): Am Mittwoch konnte man noch erfolgreich Gold um über $20 drücken. Da die Drückung kurz vor dem P.M. Fix erfolgte, musste das Kartell eine wirklich grosse Menge physischen Goldes auf den Markt geworfen haben. Am Donnerstag wurde dann diese Drückung plötzlich zu Beginn des Handels an der COMEX praktisch aufgehoben. Und heute: Die Situation, trotz Hilfe der Zentralbanken bei der Drückung des Euro kurz nach Bekanngabe der Zahlen, geriet ausser Kontrolle.

Trotz der Drückung des Euro von $1,3710 um 14:30 Uhr MEZ auf $1,3560 zum Stand von $1,3427, insgesamt also um 2 %, wollte sich Gold nicht proportional nach unten entwickeln.

Zum Londoner A.M. Fix konnte sich Gold gegenüber dem gestrigen A.M. Fix um $12 auf $854,00 (EUR 622,72) stabilisieren.
Um 14:30 Uhr wurden pünktlich die Zahlen des BLS zum Arbeits-Markt veröffentlicht: Gold stand zu diesem Zeitpunkt bei $856, konnte dann kurz auf $860 ausbrechen und wurde auf $852 gedrückt. Wir erinnern uns an den gestrigen Tag: Gleiches Verhalten wir bei der Obama-Rede. Was für ein Zufall.

Diese folgende Zeit bis zum Londoner P.M. Fix verlief sehr mühsam, und deshalb auch sehr materialintensiv für das Gold-Kartell: Mit $847,25 (EUR 626,48) konnte eine Drückung des Gold-Preises um $7 gegenüber dem gestrigen P.M. Fix bewerkstelligt werden.

Die Aktionen dieser Woche waren eine reine Material-Schlacht für das Gold-Kartell: Der Preis war stets nur über den Londoner P.M. Fix unter Kontrolle zu halten und eine (oder mehrere) Parteien trieben die Preise prompt im New Yorker Handel wieder in die Höhe. Das Gold-Kartell in der Defensive - unglaublich !

Ich schätze, dass die Aktionen des Gold Kartells in London mit nicht weniger als 100 Tonnen Gold für diese Woche durchgeführt wurden. Will hier eine (oder mehrere) Gegenspieler des Gold-Kartells, dass die letzten Vorräte des Zentralbanken auf den Markt geworfen werden ? Wird der Februar 2009 Kontrakt mit ca. 190.000 offenen Positionen zur Lieferung zum Waterloo für das Gold-Kartell ? Nun, wir werden sehen.

Nach Schluss des Londoner Handels geriet das Gold-Kartell wieder unter Druck: Gold konnte sich von $847 wieder hochrappeln und explodierte dann plötzlich in zwei Wellen auf $868. Das Gold-Kartell hatte bis zum Schluss des Handels an der COMEX Mühe, den Gold-Preis wieder auf das Ausgangs-Niveau von gestern zu drücken. Gold beendete mit knapp $854 den Handel auf exakt dem gleichen Stand wie vor 24 Stunden.

Die Entwicklung der Kontrakte an der COMEX sieht sehr gesund (für die Gegenspieler des Gold-Kartells) aus: Mit insgesamt 328.203 Kontrakten wurden gegenüber gestern lediglich 81 Positionen abgebaut. Der Februar 2009 Kontrakt verringerte sich um 6.280 Positionen auf 190.237. Das deutet darauf hin, dass Positionen vom Februar auf den April Kontrakt übergerollt werden.

Da es jetzt 5 Minuten vor Schluss des Aktien-Handels ist, warte ich noch einige Minuten … Hier nun die Schluss-Stände der NYSE: Der DJIA fiel um 144,80 auf 8.597,66, der S&P500 fiel um 19,57 auf 890,16. Was für eine Enttäuschung für alle Perma-Bullen, die die schlechten Daten schon in den Kursen eingepreist sehen. Ist die Jahresanfangs-Ralley schon vorbei, bevor sie erst richtig angefangen hat ?

Heute haben PPT und Gold Kartell gemeinsam versagt.


Neu 2009-01-09:

Gold-Bericht für den 8. Januar 2008:

Die derzeitige Nachrichten-Lage macht es schwierig, die Entwicklung des Gold-Preises sogar im Nachgang zu erklären. Dazu ein Beispiel: Um 17:15 Uhr MEZ hielt Barrack Obama eine gross angekündigte Rede zur Wirtschaftssituation der USA. Diese konnte ich bei CNBC im Internet live verfolgen. Gleichzeitig habe ich den (bei meinem Trading Tool sekundenweise aktualisierten) Gold-Preis beobachtet. Kurz vor Beginn der Rede war der Kurs bei $857, schoss dann zum Beginn der Rede Obamas auf $863 hoch und wurde zum Schluss der Rede (Anmerkung: diese dauerte nur 15 Minuten) auf $852 gedrückt. Gab es nun verschiedene Höhepunkte der Rede, die erst einen starken Goldpreis und letztlich einen schwachen Goldpreis rechtfertigen würden ? Nein, der Inhalt der Rede war in keinerlei Hinsicht eine Überraschung: Es gebe starke wirtschaftliche Probleme und der Staat wolle diese mit noch mehr schuldenfinanzierten Ausgabeprogrammen totschlagen.

Gestern hatten wir schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Morgen (Freitag um 14:30 Uhr MEZ) werden vom Wahrheitsministerium die neusten Daten zum Arbeitsmarkt für den Monat Dezember 2008 veröffentlicht (payrolls & unemployment rate). Wenn die Zahlen so schlecht ausfallen wie erwartet, dann wird Gold wohl wieder im Vorgriff stark gedrückt werden. Diese Drückung hatten wir gestern ja einmal wieder erleben dürfen.

Die Zentralbanken intervenieren zur Stützung des US-Dollars und des britischen Pfunds, das Gold-Kartell drückt auf den Gold-Preis und die FED kauft Treasury Bonds mit neu geschaffenen Geld auf, damit die kreierte Blase der Staatsanleihen nicht vorzeitig platzt. Wie soll man bei diesem Geschehen das kurzfristige Verhalten des Gold-Preises noch vorhersagen können ?

Zum heutigen Handelsverlauf:
Im asiatischen Handel schwankte Gold um den Schlusskurs des Handels in Nordamerika. Im Londoner Handel passierte im Vormittags-Handel auch nicht viel, und so wurde Gold mit $842,50 (EUR 621,13) fixiert. Zu Beginn des Handels an der COMEX setzte plötzlich ein Preisanstieg um $25 ein, der Gold bis auf $862 trieb. Dieses Niveau konnte zwar zum Ende des Londoner Handels nicht gehalten werden, aber der P.M. Fix von $855,75 (EUR 623,27) zeigt an, dass dieser Anstieg zumindestens mit starker physischer Nachfrage nach Gold einherging. Nach Ende des Londoner Handels bröckelte Gold in New York wieder leicht ab und ging mit $853,70 aus dem Handel an der COMEX. Im späten Access Handel konnte sich Gold wieder leicht erholen und beendete den Tag auf einem Niveau von $856,90.

Der plötzliche Preis-Sprung beim Gold hat das Gold-Kartell anscheinend auf dem falschen Fuss erwischt: Im Vorgriff auf die miserablen Daten vom Arbeitsmarkt sollte Gold als Barometer der Gesundheit des Wirtschaftssystems wieder verbogen werden. Message: Die Investoren sollen ihr Geld bloss weiter in "sicheren" Staatsanleihen und gar nicht in "unsicheres" Gold umschichten. Anscheinend gibt es aber eine (oder mehrere) Parteien am Gold-Markt, die hier eine andere Sichtweise haben. Wenn nur wenige Super-Reiche oder Investment-Fonds ihre Milliarden von Papier-Dollar in Gold umschichten, kommt es bei dem engen Markt zu plötzlichen Preis-Sprüngen. Eine Milliarde Dollar kauft 36,6 Tonnen Gold, zehn Milliarden Dollar bereits 366 Tonnen und mit 100 Milliarden Dollar könnte man schon mehr Gold erwerben, als die gesamten offiziell ausgewiesenen Gold-Reserven von Deutschland. Und selbst 100 Milliarden Dollar sind überhaupt nichts in der heutigen Zeit ...

Der massgebliche nächste grosse Kontrakt Februar 2009 reduzierte sich um 1.216 Positionen auf 196.517 Kontrakte. Da sich die Gesamt-Anzahl der Kontrakte an der COMEX um 7.893 Positionen auf 328.284 Kontrakte erhöhte, sind einige Markt-Teilnehmer anscheinend dazu übergegangen, Positionen von dem Februar 2009 Kontrakt in spätere Liefermonate überzurollen. Die Aufschläge (Contango), die vom Februar 2009 Kontrakt zum April 2009 Kontrakt zu zahlen sind, liegen zur Zeit im Bereich $1 bis $2, so dass die spekulativen Markt-Teilnehmer, die keine Lieferung für den Februar-Kontrakt anstreben, wohl anscheinend die Chance nutzen, ihre Positionen mit niedrigen Rollverlusten in den April 2009 Kontrakt zu übertragen.

Wie stark wird der Liefermonat Februar 2009 an der COMEX ?
3 Wochen vor Beginn des Liefermonats Februar 2009 haben wir noch 196.517 Kontrakte ausstehend. Vor zwei Monaten waren für den Dezember 2008 Kontrakt noch 172.533 Positionen ausstehend.


Neu 2009-01-08:

Gold-Bericht für den 7. Januar 2008:

Die Folge der schlechten Nachrichten aus den USA nimmt weiter zu: Im Dezember 2008 gingen (in einem Monat) weitere 673.000 Arbeitsplätze verloren. Dem US-Dollar tat das nicht gut. Wer aber nun erwartet hätte, dass sich Gold befestigen würde, wurde enttäuscht. Das Gegenteil war der Fall: Gold wurde kurz vor dem Londoner PM Fix um 16:00 Uhr MEZ von $866 auf $848 gedrückt. Dieser plötzliche Rückgang konnte nur mit einer grossen, vermutlich zweistelligen Tonnen-Menge von 400oz-Barren durch das Gold-Kartell hervorgerufen worden sein. Man sieht: Um den Indikator des System-Zustands zu verbiegen, sind den Herren der FED und anderer Zentralbanken alle Mittel recht. Schwarz ist Weiss und Weiss ist Schwarz in unser heutigen Zeit.

Nach Schluss der Londoner Edelmetallbörse wurde Gold im reinen Derivate-Markt an der COMEX um weitere $10 auf $838 gedrückt.

Es wäre interessant zu erfahren, mit welchen "Argumenten" die Gold-Kommentatoren der System-Presse dieses Verhalten des Gold-Preises zum US-Dollar rechtfertigen können.

Zum heutigen Handelsverlauf !
Gold tendierte im asiatischen Markt auf dem Niveau des Schlusskurses von gestern in New York. Im frühen Londoner Handel kam es ebenfalls zu keinen starken Bewegungen, und so wurde Gold zum Vormittag (A.M. Fix) mit $864,00 (EUR 635,86) auf dem Niveau der Schlusskurses der COMEX von gestern fixiert. Gegenüber dem gestrigen A.M. Fix konnte sich Gold um $20 bzw. EUR 5,50 verbessern.

Diese Entwicklung setzte sich auch im Nachmittags-Handel fort, bis kurz vor dem P.M. Fix eine grosse Menge Gold auf den Markt in London geworfen wurde. Dies führte zu dem plötzlichen Einbruch des P.M. Fixes um $20 auf $848,50 (EUR 621,79). Der P.M. Fix tendierte in US-Dollar betrachtet auf dem Niveau des P.M. Fixes von gestern.

Nach Handels-Schluss in London schloss sich eine weitere Drückungs-Welle an, die Gold innerhalb weniger Minuten auf bis zu $838 (kurzfristig sogar $836) befördern konnte. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich Gold wieder auf $850 stabilisieren, wurde aber zum Schluss des New Yorker Handels auf $842 gedrückt.

Der gestrige Anstieg der Yields der 10-jährigen Treasury Bonds auf bis zu 2,6 Prozent-Punkte muss die FED wohl veranlasst haben, direkt am Bond-Markt als Käufer aufzutreten ("Quantitative Easing"). In der Folge fielen die Yields auf unter die 2,5 Prozent-Punkte Marke zurück. Verschiedene Kommentatoren haben erkannt, dass auf Basis dieser Zinssätze von einer Bond-Blase gesprochen werden muss, die zu platzen droht. Ein Platzen würde allerdings alle diejenigen Investoren, die auf der Suche nach "Sicherheit" ihr Geld in Treasury Bonds (die "Langläufer") und Bills (die "Kurzläufer") geparkt haben, nun herbe Verluste bereiten. Der Kurs der Bonds am Zweitmarkt verhält sich nämlich umgekehrt proportional zu den Yields (der "Realzins"). Steigt der Real-Zins, so fällt der Kurs der Bonds. Mit welchem Geld "kauft" nun die FED diese Bonds, um die Kurse oben zu halten bzw. die Yields unten zu halten ? So unglaublich das klingen mag: Mit frischgedrucktem Geld ! Ben Bernanke kauft $50 Mrd an Treasury Bonds dadurch, in dem er an seinem Computer die Zahl $50 Mrd eintippt - und schon sind $50 Mrd neue US-Dollar entstanden, mit denen die Treasury Bonds "bezahlt" werden. In der Bilanz der FED bucht Ben die $50 Mrd Treasury Bonds als "Assets" und die gedruckten US-Dollars als "Liabilities" ein: ZIMBABWE BEN's Magie des Zentralbankings.

Alle DEFLATIONISTEN aufgepasst: Wer glaubt, dass die Banknoten der Zentralbanken (Geldmenge M0) etwas sehr Limitiertes sind, der muss sich nur die Ausweitung der Bilanzsumme der FED der letzten Wochen und Monate ansehen. Hier wurden mehrere $1.000 Mrd an neuem Zentralbank-Geld geschaffen, die die bisher geschaffene Menge Zentralbank-Geld in Form von Banknoten (Geldmenge "M0") bei weitem überschreiten. Sowohl FED, EZB, BoE, SNB, BoJ kaufen zusätzlich minderwertige Papiere jeder Couleur an und erzeugen damit neues Zentralbank-Geld aus dem "Nichts". Durch einen Bilanzierungs-Trick tauchen diese Positionen nicht in den ausgewiesenen Geldmengen-Aggregaten M1 (M0) und M2 auf: Dadurch, dass quasi wertlose Papiere in die Bilanzen der FED verschoben werden und gegen "wertvolle" Treasuries geswapped werden ohne die notwendigen Abschreibungen der Positionen auf "Marktwert" ("mark-to-market") durchzuführen, wird die Geldmenge in Form von M0, M1, M2 nicht erhöht. Im Prinzip müsste also nicht der Zuwachs von M0 betrachtet werden, sondern der Zuwachs der Bilanz-Summe der Zentralbanken. Das scheint die Investment Affen-Herde allerdings noch nicht begriffen zu haben und so kaufen sie Treasuries, weil sie vermuten, dass diese so gut in der Qualität wie Banknoten sind, aber zumindestens minimal verzins werden. Dass Banknoten auch nur "Trash" ist, der beliebig von den Zentralbanken vermehrt werden kann, scheinen sie dabei zu übersehen. Wer (heute) nicht hören will, muss (später) wohl fühlen.

Der massgebliche nächste grosse Kontrakt Februar 2009 erhöhte sich trotz des heutigen Einbruchs beim Gold-Preis um 2.699 Positionen auf 197.733 Kontrakte. Anscheinend wurden keine Long-Inhaber aus dem Markt gedrängt, sondern das Gold-Kartell musste neu Short-Positionen eingehen, um die heutige massive Drückung zu bewerkstelligen.

Wie stark wird der Liefermonat Februar 2009 an der COMEX ?
3 Wochen vor Beginn des Liefermonats Februar 2009 haben wir noch 197.733 Kontrakte ausstehend. Vor zwei Monaten waren für den Dezember 2008 Kontrakt noch 177.404 Positionen ausstehend.


Neu 2009-01-07:

Gold-Bericht für den 6. Januar 2008:

Seit heute Nachmittag haben wir Gewissheit darüber, warum der Dollar stark gehoben und Euro und Gold gedrückt wurden: Drei heute veröffentlichte Nachrichten über die Wirtschaftsentwicklung zeigen eindeutig, dass sich die USA zum Ende des Jahres 2008 im freien Fall befanden.

Heute früh um 8:30 Uhr MEZ wurde der Euro noch von $1,3560 auf bis zu $1,3320 gedrückt. Ab 13:30 Uhr MEZ ging es aber wieder stetig nach oben und der Euro konnte sein Ausgangs-Niveau zurückgewinnen.

Auch für Gold ging es ab 8:30 MEZ bergab: Während im frühen asiatischen Handel Gold auf Basis des Handelsende in Nordamerika um $5 gedrückt wurde, beschleunigte sich dieser Rückgang in der Zeit von 8:30 MEZ bis zum Beginn des Handels an der Londoner Edelmetall-Börse um 9:50 MEZ. Gold rutschte um weitere $10 auf $840 ab.

Im frühen Londoner Handel konnte wohl das Gold-Kartell nicht mehr genug physisches Gold aufwenden, um dieses Niveau zu verteidigen. Zum A.M. Fix konnte sich Gold wieder um $4 erholen und wurde zu einem Preis von $844 (EUR 630,32) fixiert. In US-Dollar sind dies $16 weniger als vor 24 Stunden, aber in Euro gerechnet ist Gold sogar um €1,50 gestiegen.

Gold konnte sich nach Beginn des Handels an der COMEX auf $847 befestigen, wurde dann noch einmal leicht gedrückt. Der P.M. Fix wurde aber trotzdem mit $848,25 (EUR 632,46) festgestellt. Dies sind $5 niedriger aber bereits €6 höher als vor 24 Stunden. Die Aktionen der letzten 48 Stunden haben dann wohl doch zu viele 400oz-Barren gekostet.

Um 17:30 Uhr MEZ, d.h. 2 Stunden vor Ende des Handels an der COMEX, stieg Gold dann von $845 auf $865 an und ging mit diesem Niveau aus dem New Yorker Handel. Gold ist jetzt nur noch $10 von dem Endstand letzter Woche entfernt.

Der massgebliche nächste grosse Kontrakt Februar 2009 erhöhte sich um 1.696 Positionen auf 195.034 Kontrakte. Für den Anstieg um $20 im heutigen New Yorker Handel ist dies wohl eine erstaunlich niedrige Zahl. Man sieht, dass die spekulatischen Longs immer noch vorsichtig agieren, bevor sie in den Markt wiedereinsteigen. Vor dem Hintergrund der massiven Manipulationen der Zentralbanken ist das sicherlich eine richtige Entscheidung.

Wie stark wird der Liefermonat Februar 2009 an der COMEX ?
3 Wochen vor Beginn des Liefermonats Februar 2009 haben wir noch 195.034 Kontrakte ausstehend. Vor zwei Monaten waren für den Dezember 2008 Kontrakt noch 181.983 Positionen ausstehend. Das deutet darauf hin, dass der Februar 2009 Kontrakt in ähnlicher Höhe wie der Dezember 2008 Kontrakt zur Lieferung gestellt wird. Wird das ein COMEX-Default mit 2-monatiger Verzögerung - nun wir werden sehen.


Neu 2009-01-06:

Gold-Bericht für den 5. Januar 2009:

Wer bisher skeptisch war, dass es konzertierte Interventionen der Zentral-Banken an den Devisen-Märkten gibt, konnte sich heute ein Lehr-Beispiel des Gegenteils abholen:

In zwei Wellen (jeweils um 9:00 Uhr und 15:00 MEZ) wurden die Papierwährungen US-Dollar und Britisches Pfund gegenüber den Papierwährungen Euro und Japanischer Yen und der Realwährung Gold gehoben.

1. Angriffs-Welle (9:00 Uhr MEZ)
A) Der US-Dollar wurde innerhalb weniger Minuten von 1,3920 $/€ um 1,9 % auf 1,3660 $/€ gehoben.
B) Der US-Dollar wurde innerhalb weniger Minuten von 91,90 Yen/$ um 1,5 % auf 93,30 Yen/$ gehoben.
C) Der US-Dollar wurde innerhalb weniger Minuten von 874 $/Oz Gold um 1,1 % auf 864 $/Oz Gold gehoben.
D) Das britische Pfund wurde innerhalb weniger Minuten von 0,9570 GBP/€ um 1,8 % auf 0,9400 GBP/€ gehoben.
2. Angriffs-Welle (15:00 Uhr MEZ)
A) Der US-Dollar wurde innerhalb weniger Minuten von 1,3680 $/€ um weitere 0,9 % auf 1,3560 $/€ gehoben.
B) Der US-Dollar wurde innerhalb weniger Minuten von 863 $/Oz Gold um weitere 1,2 % auf 853 $/Oz Gold gehoben.
C) Das britische Pfund wurde innerhalb weniger Minuten von 0,9420 GBP/€ um weitere 0,9 % auf 0,9340 GBP/€ gehoben.
3. Angriffs-Welle (17:00 Uhr MEZ)
A) Ein weiterer Drückungs-Versuch des Euro gegen den US-Dollar ist gescheitert.
B) Ein weiterer Drückungs-Versuch beim Gold gegen den US-Dollar ist gescheitert.
C) Das britische Pfund wurde innerhalb von 1,5 Std von 0,9380 GBP/€ um weitere 1,3 % auf 0,9260 GBP/€ gehoben.
Warum ? Der US-Dollar und das britische Pfund sind die ersten Währungen, die durch das massive und unkontrollierte Drucken von Papier-Geld und die explosionsartige Ausweitung der Staatsverschuldung durch diverse Rettungs-Pakete zur Zeit am meisten unter Druck stehen. Die 10-jährigen U.S. Staatsanleihen ("Treasury Bonds") wurden am 29. Dezember 2008 noch mit einer Real-Verzinsung von 2,05 % gehandelt. Drei Handelstage später, d.h. am 2. Januar 2009 stand der Real-Zins bereits bei 2,42 %. Die ausländischen Halter der Treasuries befinden sich zur Zeit also in einer Yield / Foreign Exchange Rendite-Schere: Bei steigenden Real-Zinsen sinkt der Kursen der Anleihen im Sekundär-Markt und bei einem verfallenden US-Dollar verfallen die Treasuries in stärkeren Währungen (Yen, Euro, Gold) noch stärker. Um Panik-Verkäufe der ausländischen Investoren zu vermeiden, müssen entweder die Yields wieder runter (z.B. durch das unter dem Namen "quantitative easing" angekündigte Aufkaufen der Treasuries durch die FED) oder der US-Dollar hoch. Heute hat man sich anscheinend für die zweite Alternative entschieden.

Bilanz der drei Drückungs-Wellen
A) Der US-Dollar wurde von 1,3920 $/€ um 2,6 % auf 1,3560 $/€ gehoben.
B) Der US-Dollar wurde von 874 $/Oz Gold um 1,9 % auf 857 $/Oz Gold gehoben.
C) Das britische Pfund wurde 0,9570 GBP/€ um 3,2 % auf 0,9260 GBP/€ gehoben.
Dementsprechend orientierten sich auch die beiden Gold-Fixe im Londoner Handel an den beiden Drückungs-Wellen: Der A.M. Fix (Handelszeitraum: 9:50 Uhr bis 11:30 Uhr MEZ) kam mit $860 (EUR 628,89, GBP 591,78) um $10 niedriger, aber EUR 5 höher als am letzten Freitag zustande. Zum P.M. Fix (Handelszeitraum: 11:30 Uhr bis 16:00 Uhr MEZ) wurde Gold mit $853,50 (EUR 626,51, GBP 587,73) um $20 niedriger, aber in Euro betrachtet auf dem Stand vom letzten Freitag bewertet.

Die Manipulation des physischen Gold-Preises im Londoner Handel dürfte dem Gold-Kartell zur Zeit einfacher fallen: Die Nachfrage aus den Hauptabnahme-Ländern Indien, der Türkei und der Vereinigten Arabischen Emirate ist beträchtlich gefallen. In Indien gingen die Importe für den Monat Dezember 2008 um 81 % auf 3 Tonnen zurück (Dezember 2007: 16 Tonnen). Für das Jahr 2008 hat Indien insgesamt 402 Tonnen Gold importiert, ein Rückgang von 47 % gegenüber 2007 (759 Tonnen). Ähnliche Zahlen auch aus der Türkei: Im Jahr 2008 wurden 166 Tonnen, d.h. 28 % weniger als 2007 (231 Tonnen) importiert. In den VAE gingen die Importe von Gold um 40 % vom November 2008 auf den Dezember 2008 zurück. Nun handelt es sich bei allen drei Ländern um die klassischen Verarbeiter von Gold zu Schmuck-Zwecken. Die Probleme bei den weltweiten Investoren, Barren und Münzen in ausreichender Menge zu kaufen, sind damit nicht zu erklären.

Während des frühen Handels an der New Yorker COMEX wurde Gold von $855 auf $845 gedrückt, konnte sich zum Zeitpunkt des Londoner P.M. Fixes aber wieder der $855er-Marke nähern. Zwei Stunden vor Ende des Handels an der COMEX wurde erneut die $845er Marke nach unten getestet. Wiederum konnte Gold nicht unter dieses Niveau gedrückt werden und schloss mit $857,50 etwas höher als zu Beginn des New Yorker Handels.

Die Anzahl der offenen Februar 2009 Kontrakte an der COMEX hat sich quasi nicht verändert: Mit 193.338 offenen Positionen wurden lediglich 203 neue Kontrakte eingegangen.

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